WELTGESUNDHEITSORGANISATION R E G I O N A L B Ü R O F Ü R E U R O P A W O R I D H L A L T H O R G A N I Z A T I O N R E G I O N A L O F F I C E F O R E U R O P E REGIONAL COMMITTEE FOR EUROPE REGIONALKOMITEE FÜR EUROPA В С Е М И Р Н А Я О Р Г А Н И З А Ц И Я З Д Р А В О О Х Р А Н Е Н И Я Е В Р О П Е Й С К О Е Р Е Г И О Н А Л Ь Н О Е Б Ю Р О O R G A N I S A T I O N M O N D I A L E D E L A S A N T E B U R E A U R É G I O N A L DE L ’ E U R O P E COMITÉ RÉGIONAL DE L’EUROPE ЕВРОПЕЙСКИЙ РЕГИОНАЛЬНЫЙ КОМИТЕТ Dreissigste Tagung EUR/RC30/Min/8 5. Dezember 1980 NIEDERSCHRIFT UBER DIE ACHTE SITZUNG Palais des Conférences, Fez Freitag, 10. Oktober 1980, 9.00 Uhr VORSITZENDER: Dr. R. RAHHALI (Marokko) INHALT Seite 1. 2 . Erklärungen von Vertretern zwischenstaatlicher und nichtstaatlicher Organisationen (Schluss) ............................................. Regionalstrategie zur Erreichung von Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000 (Schluss) .............................. 3. Bewilligung zusätzlicher regionaler Haushaltsmittel (Schluss) 8 E U R / R C 3 0 / M i n / 8 S e i t e 2 1. ERKLÄRUNGEN VON VERTRETERN ZWISCHENSTAATLICHER UND NICHTSTAATLICHER ORGANISATIONEN (Schluss) Herr LOUIS (Ki nderh i 1 f swerk der Vereinten Nationen), der Gebietsvertreter des UNICEF fiir Nord afrika, erinnerte an die bisweilen schwierige, aber stets enge Zusammenarbeit zwischen UNICEF und WGO. UNICEF sei an der Durchführung von Programmen in drei Ländern der Region beteiligt, nämlich Algerien, Marokko und der Türkei. Von der Generalversammlung der Vereinten Nationen sei UNICEF mit der Orientierung und Werbung für das Internationale Jahr des Kindes beauftragt worden, das in Euro pa zu einer Gewissenserforschung geführt habe. Es sei eine Einschätzung der Lage des Kindes in den sogenannten wohlhabenden Ländern vorgenommen worden, deren Ergebnisse oft alarmierend gewesen sei- Der Verwaltungsrat des UNICEF habe das Sekretariat auf seiner Sitzung im Jahre 1980 ersucht, zusammen mit den Regierungen Aktivitäten der Prävention einzuleiten, und zwar nicht nur in Ländern mit begrenzten Ressourcen, sondern auch in entwickelten Ländern, wo die Ressourcen noch ungerecht verteilt seien. Die europäischen Länder sollten in einer wissenschaftlich grosszugigeren Gesinnung bestrebt sein, die Leiden von Millionen von Kindern der Dritten Welt zu lindern und nach rationalen Lösungen für die Probleme zu suchen, die die Gesundheit und Stabilität dieser Erwachsenen von mor gen untergraben. Dazu sei es natürlich in erster Linie nötig, das sehr bescheidene Ziel einer Hil feleistung von 1 Prozent zu erreichen, das der Präsident der Weltbank, R. McNamara, vorgeschlagen habe. Der gemeinsame Ausschuss des UNTCEF und der WGO für Gesundheitspolitik werde sich um die Harmonisierung der Politik, der Programme und der gegenseitigen Aufgabenbereiche der beiden Organi sationen bemühen, um deren Arbeit noch wirksamer zu machen. In den drei Ländern der Region, in denen UNICEF eng an den Bemühungen der Regierungen betei ligt ist, erfolge seine Zusammenarbeit mehr und mehr in Form von technischer Hilfe. Seine Erfah rung erlaube es dem UNICEF, kurzfristig hochqualifizierte Experten einzusetzen, um sich verschär fende Probleme in den Griff zu bekommen. Dank dem direkten Zugang des UNICEF zu zahlreichen Mini sterien sei es schliesslich möglich, eine Lösung der Probleme auf multidisziplinärem Wege zu su chen . Professor MANC1AUX (Internationales Kinderzentrum)a erinnerte daran, dass auf dem Gebiet der Familiengesundheit eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum und dem Regionalbüro bestehe, so zum Beispiel durch Aktivitäten wie dem internationalen Lehrgang über Familiengesundheit und Familienplanung, der mit der Unterstützung des UNFPA seit 1973 in verschiedenen europäischen Ländern von beiden Organisationen gemeinsam durchgeführt wird. Für 1981 habe man in Aussicht ge nommen, den Kursus durch eine internationale Konferenz über die Lehre in Familiengesundheit und Familienplanung an medizinischen Fakultäten und Lehranstalten für Gesundheitspersonal in Europa zu erse tzen. Die WGO gewähre Stipendien für bestimmte vom Kinderzentrum getragene Ausbildungsaktivitäten in Paris und anderswo. Dieses Jahr habe das Zentrum u.a. ein erweitertes Impfprogramm in Algerien, ein Seminar über die Rolle von Vertretern der Gesundheitsbehörden bei der Gesundheitsförderung in Marokko sowie ein internationales Symposium über die Lehre in Sozialpädiatrie in Polen durchge führt. Mitarbeiter der beiden Organisationen hätten sich ferner an einem Weltkongress über Ferti lität und Sterilität beteiligt, der im Juli 1980 in Madrid s ta11gefunden hat, und hätten an einem Rundtischgespräch liber Fami 1 iengesundheit als Lehrfach mitgewirkt. Auch die Förderung der Lehre in Sozialpädiatrie in Ungarn sowie die Forschung über Unfallverhütung bei Kindern und Jugendlichen in der Türkei seien unterstützt worden. Diese Aktivitäten lägen auf der gleichen Linie wie die des Regionalbüros über Unfallverhütung; diesem Problem sei eine Sonderausgabe einer Zeitschrift des Zentrums, "Kinder in den Tropen", gewidmet worden. Das Kinderzentrum arbeite mit der WGO auf den Gebieten der Familiengesundheit und des erwei terten Immunisierungsprogramms zusammen. Einige seiner Veröffentlichungen würden in enger Verbin dung mit dem Hauptsitz der WGO oder den Regionalbüros hergestellt. Das Regionalbüro habe bei der Vorbereitung und Verteilung zweier Bulletins über Familiengesundheit und Familienplanung sowie über Unfälle im Kindesalter mitgewirkt. Ein Bulletin über Schutzimpfungen sei in Zusammenarbeit mit dem Hauptsitz der WGO ausgearbeitet worden. Das Kinderzentrum stelle gegenwärtig sein Referenzzentrum auf elektronische Datenverarbeitung um und werde in einigen Jahren über eine Datenbank über die Gesundheit des Kindes verfügen, die den Gesundheitsbehörden und den Lehranstalten für Gesundheits personal leicht zugänglich sein werde. Damit werde man nicht nur einen leichten Zugriff zu gesund heitlichen Informationen haben, sondern auch zu solchen über erzieherische, verwa1tungstechnische, rechtliche, psychologische und soziale Aspekte. a Zusammenfassung einer schriftlich abgegebenen Erklärung. EUR/RC30/Min/8 Seite 3 Zwischen den Programmen der beiden Organisationen bestehe eine gute Koordination, besonders durch den Fachberatungsausschuss des Kinderzentrums. Der Sprecher begrüsste es, dass alle Länder der Region einen hervorragenden Willen zur Zusammenarbeit hinsichtlich der Programme und Programm- aktivitäten des Zentrums gezeigt hätten. Dr. JARDINE (Internationale Zahnärztliche Vereinigung) drückte die Befriedigung seiner Organi sation über die enge Zusammenarbeit aus, die sie mit dem Regionalbüro und insbesondere mit dem Re giona 1 referenten für Mundhöhlen- und Zahngesundheit unterhalte. Die Zusammenarbeit werde auf der Ebene des Londoner Sekretariats der Vereinigung sowie ihrer regionalen Organisation für Europa ge fördert . Auf dem letzten zahnärztlichen Weltkongress in Hamburg habe die Vereinigung Schritte unternom men, um in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Mundhöhlen- und Zahngesundheit am Hauptsitz der WGO Ziele für das Jahr 2000 auszuarbeiten. Dazu gehöre es auch, auf nationaler wie auf welt weiter Ebene messbare Ziele zur Verhütung und Behandlung der verschiedenen Krankheiten der Mundhöh le bis zum Jahr 2000 und auch auf kürzere Sicht festzulegen. In einigen Ländern der Region sei insgesamt ein Rückgang der Fallquoten von Zahnkaries fest- gestellt. worden. Wenn sich dieser Trend fortsetze, könne er weitreichende Auswirkungen auf Art und Zahl der zahnärztlichen Dienste der Zukunft haben. Zugleich hätten einige europäische Länder im weltweiten Vergleich die grösste Zahl von Zahnärzten im Verhältnis zur Bevölkerung. Auch in den Bedürfnissen und der Behandlung auf dem Gebiet der Zahngesundheit würden bedeutende Veränderungen im Zusammenhang mit der Bevölkerungsstruktur und der Altersverteilung eintreten. In einer Zeit zunehmender finanzieller Einschränkungen müssten die Regierungen der Planung der Zahngesundheits dienste ebenso grosse Aufmerksamkeit schenken wie den allgemeinen Gesundheitsdiensten. Wenn die Ziele einmal festlägen, müsse man untersuchen, auf welchem Wege man sie erreichen könne, und die erzielten Fortschritte mit Hilfe der nationalen zahnärztlichen Vereinigungen und der Beratung durch die Regionalbüros der WGO ständig überwachen. Diese Untersuchungen könnten sich auf folgende Gebiete der Zahnheilkunde auswirken: die zahnärztliche Ausbildung (verbesserte Verhütung von Mundhöhlen- und Zahnkrankheiten); die Sozialversicherungssysteme (Anpassung an veränderte Bedürfnisse hinsichtlich der Präven tion und der Therapie); die Zahl der Berufsfachkräfte (Vermeidung einer kostspieligen Überproduktion von Zahnärzten und Ausbildung zahnärztlicher Hilfskräfte für die Prophylaxe); die staatlichen Zahngesundheitsdienste; Datensamm1ungssysteme zur Überwachung des Fortschritts. Ein nützlicher Teil der bestehenden Zusammenarbeit zwischen der WGO und der Vereinigung in Genf und Kopenhagen könnte die Durchführung einer Untersuchung über das frühere, von der dänischen Regierung getragene Zahngesundheitsprojekt in Marokko sein. Es wäre sehr wünschenswert, wenn die internationalen Organisationen den Zahngesundheitsprojekten in den Entwicklungsländern höhere Prio rität einräumten. Die Unterstützung der DANTDA für die Ausbildung von Zahnärzten in Thailand sei ein Beispiel dafür, was man tun könnte. Die Vereinigung veranstalte jedes Jahr Tagungen, an denen zahlreiche Leiter von zahnärztlichen DiensLen oder von den Regierungen entsandte Minis teria Ibera ter teilnähmen. Diese Tagungen böten Gelegenheit zur Verbreitung interessanter Gedanken und Tdeen. Frau Dr. ABDEL-AL (Weltbund der Krankenschwestern und Krankenpfleger) hielt es für dringend nötig, das Gesundheitskonzept in opérâtionel1er und praktischer Hinsicht zu klären, um die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Programmaktivitäten, die Arbeitskräfte, die Dienste usw. zu ermitteln. Die Gesundheit habe vielfältige Dimensionen, zum Beispiel die Vorbeugung und die Hei lung. Es sei wichtig, festzulegen, wer an den verschiedenen einschlägigen Aktivitäten beteiligt sein solle und welche Arten von Ausbildung erforderlich seien. Auch sei es wichtig, abzuschätzen, was für eine Art von Information die Gemeinschaft als Hilfe für ihre Entscheidungsfindung benötige, und zu wissen, wie und warum es notwendig sei, die Beteiligung der Gemeinschaft zu mobilisieren. Die Zusammensetzung des Regionalkomitees scheine auf eine anhaltende Über identifikation der Gesundheitsberufe mit der Medizin hinzudeuten; Tatsache sei aber, dass die Ärzte nicht allein für die Gesundheitsbetreuung verantwortlich sein könnten. In Wirklichkeit würden Gesundheitsdienste von einer grossen Zahl von Berufsfachkräften geleistet, zum Beispiel von Gesundheitsingenieuren, Gesundheitserziehern, Ökonomen, Städteplanern, Sozialarbeitern, Pflegefachkräften usw. Die medizi nischen Berufe hätten den Hauptanteil auf der Stufe der Behebung gesundheitlicher Beeinträchtigun gen zu leisten, und ihr Anteil auf anderen Ebenen hänge von ihrer Ausbildung, ihrer Ausrichtung und den örtlichen Verhältnissen ab. EUR/RC30/Min/8 Seite 4 Zu berücksichtigen seien auch die beiden möglichen Konzepte der Gruppenplanung Tür Gesund heitsdienste auf nationaler Ebene einerseits und der Rolle des Arztes als des Hauptträgers von Ge sundheitsleistungen anderseits, der in seinen Funktionen von einem Team von Gesundheitsarbeitern aus anderen Fachbereichen unterstützt wird, die mit dem Stichwort "paramedizinisch" zu kennzeichnen s ind. Die Vertretung der verschiedenen Fachbereiche an der Gruppenplanung für die Gesundheitsdienste sei von entscheidender Bedeutung für eine gegenseitige Zusammenarbeit, die zur Bereicherung des Wissens und zu einem besseren Verständnis gesundheitlicher Versorgungs1eistungen führe. Ein weiterer Bereich, in dem eine Klärung und Grundlagenforschung erforderlich seien, sei das Konzept der Selbstbetreuung und alles, was damit hinsichtlich der Gesundheitsdienste, der Arbeits kräfte und der Vorbereitung der Öffentlichkeit zusammenhängt. Es müsse entschieden werden, welches Niveau der Gesundheitsversorgung für die Völker der Welt als wünschenswert angesehen werde. Dieses Niveau hänge von der Qualität der Ausbildung des Gesundheitspersonals ab. Insbesondere sollten die in der vordersten Linie tätigen Personen, die für die Überweisung oder Betreuung zuständig sind, über erzieherische Fähigkeiten als Teil ihres Berufswissens verfügen. Was die zahlenmässige Vermehrung der verschiedenen Kategorien von Gesundheitspersonal be trifft, sei der Weltbund besorgt über die Probleme der beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten und der Vermengung der Rollen wie auch über die administrative Belastung, die sich aus der Schaffung sol cher Kategorien ergeben. Es sei etwas befremdend, dass man vor Entscheidungsträgern aus einer so fortgeschrittenen Region wie Europa erneut darauf hinweisen müsse, dass dem Pflegeberuf die ihm gebührende Verantwortung und Autorität zugestanden werden müsse und dass ihm die Ausbildung seiner eigenen Angehörigen und die Planung und Überwachung der von ihm geleisteten Dienste selbst überlas sen bleiben sollten. Es sei mit der Würde des Berufsstandes unvereinbar, dass den Pflegefachkräf- ten keine eigene Verantwortung für ihre Handlungen zugestanden werde. Es sei wichtig, dass sich die Fachkräfte der anderen Gesundheitsberufe der Tatsache bewusst seien, dass den Pflegefachkräften bei der Leistung von Betreuungsdiensten eine unabhängige Rolle zukoimit. So sollte z.B. der Einsatz von Pf1 egefachkräften in gemeindenahen und Geeundheitszentren in bestimmten Ländern nicht mit dem Argument begründet werden, dass sie in grösserer Zahl zur Ver fügung ständen und ihr Einsatz geh a 1tsmässig nicht so teuer zu stehen komme, sondern es sollte an erkannt werden, dass zur Rolle der P f lege fachkr'ä ft e auch präventive Aufgaben, die Lehrtätigkeit und die Betreuung der Gemeinschaft gehören, weshalb ihnen die gebührende Verantwortung und Kompetenz eingeräumt werden sollte. Abschliessend gab die Sprecherin der Hoffnung Ausdruck, dass die Zusammenarbeit zwischen der WCO und dem Weltbund auf der Grundlage der gegenseitigen Anerkennung der von beiden Gremien auf ihrem gemeinsamen Arbeitsgebiet geleisteten Beiträge weitergeführt würde, und versicherte den Re gierungen, dass der Weltbund zur Zusammenarbeit in Gesundheitsangelegenheiten im allgemeinen und auf dem Gebiet des Pflegewesens im besonderen bereit sei. Professor DOELEMAN (Vereinigung von Schulen für öffentliches Gesundheitswesen in der Europä ischen Region) erinnerte daran, dass man in der Zusammenarbeit zwischen der WGO und seiner Vereini gung auf eine lange Geschichte zurückblicken könnte. In der Tat habe die WGO an der Gründung der Vereinigung durch eine Mitte der sechziger Jahre in der Türkei abgehaltene Tagung der Leiter von Schulen für öffentliches Gesundheitswesen entscheidend mitgewirkt und habe seither eine wichtige Rolle bei den Aktivitäten der Vereinigung gespielt, insbesondere bei den Zweijahrestagungen, für die das Regionalbüro beträchtliche Unterstützung leiste. Auf der letzten Tagung in London im Jah re 1978 sei zum Beispiel der Regiona1 re ferent für Arbeitskräfteplanung und -management im Gesund heitswesen ersucht worden, ein Programm für die Tagung in Leiden im Jahre 1981 auszuarbeiten. Die Londoner Tagung habe auch die Durchführung eines Forschungsprojekts veranlasst, an dem mehrere Län der aus verschiedenen Teilen der Region beteiligt seien. Das Projekt erstrecke sich auf je ein Krankenhaus pro Land und sei dazu bestimmt, die Kostenwirksamkeit von Krankenhäusern verschiedener technischer Ausbaustufen zu untersuchen. Die Vereinigung sei neben Fragen wie den Unterschieden in der Wirksamkeit der Betreuung zwischen verschiedenen Ländern auch an anderen Fragen interessiert, z.B. ob ein hochmodern eingerichtetes Krankenhaus einen besseren Kosten-Nutzen-Effekt aufweise als ein weniger gut ausgestattetes Krankenhaus. Diese Untersuchung stimme vollständig mit der Regio- nalstrategie zur Erreichung von Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000 überein. Das Regionalbüro sei an der Untersuchung so interessiert, dass einem seiner Mitarbeiter erlaubt worden sei, einen Teil seiner Arbeitszeit auf dieses Projekt zu verwenden. Schulen für öffentliches Gesundheitswesen könnten für die WGO ganz allgemein von grossen Nut zen sein, wie aus dem Dokument über eine Regionalstrategie zur Erreichung von Gesundheit bis zum Jahr 2000 sowie aus Professor Paulis Ausführungen über die Gesundheitssystemforschung hervorgehe. Er sei ebenfalls der Ansicht, dass die Gesundheitssystemforschung eine Vorbedingung für die Ver wirklichung der Pläne der Organisation sei, die von einer grossen Zahl von Gesundheitsarbeitern, EUR/RC30/Min/8 Seite 5 Freiwilligenorganisationen usw. abhängig sei. Fs sei wichtig, Personal für Fiihrungs- und For schungsaufgaben im öffentlichen Gesundheitswesen auszubilden. Er stimme mit der Vorrednerin über ein, dass die Ärzte natürlich nicht die einzigen Gesundheitsarbeiter seien und dass das Gebiet vielleicht an einer übermässigen Vermehrung von Personalkategorien leide. Bisweilen scheine es, als ob die WGO die Hoffnung aufgegeben habe, dass geistige Fähigkeiten je in der Lage sein könnten, zur Modernisierung der geistigen Einstellung und zur Neugestaltung der Lehrpläne ihren Teil beizu tragen, damit neue Bedürfnisse befriedigt werden könnten. Doch gebe es an den meisten medizini schen Lehranstalten eine Abteilung für Volksgesundheit oder Sozialhygiene oder etwas ähnliches, deren Arbeit beinahe immer den Idealen der WGO entspreche. Die Schulen für öffentliches Gesund heitswesen würden ihrerseits Nachdip1omkurse und Kurse für Gesundheitsarbeiter auf verschiedenen Stufen durchführen oder ausarbeiten. Dabei stelle sich das Problem, dass die Lehranstalten im all gemeinen sehr ungleichartig seien und die Ausbildung der Gesundheitsarbeiter nicht als ein einziges System betrachteten, in dem eine Veränderung irgendeines Teils entsprechende Veränderungen der üb rigen Teile bedinge. Professor DIALLO (Internationaler Bund der Gesellschaften für Augenheilkunde) sagte, er habe die Diskussionen auf der Tagung mit Interesse verfolgt, insbesondere soweit sie sich mit der Ge sundheit des Auges und den damit zusammenhängenden Be t reuungs le is tungen befasst hätten. Er habe die Empfehlungen des Europäischen Beratungsausschusses für medizinische Forschung, ein Projekt über die wirtschaftlichen Aspekte der Augengesundheitsversorgung als Modell für eine interdisziplinäre Forschungskonzeption zu verwenden, mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Der Sprecher dankte den Delegierten, die ihr Interesse für die Verhütung von Augenkrankheiten bekundet hätten, und betonte die Bedeutung einer rationalen Organisation der augenärztlichen Ver sorgung; er dankte auch dem Regionalbüro dafür, dass es in den letzten fünf Jahren die Aufmerksam keit der Gesundheitsbehörden in aller Welt auf die Probleme der augenärztlichen Versorgung im öf fentlichen Gesundheitswesen und die Notwendigkeit der Förderung der Ausbildung und der Forschung auf diesem Gebiet aufmerksam gemacht habe. Der Bund und der Internationale Rat für Augenheilkunde seien bereit, die WGO in ihren Anstren gungen гиг Verbesserung der augenärztlichen Versorgung und der Verhütung von Augenkrankheiten auf ihrem besonderen Fachgebiet zu unterstützen. Frau ERBEN (internationale Union für Gesundheitserziehung) erinnerte daran, dass die Union eine nichtstaat l iche Organisation ist, deren wichtigste Mitglieder indessen staatliche oder staat lich geförderte Institutionen seien, die in ihren Ländern vorwiegend für die Gesundheitserziehung auf nationaler Ebene zuständig sind. Die Union stimme mit dem Inhalt des Dokuments EUR/RC30/8 vollständig überein und sei zur Zusammenarbeit bei der Festlegung genauer Ziele und Aktionspläne bereit; ferner habe sie "Die Rolle und die Prioritäten der Gesundheitserziehung zur Erreichung von Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000" zum Thema ihrer elften internationalen Konferenz im Jah re 1982 gemacht. Die Gesundheitserziehungsarbeit in der Europäischen Region konzentriere sich in haltlich auf folgende Schwerpunkte: Kinder und Jugendliche in Familie und Schule, Aus- und Weiter bildung, Forschung, Massenmedien sowie Arbeitsplätze. Sechs international besetzte Arbeitsgruppen seien für die Aktivitäten verantwortlich und würden von einem Netz von Kontaktpersonen in allen europäischen Ländern unterstützt. Die Dokumente des Regionalkomitees würden von den Arbeitsgruppen erörtert, worauf die Diskussionsergebnisse von der internationalen Konferenz geprüft und veröffent licht würden. Dies könne auch für die WGO von Nutzen sein. Die Politik des europäischen Büros der Union werde unter Mitwirkung der Arbeitsgruppen formuliert. Die Dokumente des Regionalkomitees seien dafür besonders wichtig, da die Ziele der beiden Organisationen einen übergreifenden Rahmen bildeten. Das europäische Büro der Union sei bestrebt, dem Bedürfnis nach einem regelmässigen In formationsaustausch durch zwei Projekte nachzukommen, die es auch für das Regionalbüro für nützlich halte. Das erste Projekt betreffe die Zeitschrift "Europe News", die vierteljährlich in vier Spra chen erscheint und von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln im Rahmen ihres Arbeitsabkommens mit der WGO finanziert wird. Das zweite Projekt betreffe Monographien über die Forschung auf dem Gebiet der Gesundheitserziehung, die in Englisch, Französisch, Deutsch und dem nächst vielleicht auch in Russisch erscheinen und von Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland und dem Vereinigten Königreich (Schottland) finanziert würden. Die Union betrachte die von der WGO formulierte Anforderung an die Gesundheitserziehung als eine grosse Herausforderung. Jedoch würden die personellen und finanziellen Mittel zur Durchführung dieser Aufgabe nicht genauer genannt. Sie ersuche daher das Komitee, die Programmplanung noch einmal daraufhin zu überprüfen, ob die Ziele in diesem Rahmen erreichbar seien. Ferner müssten die Anstrengungen der europäischen Länder unter stützt werden. Sowohl die Integration der Gesundheitserziehung in das allgemeine Erziehungssystem als auch die Gesundheitserziehung als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und die Durchsetzung neuer Strategien erforderten Unterstützung und Koordinierung, zu der die Union im Rahmen ihrer Mög lichkeiten beizutragen bereit sei. EUR/RC30/Min/8 Seite 6 Oberst NEJMI (Internationaler Ausschuss für Wehrmedizin und -pharmazie), Direktor des Gesund heitsdienstes der Königlich-marokkanischen Streitkräfte, führte aus, der Beitrag der Streitkräfte zur Förderung der Gesundheitspolitik, der Verhütung und der sanitären Verhältnisse sei infolge des besonderen Interesses Seiner Majestät des Königs beträchtlich verstärkt worden. Im ganzen Lande würden Einrichtungen wie Armeekorps- und Garnisonsverbandsplätze sowie Krankenhäuser geschaffen. Von den letzteren sei das Mohammed-V.-Mi1itärkrankenhaus in Rabat das wichtigste; es diene als Uni- versitätskrankenhauszentrum und verfüge über eine Reihe von Spezia1 ab tei1ungen wie etwa das mit der WGO zusammenarbeitende Zentrum für Virologie. Die Königliche Schule des militärischen Gesundheitsdienstes bilde marokkanisches und afrikani sches Gesundheitspersonal in steigender Zahl aus. Die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten sei ein wichtiger Teil der Arbeit des Gesundheitsdienstes. Bestimmte Bakterienschutzimpfungen (DT.TAB, Cholera, BCG) seien in den Streitkräfton obligatorisch, dagegen würden Virus-Schutzimpfungen nur soweit nötig durchgeführt. Bei Tuberkulose und Geschlechtskrankheiten werde eine systematische Fallermittlung und -behandlung durchgeführt. Die Bekämpfung von Malariaüberträgern und Massnahmen zur Verminderung von Infektionsherden in landesweitem Umfang erbrächten jetzt die ersten Ergebnis se: Im Zeitraum von vier Jahren seien in den Streitkräften nur 48 Fälle aufgetreten, im Jahr 1980 gar keiner. Eine vorbeugende Behandlung sei dagegen für alle Armeeangehörigen obligatorisch, die sich in endemische Gebiete begäben oder von dort zurückkehrten. Der Gesundheitsdienst setze seine Massnahmen gegen alle gesundheitsschädigenden Einflüsse fort, um die Politik der WGO zur Erreichung von Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000 zu fördern. Professor ISAKSSON (Internationale Union für Ernährungswissenschaften) sagte, die Haupttätig keit der Union sei zwar offensichtlich der schlechten und der unzureichenden Ernährung in den Ent wicklungsländern gewidmet, doch verwende die Union auch beträchtliche Aufmerksamkeit auf Fehlernäh rung in den stärker entwickelten Ländern, in denen Störungen infolge von Überernährung das Bild beherrschten. Die Union nehme mit Befriedigung Kenntnis von den bisher vom Regionalbüro auf dem Gebiet der Ernährung eingeleiteten Aktivitäten und begrüsse die in Absatz 3.2.2 des Programmhaushal ts fiir 1982 - 1983 enthaltenen Programme. Obwohl sie sich der finanziellen Schwierigkeiten des Regional büros bewusst sei, sei die Union dennoch der Ansicht, dass für die Ernährung nur ein ungenügender Teil des Haushalts zurückgestellt worden sei, besonders im Hinblick auf die von der Weltgesund heit sver samml ung bekräftigte Ansicht, dass Fehlernährung das grösste Gesundheitsproblem der Welt sei . Man müsse sich darüber klar sein, dass Fehlernährung in der Europäischen Region nicht unbe dingt nur mit Überernährung Zusammenhänge. In sämtlichen Ländern der Region träten auch verschie dene Unterernährungserscheinungen auf. Ein besonders ernstes Problem sei die Fehlernährung in Krankenhäusern, die weitgehend auf unzureichendes Wissen der verschiedenen beteiligten Personal kategorien zurückzu führen sei und schwerwiegende Auswirkungen auf den Patienten habe, so etwa er höhtes Komplikationsrisiko oder längere Dauer der Rekonvaleszenz. Dementsprechend schlage die Uni on vor, das Regionalbüro möge die Aufnahme eines Programms über Fehlernährung in Krankenhäusern in das kommende Siebente Allgemeine Arbeitsprogramm in Erwägung ziehen, wofür die Union der WGO ihre Zusammenarbeit zusichere, ebenso wie bei allen anderen auf die Ernährung bezogenen Aktivitäten. Dr. FIKRI (Internationale Vereinigung für Jugendhilfe) führte aus, die Regionalstrategie zur Erreichung von Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000 decke sich mit der Politik der Vereinigung, die sich besonders mit der Gesundheitsversorgung der Familie befasse. Die Vereinigung habe im März 1979 in Tanger ein Seminar über Kinder- und Jugendhilfe für arabische und afrikanische Spe zialisten durchgeführt. Die Empfehlungen der Tagung seien der Konferenz arabischer und afrikani scher Minister, die für Kinder- und Jugendangelegenheiten zuständig sind, in Yaoundé im März 1980 unterbreitet worden. Die Union unterstütze alle vom Regionalbüro ergriffenen Initiativen auf dem Gebiet der Jugendhilfe. Herr SEDLAG (Weltverband der Hersteller von Se lbstmedikationsmitte 1n)a erklärte, sein Ver band verfolge die Tätigkeiten der WGO mit grossem Interesse. Er habe an der Konferenz von Alma-Ata teilgenommen und unterstütze die dort gesetzten Ziele auf dem Gebiet der primären Gesundheitsver sorgung. Die dem Verband angeschlossenen Mitgliedervereinigungen unterhielten regelmässige Kontak te mit den Regiona1büros der WGO und hofften auf eine Verstärkung der Zusammenarbeit. Er sei der Ansicht, dass sich die WGO die besondere Erfahrung und die Fähigkeiten der von ihm vertretenen Industrie zunutze mache könne. Als ein erster Schritt sollten fruchtbare Konsultatio nen eingeleitet werden, die zu einer aktiven Zusammenarbeit mit dem Regiona1komitee führen würden. Zwar könne der vom Verband geleistete Beitrag vielleicht nur auf einige wenige Ziele der Organisa- a Zusammenfassung einer schriftlich abgegebenen Erklärung. EUR/RC30/Min/8 Seite 7 tion Anwendung finden, doch seien die beständigen und schon lange bestehenden Kontakte des Verban des mit bestimmten Bevölkerungsteilen wie z.B. den Verbrauchern sowie seine Erfahrung auf dem Ge biet der Kommunikation wertvoll, um Fortschritte zu erzielen. Wichtige Gebiete für die Zusammenar beit seien die primäre Gesundheitsversorgung und die Rolle einer verantwortungsbewussten Selbstme dikation in den Gesundheitsversorgungssystemen. Professor l.ANGUILLON (Malteserorden) erinnerte daran, dass der Orden des heiligen Johannes von Jerusalem, Rhodos und Malta seine soziale und medizinische Arbeit im Jahr 1120 in Jerusalem begon nen habe, wo er ein Krankenhaus für Pilger eröffnet habe, die die heiligen Stätten besuchten. In unseren Tagen befasse sich der Orden insbesondere mit der Hilfe für Leprakranke. Es gebe in der Europäischen Region immer noch 40 000 Leprafälle. In einigen Teilen der Region wie im Gebiet der französischen Hauptstadt gebe es Fälle von eingeschleppter Lepra, während anderswo leider eine An zahl von Herden bestünden, wo die befallenen Patienten verborgen blieben oder ungenügend behandelt würden, was das Risiko der Infektion ihrer Kontaktpersonen mit sich bringe. Indessen genüge eine einzige Dosis von 1,5 g Rifampicin, um einen Kranken in weniger als drei Wochen nicht infektiös zu machen. Er hoffe, dass diese jahrtausendealte Krankheit bis zum Jahr 2000 besiegt sein werde. 2. REGIONALSTRATEGIE ZUR ERREICHUNG VON GESUNDHEIT FÜR ALLE BIS ZUM JAHR 2000: Punkt 6 der Ta gesordnung (EUR/RC30/8) (Schluss) Dr. CHRISTIANSEN (Berichterstatter) sagte, die Arbeitsgruppe des Regionalkomitees habe einmü tige Übereinstimmung über den Text des Entsch1iessungsentwurfs über die Regionalstrategie zur Er reichung von Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000 erreicht, dessen Wortlaut er anschliessend wie folgt verlas: Das Regionalkomitee - unter erneuter Bestätigung der Notwendigkeit, eine globale Strategie zur Erreichung von Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000 zu entwickeln; in der Erkenntnis der Wichtigkeit, eine regionale Komponente derselben, wie im Bericht des Regionaldirektors (EUR/RC30/8) dargelegt, zu entwickeln; und in Anerkennung der Tatsache, dass die Regionalstrategie die Entwicklung und Durchführung intersektoraler nationaler politischer Zielsetzungen, Strategien und Aktionspläne fördern und die Länder bei der Ausarbeitung und Durchführung derselben unterstützen sollte - 1. DANKT dem Regiona1direktor für seinen Bericht; 2. ANERKENNT den wertvollen Beitrag des Regionalen Beirats für Gesundheitsförderung; 3. NIMMT den vorerwähnten Bericht in Verbindung mit den während der Aussprache eingebrachten Vorschlägen und Stellungnahmen als die Grundlage für eine Regiona1 strategie AN; 4. BITTET die Mitgliedsstaaten EINDRINGLICH, eingedenk der Deklaration von Alma-Ata und der Unerläss 1ichkeit eines intersektoralen Vorgehens bei der Gesundheitsförderung, nationale Ziele festzulegen, Pläne zur Erreichung derselben zu entwerfen, auf nationale Ziele hinzuarbeiten und dem Regionaldirektor Mitteilung über nationale Erfahrungen auf diesen Gebieten zu unter- bre i ten ; 5. NIMMT ZUR KENNTNIS, dass das RegionaIkomitee die Strategie gemäss dem Durchführungsplan periodisch überprüfen und auswerten wird; und 6. ERSUCHT den Regiona1direktor, (a) das Dokument zusammen mit dem Sitzungsbericht des Regionalkomitees dem Generaldirek tor zu übermitteln; (b) die Weiterführung der Arbeit des Regionalbüros als Katalysator und Koordinator für alle die Zusammenarbeit unter den Ländern, Regionen und internationalen Organisationen betreffenden Fragen sicherzustellen; (c) den Austausch und die Verbreitung von Information auf den in der Regionalstrategie aufgezeigten Prioritätsgebieten zu fördern; EUR/RC30/Min/8 Seite 8 (d) Vorschläge zur Fortschreibung der Strategie im I.ichte späterer Entwicklungen vorzu legen; und (e) der einunddreissigsten Tagung über die erzielten Fortschritte Bericht zu erstatten. Beschluss: Der Entsch1iessungsentwurf wurde angenommen. 3. BEWILLIGUNG ZUSÄTZLICHER REGIONALER HAUSHALTSMITTEL: Punkt 8.6 der Tagesordnung (EUR/RC30/7) (Schluss) Dr. CHRISTIANSEN (Berichterstatter) sagte, die zur Beratung der zu diesem Punkt der Tagesord nung vorgelegten drei En tsch 1 iessungsen twiir f n gebildete Arbeitsgruppe habe eine Übereinstimmung über den Text des Entsch1iessungsentwurfs über die Bewilligung zusätzlicher regionaler Haushalts mittel erzielt, dessen Wortlaut er anschliessend wie folgt verlas: Das Regiona1komiLee - nach Behandlung des Berichts des Regionaldirektors über die Bewilligung zusätzlicher re gionaler Haushaltsmittel (EUR/RC30/7); in Würdigung der von der Organisation ergriffenen Massnahmen zur Sicherung einer effi zienten und sparsamen Verwendung der finanziellen Ressourcen und zur Erschliessung extrabudge tärer Mittel; in der Erkenntnis der wachsenden Schwierigkeit, die Länder- und Mehr 1 ände r progr amme aus der regionalen Mitte 1 zuweisung zu finanzieren; in Anbetracht dessen, dass die Pflichtbeiträge der Mitgliedsstaaten der Europäischen Re gion 48 Prozent der Gesamtbeiträge zum Ordentlichen Haushalt der WGO ausmachen; und in der Überzeugung, dass die Mitgliedsstaaten alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Aktivitäten der Organisation über den Ordentlichen Haushalt und im Wege freiwilliger Beiträge finanziell zu unterstützen, und dass sie weitgehend auch zur Lösung der Gesundheitsprobleme der Region durch Beteiligung an der Arbeit der einschlägigen internationalen Organisationen sowie im Rahmen bilateraler und multilateraler Übereinkommen aktiv beitragen - 1. BESCHLIESST, das gegenwärtige System der Bereitstellung finanzieller Unterstützung für die Organisation mittels freiwilliger Beiträge der Mitgliedsstaaten vorläufig beizubehalLen ; 2. FORDERT die Mitgliedsstaaten AUF, weiterhin freiwillige Beiträge zu leisten; 3. ERSUCHT den Regiona 1 di rek tor, weiterhin um Mittel und Wege bemüht zu sein, um die Ar beitseffizienz der Organisation zu steigern, die verfügbaren Ressourcen wirksamer zu nutzen und organis ationsin tern grösstmögliche Sparsamkeit zu wahren; und 4. ERSUCHT den Re g iona1direktor, die Sache der Finanzierungsmöglichkeiten der Regionalpro gramme in Konsultation mit der Beratungsgruppe für Haushai ts fragen weiterhin genau zu verfol gen. Professor HALTER (Belgien) schlug vor, dem Entsch1iessungsentwurf verschiedene Änderungen bei zufügen. Am Ende des ersten Absatzes der Präambel sollte der Satz "und in Anerkennung der Bedeu tung der unterbreiteten Projekte" eingefügt werden. Am Ende von Absatz 3 des Bes ch lus s te il я sollte der Satz "die verfügbaren Mittel wirksamer zu nutzen und organisations intern grösstmögliche Spar samkeit zu wahren" gestrichen werden. Schliesslich sollten in Absatz 4 des Besch 1ussteiIs die Wör ter "en union avec le Groupe consultatif" im französischen Text ersetzt werden durch "en liaison avec le Groupe consultatif". Herr SEABOURN (Vereinigtes Königreich) sprach in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Ar beitsgruppe. Er sei der Ansicht, dass die Ergänzung des ersten Absatzes der Präambel durch den vom Vertreter Belgiens vorgeschlagenen Satz nicht zweckdienlich wäre, da die in Anhang I des Dokuments EUR/RC30/7 aufgeführten Projekte nur zum Zweck der Veranschaulichung angegeben worden seien und unter diesem Punkt der Tagesordnung nicht zur Beratung stünden. E U R / R C 3 0 / M in / 8 S e i t e 9 Hinsichtlich des Vorschlags, die Wörter "die verfügbaren Mittel wirksamer zu nutzen und or gan i ця t i ons in te rn grösstmögliche Sparsamkeit zu wahren" in Absatz 3 des Besch1ussteils zu strei chen, sei daran zu erinnern, dass die Beratungsgruppe für Hausha 1tsfragen auf die Möglichkeit hin gewiesen habe, die Effizienz der Tagungen zu steigern, indem zum Beispiel weniger Berater beigezo gen werden, die Dauer der Tagungen verkürzt und die Vorbereitung der Dokumente verbessert wird. Der REGIONALDIREKTOR versicherte dem Vertreter Belgiens, die Ansichten des Komitees über die Organisation der Arbeil seien ihm immer willkommen. Er betrachte sie nicht als Kritik, sondern als Teil eines ständigen Dialogs, der zwischen den Ländern mit Hilfe von Mechanismen wie den Beratungs gruppen aufrechterhalten werde. Er wäre sowohl mit der einen wie mit der anderen Version des Wort lauts zufrieden. Frau Dr. VIOLAKI (Griechenland) schlug vor, in Absatz 3 des Besch1 us s tei1s alle auf "Ressour cen wirksamer zu nutzen" folgenden Wörter im Sinne eines Kompromisses zwischen den verschiedenen vorgebr ach ten Meinungen zu streichen. Professor HALTER (Belgien) sagte, da der Regiona1direktor keine Einwände gegen den bestehenden Wortlaut des Entsch1iessungsentwurfs habe, ziehe er seinen Vorschlag für eine Änderung zurück, doch würde er es vom sprachlichen Standpunkt aus vorziehen, die Wörter "en union ..." in Absatz 4 des Beschlusstei ls im französischen Text durch "en consultation ..." zu ersetzen. Beschluss : Der Entschliessungsentwurf wurde mit der erwähnten Änderung im französischen Text angenommen. Dr. CHRISTIANSEN (Berichterstatter) verlas anschliessend den Text des Entschliessungsentwurfs über die Erhöhung der Mittelzuweisung für den Ordentlichen Haushalt wie folgt: Das Regiona1komitee - nach Überprüfung des Berichts der Beratungsgruppe für Haushaitsfragen, des Programmhaus haltsvoranschlags für 1982 - 1983 und des Vorschlags für zusätzliche regionale Haushaltsmit tel; und in der Erkenntnis, dass die erhöhte 1nflationsrate in Dänemark eine unvermeidbare Ein schränkung von Programmaktivitäten für 1980 - 1981 zur Folge hat - ERSUCHT den Regionaldirektor, an den Generaldirektor heranzutreten, (a) um eine Erhöhung der Mitte1zuweisung für den Ordentlichen Haushalt der Europäischen Region für 1980 - 1981 aus den der Organisation zur Verfügung stehenden Mitteln zu errei chen zum Ausgleich des Defizits aufgrund der aktuellen Kostensteigerungen, die wesentlich höher sind als voraus gesehen ; und (b) um sicherzustellen, dass infolgedessen für die Mitte 1zuweisung zum Ordentlichen Haushalt 1982 - 1983 diese neu festgesetzte Zuweisung von 1980 - 1981 zugrunde gelegt wi rd. Sprecher teilte miL, es sei vorgeschlagen worden, die Wörter "in Dänemark" im zweiten Ab- Präambel zu streichen. LEBENTRAU (Deutsche Demokratische Republik) bemerkte zum Vorschlag, die Wörter "in Däne zweiten Absatz der Präambel zu streichen, es gäbe einige Länder in der Europäischen Re- denen keine Inflation zu beobachten sei. Besch 1uss: Der Entschliessungsentwurf wurde unter Auslassung der Wörter "in Dänemark" im zweiten Absatz der Präambel angenommen. Der satz der Dr. mark" im gion, in Schluss der Sitzung: 10.45 Uhr.
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Dreissigste Tagung des Regionalkomitees für Europa: Fez, 7. - 11. Oktober 1980: Niederschrift über die Achte Sitzung
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