W ELTGESUNDHEITSORGANISAT ION • REGIONALBÜRO FÜR EUROPA Scherfigsvej 8, DK-2100 Kopenhagen Ø, Dänemark Telefon: +45 39 17 17 17 Fax: +45 39 17 18 18 E-Mail: rc@euro.who.int Webadresse: http://www.euro.who.int/de/who-we-are/governance Regionalkomitee für Europa EUR/RC61/R7 61. Tagung Baku (Aserbaidschan), 12.–15. September 2011 15. September 2011 112569 ORIGINAL: ENGLISCH Resolution Multiresistente und extensiv resistente Tuberkulose in der Europäischen Region der WHO Das Regionalkomitee – nach Prüfung des Konsolidierten Aktionsplans für die Prävention und Bekämpfung von multiresistenter und extensiv resistenter Tuberkulose in der Europäischen Region der WHO (2011–2015)1 und der Vollversion des Aktionsplans,2 unter Hinweis auf die Resolutionen WHA58.14 (Nachhaltige Finanzierung der Prävention und Bekämpfung der Tuberkulose) und WHA62.15 (Prävention und Bekämpfung multiresistenter und extensiv resistenter Tuberkulosestämme) der Weltgesundheitsversammlung sowie die auf dem Europäischen Ministerforum der WHO angenommene Erklärung von Berlin zur Tuberkulose und den Handlungsappell von Peking zur Bekämpfung der Tuberkulose und zur Verbesserung der Patientenversorgung, mit Besorgnis feststellend, dass multiresistente und extensiv resistente Tuberkulose (MDR- bzw. XDR-Tb) zu einer wachsenden Bedrohung für Bevölkerungsgesundheit und Gesundheitssicherheit in der Europäischen Region der WHO geworden ist und dass 20% der globalen Krankheitslast in Bezug auf MDR-Tb auf die Europäische Region entfallen und ein Großteil ihrer Länder sogar Fälle von extensiv resistenter Tuberkulose (XDR-Tb) melden, 1 Dokument EUR/RC61/15 2 Dokument EUR/RC61/Inf.Doc./3 EUR/RC61/R7 Seite 2 ferner in der Feststellung, dass von den schätzungsweise jährlich 81 000 Patienten mit MDR-Tb in der Region nur etwa ein Drittel gemeldet wird (aufgrund der geringen Verfügbarkeit von mykobakteriellen Kulturen und von Resistenztests) und dass davon weniger als die Hälfte einer ordnungsgemäßen Behandlung zugeführt wird – 1. NIMMT den Konsolidierten Aktionsplan für die Prävention und Bekämpfung von multiresistenter und extensiv resistenter Tuberkulose in der Europäischen Region der WHO (2011–2015) und die darin festgelegten Zielvorgaben, bis 2015 mindestens 85% der geschätzten Zahl der Patienten mit MDR-Tb zu diagnostizieren und mindestens 75% von ihnen erfolgreich zu behandeln, AN; 2. FORDERT die Mitgliedstaaten NACHDRÜCKLICH AUF3, a) ihre nationalen Gesundheitsstrategien bzw. ihre Konzepte zur Bekämpfung von MDR- und XDR-Tb mit dem Konsolidierten Aktionsplan in Einklang zu bringen, b) die sozialen Determinanten und die Herausforderungen für die Gesundheitssysteme, die im Hinblick auf die Prävention und Bekämpfung der MDR- und XDR-Tb von Bedeutung sind, zu bestimmen und zu thematisieren und insbesondere nachhaltige Finanzierungsmechanismen einzuführen, die primäre Gesundheitsversorgung einzubinden und ggf. psychosoziale Unterstützung anzubieten, c) allen Patienten mit medikamentenresistenter Tuberkulose den Zugang zur Frühdiagnose und zu einer wirksamen Behandlung zu erleichtern und bis 2015 einen allgemeinen Zugang herzustellen, d) den Infektionsschutz gegen Tuberkulose zu intensivieren und die Surveillance der medikamentenresistenten Tuberkulose wie auch die Überwachung von Behandlungsergebnissen zu verstärken, e) ihre nationalen Kapazitäten auszubauen, um die Bewältigung der medikamentenresistenten Tuberkulose unter Einbeziehung von Organisationen der Zivilgesellschaft sowie anderen Partnerorganisationen und Akteuren zu verbessern, f) durch Einführung patientenorientierter Konzepte und Mechanismen und ggf. durch Bereitstellung psychosozialer Angebote für die Patienten auf die Bedürfnisse spezieller Bevölkerungsgruppen zu reagieren, 3 und gegebenenfalls Organisationen der regionalen Wirtschaftsintegration EUR/RC61/R7 Seite 3 g) die Umsetzung der in dem Konsolidierten Aktionsplan skizzierten Maßnahmen eng zu überwachen und zu evaluieren; 3. ERSUCHT die Regionaldirektorin, a) die Umsetzung des Konsolidierten Aktionsplans durch Führungskompetenz sowie durch strategische Orientierungshilfe und fachliche Unterstützung für die Mitgliedstaaten aktiv zu unterstützen, b) durch Einrichtung bzw. Ausbau von Kompetenz- und Wissenszentren sowie WHO- Kooperationszentren den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten zu erleichtern, c) nationale und internationale Partnerorganisationen verstärkt dafür zu sensibilisieren, dass Tuberkulose und speziell MDR- und XDR-Tb ein vorrangiges Handlungsfeld für die Europäische Region darstellen, d) eine Europäische Plattform „Stopp der Tb“ bzw. dazugehörige Mechanismen einzurichten, um die Beteiligung von nationalen und internationalen Partnerorganisationen, und namentlich Organisationen der Zivilgesellschaft, bei der Prävention und Bekämpfung von Tuberkulose und speziell MDR- und XDR-Tb zu verstärken, e) in Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen auf nationaler und internationaler Ebene angemessene Mechanismen zur Bewertung von Fortschritten bei der Prävention und Bekämpfung der MDR- und XDR-Tb auf Ebene der Region einzurichten, bei denen Organisationen der Zivilgesellschaft, die Bevölkerung und die Privatwirtschaft einbezogen werden, und dem Regionalkomitee ab 2013 in zweijährlichen Abständen darüber Bericht zu erstatten; 4. FORDERT die Organisationen der Zivilgesellschaft, die Partnerorganisationen auf nationaler und internationaler Ebene und die Entwicklungsorganisationen, und insbesondere den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten und die Europäische Kommission, NACHDRÜCKLICH AUF, die Umsetzung des Konsolidierten Aktionsplans nach besten Kräften zu unterstützen.
Всемирная организация здравоохранения (ВОЗ / WHO) · Governing Bodies documents
Einundsechzigste Tagung des Regionalkomitees für Europa: Baku, 12.–15. September 2011: Resolution: multiresistente und extensiv resistente Tuberkulose in der Europäischen Region der WHO
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