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Gesundheit 2020: sozialer Schutz und Gesundheit

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Synergieeffekte zwischen Politikbereichen: bessere soziale und gesundheitliche Ergebnissefördern Das Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“ wurde von allen Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO angenom- men, um die großen sozialen und gesund- heitlichen Herausforderungen in Angriff zu nehmen. Es enthält einen Appell an die Gesundheitspolitik, all die verschiedenen Politikbereiche und Akteure aktiv in die kontinuierlichen Bemühungen zur Verbes- serung von Gesundheit und Wohlbefinden der Bürger einzubeziehen. Gesellschaften mit mehr Chancengleichheit sind glückli- cher, gesünder und wohlhabender. Indem die Gesundheitspolitik und die Sozialpolitik zusammenarbeiten, können sie dazu beitra- gen, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Personen, Familien und Gemeinschaften in der Europäischen Region zu verbessern, Ungleichheiten zu verringern und die menschliche Entwicklung zu unterstützen. Derart verbessern sie nicht nur Gesundheit und Wohlbefinden, sondern fördern auch gesunde und widerstandsfähige Gemein- schaften und Volkswirtschaften. Die Sozialpolitik kann helfen, gesündere Bevölkerungen und Gemeinschaften zu schaffen, indem sie: • Antizyklische Maßnahmen zur Verrin- gerung der negativen Auswirkungen von Wirtschaftszyklen beschließt, die für armutsgefährdete Personen und Gruppen das Sicherheitsnetz stärken; • Bei der Unterstützung von Kindern, ihren Familien und Gemeinschaften mit der Gesundheitspolitik zusammenarbeitet, um einen optimalen Start ins Leben sicherzus- tellen; • Mit der Gesundheitspolitik zusammenar- beitet, um junge Erwachsene zu unter- stützen, damit sie den Übergang in die Arbeitswelt besser bewältigen; • Mit der Gesundheitspolitik zusamme- narbeitet, um integrierte und adäquate Unterstützung für ältere Menschen zu bieten und eine aktive gesunde ältere Bevölkerung zu fördern; • Mit der Gesundheitspolitik zusammenar- beitet, um sicherzustellen, dass Gruppen einschließlich Menschen mit Behinderun- gen, die Gefahr laufen, zu verarmen und ausgegrenzt zu werden, befähigt und ertüchtigt werden; und • Mit der Gesundheitspolitik zusammenar- beitet, um geschlechtsbedingte Ungleich- heiten zu verringern, auch in Bezug auf die Rollen des Gesundheits- und Sozialse- ktors als wichtige Arbeitgeber für Frauen. Zusammenfassung Gesundheit 2020: sozialer Schutz und Gesundheit Juli 2015 5 Sozialer Fortschritt wird am besten mit Hilfe von objektiven Indikatoren für Gesundheit, gesundheitliche Chancengleichheit und Wohlbefinden gemessen, und dies schließt die Bedingungen ein, unter denen Menschen geboren werden, leben und arbeiten. 1 Gesundheit und Wohlbefinden sind öffentliche Güter und Aktivposten für die menschliche Entwicklung, die zu starken, dynamischen und kreativen Gesellschaften beitragen. 2 Gesundheit und Wohlbefinden werden am ehesten erreicht, wenn alle Bereiche staatlichen Handelns zusammenarbeiten, „Gesundheit 2020“ wirbt für gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Ansätze. 3 Gesundheit und Wohlbefinden können verbessert und gesundheitliche Ungleichheiten können verringert werden, wenn die richtigen Maßnahmen ergriffen werden und mit anderen Politikbereichen kooperiert wird. 4 Unterschiedliche Länder, Städte und Gemeinschaften befinden sich in unterschiedlichen Ausgangslagen; jeder Akteur ist einzigartig und kann gemeinsame Ziele auf unterschiedlichen Wegen verfolgen. Zentrale Aussagen Die Zielsetzung von „Gesundheit 2020“ ist eine „erhebliche Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung, Abbau von Ungleichheiten im Gesundheitsbereich, Stärkung der öffentlichen Gesundheit und Gewährleistung nachhaltiger bürgernaher Gesundheitssysteme, die flächendeckend sind und Chancengleichheit sowie qualitativ hochwertige Leistungen bieten“. 2 Gesundheit 2020: sozialer Schutz und Gesundheit 2012 nahmen alle 53 Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO „Gesundheit 2020“ als das neue gesundheitspolitische Rahmenkonzept der Europäischen Region an und verpflichteten sich zur Entwicklung integrativer Konzepte, die alle Politikbere- iche einbeziehen und an den sozialen und ökonomischen Determinanten von Gesundheit und Wohlbefinden ansetzen. Die wirksamsten Maßnahmen, um mehr Chancengleichheit in Bezug auf die Ge- sundheitsergebnisse zu verwirklichen, sind diejenigen, die über den Lebensverlauf und bedarfsgerecht sozialen Schutz in angemes- senem Umfang und angemessen verteilt sicherstellen. Sozialer Schutz bezieht sich auf Maßnahmen in der Form von Sozialhilfe und Sozialversicherung mit dem Ziel, Schutz vor den Risiken und nicht gedecktem Bedarf im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit, elterlichen und pflegebezogenen Verpfli- chtungen, Krankheit und Gesundheitsver- sorgung, Invalidität, Alter, Wohnen und sozialer Ausgrenzung zu bieten. Sozialer Schutz kann einen Puffer gegen Einkom- menseinbußen schaffen und Einkommen sowohl über den Lebensverlauf als auch zwischen Personen umverteilen. In Wirtschaftskrisen können umfassende Sozialschutzmaßnahmen ein besonders leistungsfähiges Instrument für den Ge- sundheitsschutz sein: Belege zeigen, dass Investition in den sozialen Schutz dazu beitragen werden, Personen und Familien vor den negativen Folgen von Wirtschafts- krisen zu schützen. Programme für sozialen Schutz und soziale Investitionen stellen eine Möglichkeit dar, Krankheit und Behinderung vorzubeugen und letztlich Gesundheit zu verbessern und gesundheitliche Ungleich- heiten zu verringern. Gesellschaften, die in sozialen Schutz einschließlich antizyklischer Maßnahmen investieren, erzielen nicht nur größere gesundheitliche Fortschritte, sondern können auch die Gesundheit der Schutzbedürftigsten am raschesten verbessern. Die Verknüpfung zwischen Gesundheit und sozialem Schutz im gesamten Lebensverlauf stärken 3Weltgesundheitsorganisation Alle Mitgliedstaaten der Europäischen Region der WHO haben die Überwachung von Fortschritten bei der Ver- wirklichung von sechs gemeinsamen Dachzielen vereinbart: 1. Senkung der vorzeitigen Mortalität in der Europäischen Region bis 2020 2. Erhöhung der Lebenserwartung in der Europäischen Region 3. Abbau von Ungleichheiten im Gesundheitsbereich in der Europäischen Region 4. Förderung des Wohlergehens der Bevölkerung in der Europäischen Region 5. Sicherung einer universellen Gesundheitsversorgung und des Rechts auf ein Höchstmaß an Gesundheit 6. Aufstellung nationaler Ziele und Vorgaben für die Gesundheit in den Mitgliedstaaten. Was Gesellschaften ermöglicht, sich zu entfalten und zu gedeihen, ist auch der Gesundheit von Menschen förderlich, und politische Handlungskonzepte, die dies berücksichtigen, sind wirkungsvoller. Es ist wesentlich, das Bewusstsein für die Notwen- digkeit zu schärfen, gesundheitliche Ziele zum festen Bestandteil der sozioökonomischen und menschlichen Entwicklung der Gesellschaft zu machen, und die dafür erforderlichen Kapazitäten zu schaffen. Alle Politikbereiche einschließlich des Gesundheitsbereichs müssen ihre Arbeitsweise reformieren und auf der globalen, regionalen und lokalen Ebene neue Politikformen und-ansätze nutzen. Die Zielsetzung von „Gesundheit 2020“ ist eine „erhebliche Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung, Abbau von Ungleichheiten im Gesundheitsbereich, Stärkung der öffentlichen Gesundheit und Gewährleistung nachhaltiger bürgernaher Gesundheitssysteme, die flächendeckend sind und Chancengleichheit sowie qualitativ hochwertige Leistungen bieten“. Gesundheit 2020: ein Handlungsrahmen 4 Gesundheit 2020: sozialer Schutz und Gesundheit Die Verknüpfung zwischen sozialem Schutz und Gesundheit im gesamten Lebensverlauf stärken Gesundheit ist ein wirkungsvoller Hebel, um sozialen Schutz und Inklusion zu erreichen. Gute Gesundheit ist der wirkungsvollste korrelierende Faktor von Wohlbefinden über den Lebensverlauf. Bessere Gesund- heit ermöglicht Menschen, zu arbeiten und umfassend am Gemeinschaftsleben teilzu- nehmen sowie selbst ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Insofern kann sie potenziell den Zyklus von schlechter Gesundheit und Armut durchbrechen. Wenn die Gesundheit beeinträchtigt wird, wirkt sich dies auch auf andere soziale Zielvorgaben negativ aus. Überzeugenden Belegen zufolge verringert schlechte Gesundheit die Beschäftigungsau- ssichten und die Erwerbszeit der Betrof- fenen. Gleichzeitig erhöht sie die Wahr- scheinlichkeit des vorzeitigen Eintritts in den Ruhestand und der Verarmung im Alter. Gleiches gilt für Kinder: Schlechte Gesund- heit in der Familie korreliert mit schlechteren schulischen Leistungen und dem früher- en Abbruch der Bildung, was wiederum ihr Risiko erhöht, im Erwachsenenalter ausgegrenzt zu werden. Deshalb kann die Gesundheitspolitik eine wichtige Rolle dabei spielen, die Sozialpolitik bei der Verwirkli- chung ihrer Ziele der Verringerung der Armut und der sozialen Ausgrenzung zu unterstützen. Es besteht eine wichtige Beziehung zwischen sozialem Schutz und psychischer Gesundheit. Schlechte psychische Gesund- heit ist die Hauptursache von Behinderung Synergieeffekte zwischen Politikbereichen: zugunsten gesünderer Personen und Gemeinschaften den sozialen Schutz unterstützen und der gewichtigste Beitragsfaktor für Fehlzeiten bei der Arbeit. Psychische Gesundheitsprobleme wie Depression sind einer der häufigsten Gründe für den vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand, der das Verarmungsrisiko vergrößert. Wenn sie nicht behandelt werden, erhöhen sie zudem das Risiko, arbeitslos zu werden und aus der Ewerbsbevölkerung auszuscheiden. Viele psychisch Kranke sind von Stigmatisierung, Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung betroffen. Kostenwirksame, gesundheits- fördernde und präventive Interventionen können die psychische Gesundheit jedoch beträchtlich verbessern. Solche Interven- tionen unterstützen Erkenntnissen zufolge wiederum die Fähigkeit von Personen, sich erneut um eine Beschäftigung zu bemühen, und ermöglichen ihnen, auf einen Arbeit- splatz höherer Qualität zu wechseln und auf diese Weise ein höheres Maß von sozialem Schutz und Inklusion zu erhalten. Mehrere Studien zeigen, dass die Länder, die in der Wirtschaftskrise die geringsten Auswirkun- gen auf die psychische Gesundheit ihrer Bevölkerungen registrierten, diejenigen mit dem stärksten Sicherheitsnetz waren. Die am meisten benachteiligten Gruppen durch funktionierende Sozialschutzmaßnahmen zu schützen, erwies sich als wirksames Mittel zur Entkopplung des Zusammenhangs zwis- chen Arbeitsplatzverlusten und Suiziden. In den letzten Jahrzehnten trugen So- zialschutzprogramme beträchtlich zur Verringerung von Arbeitslosigkeit, Armut und sozialer Ausgrenzung bei. Im Rahmen ihrer Durchführung die Rolle von Gesund- heit und Gesundheitsförderung zu stärken, ist möglich. Die Gesundheitsförderung kann erheblich dazu beitragen, Personen zu aktivieren und zu befähigen – zwei Kern- komponenten des sozialen Schutzes – und dazu, gestärkte widerstandsfähige Gemein- schaften entstehen zu lassen. In Gesundheit zu investieren, ist ein wichtiger Schritt, um die Entwicklung einer aktiven, gebildeten und produktiven Generation junger Men- schen zu fördern, Gruppen einschließlich Personen mit Behinderungen, die Gefahr laufen, zu verarmen und ausgegrenzt zu werden, zu befähigen und zu ertüchtigen, geschlechtsbedingte Ungleichheiten zu verringern sowie ältere Menschen aktiv zu halten. Die Minister für Gesundheit und Soziales können zusammenarbeiten, um den Bedarf vulnerabler Gruppen zu decken und eine gesündere Zukunft für alle sicherzustellen. Dies gilt insbesondere bei Veränderungen politischer Prioritäten und in Zeiten von Haushaltskonsolidierung, Rezession und Sparpolitik. Zwischen dem Gesundheits- und dem Sozialbereich bestehen zahlreiche Syn- ergieeffekte sowie überlappende Ziele und Zielvorgaben. Ihre Zusammenarbeit würde bessere Ergebnisse für Personen, Gemein- schaften und Gesellschaften ermöglichen. 5Weltgesundheitsorganisation Wie kann der soziale Schutz zur Förderung von Gesundheit beitragen? „Gesundheit 2020“ bietet einen Rahmen für eine solche Zusammenarbeit von Sozial- und Gesundheitspolitik. Er ermöglicht uns, einige der wichtigsten gesundheitlichen Herausforderungen der heutigen Zeit in Angriff zu nehmen, darunter die gesund- heitlichen Ungleichheiten sowie die soziale Ausgrenzung, und die nachhaltige Entwick- lung zu unterstützen und gleichzeitig zu gewährleisten, dass Personen und Gemeinschaften ihr Potenzial umfassend ausschöpfen können. Synergieeffekte zwischen Politikbereichen: menschliche Entwicklung und Wohlbefinden fördern Zu den wichtigen Aufgaben, die zusammen angegangen werden können, zählen die folgenden: • Die Entwicklung gemeinsamer politischer Maßnahmen zur Unterstützung von Zielgruppen; • Die Ausarbeitung gemeinsamer Regulierungsrahmen, die flexibel sind, Besonderheiten berücksichtigen sowie soziale Innovationen und Veränderungen auf der lokalen Ebene ermöglichen; • Die Einführung gemeinsamer Systeme für die ressortübergreifende Überwachung von Politikumsetzung und -ergebnissen einschließlich Indikatoren; und • Sinnvollere Nutzung vorhandener Ressourcen, um eine ausreichende Versorgung und Unterstützung der Bevölkerung zu gewährleisten. • Angemessene soziale Unterstützung für Frauen, Schwangere und junge Familien bereitstellen • Durch Konzentration auf Elternkompetenzen und Gewährleistung des Zugangs zu Bildung hoher Qualität und eines reibungslosen sicheren Über-gangs von der Bildung in Beschäftigung Kindern den besten Start ins Leben bieten • Bezahlten und angemessen langen Elternurlaub vorsehen, um Bindung, Stillen und angemessene Betreuung nach der Geburt ohne Gefahr von Einkommenseinbußen zuermöglichen • Den Zugang zu Kinderbetreuung und Wohnraum, die erschwinglich sind, verbessern • Durch sozialen Schutz bei Arbeitslosigkeit Einkommensunsicherheit verhindern • Durch Sicherung eines Mindesteinkommens Erwerbsarmut verhindern • Durch einen starken Arbeitsschutz und bezahlten Krankheitsurlaub sichere Arbeitsbedingungen fördern • Für Personen mit Behinderungen und Personen, die bezahlte oder unbezahlte Pflegearbeit leisten, angemessenen sozialen Schutz vorsehen Wie können die Politikbereiche zusammenarbeiten? 6 Gesundheit 2020: sozialer Schutz und Gesundheit Wie kann die Gesundheitspolitik zur Sozialpolitik beitragen? Zusammenarbeiten, um das Wohlbefinden von Menschen und Gemeinschaften zu verbessern DIE HERAUSFORDERUNG Einen gesunden Start für Kinder fördern Die Erwerbsbeteiligung verbessern, auch für junge Menschen Armut und soziale Ausgrenzung verringern Aktives Altern fördern Geschlechtsbedingte Ungleichheiten verringern • Gesundheitsbezogene Präventionsmaßnahmen wie Impfungen, gute Ernährung und gesunde Lebensweisen fördern, um die Entwicklung gesunder Personen, Familien und Gemein-schaften zu begünstigen • Den Zugang zu psychosozialen Präventions- und Behandlungsangeboten verbessern • Durch die Ausweitung und Integration der Rollen von Fachpersonal in den Bereichen Gesundheit und Soziales die Durchführung und die Qualität von Gesundheitsversorgung weiter verbessern • Sozialschutzmaßnahmen für Gesund-heitsfachkräfte und ihre Familien stärken DIE NOTWENDIGE REAKTION Den sozialen Schutz sowie integrierte Gesundheits- und Sozialdienste für Frauen, junge Mütter und Familien stärken Mit dem Bildungsbereich zusammenarbeiten, um unterstützende Umfelder in wichtigen Settings wie Schulen zu schaffen Gemeinsame Dienste bereitstellen, auch in den Bereichen psychische Gesundheit und Beschäftigung, um den Übergang in die Beschäftigung zu erleichtern Innovative Politikansätze erforschen, um jungen Menschen beim Übergang in die Erwerbsbevölkerung zu unterstützen Die Definition eines Mindestumfangs an Leistungen in den Bereichen Gesundheit und sozialer Schutz für Alleinstehende und Familien untersuchen Auf Gemeinschaftsebene die Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheit und Soziales fördern Die Zugänglichkeit und Erschwinglichkeit von Gesundheitsversorgungsleistungen verbessern Die Erreichbarkeit von Diensten sowie die Versorgung sozial oder geografisch isolierter Gemeinschaften verbessern Modelle für die zentralisierte Erbringung von Dienstleistungen in der Primärversorgung erforschen Gemeinsame Gesundheits- und Sozialdienste einrichten, um die frühzeitige Erkennung von Gesundheitsproblemen sicherzustellen sowie eine aktive und unabhängige Lebensweise zu fördern Arbeitsschutzmaßnahmen und bezahlter Krankheitsurlaub, um gesundes Altern über den Lebensverlauf zu unterstützen Möglichkeiten zur Unterstützung von Pflege- und Betreuungsper- sonen untersuchen, auch durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen Gemeinsame Leistungen am Lebensende sicherstellen Zugang zu angemessenem sozialem Schutz sicherstellen, um das Verarmungsrisiko über den gesamten Lebenslauf zu verringern Gemeinsame Dienste gegen häusliche Gewalt sicherstellen Gleiches Entgelt für gleiche Arbeit sowie Eltern-, Mutterschaftsund Vaterschaftsurlaub unterstützen 7Weltgesundheitsorganisation Das Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“ ist mit einem politischen Mandat ausgestattet. Es wurde von allen Mitgliedstaaten in der Europäischen Region angenommen und kann an die jeweils unterschiedlichen Bere- iche und Gegebenheiten in den Ländern der Region angepasst werden. Es erläutert, wie Gesundheit und Wohlbefinden gefördert, erhalten und gemessen werden können, indem sozialer Zusammenhalt, Sicherheit, ein stabiles Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben sowie gute Gesundheit und hochwertige Bildung verwirklicht werden. Es enthält einen Appell an die Gesundheitspoli- tik, eine Vielzahl staatlicher wie nichtsta- atlicher Akteure einzubeziehen, und bietet Anregungen sowie Orientierungshilfe zu der Frage, wie die komplexen gesundheitlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bewältigt werden können. Das Rahmen- konzept bestätigt Werte, ist auf einschlägige Evidenz gestützt und beschreibt strategische Ausrichtungen sowie die wesentlichen zu ergreifenden Maßnahmen. Es baut auf den Erfahrungen auf, die mit dem vorhergehen- den Rahmenkonzept „Gesundheit für alle“ gewonnen wurden, und bietet Orientierung- shilfe für das Handeln der Mitgliedstaaten wie auch des Regionalbüros. In der gesamten Europäischen Region gibt es einen starken, signifikanten Zusammen- hang zwischen höheren Investitionen in sozialen Schutz und niedrigerer vorzeitiger Sterblichkeit, insbesondere aufgrund von Herzkrankheit, Tuberkulose und Suizid. Über- all dort, wo Sozialschutzsysteme mit breiter Abdeckung der Bevölkerung sowie ange- messenen und erschwinglichen Leistungsniv- eaus etabliert sind, haben sich diese als wirksames Mittel erwiesen, um Armut und Ungleichheit zu verringern. Es ist wahrschein- lich, dass mit großzügigeren Transfers und Leistungen höherer Qualität verbundene Wohlfahrtsmaßnahmen die Gesundheit der Bevölkerung verbessern und die gesundheitli- che Ungleichheit verringern. Studien zeigen, dass Personen und Familien gesünder sind, wenn sie über ein ausreichendes Einkommen verfügen, um ein gesundes Leben zu führen, Zugang zu existenzsichernden Löhnen, Beschäftigung hoher Qualität, sicheren Arbeitsbedingungen sowie erschwinglichem Wohnraum haben und gleichermaßen vor sozialer Ausgrenzung geschützt sind. Dort, wo der vorherrschende Umfang der Sozialausgaben und der sozialen Rechte im niedrigen bis mittleren Bereich liegt, können selbst kleine Verbesserungen gesetzlich festgeschriebener sozialer Rechte und Sozialausgaben zu verbesserter Gesundheit führen. Dies legt nahe, dass ärmere Länder mit am wenigsten entwickelten Sozial- schutzsystemen am leichtesten Zugewinne erzielen können. Wie die Erkenntnisse zeigen, ist es ohne Investitionen in sozialen Schutz unwahrscheinlich, dass Wirtschaftswachstum in dauerhaften und gleichmäßig verteilten gesundheitlichen Zugewinnen resultiert. Mit Ressourcen besser ausgestattete und um- fangreichere Sozialschutzsysteme sind in allen Ländern wichtige Treibkräfte für Fortschritte bei der Gesundheitsförderung und der Verringerung gesundheitlicher Ungleichheit- en. Regierungen, die in den sozialen Schutz und das Wohlergehen der Bevölkerung investieren, investieren auch in Gesundheit, was in niedrigeren Armutsquoten, größerem gesellschaftlichem Zusammenhalt, besseren Bildungsergebnissen von Kindern, einer produktiveren Erwerbsbevölkerung und umfassenderer Verwirklichung von besserer Gesundheit über den Lebensverlauf zum Ausdruck kommt. In „Gesundheit 2020“ wird der soziale Sektor anerkannt als: ein Ko-Produzent von Ge- sundheit; ein Partner bei der Unterstützung gesunder, befähigter Familien, Schulen, Arbe- itsplätze und Gemeinschaften; ein Arbeitge- ber von Frauen und einer wachsenden Zahl von Fachkräften im Pflegebereich; ein wich- tiger Faktor für die menschliche Entwicklung einer Bevölkerung; und ein Partner bei den Bemühungen um Investitionen in staatliche Maßnahmen, die in ihren politischen Zielen übereinstimmen. Gesundheit 2020 als eine Plattform für gemeinsame Arbeit nutzen: politisches Mandat und Evidenzgrundlage WELTGESUNDHEITSORGANISATION | REGIONALBÜRO FÜR EUROPA UN City, Marmorvej 51, DK-2100 Kopenhagen Ø, Dänemark Tel.: +45 45 33 70 00 Fax: +45 45 33 70 01 E-mail: contact@euro.who.int Website: www.euro.who.int Dokumentnummer: WHO/EURO:2015-6165-45930-66210 © Weltgesundheitsorganisation 2015. Alle Rechte vorbehalten. PHASEN IM LEBENSVERLAUF • Angemessener Sozialschutz für Frauen, Schwangere und junge Familien • Ein hochwertiges und erschwingliches universelles Bildungs- und Betreuungs- system für die ersten Lebensjahre • Die Ausmerzung unsicherer Arbeit und die Gewährleistung des Zugangs zu Beschäftigung und qualitativ hochwertiger Arbeit • Kohärente und wirksame sektorübergreif- ende Maßnahmen zur Bekämpfung von Ungleichheiten in späteren Lebensphasen DIE GESELLSCHAFT ALLGEMEIN • Verbesserter sozialer Schutz entsprechend dem Bedarf • Schöpferische und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Angehörigen der Zielgruppen, der Zivilgesellschaft und Partnern aus deren Reihen • Maßnahmen zur Verringerung von Ausgrenzung • Ansatz auf der Grundlage von Chanceng- leichheit zwischen den Geschlechtern DER ALLGEMEINERE KONTEXT • Steuervergünstigungen und Transfer- zahlungen zur Förderung der Chancengleichheit • Langfristige Planung durch Verknüp- fungen mit anderen Maßnahmen SYSTEME • Mehr sektorübergreifende Kohärenz • Umfassende Reaktionen • Regelmäßige Berichterstattung und öffentliche Kontrolle Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten Die nachstehenden Bereiche sind gute Ausgangspunkte für den Abbau gesund- heitlicher Ungleichheiten:

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Тип документа Technical Documents
Дата принятия
Источник Всемирная организация здравоохранения