Bericht über die 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa Virtuelle Tagung, 13.–15. September 2021 Schlüsselwörter REGIONAL HEALTH PLANNING HEALTH POLICY HEALTH PRIORITIES RESOLUTIONS AND DECISIONS WORLD HEALTH ORGANIZATION EUROPE EUR/RC71/REP © Weltgesundheitsorganisation 2022 Gewisse Rechte vorbehalten. Diese Arbeit ist unter der Lizenz von Creative Commons Attribution- NonCommercial-ShareAlike 3.0 IGO (CC BY-NC-SA 3.0 IGO; https://creativecommons.org/licenses/by-nc- sa/3.0/igo) erhältlich. Gemäß den Bestimmungen dieser Lizenz können Sie die Arbeit für nicht gewerbliche Zwecke kopieren, weiterverteilen und anpassen, sofern die Arbeit korrekt zitiert wird (siehe nachstehende Erläuterung). Bei jeglicher Nutzung dieser Arbeit ist jede Andeutung zu vermeiden, dass die WHO bestimmte Organisationen, Produkte oder Leistungen unterstützt. Die Verwendung des WHO-Logos ist nicht gestattet. 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Inhalt Eröffnung der Tagung ................................................................................................................ 1 Wahl des Präsidiums ......................................................................................................... 1 Annahme der besonderen Regeln und Verfahren ............................................................. 2 Annahme der Tagesordnung, des Programms und des kommentierten Programms ........ 2 Bericht des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa ......................................................................................................................... 2 Ansprachen und eröffnende Erklärungen ................................................................................... 3 Ansprache Ihrer Königlichen Hoheit der Kronprinzessin von Dänemark ........................ 3 Erklärung eines Vertreters des WHO-Forums für junge Menschen und junge Fachkräfte ......................................................................................................................... 3 Video-Botschaften von Staats- und Regierungschefs ....................................................... 3 Ansprache des Generaldirektors der WHO: Die gesundheitliche Situation in der Welt ................................................................................................................................... 5 Ansprache des WHO-Regionaldirektors für Europa: Die gesundheitliche Situation in der Europäischen Region der WHO ............................................................................. 5 Aussprache über die Reden des Generaldirektors der WHO und des Regionaldirektors für Europa ............................................................................................ 5 Lehren aus der COVID-19-Pandemie: Vorsorge für die nächste Pandemie .............................. 9 Ministerpodium ............................................................................................................... 11 Bericht der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung: Empfehlungen und Fazit .......................................................................................................... 15 Das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung in der Zeit nach COVID-19 .................. 18 Europäische Impfagenda 2030: Mehr Gesundheit für die Zukunft .......................................... 23 Das Bündnis für psychische Gesundheit: auf dem Weg zu einer Ökonomie des Wohlergehens ........................................................................................................................... 26 Europäisches Arbeitsprogramm 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“: Überwachung von Fortschritten bei seiner Umsetzung ............................................ 29 Programmhaushalt der WHO und nachhaltige Finanzierung .................................................. 30 Geschlossene Sitzung: Wahlen und Nominierungen ............................................................... 32 Exekutivrat ...................................................................................................................... 32 Ständiger Ausschuss des Regionalkomitees für Europa ................................................. 32 Ausschuss für Grundsatz- und Koordinationsfragen des Sonderprogramms für Forschung, Entwicklung und Wissenschaftlerausbildung im Bereich der menschlichen Reproduktion ............................................................................................. 32 Ein zwecktaugliches WHO/Europa mit mehr Durchschlagskraft in den Ländern ................... 33 Akkreditierung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren im Hinblick auf eine Teilnahme an Tagungen des WHO-Regionalkomitees für Europa ............... 36 Angelegenheiten, die sich aus Resolutionen und Beschlüssen der Weltgesundheitsversammlung und des Exekutivrates ergeben ............................................... 37 Fortschrittsberichte ................................................................................................................... 37 Bestätigung von Ort und Zeitpunkt der ordentlichen Tagungen des Regionalkomitees .......... 37 Abschluss der Tagung .............................................................................................................. 38 Resolutionen ............................................................................................................................. 39 EUR/RC71/R1. Bericht des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa ......................................................................................... 39 EUR/RC71/R2. Bericht des Regionaldirektors über die Arbeit von WHO/Europa im Zeitraum 2020–2021 .................................................................................................. 39 EUR/RC71/R3. Das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung: Lehren aus der COVID-19-Pandemie und Folgen für den künftigen Kurs in der Europäischen Region der WHO ............................................................................................................ 40 EUR/RC71/R4. Die Europäische Impfagenda 2030 ....................................................... 43 EUR/RC71/R5. Handlungsrahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2021–2025) .......................................................... 46 EUR/RC71/R6. Nachhaltige Finanzierung der WHO in der Europäischen Region ....... 49 EUR/RC71/R7. Messrahmen für das Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025 ......... 51 EUR/RC71/R8. Ort und Zeitpunkt der ordentlichen Tagungen des Regionalkomitees für Europa in den Jahren 2022 bis 2023 ........................................... 53 Beschlüsse ................................................................................................................................ 53 EUR/RC71(1). Besondere Regeln und Verfahren für die in virtueller Form stattfindende 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa ............................... 53 EUR/RC71(2). Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren: Akkreditierung und Verlängerung der Akkreditierung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren, die keine offiziellen Beziehungen zur WHO unterhalten, im Hinblick auf deren Teilnahme an Tagungen des WHO- Regionalkomitees für Europa ......................................................................................... 59 Anhang 1: Tagesordnung ......................................................................................................... 61 Anhang 2: Liste der Dokumente .............................................................................................. 63 Anhang 3: Liste der Delegierten und anderen Teilnehmer ...................................................... 69 Anhang 4: Ansprache Ihrer Königlichen Hoheit der Kronprinzessin von Dänemark ........... 117 Anhang 5: Ansprache des Generaldirektors der WHO .......................................................... 121 Anhang 6: Ansprache des WHO-Regionaldirektors für Europa ............................................ 129 Anhang 7: Geladene Redner .................................................................................................. 141 Abkürzungen AMEE Association for Medical Education in Europe AMR Antimikrobielle Resistenz BCA Zweijährige Kooperationsvereinbarung GUS Gemeinschaft Unabhängiger Staaten COVID-19 Coronavirus-Krankheit CPME Standing Committee of European Doctors EFAMH Handlungsrahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO EIA 2030 Europäische Impfagenda 2030 EMSA European Medical Students’ Association EPSU European Federation of Public Service Unions EPW Europäisches Arbeitsprogramm 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“ EU Europäische Union EUPHA European Public Health Association FAO Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FCTC Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs GPW 13 Dreizehntes Allgemeines Arbeitsprogramm 2019–2023 IAEO Internationale Atomenergie-Organisation ICD-11 Internationale Klassifikation der Krankheiten, 11. Revision IFA International Federation on Ageing IFRC Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften IGV (2005) Internationale Gesundheitsvorschriften (2005) IPPR Unabhängige Kommission für Pandemievorsorge und -bekämpfung OECD Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OIE Weltorganisation für Tiergesundheit PCC/HRP Ausschuss für Grundsatz- und Koordinationsfragen des Sonderprogramms für Forschung, Entwicklung und Wissenschaftlerausbildung im Bereich der menschlichen Reproduktion PSI Public Services International RC Regionalkomitee SCRC Ständiger Ausschuss des Regionalkomitees für Europa SDG Ziele für nachhaltige Entwicklung UNEP Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNFPA Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen UNICEF Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen WHO Weltgesundheitsorganisation YPYP Young People and Young Professionals Forum BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 1 Eröffnung der Tagung Die 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa (RC71) fand vom 13. bis 15. September 2021 in Form einer vom WHO-Regionalbüro für Europa (WHO/Europa) organisierten virtuellen Tagung statt. An der Tagung nahmen Vertreter aller 53 Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO sowie eine Delegation der Färöer-Inseln teil, die von der 74. Weltgesundheitsversammlung mit der Resolution WHA74.2 als Assoziiertes Mitglied zugelassen wurde. Außerdem anwesend waren Vertreter von Partnerorganisationen der WHO wie Organisationen des Systems der Vereinten Nationen und anderen zwischenstaatlichen Organisationen und regionalen Netzwerken, aber auch nichtstaatliche Akteure, die offizielle Beziehungen zur WHO unterhalten, und vom Regionalkomitee akkreditierte, in der Europäischen Region tätige nichtstaatliche Akteure (Anhang 3). Die in Verbindung mit dem RC71 geplanten Fachinformationssitzungen und Nebenveranstaltungen fanden an den beiden Tagen im Anschluss an die Plenarsitzung des RC71, am 16. und 17. September 2021, statt. Vor der Eröffnung der Tagung wurde die Videoaufnahme eines Tanzes der irischen Tanzgruppe House of Swag Kids gezeigt. Die Tänzer, die selbst mit psychischen Gesundheitsproblemen zu kämpfen gehabt hatten, sendeten mit ihrer Darbietung eine starke und positive Botschaft an Kinder, Jugendliche und Erwachsene in aller Welt. Zwei Mitglieder der Gruppe schilderten, wie die COVID-19-Pandemie ihre psychische Gesundheit angegriffen und wie das Tanzen ihnen bei der Bewältigung geholfen habe. Die erste Arbeitssitzung wurde von Dr. Alexey Tsoy (Kasachstan), dem scheidenden Präsidenten der 70. Tagung des Regionalkomitees für Europa, eröffnet. Der WHO-Regionaldirektor für Europa begrüßte die Teilnehmer und dankte dem Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschuss des Regionalkomitees für Europa (SCRC) für die Unterstützung des schwierigen Beschlusses, das RC71 vollständig in virtueller Form abzuhalten, um dem Grundsatz, niemanden zurückzulassen, gerecht zu werden, zumal nicht alle Delegationen in der Lage gewesen seien, für eine Präsenztagung nach Kopenhagen zu reisen. Wahl des Präsidiums In Übereinstimmung mit Regel 10 seiner Geschäftsordnung wählte das Regionalkomitee das folgende Präsidium: • Ogerta Manastirliu (Albanien) Präsidentin • Dr. Päivi Sillanaukee (Finnland) Exekutivpräsidentin • Nora Kronig Romero (Schweiz) Stellvertretende Exekutivpräsidentin • Dr. Marat Shoranov (Kasachstan) Berichterstatter BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 2 Annahme der besonderen Regeln und Verfahren (EUR/RC71/CONF./1) Die Präsidentin erinnerte daran, dass der 28. SCRC auf seiner vierten ordentlichen Tagung am 18. Mai 2021 der Ansicht gewesen sei, angesichts der Umstände in Verbindung mit der COVID-19-Pandemie sei eine virtuelle Tagung des Regionalkomitees die sinnvollste Option, die es allen Delegationen ermöglichen werde, unter gleichen und möglichst sicheren Bedingungen an der Tagung teilzunehmen. Auf seiner geschlossenen Sitzung am 11. Juni 2021 habe der 28. SCRC auch einen Vorschlag zu den besonderen Regeln und Verfahren geprüft und angenommen, um einen ordnungsgemäßen Ablauf der virtuellen Tagung zu gewährleisten. Die Mitgliedstaaten seien zu diesem Vorschlag befragt worden; dabei seien jedoch keine Stellungnahmen oder Einwände beim Sekretariat eingegangen. In Übereinstimmung mit den Absätzen 12 und 13 des Vorschlags seien die Beglaubigungsschreiben für die Teilnahme am RC71 in elektronischer Form vorgelegt worden. Sie seien von dem vom 28. SCRC auf seiner fünften Tagung am 8. September 2021 ernannten Vollmachtenprüfungsausschuss geprüft worden. Dieser sei in einer virtuellen Sitzung am 12. September 2021 zu dem Ergebnis gekommen, dass alle vorgelegten Beglaubigungsschreiben die festgelegten Anforderungen erfüllten. Das Regionalkomitee nahm den Beschluss EUR/RC71(1) an. Annahme der Tagesordnung, des Programms und des kommentierten Programms (EUR/RC71/1, EUR/RC71/2, EUR/RC71/2 (annotated)) Das Regionalkomitee nahm die Tagesordnung (Anhang 1), das Programm und das kommentierte Programm der Tagung an. In Anknüpfung an die Debatte auf dem RC70 über eine dauerhaft geltende Einladung für die Europäische Union (EU) vereinbarte das Regionalkomitee, die Delegation der EU zur Teilnahme ohne Stimmrecht an Sitzungen von Ausschüssen und Unterausschüssen der aktuellen Tagung des Regionalkomitees sowie Sitzungen von Redaktionsgruppen und sonstigen Abordnungen einzuladen, die sich mit Themen in ihrem Zuständigkeitsbereich befassen. Bericht des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa (EUR/RC71/3, EUR/RC71/3 Add.1, EUR/RC71/CONF./2) Vor Beginn der Tagung war eine per Video aufgezeichnete Erklärung der Vorsitzenden des 28. SCRC in den vier Arbeitssprachen der Europäischen Region der WHO auf der Website von WHO/Europa eingestellt worden. Die Präsidentin stellte fest, der Bericht spiegele die beeindruckende Arbeit des 28. SCRC wider, und schloss sich dem Regionaldirektor an, indem sie den Mitgliedern des Ständigen Ausschusses und den Vorsitzenden seiner Arbeitsgruppen für ihren energischen Einsatz für die Arbeit von WHO/Europa in ihrer Funktion als leitendes Organ dankte. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 3 Das Regionalkomitee nahm die Resolution EUR/RC71/R1 an. Ansprachen und eröffnende Erklärungen Ansprache Ihrer Königlichen Hoheit der Kronprinzessin von Dänemark Ihre Königliche Hoheit die Kronprinzessin von Dänemark hielt eine Ansprache an das Regionalkomitee (Anhang 4). Erklärung eines Vertreters des WHO-Forums für junge Menschen und junge Fachkräfte Ein Vertreter des WHO-Forums für junge Menschen und junge Fachkräfte dankte WHO/Europa für die Organisation der ersten Tagung des Forums in der Vorwoche. Ein Schwerpunkt der Diskussionen während dieser Tagung sei die Ausarbeitung eines Fahrplans für ein intensiveres Zusammenwirken zwischen WHO/Europa, Mitgliedstaaten und jungen Menschen gewesen. Die Teilnehmer des Forums hätten auch einen Dialog mit dem Vorsitzenden der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung über deren gerade veröffentlichten Abschlussbericht geführt. Zu den Empfehlungen des Forums gehörten die Finanzierung und Durchführung eines Programms zur Beteiligung von Jugenddelegierten an Tagungen des Regionalkomitees sowie die Gewährleistung einer sinnvollen Einbeziehung der Jugend auf allen anderen Ebenen innerhalb von WHO/Europa. Der Fahrplan werde nach vorheriger Vorlage an den WHO- Regionaldirektor für Europa zwecks Prüfung online zur Verfügung gestellt. WHO/Europa und die Mitgliedstaaten würden gebeten, im kommenden Jahr auf den Fahrplan zu reagieren und dem RC72 die Ergebnisse zu präsentieren. Video-Botschaften von Staats- und Regierungschefs Der Staatspräsident von Kirgisistan erklärte, sein Land habe wie viele andere während der ersten Welle der COVID-19-Pandemie vor beträchtlichen Herausforderungen gestanden. Da die Verbesserung der Gesundheitsindikatoren zu den Prioritäten seiner Präsidentschaft gehörten, sei er WHO/Europa für seine Unterstützung dankbar. Das Humankapital sei der größte Aktivposten, und das Gesundheitspersonal sei einer der größten Schätze der Menschheit. Getreu der Verpflichtung, in das Gesundheitspersonal zu investieren, habe Kirgisistan die Grundgehälter von Hausärzten verdoppelt, und die Gehälter von Fachärzten würden um 50% angehoben. Die Pandemie habe verdeutlicht, wie wichtig es sei, für jene zu sorgen, die andere Menschen versorgen; daher sei die Gewährleistung des Wohlbefindens des Gesundheitspersonals von zentraler Bedeutung. Er lobte die Arbeit der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung und insbesondere deren Ruf nach einem einheitlichen Gesundheitsansatz auf allen Versorgungsebenen, aber auch die Schwerpunktlegung auf den Abbau von Ungleichheiten, die Investitionen in leistungsfähige Gesundheitssysteme, den Aufbau eines innovationsfreundlichen Umfelds und die Verbesserung der Politiksteuerung im Gesundheitsbereich in der Europäischen Region und auf der globalen Ebene. Die Politik sei aufgerufen, den Empfehlungen der Kommission zuzustimmen und sie im Rahmen des Europäischen Arbeitsprogramms 2020–2025 (EPW) umzusetzen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 4 Der Ministerpräsident Sloweniens, das die Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union innehatte, erklärte, der Kampf gegen die COVID-19-Pandemie bleibe eine zentrale Priorität für die ganze Welt und habe Gesundheit in den Mittelpunkt der globalen Politik, Sicherheit und Wirtschaft gerückt. Nun werde ein transparenter Prozess benötigt, um die Herkunft des Virus zu bestimmen und um die Daten zu erhalten, die zur Erkennung bzw. Verhinderung künftiger Pandemien erforderlich seien. Auf der Schwelle zu einer vierten Welle der Pandemie sei es auch unverzichtbar, gegen Ungleichheiten beim Zugang zu Impfstoffen sowie gegen Falschinformationen und Impfskepsis anzukämpfen. Slowenien habe hohe Impfraten im eigenen Land erreicht, trage zur COVAX-Fazilität bei und spende Impfstoffe. Er begrüße den von WHO/Europa entworfenen Fahrplan für Gesundheit und Wohlbefinden in den Ländern des Westbalkans für den Zeitraum 2021–2025, der den Weg zu weiteren Investitionen in der Teilregion ebnen werde. In dieser beispiellosen Zeit, in der viele der Folgen der Pandemie und der künftigen Herausforderungen für das Gesundheitswesen noch ungewiss seien und COVID- 19 weiterhin Auswirkungen auf Leben und Wohlbefinden der Menschen habe, gelte es, den Glauben an die Menschheit aufrechtzuerhalten. Wissenschaft und Solidarität spielten eine gleichermaßen wichtige Rolle. Die Zusammenführung wissenschaftlicher und technologischer Kapazitäten habe eine schnelle Reaktion ermöglicht, und um die Schlacht langfristig zu gewinnen, bedürfe es globaler Solidarität. Die Belastung für die Gesundheitssysteme während der Pandemie habe den Investitions- und Innovationsbedarf unterstrichen, und die Politik – und insbesondere die Finanzministerien – müssten nun der Gesundheit einen noch höheren politischen Stellenwert einräumen. Der Bericht der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung müsse der G20 und anderen Foren präsentiert werden, die sich mit globalen Prioritäten im Finanzbereich befassen. Der Regierungsrat der Republik San Marino erinnerte an die Herausforderungen und die dramatischen Todesfallzahlen während der ersten Welle der COVID-19-Pandemie und unterstrich die Bedeutung von Zusammenarbeit bei der Suche nach Lösungen, die eine Wiederholung derart dramatischer Zustände in Zukunft verhindern würden. Auch wenn die Situation in den Krankenhäusern auch nach Beginn der Impfkampagnen in der Europäischen Region noch kritisch geblieben sei, so liege die Impfrate in seinem Land inzwischen bei 75%. Doch trotz Anzeichen für Hoffnung weltweit sei die Pandemie noch nicht überstanden und habe weiterhin Auswirkungen auf andere Bereiche als Gesundheit, u. a. auf Menschenrechte und internationale Mobilität. Die Politiker seien nun in der Pflicht, für eine gerechte Behandlung aller Bürger zu sorgen und vereint auf die gemeinsamen Ziele in Bezug auf Wohlbefinden und Grundrechte hinzuarbeiten. Politische Anschauungen dürften nicht den Vorrang gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen erhalten, und Gesundheit für alle müsse ungeachtet aller Meinungsverschiedenheiten die höchste Priorität bleiben. Angesichts von menschlichem Leiden, sozialen Unruhen und Konjunktureinbrüchen komme es entscheidend auf Multilateralismus und den Austausch von Erfahrungen, Sachverstand und Informationen an. Die Vorsitzende der Interparlamentarischen Versammlung der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) erklärte, die COVID-19-Pandemie habe die Notwendigkeit einer stärkeren internationalen Zusammenarbeit verdeutlicht. Die Interparlamentarische Versammlung habe eine lange Tradition der Zusammenarbeit mit WHO/Europa, und die Verabschiedung einer gemeinsamen Erklärung über die Rolle von Parlamenten bei der Bekämpfung von COVID-19 habe diese Zusammenarbeit auf eine neue Ebene gehoben. Sie habe auch mit dem Regionalbüro und der Internationalen Organisation für Migration an Rechtsvorschriften für Arbeitsmigranten zu Pandemiezeiten gearbeitet. Zusammen mit WHO/Europa werde sie im November 2021 eine Konferenz über allgemeine BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 5 Gesundheitsversorgung und nachhaltige Entwicklung abhalten. Die Pandemie habe in den Mitgliedstaaten der GUS einen hohen Tribut gefordert, und die Russische Föderation habe wesentliche Unterstützung in Form von gesundheitlichem Sachverstand, medizinischen Geräten und Impfstoffen geleistet. Die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV 2005) müssten als Grundlage für die Reaktion auf globale Notlagen herangezogen werden, auch im Bereich der epidemiologischen Kontrollmaßnahmen, und die WHO müsse eine führende Rolle bei ihrer Umsetzung spielen. Die Bemühungen um einen gleichberechtigten Zugang zu Impfstoffen und Therapien müssten aufrechterhalten werden. Ansprache des Generaldirektors der WHO: Die gesundheitliche Situation in der Welt Der Generaldirektor der WHO hielt eine Ansprache an das Regionalkomitee (Anhang 5). Ansprache des WHO-Regionaldirektors für Europa: Die gesundheitliche Situation in der Europäischen Region der WHO (EUR/RC71/4, EUR/RC71/CONF./3, EUR/RC71/INF./1, EUR/RC71/INF./3, EUR/RC71/17(H), EUR/RC71/BG/1, EUR/RC71/BG/2) Der WHO-Regionaldirektor für Europa hielt eine Ansprache an das Regionalkomitee (Anhang 6). Aussprache über die Reden des Generaldirektors der WHO und des Regionaldirektors für Europa In der anschließenden Aussprache dankten zahlreiche Mitglieder des Regionalkomitees dem Generaldirektor und dem Regionaldirektor für ihre anhaltend solide Führung während der langwierigen COVID-19-Krise, die die Bedeutung einer leistungsfähigen und in sich gut abgestimmten WHO als einer globalen Führungsinstanz in der Gesundheitspolitik verdeutliche. Um sicherzustellen, dass die WHO ausreichend vorbereitet und mit Ressourcen ausgestattet sei, um ihrer entscheidenden Führungsrolle gerecht zu werden, sei eine nachhaltige und flexible Finanzierung wichtiger denn je. Der dem Regionalkomitee hierzu vorliegende Resolutionsentwurf werde weltweit als Beispiel dienen. Eine gesunde Volkswirtschaft sei nur mit einer gesunden Bevölkerung möglich. Die Bedeutung des Konzepts „Gesundheit in allen Politikbereichen“ durch einen gesamtstaatlichen und gesamtgesellschaftlichen Ansatz sei heute klarer als je zuvor. Die Bürger müssten Gesundheitsausgaben nicht als Verlust an Ressourcen, sondern als grundlegende Investition für das Wohlergehen der Gesellschaft begreifen. Trotz der beispiellosen und anhaltenden Herausforderung aufgrund der Pandemie sei schon viel erreicht worden. Die Unterstützung der WHO für die Mitgliedstaaten nicht nur durch die COVAX-Fazilität, sondern auch durch die Präsenz der Organisation auf Ebene der Länder, insbesondere durch die Arbeit ihrer Länderbüros, werde wärmstens begrüßt. COVID-19 mache nicht vor Grenzen Halt; deshalb sei die Führungsrolle der WHO von entscheidender Bedeutung. Es müsse eine Zusammenarbeit auf allen Ebenen der Organisation sowie zwischen den verschiedenen Regionen und Ländern, einschließlich subregionaler Organisationen, geben. Niemand sei sicher, solange nicht alle sicher sind. Daher gelte es, Ungleichgewichte in der Impfstoffversorgung und Impflücken zu beseitigen. Es bedürfe verstärkter Anstrengungen zur Verwirklichung eines weltweiten Zugangs zu Impfstoffen. Einige Mitgliedstaaten regten an, dass die Ermöglichung von Impfstoffspenden und Neuzuteilungen aufgrund bilateraler BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 6 Vereinbarungen konkret zur Verwirklichung dieses Ziels beitragen könnten. Für Auffrischungsimpfungen müssten Beschränkungen eingeführt werden, sodass diese nur für die anfälligsten Gruppen verfügbar seien, bis alle die ersten beiden Dosen erhalten hätten. Die Europäische Impfagenda 2030 komme genau zur rechten Zeit und sei besonders zu begrüßen. Mehrere Mitglieder berichteten von ihren Erfahrungen mit den Impfkampagnen. Trotzdem sagten epidemiologische Modelle immer noch eine baldige vierte Welle der COVID-Pandemie mit Masseneinlieferungen in die Krankenhäuser vorher. Neue Partnerschaften und Kooperationsmechanismen wurden in mehreren Wortmeldungen als wichtige mögliche Schritte ins Spiel gebracht, insbesondere in Form öffentlich-privater Partnerschaften für die Impfstoffbeschaffung und -versorgung. Das Thema Impfskepsis müsse als dringendes Problem angegangen werden. Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung seien in dieser Hinsicht eminent wichtig. Eine starke Bürgerbeteiligung sei der Schlüssel zur Gesundheitssicherheit. Die Politisierung von Impfungen, aber auch von Impfstatus oder verwendetem Impfstoff abhängige Reisebeschränkungen säten Zwietracht und seien nicht hinnehmbar. Mit Blick auf die nationale Ebene wiesen zahlreiche Delegationen auf die entscheidende Bedeutung leistungsfähiger Gesundheitseinrichtungen hin. Die Pandemie habe schonungslos die Schwachstellen der Gesundheitssysteme offengelegt, aber auch wichtige Impulse für Innovationen gegeben. Die nationalen Gesundheitssysteme müssten durch eine sichere Finanzierung und ausreichende personelle Ressourcen gestärkt werden. Vor diesem Hintergrund könne das EPW mit seiner Zukunftsvision, wie WHO/Europa die Länder dabei unterstützen kann, den Erwartungen ihrer Bürger in Bezug auf Gesundheit gerecht zu werden, eine wesentliche Rolle spielen. In mehreren Wortmeldungen wurde ein chancengleicher Zugang zu Arzneimitteln gefordert. Eine leistungsfähige primäre Gesundheitsversorgung, die bei den Nutzern nicht zu Verarmung führt, sei der Schlüssel zu soliden nationalen Gesundheitssystemen und werde die körperliche und psychische Gesundheit des Gesundheitspersonals gewährleisten und zur Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung beitragen. Die allgemeine Gesundheitsversorgung wiederum sei die Voraussetzung für die Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG). Eine nachhaltige Entwicklung sei auch auf künftige Pandemievorsorge und Gesundheitssicherheit angewiesen. Die Digitalisierung sei ein wesentlicher Bestandteil der Ausweitung des Leistungsumfangs der Gesundheitsversorgung, da sie eine Straffung der Arbeitsvorgänge des Gesundheitspersonals bewirke und die Sammlung von Daten und ihre Analyse auf Anhaltspunkte für eine künftige Bereitschaftsplanung ermögliche. Die Kernkapazitäten gemäß den IGV (2005) müssten gestärkt und Unzulänglichkeiten in der Berichterstattung behoben werden. Doch ohne internationale Zusammenarbeit sei Pandemievorsorge nicht möglich. Es komme entscheidend auf gemeinsame Anstrengungen an, und es müsse eine Stärkung der globalen Gesundheitsarchitektur angestrebt werden. Initiativen zur Stärkung der Vorsorge- und Reaktionsfunktion von WHO/Europa gemäß dem Grundsatz „Eine WHO“ seien besonders willkommen. Der Resolutionsentwurf über nachhaltige Finanzierung sei besonders zu begrüßen, und seine Annahme werde eine deutliche Botschaft in Bezug auf die Rolle von WHO/Europa in der künftigen Pandemievorsorge senden. Dabei sei jedoch die Schaffung neuer Strukturen zu vermeiden, die eine Fragmentierung des internationalen Systems des Gesundheitsschutzes und eine Schwächung oder Fragmentierung der WHO zur Folge hätte. Bei der Zusammenarbeit komme es entscheidend auf Transparenz und Inklusivität an. Der Informationsaustausch müsse gestärkt werden. Die gerade geschaffene globale Drehscheibe der WHO für Pandemie- und Epidemieaufklärung in Berlin werde hier einen besonders wichtigen Beitrag leisten; Gleiches gelte für die Referenzlabore der WHO. Es wurde starke Unterstützung BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 7 für die Ausarbeitung eines internationalen Vertrages über Pandemievorsorge bekundet, der als Mittel zur Stärkung ressortübergreifender Ansätze, zur Bekämpfung von Ungleichheiten und zur Stärkung der Gesundheitssysteme dienen könne. COVID-19 habe auch die Notwendigkeit der Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten verdeutlicht. Beeinträchtigungen von Routineleistungen müssten behoben werden, da Krebserkrankungen und psychische Gesundheitsprobleme sich in der Europäischen Region zunehmend ausbreiteten. Ferner gelte es, die sexuelle und reproduktive Gesundheit und damit verbundene Rechte um jeden Preis zu schützen. Auch die Adipositas müsse entschlossen bekämpft werden, und Investitionen in diesem Bereich würden sich mit Blick auf COVID-19 auszahlen. Die Pandemie dürfe nicht andere wesentliche Themen, wie etwa Umwelt und Gesundheit, überschatten, und die Chance auf einen umweltverträglichen Wiederaufbau nach der Pandemie dürfe nicht verpasst werden. Die schnelle Ausbreitung antimikrobieller Resistenzen stelle eine enorme Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar, die nur durch einen einheitlichen Gesundheitsansatz gebannt werden könne, der ein abgestimmtes Konzept für die Gesundheit von Menschen und Tieren beinhalte. Der Delegierte der Russischen Föderation machte von seinem Erwiderungsrecht in Bezug auf die Erklärung der ukrainischen Delegation Gebrauch. Die Regionaldirektorin des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) stellte fest, dass der UNFPA mit der WHO bei der Bekämpfung von Gesundheitsproblemen zusammenarbeite, für die junge Menschen besonders anfällig seien – namentlich im Bereich der psychischen sowie der sexuellen und reproduktiven Gesundheit –, aber auch bei der Förderung von Altern in Gesundheit durch Mitwirkung in Partnerschaften zur Bekämpfung altersdiskriminierender Einstellungen, die der körperlichen und psychischen Gesundheit älterer wie jüngerer Menschen schadeten, etwa in Verbindung mit dem vor Kurzem veröffentlichten Bericht über Altersdiskriminierung. Die im Dezember 2021 stattfindende erste Konferenz der Europäischen Region zum Thema demografische Resilienz werde die Gesundheit als ein zentrales Element der Stärkung des Humankapitals hervorheben. Die Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien des Büros der Vereinten Nationen für Entwicklungskoordination wies auf den großen Wert ressort- und organisationsübergreifender Partnerschaften bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie und bei der Verwirklichung der SDG hin. Die WHO sei ein wesentliches Mitglied der Landesteams der Vereinten Nationen und habe sich als entscheidende Partnerin beim Aufbau gesünderer und umweltverträglicherer Volkswirtschaften erwiesen. Die Pandemie habe lange bestehende Defizite in den Gesundheitssystemen und in der sozialen Absicherung sowie strukturelle Ungleichheiten offengelegt und dem Streben nach einer allgemeinen Gesundheitsversorgung eine größere Dringlichkeit verliehen. Nun komme es entscheidend auf Solidarität und kollektives Handeln an, und das Entwicklungssystem der Vereinten Nationen stehe bereit, um die vollständige Umsetzung des EPW zu unterstützen. Die Leiterin des Sekretariats des Rahmenübereinkommens der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (FCTC) erklärte, es habe sich gezeigt, dass Patienten mit Diabetes, Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die ja Rauchen als gemeinsamen Risikofaktor aufwiesen, bei einer Infektion mit COVID-19 schwerere Krankheitsverläufe hätten. Zur Senkung des Tabakkonsums in der Europäischen Region der WHO würden wirksame politische Konzepte und geschlechtersensible Strategien benötigt. Auch wenn viele Länder in der Europäischen Region das Rahmenübereinkommen ratifiziert hätten, so hinke die Umsetzung doch oft BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 8 hinterher. Die Tabakindustrie habe die Pandemie dazu genutzt, den Regierungen Hilfe anzubieten und gleichzeitig weiter die Einführung wirksamer Maßnahmen zur Bekämpfung des Tabakkonsums zu behindern. Nun bedürfe es starker gemeinsamer Gegenmaßnahmen. Sie drängte die Mitgliedstaaten, das Protokoll zur Unterbindung des illegalen Handels mit Tabakerzeugnissen zu ratifizieren und sich an der Arbeit der leitenden Organe des Rahmenübereinkommens zu beteiligen. Die Leiterin des Aktionsprogramms für Krebstherapie bei der Internationalen Atomenergie- Organisation (IAEO) erklärte, die durch Mangelernährung bedingte Krankheitslast, einschließlich Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen, steige in der Europäischen Region weiter. Zusammen mit der WHO und dem Internationalen Krebsforschungszentrum unterstütze die IAEO die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung umfassender Programme zur Krebsbekämpfung, bei denen Strahlung für Diagnose und Behandlung eingesetzt werde und auch hochwertige Strahlentherapieverfahren und medizinische Bildgebungsverfahren zum Einsatz kämen. Die IAEO sei in der Lage, zügig auf gesundheitliche Notlagen zu reagieren. Die 2020 gestartete Initiative für integrierte Maßnahmen zur Bekämpfung von Zoonosen diene dazu, die globale Bereitschaftsplanung für künftige Ausbrüche von Zoonosen zu stärken und ein weltweites Netzwerk nationaler Veterinärlabore einzurichten und die Kapazitäten für Überwachung und Früherkennung auszubauen. Die Regionaldirektorin für Europa der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) berichtete, die nationalen Gesellschaften hätten mit ihren Freiwilligen-Netzwerken, die Teststationen betrieben und bei der Auffindung und Bekämpfung von Falschinformationen mit der Bevölkerung zusammengearbeitet hätten, einen bedeutenden Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet. Während der Pandemie habe die steigende Zahl von Freiwilligen die Entstehung neuer Gemeinschaften von Freiwilligen befördert, auch auf digitalem Wege. Gemeinsame Gestaltung, Aktivitäten und Partnerschaften seien von entscheidender Bedeutung für die Bekämpfung der Pandemie und den anschließenden Wiederaufbau. Die COVID-19-Plattform von WHO, Vereinten Nationen und Rotem Kreuz habe im Hinblick auf Informationsaustausch und Kooperationen als wesentliche Quelle gedient. In der vor Kurzem unterzeichneten Vereinbarung zwischen WHO/Europa und der IFRC würden ihre gemeinsamen Verpflichtungen bekräftigt. Der Stellvertretende Generalsekretär des Kooperationsrates der türkischsprachigen Staaten (Türkischer Rat) gab einen Überblick über die von seiner Organisation geschaffenen Mechanismen für den Austausch von Arzneimitteln und medizinischen Geräten sowie für den Informations- und Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedstaaten vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie. Der Türkische Rat und WHO/Europa hätten 2020 eine Vereinbarung unterzeichnet, mit der die rechtliche Grundlage für die Durchführung gemeinsamer Programme und Projekte gelegt worden sei. Durch eine solide Zusammenarbeit könnten die schwierigen Zeiten infolge der Pandemie bewältigt werden. In einer schriftlichen Erklärung hob die Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen die enge Zusammenarbeit ihrer Organisation mit der WHO und anderen Partnern zur Erleichterung der Impfkampagnen gegen COVID-19 und zur Wiederherstellung des zuvor beeinträchtigten Zugangs zu Routineimpfungen hervor. Sie unterstrich die entscheidende Bedeutung einer sicheren Wiederöffnung von Schulen zur Schaffung eines sicheren Umfelds für Kinder, in dem sie lernen, spielen und mit Gleichaltrigen zusammensein können und Zugang zu einer gesunden Ernährung haben. Die durch psychische Erkrankungen BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 9 bedingte stille Notlage mache eine verstärkte ressortübergreifende Zusammenarbeit zum Ausbau des Leistungsangebots mit aktiver Beteiligung junger Menschen erforderlich. In Erwiderung auf die Wortmeldungen der Delegierten bedankte sich der Regionaldirektor der WHO für ihre Wertschätzung für die unermüdlichen Bemühungen der Mitarbeiter in den Länderbüros, den ausgelagerten Fachzentren und der Zentrale von WHO/Europa in Kopenhagen. Besonders erfreulich sei die Schaffung des ausgelagerten Fachzentrums für Bereitschaftsplanung für gesundheitliche Notlagen in der Türkei. Das Bekenntnis zu transparenten und auf Menschenrechte gestützten gesamtstaatlichen Lösungsansätzen nach dem einheitlichen Gesundheitsansatz zur Ermöglichung von Sofortmaßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie sei zu begrüßen. Es komme entscheidend auf globale Solidarität an. Internationale Solidarität und die Erfüllung nationaler Anforderungen schlössen einander nicht aus. Mit Blick auf die Beschaffung, Spende und Zertifizierung von Impfstoffen hätten die Länder das hoheitliche Recht, die von ihren nationalen Regulierungsbehörden zugelassenen Impfstoffe anzuerkennen. Impfungen dürften nicht zur Vorbedingung für Auslandsreisen gemacht werden, da ein solcher Ansatz bestehende Ungleichheiten erheblich verschärfen würde. Auch wenn die Spenden von Impfstoff gegen COVID-19 im Rahmen bilateraler Vereinbarungen und über die COVAX-Fazilität sehr erfreulich seien, so könnten doch alle Mitgliedstaaten in diesem Bereich noch mehr tun. Angesichts der Prognose, dass es bis Ende 2021 einen Überschuss von 1,2 Mrd. Impfdosen geben werde, seien mehr Engagement und Abstimmung seitens der Politik dringend erforderlich, damit diese Dosen an die Länder, die sie benötigen, verteilt würden, ob innerhalb der Europäischen Region oder auf globaler Ebene. In vielen Fällen erfolgten die Spenden zu nahe am Verfallsdatum der Impfstoffe, und Länder mit niedrigem bis mittlerem Volkseinkommen seien nicht in der Lage, solche Spenden kurzfristig entgegenzunehmen. Deshalb gelte es, die Planung zu optimieren. Gute Gesundheit und eine leistungsfähige Wirtschaft seien eng miteinander verknüpft. Die Pandemie habe, indem sie die anfälligen Bevölkerungsgruppen unverhältnismäßig stark getroffen habe, die Notwendigkeit einer Schließung der bestehenden Kluft veranschaulicht. Nichtübertragbare Krankheiten seien immer noch für neun Zehntel aller Todesfälle in der Europäischen Region der WHO verantwortlich und müssten daher entschlossen in Angriff genommen werden. Die Hervorhebung der Führungsrolle der WHO sei zu begrüßen, ebenso die Rufe nach einer nachhaltigen Finanzierung. Schließlich dankte der Regionaldirektor allen Partnerorganisationen von WHO/Europa für die enge Zusammenarbeit, die durch die COVID- 19-Pandemie noch gestärkt worden sei und deren Wirkung sich auch weit über die Gesundheitspolitik hinaus erstrecke. Das Regionalkomitee nahm die Resolution EUR/RC71/R2 an. Lehren aus der COVID-19-Pandemie: Vorsorge für die nächste Pandemie (EUR/RC71/6 Rev.1, EUR/RC71/CONF./5 (zurückgezogen), EUR/RC71/17(D) Rev.1, EUR/RC71/INF./4, EUR/RC71/7, EUR/RC71/BG/6 EUR/RC71/BG/11, EUR/RC71/BG/14) Vor der Befassung mit den Lehren aus der COVID-19-Pandemie in der Europäischen Region der WHO nahm das Regionalkomitee eine Reihe von Erkenntnissen aus anderen Regionen zur Kenntnis. Der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten und Medizinische Chefberater des Präsidenten der Vereinigten Staaten erklärte, die Pandemie habe den Wert langfristiger Investitionen in globale Krankheitsüberwachung und biomedizinische Grundlagenforschung verdeutlicht. Die bereits geleistete Arbeit zur Entwicklung flexibler BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 10 Impfstoff-Plattformen und zur Anpassung von Tools der Strukturbiologie für die Entwicklung von Immunogenen habe die Schaffung einer Vielzahl von Impfstoffen gegen COVID-19 in Rekordzeit ermöglicht. Nun müssten alle Länder sich dazu verpflichten, ihre Forschungskapazitäten und den Austausch von Daten und Forschungsmaterial auszuweiten und die Ursachen des öffentlichen Misstrauens zu bekämpfen. Die Gesundheitsbehörden in den Vereinigten Staaten seien bemüht, der Impfskepsis entgegenzuwirken, indem sie Gesundheitsbotschaften durch „vertrauenswürdige Boten“ – religiöse Führer und Kommunalpolitiker oder Persönlichkeiten aus Sport und Unterhaltung – platzierten und wissenschaftlich korrekte Informationen in den sozialen Medien veröffentlichten. Öffentlich- private Kooperationen hätten sich bei der Entwicklung und Erprobung von Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika bewährt. Der WHO-Regionaldirektor für den östlichen Mittelmeerraum schilderte die in seiner Region ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Die WHO-Regionen Östlicher Mittelmeerraum und Europa hätten eine bilaterale Plattform eingerichtet, um ihre gemeinsamen Probleme in Angriff zu nehmen, namentlich die starken Migrationsbewegungen und die grenzüberschreitende Übertragung von COVID-19. Die WHO-Regionaldirektorin für Afrika unterstrich die Notwendigkeit, die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen durch Impfungen vor COVID-19 zu schützen, um Menschenleben zu retten und die Gefahr der Entstehung neuer Varianten des SARS-CoV-2 zu verringern. Dies setze einen chancengleichen Zugang zu Impfstoffen durch Impfstoffspenden, Weitergabe von geistigen Eigentumsrechten, Technologien und Fachwissen sowie die Dezentralisierung von Produktionskapazitäten mit dem Ziel der Schaffung widerstandsfähigerer Versorgungsketten und der Förderung von Autarkie voraus. Jedes Land müsse in widerstandsfähige Gesundheitssysteme und eine erweiterte Bereitschaftsplanung investieren. Der Kommissar für Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen bei der Europäischen Kommission erläuterte deren Unterstützung für Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 in den Ländern des Westbalkans und der Östlichen Partnerschaft. Zu den Herausforderungen für die EU gehörten die Impfstoffversorgung, die niedrigen Aufnahmekapazitäten mancher Gesundheitssysteme, die Impfskepsis und die Notwendigkeit einer langfristigen Modernisierung der Gesundheitssysteme. Trotz ihrer verheerenden Auswirkungen habe die Pandemie auch eine Chance eröffnet, Defizite in Bezug auf Infrastruktur, Personalausstattung und Zugänglichkeit des Gesundheitswesens zu beheben. Die Direktorin für gesundheitliche Notlagen in der Europäischen Region erläuterte die Lehren, die WHO/Europa aus Online-Konsultationen mit den Mitgliedstaaten und Partnerorganisationen und mit globalen Prüfungsausschüssen, aber auch aus den Gesprächen des Regionaldirektors mit den Gesundheitsministerien, aus den begleitenden Maßnahmenüberprüfungen der Länder sowie aus dem Halbzeitbilanzbericht über den Aktionsplan zur Verbesserung von Vorsorge- und Bewältigungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2018–2023) gezogen habe. Während der COVID-19-Pandemie hätten sich jene Länder als am widerstandsfähigsten erwiesen, die über eine allgemeine Gesundheitsversorgung und gut vorbereitete Gesundheitssysteme verfügten, die den Anforderungen aus den IGV (2005) genügen. Nun gelte es vorrangig, Kapazitätslücken zu schließen, Reaktionssysteme zu schaffen, die für künftige Notlagen gerüstet seien, verstärkt auf Widerstandsfähigkeit hinzuarbeiten und in Infrastruktur und Beschäftigte im Gesundheitswesen zu investieren. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 11 Die vom WHO-Regionaldirektor für Europa einberufene Hochrangige Expertengruppe zur Ausarbeitung eines Fahrplans zur Stabilisierung der COVID-19-Pandemie in der Europäischen Region habe ihren Bericht im September 2021 veröffentlicht. Darin habe die Gruppe zehn Ziele für die Europäische Region vorgeschlagen, u. a. COVID-19-Impfungen für alle Erwachsenen und für Jugendliche ab 12 Jahren, erweiterte Hygienemaßnahmen für jüngere Kinder zur Verhinderung von Schulschließungen, Maskenpflicht in Innenräumen und eine Ausweitung von Forschungskapazitäten und Datenerfassung. Ministerpodium In einer Reihe von Video-Botschaften berichteten Gesundheitsminister aus der gesamten Europäischen Region von ihren Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Pandemie: • Albanien berichtete, es habe angesichts der Erfahrungen nach dem schweren Erdbeben von 2019 eine effektive Plattform für Weisung, Kontrolle und Koordination eingerichtet. Die Regierung habe in die primäre Gesundheitsversorgung und das Krankenhauswesen investiert, die Gehälter des Gesundheitspersonals um 40% erhöht und Tests, Isolation und Kontaktverfolgung in Verbindung mit COVID-19 wirksam koordiniert. • Georgien berichtete, es habe seine epidemiologischen Überwachungssysteme ausgebaut, die Abstimmung zwischen der primären Gesundheitsversorgung und der Notfallversorgung verbessert und Online-Konsultationen sowie Regelungen für die Quarantäne von COVID-19-Verdachtsfällen in Hotels eingeführt. • Die Republik Moldau berichtete von einer besonders hohen Infektionsrate mit COVID-19 in den Gesundheitsberufen, der im ersten Jahr der Pandemie 134 Ärzte zum Opfer gefallen seien. Dementsprechend seien Gesundheitsfachkräfte bei Impfungen bevorzugt behandelt worden, die durch Spenden aus der COVAX- Fazilität sowie von der rumänischen Regierung ermöglicht worden seien. • Serbien berichtete, es habe seine Labor- und Personalkapazitäten für Polymerase- Kettenreaktionstests ausgeweitet, neue Krankenhäuser gebaut und Beatmungsgeräte und andere medizinische Geräte bereitgestellt. • Spanien berichtete, es habe die primäre Gesundheitsversorgung als entscheidenden Eckpfeiler des Gesundheitssystems erkannt und innerhalb von nur acht Monaten eine Durchimpfung von 70% erreicht. Die Botschaft laute, dass eine solide globale Gesundheitspolitik entscheidend zum Schutz der Bürger in allen Ländern beitrage. • Die Türkei schilderte ihre erfolgreichen Bemühungen zur Bekämpfung der Infodemie von Falschinformationen durch Zusammenstellung und Verbreitung solider wissenschaftlicher Erkenntnisse unter den maßgeblichen Interessengruppen wie auch in der breiten Öffentlichkeit. Weitere zentrale Aktivposten bei den staatlichen Bemühungen zur Bekämpfung der Pandemie seien die Einsatzbereitschaft des Gesundheitspersonals und das dank eines umfassenden Krankenversicherungssystems vorhandene Sicherheitsnetz gewesen. • Das European Forum of Medical Associations erklärte, es bemühe sich um Bewusstseinsbildung für die Notwendigkeit von Investitionen in ein gut ausgebildetes und ausgestattetes Gesundheitspersonal, das in der Lage sei, künftige Pandemien zu bewältigen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 12 In der anschließenden Diskussion schilderten die Delegierten die Lehren ihrer Länder aus der Bekämpfung der Pandemie. Die Vertreterin Sloweniens ergriff im Namen der EU und ihrer Mitgliedstaaten das Wort. Die Kandidatenländer Albanien und Montenegro sowie die Republik Moldau schlossen sich dieser Erklärung an. Die Delegierte bekräftigte die Unterstützung der EU für die derzeitige globale Debatte über die Stärkung der Bereitschaftsplanung für gesundheitliche Notlagen und über eine nachhaltige Finanzierung der WHO. Zur Verhinderung oder Entschärfung künftiger Gesundheitskrisen komme es neben Mechanismen für faire Preisgestaltung, Transparenz und Zugänglichkeit sowie einem verstärkten freiwilligen Austausch von Technologien und Know-how auch entscheidend auf ausreichende globale Produktionskapazitäten für Medikamente an. Die Umsetzung der IGV (2005) müsse verbessert werden, und ein neues internationales Rechtsinstrument für Pandemievorsorge und -bewältigung werde die vorhandene Architektur der Bereitschaftsplanung für gesundheitliche Notlagen ergänzen. Der von der WHO zusammen mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) initiierte einheitliche Gesundheitsansatz habe die Zusammenarbeit an der Schnittstelle Mensch-Tier-Umwelt gestärkt und trage zum Schutz vor neuen zoonotischen Krankheiten und zur Bekämpfung von antimikrobieller Resistenzen sowie zur Bewältigung der Klimakrise bei. Andere Delegierte stellten fest, dass die Bekämpfung von COVID-19 die Aufmerksamkeit nicht gänzlich von anderen drängenden Gesundheitsthemen wie AMR, Krebs, Herz-Kreislauf- Erkrankungen oder den Auswirkungen des Klimawandels ablenken dürfe. Sie hoben die Notwendigkeit hervor, die primäre Gesundheitsversorgung zu optimieren, das Gesundheitspersonal zu unterstützen und für eine Verbesserung der Verfügbarkeit von Arzneimitteln zu sorgen. Einige Delegierte schlugen eine Erhöhung lokaler Produktionskapazitäten durch Gremien wie das World Local Production Forum vor. Zahlreiche Delegierte verwiesen auf die während der Pandemie in Eile herbeigeführten Fortschritte in den Bereichen digitale Gesundheitsangebote, Datenerhebung und Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen, die es beizubehalten und noch auszubauen gelte, doch müssten dabei stets auch die mit ihrer Nutzung verbundenen Vorteile und Risiken gegeneinander abgewogen werden. Standardisierte Methoden für Datenerhebung und -austausch, wie etwa die Internationale Klassifikation der Krankheiten, 11. Revision (ICD-11), dienten einer besseren Vergleichbarkeit von Forschungsergebnissen. Die während der Pandemie in Eile herbeigeführten Fortschritte im Gesundheitswesen in den Bereichen digitale Gesundheitssangebote, Datenerhebung und künstliche Intelligenz müssten beibehalten und noch ausgebaut werden, doch müssten dabei stets auch die mit ihrer Nutzung verbundenen Vorteile und Risiken abgewogen werden. Standardisierte Methoden für Datenerhebung und -austausch, wie etwa die Internationale Klassifikation der Krankheiten, 11. Revision (ICD-11), dienten einer besseren Vergleichbarkeit von Forschungsergebnissen. Die möglichen negativen Auswirkungen von COVID-19- Impfungen und die Situation von Menschen mit Behinderungen und anderen schutzbedürftigen Gruppen müssten aufmerksam im Auge behalten werden. Fehlinformationen, Desinformationskampagnen und Impfskepsis seien wesentliche soziale Probleme, denen es mit akkuraten wissenschaftlichen Informationen und einer transparenten Öffentlichkeitsarbeit entgegenzuwirken gelte. Eine Delegation machte auf die Arbeit des Hochrangigen Expertengremiums für einen einheitlichen Gesundheitsansatz und auf die Initiative zur Prävention der Entstehung zoonotischer Krankheiten aufmerksam. Die Teilnehmer lobten die Unterstützung der Mitgliedstaaten durch WHO/Europa während der gesamten Dauer der Pandemie und hoben die Notwendigkeit einer nachhaltigen Finanzierung BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 13 der WHO hervor. Eine Delegation wünschte sich mehr fachliche Orientierungshilfe von WHO/Europa in Bezug auf Forschung, Leitlinien und Investitionen im Bereich der digitalen Gesundheit sowie die Einführung digitaler Gesundheitslösungen in den Ländern. In diesem Zusammenhang wies eine andere Delegation auf den bevorstehenden Digital-Gipfel der Länder des Westbalkans hin, der vom 11. bis 13. Oktober 2021 in Podgorica (Montenegro) stattfinden werde. Der Stellvertretende Vorsitzende des Exekutivrates der WHO aus der Europäischen Region erläuterte, dass zur Stärkung der Steuerungsfunktionen des Exekutivrates vorgeschlagen werde, diesen mit einem neuen Ständigen Ausschuss auszustatten, der ggf. innerhalb von 24 Stunden nach Eintritt einer künftigen globalen gesundheitlichen Notlage einberufen werden könne. Der Vorschlag der Ausarbeitung eines neuen internationalen Vertrags zur Ergänzung der IGV (2005) fand Unterstützung. Die Delegierten unterstrichen ferner die Bedeutung von Kooperationen und von Erfahrungsaustausch innerhalb der Europäischen Region und auf subregionaler Ebene, aber auch den Wert der Zusammenarbeit mit anderen in der Region tätigen Organisationen wie dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten. Ein Teilnehmer wies auf die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen zur Klärung der Herkunft von COVID-19 hin. Die von der G7 der größten Industrienationen im Juli 2021 angenommene Charta für klinische Studien von Therapeutika und Impfstoffen werde dazu beitragen, unnötige Doppelarbeit bei Studien zu vermeiden und eine stärkere grenzüberschreitende Zusammenarbeit und einen schnelleren Zugang zu zugelassenen Behandlungen und Impfstoffen zu schaffen. Die neue Plattform zur Einstufung von Virusvarianten und das vom Vereinigten Königreich eingeführte Globale System zur Analyse von Krankheitserregern (GPAS) würden weiter zu der Arbeit im Bereich Genomik beitragen, die sich bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen COVID-19 als so wertvoll erwiesen habe. Ein Vertreter der OIE machte auf die von der Dreierpartnerschaft zwischen WHO, FAO und OIE begonnene Arbeit im Bereich Zoonosen aufmerksam. Eine Vertreterin der Partnerschaft „Stopp der Tb“ hob hervor, dass zur Bekämpfung von COVID-19 und Tuberkulose dieselben Präventionsmaßnahmen und Diagnosetechnologien verwendet werden könnten, namentlich gleichzeitige Tests auf beide Krankheiten. In seiner Zusammenfassung der Aussprache wies der Regionaldirektor auf die Parallelen zwischen den in der Diskussion angeschnittenen Themen, insbesondere der primären Gesundheitsversorgung und dem einheitlichen Gesundheitsansatz, und den zentralen Prioritäten und Flaggschiff-Initiativen des EPW hin. Er nahm auch den Ruf nach anhaltender Aufmerksamkeit für schwerwiegende gesundheitliche Probleme in der Europäischen Region, wie etwa HIV und Tuberkulose, zur Kenntnis. An dieser Stelle wurden von folgenden Organisationen schriftliche Erklärungen eingereicht: • Alzheimer’s Disease International; • Association for Medical Education in Europe (AMEE); • EUROCAM, einer Vertretung europäischer Organisationen im Bereich der traditionellen, ergänzenden und integrativen Medizin; • Europäischer Ausschuss der Regionen; • European Medical Students’ Association (EMSA); BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 14 • European Respiratory Society; • European Society for Medical Oncology; • EuroHealthNet (einer gemeinnützigen Partnerschaft von Organisationen, Instituten und Behörden, die in den Bereichen öffentliche Gesundheit, Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung und Abbau von Ungleichheiten tätig sind), European Public Health Association (EUPHA) und zehn Mitunterzeichner (European Association for Palliative Care, European Cancer Organisation, European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients' Associations, European Federation of Public Service Unions (EPSU) [ein Mitglied von Public Services International (PSI)], European Forum for Primary Care, European Public Health Alliance, Humatem (einer auf biomedizinische Kooperation spezialisierten nichtstaatlichen Organisation), International Diabetes Federation, European Region, International Federation on Ageing (IFA), and World Obesity Federation); • International Association for Hospice and Palliative Care (Erklärung mit Unterstützung der European Association for Palliative Care, des European Forum for Primary Care, von Wonca Europe und der Worldwide Hospice Palliative Care Alliance); • International Confederation of Midwives; • International Council of Nurses und European Forum of National Nursing and Midwifery Associations; • International Diabetes Federation; • IFA; • International Federation of Medical Students Associations und EMSA; • PSI (EPSU) und Standing Committee of European Doctors (CPME), zusammen mit EUROCAM, European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients' Associations, European Federation of Nurses Associations, European Forum of Medical Associations, EMSA, Humatem, IFA und World Federation of Occupational Therapists; • PSI; • CPME; • WaterAid; • WEMOS, EUPHA und zehn Mitunterzeichner (AIDS Healthcare Foundation – Europe; Drugs for Neglected Diseases initiative; European Federation of Associations of Dietitians; European Forum for Primary Care; EUROCAM; Health Action International; Humanity & Inclusion; Humatem; IFA; und International Pharmaceutical Students’ Federation European Regional Office); • World Confederation for Physical Therapy; • World Heart Foundation und 17 Mitunterzeichner (EuroCare, European Cancer Organisation, European Heart Network, European Stroke Organisation, Framework Convention Alliance, International Alliance of Patients’ Organizations, International Atherosclerosis Society, International Council of Nurses, International Diabetes Federation, International Society of Hypertension, International Society of Nephrology, Movendi International, WONCA, World BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 15 Federation of Public Health Associations, World Hypertension League, World Obesity Federation und World Stroke Organization); und • World Obesity Federation. Das Regionalkomitee nahm die Berichte über Lehren aus der COVID-19-Pandemie zur Kenntnis und bat das Sekretariat, den SCRC über Fortschritte bei der Ausarbeitung eines Nachfolgekonzepts für den Aktionsplan zur Verbesserung von Vorsorge- und Bewältigungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO nach dessen Auslaufen im Jahr 2023 auf dem Laufenden zu halten. Bericht der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung: Empfehlungen und Fazit (EUR/RC71/8, EUR/RC71/BG/12, EUR/RC71/BG/13) Prof. Mario Monti, der Vorsitzende der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung, einer vom WHO-Regionaldirektor für Europa eingesetzten unabhängigen Kommission, präsentierte den Abschlussbericht der Kommission mit dem Titel Aus der Pandemie Hoffnung schöpfen: Eine neue Strategie für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung (EUR/RC71/BG/12) und die begleitende Bestandsaufnahme der Evidenz (EUR/RC71/BG13), die beide in der Vorwoche veröffentlicht worden seien. Die Welt sei ohne den nötigen Weitblick in die COVID-19-Krise geraten und sei nicht bereit und in der Lage gewesen, sich angesichts dringender Herausforderungen zu einigen. Die Länder seien in eine Sackgasse geraten, weil sie nur vor der eigenen Haustüre gekehrt und grenzüberschreitende Probleme mit veralteten nationalen Konzepten zu lösen versucht hätten. Künftige Generationen würden den gegenwärtigen nicht für ihre Kurzsichtigkeit danken. Die Welt brauche nun eine neue Zukunftsvision. Die Kommission habe eine kühne neue Strategie für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung vor dem Hintergrund von Pandemien entworfen. Innerhalb der Kommission hätten sich führende Experten aus den Bereichen Politik, Lebenswissenschaften, Ökonomie, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Wirtschaft und Finanzen über die Notwendigkeit neuartiger Lösungsansätze für das weitere Vorgehen geeinigt. Die in dem Bericht genannten sieben Ziele und die damit zusammenhängenden Empfehlungen schafften die nötige Klarheit, um wieder Kurs auf eine ausgewogene, nachhaltige Entwicklung zu nehmen. Die Kommission schlage den Ländern vor, Strategien im Sinne des einheitlichen Gesundheitsansatzes einzuführen, sodass die durch die Schnittstelle zwischen Human-, Veterinär- und Umweltmedizin bedingten Verknüpfungen und Risiken auf koordinierte Art und Weise in Angriff genommen werden könnten. Sie appelliere an die Länder, tief verwurzelte Ungleichheiten zu bekämpfen, unter prekären Umständen lebende Gruppen zu bestimmen und Konzepte zu entwickeln, die ihnen mehr Sicherheit geben. Sie bitte darum, die Risiken und Erträge von Innovationen und Entwicklung gleichmäßig zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor zu verteilen. Sie strebe höhere Investitionen in die Gesundheitssysteme, insbesondere in die primäre Gesundheitsversorgung und die psychische Gesundheitsversorgung, sowie in das Gesundheitspersonal an. Die Kommission unterstreiche die Notwendigkeit der Stärkung von Surveillance, Frühwarnsystemen und Maßnahmen zur Krisenbekämpfung. Sie schlage vor, die Politiksteuerung im Gesundheitsbereich auf globaler Ebene zu verbessern, und zwar durch BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 16 Schaffung eines Globalen Gesundheits- und Finanzrates unter dem Dach der G20, einen Pandemievertrag zur Förderung gemeinsamer Entscheidungsprozesse und eine globale Regelung für Pandemieimpfstoffe. Sie befürworte auch die Einrichtung eines Paneuropäischen Rates für Gesundheitsgefahren und eines Netzwerks für Krankheitsbekämpfung, um das politische Engagement aufrechtzuerhalten und wirksame Antworten auf neu auftretende Bedrohungen zu finden. Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der Paneuropäischen Kommission berichtete, die Bestandsaufnahme der Evidenz habe mit dem Versuch einer Bestimmung begonnen, was bei der Entstehung der COVID-19-Pandemie wann schief gelaufen sei, und mit einer Überlegung, wie sich die Welt nach der Pandemie verändern werde. Die Bestandsaufnahme werde einen neuen konzeptionellen Rahmen für die Determinanten von Gesundheit im 21. Jahrhundert einschließen. Der zweite Teil der Bestandsaufnahme beinhalte die Evidenz, die den konkreten Empfehlungen des Berichts zugrunde liege. Die Mitglieder der Kommission stellten kurz die Ziele des Berichts vor, mit denen sie sich näher befasst hätten. Prof. Louise Fresco sprach von dem einheitlichen Gesundheitsansatz, und Tarja Halonen beschrieb die Maßnahmen, die zur Heilung der Brüche notwendig seien, die während der Pandemie die Gesellschaften entzweit hätten. Prof. Martin McKee sprach von der Macht wissenschaftlicher Innovation zur Förderung und zum Schutz von Gesundheit und von der Notwendigkeit, in leistungs- und widerstandsfähige, inklusive nationale Gesundheitssysteme zu investieren. Sylvie Goulard wies auf die Notwendigkeit hin, eine klarere Unterscheidung zwischen getätigten Gesundheitsausgaben einerseits und sog. Investitionen in Krankheitsprävention und Verbesserungen der Effizienz der Leistungserbringung andererseits zu treffen. Lord Jim O’Neill nannte weitere Einzelheiten über die Empfehlungen der Kommission zur Verbesserung der Politiksteuerung im Gesundheitsbereich auf der globalen Ebene, und Prof. McKee sprach von der Notwendigkeit, Gleiches auf der Ebene der Europäischen Region zu tun. In der anschließenden Aussprache ergriff der Vertreter Sloweniens im Namen der EU und ihrer Mitgliedstaaten das Wort. Die Kandidatenländer Albanien, Montenegro und Nordmazedonien sowie Armenien, Georgien und die Republik Moldau schlossen sich dieser Erklärung an. Die Wege aus der aktuellen Pandemie und zur Verhinderung künftiger Pandemien müssten ressortübergreifenden Charakter haben und einen gesamtstaatlichen Ansatz verfolgen; die Empfehlungen der Kommission würden diesen Anforderungen gerecht. Es bedürfe erheblicher Verbesserungen bei der Verhinderung von Seuchenausbrüchen, beginnend mit dem einheitlichen Gesundheitsansatz, der eine frühzeitige Entdeckung neuer Erreger und eine Verhinderung ihrer Ausbreitung zum Ziel habe. Es komme entscheidend darauf an, die Gesundheitssysteme inklusiver, chancengerechter und leichter zugänglich zu gestalten. Die EU sei insbesondere an den Empfehlungen zur Einbeziehung gesundheitsbezogener Überlegungen in ökonomische Prognosen interessiert. Die Delegierten dankten der Kommission für ihren Mut, lange überfällige politische Veränderungen auf globaler Ebene und auf Ebene der Europäischen Region vorzuschlagen. Der SCRC wurde ermutigt, sich Gedanken über die Einleitung eines Prozesses für die Prüfung der Empfehlungen der Kommission durch die Mitgliedstaaten in der Europäischen Region zu machen. Die Mitglieder des Regionalkomitees dankten der Kommission herzlich für ihre Arbeit zur Bestimmung von Ursachen und möglichen Lösungen für die beispiellosen Herausforderungen, vor denen die Gesellschaften seit zwei Jahren stünden. Die Empfehlungen der Kommission seien sehr aktuell. Die Verhinderung bzw. Bekämpfung von Ungleichheiten sei eine dringende Aufgabe, denn die Pandemie habe die am stärksten benachteiligten und schutzbedürftigen Menschen am härtesten getroffen. Maßnahmen zur Verbesserung von Pandemievorsorge, BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 17 Widerstandsfähigkeit und Wiederaufbau müssten auch die Geschlechterperspektive einbeziehen. Die Pandemie habe gezeigt, wie gesundheitliche Überlegungen bei Analysen und Risikomanagement der Wirtschaft und anderen Politikbereichen zugute kommen könnten. Die Zusammenarbeit an der Schnittstelle zwischen Tier, Mensch und Umwelt sei das Leitprinzip für die Prävention aller Gefahren und für die Bereitschaftsplanung. Der Bericht eigne sich als Blaupause für die Operationalisierung von Zielvorgaben und deren Konkretisierung in einzelne Maßnahmen und Aktionen. In mehreren Wortmeldungen wurde die Notwendigkeit von Investitionen in die primäre Gesundheitsversorgung – und insbesondere deren Personal – im Hinblick auf die Neustrukturierung der Kapazitäten im Bereich Gesundheitssicherheit sowie die Einführung eines einheitlichen Gesundheitsansatzes für die Gesundheit von Mensch und Tier hervorgehoben. Es sei unumgänglich, das Gesundheitswesen zu digitalisieren und ein interoperables „Ökosystem“ mit anderen Politikbereichen zu schaffen. Die Notwendigkeit der Herstellung von Chancengleichheit setze ein starkes Netz der primären Gesundheitsversorgung voraus. Die wichtigsten Akteure in der Gesellschaft, wie Schulen und nichtstaatliche Organisationen, würden dazu beitragen, den Bedürfnissen anfälliger Gruppen besser gerecht zu werden. Mit Blick auf die Entwicklung neuer Strukturen für die Pandemievorsorge in der Europäischen Region erhielt die Kommission viel Lob für ihre Vorschläge für mutige Veränderungen in Bezug auf Gesundheitspolitik und Finanzierungsmechanismen in der Europäischen Region und auf der globalen Ebene. Dennoch bestehe die Notwendigkeit, die erforderlichen Funktionalitäten sorgfältig zu analysieren, Überschneidungen mit bestehenden Mechanismen zu vermeiden und vorhandene Strukturen in der Europäischen Region und auf globaler Ebene zu stärken. Die WHO müsse der zentrale Pfeiler der globalen Gesundheitsarchitektur bleiben und als solcher die Verantwortung für die Ausrichtung und Abstimmung der Reaktionen auf gesundheitliche Notlagen tragen und gleichzeitig Normen setzen. In einer Wortmeldung wurde der Sichtweise der Kommission zugestimmt, dass ein globaler Vertrag erforderlich sei, um die Mechanismen, Initiativen und Grundsätze zu kodifizieren und zu straffen, die die Mitgliedstaaten zur Stärkung der Pandemievorsorge und -bewältigung entwickeln. Der Vertreter der FAO erklärte, seine Organisation befinde sich direkt an der Schnittstelle zwischen Mensch, Tier und Umwelt, könne jedoch unilateral nichts ausrichten. Deshalb habe sie im April 2021 zusammen mit WHO/Europa und der OIE einen Koordinationsmechanismus für den einheitlichen Gesundheitsansatz in Europa und Zentralasien eingerichtet. Das UNEP sei dem Mechanismus im Juni 2021 beigetreten. Der einheitliche Gesundheitsansatz müsse fest auf der nationalen Ebene verankert werden, und die Länder müssten dazu ermutigt werden, in vollem Umfang Eigenverantwortung dafür zu übernehmen. Der Vertreter der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wies auf die dringende Notwendigkeit hin, Personalengpässe im Gesundheitswesen zu beheben. Nach Schätzungen der OECD seien zur Schaffung widerstandsfähiger Gesundheitssysteme zusätzliche Investitionen in Höhe von 1,5% des BIP erforderlich; zwei Drittel dieses Bedarfs entfielen auf die Stärkung des Gesundheitspersonals. Gesundheitsdaten und Gesundheitsinformationssysteme müssten überholt werden. Maßnahmen zum Schutz der psychischen Gesundheit seien für eine gesunde Volkswirtschaft und ein resilientes Gesundheitssystem unverzichtbar. Es sei dringend notwendig, die Investitionen in die öffentlichen Gesundheitsdienste und in das Sozialwesen zu erhöhen und Gesundheit als öffentliches Gut zu schützen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 18 An dieser Stelle wurden von folgenden Organisationen schriftliche Erklärungen eingereicht: EuroHealthNet; European Respiratory Society; und International Federation of Pharmaceutical Manufacturers and Associations. Das Regionalkomitee stimmte dem Vorschlag des 28. SCRC zu, den 29. SCRC mit der Prüfung der Empfehlungen der Kommission und ihrer möglichen Umsetzung in der Europäischen Region zu beauftragen. Bei dieser Analyse müssten auch Mitgliedstaaten aus der Europäischen Region einbezogen werden, die nicht Mitglieder des SCRC sind. Das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung in der Zeit nach COVID-19 (EUR/RC71/9, EUR/RC71/CONF./6, EUR/RC71/CONF./6 Add.1, EUR/RC71/17(B), EUR/RC71/BG/3) Eingangs wurde ein kurzes Video gezeigt, in dem geschildert wurde, wie die Beschäftigten in der primären Gesundheitsversorgung trotz ihres Beitrags zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie auch die gesundheitliche Grundversorgung aufrechterhielten. Der Film befasste sich mit dem Wert einer integrierten primären Gesundheitsversorgung, multidisziplinärer Teams und erweiterter digitaler Gesundheitsangebote und hob die Möglichkeiten hervor, die sich aufgrund der COVID-19-Krise für die Beschleunigung lange überfälliger Reformen ergeben. Die Direktorin der Abteilung Gesundheitspolitik und Gesundheitssysteme der Länder erklärte, die primäre Gesundheitsversorgung bilde den Eintrittspunkt zur Gesundheitsversorgung und das Rückgrat eines widerstandsfähigen Gesundheitssystems. Sie habe eine zweigleisige Reaktion auf die COVID-19-Pandemie ermöglicht: durch Surveillance, Testen und Kontaktverfolgung in der Bevölkerung und die Impfung gegen COVID-19 bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung einer gesundheitlichen Grundversorgung. Die Ergänzung von im direkten Kontakt erbrachten mit mobilen, digitalen und im Fernmodus erbrachten Gesundheitsleistungen ermögliche eine bürgernähere Versorgung, den Zugang zu Fachwissen und eine Einbeziehung räumlich entfernter Angebote. Zu den Herausforderungen für die digitale Umgestaltung gehörten die digitale Kompetenz von Leistungsanbietern und -empfängern und die Vertraulichkeit personenbezogener Daten. Ein klarer Überblick über die gesundheitlichen Bedürfnisse der Bevölkerung und bestehende Zugangsbarrieren werde in Verbindung mit einer umfassenden psychosozialen Unterstützung dafür sorgen, dass niemand zurückgelassen werde. Eine leistungsfähige primäre Gesundheitsversorgung setze ein leistungsfähiges Gesundheitspersonal voraus. Ein integriertes Leistungsangebot in der primären Gesundheitsversorgung müsse den psychischen und sozialen Bedürfnissen des Gesundheitspersonals gerecht werden, durch Verlagerung und Neuverteilung von Aufgaben erweiterte Rollen zuweisen und die Verteilung von Ressourcen innerhalb breiterer Netzwerke ermöglichen. Investitionen in das Arbeitskräfteangebot und Schutz des Personals in der primären Gesundheitsversorgung trügen entscheidend zur Gewinnung und Bindung kompetenter Mitarbeiter bei. Es sei erfreulich, dass viele Länder Ressourcen für den Wiederaufbau nach COVID-19 in die Stärkung der primären Gesundheitsversorgung geleitet hätten. Führungskompetenz sei von entscheidender Bedeutung, und das aktuell starke Engagement der Politik müsse durch Partnerschaften auf nationaler, subnationaler und kommunaler Ebene kanalisiert werden. WHO/Europa habe die primäre Gesundheitsversorgung in den Mittelpunkt des EPW gestellt und stehe bereit, um die Mitgliedstaaten bei ihren diesbezüglichen Bemühungen zu unterstützen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 19 Die designierte Präsidentin der World Organization of Family Doctors erklärte, die Pandemie habe die auch zuvor schon bestehenden Lücken im Gesundheits- und Sozialwesen offenbart und noch ausgeweitet. Qualifizierte, gemeindenahe multidisziplinäre Teams, die ein integriertes Leistungsangebot in der primären Gesundheitsversorgung bereitstellen, könnten zur Schließung dieser Lücken beitragen. Die Leistungserbringer in der primären Gesundheitsversorgung hätten das Vertrauen der Menschen und könnten wirksam für Einführung und Umsetzung gesundheitlicher Maßnahmen werben. In der primären Gesundheitsversorgung werde ein umfassender, patientenorientierter Ansatz verfolgt, der sich von dem fragmentierten, krankheitsorientierten Ansatz der fachärztlichen Versorgung unterscheide. Die Kollateralschäden der COVID-19-Pandemie hätten die Notwendigkeit verdeutlicht, Gesundheit und Lebensumstände parallel zueinander in Angriff zu nehmen. An Diabetes erkrankte Arbeitslose könnten mit guten Ratschlägen zur Ernährung und zur Kontrolle ihres Blutzuckerspiegels wenig anfangen, wenn ihnen die Mittel fehlten, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Schließung der Lücke zwischen Gesundheits- und Sozialwesen setze auch die Bereitstellung von psychosozialer und sonstiger Unterstützung für das an vorderster Linie eingesetzte Personal voraus, das überwiegend aus Frauen bestehe. Die Ausbildung für wie auch innerhalb von Einrichtungen der primären Gesundheitsversorgung sei die beste Art von Unterstützung und erfordere eine langfristige Planung und einen entsprechenden Willen. Die anschließende Diskussion über das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung in der Zeit nach COVID-19 wurde von der Leiterin des Europäischen Zentrums der WHO für primäre Gesundheitsversorgung in Almaty moderiert. Der Gesundheitsminister Sloweniens berichtete, zum Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten seien landesweit Gesundheitsförderungszentren eröffnet worden, deren multidisziplinäre Teams jeweils eng mit der Bevölkerung und dem Sozialwesen vor Ort verknüpft seien. Diese gemeindenahen Gesundheitszentren hätten eine zügige Leistungserbringung zu einer Zeit wachsenden Bedarfs ermöglicht und so Kapazitäten in den Krankenhäusern frei werden lassen, die nun schwer erkrankten Patienten zur Verfügung stünden. Darüber hinaus seien als Reaktion auf den infolge der Pandemie wachsenden Bedarf im Bereich der psychischen Gesundheit gemeindenahe Psychiatriezentren eingeführt worden, um eine fachärztliche Versorgung von Kindern und Erwachsenen sicherzustellen. Die Antwort auf die Pandemie sei zweigleisig erfolgt: dabei hätten die öffentlichen Gesundheitsdienste sich mit der örtlichen Epidemiologie, der bevölkerungsbezogenen Gesundheitsförderung und dem Laborwesen befasst, während die Leistungserbringer in der primären Gesundheitsversorgung sich der eigentlichen Epidemiebekämpfung, also Patientenmanagement, Tests und Impfungen, gewidmet hätten. Der Gesundheitsminister Kasachstans berichtete, dass mobile und digitale Technologien, einschließlich eines international anerkannten elektronischen Impfpasses, während der Pandemie in großem Umfang zum Einsatz gekommen seien. Die Bekämpfung von COVID-19 habe zu einer Reihe von Veränderungen in der primären Gesundheitsversorgung geführt, insbesondere zur Bildung multidisziplinärer Teams, die eine Kontinuität der Versorgung während sämtlicher Phasen der Behandlung sicherstellen sollten. Während der Pandemie hätten Tausende von mobilen Teams die Gesundheitsversorgung den Bürgern näher gebracht, namentlich durch COVID-19-Tests und eine kostenlose Lieferung von Arzneimitteln. Risikogruppen würden mit Hilfe von Audio- und Videotechnologien fernüberwacht, und mobile medizinische Komplexe versorgten ältere Menschen und die Bevölkerung ländlicher Gebiete. Allgemeinärzte kümmerten sich um Patienten mit milden COVID-19-Symptomen, und durch Online-Terminvereinbarung sei die Einhaltung sozialer Distanz ermöglicht worden. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 20 Der Gesundheitsminister Griechenlands berichtete, sein Land habe schon lange vor der Pandemie weitreichende Reformen im Gesundheitswesen durchgeführt. Für eine Ausweitung des Leistungsangebots sei die Nutzung digitaler Gesundheitstechnologien unverzichtbar. Die im Jahr 2012 eingeführten E-Rezepte hätten sich in hohem Maße bewährt und eine erhebliche Kostensenkung bewirkt. Die Verwirklichung der Ziele im Bereich der digitalen Gesundheit sei u. a. durch Weitergabe elektronischer Patientenakten durch Hausärzte und andere befugte Gesundheitsfachkräfte sowie durch Einführung von Fernkonsultationen vorangetrieben worden. Die digitale Umgestaltung der primären Gesundheitsversorgung gehöre zu den obersten Prioritäten der Regierung. Der Generaldirektor der dänischen Gesundheitsbehörde erklärte, leistungsfähige Systeme der primären Gesundheitsversorgung hätten sich während der COVID-19-Pandemie bewährt. In Dänemark habe die Pandemie eine radikale Neuausrichtung des Gesundheitssystems erforderlich gemacht, da viele Hausärzte in beengten Räumlichkeiten arbeiteten. Patienten hätten oft zu anderen Stellen umgeleitet werden müssen, und beim persönlichen Zugang zu Gesundheitseinrichtungen sei eine strenge Prioritätensetzung vorgenommen worden. Digitale Lösungen wie Video-Konsultationen mit Hausärzten hätten sich als äußerst nützlich erwiesen. Die Bürger seien an eine elektronische Kommunikation mit den Behörden gewöhnt, und das Vertrauen in Gesundheitsregister sei hoch. Digitale Tools müssten benutzerfreundlich, gut zugänglich, in die Alltagstechnologien integriert und möglichst auch kostenlos sein. In der anschließenden Aussprache dankten mehrere Mitglieder des Regionalkomitees WHO/Europa für die fachliche und sonstige Unterstützung während der Pandemie. Die Teilnehmer unterstrichen, dass die Pandemie die Dringlichkeit von Investitionen in die primäre Gesundheitsversorgung als wesentliche Voraussetzung für widerstandsfähige Gesundheitssysteme erneut verdeutlicht habe. Es herrschte breite Übereinstimmung darüber, dass die Pandemie sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich gebracht habe. So habe sie bestehende Schwachstellen schonungslos offengelegt und sogar verschärft und damit die langfristigen Folgen mangelnder Investitionen in die primäre Gesundheitsversorgung aufgezeigt. Gleichzeitig habe sie der primären Gesundheitsversorgung die Chance eröffnet, ihren Wert als zentraler Akteur in der Bekämpfung von Pandemien unter Beweis zu stellen. Einrichtungen der primären Gesundheitsversorgung hätten Aufgaben der epidemiologischen Überwachung, der Kontaktverfolgung und Testung sowie der Handhabung asymptomatischer, milder und moderater Verläufe von COVID-19 übernommen. Hausärzte spielten auch eine entscheidende Rolle bei den Impfkampagnen, und das Vertrauen der Bürger in sie habe der Ausbreitung von Impfskepsis entgegengewirkt. Insgesamt sei es den Systemen der primären Gesundheitsversorgung gelungen, zur Bekämpfung der Pandemie beizutragen und gleichzeitig eine gesundheitliche Grundversorgung aufrechtzuerhalten. Die Versorgung in Teams habe sich als besonders resilient erwiesen. Doch der Bedarf an speziellen Gesundheitsleistungen im Zuge der Prioritätensetzung zugunsten der medizinischen Grund- und Intensivversorgung von COVID-19-Patienten habe die Belastung für die primäre Gesundheitsversorgung in den Ländern erhöht. Dies sei manchmal auf Kosten von unentbehrlichen Leistungen und vorbeugenden Angeboten, Vorsorgeprogrammen und geplanten Eingriffen geschehen. Längere Wartezeiten und Verzögerungen beim Zugang hätten sich auch negativ auf die gesundheitliche Chancengleichheit ausgewirkt. Eine leistungsfähige primäre Gesundheitsversorgung werde entscheidend zur Bewältigung des während der Pandemie entstandenen Rückstaus bei Behandlungen und zum Aufbau von Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen unerwünschten Ereignissen beitragen. Die hohe Arbeitsbelastung und die Ressourcenknappheit würden sich auch nach der Pandemie fortsetzen und langfristig negative Auswirkungen auf den Zugang haben, wenn nicht entsprechend Abhilfe geschaffen werde. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 21 Doch die Notwendigkeit der grundlegenden Umgestaltung der primären Gesundheitsversorgung in den Ländern zwecks Anpassung an die Gegebenheiten der Pandemie habe auch erhebliche Möglichkeiten eröffnet. So hätten die Länder verstärkt auf E-Rezepte, im Fernmodus erbrachte und mobile Gesundheitsleistungen, Online-Plattformen für die Terminvereinbarung sowie Gesprächsprotokolle für Allgemeinärzte mittels digitaler Gesundheitslösungen gesetzt. In manchen Ländern sei die primäre Gesundheitsversorgung auch auf die häusliche Pflege ausgeweitet worden, wodurch Kapazitäten und Ressourcen im Krankenhauswesen frei geworden seien. Die COVID-19-Pandemie habe die Effizienzdefizite fragmentierter Systeme zutage treten lassen und die Notwendigkeit besser koordinierter, teambasierter Versorgungsmodelle, einer stärkeren Verflechtung von Leistungen und je nach Umständen eines gewissen Grades an Zentralisierung verdeutlicht. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Leistungserbringern in der psychischen Gesundheitsversorgung und eine Verknüpfung mit öffentlichen Gesundheitsdiensten und sozialen Angeboten werde dazu beitragen, die Kluft zwischen Gesundheits- und Sozialwesen zu schließen. Eine integrierte, umfassende primäre Gesundheitsversorgung könne gewissermaßen als „Torhüter“ für die sekundäre Gesundheitsversorgung fungieren. COVID-19 habe die hohe Anfälligkeit von Menschen mit chronischen Erkrankungen verdeutlicht. Leistungsfähige Gesundheitssysteme erforderten ein gut ausgestattetes, ausreichend bezahltes, kompetentes und motiviertes Gesundheitspersonal, das für eine Neuverteilung von Aufgaben offen sei und durch angemessene Technologien unterstützt werde. Es bedürfe erheblicher Investitionen in die Ausbildung und den Aufbau von Kapazitäten für das Management chronischer Erkrankungen, für die Leistungserbringung im Bereich der psychischen Gesundheitsversorgung und für die Digitalkompetenz. Das Gesundheitspersonal müsse mit dem Wissen und den Instrumenten ausgestattet werden, die zur Bewältigung gegenwärtiger und künftiger Herausforderungen erforderlich seien. Die Digitalisierung sei eine entscheidende Voraussetzung für Maßnahmen zur Stärkung der primären Gesundheitsversorgung. Digitale Lösungen trügen zu einer besseren Verfügbarkeit aktualisierter Informationen über Kapazitäten, Leistungsfähigkeit, Leistungsangebot und Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung bei. Die Infrastrukturen für digitale Gesundheit müssten in der Zeit nach der Pandemie aufrechterhalten werden, und Präsenztermine und mobile und digitale Gesundheitsangebote müssten nebeneinander fortbestehen. Der Schutz personenbezogener Daten müsse eine vorrangige Rolle spielen. Es müssten zusätzliche Anstrengungen unternommen werden, um Zugangsbarrieren zu digitalen Gesundheitsangeboten zu beseitigen und in allen Altersgruppen die Gesundheitskompetenz zu verbessern. Dazu seien vor allem Schulungen für Gesundheitsfachkräfte in Kommunikation dringend erforderlich. Es herrschte breite Übereinstimmung darüber, dass die Lehren aus der COVID-19-Pandemie eine weitreichende Umgestaltung der Gesundheitssysteme ermöglichen würden, und zwar unter Anwendung eines einheitlichen Gesundheitsansatzes und Rückgriff auf die IGV (2005) als Orientierungshilfe. Politische Führungskompetenz, die Entwicklung von Strategieplänen und die Bereitstellung fachlicher Beratung und Unterstützung durch WHO/Europa sowie die Verknüpfung von Maßnahmen auf Ebene der Europäischen Region mit der Arbeit des neu geschaffenen Sonderprogramms für primäre Gesundheitsversorgung seien allesamt von wesentlicher Bedeutung. Der Regionaldirektor wurde gebeten, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die die Metrik für die Kontrolle der Kapazitäten, Leistungsfähigkeit und Durchschlagskraft der primären BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 22 Gesundheitsversorgung entwickeln solle, und eine Fallstudie zur Gewinnung relevanter Erkenntnisse für Politik und umsetzende Behörden in Auftrag zu geben. Die Leiterin der Abteilung Gesundheit bei der OECD erläuterte, die Schwerpunktlegung auf Nachschub und Krankenhauskapazitäten während der Bekämpfung von COVID-19 habe in vielen Ländern zu Störungen bei der Bereitstellung grundlegender Gesundheitsleistungen geführt. Auch wenn eine leistungsstarke primäre Gesundheitsversorgung ein großes Potenzial in Bezug auf fast alle gesundheitlichen Bedürfnisse besitze und so den Bedarf an kostspieligeren Interventionen senke, so erhalte sie doch nur einen kleinen Anteil der Gesundheitsetats der Länder. Allgemeinärzte machten weniger als ein Drittel der Ärzteschaft aus – mit rückläufiger Tendenz. Es müsse mehr dafür getan werden, die Leistungsfähigkeit der primären Gesundheitsversorgung und die Resultate der häuslichen Pflege zu messen, auch für Personen mit chronischen Erkrankungen. Um sicherzustellen, dass die Patienten die richtige Versorgung zur rechten Zeit erhielten, seien eine engere Verflechtung der häuslichen Pflege mit anderen Bereichen des Gesundheitssystems, die systemweite Integration von Daten und leistungsfähigere Informationssysteme erforderlich. Jeder in die digitale Umgestaltung des Gesundheitswesens investierte Euro bringe eine dreifache Rendite. Der Regionaldirektor für die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums, der EU und der NATO bei der Internationalen Organisation für Migration erklärte, die COVID-19-Pandemie habe die Situation von Migranten verschärft und bestehende Ungleichheiten und Diskriminierung vertieft. Migranten stünden bei der Bekämpfung der Pandemie an vorderster Linie, und es müsse darauf hingearbeitet werden, ihnen auch weiterhin die Wahrnehmung ihrer wichtigen Aufgaben innerhalb der Gesellschaft zu ermöglichen. Die primäre Gesundheitsversorgung sei die erste Anlaufstelle, und ihre Zugänglichkeit und Inklusivität für Migranten, Flüchtlinge und andere Menschen ohne festen Wohnsitz müssten verbessert werden. Entscheidungen über die Verteilung von Impfstoffen müssten auf Grundsätzen des Gesundheitsschutzes beruhen und sich an den internationalen Empfehlungen zur Prioritätensetzung orientieren. Die Regierungen müssten alle Migranten in ihre Impfkampagnen einbeziehen. Die Maßnahmen zum Wiederaufbau nach COVID-19 müssten eng mit der Regulierung der Migration verknüpft werden, und die Gesundheit von Migranten müsse in der gesamten Europäischen Region zum festen Bestandteil der primären Gesundheitsversorgung werden. Die Direktorin der Partnerschaft der Nördlichen Dimension für Gesundheit und Soziales teilte dem Regionalkomitee mit, dass die von der Partnerschaft eingesetzte Expertengruppe für die primäre Gesundheitsversorgung eine Studie über Hindernisse für die Bereitstellung von Gesundheits- und Sozialleistungen im Fernmodus in die Wege geleitet habe. Die Digitalisierung von Gesundheits- und Sozialleistungen müsse auf inklusive Weise erfolgen und dürfe nicht vorhandene Ungleichheiten verschärfen. Oftmals seien Personen, die am dringendsten Hilfe benötigten, am wenigsten geneigt, diese online zu suchen. Deshalb sei es äußerst wichtig, den Leistungsempfängern zuzuhören und mit ihnen zu kommunizieren und digitale Lösungen gemeinsam zu gestalten. Es werde ein patientenorientierter Ansatz benötigt, der eine systematische und grundlegende Überarbeitung von Denkweisen und die Aufgabe von Silodenken zugunsten einer inklusiven bereichsübergreifenden und gesamtgesellschaftlichen Mitgestaltung erfordere. In seiner Erwiderung auf die eingegangenen Wortmeldungen erklärte der Regionaldirektor, die Umgestaltung der primären Gesundheitsversorgung in der Europäischen Region in den vergangenen 18 Monaten sei wahrhaft atemberaubend gewesen. Defizite bei der Umsetzung könnten durch Anpassung bewährter Praktiken an nationale Gegebenheiten beseitigt werden, BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 23 und das Europäische Zentrum der WHO für primäre Gesundheitsversorgung in Almaty könne hier wertvolle Unterstützung bieten. WHO/Europa stehe bereit, um die digitale Umgestaltung der Gesundheitsversorgung in der Europäischen Region zu unterstützen. Das Regionalbüro arbeite im Rahmen einer Reihe gemeinsamer Programme eng mit dem Sonderprogramm der WHO für primäre Gesundheitsversorgung zusammen. An dieser Stelle wurde eine Erklärung des European Forum for Primary Care (auch im Namen der European Association for Palliative Care, der European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients’ Associations, von EUROCAM, EuroHealthNet, der International Alliance of Patients’ Organizations, der IFA und der World Organization of Family Doctors) abgegeben. Schriftliche Erklärungen wurden von folgenden Organisationen eingereicht: European Medical Students’ Association; European Society for Medical Oncology; International Association for Hospice and Palliative Care (auch im Namen der European Association for Palliative Care, des European Forum for Primary Care, der IFA und der World Organization of Family Doctors); International Council of Nurses (auch im Namen des European Forum of National Nursing and Midwifery Associations); International Federation of Biomedical Laboratory Science; International Federation of Medical Students’ Associations; und International Diabetes Federation. Das Regionalkomitee nahm die Resolution EUR/RC71/R3 an. Europäische Impfagenda 2030: Mehr Gesundheit für die Zukunft (EUR/RC71/10, EUR/RC71/CONF./7, EUR/RC71/CONF./7 Add.1, EUR/RC71/17(A), EUR/RC71/BG/8, EUR/RC71/BG/9) In einem kurzen Video wurden Hintergrund und Zielsetzung der Europäischen Impfagenda 2030 (EIA 2030) beleuchtet und Beispiele von Impfprogrammen in den Ländern präsentiert. Der Regionaldirektor stellte die EIA 2030, eine der Flaggschiff-Initiativen des EPW, vor, die darauf abziele, durch leistungsfähigere Impfprogramme für mehr Gesundheit zu sorgen, indem sie sich auf folgende drei Grundpfeiler stütze: Chancengleichheit, Impfmaßnahmen im gesamten Lebensverlauf und lokale Lösungen für lokale Herausforderungen. Die COVID-19- Pandemie habe in drastischer Weise an die Bedeutung von Impfungen für den Schutz der Bürger im gesamten Lebensverlauf erinnert. Die EIA 2030 sei in einem von unten nach oben verlaufenden, konstruktiven Verfahren in Abstimmung mit einem breiten Spektrum von Interessengruppen ausgearbeitet worden. Die Fortschritte bei der Umsetzung der EIA 2030 müssten kontinuierlich überwacht und die Ergebnisse analysiert werden. Zu diesem Zweck werde Ende 2021 ein hochrangiger Impfrat unter Beteiligung der verschiedenen relevanten Akteure eingesetzt. Politischer Wille sei der Schlüssel zum Erfolg; die Mitgliedstaaten würden dazu ermutigt, Impfungen in ihre nationalen Gesundheitspläne zu integrieren und sich an der von WHO/Europa eingerichteten Online-Plattform „I commit“ zu beteiligen. Der geschäftsführende Direktor der Abteilung Übertragbare Krankheiten berichtete in einer Bestandsaufnahme der seit Annahme des Europäischen Impfaktionsplans im Jahr 2014 erzielten Erfolge von substanziellen Fortschritten, aber auch von einer Reihe nicht erfüllter Ziele. Die COVID-Pandemie habe sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich gebracht: Während es den Ländern mit hohem Volkseinkommen gelungen sei, ihre Routineimpfpläne einzuhalten, hätten die Länder mit mittlerem Volkseinkommen hier Schwierigkeiten gehabt, sodass sich die Kluft im Impfbereich ausgeweitet habe. Gleichzeitig BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 24 hätten die Mitgliedstaaten einen beträchtlichen politischen Willen gezeigt, die Impfstoffe gegen COVID-19 so weit wie möglich zu verteilen. Die Investitionen in die Impfkampagnen böten die Chance zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der Impfsysteme. Die EIA 2030 sei schon vor Beginn der COVID-19-Pandemie auf der Grundlage der von den Ländern genannten Prioritäten ausgearbeitet worden. Die Mitgliedstaaten hätten sich während der gesamten Dauer der Pandemie weiterhin an ihrer Erstellung beteiligt. Ihre zentrale Vision bestehe darin, zur Verfügbarkeit von Impfstoffen für alle und damit insgesamt zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden beizutragen. Bei der Bekämpfung und Eliminierung impfpräventabler Krankheiten müsse darauf geachtet werden, dass niemand zurückgelassen wird, und die Wirkung der Durchführung von Impfmaßnahmen müsse daher über den gesamten Lebensverlauf hinweg gemessen werden. Im Überwachungs- und Evaluationsrahmen der EIA 2030 werde dementsprechend die zusätzliche Dimension der Rechenschaftslegung hinzugefügt. Die Umsetzung der EIA 2030 setze ein Engagement der Politik und die für evidenzgeleitete Entscheidungsprozesse notwendige fachliche Orientierungshilfe voraus. Praktische Barrieren für Impfungen müssten überwunden werden, und die Empfänger müssten sich bei der Impfung sicher fühlen. Der Vorsitzende des Europäischen Beirats für Immunisierungsfragen erklärte, das augenblickliche Klima bringe erhebliche Risiken, aber auch große Chancen für das Impfwesen in der Europäischen Region der WHO mit sich. Die Risiken seien hoch, da COVID-19 ungeheure Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme gehabt habe und die Routineimpfprogramme ins Stocken geraten seien. Gleichzeitig sei das Bewusstsein für die Bedeutung von Impfungen stärker ausgeprägt als je zuvor. Nach der Pandemie gelte es vor allem, neue Ausbrüche der Masern und Röteln zu bekämpfen. Die zur Eindämmung der Pandemie ergriffenen Maßnahmen hätten die Ausbreitung von anderen übertragbaren Krankheiten wie Influenza und Magen-Darm- Erkrankungen signifikant verringert und damit den enormen potenziellen Nutzen von Präventionsmaßnahmen im Hinblick auf die Entlastung der Gesundheitssysteme verdeutlicht. Dennoch könnten Impfprogramme nur erfolgreich sein, wenn sie aufgrund unabhängiger und objektiver fachlicher Empfehlungen das Vertrauen der Öffentlichkeit hätten. Den fachlichen Beiräten der Länder komme in dieser Hinsicht eine Schlüsselrolle zu. Es gebe nach wie vor Impflücken, deren Schließung eine vorrangige Aufgabe sei. Vertreter der drei Mitgliedstaaten, die den Resolutionsentwurf eingebracht hatten, unterstrichen die entscheidende Rolle von Impfungen bei der Verhinderung von übertragbaren Krankheiten, Behinderungen und Todesfällen und hoben das Impfwesen als einen Kernbereich der primären Gesundheitsversorgung und damit einer nachhaltigen Entwicklung hervor. Zur Umsetzung der EIA 2030 würden wissenschaftliche Erkenntnisse und Innovationen, eine gezielte Stärkung der Bewusstseinsbildung und der Akzeptanz von Impfstoffen, aber auch Solidarität zur Gewährleistung einer Bereitstellung für alle benötigt. Die durch die COVID-19-Pandemie entstandenen Chancen müssten optimal genutzt werden, insbesondere mit Blick auf Impfungen im gesamten Lebensverlauf. Das Regionalkomitee sei dringend aufgefordert, nicht nur den Resolutionsentwurf anzunehmen, sondern auch nach Kräften auf eine effektive Umsetzung der EIA 2030 hinzuarbeiten. Mehrere Mitglieder des Regionalkomitees brachten ihre Unterstützung für die EIA 2030 und den eingebrachten Resolutionsentwurf zum Ausdruck und dankten WHO/Europa für seine Führungsrolle im Bereich des Impfwesens, insbesondere vor dem Hintergrund der COVID-19- Pandemie. Diese habe der Welt die Bedeutung der Fortsetzung von Impfmaßnahmen im gesamten Lebensverlauf vor Augen geführt. Impfstoffe und Impfmaßnahmen seien ein BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 25 zentraler Aspekt der primären Gesundheitsversorgung und trügen entscheidend zur Prävention übertragbarer Krankheiten und zur Entlastung der Gesundheitssysteme und ihrer Beschäftigten bei – und damit zur Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung. Deshalb müssten die Impfprogramme ausreichend finanziert und unterstützt werden. Die in der EIA 2030 vorgenommene dreifache Schwerpunktlegung auf Chancengleichheit, Lebensverlauf und lokale Lösungen sei besonders zu begrüßen. Sowohl innerhalb von als auch zwischen Ländern müsse nach Kräften ein Abbau von Ungleichgewichten angestrebt werden. Kooperationen, Partnerschaften, einschließlich öffentlich-privater Partnerschaften, und Informationsaustausch seien hier von besonderer Bedeutung, nicht nur im Hinblick auf die Entwicklung und Verteilung von Impfstoffen, sondern auch für die Bewusstseinsbildung und die Bekämpfung von Impfskepsis. Bei dieser Zusammenarbeit müsse ein einheitlicher Gesundheitsansatz verfolgt werden, bei dem die Lücken zwischen der menschlichen Gesundheit und der Tiergesundheit geschlossen würden. Die Anwendung der EIA 2030 müsse anhand klar definierter Zielvorgaben und Indikatoren überwacht werden. Den digitalen Technologien komme hierbei eine wesentliche Rolle zu, und ihre Nutzung gelte es zu optimieren, nicht nur im Hinblick auf die Verteilung und Inanspruchnahme von Impfstoffen, und namentlich die Versorgung besonders gefährdeter, schutzbedürftiger und schwer zu erreichender Gruppen, sondern auch für die Erhebung und Analyse von Daten zum Aufbau einer Evidenzgrundlage für weitere Entscheidungsprozesse und für die Konzeptentwicklung. Die Impfstoffproduktion in der Europäischen Region der WHO müsse erhöht werden. Die Mitglieder brachten ihr Bekenntnis zu COVID-19-Impfungen sowie zu Kooperationen in Form bilateraler Vereinbarungen für Impfstoffspenden und durch Beiträge zur COVAX-Fazilität zum Ausdruck. Ein starker politischer Wille werde nicht nur zur Maximierung der Impfanstrengungen vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie, sondern auch zur Stärkung der Routineimpfungen benötigt. Öffentlichkeits- und Überzeugungsarbeit müssten jeweils auf örtliche kulturelle Besonderheiten und Sensibilitäten zugeschnitten werden. Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit dürfe nicht auf Gesundheitseinrichtungen beschränkt sein, sondern müsse auch in den Bildungssystemen erfolgen. In seiner Erwiderung lobte der Regionaldirektor die Solidarität und die Abstimmung zwischen den Mitgliedstaaten, die sich durch deren Beiträge zur COVAX-Fazilität und durch bilaterale Vereinbarungen gezeigt habe. Die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft während der Pandemie habe die Bedeutung der Schaffung neuer Partnerschaften unterstrichen, die im Mittelpunkt der Oslo-Initiative für Arzneimittel stehe. Zur Erholung von der Pandemie sei nicht nur ein Wiederaufbau zum Besseren erforderlich, sondern auch eine vorausschauende Stärkung, bei der Verzögerungen und Rückschläge für die Routineimpfungen abgefedert würden. Alle Menschen jeden Alters müssten überall einen gleichberechtigten Zugang zu Impfungen gegen COVID-19 erhalten. WHO/Europa sei fest entschlossen, die Mitgliedstaaten bei der Überwindung von Impfskepsis zu unterstützen. An dieser Stelle gab eine Vertreterin der IFA, die auch im Namen der European Cancer Organisation, der European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients’ Associations, des European Forum for Primary Care, der International Confederation of Midwives und der International Diabetes Federation (European Chapter) das Wort ergriff, eine gemeinsame Erklärung ab. Schriftliche Erklärungen wurden von folgenden Organisationen eingereicht: European Medical Students’ Assocation; European Society for Medical Oncology; International Council of Nurses, auch im Namen des European Forum of National Nursing and Midwifery Associations; International Federation of Medical Students’ Associations, auch im Namen des BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 26 European Forum of National Nursing and Midwifery Associations und der International Pharmaceutical Students’ Federation; und Standing Committee of European Doctors. Das Regionalkomitee nahm die Resolution EUR/RC71/R4 an. Das Bündnis für psychische Gesundheit: auf dem Weg zu einer Ökonomie des Wohlergehens (EUR/RC71/11, EUR/RC71/CONF./8, EUR/RC71/CONF./8 Add.1, EUR/RC71/17(E), EUR/RC71/BG/4, EUR/RC71/BG/5, EUR/RC71/BG/10) Eingangs wurde ein kurzes Video über die psychische Gesundheitsversorgung in Albanien gezeigt. Bei der Einführung in den Tagesordnungspunkt sagte der Regionaldirektor, im zweiten Jahr der COVID-19-Pandemie sei das Leben für viele Menschen kaum wiederzuerkennen. Die kollektive Psyche habe schwer gelitten, und die oftmals extremen Veränderungen im Alltagsleben hätten eine Vielzahl schwerer psychischer Gesundheitsprobleme hervorgerufen. Die Pandemie habe Defizite in Bezug auf Behandlung und Kapazitäten, Evidenz und Fachwissen, Qualität und Sicherheit sowie die Aufrechterhaltung von Menschenrechten offenbart. Der Handlungsrahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2021–2025) (EFAMH) ziele darauf ab, diese Lücken zu schließen. Diesen innovativen Plan gelte es nun durch ein europäisches Bündnis für psychische Gesundheit zu mobilisieren, und die Mitgliedstaaten würden dringend aufgefordert, diesem beizutreten, für es zu werben und es sich zu eigen zu machen. Die psychische Gesundheit spiele eine wesentliche Rolle. Die Direktorin der Abteilung Gesundheitspolitik und Gesundheitssysteme der Länder schilderte ausführlich die weitreichenden Auswirkungen von COVID-19 auf die psychische Gesundheit in der Europäischen Region der WHO. Auch wenn Gesundheit und Wohlbefinden aller Menschen betroffen gewesen seien, so hätten doch vor allem anfällige Bevölkerungsgruppen mehr gelitten als andere, und die psychische Gesundheitsversorgung sei deutlich beeinträchtigt gewesen. Die Pandemie habe einen Kaskadeneffekt auf die bereits zuvor schlecht vorbereitete psychische Gesundheitsversorgung bewirkt. Im EFAMH würden im Einklang mit dem EPW drei zentrale Prioritäten aufgestellt: die grundlegende Umgestaltung der psychischen Gesundheitsversorgung (Selbstpflege, psychische Gesundheitsversorgung in allgemeinen Gesundheitseinrichtungen, und Langzeitpflege und -betreuung); die Einbindung der psychischen Gesundheitsversorgung und der psychosozialen Betreuung in Vorsorge-, Reaktions- und Wiederaufbaumaßnahmen bei Notlagen; und Gesundheitsförderung und Gesundheitsschutz im gesamten Lebensverlauf sowie Suizidprävention und Schutz der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz. Das Bündnis für psychische Gesundheit setze sich aus Ansprechpersonen für psychische Gesundheit, einem fachlichen Beirat und einer vom Sekretariat unterstützten Arbeitsgruppe „Partnerschaften für psychische Gesundheit“ zusammen. Es werde in der Europäischen Region der WHO eine übergeordnete Struktur für den Wissens- und Erfahrungsaustausch bilden. Die Ziele des Bündnisses bestünden darin, die psychische Gesundheitsversorgung und ihr Leistungsangebot von Grund auf zu verändern, die Investitionen umzugestalten, vorhandene Einstellungen gegenüber psychischer Gesundheit und seelischem Wohlbefinden zu verändern und so die psychische Gesundheit aus ihrem Schattendasein zu befreien. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 27 An dieser Stelle wurde ein kurzes Video gezeigt, in dem die Perspektiven einiger der Teilnehmer des Athener Gipfels zum Thema psychische Gesundheit (Juli 2021) festgehalten wurden. Anschließend fand eine Podiumsdiskussion statt, die von der Regionalbeauftragten für psychische Gesundheit moderiert wurde. In deren Verlauf unterstrich Neil Kelders, ein Aktivist für seelisches Wohlbefinden, die Notwendigkeit, in Bedrängnis geratenen Menschen „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu gewähren. Zoe Rapti, Stellvertretende Gesundheitsministerin Griechenlands mit dem Aufgabenbereich psychische Gesundheit, schilderte die zur Verbesserung der psychischen Gesundheitsversorgung von Kindern und Erwachsenen ergriffenen Maßnahmen. Frank Bellivier, Sondergesandter für psychische Gesundheit beim französischen Gesundheitsministerium, sah dem unter dem Motto „Unsere Rechte respektieren!“ am 5. und 6. Oktober 2021 in Paris stattfindenden Weltgipfel für psychische Gesundheit erwartungsvoll entgegen, und Claudia Marinetti, Leiterin von Mental Health Europe, umriss den möglichen Beitrag ihrer Organisation zum Bündnis für psychische Gesundheit. In der anschließenden Aussprache ergriff der Vertreter Sloweniens im Namen der EU und ihrer Mitgliedstaaten das Wort. Die Kandidatenländer Albanien, Montenegro und Nordmazedonien sowie Armenien, Georgien, die Republik Moldau und die Ukraine schlossen sich dieser Erklärung an. Die psychische Gesundheit müsse im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, insbesondere mit Blick auf junge Menschen und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, und daher auch in den Mittelpunkt der Pläne zum Wiederaufbau nach COVID-19 rücken. Um dieses Ziel zu erreichen, würden höhere Investitionen in die psychische Gesundheitsversorgung und in die Schulung des in diesem Bereich tätigen Personals benötigt. Die EU und ihre Mitgliedstaaten unterstützten uneingeschränkt den EFAMH und seine drei zentralen Prioritäten sowie das darin vorgeschlagene Datenlabor für psychische Gesundheit. Doch müsse dabei Zurückhaltung geübt werden, um die Berichterstattungspflichten der Mitgliedstaaten zu begrenzen. Das am 30. September 2021 einzuweihende Bündnis für psychische Gesundheit müsse tatkräftig unterstützt werden. Die Delegierten anderer Mitgliedstaaten erinnerten daran, dass die Annahme des Aktionsplans für psychische Gesundheit (2013–2020) durch die 66. Weltgesundheitsversammlung zur Schaffung einer modernen, gemeindenahen psychischen Gesundheitsversorgung und zum Schutz der Menschenrechte von Personen mit psychischen Gesundheitsproblemen geführt habe. Doch die COVID-19-Pandemie habe zu einer sprunghaften Zunahme psychischer Gesundheits-probleme und zu Problemen für die psychische Gesundheitsversorgung geführt, den Zugang zu Leistungen erschwert und vorhandene Ungleichheiten verschärft. Zu den besonders stark betroffenen Bevölkerungsgruppen zählten Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, Personen mit psychischen Vorerkrankungen und Angehörige der Gesundheitsberufe. Deshalb seien neue Lösungsansätze wie Ferntermine, verbesserte Informationssysteme, Frühinterventionen bei Psychosen, integrierte digitale Ambulanzen, mobile psychiatrische Teams und gemeindenahe Dienste für Demenzpatienten eingeführt worden. Durch rund um die Uhr erreichbare Hotlines und Notfallhilfeangebote, insbesondere für die Bewältigung von emotionalen Burnouts in den Gesundheitsberufen, sei ein verbesserter Zugang zur psychischen Gesundheitsversorgung geschaffen worden. Die Mitgliedstaaten erkannten die Notwendigkeit von Investitionen in den psychischen Wiederaufbau nach COVID-19 an, namentlich durch Ansetzen an den sozialen Determinanten der psychischen Gesundheit, wofür eine gesamtstaatliche Unterstützung erforderlich sei. Eine Reihe von Mitgliedstaaten hätten Reformen im Psychiatriewesen in Angriff genommen und BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 28 dabei als übergeordnete Ziele verfolgt, die Lebensqualität zu verbessern und die Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu fördern – Themen, die einen engen Bezug zu Menschenrechten aufwiesen. Mehrere Delegationen wiesen auf eine verstärkte Nachfrage nach Angeboten im Bereich der psychischen Gesundheit während und nach Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten hin. Die psychische Gesundheit müsse ein integraler Bestandteil der Pläne für Krisenvorsorge und -bewältigung sein. Andere Lehren aus der COVID-19-Pandemie seien die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes im Bereich der psychischen Gesundheit, wie von WHO/Europa gefordert, der Maßnahmen in Bezug auf Bildung, Soziales und Familien, einen Zugang zu Grünflächen, Bewegungsmöglichkeiten und Freizeitangeboten sowie einen Zugang zu Präventionsangeboten und Sozialleistungen beinhalte. Viele Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit könnten nur durch eine leistungsfähige und interdisziplinäre primäre Gesundheitsversorgung bewältigt werden, und beide Aspekte müssten dringend durch Investitionen gefördert werden. Mehrere Delegierte begrüßten die Erklärung, die auf dem Gipfel über die erforderlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit und die Gesundheitsversorgung in der Europäischen Region der WHO angenommen worden war, der am 22. und 23. Juli 2021 in Athen stattgefunden hatte. Die Teilnehmer begrüßten auch die Empfehlungen des fachlichen Beirats zu den Auswirkungen von COVID-19 auf die psychische Gesundheit in der Europäischen Region der WHO. Sie befürworteten uneingeschränkt den EFAMH, da dieser den Umfassenden Aktionsplan der WHO für psychische Gesundheit (2013–2030) auf Ebene der Europäischen Region operationalisiere. Das Bündnis für psychische Gesundheit wurde als ein lange überfälliges Vehikel auf dem Weg zur Verbesserung der psychischen Gesundheit in der gesamten Europäischen Region gesehen. Es müsse für die Reformierung der psychischen Gesundheitsversorgung werben und durch Förderung von psychischer Gesundheitskompetenz gegen Stigmatisierung und Diskriminierung ankämpfen. Ein Delegierter schlug vor, ähnliche Bündnisse auch auf nationaler Ebene einzurichten. Die Vertreterin der Partnerschaft der Nördlichen Dimension für Gesundheit und Soziales erklärte, psychische Gesundheit im gesamten Lebensverlauf gehöre zu den Querschnittsthemen der im Laufe des Jahres zu verabschiedenden neuen Strategie der Partnerschaft. Neben ihrer Flaggschiff-Initiative zur Förderung des seelischen Wohlbefindens älterer Menschen habe die Partnerschaft eine Kooperation mit der Baltic Sea Youth Platform aufgebaut, um der Sichtweise junger Menschen besser gerecht zu werden, und sei entschlossen, die psychische Gesundheit anderer Gruppen, etwa von Häftlingen, zu fördern. Die psychische Gesundheit sei ein Bereich, in dem eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit (auch mit der Bevölkerung und mit nicht- traditionellen Partnern) besonders sinnvoll sei. Die Partnerschaft unterstütze das Bündnis für psychische Gesundheit. An dieser Stelle wurden von folgenden Organisationen schriftliche Erklärungen eingereicht: European Medical Students’ Association; Mental Health Europe, Alzheimer Europe, EuroHealthNet und World Federation of Occupational Therapists; und World Federation of Societies of Anaesthesiologists. Das Regionalkomitee nahm die Resolution EUR/RC71/R5 an. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 29 Europäisches Arbeitsprogramm 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“: Überwachung von Fortschritten bei seiner Umsetzung (EUR/RC71/5, EUR/RC71/CONF./4, EUR/RC71/CONF./4 Add.1, EUR/RC71/INF./2) Der Regionaldirektor stellte den Messrahmen für das EPW vor, eine Liste von 26 Indikatoren für insgesamt 16 Zielvorgaben aus den SDG, die sich auf die zentralen Prioritäten und vier Flaggschiff-Initiativen des EPW bezögen. Zeitnahe, glaubwürdige und umsetzbare Daten trügen entscheidend zu einer evidenzbasierten Planung und entsprechenden politischen Entscheidungen bei. Für eine bessere Überwachung von Gesundheitstrends und zur Projektion künftiger gesundheitlicher Entwicklungen würden aktuelle, zuverlässige Daten benötigt, die die Gesundheitssysteme in die Lage versetzten, auf die sich ständig verändernden Anforderungen in der Europäischen Region zu reagieren. WHO/Europa habe bereits mit einigen der kleinen Länder in der Region eine partnerschaftliche Zusammenarbeit begonnen und freue sich darauf, alle Länder bei der Umsetzung des Messrahmens durchgehend unterstützen zu können. Die Direktorin der Abteilung Gesundheitspolitik und Gesundheitssysteme der Länder stellte den Messrahmen für das EPW vor, der mit inhaltlichen Beiträgen von insgesamt 82 Experten aus 39 Mitgliedstaaten im Zuge von drei virtuellen Konsultationen entstanden sei. Als Bausteine hätten die Zielvorgaben und Indikatoren des Dreizehnten Allgemeinen Arbeitsprogramms (GPW 13) der Organisation sowie der SDG gedient, die jeweils streng nach ihrer Relevanz für die Belange der Europäischen Region ausgewählt worden seien. Doch es sei klar, dass das EPW vorwärtsgewandt sei und dass für die Messung von bestimmten, in diesem Zusammenhang wichtigen Aspekten, wie der primären Gesundheitsversorgung, der psychischen Gesundheit, der digitalen Gesundheit und den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels, nicht immer geeignete Indikatoren vorhanden seien. Anstatt einer Verzögerung der Annahme des Messrahmens sei dieser zusammen mit einer sog. Entwicklungsliste von 20 für die Europäische Region wichtigen Indikatorbereichen veröffentlicht worden, für die noch erhebliche Arbeit zur Erhebung, Kontrolle und Analyse von Daten erforderlich sei. Diese Arbeit werde in den kommenden Jahren durch den Ausbau der digitalen Gesundheitsinformationssysteme erledigt, der der Antizipierung und Prognose künftiger gesundheitlicher Trends diene. In der anschließenden Diskussion begrüßten Vertreter der Mitgliedstaaten die Tatsache, dass der Kontrollrahmen auf den SDG und auf vorhandenen internationalen Indikatoren basiere und dass seine Zielsetzung darin bestehe, auf eine Vereinheitlichung der Datenanforderungen mit denen anderer internationaler Organe hinzuarbeiten. Es wurde dafür plädiert, grundlegende Informationen über den Entwicklungsstand der nationalen Gesundheitssysteme als Grundlage für das Kontrollsystem sowie eine Stichprobe aus den Zielvorgaben und Resultatindikatoren der SDG für einen konkreten Prozessverfolgungsmechanismus heranzuziehen. Die Notwendigkeit der Anpassung der vorgeschlagenen Indikatoren an die konkreten Bedingungen in der Europäischen Region wurde befürwortet. Um Nachhaltigkeit zu gewährleisten, müsse die Arbeit an der Entwicklungsliste des Handlungsrahmens in die regulären Strukturen und Verfahren von WHO/Europa eingebettet werden. Die Delegierten hoben die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit zwischen der WHO, der Europäischen Kommission und der OECD hervor. Bei der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern gelte es, auf Einheitlichkeit und Stimmigkeit der Maßnahmen zu achten, um ein einheitliches, integriertes Informationssystem zu schaffen und eine Erhöhung der Berichtslasten für die Mitgliedstaaten zu vermeiden. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 30 Der Regionaldirektor wies darauf hin, dass bessere Messungen auch eine bessere Steuerung ermöglichten. Versäumnisse beim Ausbau der Daten- und Managementsysteme müssten unbedingt vermieden werden. Eine Verbesserung der Datenlage und des Datenaustauschs gehöre zu den zentralen Empfehlungen der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung. Zur Heilung der Brüche in der Gesellschaft gelte es festzustellen, wer zurückgelassen worden sei. Er sei fest entschlossen, die Berichtslasten für die Mitgliedstaaten zu verringern. An dieser Stelle wurde von einer Vertreterin der Thalassaemia International Federation, die auch im Namen der International Alliance of Patients’ Organizations und der World Federation of Hemophilia das Wort ergriff, eine gemeinsame Erklärung abgegeben. Ferner wurden von folgenden Organisationen schriftliche Erklärungen eingereicht: European Stroke Organisation; International Diabetes Federation; und European Public Health Alliance, European Alcohol Policy Alliance, Movendi International, EHYT (finnischer Verband für die Prävention von Substanzmissbrauch) und Norwegian Cancer Society. Das Regionalkomitee nahm die Resolution EUR/RC71/R7 an. Programmhaushalt der WHO und nachhaltige Finanzierung (EUR/RC71/12, EUR/RC71/INF./5, EUR/RC71/CONF./9 Rev.1, EUR/RC71/INF./6(A), EUR/RC71/INF./9) Der Exekutivdirektor im Büro des Regionaldirektors präsentierte den Umsetzungsplan für die Europäische Region, in dem das Programm von WHO/Europa zur Verwirklichung der im Programmhaushalt 2022–2023 genannten Resultate für die Europäische Region konkretisiert würden. Die der Europäischen Region nach aktuellem Stand für den Zeitraum 2022–2023 zugewiesene Haushaltskapazität belaufe sich auf 320,5 Mio. US-$. Diese Zahl stelle eine Zunahme um 15% gegenüber dem Haushalt 2020–2021 dar, mache aber immer noch nur 7% des globalen Haushalts aus. Zu den aktuell für WHO/Europa verfügbaren Mitteln gehörten auch eine Kernfinanzierung (ordentliche Beiträge der Mitgliedstaaten) in Höhe von 101 Mio. US-$ und 95 Mio. US-$ an freiwilligen Beiträgen. Es verbleibe noch ein nicht finanzierter Anteil in Höhe von 125 Mio. US-$, was etwa 39% des der Europäischen Region zugewiesenen Etats entspreche. Der von der Weltgesundheitsversammlung genehmigte globale Programmhaushalt der WHO sei in den vergangenen 20 Jahren stetig gestiegen, und parallel dazu seien auch die freiwilligen Beiträge gestiegen; dagegen sei die Höhe der ordentlichen Beiträge nahezu unverändert geblieben. Ein Großteil der freiwilligen Beiträge sei für bestimmte Programme, Länder oder Regionen zweckgebunden, was in anderen Programmbereichen zur Entstehung von „Armutsinseln“ geführt habe. Ein anderes Problem, das insbesondere die Europäische Region betreffe, sei die sehr enge Geberbasis, bei der nur fünf Geber für 77% des Gesamtvolumens der freiwilligen Beiträge für die Sektion „Basisprogramme“ im Programmhaushalt 2020–2021 der WHO aufkämen. Das gegenwärtige Finanzierungsmodell gefährde einen Teil der programmbezogenen Arbeit von WHO/Europa und damit möglicherweise die Umsetzung des EPW. In den vorausgegangenen 18 Monaten habe WHO/Europa eine Mittelbeschaffungsstrategie und eine Argumentationshilfe für Investitionen entwickelt, den Länderbüros und Fachabteilungen zusätzliche Unterstützung bei der Mittelbeschaffung gewährt (namentlich durch Einrichtung einer kleinen Schaltzentrale in Istanbul) und dem Thema nachhaltige Finanzierung auf den Tagesordnungen von Regionalkomitee und SCRC weiter einen hohen Stellenwert eingeräumt. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe des Exekutivrates für nachhaltige Finanzierung schilderte deren Tätigkeit und Beratungen seit ihrer Einsetzung durch den Beschluss EB148(12). Er wies BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 31 darauf hin, dass die freiwilligen Beiträge, die zum größten Teil zweckgebunden seien, nach aktuellem Stand 84% des globalen Programmhaushalts der WHO ausmachten, was die Flexibilität der Organisation und ihre Fähigkeit, schnell und wirksam zu reagieren, beeinträchtige und eher die Geber als die Mitgliedstaaten dazu befähige, Ziele festzulegen. Die Unabhängige Kommission für Pandemievorsorge und -bekämpfung habe empfohlen, die ordentlichen Beiträge auf ein Niveau anzuheben, das zwei Drittel des globalen Programmhaushalts abdeckt, was die derzeitigen Beiträge der Mitgliedstaaten verdreifachen, aber sich deutlich auszahlen würde. Bei einer nicht ausreichend finanzierten WHO sei die Verwirklichung der gesundheitsbezogenen SDG gefährdet; ferner bestehe die Gefahr, dass zur Schließung der durch eine Unterfinanzierung der WHO entstandenen Lücken andere – weniger inklusive und transparente – Mechanismen geschaffen würden. Er wies auf die Bewertung sämtlicher unabhängiger Podien hin, die das Finanzierungsmodell der WHO als „durch und durch marode“ bezeichnet hätten, und appellierte an die Mitgliedstaaten, bei der Unterstützung von Lösungen, die den Anteil nachhaltiger Finanzmittel für die WHO erhöhen, ihre guten Vorsätze zu verwirklichen. Die Arbeitsgruppe habe eine Liste von insgesamt fünf Fragen erstellt, die sie an alle Regionalkomitees mit der Bitte um Rückmeldung übermittelt habe. Bisher hätten die Mitgliedstaaten aus den Regionen Afrika und Südostasien ihre Bereitschaft signalisiert, eine Erhöhung der ordentlichen Beiträge zu prüfen, und zwar schrittweise und mittels eines Wiederauffüllungmodells. Die geschäftsführende Vorsitzende des 28. SCRC und Vorsitzende seiner Arbeitsgruppe zur Finanzierung von WHO/Europa präsentierte den Resolutionsentwurf, der von sechs Mitgliedern der Arbeitsgruppe erstellt und danach vom gesamten Ständigen Ausschuss offiziell angenommen worden sei. Dies werde als deutlicher Hinweis darauf verstanden, dass die Mitgliedstaaten die Schlüssel zu historischen Entscheidungen in der Hand hielten und dass es entscheidend auf eine nachhaltige Finanzierung auf allen drei Ebenen der Organisation und damit auf einen koordinierten Ansatz ankomme. In der anschließenden Diskussion bekundeten die Teilnehmer ihre Unterstützung für den Resolutionsentwurf. Die Mitgliedstaaten zeigten sich willig, eine Erhöhung ihrer ordentlichen Beiträge zu prüfen, evtl. mit einer geeigneten Obergrenze, doch komme es entscheidend darauf an, auch die Effektivität, Rechenschaftslegung und Transparenz in der Arbeit der WHO zu verbessern und ihre Durchschlagskraft auf der Ebene der Länder zu erhöhen. Eine Delegation unterstrich die Bedeutung einer Berücksichtigung des Zeitrahmens sowie anderer Faktoren im Hinblick auf die geplante Erhöhung. Problematisch sei auch die Schaffung eines möglichen Automatismus, da bei einer Festlegung der ordentlichen Beiträge als ein gewisser Prozentsatz des Basishaushalts eine Erhöhung im Programmhaushalt alle zwei Jahre (wie bisher regelmäßig geschehen) dann immer eine Erhöhung der ordentlichen Beiträge nach sich ziehe. Freiwillige Beiträge müssten flexibel, vorhersehbar und mindestens mittelfristig angelegt sein. Sämtliche vorgeschlagenen Veränderungen im Finanzierungsmodell müssten in Bezug auf ihre potenziellen Vorteile und Risiken untersucht werden. Der Direktor für Planung, Mittelkoordinierung und Leistungsüberwachung beim WHO-Hauptbüro erklärte, da die meisten Geber flexibler freiwilliger Beiträge aus der Europäischen Region stammten, könne diese als beispielhaft gelten. Er sei der Ansicht, dass sämtliche Voraussetzungen und Begleitfaktoren für eine Erhöhung der ordentlichen Beiträge zwecks Erhöhung der Flexibilität der Mittel und ihres Volumens auf der Länderebene, wie etwa eine verbesserte Politiksteuerung, Transparenz und Prioritätensetzung, von der Arbeitsgruppe für nachhaltige Finanzierung auf ihrer nächsten Tagung Ende September 2021 geprüft werden müssten. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 32 Der Regionaldirektor erklärte, bei einer Fortsetzung der Arbeit der WHO nach dem gegenwärtigen Finanzierungsmodell sei die Umsetzung des EPW und möglicherweise sogar die Zukunft der Organisation selbst in Gefahr. Zwar habe WHO/Europa zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie in beträchtlichem Umfang kurzfristige Mittel erhalten, doch die meisten freiwilligen Beiträge seien immer noch zweckgebunden, schlecht vorhersehbar und kurzfristig angelegt, und einige wesentliche Programmbereiche seien nach wie vor unterfinanziert. Er bedankte sich bei der kleinen Zahl großer Geber aus der Europäischen Region, die bei Weitem den größten Teil der ordentlichen Beiträge beisteuerten und auch nicht-zweckgebundene freiwillige Beiträge zahlten, und appellierte an die anderen Mitgliedstaaten, deren Beispiel zu folgen. Er appellierte auch an die Mitgliedstaaten aus der Region, sich für eine künftige Erhöhung der ordentlichen Beiträge einzusetzen. Das Regionalkomitee nahm die Resolution EUR/RC71/R6 an. Geschlossene Sitzung: Wahlen und Nominierungen (EUR/RC71/13, EUR/RC71/13 Add.1, EUR/RC71/INF./8) Das Regionalkomitee trat in geschlossener Sitzung zusammen, um zwei Mitglieder für den Exekutivrat zu nominieren und vier Mitglieder des SCRC sowie ein Mitglied in Kategorie 2 für den Ausschuss für Grundsatz- und Koordinationsfragen des Sonderprogramms für Forschung, Entwicklung und Wissenschaftlerausbildung im Bereich der menschlichen Reproduktion zu wählen. Exekutivrat Das Regionalkomitee beschloss, dass die Republik Moldau und die Slowakei sich auf der Weltgesundheitsversammlung im Mai 2022 um die Mitgliedschaft im Exekutivrat bewerben und anschließend zur Wahl stellen sollten. Ständiger Ausschuss des Regionalkomitees für Europa Das Regionalkomitee wählte Frankreich, Montenegro, Spanien und Turkmenistan für eine dreijährige Amtszeit von September 2021 bis September 2024 zu Mitgliedern des SCRC. Ausschuss für Grundsatz- und Koordinationsfragen des Sonderprogramms für Forschung, Entwicklung und Wissenschaftlerausbildung im Bereich der menschlichen Reproduktion Das Regionalkomitee wählte Italien zum Mitglied in Kategorie 2 im Ausschuss für Grundsatz- und Koordinationsfragen des Sonderprogramms für Forschung, Entwicklung und Wissenschaftlerausbildung im Bereich der menschlichen Reproduktion für eine dreijährige Amtszeit ab 1. Januar 2022. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 33 Ein zwecktaugliches WHO/Europa mit mehr Durchschlagskraft in den Ländern (EUR/RC71/14, EUR/RC71/17(I), EUR/RC71/INF./7, EUR/RC71/BG/7) Der Regionaldirektor erklärte, der bei seinem Amtsantritt begonnene Umgestaltungsprozess bei WHO/Europa sei nun abgeschlossen, und das Regionalbüro sei am GPW 13 und am EPW ausgerichtet. Außerdem sei eine dynamische oberste Leitungsebene installiert und ein Netzwerk zur Unterstützung der Bediensteten geschaffen worden, zu dem auch der neue Ombudsmann gehöre. Der Prozess der Überprüfung der Präsenz und Arbeit von WHO/Europa in den Ländern sei in die Wege geleitet worden, und seine Ergebnisse würden zu gegebener Zeit umgesetzt. Die Unterstützung für die Gesundheitspolitik in den Ländern sei durch die Eröffnung der Europäischen Akademie für Führungskompetenz gefördert worden. Der Bericht über die Schaffung eines zwecktauglichen WHO/Europa mit mehr Durchschlagskraft in den Ländern diene der Rechenschaftslegung; in Zukunft werde er in Form eines integrierten Managementberichts präsentiert. WHO/Europa werde auch weiterhin zur Umgestaltung der WHO auf der globalen Ebene beitragen und dafür Sorge tragen, dass die Empfehlungen von der globalen Ebene auch bei den Anstrengungen in der Europäischen Region, die WHO zu einer zwecktauglichen Organisation zu machen, gebührend berücksichtigt würden. Die Sonderberaterin für Umgestaltung und Organisationsentwicklung erklärte, WHO/Europa habe eine Reihe integrierter Veränderungsziele umgesetzt: Abstimmung von organisatorischen Strukturen, Mittelzuweisung und Programmgestaltung auf die Umsetzung des EPW; Verbesserung der Ausrichtung auf die Länder; Unterstützung einer auf Werte gestützten Kultur der Kooperation; Einführung strafferer administrativer Verfahren und Prozesse; Vorantreiben der digitalen Umgestaltung; und Gewährleistung eines gesunden, respektvollen und motivierenden Arbeitsumfeldes. So seien die Strukturen gestrafft und sei die Zahl höherer Führungspositionen reduziert worden, um die Zusammenarbeit zwischen den Fachabteilungen und -programmen des Regionalbüros zu stärken und neue Ansätze in der Planung für die Umsetzung des nächsten Programmhaushalts sowie in der Ausgestaltung der befähigenden Funktionen von WHO/Europa zu erleichtern. Der Direktor der Abteilung Länderunterstützung, Vorsorge- und Sofortmaßnahmen für Notlagen erklärte, der Regionaldirektor habe in täglichem Austausch mit führenden Gesundheitspolitikern in den Ländern gestanden und während seiner Länderbesuche auch mit Vertretern der Gesundheitsberufe und mit Patienten gesprochen. Die Zusammenarbeit mit den Ländern sei dadurch mehr zukunftsorientiert gestaltet worden, dass für Länder, in denen WHO/Europa über eine Länderpräsenz verfügt, im Einklang mit dem EPW zu den bisherigen zweijährigen Kooperationsvereinbarungen (BCA) noch strategische Ausblicke für einen Fünf- Jahres Zeitraum hinzugekommen seien. Auch die Zusammenarbeit auf subregionaler Ebene werde gefördert. So sei die Entwicklung des Fahrplans für Gesundheit und Wohlbefinden in den Ländern des Westbalkans zu begrüßen, und zur Förderung von Kooperationsvereinbarungen mit den Ländern Osteuropas und Zentralasiens sei eigens ein Fachreferat geschaffen worden. Im Einklang mit dem EPW würden Fahrpläne auf subregionaler Ebene ausgearbeitet. Ferner werde angestrebt, die Rolle der Repräsentanten der WHO und der Leiter der Länderbüros zu stärken. Der Exekutivdirektor im Büro des Regionaldirektors berichtete, die Mittelbeschaffung sei forciert worden, und es seien Bemühungen zur Stärkung von Partnerschaften und Bündnissen und zu ihrer Ausrichtung am EPW unternommen worden. Die Kapazitäten der Länderbüros BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 34 müssten erhöht und weitere Ressourcen mobilisiert und außerdem die Beziehungen von WHO/Europa mit nichtstaatlichen Akteuren gestärkt werden. Ein besonderes Augenmerk gelte der Stärkung des Profils der Kooperationszentren der WHO. Die Kommunikationsfähigkeit von WHO/Europa sei in einer schwierigen Phase erfolgreich gestärkt worden, um Falschinformationen und Desinformationskampagnen entgegenzuwirken. Die organisationseigenen Strategien für die Krisen- und Risikokommunikation seien ausgebaut worden, wodurch die Unterstützung für die Mitgliedstaaten erheblich gestärkt worden sei. Der Verkehr auf der Website von WHO/Europa habe exponentiell zugenommen und zeuge von der Nachfrage nach soliden und zuverlässigen Informationen. Eine aktualisierte, stärker benutzerorientierte Website werde im Januar 2022 an den Start gehen. Auch die Beziehungen mit den Medien seien gestärkt worden. In sieben Mitgliedstaaten hätten Freiwillige der Vereinten Nationen gezielt auf eine Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit hingearbeitet. Mit Blick auf die leitenden Organe leiste der SCRC mit seinen Arbeitsgruppen weiter ausgezeichnete Arbeit, und es würden Maßnahmen ergriffen, um die Verfahren für Wahlen und Nominierungen zu stärken und Transparenz und Rechenschaftslegung zu verbessern. Der Direktor der Abteilung Geschäftsabläufe erläuterte, die Steuerung der Arbeitsabläufe werde gestrafft und automatisiert, was zu Zugewinnen an Geschwindigkeit, Effizienz und Transparenz führen werde. Es werde angestrebt, für eine sichere und gesunde Arbeitsumgebung zu sorgen, und WHO/Europa beabsichtige, bei der Schaffung einer globalen Organisation mit Null-Toleranz gegenüber Belästigung, insbesondere sexueller Belästigung, eine Führungsrolle zu übernehmen. Das Konzept zur Prävention und Bekämpfung missbräuchlichen Verhaltens werde in Schulungen für die Bediensteten integriert, und alle Mitarbeiter würden kollektiv zur Schaffung einer respektvollen Arbeitsumgebung beitragen. Die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sei für die Bediensteten besonders wichtig; deshalb sei eine neue flexible Regelung für Telearbeit eingeführt worden. Möglichkeiten für kontinuierliches Lernen und zur Schulung der Mitarbeiter, etwa zur Verbesserung der Führungskompetenz von Führungskräften, seien vorhanden. Mit dem Zustrom von Ressourcen seien die Zahl der Beschäftigten und der Aktivitäten von WHO/Europa gewachsen. Themenbezogene Finanzmittel hätten WHO/Europa in die Lage versetzt, seine Aufgaben zu erfüllen. Zur Umsetzung des EPW würden mehr flexible Mittel benötigt. Die Mitglieder des Regionalkomitees dankten WHO/Europa für seine kontinuierliche und strategische Orientierungshilfe. Um die WHO zwecktauglich zu machen, müssten die Kommunikationskanäle mit dem WHO-Hauptbüro effizienter gestaltet werden, und es müsse angestrebt werden, die Berichtslast für die Mitgliedstaaten zu verringern; für den Informationsaustausch müsse eine formelle Plattform eingerichtet werden. Die Schwerpunktlegung auf die subregionale Zusammenarbeit sei von besonderer Bedeutung, und die Ausarbeitung des Fahrplans für Gesundheit in den Ländern des Westbalkans besonders zu begrüßen. Der Fahrplan diene der Schließung der gesundheitlichen Kluft zwischen den Ländern des Westbalkans und den EU-Staaten durch Festlegung vorrangiger Bereiche und Initiativen und sei ein wesentliches Instrument für mehr Politikkohärenz und ein Weg zu mehr Investitionen in die Gesundheit in der Teilregion Westbalkan. Eine Delegierte Belgiens, die im Namen des Vorsitzenden der Arbeitsgruppe des 28. SCRC zur Arbeit von WHO/Europa auf der Länderebene das Wort ergriff, stellte die Arbeit der Gruppe zur Steuerung der Bestandsaufnahme der Länderpräsenz vor, mit der bewertet werden solle, was WHO/Europa in den Ländern, für die Länder und mit den Ländern tun könne, um seine Zweckdienlichkeit und seine Durchschlagskraft zu erhöhen. Hierzu hätten Beratungen mit Mitarbeitern der WHO, mit Mitgliedstaaten (mit und ohne Länderbüro) und mit anderen BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 35 maßgeblichen Akteuren stattgefunden. Dabei seien konstruktive Beiträge eingegangen, und alle Mitgliedstaaten würden ermutigt, sich an der nächsten Phase des Prozesses zu beteiligen. Die Arbeitsgruppe empfehle eine Fortsetzung der Bestandsaufnahme der Länderpräsenz und ermutige WHO/Europa, neue Wege der Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten zu erproben. Sie empfehle ferner, dem RC72 ein Strategiepapier vorzulegen, in dem skizziert wird, wie WHO/Europa die Mitgliedstaaten mit oder ohne direkte Präsenz der WHO vor Ort wirksamer unterstützen kann. Der Direktor der Abteilung Länderunterstützung, Vorsorge- und Sofortmaßnahmen für Notlagen erklärte, der Prozess der Bestandsaufnahme werde von den Mitgliedstaaten geprägt und finde unter Beteiligung von Mitarbeitern der WHO von allen drei Ebenen der Organisation statt; bisher seien 2021 mehr als 20 Konsultationen durchgeführt worden. Die Rückmeldungen ergäben ein klares Bild: Die Erwartungen der Mitgliedstaaten und die Aufgaben von WHO/Europa veränderten sich. Die COVID-19-Pandemie habe gezeigt, dass alle Mitgliedstaaten von wichtigen Lehren berichten und voneinander lernen könnten. WHO/Europa könne den horizontalen Erfahrungsaustausch fördern. WHO/Europa habe auch eine Schlüsselrolle bei der Förderung von Gesundheit in allen Politikbereichen; aufgrund der Pandemie sei der Wunsch bzw. die Chance, der Gesundheit einen hohen Stellenwert auf der Tagesordnung der Politik zu verschaffen, größer denn je. Führungsarbeit für mehr Gesundheit sei eng mit Kommunikation verknüpft, und WHO/Europa müsse zusammen mit den Gesundheitsministerien darauf hinarbeiten, die Kommunikation zu fördern, Falschinformationen zu bekämpfen und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen. Viele der während der Pandemie eingeführten neuen Arbeitsmethoden hätten WHO/Europa effizienter werden lassen und in die Lage versetzt, ein breiteres Spektrum von Partnern und Interessengruppen zu erreichen. Diese Methoden würden gezielt eingesetzt, vor allem um einen zügigen Erfahrungsaustausch zu erleichtern. Die Mitgliedstaaten hätten die Bemühungen um Neuausrichtung der Ressourcen, der Strategie und der Organisationskultur in Richtung der Länder begrüßt und legten großen Wert auf die Agilität und schnelle Handlungsfähigkeit von WHO/Europa. Die wichtigsten bisherigen Lehren würden in die Planung für den kommenden Zweijahreszeitraum einfließen. Eine Bestandsaufnahme der Möglichkeiten in den Länderbüros sei im Gange. Dieser Prozess werde weiter unter der Regie der Arbeitsgruppe des SCRC stattfinden, und für das RC72 werde ein Strategiepapier zur Länderpräsenz ausgearbeitet. In der anschließenden Diskussion waren sich die Mitglieder des Regionalkomitees über die lebenswichtige Bedeutung einer soliden, ressortübergreifenden Zusammenarbeit einig, insbesondere unter schwierigen Umständen wie der Migrationskrise und der COVID-19- Pandemie. Ein gestärktes WHO/Europa werde hier zu einer schnellen und agilen Bereitstellung flexibler fachlicher Unterstützung beitragen, was eine Stärkung der Gesundheitssysteme in den Mitgliedstaaten bewirken werde. Die Erwartungen der Mitgliedstaaten stiegen, und das Bekenntnis zur Stärkung der Länderpräsenz im Einklang mit dem EPW sei daher besonders zu begrüßen. Eine auf die speziellen Bedürfnisse der Länder zugeschnittene Unterstützung mit entsprechenden Maßnahmen sei am geeignetsten und trage am wirksamsten dazu bei, Kommunikation zu verbessern, Falschinformationen zu bekämpfen und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen. Der Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten sei unverzichtbar, und das Netzwerk der nationalen Ansprechpersonen spiele hier eine bedeutende Rolle. Die direkte Beteiligung der Mitgliedstaaten an der Bestandsaufnahme sei nach wie vor extrem wichtig, und zahlreiche Delegationen hätten ihr Bekenntnis zu dem Prozess zum Ausdruck gebracht. Sie sähen der Präsentation des Strategiedokuments auf dem RC72 erwartungsvoll entgegen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 36 An dieser Stelle gab eine Vertreterin der International Federation of Medical Students’ Associations, die auch im Namen des European Forum of National Nursing and Midwifery Associations und der International Pharmaceutical Students’ Federation das Wort ergriff, eine gemeinsame Erklärung ab. Der Regionaldirektor begrüßte die Erinnerung daran, dass WHO/Europa als gesamteuropäische Organisation politische Entscheidungsprozesse in allen Ländern der Europäischen Region unterstützen könne, nicht nur jenen mit einer Länderpräsenz der WHO. Alle Länder verfügten über einschlägige Erfahrungen, die sie weitergeben könnten. Die Nutzung von Technologien und Innovationen werde der Schlüssel zu einer zügigen, agilen und inklusiven Unterstützung sein. Bei der Fortsetzung der Bestandsaufnahme der Länderpräsenz werde die Arbeit auf allen drei Ebenen der Organisation berücksichtigt. Die Reaktion auf die Ergebnisse der Bestandsaufnahme werde unverzüglich beginnen. Außergewöhnliche Zeiten erforderten außergewöhnliche Maßnahmen, und WHO/Europa habe sich Bedarfsgerechtigkeit, Agilität und Innovation auf die Fahnen geschrieben: als bahnbrechender Akteur innerhalb des Systems der Vereinten Nationen. Akkreditierung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren im Hinblick auf eine Teilnahme an Tagungen des WHO-Regionalkomitees für Europa (EUR/RC71/15, EUR/RC71/CONF./10) Das Regionalkomitee genehmigte die Liste der sechs in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteure, die eine Akkreditierung zwecks Teilnahme an seinen Tagungen gemäß dem auf der 68. Tagung festgelegten Verfahren beantragt hatten. Es stimmte auch der Aufrechterhaltung des Akkreditierungsstatus der 19 zur dreijährlichen Überprüfung anstehenden nichtstaatlichen Akteure zu. Der Regionaldirektor bedankte sich bei allen beteiligten nichtstaatlichen Akteuren für die während der virtuellen Tagung eingereichten schriftlichen und vorher aufgezeichneten Erklärungen. Nichtstaatliche Akteure spielten eine wesentliche Rolle bei der Förderung der öffentlichen Gesundheit, bei der Bereitstellung gemeindenaher Angebote und bei der Gewinnung und Verbreitung von Wissen; sie verliehen den Patienten eine Stimme und stärkten das Vertrauen und trügen so zur Heilung der Brüche in der Gesellschaft bei. Viele von ihnen arbeiteten täglich mit Fachreferaten und Länderbüros von WHO/Europa zusammen und seien wertvolle Partner bei der Umsetzung des EPW. Sie trügen auch entscheidend dazu bei, das Handeln von Regierungen und staatlichen Institutionen zu kontrollieren. An dieser Stelle gab eine Vertreterin der EUPHA (die auch im Namen der sechs neu akkreditierten nichtstaatlichen Akteure sowie der 19 nichtstaatlichen Akteure, deren Akkreditierung verlängert worden war, das Wort ergriff) eine gemeinsame Erklärung ab. Das Regionalkomitee nahm den Beschluss EUR/RC71(2) an. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 37 Angelegenheiten, die sich aus Resolutionen und Beschlüssen der Weltgesundheitsversammlung und des Exekutivrates ergeben (EUR/RC71/16, EUR/RC71/INF./6(A), EUR/RC71/INF./6(B), EUR/RC71/INF./6(C), EUR/RC71/INF./6(D), EUR/RC71/INF./6(E), EUR/RC71/INF./6(F)) Die Exekutivpräsidentin teilte dem Regionalkomitee mit, dass eine Erklärung des zum Bindeglied zwischen dem Exekutivrat der WHO und dem 28. SCRC ernannten Delegierten aus Deutschland auf der Website von WHO/Europa eingestellt worden sei. Die Exekutivpräsidentin erinnerte daran, dass gemäß Absatz 8 der besonderen Regeln und Verfahren für das RC71 Interventionen zu diesem Tagesordnungspunkt nur in Form schriftlicher Erklärungen möglich seien. Fortschrittsberichte (EUR/RC71/17(A), EUR/RC71/17(B), EUR/RC71/17(C), EUR/RC71/17(D) Rev.1, EUR/RC71/17(E), EUR/RC71/17(F), EUR/RC71/17(G), EUR/RC71/17(H), EUR/RC71/17(I)) Die Exekutivpräsidentin erklärte, dass in Übereinstimmung mit den besonderen Regeln und Verfahren für das RC71 die Mitgliedstaaten, die Partnerorganisationen und die nichtstaatlichen Akteure die Gelegenheit erhielten, zu den dem Regionalkomitee zur Prüfung vorgelegten Fortschrittsberichten durch schriftliche Erklärungen Stellung zu nehmen. Die meisten der Fortschrittsberichte seien, wie vom SCRC angeregt, unter den vorausgegangenen Tagesordnungspunkten in Themenblöcken zusammengefasst worden. Sämtliche Berichte würden den in den jeweiligen Strategien und Aktionsplänen der Europäischen Region festgelegten Berichtspflichten gerecht. Das Regionalkomitee nahm die gemäß den jeweiligen Resolutionen anstehenden Fortschrittsberichte zur Kenntnis. Bestätigung von Ort und Zeitpunkt der ordentlichen Tagungen des Regionalkomitees (EUR/RC71/CONF./11) Das Regionalkomitee verabschiedete die Resolution EUR/RC71/R8, mit der es erneut bestätigte, dass seine 72. Tagung vom 12. bis 14. September 2022 in Tel Aviv stattfindet, und mit der es beschloss, die 73. Tagung vom 11. bis 13. September 2023 an einem noch zu bestimmenden Ort abzuhalten. Falls nach Einschätzung des SCRC eine Präsenztagung des Regionalkomitees nicht möglich sei, werde stattdessen an den gleichen Tagen eine virtuelle Tagung stattfinden. Der Repräsentant Israels erklärte, seine Regierung sehe der Ausrichtung des Regionalkomitees im Jahr 2022 erwartungsvoll entgegen und hoffe, dass es wieder in Form einer Präsenztagung stattfinden könne. Ein Link zu einem Video, in dem die Attraktionen des Landes präsentiert werden, wurde über die Chat-Funktion geteilt. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 38 Abschluss der Tagung Der Regionaldirektor fasste die Ergebnisse der Beratungen der vorausgegangenen drei Tage zusammen und bedankte sich bei den Delegierten für ihre Wertschätzung und für ihre Unterstützung der WHO und zeigte Verständnis für ihre Erwartungen an die Organisation in Bezug auf mehr Flexibilität und Rechenschaftslegung. Die Mitgliedstaaten hätten die Notwendigkeit einer nachhaltigen Kernfinanzierung und nachhaltiger themenbezogener Mittel erkannt, die WHO/Europa in der Zeit nach COVID-19 sowie zur Bewältigung der zweiten „Pandemie“ nichtübertragbarer Krankheiten, psychischer Gesundheitsprobleme und anderer Erkrankungen benötige, die sich während der Krise aufgebaut habe. Widerstandsfähige Gesundheitssysteme und eine solide primäre Gesundheitsversorgung seien entscheidende Voraussetzungen für die Verwirklichung der SDG und des EPW. Er bedankte sich bei der Regierung Israels für ihr Angebot, die Tagung des Regionalkomitees im Jahr 2022 auszurichten, und würdigte die Arbeit der Präsidentin, der Exekutivpräsidentin und des gesamten Präsidiums des Regionalkomitees. Schließlich dankte er auch seinen Mitarbeitern, die wie immer über das zu erwartende Maß hinausgegangen seien, insbesondere während der Vorbereitung einer weiteren erfolgreichen Tagung des Regionalkomitees. Die Exekutivpräsidentin dankte den Mitgliedern des 28. SCRC sowie allen Delegierten der Tagung und lobte die ausgezeichnete Arbeit der Bediensteten von WHO/Europa, und vor allem des IT-Referats, die allen Delegierten eine uneingeschränkte Teilnahme an der Tagung ermöglicht habe. Anschließend erklärte sie die 71. Tagung des Regionalkomitees für Europa für beendet. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 39 Resolutionen EUR/RC71/R1. Bericht des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa Das Regionalkomitee – nach Prüfung des Berichts des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa1 – 1. DANKT der Vorsitzenden und der geschäftsführenden Vorsitzenden sowie den Mitgliedern des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses für ihre im Namen des Regionalkomitees geleistete Arbeit; 2. BITTET den Neunundzwanzigsten Ständigen Ausschuss, seine Arbeit auf der Grundlage der während der 71. Tagung des Regionalkomitees geführten Aussprachen und verabschiedeten Resolutionen und Beschlüsse fortzusetzen; und 3. ERSUCHT den Regionaldirektor, gegebenenfalls zu den im Bericht des Ständigen Ausschusses enthaltenen Schlussfolgerungen und Vorschlägen Maßnahmen zu ergreifen und dabei die vom Regionalkomitee auf seiner 71. Tagung vorgebrachten und im Tagungsbericht festgehaltenen Vorschläge und Anregungen umfassend zu berücksichtigen. ________________________________ 1 Dokumente EUR/RC71/3 und EUR/RC71/3 Add.1. EUR/RC71/R2. Bericht des Regionaldirektors über die Arbeit von WHO/Europa im Zeitraum 2020–2021 Das Regionalkomitee – nach Prüfung des Berichts des Regionaldirektors über die Arbeit von WHO/Europa im Zeitraum 2020–20211 und des Überblicks über die Umsetzung des Programmhaushalts 2020– 20212 – 1. DANKT dem Regionaldirektor für diese Berichte; 2. BRINGT seine Anerkennung für die von WHO/Europa im Haushaltszeitraum 2020–2021 geleistete Arbeit ZUM AUSDRUCK; 3. BEKRÄFTIGT seine Unterstützung für das Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“; 4. ERKENNT die Unterstützung und Beratung der Mitgliedstaaten durch WHO/Europa bei der Reaktion auf die COVID-19-Pandemie AN; und 1 Dokument EUR/RC71/4. 2 Dokument EUR/RC71/INF./1. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 40 5. ERSUCHT den Regionaldirektor, bei der Weiterentwicklung der Programme der Organisation und bei der Durchführung der Arbeit von WHO/Europa die während der Beratungen auf der 71. Tagung des Regionalkomitees gemachten Vorschläge zu berücksichtigen und in die Arbeit einzubeziehen. EUR/RC71/R3. Das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung: Lehren aus der COVID-19-Pandemie und Folgen für den künftigen Kurs in der Europäischen Region der WHO Das Regionalkomitee – unter Hinweis auf die Erklärung von Alma-Ata (1978) und die Erklärung von Astana (2018) über die primäre Gesundheitsversorgung sowie auf die in der Resolution WHA72.2 der Weltgesundheitsversammlung, den Resolutionen EUR/RC66/R5, EUR/RC67/R5, EUR/RC68/R3 und EUR/RC69/R8 des Regionalkomitees und der von der 74. Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommenen Politischen Erklärung der Vereinten Nationen über allgemeine Gesundheitsversorgung eingegangenen Verpflichtungen, in der Erkenntnis, dass die primäre Gesundheitsversorgung großes Potenzial zur Verbesserung der körperlichen und psychischen Gesundheit der Menschen und ihres sozialen Wohlbefindens besitzt und dass sie der Eckpfeiler nachhaltiger Gesundheits- und Sozialsysteme ist, wie sie zur Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung benötigt werden, unter Hinweis auf das Dreizehnte Allgemeine Arbeitsprogramm 2019–2023 und das mit der Resolution EUR/RC70/R3 angenommene Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“, in dem die primäre Gesundheitsversorgung als ein zentrales Vehikel zur Verwirklichung von Gesundheit und Wohlbefinden bezeichnet wird, in Anerkennung der Notwendigkeit eines umfassenden und gut abgestimmten Gesundheitssystemansatzes zur Stärkung der primären Gesundheitsversorgung, wie er in dem Operativen Rahmen für die primäre Gesundheitsversorgung erläutert wurde, der von der 73. Weltgesundheitsversammlung im November 2020 angenommen wurde – 1. ERKENNT die Bedeutung einer umfassenden, effizienten und leicht zugänglichen primären Gesundheitsversorgung bei der Verwirklichung der drei zentralen Prioritäten und vier Flaggschiff-Initiativen des EPW AN; 2. BRINGT seine Entschlossenheit ZUM AUSDRUCK, die Lehren aus der COVID-19- Pandemie anzuwenden, um dauerhafte Maßnahmen zur Gestaltung zwecktauglicher Leistungen in der primären Gesundheitsversorgung in die Wege zu leiten, die gewährleisten, dass bei der Verwirklichung der drei zentralen Prioritäten und vier Flaggschiff-Initiativen des EPW niemand zurückgelassen wird; 2. BITTET die Mitgliedstaaten1 EINDRINGLICH: a) die Steuerungsmechanismen für die primäre Gesundheitsversorgung zu stärken, um eine größere Bedarfsgerechtigkeit hinsichtlich der Anforderungen auf regionaler und 1 Und ggf. Organisationen der regionalen Wirtschaftsintegration. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 41 kommunaler Ebene zu erreichen, namentlich durch Einbindung verschiedener Berufsgruppen und ggf. unter Verknüpfung der nationalen mit der subnationalen Ebene, und sicherzustellen, dass sie klar definiert sind, über einen expliziten Auftrag zur Entwicklung von Handlungsrahmen verfügen, die Umsetzung von Veränderungen erleichtern und die erreichten Fortschritte im Auge behalten, b) die Finanzierung und Mittelausstattung für die primäre Gesundheitsversorgung vorrangig zu behandeln, und zwar auf der Grundlage länderspezifischer Argumente für Investitionen in die primäre Gesundheitsversorgung zwecks Beschleunigung von Verbesserungen in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden, mit dem Ziel: i. die kostenlose Bereitstellung grundlegender bzw. umfassender Leistungen der primären Gesundheitsversorgung sicherzustellen und die Kostenerstattung für Arzneimittel bei im Rahmen der Primärversorgung behandelbaren Erkrankungen auszuweiten, um finanzielle Härten abzubauen und ggf. bestehende Versorgungslücken zu schließen, ii. Anreize einzuführen, um Gesundheits- und Pflegepersonal in den verschiedenen Disziplinen, die für eine hochwertige und zwecktaugliche primäre Gesundheitsversorgung benötigt werden, zu gewinnen, zu schulen und zu binden, auch unter Neuverteilung von Zuständigkeiten, iii. die Anwendung digitaler Lösungen zu forcieren, um multidisziplinäre Teamarbeit und Telemedizin zu fördern, und virtuelle Netzwerke zu schaffen, die eine ebenenübergreifende Leistungserbringung ermöglichen, und iv. in eine geeignete Infrastruktur für die Leistungserbringung zu investieren, c) die Qualität der primären Gesundheitsversorgung zu verbessern, indem die Allgemein- und Familienmedizin in multidisziplinäre Teams der primären Gesundheitsversorgung eingebettet wird und so die breiteren psychosozialen Bedürfnisse berücksichtigt werden und indem eine multimodale Leistungserbringung zur Anwendung kommt, bei der die Menschen durch eine Kombination aus Präsenzleistungen sowie mobilen und digitalen Plattformen bürgernah versorgt werden, d) Strategien einzuführen, die eine wirksamere Zusammenführung eines umfassenden Leistungsspektrums über verschiedene Versorgungsebenen hinweg zwecks Schaffung optimaler gemeinsamer Versorgungspfade im Einklang mit den gesundheitlichen Bedürfnissen der Menschen und unter Wahrung einer effizienten Ressourcennutzung bewirken, e) Partnerschaften innerhalb örtlicher Gemeinschaften aufzubauen, auch mit der Zivilgesellschaft sowie mit Patienten und ihren Betreuern, um die Bedürftigsten zu unterstützen und niemanden zurückzulassen, f) sicherzustellen, dass die primäre Gesundheitsversorgung zum zentralen Bestandteil der Stärkung der Vorsorge- und Bewältigungsmechanismen für künftige Notlagen wird, einschließlich ihrer Rolle in einer zweigleisigen Leistungserbringung, die potenziell langwierige Notfallmaßnahmen unterstützt, die Aufrechterhaltung unentbehrlicher Gesundheitsleistungen ermöglicht, die Bedürftigsten erreicht und schützt und auch das zur Bewältigung von Notlagen eingesetzte Gesundheitspersonal schützt, BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 42 g) die primäre Gesundheitsversorgung wirksamer dazu zu nutzen, Gesundheit und Wohlbefinden sowie ein Ansetzen an den sozialen Determinanten von Gesundheit zu fördern, indem i. Brücken zwischen der primären Gesundheitsversorgung, den öffentlichen Gesundheitsdiensten und dem Sozialwesen gebaut werden, ii. Informationen und digitale Lösungen zur Stärkung der Fähigkeit zur Steuerung der Bevölkerungsgesundheit und zur Stratifizierung von Risiken auf der Ebene der primären Gesundheitsversorgung herangezogen werden, um Menschen mit gesundheitlichen und sozialen Anfälligkeiten in Echtzeit zu ermitteln und zu erreichen und ihre personenbezogenen Daten zu schützen, iii. Anreize für Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention, Früherkennung und Krankheitsmanagement geschaffen werden und iv. in Gesundheitskompetenz, einschließlich digitaler Gesundheitskompetenz, investiert wird, h) die primäre Gesundheitsversorgung als Schaltstelle für die Umsetzung der Flaggschiff-Initiativen des EPW zu positionieren, indem eine grundlegend umgestaltete psychiatrische Versorgung in die primäre Gesundheitsversorgung eingebettet wird, über die primäre Gesundheitsversorgung wirksame Impfangebote wie Impfungen gegen COVID-19 bereitgestellt werden, die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung in der primären Gesundheitsversorgung verankert wird und verhaltensbezogene und kulturelle Erkenntnisse in die Gestaltung, Bereitstellung und Evaluation der primären Gesundheitsversorgung einbezogen werden, und i) in Leistungsüberwachung und Leistungsmanagement im Bereich der primären Gesundheitsversorgung zu investieren und sich an nationalen und länderübergreifenden Forschungsarbeiten und -netzwerken zu beteiligen, um alternative Lösungsansätze für die Stärkung der primären Gesundheitsversorgung während der Pandemie und danach zu dokumentieren; 3. ERSUCHT den Regionaldirektor: a) weiterhin für die primäre Gesundheitsversorgung als ein zentrales strategisches Vehikel für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in der Europäischen Region der WHO zu werben, b) die Mitgliedstaaten zu unterstützen, indem er für Investitionen in die primäre Gesundheitsversorgung wirbt, Handlungsoptionen für die Verwirklichung der vorstehend genannten Ziele aufzeigt und situationsgerecht Anleitung bei der Umsetzung der ausgewählten Strategien gibt, c) in internationale Austauschforen zu investieren, um durch Aktualisierung des internationalen Erkenntnisstandes über die primäre Gesundheitsversorgung mittels Unterstützung einschlägiger Forschungsarbeiten und Veröffentlichung von Grundsatzpapieren und länderbezogenen Fallstudien zur Unterstützung regionsweiter und subregionaler Netzwerke für den Erkenntnisgewinn zu Veränderungen zu ermutigen und die gewonnenen Erkenntnisse an politische Entscheidungsträger und umsetzende Akteure weiterzuleiten, d) ein Netzwerk aus nationalen Ansprechpersonen für die primäre Gesundheitsversorgung einzurichten und regionsweite bzw. subregionale BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 43 Plattformen zu schaffen, die den praktischen Erfahrungsaustausch zwischen den Ländern mit Schwerpunkt auf der Überwindung von Hindernissen bei der Umsetzung vorantreiben, e) auf nationaler und subnationaler Ebene Maßnahmen zur Kompetenzbildung für politische Entscheidungsträger, Führungskräfte und Leistungsanbieter im Bereich der primären Gesundheitsversorgung zu entwickeln und einzuführen und f) die Metrik für die Messung und Beobachtung von Durchschlagskraft, Leistungsfähigkeit und Kapazitäten der primären Gesundheitsversorgung innerhalb von Ländern und ggf. länderübergreifend weiterzuentwickeln, Möglichkeiten für eine Beschleunigung von Verbesserungen aufzuzeigen und bewährte Handlungsoptionen zu bestimmen, die zwischen Ländern ausgetauscht werden können. EUR/RC71/R4. Die Europäische Impfagenda 2030 Das Regionalkomitee – nach Prüfung der Europäischen Impfagenda 2030 (Dokument EUR/RC71/10), in Anerkennung der Bedeutung von Impfmaßnahmen als eine der erfolgreichsten und kosteneffektivsten Interventionen im öffentlichen Gesundheitswesen und damit der hohen Investitionsrenditen aus derartigen Maßnahmen, unter Hinweis auf den maßgeblichen Beitrag, den erfolgreich durchgeführte nationale Impfprogramme zur Verringerung der Mortalität und Morbidität aufgrund von impfpräventablen Krankheiten, zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung, zur Verhinderung antimikrobieller Resistenzen, zur Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit im gesamten Lebensverlauf und zur Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung leisten, in Anerkennung der in der Europäischen Region der WHO durch die Umsetzung des Europäischen Impfaktionsplans (2015–2020) erzielten Fortschritte und in dem gleichzeitigen Bewusstsein, dass Impflücken zwischen und in den Ländern der Region zu Ausbrüchen impfpräventabler Krankheiten führen können, unter Hinweis auf das Dreizehnte Allgemeine Arbeitsprogramm 2019–2023 und das mit der Resolution EUR/RC70/R3 angenommene Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“ (EPW) und in Anerkennung der Europäischen Impfagenda 2030 als eine der Flaggschiff-Initiativen des EPW, unter Hinweis auf seine früheren Resolutionen zur Stärkung der nationalen Immunisierungssysteme durch die Eliminierung von Masern und Röteln und Prävention von kongenitalen Röteln in der Europäischen Region der WHO (Resolution EUR/RC55/R7), zur Erneuerung des Engagements für die Eliminierung von Masern und Röteln und die Prävention der Rötelnembryopathie in der Europäischen Region der WHO bis zum Jahr 2015 und die nachhaltige Unterstützung für den poliofreien Status in der Europäischen Region der WHO (Resolution EUR/RC60/R12) sowie zum Aktionsplan für Maßnahmen des Gesundheitswesens gegen Virushepatitis in der Europäischen Region der WHO (Resolution EUR/RC66/R10), BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 44 in Anerkennung der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der anhaltenden COVID19-Pandemie sowie künftiger Pandemien oder Notlagen und unter Hinweis auf die wichtige Rolle, die Impfmaßnahmen im Hinblick auf die Minderung der von derartigen Ereignissen ausgehenden Risiken spielen können, in Anerkennung der Notwendigkeit politischer Entschlossenheit, der Eigenverantwortung der Länder und gemeinsamer Maßnahmen aller maßgeblichen Akteure für die Verwirklichung einer allgemeinen Immunisierung, die auch die am stärksten marginalisierten und unterversorgten Gemeinschaften umfasst, getreu der Maxime, niemanden zurückzulassen, in dem Bewusstsein einer voraussichtlichen Geltungsdauer dieser Resolution bis 2030 – 1. NIMMT die Europäische Impfagenda 2030 mitsamt ihrer Vision, Zielsetzungen, strategischen Prioritäten, Schwerpunktbereiche und Steuerungsstruktur sowie ihres Rahmens für die Überwachung, Evaluation und Rechenschaftslegung AN; 2. UNTERSTÜTZT die Umsetzung der Europäischen Impfagenda 2030 als Flaggschiff- Initiative des EPW; 3. BITTET die Mitgliedstaaten1 EINDRINGLICH: a) das Engagement für Impfmaßnahmen als gesundheitspolitische Priorität zu verstärken und sich zur Verwirklichung der in der Europäischen Impfagenda 2030 enthaltenen Vision und Zielsetzungen zu verpflichten, b) zu gewährleisten, dass Impfprogramme in Koordination mit anderen Gesundheitsprogrammen arbeiten, um die Bereitstellung von Angeboten der primären Gesundheitsversorgung zu stärken und durch die wirksame Bereitstellung von Impfangeboten für gefährdete und marginalisierte Gemeinschaften zur Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung und einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen, c) datengesteuerte Impfkonzepte und -strategien zu entwickeln, die an den jeweiligen Gegebenheiten im Land ausgerichtet sind, eine angemessene und dauerhafte Finanzierung von Impfprogrammen zu gewährleisten, auf allen Ebenen die Politiksteuerung zu verstärken und Kapazitäten beim Gesundheitspersonal auszubauen und Kooperationen innerhalb und außerhalb des Gesundheitswesens zu untersuchen und zu schaffen, um die Zugänglichkeit und die Bereitstellung von Impfmaßnahmen im gesamten Lebensverlauf zu verbessern, d) ihre Anstrengungen zur Erreichung einer hohen und ausgewogenen Durchimpfung in jedem subnationalen Gebiet und in jeder Gemeinschaft zu intensivieren, und zwar durch die Festlegung angemessener Modalitäten für eine entsprechende Leistungserbringung und die Entwicklung von Lösungen auf kommunaler Ebene auf Grundlage eines evidenzgeleiteten Verständnisses für die vor Ort bestehenden Herausforderungen, e) Impfmaßnahmen in allen Gemeinschaften und im gesamten Lebensverlauf zu fördern und für eine hohe Nachfrage zu sorgen, gestützt auf ein gutes Verständnis der Triebkräfte und Barrieren für Impfmaßnahmen sowie durch eine enge Zusammenarbeit mit kommunalen Gemeinschaften bei der Entwicklung und 1 Und ggf. Organisationen der regionalen Wirtschaftsintegration. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 45 Umsetzung angemessener maßgeschneiderter Interventionen, die einer möglichen Impfstoff- und Impfskepsis entgegenwirken, f) durch die Stärkung der nationalen Regulierungsprozesse, den Ausbau entsprechender Beschaffungskapazitäten und -mechanismen und die Stärkung der Lieferketten für Impfstoffe die rechtzeitige Verfügbarkeit von Impfstoffen von gesicherter Qualität zu gewährleisten, um Engpässe bei Impfstoffen zu verhindern, g) subregionale Kooperationen im Hinblick auf angemessene Mechanismen für die Impfstoffbeschaffung zu prüfen, u. a. zur Unterstützung der vorhandenen Kapazitäten bei der Impfstoffherstellung, und einen Dialog über eine freiwillige Lizenzierung und einen Technologietransfer in Kooperation mit den relevanten Stellen zu fördern, h) die für die Krankheitsüberwachung vorhandenen Systeme zu stärken, um eine rasche Entdeckung von und Reaktion auf Ausbrüche impfpräventabler Krankheiten zu ermöglichen und die entsprechende Vorsorge, die Bereitstellung von Impfstoffen sowie eine wirksame Überwachung der Impfstoffsicherheit zu stärken, und die Widerstandsfähigkeit der Impfprogramme zur Aufrechterhaltung ihrer Leistungsfähigkeit während Notlagen zu gewährleisten, i) die Verfahrensforschung zu fördern und innovative Ansätze zu prüfen, um die Reichweite der Impfprogramme zu erhöhen, ihre Wirksamkeit zu verbessern und Impflücken in Gemeinschaften zu schließen, und j) Bericht zu erstatten über die Überwachungsindikatoren der Europäischen Impfagenda 2030 entsprechend den geltenden Berichtsfristen und bestehenden Berichtspflichten sowie entsprechenden Systemen; 4. ERSUCHT den Regionaldirektor: a) die Mitgliedstaaten mithilfe von Überzeugungsarbeit im Hinblick auf Investitionen in das Impfwesen im Bereich der primären Gesundheitsversorgung zu unterstützen, b) die Mitgliedstaaten bei der Durchführung der COVID-19-Impfungen und der Umsetzung von datengesteuerten maßgeschneiderten Strategien für Routineimpfungen entsprechend den Bedürfnissen von Einzelpersonen und Gemeinschaften sowie bei der Verwirklichung der Zielsetzungen der Europäischen Impfagenda 2030 zu unterstützen, c) einen hochrangigen Impfrat einzusetzen, der sich aus unabhängigen Sachverständigen verschiedener Bereiche zusammensetzt und der sich für mehr politische Entschlossenheit und die Zuweisung angemessener finanzieller Ressourcen für den Ausbau und die Aufrechterhaltung der Impfprogramme und Surveillance-Programme für impfpräventable Krankheiten in den Mitgliedstaaten einsetzen soll, um so die Vision und die Zielsetzungen der Europäischen Impfagenda 2030 zu verwirklichen, d) einen Rahmen für die Überwachung, Evaluation und Rechenschaftslegung zu entwickeln, um die Fortschritte hinsichtlich der Erreichung der Überwachungs- und Evaluationsindikatoren der Europäischen Impfagenda 2030 unter weitestgehendem Rückgriff auf bereits vorhandene Datenquellen zu überwachen, und den Mitgliedstaaten bei der Einrichtung eigener Mechanismen für die Erfolgskontrolle BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 46 und die Rechenschaftslegung auf nationaler und subnationaler Ebene mit Rat und fachlicher Unterstützung zur Seite zu stehen, e) subregionale Umsetzungsmechanismen und entsprechende Plattformen einzurichten und zu stärken, um den Austausch praktischer Erfahrungen zwischen den Ländern zu ermöglichen, unter Schwerpunktlegung auf die Überwindung von Barrieren bei der Umsetzung und mit Blick auf die Verwirklichung der Vision und der Zielsetzungen der Europäischen Impfagenda 2030, f) die Mitgliedstaaten bei der Stärkung der nationalen Beschaffungskapazitäten und -mechanismen sowie bei der Stärkung der Lieferketten für Impfstoffe zwecks Vermeidung von Versorgungsengpässen zu unterstützen, g) die Verfahrensforschung und innovative programmatische Ansätze und Strategien durch evidenzgeleitete Entscheidungsprozesse zu unterstützen, einschließlich der Gewinnung eines besseren Verständnisses für die Nachfrage der Bevölkerung nach Impfmaßnahmen und deren Akzeptanz mit dem Ziel, auf subnationaler Ebene Impflücken zu schließen und die Ausweitung erfolgreicher Strategien zu beschleunigen, um die Widerstandsfähigkeit nationaler Impfsysteme zu gewährleisten, h) eine Abstimmung zwischen regionsweiten und nationalen Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens sowie nationalen und subnationalen Interessengruppen und Partnern zu fördern und sie zur Koordination ihrer Anstrengungen zu ermutigen, und strategische Stoßrichtungen vorzugeben, um die Umsetzung der Europäischen Impfagenda 2030 zu fördern, und i) dem Regionalkomitee alle zwei Jahre über die im Hinblick auf die Umsetzung der Europäischen Impfagenda 2030 erzielten Fortschritte Bericht zu erstatten und dem Regionalkomitee auf dessen 77. Tagung eine Halbzeitbilanz sowie auf dessen 82. Tagung einen Abschlussbericht vorzulegen. EUR/RC71/R5. Handlungsrahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2021–2025) Das Regionalkomitee – in Anerkennung der zentralen Bedeutung der psychischen Gesundheit für das individuelle Wohlbefinden und für eine nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung sowie des ungeheuren Leidens, der gesundheitlichen Einbußen und der verringerten Möglichkeiten aufgrund psychischer Gesundheitsprobleme in der Europäischen Region der WHO, in Anbetracht der sowohl durch den Europäischen Aktionsplan für psychische Gesundheit (2013–2020) als auch den Umfassenden Aktionsplan für psychische Gesundheit (2013–2030) der WHO erreichten Fortschritte, aber auch im Bewusstsein der erheblichen noch verbleibenden Lücken beim Zugang zu Leistungen und bei der Versorgung von Menschen, die mit psychischen Gesundheitsproblemen oder einer psychosozialen, kognitiven oder geistigen Behinderung leben oder davon bedroht sind, in Anerkennung der beträchtlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Individuen, Familien und örtlichen Gemeinschaften in allen Teilen BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 47 der Europäischen Region sowie der unverhältnismäßig starken Folgen für verschiedene gefährdete Gruppen, in Kenntnis des Beschlusses WHA74(14) der Weltgesundheitsversammlung über Vorsorge- und Gegenmaßnahmen im Bereich der psychischen Gesundheit während der COVID-19-Pandemie – 1. NIMMT den Handlungsrahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2021–2025) als Grundlage für verstärkte Bemühungen in der gesamten Region zur Förderung des seelischen Wohlbefindens und zur Bereitstellung besserer Angebote für die Prävention, Behandlung und Rehabilitation psychischer Erkrankungen AN; 2. BRINGT seine Unterstützung für die erklärten Ziele und erforderlichen Maßnahmen dieses Handlungsrahmens ZUM AUSDRUCK; 3. UNTERSTÜTZT die Umsetzung dieses Handlungsrahmens im Rahmen eines paneuropäischen Bündnisses für psychische Gesundheit, einer Flaggschiff-Initiative des Europäischen Arbeitsprogramms 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“ (EPW); 4. BITTET die Mitgliedstaaten EINDRINGLICH: a) ihre politische Entschlossenheit und Führungsrolle zu bekräftigen, um das Thema psychische Gesundheit in den Mittelpunkt der Bemühungen um Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung zu stellen, und den umfassenden Beitrag der psychischen Gesundheitsversorgung zur Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung anzuerkennen, b) ausreichende Finanzmittel für die psychische Gesundheit zur Verfügung zu stellen, die zur Förderung von Chancengleichheit beim Zugang zu einer hochwertigen Versorgung und zur Minimierung finanzieller Härten mobilisiert und zugeteilt werden, und Ressourcen für die psychische Gesundheit effizienter zu nutzen, u. a. durch die Verzahnung mit Programmen für die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Erkrankungen und anderen entsprechenden vorrangigen Programmen, c) Steuerungsstrukturen, Rahmenkonzepte und Vorschriften zugunsten der psychischen Gesundheit zu fördern, die dem Aufbau von Partnerschaften und einer geteilten Rechenschaftslegung innerhalb von Ressorts und über Ressortgrenzen hinweg dienen, um die Führungskompetenz innerhalb örtlicher Gemeinschaften zu fördern und wirtschaftliche und soziale Partner sowie die Zivilgesellschaft einzubinden, d) die psychische Gesundheit zu fördern und sicherzustellen, dass die sozialen Determinanten psychischer Gesundheitsprobleme, einschließlich des Geschlechts, in Angriff genommen werden und dass die Unterstützung von örtlichen Gemeinschaften und Familien sowie das Sozialkapital gestärkt werden, um die Entstehung psychischer Gesundheitsprobleme zu verhindern bzw. ihre Folgen einzudämmen, e) die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen angesichts der unmittelbaren und mittelbaren negativen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und der mit ihr einhergehenden Folgen für ihr Leben BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 48 (einschließlich der Unfähigkeit, wie gewohnt zur Schule zu gehen oder andere Bildungseinrichtungen zu besuchen) als vorrangiges Anliegen zu behandeln und Konzepte einzuführen, die für Bildungs-, Jugend-, Kultur- und Sportorganisationen Anreize schaffen, sich um gefährdete Personen zu kümmern und sie zu unterstützen, f) sicherzustellen, dass hochwertige Angebote zum Schutz der psychischen Gesundheit entwickelt und entsprechend ausgestattet werden, indem: i. die psychische Gesundheitsversorgung und das dazugehörige Personal durch Einbeziehung multidisziplinären Fachwissens für die Prävention und Behandlung psychischer Gesundheitsprobleme ebenso wie die psychosoziale Rehabilitation und berufliche Unterstützung von Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen gestärkt werden, wodurch allmählich eine allgemeine Gesundheitsversorgung verwirklicht wird und bestehende Ungleichheiten, die sich hartnäckig in der gesamten Europäischen Region halten, abgebaut werden, ii. die Verfügbarkeit, Zugänglichkeit, Kapazitäten und Bezahlbarkeit einer sicheren, wirksamen psychischen Gesundheitsversorgung und entsprechenden Behandlung sowie psychosozialen Unterstützung für Menschen mit diskreten oder komorbiden psychischen Gesundheitsproblemen und Behinderungen erhöht wird bzw. werden, ggf. auch über digitale Plattformen und durch (virtuelle) Fernunterstützung und -behandlung, iii. die Anstrengungen zur Deinstitutionalisierung der psychischen Gesundheitsversorgung und zur Bereitstellung von Leistungen, die in örtlichen Gemeinschaften und Familien sowie im Umgang mit diesen erbracht werden und die in enger Abstimmung mit der primären Gesundheitsversorgung, dem Sozialwesen und zivilgesellschaftlichen Organisationen erfolgen, intensiviert werden, um eine integrierte und patientenorientierte Versorgung und Unterstützung von Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen sowie deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu gewährleisten, iv. geeignete Handlungskonzepte eingeführt werden, um eine angemessene Zahl qualifizierter und kompetenter Fachkräfte im Bereich der psychischen Gesundheitsversorgung zu gewinnen, auszubilden und zu binden, die durch effektives Management, eine wirksame Aufsicht und angemessene Vergütung unterstützt werden, v. die Anstrengungen zur Förderung der psychischen Gesundheit in allen Ressorts gestärkt werden, u. a. durch den Aufbau von Umfeldern, die der psychischen Gesundheit und einer entsprechenden Widerstandsfähigkeit zugutekommen, und indem die psychische Gesundheitskompetenz unter Fachkräften auch über das Gesundheitswesen hinaus verbessert wird, und vi. die Einbindung von Leistungsempfängern, Familien und Betreuern in die Planung, Bereitstellung und Evaluation einer patientenorientierten Versorgung sichergestellt wird, g) Forschung und Wissensmanagement zu unterstützen, u. a. durch Erfahrungsaustausch und die Ausweitung der Anwendung evidenzbasierter BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 49 Strategien zur Verbesserung der Qualität der psychischen Gesundheitsversorgung, und h) die Bereitstellung von Informationen über Fragen der psychischen Gesundheit und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit dafür zu fördern, Stigmatisierung und Diskriminierung zu bekämpfen und die Integration und Unterstützung von Menschen, die einem erhöhten Risiko für psychische Gesundheitsprobleme ausgesetzt sind, zu begünstigen; 5. ERSUCHT den Regionaldirektor: a) die Mitgliedstaaten zu unterstützen, indem er für Investitionen in die psychische Gesundheitsversorgung wirbt und Handlungsoptionen aufzeigt, die der Verwirklichung der in dem Handlungsrahmen genannten Ziele dienen und an die Gegebenheiten in den einzelnen Ländern angepasst sind, b) die Sammlung von Erkenntnissen über die Auswirkungen von COVID-19 auf die psychische Gesundheit und die zu deren Abwendung notwendigen Maßnahmen fortzusetzen, etwa durch innovative Lösungsansätze für die Einführung effektiver und chancengerechter Handlungskonzepte für eine integrierte, patientenorientierte psychische Gesundheitsversorgung und die ressortübergreifende Förderung der psychischen Gesundheit, und c) ein paneuropäisches Bündnis für psychische Gesundheit, einschließlich Arbeitsgruppen aus Vertretern der Mitgliedstaaten und anderen maßgeblichen Akteuren, einzurichten, um für Handlungskonzepte und Investitionen zur Förderung der psychischen Gesundheit zu werben, Stigmatisierung und Diskriminierung zu bekämpfen, Forschung zu fördern, die Weiterentwicklung des Leistungsangebots im Bereich der psychischen Gesundheit zu unterstützen und zur Schaffung von auf Zusammenhalt gegründeten Gesellschaften beizutragen, die auf das gemeinsame Ziel hinarbeiten, eine Ökonomie des Wohlergehens zu schaffen. EUR/RC71/R6. Nachhaltige Finanzierung der WHO in der Europäischen Region Das Regionalkomitee – in Anerkennung der Bedeutung von Gesundheit für die Gewährleistung einer nachhaltigen sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung auf globaler Ebene, der Ebene der Region und der Ebene der Länder, in der Erkenntnis, dass das WHO-Regionalbüro für Europa (WHO/Europa) und seine Mitgliedstaaten eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung gesundheitlicher Notlagen und bei der Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung und gesundheitlicher Chancengleichheit haben – beides grundlegende Voraussetzungen für die Widerstandsfähigkeit künftiger Generationen, in Anerkennung der Notwendigkeit eines kohärenten und abgestimmten globalen Ansatzes in Gesundheitsfragen, u. a. bei gesundheitlichen Notlagen, auf allen drei Ebenen der WHO, unter Hinweis darauf, dass die allmähliche Erhöhung des Programmhaushalts der WHO ohne entsprechende Erhöhung der flexiblen organisationseigenen Mittel, einschließlich der BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 50 ordentlichen Beiträge, zu einem Anstieg des Anteils an und zu einer wachsenden Abhängigkeit von freiwilligen Beiträgen geführt hat und das Fortbestehen unterfinanzierter Arbeitsbereiche innerhalb des Programmhaushalts zur Folge hat, auch für zentrale Notfallaufgaben, unter Hinweis darauf, dass eine erhebliche Anzahl von Mitgliedstaaten in der Europäischen Region zwar zu den wichtigsten Beitragszahlern der WHO weltweit gehören, oft aber nur wenige oder keine freiwilligen Beiträge an WHO/Europa zahlen, in Anerkennung der Tatsache, dass WHO/Europa beträchtliche Anstrengungen darauf verwendet hat, freiwillige Beiträge einzuwerben, einschließlich zuletzt durch die Entwicklung einer Mittelbeschaffungsstrategie und einer Argumentationshilfe für Investitionen – 1. BITTET die Mitgliedstaaten EINDRINGLICH: a) auch weiterhin zur Tätigkeit der Arbeitsgruppe der WHO für nachhaltige Finanzierung (EB148/PSR/13) beizutragen, b) sicherzustellen, dass das Thema nachhaltige Finanzierung der WHO alle drei Ebenen der Organisation, einschließlich WHO/Europa, umfasst und dass in den Beratungen auch die Frage der Mittelverteilung zwischen den größeren Büros der WHO behandelt wird, c) Optionen für die Verbesserung der finanziellen Nachhaltigkeit der WHO durch verschiedene Finanzierungsarten, einschließlich einer gerechtfertigten Erhöhung der ordentlichen Beiträge auf Grundlage der jeweiligen Kapazitäten der Länder und mehr Flexibilität bei der Verwendung der freiwilligen Beiträge, zu untersuchen, d) Wege zur Ausweitung der Unterstützung für WHO/Europa zu untersuchen, etwa durch die Erhöhung der freiwilligen Beiträge aus Gesundheitsministerien und anderen Behörden, und e) nach der 150. Tagung des Exekutivrates der WHO (und der Vorlage der Empfehlungen der Arbeitsgruppe der WHO für nachhaltige Finanzierung) eine Bestandsaufnahme durchzuführen und auf der 72. Tagung des Regionalkomitees über das weitere Vorgehen zu entscheiden; 2. ERSUCHT den Regionaldirektor: a) sich weiterhin nach Kräften darum zu bemühen, dass WHO/Europa ausreichend finanziert ist, um seinen Auftrag mit Schwerpunkt auf der Umsetzung des Europäischen Arbeitsprogramms 2020–2025 zu erfüllen, b) die Bemühungen von WHO/Europa um Verbesserung des Finanzmanagements und der Rechenschaftslegung aufrechtzuerhalten, bei der Verwendung der Finanzmittel systematisch einen Kosten-Nutzen-Ansatz anzuwenden und die Ergebnisse transparent an die Mitgliedstaaten zu übermitteln und diesen zu veranschaulichen, c) sicherzustellen, dass die Arbeit von WHO/Europa wirksamer an die Mitgliedstaaten und maßgeblichen Partnerorganisationen, einschließlich potenzieller Ressourcenpartner, kommuniziert und von diesen besser erkannt und verstanden wird, indem Wirkung und Mehrwert dieser Arbeit deutlich hervorgehoben werden, d) dafür zu sorgen, dass die Mittelbeschaffungskonzepte von WHO/Europa und WHO-Hauptbüro aufeinander abgestimmt sind und dass die vereinbarten BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 51 Grundsätze für die Verteilung der Mittel eine zentrale Zielsetzung eines solchen Konzepts bleiben, und e) sicherzustellen, dass die Mitgliedstaaten ordnungsgemäß über den Haushalt, die Kostenkalkulation für die einzelnen Aufgaben, die Ausgabenpraxis und die geplanten Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne informiert werden. EUR/RC71/R7. Messrahmen für das Europäische Arbeitsprogramm 2020– 2025 Das Regionalkomitee – nach Prüfung des Messrahmens für das Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025 (EPW), der im Zuge von Beratungen mit den Mitgliedstaaten sowie zwei Beratungsgremien, der Europäischen Gesundheitsinformations-Initiative (EHII) und dem Informationsnetzwerk der zentralasiatischen Republiken (CARINFONET) erstellt wurde, unter Hinweis auf Resolution EUR/RC70/R3, in der das Regionalkomitee auf seiner 70. Tagung das EPW als strategische Marschroute für die künftige Arbeit des WHO-Regionalbüros für Europa (WHO/Europa) angenommen und die Mitgliedstaaten u. a. eindringlich gebeten hatte, nach Maßgabe der Berichterstattung über das Dreizehnte Allgemeine Arbeitsprogramm 2019–2023 (GPW 13) in regelmäßigen Abständen über Fortschritte und Hindernisse bei der Verwirklichung der drei zentralen Säulen des EPW Bericht zu erstatten, sowie den Regionaldirektor gebeten hatte, über die Umsetzung des EPW, auch durch Verwendung von Maßnahmen zur Erfolgskontrolle in Bezug auf das GPW 13, Bericht zu erstatten, aufbauend auf dem Vermächtnis und den Erfahrungen der Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO aus bzw. mit den Wertvorstellungen, Grundsätzen, Zielvorgaben und Indikatoren von Gesundheit für alle, GESUNDHEIT21, Gesundheit 2020, dem Rahmenkonzept der Europäischen Region für Gesundheit und Wohlbefinden, dem Gemeinsamen Kontrollrahmen, dem Wirkungsrahmen des GPW 13 und den Zielen für nachhaltige Entwicklung, unter Berücksichtigung der Ergebnisse und Empfehlungen des Europäischen Gesundheitsberichts 2018 sowie der Folgen der COVID-19-Pandemie für die Gesundheitssysteme insgesamt, in dem Bewusstsein der maßgeblichen Führungsrolle und Initiatorfunktion des Gesundheitswesens in Bezug auf die Erhebung, Untersuchung und Interpretation von Gesundheitsdaten und damit verbundenen Informationen, in Anerkennung der Tatsache, dass die Gewinnung von Gesundheitsinformationen über das Gesundheitswesen hinausgeht und dass die Verknüpfung von aufgeschlüsselten Daten, nicht-konventionellen Datensätzen (Demografie, Genetik, soziale Geschichte, Familiengeschichte, Lebensstil, sozioökonomische Faktoren, Umweltfaktoren) sowie Big Data-Lösungen dazu beitragen kann, bestehende Muster aufzuzeigen und Beschlüsse und Maßnahmen zielgenau ins Visier zu nehmen, BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 52 in Anerkennung der Bemühungen von WHO/Europa um Schaffung von Kohärenz zwischen verschiedenen Rahmenkonzepten der WHO, um Vermeidung doppelter Meldearbeit und um Abwendung zunehmender Berichtslasten für die Mitgliedstaaten, und insbesondere einer Überlastung kleiner Länder, im Bewusstsein der bestehenden Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zur Schaffung eines einheitlichen integrierten Gesundheitsinformationssystems in der Europäischen Region zum Nutzen der Mitgliedstaaten und aller anderen maßgeblichen Akteure, und ohne dem abschließenden Ergebnis vorzugreifen – 1. NIMMT die für den Messrahmen vorgeschlagenen zentralen Indikatoren als Indikatoren für die Überwachung der Fortschritte in der Europäischen Region bei der Umsetzung der drei zentralen Prioritäten und vier Flaggschiff-Initiativen des EPW durch WHO/Europa AN; 2. STIMMT ZU, dass zusätzliche Arbeit an der Entwicklungsliste von Indikatorbereichen für den Messrahmen erforderlich ist, wie in Dokument EUR/RC71/5 erläutert; 3. STIMMT ZU, dass WHO/Europa den vorgeschlagenen Messrahmen nach Maßgabe des begleitenden Informationsdokuments EUR/RC71/INF./2 umsetzen soll, um die Daten für die Indikatoren zu erheben, zu analysieren und regelmäßig in seinen Publikationen zu veröffentlichen, und ab 2022 im Rahmen der jährlichen Publikation über zentrale Gesundheitsindikatoren jedes Jahr eine aktualisierte Übersicht über alle zentralen Indikatoren sowie im Rahmen des Europäischen Gesundheitsberichts 2024 eine umfassendere aktualisierte Übersicht erstellen soll; 4. BITTET die Mitgliedstaaten EINDRINGLICH: a) unter Berücksichtigung ihrer vorhandenen Beobachtungskapazität und ihrer Verpflichtungen sowie unter Vermeidung jeder unnötigen Erhöhung der Berichtslasten nach Möglichkeit über zusätzliche Indikatoren für den Messrahmen Bericht zu erstatten, wie in dem begleitenden Informationsdokument EUR/RC71/INF./2 vorgeschlagen, und b) zu Gesundheitsinformationssystemen und Datenerhebungen in Ländern der Europäischen Region beizutragen, um Fortschritte hinsichtlich der zentralen Indikatoren zu bewerten, wie in dem begleitenden Informationsdokument EUR/RC71/INF./2 erläutert; 5. ERSUCHT den Regionaldirektor: a) im Rahmen der routinemäßigen Fortschrittsberichte über das EPW über die Verwirklichung seiner Etappenziele Bericht zu erstatten, b) auf eine Vereinheitlichung der Datenanforderungen mit denen anderer internationaler Organe hinzuarbeiten und dabei die von ihnen geleistete Arbeit auf diesem Gebiet zu berücksichtigen, c) bei der weiteren Arbeit zum Ausbau der Gesundheitsinformationssysteme die Führung zu übernehmen und Wege zur Entwicklung neuer Indikatoren und zur Messung und Aufstellung von für das EPW relevanten Zielvorgaben zu erkunden, und zwar unter voller Einbeziehung der Mitgliedstaaten, BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 53 d) die Etappenziele und Indikatoren des EPW in maßgeblichen internationalen Foren zu vermitteln und dessen Ergebnisse sowie geeignetes Informationsmaterial aktiv zu verbreiten, e) die Arbeit der Expertengruppe über den Messrahmen für das EPW fortzusetzen, um Indikatorbereiche für Themen zu formulieren, die als sehr wichtig für die Europäische Region eingestuft werden, und der 72. Tagung des Regionalkomitees über diese Ergebnisse Bericht zu erstatten, f) die Verwendung von digitalen Datenquellen und Big Data zwecks Ergänzung klassischer Methoden der Datenerhebung zu prüfen, g) die Erkenntnisse und Wissensgrundlagen in Bezug auf Gesundheitsinformationen kontinuierlich auf dem neuesten Stand zu halten und dafür alle geeigneten Kommunikationsmittel zu nutzen und h) dem Regionalkomitee laufend über die Indikatoren für das EPW sowie die Fortschritte bei der Vereinheitlichung der Datenanforderungen Bericht zu erstatten. EUR/RC71/R8. Ort und Zeitpunkt der ordentlichen Tagungen des Regionalkomitees für Europa in den Jahren 2022 bis 2023 Das Regionalkomitee – unter Hinweis auf die während seiner 70. Tagung angenommene Resolution EUR/RC70/R4 – 1. BESTÄTIGT, dass die 72. Tagung vom 12. bis 14. September 2022 in Tel Aviv abgehalten wird; 2. BESCHLIESST, dass die 73. Tagung vom 11. bis 13. September 2023 an einem noch zu bestimmenden Ort abgehalten wird; und 3. BESCHLIESST, für den Fall, dass nach Einschätzung des Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa eine Präsenztagung des Regionalkomitees nicht möglich ist, stattdessen an den gleichen Tagen eine virtuelle Tagung abzuhalten. Beschlüsse EUR/RC71(1). Besondere Regeln und Verfahren für die in virtueller Form stattfindende 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa Präambel Auf seiner vierten Tagung am 18. Mai 2021 prüfte der Ständige Ausschuss des Regionalkomitees für Europa (SCRC) den Bericht des WHO-Regionaldirektors für Europa über die Modalitäten für die 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie. Angesichts der ungewissen Entwicklung der epidemiologischen Situation in der Europäischen Region der WHO unterstützte der SCRC den BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 54 Vorschlag des Regionaldirektors, die 71. Tagung in virtueller Form abzuhalten, ähnlich jener der 74. Weltgesundheitsversammlung vom 24. bis 31. Mai 2021. Damit das Regionalkomitee seine Arbeit in Form einer virtuellen Tagung durchführen kann, müssen besondere Regeln und Verfahren vereinbart werden. Dieser Beschlussentwurf soll das Regionalkomitee in die Lage versetzen, zu Beginn der Tagung einen Beschluss zu dieser Frage zu fassen. Die besonderen Verhaltensregeln und Verfahren für die virtuelle Tagung des Regionalkomitees sind dem nachstehenden Anhang des Beschlussentwurfs zu entnehmen. Sowohl der Wortlaut des Beschlussentwurfs als auch die im Anhang aufgeführten besonderen Regeln und Verfahren orientieren sich eng an den für die 70. Tagung des Regionalkomitees vereinbarten Modalitäten. Sie wurden mit dem 28. SCRC erörtert und von diesem auf seiner vierten Tagung angenommen. Angesichts der vorstehenden Erwägungen wird daher folgender Beschlussentwurf vorgelegt: Das Regionalkomitee – in Übereinstimmung mit dem Beschluss des SCRC, die 71. Tagung des Regionalkomitees in virtueller Form abzuhalten – 1. BESCHLIESST, die im Anhang dieses Beschlusses aufgeführten besonderen Verhaltensregeln und Verfahren für die in virtueller Form stattfindende 71. Tagung anzunehmen. Anhang: Besondere Verhaltensregeln und Verfahren für die in virtueller Form stattfindende 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa Geschäftsordnung des Regionalkomitees für Europa1 1. Die Geschäftsordnung des Regionalkomitees für Europa findet weiterhin uneingeschränkt Anwendung, soweit sie nicht im Widerspruch zu den hier aufgeführten besonderen Regeln und Verfahren steht. In diesem Fall ist der Beschluss des Regionalkomitees zur Annahme dieser besonderen Regeln und Verfahren als Beschluss zur Aussetzung der betreffenden Regeln der Geschäftsordnung gemäß Regel 48 der Geschäftsordnung des Regionalkomitees für Europa im erforderlichen Umfang auszulegen. Tagesordnung und Programm 2. Gemäß Regel 8 der Geschäftsordnung des Regionalkomitees für Europa werden die Informationsveranstaltung für die Minister und die Fachinformationssitzungen ebenso wie die Nebenveranstaltungen nicht als förmlicher Bestandteil der Tagesordnung des Regionalkomitees angesehen. Ferner werden sie nicht als förmlicher Bestandteil des Programms angesehen und in den Tagen nach der eigentlichen Tagung abgehalten. 1 Dies betrifft namentlich die einschlägigen Bestimmungen in folgenden Regeln der Geschäftsordnung des Regionalkomitees: - Regeln 8 und 9 (Tagesordnung); und - Regeln 41 und 44 (Abstimmung durch Handzeichen bzw. geheime Abstimmung). BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 55 Teilnahme und Beschlussfähigkeit 3. Die Teilnahme von Mitgliedstaaten, Staaten, die nicht Mitglieder des Regionalkomitees sind, assoziierten Mitgliedern, eingeladenen Vertretern der Vereinten Nationen, ihrer Sonderorganisationen und anderer regionaler internationaler Organisationen sowie nichtstaatlichen Akteuren, die offizielle Beziehungen zur WHO unterhalten oder zur Teilnahme an Tagungen des Regionalkomitees akkreditiert sind, erfolgt über einen sicheren Zugang per Videokonferenz oder über andere elektronische Kommunikationsmittel, die es den Vertretern ermöglichen, andere Teilnehmer zu hören und aus der Ferne das Wort zu ergreifen. 4. Es gilt als vereinbart, dass die virtuelle Teilnahme der Mitglieder bei der Berechnung der Beschlussfähigkeit gemäß Regel 22 der Geschäftsordnung berücksichtigt wird. Wortmeldungen 5. Während der virtuellen Tagung erhalten Mitgliedstaaten, Staaten, die nicht Mitglieder des Regionalkomitees sind, assoziierte Mitglieder, eingeladene Vertreter der Vereinten Nationen, ihrer Sonderorganisationen und anderer regionaler internationaler Organisationen sowie nichtstaatliche Akteure, die offizielle Beziehungen zur WHO unterhalten oder zur Teilnahme an Tagungen des Regionalkomitees akkreditiert sind, Gelegenheit, das Wort zu ergreifen. Einzelne Erklärungen werden zeitlich auf drei Minuten begrenzt. Erklärungen von Gruppen werden auf fünf Minuten begrenzt. Interventionen von nichtstaatlichen Akteuren, die offizielle Beziehungen zur WHO unterhalten oder zur Teilnahme an Tagungen des Regionalkomitees akkreditiert sind, werden auf gemeinsame Erklärungen beschränkt, die zeitlich jeweils auf drei Minuten begrenzt werden. 6. Teilnehmer, die das Wort ergreifen möchten, müssen dies signalisieren. 7. Mitgliedstaaten, Staaten, die nicht Mitglieder des Regionalkomitees sind, assoziierte Mitglieder, eingeladene Vertreter der Vereinten Nationen, ihrer Sonderorganisationen und anderer regionaler internationaler Organisationen sowie nichtstaatliche Akteure, die offizielle Beziehungen zur WHO unterhalten oder zur Teilnahme an Tagungen des Regionalkomitees akkreditiert sind, erhalten auf Wunsch zudem die Gelegenheit, vorher aufgezeichnete Video- Botschaften vor Eröffnung der Tagung einzureichen. Dabei ist jeweils anzugeben, auf welchen Tagesordnungspunkt sie sich beziehen. Diese Video-Botschaften werden auf der virtuellen Tagung anstelle einer Live-Wortmeldung zum entsprechenden Tagesordnungspunkt übertragen. Es gelten die gleichen Bedingungen und zeitlichen Begrenzungen wie für Live-Wortmeldungen. 8. Mitgliedstaaten, Staaten, die nicht Mitglieder des Regionalkomitees sind, assoziierte Mitglieder, eingeladene Vertreter der Vereinten Nationen, ihrer Sonderorganisationen und anderer regionaler internationaler Organisationen sowie nichtstaatliche Akteure, die offizielle Beziehungen zur WHO unterhalten oder zur Teilnahme an Tagungen des Regionalkomitees akkreditiert sind, werden gebeten, schriftliche Erklärungen von maximal 600 Wörtern Länge in einer der Arbeitssprachen des Regionalkomitees zwecks Einstellung auf der Website des WHO- Regionalbüros für Europa (WHO/Europa) unter dem entsprechenden Tagesordnungspunkt abzugeben. Diese schriftlichen Erklärungen sind vor Eröffnung der 71. Tagung des Regionalkomitees (RC71) zu übermitteln. Eine schriftliche Erklärung kann anstelle eines mündlichen Beitrags oder zu dessen Ergänzung eingereicht werden und sollte ausdrücklich auf den entsprechenden Tagesordnungspunkt verweisen. Interventionen zu den Tagesordnungspunkten „Angelegenheiten, die sich aus Resolutionen und Beschlüssen der Weltgesundheitsversammlung BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 56 und des Exekutivrates ergeben“ und „Fortschrittsberichte“ sind nur in Form schriftlicher Erklärungen möglich. 9. Schriftliche Erklärungen bleiben bis zur Annahme des Berichts über das RC71 in der Sprache, in der sie eingereicht wurden, auf der Website von WHO/Europa eingestellt. Der Inhalt der schriftlichen Erklärungen wird gemäß der üblichen Praxis in dem Bericht über das RC71 zusammengefasst bzw. wiedergegeben. 10. Unbeschadet der Regeln 25 und 26 a sollte ein Mitglied, das einen Antrag zur Geschäftsordnung stellen oder sein Recht auf eine Antwort zu einer im Rahmen des Regionalkomitees abgegebenen mündlichen Erklärung ausüben möchte, dies signalisieren. Es gilt als vereinbart, dass gemäß gängiger Praxis das Recht auf eine Antwort zu einer mündlichen Erklärung zum Ende der betreffenden Sitzung ausgeübt wird. 11. Ein Mitglied, das sein Recht auf eine Antwort zu einer schriftlichen Erklärung ausüben möchte, sollte dies in schriftlicher Form so bald wie möglich, in jedem Fall aber binnen 10 Werktagen nach dem Ende der betreffenden virtuellen Sitzung tun. Ein Mitglied, das sein Recht auf eine Antwort zu einer schriftlichen Erklärung ausüben möchte, die in Erwiderung auf seine vorherige schriftliche Erklärung eingereicht wurde, sollte dies in schriftlicher Form so bald wie möglich, in jedem Fall aber binnen 15 Werktagen nach dem Ende der betreffenden virtuellen Sitzung tun. Der Inhalt der derart übermittelten Erklärungen wird gemäß der üblichen Praxis in dem Bericht über das RC71 zusammengefasst bzw. wiedergegeben. Anmeldung und Beglaubigungsschreiben 12. Für die Online-Anmeldung gilt die übliche Praxis. Zusätzliche Informationen hierzu sind dem diesbezüglichen Rundschreiben zu entnehmen. 13. In Übereinstimmung mit Regel 3 der Geschäftsordnung sind die Namen der Vertreter, im Falle der Mitglieder in Form eines Beglaubigungsschreibens, dem WHO-Regionaldirektor für Europa möglichst 15 Tage vor Eröffnung der Tagung des Regionalkomitees auf elektronischem Wege mitzuteilen. Angesichts der Notwendigkeit, einen virtuellen Zugang zu der Tagung zu ermöglichen, sind alle Beglaubigungsschreiben und Listen von Vertretern elektronisch zu übermitteln. 14. In Übereinstimmung mit Regel 14.2.10 h) der Geschäftsordnung prüft eine Untergruppe von drei Mitgliedern des SCRC vor Eröffnung des RC71, ob die Beglaubigungsschreiben der Mitglieder den Anforderungen der Geschäftsordnung entsprechen, und erstattet dem Regionalkomitee während der Eröffnung der Tagung entsprechend Bericht, damit dieses einen entsprechenden Beschluss fassen kann. Die Untergruppe soll zudem beurteilen, ob die nach Eröffnung der Tagung eingehenden Beglaubigungsschreiben den Anforderungen der Geschäftsordnung entsprechen, und umgehend dem Regionalkomitee Bericht erstatten. Öffentlichkeit der Tagungen 15. Die virtuelle Tagung des Regionalkomitees wird gemäß der üblichen Praxis über die Website von WHO/Europa übertragen. Ausgenommen hiervon ist die Sitzung zum Tagesordnungspunkt „Wahlen und Nominierungen“. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 57 Beschlussfassung 16. Für sämtliche im Laufe der virtuellen Tagung gefassten Beschlüsse des Regionalkomitees ist so weit wie möglich ein Konsens zu erreichen. In jedem Fall wird angesichts des virtuellen Formats der Tagung und der technischen Unmöglichkeit, zum jetzigen Zeitpunkt die Geheimhaltung der Stimmabgabe zu gewährleisten, kein Beschluss durch Handzeichen oder in geheimer Abstimmung gefasst. 17. Für den Fall, dass eine Stimmabgabe erforderlich ist, erfolgt diese durch namentliche Abstimmung über das virtuelle System. Während einer namentlichen Abstimmung wird für den Fall, dass ein Delegierter bzw. eine Delegierte aus welchem Grund auch immer keine Stimme abgibt, dieser bzw. diese Delegierte nach Abschluss des ersten Durchgangs ein zweites Mal aufgefordert, seine bzw. ihre Stimme abzugeben. Gibt der bzw. die betreffende Delegierte auch im zweiten Durchgang seine bzw. ihre Stimme nicht ab, wird die betreffende Delegation als abwesend vermerkt. 18. Kurze Erläuterungen zur Stimmabgabe können, sofern sie nicht mündlich erfolgen, schriftlich binnen drei Werktagen nach dem Ende der betreffenden virtuellen Sitzung eingereicht werden. Der Inhalt dieser Erklärungen zur Erläuterung der Stimmabgabe wird gemäß der üblichen Praxis in dem Bericht über das RC71 zusammengefasst bzw. wiedergegeben. 19. Das Regionalkomitee soll sich nach Kräften bemühen, in Übereinstimmung mit Regel 14.2.2 b) der Geschäftsordnung für die Wahlen und Nominierungen einen Konsens zu erreichen. Sollte sich dies bezüglich der freien Sitze in einer bestimmten Untergruppe für ein bestimmtes leitendes Organ als unmöglich erweisen, werden die Wahlen und Nominierungen im Einklang mit den vorliegenden Verfahren in geheimer Briefwahl durchgeführt. Binnen zehn Tagen nach dem Ende der virtuellen 71. Tagung des Regionalkomitees wird der Regionaldirektor jedem Mitgliedstaat, der sich zur Teilnahme am RC71 angemeldet hatte und an der virtuellen Tagung teilgenommen hat, einen Stimmzettel sowie einen handelsüblichen Briefumschlag zusenden und die Modalitäten der Stimmabgabe gemäß Regel 46 der Geschäftsordnung bestätigen. Darüber hinaus wird der Regionaldirektor die Frist zur Abgabe der Stimmzettel bei der Zentrale in Kopenhagen festlegen. Die Mitgliedstaaten werden gebeten, ihre Stimmzettel in den handelsüblichen Briefumschlag zu stecken, diesen zu verschließen und per Kurier oder Einschreiben in einem weiteren verschlossenen, mit dem Wort „Vertraulich“ gekennzeichneten Umschlag an die Zentrale zu übersenden. In Übereinstimmung mit Regel 43 der Geschäftsordnung werden zwei vom Vorsitzenden ausgewählte Stimmzähler in die Zentrale eingeladen, um die Briefumschläge zu öffnen und bei der Auszählung der Stimmen zu helfen. Mitgliedstaaten, die sich zur Teilnahme am RC71 angemeldet hatten und an der virtuellen Tagung teilgenommen haben, werden vorab über den Termin der Auszählung informiert und können das Verfahren aus der Ferne verfolgen. Ist die Zahl der Bewerber, die die erforderliche Mehrheit erhalten haben, geringer als die Zahl der zu besetzenden Ämter, wird ein zusätzlicher Wahlgang durchgeführt, wie in Regel 46 der Geschäftsordnung unter den gleichen Voraussetzungen vorgesehen. Resolutionen und Beschlüsse 20. Unbeschadet der Regel 22 a der Geschäftsordnung sind inhaltliche Änderungsanträge zu Resolutions- und Beschlussentwürfen schriftlich einzubringen und mindestens 24 Stunden vor Eröffnung der virtuellen Tagung des Regionalkomitees an den Regionaldirektor zu übermitteln. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 58 Der Regionaldirektor verteilt Kopien solcher Änderungsanträge spätestens zu Beginn des ersten Tages der Tagung an die Delegationen. 21. In Übereinstimmung mit Regel 22 c sind Änderungsvorschläge vom Präsidium des Regionalkomitees und dem Regionaldirektor im Hinblick auf die Vorlage eines überarbeiteten Resolutions- oder Beschlussentwurfs an das Regionalkomitee zwecks Annahme vor Vertagung der Tagung zu prüfen. Ist eine Annahme des überarbeiteten Resolutions- oder Beschlussentwurfs vor dem Ende der Tagung nicht möglich, kann das Regionalkomitee beschließen, eine offene Arbeitsgruppe einzusetzen, die nach Vertagung der Tagung in virtueller Form zusammenkommen wird. Diese Arbeitsgruppe wird den ursprünglichen formellen Vorschlag und die zugehörigen Änderungen prüfen und sich binnen zwei Wochen nach ihrer ersten Sitzung um die Erreichung eines Konsenses bemühen. Sollte ein Konsens nicht möglich sein, wird der Vorschlag als hinfällig erachtet. Erreicht die Arbeitsgruppe einen Konsens, so übermittelt der Regionaldirektor den Vorschlag an die Mitgliedstaaten zwecks Prüfung im Rahmen eines vereinfachten schriftlichen Verfahrens. Diese Mitteilung enthält den Wortlaut des zu prüfenden Vorschlags sowie eine Frist für den Eingang etwaiger Einwände vonseiten der Mitgliedstaaten. Die Frist endet 14 Tage nach Versendung der Mitteilung. Nur Mitgliedstaaten, die formal Einwände gegen den Vorschlag haben, müssen schriftlich und fristgerecht auf die Mitteilung antworten. Wenn eine Mehrheit der Mitgliedstaaten bis zu der gesetzten Frist formal schriftlich Einwände erhebt, gilt der Vorschlag als vom Regionalkomitee abgelehnt. Anderenfalls gilt der Vorschlag gemäß Regel 39 als vom Regionalkomitee rechtsgültig angenommen. Der Regionaldirektor informiert die Mitgliedstaaten über das Ergebnis des schriftlichen Verfahrens und der finale Bericht über die Tagung des Regionalkomitees wird eine Zusammenfassung des durchgeführten Verfahrens und die angenommene(n) Resolution(en) bzw. den/die angenommenen Beschluss/Beschlüsse enthalten. Sprachgebrauch 22. Um Missverständnisse auszuschließen, wird angemerkt, dass Regel 20 der Geschäftsordnung weiterhin Anwendung findet, wonach in einer der Arbeitssprachen des Regionalkomitees vorgebrachte mündliche Beiträge in die anderen Arbeitssprachen verdolmetscht werden. 23. Die Mitgliedstaaten können, wenn sie möchten, Übersetzungen ihrer eingereichten schriftlichen Erklärungen in eine oder mehrere Arbeitssprachen des Regionalkomitees vorlegen. Diese Übersetzungen sollten jedoch deutlich mit der Aufschrift „inoffizielle Übersetzung“ gekennzeichnet sein. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 59 EUR/RC71(2). Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren: Akkreditierung und Verlängerung der Akkreditierung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren, die keine offiziellen Beziehungen zur WHO unterhalten, im Hinblick auf deren Teilnahme an Tagungen des WHO-Regionalkomitees für Europa Das Regionalkomitee – in der Erkenntnis, dass nichtstaatliche Akteure eine wichtige Rolle bei der Förderung der öffentlichen Gesundheit auf globaler, regionsweiter, nationaler und gemeinschaftlicher Ebene spielen, in Anerkennung der Bedeutung der Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren sowie der aktiven Beteiligung nichtstaatlicher Akteure an den Steuerungsprozessen der WHO in Einklang mit den Regeln und Vorschriften der Organisation, nach Prüfung des Berichts über die Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren: Akkreditierung und dreijährliche Überprüfung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren, die keine offiziellen Beziehungen zur WHO unterhalten, im Hinblick auf deren Teilnahme an Tagungen des WHO-Regionalkomitees für Europa1 – 1. BRINGT seine Dankbarkeit für die kontinuierlichen Bemühungen nichtstaatlicher Akteure um die Vorantreibung der gesundheitspolitischen Ziele sowohl auf Ebene der Europäischen Region als auch weltweit ZUM AUSDRUCK; 2. BESCHLIESST, gemäß dem Rahmen für die Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren2 folgenden nichtstaatlichen Akteuren eine Akkreditierung zu gewähren: a) European Association for Palliative Care, b) European Disability Forum, c) European Heart Network, d) European Network for Smoking and Tobacco Prevention, e) European Society of Cardiology, und f) Mental Health Europe; 3. BESCHLIESST, den Akkreditierungsstatus der folgenden nichtstaatlichen Akteure für weitere drei Jahre zu verlängern: a) Alzheimer Europe, b) Association for Medical Education in Europe, c) Center for Health Policy and Studies, d) Centre for Regional Policy Research and Cooperation (Studiorum), e) Eurocare (European Alcohol Policy Alliance), 1 Dokument EUR/RC71/15. 2 Siehe Anhang der Resolution WHA69.10 (2016). BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 60 f) EuroHealthNet, g) European Association for the Study of the Liver, h) European Cancer Organisation, i) European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients’ Associations, j) European Federation of the Associations of Dietitians, k) European Forum for Primary Care, l) European Forum of Medical Associations, m) European Forum of National Nursing and Midwifery Associations, n) European Medical Students’ Association, o) European Public Health Alliance, p) European Public Health Association, q) Health Care Without Harm, r) Standing Committee of European Doctors, und s) Wemos. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 61 Anhang 1: Tagesordnung 1. Eröffnung der Tagung a) Wahl des Präsidenten, des Exekutivpräsidenten, des Stellvertretenden Exekutivpräsidenten und des Berichterstatters b) Annahme der besonderen Regeln und Verfahren c) Annahme der Tagesordnung, des Programms und des kommentierten Programms d) Bericht des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa 2. Ansprachen a) Ansprache des Generaldirektors der WHO: Die gesundheitliche Situation in der Welt b) Ansprache des WHO-Regionaldirektors für Europa: Die gesundheitliche Situation in der Europäischen Region der WHO c) Ansprache Ihrer Königlichen Hoheit der Kronprinzessin von Dänemark, Schirmherrin von WHO/Europa 3. Lehren aus der COVID-19-Pandemie: Vorsorge für die nächste Pandemie 4. Bericht der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung: Empfehlungen und Fazit 5. Das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung in der Zeit nach COVID-19 6. Europäische Impfagenda 2030: Mehr Gesundheit für die Zukunft 7. Das Bündnis für psychische Gesundheit: auf dem Weg zu einer Ökonomie des Wohlergehens 8. EPW 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“: Überwachung von Fortschritten bei seiner Umsetzung 9. Programmhaushalt der WHO und nachhaltige Finanzierung 10. Geschlossene Sitzung: Wahlen und Nominierungen a) Nominierung von zwei Mitgliedern für den Exekutivrat b) Wahl von vier Mitgliedern des Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa c) Wahl eines Mitglieds in Kategorie 2 des Ausschusses für Grundsatz- und Koordinationsfragen (PCC) des Sonderprogramms zur Forschung, Entwicklung und Wissenschaftlerausbildung im Bereich der menschlichen Reproduktion (HRP) 11. Ein zwecktaugliches WHO/Europa mit mehr Durchschlagskraft in den Ländern BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 62 12. Akkreditierung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren im Hinblick auf eine Teilnahme an Tagungen des WHO-Regionalkomitees für Europa und Überprüfung des Akkreditierungsstatus der im Jahr 2018 akkreditierten nichtstaatlichen Akteure 13. Angelegenheiten, die sich aus Resolutionen und Beschlüssen der Weltgesundheitsversammlung und des Exekutivrates ergeben 14. Fortschrittsberichte 15. Bestätigung von Ort und Zeitpunkt der ordentlichen Tagungen des Regionalkomitees 16. Sonstige Angelegenheiten 17. Abschluss der Tagung BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 63 Anhang 2: Liste der Dokumente Arbeitsdokumente EUR/RC71/1 Vorläufige Tagesordnung EUR/RC71/1 (interactive) Vorläufige interaktive Tagesordnung EUR/RC71/2 Vorläufiges Programm EUR/RC71/2 (annotated) Vorläufiges kommentiertes Programm EUR/RC71/3 Bericht des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa EUR/RC71/3 Add.1 Bericht über die fünfte Tagung EUR/RC71/4 Bericht des Regionaldirektors über die Arbeit von WHO/Europa im Zeitraum 2020–2021 EUR/RC71/5 Entwicklung des Messrahmens für das Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025 EUR/RC71/6 Rev.1 Bekämpfung der COVID-19-Pandemie: Bisherige Lehren aus der Europäischen Region der WHO EUR/RC71/7 Grundlegende Umgestaltung von Gesundheitssystemen im digitalen Zeitalter während der COVID-19- Pandemie EUR/RC71/8 Bericht über die Paneuropäische Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung – Überdenken der politischen Prioritäten vor dem Hintergrund von Pandemien EUR/RC71/9 Das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung: Lehren aus der COVID-19-Pandemie und Folgen für den künftigen Kurs in der Europäischen Region der WHO EUR/RC71/10 Die Europäische Impfagenda 2030 EUR/RC71/11 Der Handlungsrahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2021–2025) und das neue Bündnis für psychische Gesundheit EUR/RC71/12 Plan für die Umsetzung des Programmhaushalts 2022– 2023 in der Europäischen Region der WHO im Kontext des Europäischen Arbeitsprogramms EUR/RC71/13 Mitgliedschaft in Organen und Ausschüssen der WHO EUR/RC71/13 Add.1 Mitgliedschaft in Organen und Ausschüssen der WHO BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 64 EUR/RC71/14 Ein zwecktaugliches WHO/Europa mit mehr Durchschlagskraft in den Ländern EUR/RC71/15 Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren: Akkreditierung und dreijährliche Überprüfung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren, die keine offiziellen Beziehungen zur WHO unterhalten, im Hinblick auf deren Teilnahme an Tagungen des WHO-Regionalkomitees für Europa EUR/RC71/16 Angelegenheiten, die sich aus Resolutionen und Beschlüssen der Weltgesundheitsversammlung und des Exekutivrates der WHO ergeben – Bedeutung für die Europäische Region EUR/RC71/17(A) Abschlussbericht zum Europäischen Impfaktionsplan (2015–2020) EUR/RC71/17(B) Abschlussbericht über die Umsetzung der Prioritäten für die Stärkung der Gesundheitssysteme in der Europäischen Region der WHO im Zeitraum 2015– 2020: Verwirklichung der Vorsätze für mehr Bürgernähe EUR/RC71/17(C) Fortschrittsbericht über die Umsetzung des Handlungsrahmens für die Europäische Region der WHO: Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Arbeitskräfteangebot im Gesundheitswesen EUR/RC71/17(D) Rev.1 Halbzeitbilanz über den Aktionsplan zur Verbesserung von Vorsorge- und Bewältigungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2018–2023) EUR/RC71/17(E) Abschlussberichte über die Umsetzung 1. des Europäischen Aktionsplans für psychische Gesundheit (2013–2020) und 2. der Erklärung und des Aktionsplans der Europäischen Region der WHO zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen mit geistigen Behinderungen und ihren Familien (2011–2020) EUR/RC71/17(F) Fortschrittsbericht zur Umsetzung des Europäischen Aktionsplans Nahrung und Ernährung (2015–2020) EUR/RC71/17(G) Fortschrittsbericht über die Umsetzung des Prozesses Umwelt und Gesundheit in Europa EUR/RC71/17(H) Fortschrittsbericht über den Fahrplan zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung auf der Grundlage von Gesundheit 2020, dem Rahmenkonzept der Europäischen Region für Gesundheit und Wohlbefinden EUR/RC71/17(I) Rechnungsprüfung und Regelkonformität BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 65 Resolutionsentwürfe und Beschlussentwürfe EUR/RC71/CONF./1 Beschluss (Entwurf) – Besondere Regeln und Verfahren für die in virtueller Form stattfindende 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa EUR/RC71/CONF./2 Resolution (Entwurf) – Bericht des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa EUR/RC71/CONF./3 Resolution (Entwurf) – Bericht des Regionaldirektors über die Arbeit von WHO/Europa im Zeitraum 2020– 2021 EUR/RC71/CONF./4 Resolution (Entwurf) – Messrahmen für das Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025 EUR/RC71/CONF./4 Add.1 Finanzielle und administrative Auswirkungen von dem Regionalkomitee zur Annahme vorgelegten Resolutionsentwürfen auf das Sekretariat EUR/RC71/CONF./5 Zurückgezogen EUR/RC71/CONF./6 Resolution (Entwurf) – Das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung: Lehren aus der COVID-19- Pandemie und Folgen für den künftigen Kurs in der Europäischen Region der WHO EUR/RC71/CONF./6 Add.1 Finanzielle und administrative Auswirkungen von dem Regionalkomitee zur Annahme vorgelegten Resolutionsentwürfen auf das Sekretariat EUR/RC71/CONF./7 Resolution (Entwurf) – Die Europäische Impfagenda 2030 EUR/RC71/CONF./7 Add.1 Finanzielle und administrative Auswirkungen von dem Regionalkomitee zur Annahme vorgelegten Resolutionsentwürfen auf das Sekretariat EUR/RC71/CONF./8 Resolution (Entwurf) – Handlungsrahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2021–2025) EUR/RC71/CONF./8 Add.1 Finanzielle und administrative Auswirkungen von dem Regionalkomitee zur Annahme vorgelegten Resolutionsentwürfen auf das Sekretariat EUR/RC71/CONF./9 Rev.1 Resolution (Entwurf) – Nachhaltige Finanzierung der WHO in der Europäischen Region BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 66 EUR/RC71/CONF./10 Beschluss (Entwurf) – Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren: Akkreditierung und Verlängerung der Akkreditierung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren, die keine offiziellen Beziehungen zur WHO unterhalten, im Hinblick auf deren Teilnahme an Tagungen des WHO-Regionalkomitees für Europa EUR/RC71/CONF./11 Resolution (Entwurf) – Ort und Zeitpunkt der ordentlichen Tagungen des Regionalkomitees für Europa in den Jahren 2022 und 2023 Informationsdokumente EUR/RC71/INF./1 Überblick über die Umsetzung des Programmhaushalts 2020–2021 in der Europäischen Region der WHO EUR/RC71/INF./2 Messrahmen für das Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025: Ansatz, Zielvorgaben, Indikatoren und Etappenziele EUR/RC71/INF./3 Europäischer Gesundheitsbericht 2021 EUR/RC71/INF./4 Eine Chronologie der Reaktion der WHO auf die COVID-19-Pandemie in der Europäischen Region der WHO EUR/RC71/INF./5 Nachhaltige Finanzierung der WHO in der Europäischen Region EUR/RC71/INF./6(A) Nachhaltige Finanzierung EUR/RC71/INF./6(B) Größere Anstrengungen im Bereich der Lebensmittelsicherheit EUR/RC71/INF./6(C) Globale Maßnahmen im Bereich der Epilepsie und anderer neurologischer Störungen EUR/RC71/INF./6(D) Verringerung der Krankheitslast aufgrund nichtübertragbarer Krankheiten durch Stärkung der Prävention und Bekämpfung von Diabetes EUR/RC71/INF./6(E) Ein beschleunigtes Vorgehen gegen den schädlichen Alkoholkonsum EUR/RC71/INF./6(F) Mundgesundheit EUR/RC71/INF./7 Präsenz und Tätigkeit von WHO/Europa in den Ländern EUR/RC71/INF./8 Mitgliedschaft in Organen und Ausschüssen der WHO: Leitfaden für das Beurteilungsverfahren und die Kriterien für Nominierungen und Wahlen BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 67 EUR/RC71/INF./9 Zusammenfassung der Antworten von Mitgliedstaaten aus der Europäischen Region der WHO auf Fragen der Arbeitsgruppe für nachhaltige Finanzierung Hintergrunddokumente EUR/RC71/BG/1 Health and well-being in the voluntary national reviews of the 2030 Agenda for Sustainable Development in the WHO European Region 2016–2020 EUR/RC71/BG/2 Health and well-being and the 2030 Agenda for Sustainable Development in the WHO European region: an analysis of policy development and implementation EUR/RC71/BG/3 Primary Health Care Country Vignettes. Transforming primary health care during the pandemic EUR/RC71/BG/4 Action required to address the impacts of the COVID 19 pandemic on mental health and service delivery systems in the WHO European Region. Recommendations from the Technical Advisory Group on the Mental Health Impacts of COVID-19 in the WHO European Region EUR/RC71/BG/5 Athens Mental Health Summit Declaration. Actions required to address the impact of the COVID-19 pandemic on mental health and service delivery systems in the WHO European Region EUR/RC71/BG/6 Digital Health Country Vignettes EUR/RC71/BG/7 Overview of WHO/Europe Resources (as at July 2021) EUR/RC71/BG/8 European Immunization Agenda 2030: draft for the Seventy-first Regional Committee for Europe EUR/RC71/BG/9 European Immunization Agenda 2030 (EIA 2030) EUR/RC71/BG/10 WHO European Framework for Action on Mental Health 2021–2025: draft for the Seventy-first Regional Committee for Europe EUR/RC71/BG/11 Results of the Member States’ web-based consultation on the draft progress report on implementation of the Action Plan to Improve Public Health Preparedness and Response in the WHO European Region, 2018–2023 EUR/RC71/BG/12 Drawing light from the pandemic: a new strategy for health and sustainable development EUR/RC71/BG/13 Evidence Review. Drawing light from the pandemic: a new strategy for health and sustainable development. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 68 EUR/RC71/BG/14 High-Level European Expert Group proposing a roadmap towards stabilization of the COVID-19 pandemic in the European Region Sonstige Dokumente EUR/RC71/DIV./1 Vorläufige Liste der Dokumente BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 69 Anhang 3: Liste der Delegierten und anderen Teilnehmer I. Mitgliedstaaten Albanien Repräsentant(en) Ogerta Manastirliu Ministerin für Gesundheit und soziale Sicherheit, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit I. E. Elida Petoshati Außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin, Botschaft der Republik Albanien Stellvertreter Etiola Kola Beraterin, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit Alida Mici Leiterin, Direktion für Integration, Koordination, Vereinbarungen und Hilfe, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit Berater Aurel Kapllani Medienberater der Ministerin, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit Bevis Fusha Medienberater der Ministerin, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit Andorra Repräsentant(en) Joan Martinez Benazet Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Helena Mas Santuré Staatssekretärin, Gesundheitsministerium Berater Dr. Josep Romagosa Massana Systemtechniker im Gesundheitsinformationssystem, Nationale Anlaufstelle der WHO, Gesundheitsministerium Cristina Pérez Vázquez Dritte Sekretärin, Ständige Vertretung Andorras bei den Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 70 Armenien Repräsentant(en) Anahit Avanesyan Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Dr. Lena Nanushyan Stellvertretende Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Stellvertreter Armen Melkonyan Leiter, Abteilung Internationale Beziehungen, Gesundheitsministerium Armine Petrosyan Zweite Sekretärin, Ständige Vertretung der Republik Armenien bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Emma Harutyunyan Attaché, Ständige Vertretung der Republik Armenien bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Aserbaidschan Repräsentant(en) Dr. Teymur Musayev Kommissarischer Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Dr. Viktor Gasimov Stellvertretender Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Stellvertreter Emin Mammadov Leiter, Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheitsministerium Dr. Gulsum Gurbanova Stellvertretende Leiterin, Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheitsministerium Berater Arzu Ibrahimova Leitende Sachverständige, Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheitsministerium Belarus Repräsentant(en) Dr. Dmitry Pinevich Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Anatoli Hrushkousky Leiter, Abteilung Internationale Beziehungen, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 71 Stellvertreter Dmitry Nikalayenia Botschaftsrat, Ständige Vertretung der Republik Belarus bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Belgien Repräsentant(en) Prof. Frank Vandenbroucke Vizepremierminister und Minister der Sozialen Angelegenheiten und der Volksgesundheit, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Stellvertreter S. E. Marc Pecsteen de Buytswerve Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter und Ständiger Vertreter, Ständige Vertretung Belgiens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Tom Auwers Generalsekretär, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Berater Lieven De Raedt Strategischer Berater, Leiter der Abteilung Internationale Beziehungen, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Isabel Moens Beraterin, Kabinett von Minister Frank Vandenbroucke, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Anna Kubina Beraterin, Kabinett des Ministers, Abteilung Internationale Beziehungen und gesundheitliche Notlagen, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Pieter Vermaerke Botschaftsrat für Umwelt- und Gesundheitsfragen, Ständige Vertretung Belgiens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Anne Swaluë Attaché, Internationale Beziehungen, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Axel Van Weyndendaele Stellvertretender Generaldirektor, Direktion Unterstützung, internationale und externe Beziehungen, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 72 Sander Spanoghe Referent, Flämische Regierung, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Solvejg Wallyn Referentin, Flämische Agentur für Gesundheit und Pflege Dr. Caroline Boulouffe Ärztin, Regionalinspekteurin für Volksgesundheit, Amt für Lebensqualität Nicolas Majewski Attaché, Direktion Unterstützung, internationale und externe Beziehungen, Amt für Lebensqualität Bosnien und Herzegowina Repräsentant(en) I. E. Dr. Nermina Kapetanovic Botschafterin, Ständige Vertretung Bosnien und Herzegowinas bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Dr. Alen Seranic Minister für Gesundheit und Soziales, Ministerium für Gesundheit und Soziales, Republika Srpska Stellvertreter Dr. Dušan Kojić Koordinator für das Gesundheitswesen, Ministerium für Zivilverwaltung Dr. Goran Čerkez Stellvertretender Minister, Förderales Gesundheitsministerium Dr. Anđa Nikolić Leiterin, Referat Öffentliche Gesundheit, Abteilung Gesundheit und andere Leistungen, Regierung des Bezirks Brčko Berater Daniela Colic Botschaftsrätin, Ständige Vertretung Bosnien und Herzegowinas bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Igor Babic Botschaftsrat, Ständige Vertretung Bosnien und Herzegowinas bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Bulgarien Repräsentant(en) Dr. Angel Kunchev Leitender Staatlicher Gesundheitsinspektor, Gesundheitsministerium Dr. Hristo Hinkov Leiter, Staatliches Zentrum für öffentliche Gesundheit und Analysen BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 73 Stellvertreter Prof. Plamen Dimitrov Stellvertretender Leiter, Staatliches Zentrum für öffentliche Gesundheit und Analysen Olga Sotirova Staatliche Sachverständige, Direktorat für europäische Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Evgeniya Ivanova Zweite Sekretärin, Direktion für Menschenrechte, Außenministerium Dänemark Repräsentant(en) Magnus Heunicke Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Dr. Søren Brostrøm Generaldirektor, Dänische Gesundheitsbehörde Stellvertreter Svend Særkjær Ständiger Staatssekretär, Gesundheitsministerium Dorte Bech Vizard Stellvertretende Ständige Staatssekretärin für Patientensicherheit und globale Gesundheitspolitik, Gesundheitsministerium Berater Aka Olesen Stellvertretende Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Hanne Charlotte Findsen Leiterin, Abteilung Auswärtige Angelegenheiten, Gesundheitsministerium Dr. Helene Bilsted Probst Stellvertretende Generaldirektorin, Dänische Gesundheitsbehörde Signe Skov Refstrup Beraterin des Ministers, Gesundheitsministerium Nanna Olesen Svejborg Leitende Politische Beraterin, Gesundheitsministerium Kåre Geil Leitender Berater, Gesundheitsministerium Emil Hveisel Kjeldsmark Sonderberater, Gesundheitsministerium Laura Sofie Daugaard Jensen Leiterin, Referat Arzneimittelpolitik und internationale Angelegenheiten, Nationale Anlaufstelle der WHO, Gesundheitsministerium Sofie Ciliane Kofoed Referatsleiterin, Dänische Gesundheitsbehörde BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 74 Antoinette Marie Jørgensen van de Vijver Praktikantin, Gesundheitsministerium Rasmus Jønsson Sonderberater des Gesundheitsministers, Gesundheitsministerium Søs Schack Nielsen Persönliche Referentin des Ministers, Gesundheitsministerium Esther Løffler Persönliche Referentin des Ministers, Gesundheitsministerium Anna Hemmingsen Persönliche Referentin des Ministers, Gesundheitsministerium Michelle Aagaard Persönliche Referentin des Ministers, Gesundheitsministerium Deutschland Repräsentant(en) Jens Spahn Bundesminister für Gesundheit, Bundesministerium für Gesundheit Stellvertreter I. E. Dr. Katharina Stasch Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Ingo Behnel Leiter der Zentralabteilung, Europa und Internationales, Abteilung Z, Bundesministerium für Gesundheit Dagmar Reitenbach Leiterin, Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Björn Kümmel Stellvertretender Leiter, Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Berater Jürgen Dusel Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Bundesministerium für Arbeit und Soziales Dr. Anna-Babette Stier Leiterin, Unterabteilung Gesundheitsschutz und Nachhaltigkeit, Bundesministerium für Gesundheit Ulrich Dietz Leiter, Referat Fachkräfte Ausland, Migration und Integration, Bundesministerium für Gesundheit BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 75 Thomas Ifland Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Dr. Pieter de Coninck Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Helle Fordyce Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Dr. Sinan Akdeniz Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Claudia Wodtke Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Chris Braun Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Carolin Charlotte Briem Botschaftsrätin, Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Simon Brombeiss Erster Sekretär, Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Estland Repräsentant(en) Tanel Kiik Minister für Gesundheit und Arbeit, Ministerium für Soziales Heidi Alasepp Stellvertretende Generalsekretärin für Gesundheit, Ministerium für Soziales Stellvertreter I. E. Katrin Saarsalu-Layachi Außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Republik Estland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Triin Uusberg Leiterin, Abteilung Europäische und internationale Koordination, Ministerium für Soziales Berater S. E. William Mart Laanemäe Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Botschaft der Republik Estland Heli Laarmann Leiterin, Abteilung Öffentliche Gesundheit, Ministerium für Soziales Elen Ohov Beraterin, Abteilung Europäische Union und internationale Zusammenarbeit, Ministerium für Soziales BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 76 Kaisa Mitt-Alvarez Dritte Botschaftssekretärin, Ständige Vertretung Estlands bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Finnland Repräsentant(en) Krista Kiuru Ministerin für Familie und Soziales, Ministerium für Soziales und Gesundheit Stellvertreter Eila Mäkipää Staatssekretärin, Ministerium für Soziales und Gesundheit Dr. Päivi Sillanaukee Botschafterin für Gesundheit und Wohlbefinden, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Outi Kuivasniemi Leiterin, Abteilung Internationale Angelegenheiten, Ministerium für Soziales und Gesundheit Taru Koivisto Direktorin, Ministerium für Soziales und Gesundheit Dr. Eero Lahtinen Botschaftsrat, Ständige Vertretung Finnlands bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Berater Mika Salminen Leiterin der Abteilung Gesundheitssicherheit, Finnisches Institut für Gesundheit und Soziales Dr. Anni Riitta Virolainen-Julkunen Medizinische Beraterin, Ministerium für Soziales und Gesundheit Dr. Sari Ekholm Leitende medizinische Referentin, Ministerium für Soziales und Gesundheit Tiina Laatikainen Leiterin der Abteilung Öffentliche Gesundheit und Soziales, Finnisches Institut für Gesundheit und Soziales Tuula Kieseppä Leitende medizinische Referentin, Ministerium für Soziales und Gesundheit Sarita Friman Ministerberaterin, Ministerium für Soziales und Gesundheit Kaisa Lähdepuro Leitende Sachverständige, Referat Internationale Angelegenheiten, Ministerium für Soziales und Gesundheit BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 77 Frankreich Repräsentant(en) Dr. Olivier Véran Minister für Solidarität und Gesundheit, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Prof. Jérôme Salomon Generaldirektor für Gesundheit, Generaldirektion für Gesundheit, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Stellvertreter Dimitri Grygowski Berater, Büro des Ministers für Solidarität und Gesundheit, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Antoine Saint-Denis Delegierter, Delegation für europäische und internationale Angelegenheiten, Generalsekretariat der Sozialministerien, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Céline Place Stellvertretende Leiterin, Referat Wirtschafts- und Haushaltsfragen, Direktion Vereinte Nationen, Internationale Organisationen, Menschenrechte und Frankophonie, Ministerium für Europa und Auswärtige Angelegenheiten Joan Valadou Stellvertretender Leiter, Referat Menschliche Entwicklung, Direktion Nachhaltige Entwicklung, Ministerium für Europa und Auswärtige Angelegenheiten Virginie Delattre Escudié Leiterin, Referat Internationale Gesundheitspolitik und internationale Beziehungen, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Christine Berling Leiterin, Referat Internationale und europäische Angelegenheiten, Generaldirektion Gesundheit, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Serawit Bruck-Landais Leiterin, Referat Menschliche Entwicklung, Direktion Nachhaltige Entwicklung, Ministerium für Europa und Auswärtige Angelegenheiten Sana de Courcelles Botschaftsrätin für Gesundheitsfragen, Ständige Vertretung Frankreichs bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Bernard Derebergue Botschaftsrat für politische Fragen, Ständige Vertretung Frankreichs bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Antoine Schwoerer Berater, Generaldirektion Gesundheit, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Marika Valtier Mitglied, Zentrum für Gesundheitskrisen, Ministerium für Solidarität und Gesundheit BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 78 Nolwenn Leon Redakteurin, Referat Menschliche Entwicklung, Direktion Nachhaltige Entwicklung, Ministerium für Europa und Auswärtige Angelegenheiten Ariane Lathuille Redakteurin, Referat Wirtschafts- und Haushaltsfragen, Direktion Vereinte Nationen, Internationale Organisationen, Menschenrechte und Frankophonie, Ministerium für Europa und Auswärtige Angelegenheiten Roxane Berjaoui Leiterin, Referat Internationale und europäische Angelegenheiten, Generaldirektion Gesundheit, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Camille Elissalde Sachbearbeiterin, Delegation für europäische und internationale Angelegenheiten, Generalsekretariat der Sozialministerien, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Eva Brocard Sachbearbeiterin, Delegation für europäische und internationale Angelegenheiten, Generalsekretariat der Sozialministerien, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Marion Briquet-Mosalo Gesundheitsattaché, Ständige Vertretung Frankreichs bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Georgien Repräsentant(en) Ekaterine Tikaradze Ministerin, Ministerium für Binnenvertriebene aus den besetzten Gebieten, Arbeit, Gesundheit und Soziales Tamar Gabunia Erste Stellvertretende Ministerin, Nationale Anlaufstelle, Ministerium für Binnenvertriebene aus den besetzten Gebieten, Arbeit, Gesundheit und Soziales Stellvertreter S. E. Alexander Maisuradze Ständiger Vertreter, Ständige Vertretung Georgiens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Tinatin Khardziani Geschäftsführende Leiterin der Verwaltung, Ministerium für Binnenvertriebene aus den besetzten Gebieten, Arbeit, Gesundheit und Soziales Berater Ekaterine Khositashvili Botschaftsrätin, Ständige Vertretung Georgiens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 79 Griechenland Repräsentant(en) Athanasios Plevris Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Irland Repräsentant(en) Stephen Donnelly Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Jonathan Patchell Leiter der Abteilung Internationales, Gesundheitsministerium Stellvertreter Richard O’Neill Zweiter Sekretär, Ständige Vertretung Irlands bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Fergal Horgan Dritter Sekretär, Ständige Vertretung Irlands bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Adam Monaghan Referent, Gesundheitsministerium Berater Paul Troy Gesundheitsberater, Ständige Vertretung Irlands bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Iverna Higgins Leitende Referentin, Gesundheitsministerium Robert Carrick Referent, Gesundheitsministerium Island Repräsentant(en) Ásta Valdimarsdóttir Ständige Staatssekretärin, Gesundheitsministerium Ásthildur Knútsdóttir Generaldirektorin, Abteilung Qualitätssicherung und Prävention, Gesundheitsministerium Stellvertreter Dr. Dóra Guðrún Guðmundsdóttir Leiterin, Referat Gesundheitsdeterminanten, Gesundheitsdirektion, Institut für öffentliche Gesundheit, Island BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 80 Israel Repräsentant(en) Nitzan Horowitz Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Dr. Asher Salmon Leiter, Abteilung Internationale Beziehungen, Gesundheitsministerium Stellvertreter I. E. Meirav Eilon Shachar Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung Israels bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf S. E. David Akov Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Botschaft Israels Berater Yehudit Galili Metzer Leiterin, Abteilung Organisationen der Vereinten Nationen und internationale Organisationen, Gesundheitsministerium Davy Antebi Stellvertretender Botschafter Israels in Dänemark, Botschaft Israels Nitzan Arny Konsul, Ständige Vertretung Israels bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Adam Cutler Stellvertretender Leiter, Abteilung internationale Beziehungen und Medienbeziehungen, Gesundheitsministerium Tavor Lahat Berater des Gesundheitsministers, Gesundheitsministerium Mor Eliyahu Koordinatorin, Ständige Vertretung Israels bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Ari Zwiren Koordinator für internationale Beziehungen, Gesundheitsministerium Italien Repräsentant(en) Roberto Speranza Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Stellvertreter Dr. Sergio Iavicoli Generaldirektor, Generaldirektion Europäische und internationale Beziehungen, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 81 Dr. Giovanni Rezza Generaldirektor für Prävention, Generaldirektion Prävention, Gesundheitsministerium Dr. Gianfranco Pasquadibisceglie Leiter, Büro V, Generaldirektion für Öffentlichkeitsarbeit, europäische und internationale Beziehungen, Gesundheitsministerium Kasachstan Repräsentant(en) Dr. Alexey Tsoy Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Dr. Marat Shoranov Erster Stellvertretender Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Stellvertreter Erlan Kiyasov Stellvertretende Ministerin, Oberste Staatliche Hygieneinspektorin, Gesundheitsministerium Azhar Giniyat Stellvertretende Ministerin, Gesundheitsministerium Dr. Zhandos Burkitbayev Stellvertretender Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Berater Aizhan Yesmagambetova Vorsitzende, Komitee für Hygienekontrolle und Epidemiebekämpfung, Gesundheitsministerium Baurzhan Baiserkin Vorsitzender, Komitee für medizinische und pharmazeutische Kontrolle, Gesundheitsministerium Gulnara Mukhanova Leiterin, Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Integration, Gesundheitsministerium Azamat Dyusenov Leiter, Abteilung Organisation der Gesundheitsversorgung, Gesundheitsministerium Daulet Aldyngurov Leiter, Abteilung Wissenschaft und personelle Ressourcen, Gesundheitsministerium Baurzhan Dzhusipov Leiter, Abteilung Arzneimittelpolitik, Gesundheitsministerium Aigul Baisalykova Referatsleiterin, Abteilung Strategie und internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 82 Arman Baissuanov Botschaftsrat, Ständige Vertretung der Republik Kasachstan bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Kanat Askarov Vorsitzender, Staatliches Zentrum für öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium Nikolay Negay Generaldirektor, Staatliches Wissenschaftliches und Praktisches Zentrum für psychische Gesundheit, Gesundheitsministerium Kamalzhan Nadyrov Vorsitzender, Staatliches Forschungszentrum Salidat Kairbekova für gesundheitliche Entwicklung, Gesundheitsministerium Prof. Maksut Kulzhanov Gesundheitsministerium Yuliya Suchshenko Leiterin, Zentrum für globale Gesundheitspolitik, Staatliches Zentrum für gesundheitliche Entwicklung, Gesundheitsministerium Kirgisistan Repräsentant(en) Dr. Alymkadyr Beishenaliev Gesundheitsminister, Ministerium für Gesundheit und soziale Entwicklung Stellvertreter Uluk-Bek Bekturganov Stellvertretender Minister, Ministerium für Gesundheit und soziale Entwicklung Berater Osmonali S. Masaliev Leiter, Abteilung Internationale Zusammenarbeit, Ministerium für Gesundheit und soziale Entwicklung Kroatien Repräsentant(en) Dr. Željko Plazonić Staatssekretärin, Gesundheitsministerium Dr. Krunoslav Capak Leiter, Kroatisches Institut für öffentliche Gesundheit Stellvertreter Sibila Žabica Nationale Anlaufstelle der WHO und Leiterin, Unabhängiger Sektor für europäische Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 83 Nikica Darabos Bevollmächtigter Minister, Ständige Vertretung Kroatiens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Berater Dunja Skoko-Poljak Leiterin, Sektor für öffentliche Gesundheit und Gesundheitsschutz, Gesundheitsministerium Dr. Marija Bubaš Stellvertretende Generaldirektorin, Leiterin der Abteilung Arbeitsmedizin, Kroatisches Institut für öffentliche Gesundheit Lettland Repräsentant(en) Indra Dreika Staatssekretärin, Gesundheitsministerium Elīza Bērziņa Leiterin, Abteilung Europäische Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Stellvertreter Agnese Vaļuliene Stellvertretende Staatssekretärin, Gesundheitsministerium Dace Cildermane Botschaftsrätin, Ständige Vertretung der Republik Lettland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Litauen Repräsentant(en) Aušra Bilotienė Motiejūnienė Stellvertretende Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Radvilė Jakaitienė Beraterin, Referat Strategische Planung und Management, Gesundheitsministerium Stellvertreter Justė Pečeliūnaitė Leitende Sachverständige, Referat Strategische Planung und Management, Gesundheitsministerium Dr. Loreta Ašoklienė Leiterin, Referat Gesundheitsförderung, Abteilung Öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 84 Berater Ignas Rubikas Leiter, Referat Psychische Gesundheit, Abteilung Öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium Ginreta Megelinskienė Beraterin, Referat Gesundheitsförderung, Abteilung Öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium Inga Cechanovičienė Leiterin, Referat Fachärztliche Versorgung, Abteilung Individuelle Gesundheitsversorgung, Gesundheitsministerium Gitana Ratkienė Beraterin, Referat Primäre Gesundheitsversorgung, Abteilung Individuelle Gesundheitsversorgung, Gesundheitsministerium Birutė Kavaliauskienė Beraterin, Referat Primäre Gesundheitsversorgung, Abteilung Individuelle Gesundheitsversorgung, Gesundheitsministerium Ramune Andriušaitienė Leitende Sachverständige, Referat Primäre Gesundheitsversorgung, Abteilung Individuelle Gesundheitsversorgung, Gesundheitsministerium Paulius Algirdas Povilonis Mitglied des Verbands Litauischer Medizinstudenten, Gesundheitsministerium Luxemburg Repräsentant(en) Paulette Lenert Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium S. E. Henri Schumacher Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Botschaft des Großherzogtums Luxemburg in Kopenhagen Stellvertreter Dr. Jean-Claude Schmit Direktor für Gesundheit, Gesundheitsministerium Dr. Robert Goerens Chefarzt, Gesundheitsdirektion, Gesundheitsministerium Berater Anne Weber Gesundheitsattaché, Ständige Vertretung des Großherzogtums Luxemburg bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 85 Malta Repräsentant(en) S. E. Christopher Fearne Stellvertretender Premierminister und Minister für Gesundheit, Gesundheitsministerium Dr. Karen Vincenti Beraterin für öffentliche Gesundheit, Abteilung Gesundheitspolitische Konzepte, Gesundheitsministerium Stellvertreter Dr. Maya Podesta Beraterin für öffentliche Gesundheit, Staatliche Gesundheitsbehörde und Abteilung Gesundheitsregulierung, Gesundheitsministerium Chiara Tanti Leiterin, Abteilung Internationale Angelegenheiten und Konzeptentwicklung, Gesundheitsministerium Monaco Repräsentant(en) I. E. Carole Lanteri Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung des Fürstentums Monaco bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Alexandre Bordero Leiter, Abteilung Gesundheit, Ministerium für Gesundheit und Soziales Stellvertreter Christelle Revel Dritte Sekretärin, Ständige Vertretung des Fürstentums Monaco bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Suzana Gervasi Gesundheitsattaché, Ständige Vertretung des Fürstentums Monaco bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Montenegro Repräsentant(en) Dr. Jelena Borovinić Bojović Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Anka Vukićević Staatssekretärin, Gesundheitsministerium Stellvertreter Dr. Ivana Zivković Geschäftsführende Generaldirektorin, Direktion Öffentliche Gesundheit, Prävention des Konsums von Drogen und anderen psychotropen Substanzen, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 86 Dr. Sladjana Corić Geschäftsführende Direktorin, Direktion Gesundheitsschutz, Pharmakologie und Berufsreglementierung, Gesundheitsministerium Berater Mirjana Đjuranović Leiterin, Abteilung Internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Dušanka Plaščević Unabhängige Beraterin, Abteilung Internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Zeljka Vulanovć Dolmetscherin, Gesundheitsministerium Niederlande Repräsentant(en) Roland Driece Leiter, Abteilung Internationales, Ministerium für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport Mark van Passel Referent, Abteilung Internationale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport Stellvertreter Seriana van den Berg Referentin, Abteilung Internationale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport Astrid Dunselman Gesundheitsattaché, Politische Angelegenheiten und Fragen der öffentlichen Gesundheit, Ständige Vertretung des Königreichs der Niederlande bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Nordmazedonien Repräsentant(en) Dr. Venko Filipche Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium I. E. Teuta Agai-Demjaha Außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Republik Nordmazedonien bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Stellvertreter Dr. Bojan Boshkovski Nationale Anlaufstelle der WHO, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 87 Sejhan Zejnel Dritte Sekretärin, Geschäftsträgerin ad interim, Ständige Vertretung der Republik Nordmazedonien bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Norwegen Repräsentant(en) Dr. Bjørn-Inge Larsen Sonderbeauftragter für internationale Gesundheitspolitik, Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste Tone Wroldsen Stellvertretende Generaldirektorin, Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste Stellvertreter Eivind Berg Weibust Leitender Berater, Referat Internationale Zusammenarbeit und Vorsorge, Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste Benedikte Louise Alveberg Leitende Beraterin, Referat Internationale Zusammenarbeit und Vorsorge, Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste Synnove Ravnestad Eikefet Beraterin, Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste Øystein Lyngroth Leitender Berater, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Cathrine Dammen Botschaftsrätin, Ständige Vertretung Norwegens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Erlend Tuseth Aasheim Stellvertretender Generaldirektor, Norwegische Gesundheitsdirektion, Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste Priya Miriam Lerberg Leitender Berater, Norwegische Gesundheitsdirektion, Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste Bjørn Iversen Leitender medizinischer Referent, Norwegisches Institut für öffentliche Gesundheit Elina Dale Leitende Beraterin, Norwegisches Institut für öffentliche Gesundheit Österreich Repräsentant(en) Dr. Clemens-Martin Auer Sondergesandter für Gesundheit, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 88 Dr. Verena Gregorich-Schega Leiterin, Abteilung Internationale Koordination der Gesundheitspolitik und WHO, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Stellvertreter Aziza Haas Leitende Beraterin, Abteilung Internationale Koordination der Gesundheitspolitik und WHO, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Barbara Baldauf Abteilung Internationale Koordination der Gesundheitspolitik und WHO, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Berater Nadine Ratay Abteilung Internationale Koordination der Gesundheitspolitik und WHO, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Dr. Bernhard Fattinger Gesundheitsattaché, Ständige Vertretung Österreichs bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Polen Repräsentant(en) Katarzyna Rutkowska Leiterin, Büro für Internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium S. E. Zbigniew Czech Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter und Ständiger Vertreter, Ständige Vertretung der Republik Polen bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Stellvertreter Adam Wojda Referatsleiter, Gesundheitsministerium Rafal Wlodarczyk Leitender Sachverständiger, Referat Bilaterale und multilaterale Zusammenarbeit, Büro für Internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Agnieszka Pałka Leitende Sachverständige, Büro für Internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Karolina Konarzewska Leitende Sachverständige, Büro für Internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Łukasz Kruk Zweiter Sekretär, Ständige Vertretung der Republik Polen bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 89 Portugal Repräsentant(en) Prof. Marta Temido Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Stellvertreter S. E. João Maria Rebelo De Andrade Cabral Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Botschaft Portugals Dr. Rui Portugal Stellvertretender Generaldirektor für Gesundheit, Generaldirektion Gesundheit Berater Eva Falção Kabinettschefin, Gesundheitsministerium Graça Costa Macedo Botschaftsrätin, Botschaft Portugals Carlota Pacheco Vieira Direktorin, Koordination der internationalen Beziehungen, Generaldirektion Gesundheit, Gesundheitsministerium Mafalda Coutinho Leitende Sachverständige, Ministerbüro, Gesundheitsministerium Guilherme Gonçalves Duarte Botschaftsrat für Gesundheitsfragen, Ständige Vertretung Portugals bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Miguel Dejean Guerra Sachverständiger, Direktion Koordination der internationalen Beziehungen, Generaldirektion Gesundheit, Gesundheitsministerium João Paulo Magalhães Attaché, Ministerbüro, Gesundheitsministerium Republik Moldau Repräsentant(en) Dr. Zinaida Bezverhni Staatssekretärin, Gesundheitsministerium I. E. Tatiana Molcean Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Republik Moldau bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Stellvertreter Svetlana Nicolaescu Staatssekretärin, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 90 Ilinca Paladi Erste Sekretärin, Ständige Vertretung der Republik Moldau bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Rumänien Repräsentant(en) Dr. Diana-Loreta Păun Beraterin des Präsidenten, Regierung Rumäniens Andrei Romică Baciu Staatssekretär, Gesundheitsministerium Stellvertreter Roxana Hainagiu Persönliche Beraterin der Beraterin des Präsidenten Russische Föderation Repräsentant(en) Dr. Mikhail Murashko Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Aleksandra Dronova Staatssekretärin und Stellvertretende Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Stellvertreter Sergey Muraviev Leiter, Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheitsministerium Oleg Sonin Stellvertretender Leiter, Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheitsministerium Berater Elena Kirsanova Beraterin, Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheitsministerium Vera Khutorskaya Leitende Beraterin, Abteilung Internationale Organisationen, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Dr. Eduard Salakhov Botschaftsrat, Ständige Vertretung der Russischen Föderation bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Dr. Olga Kobyakova Leiterin, Föderales Forschungsinstitut für Gesundheitsverwaltung und Gesundheitsinformatik, Gesundheitsministerium der Russischen Föderation BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 91 Dr. Aleksey Novozhilov Leiter, Abteilung Internationale Zusammenarbeit, Föderales Forschungsinstitut für Gesundheitsverwaltung und Gesundheitsinformatik, Gesundheitsministerium der Russischen Föderation Ekaterina Zimina Stellvertretende Leiterin, Abteilung Internationale Zusammenarbeit, Föderales Forschungsinstitut für Gesundheitsverwaltung und Gesundheitsinformatik, Gesundheitsministerium der Russischen Föderation Dr. Oksana Drapkina Leiterin, Föderales Medizinisches Forschungszentrum für Therapeutik und Präventivmedizin, Gesundheitsministerium der Russischen Föderation Dr. Alla Guekht Leiterin, Soloviev-Zentrum für praktische psychoneurologische Forschung, Gesundheitsdezernat der Stadt Moskau Vyacheslav Smolenskiy Stellvertretender Leiter, Föderale Aufsichtsbehörde für Verbraucherschutz und menschliches Wohlbefinden Dr. Albina Melnikova Stellvertretende Leiterin, Abteilung Epidemiologische Überwachung, Föderale Aufsichtsbehörde für Verbraucherschutz und menschliches Wohlbefinden Anna Tsedilina Beraterin, Referat Internationale Zusammenarbeit, Abteilung Wissenschaftliche Unterstützung und internationale Angelegenheiten, Föderale Aufsichtsbehörde für Verbraucherschutz und menschliches Wohlbefinden San Marino Repräsentant(en) Roberto Ciavatta Minister für Gesundheit und Soziales, politische Angelegenheiten, Gleichstellung und technologische Innovation, Ministerium für Gesundheit und Soziales, politische Angelegenheiten, Gleichstellung und technologische Innovation Dr. Claudio Muccioli Leiter der Gesundheitsbehörde, Ministerium für Gesundheit und Soziales, politische Angelegenheiten, Gleichstellung und technologische Innovation Stellvertreter Christian Ferrari Kabinettschef, Ministerium für Gesundheit und Soziales, politische Angelegenheiten, Gleichstellung und technologische Innovation Leopoldo Guardigli Erster Sekretär, Abteilung Auswärtige Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit und Soziales, politische Angelegenheiten, Gleichstellung und technologische Innovation BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 92 Berater Lisa Tomassini Stellvertretende Ministerin, Ministerium für Gesundheit und Soziales, politische Angelegenheiten, Gleichstellung und technologische Innovation Anita Dedic Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Republik San Marino bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Schweden Repräsentant(en) Olivia Wigzell Generaldirektorin, Staatliches Amt für Gesundheit und Soziales Stellvertreter Kerstin Carlsson Nationale Anlaufstelle der WHO und Stellvertretende Leiterin, Abteilung Europäische Union und internationale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit und Soziales Malin Lindström Referentin für internationale Beziehungen, Abteilung Europäische Union und internationale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit und Soziales Dr. Johan Carlson Generaldirektor, Staatliche Gesundheitsbehörde, Schweden Anders Tegnell Stellvertretender Generaldirektor, Staatliche Gesundheitsbehörde, Schweden Dr. Birgitta Lesko Referentin für internationale Beziehungen, Abteilung Internationale Koordination, Staatliche Gesundheitsbehörde, Schweden Malin Ahrne Programmreferentin, Staatliche Gesundheitsbehörde, Schweden Lotta Segerström Sachbearbeiterin, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Sofia Norlin Telde Leitende Programmbeauftragte, Schwedische Agentur für Internationale Entwicklungszusammenarbeit Martin Jeppson Botschaftsrat, Ständige Vertretung Schwedens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Berater Filippa Myrbäck Leitende Beraterin, Schwedischer Kommunal- und Regionalverband BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 93 Erik Svanfeldt Leitender Berater, Referent für internationale Beziehungen, Schwedischer Kommunal- und Regionalverband Schweiz Repräsentant(en) Anne Lévy Direktorin, Bundesamt für Gesundheit Nora Kronig Romero Vize-Direktorin, Botschafterin für globale Gesundheitspolitik, Leiterin der Abteilung Internationales, Bundesamt für Gesundheit Stellvertreter Rhena Forrer Co-Sektionsleiterin Globale Gesundheit, Abteilung Internationales, Bundesamt für Gesundheit Berater Sophie Delessert Programmleiterin, Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten Leonie Aeschimann Gesundheitsattaché, Ständige Vertretung der Schweiz bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Tabea Kappeller Praktikantin, Abteilung Internationales, Bundesamt für Gesundheit Serbien Repräsentant(en) Dr. Zlatibor Lončar Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium I. E. Dr. Jasmina Mitrović Marić Außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin, Botschaft der Republik Serbien im Königreich Dänemark Stellvertreter Prof. Ferenc Vicko Staatssekretär, Gesundheitsministerium Dr. Danijela Urosević Stellvertretende Ministerin, Internationale Zusammenarbeit und europäische Integration, Gesundheitsministerium Berater Marko Pavlovic Sonderberater des Gesundheitsministers, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 94 Slowakei Repräsentant(en) Dr. Vladimír Lengvarský Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium S. E. Miroslav Wlachovsky Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Botschaft der Slowakischen Republik im Königreich Dänemark Stellvertreter Jozef Šuvada Ansprechperson der WHO für Schätzungen zu Indikatoren für allgemeine Gesundheitsversorgung, Gesundheitsministerium Elena Jablonicka Gesundheitsattaché, Ständige Vertretung der Slowakischen Republik bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Berater Gabriela Urbanová Leiterin, Abteilung Internationale Beziehungen und EU-Angelegenheiten, Gesundheitsministerium Dominika Greisigerová Leiterin, Referat Internationale Beziehungen, Abteilung Internationale Beziehungen und EU-Angelegenheiten, Gesundheitsministerium Ján Pauhof Nationale Anlaufstelle der WHO, Abteilung Internationale Beziehungen und EU- Angelegenheiten, Gesundheitsministerium Daniela Bukšárová Referentin, Abteilung Internationale Beziehungen und EU-Angelegenheiten, Gesundheitsministerium Slowenien Repräsentant(en) Dr. Janez Poklukar Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Dr. Vesna-Kerstin Petrič Generaldirektorin, Direktion Öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium Stellvertreter I. E. Anita Pipan Außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Republik Slowenien bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Liza Zorman Untersekretärin, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 95 Berater Klemen Ponikvar Botschaftsrat, Ständige Vertretung der Republik Slowenien bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Andrej Martin Vujkovac Dritter Sekretär, Ständige Vertretung der Republik Slowenien bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Spanien Repräsentant(en) Carolina Darias San Sebastián Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Stellvertreter Silvia Calzón Fernández Staatssekretärin, Gesundheitsministerium I. E. Aurora Díaz-Rato Revuelta Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung Spaniens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Pilar Aparicio Azcárraga Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Generaldirektion Öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium Pilar Pasarón Polo Stellvertretende Generaldirektorin für internationale Beziehungen und Publikationen, Generaldirektion Internationale Beziehungen und Publikationen, Gesundheitsministerium Marta Pérez González Zweite Stellvertretende Generaldirektorin, Generaldirektion Internationale Beziehungen und Publikationen, Gesundheitsministerium Mercedes Alonso Frayle Stellvertretende Generaldirektorin, Abteilung Internationale Organisationen, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Europäische Union und Kooperation Javier Dago Elorza Zweiter Stellvertretender Generaldirektor, Abteilung Internationale Fachorganisationen, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Europäische Union und Kooperation Ander Ruiz de Gopegui Aramburu Botschaftsrat, Ständige Vertretung Spaniens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Raquel Granados Martín Fachliche Beraterin für internationale Beziehungen und Publikationen, Generaldirektion Internationale Beziehungen und Publikationen, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 96 Esther Medina Bermejo Leiterin des Referats Unterstützungsangebote, Generaldirektion Öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium Almudena Garrido Gallardo Leiterin des Referats Pharmakoökonomische Evaluation, General-Subdirektion Pharmazeutik, Generaldirektion Nationaler Gesundheitsdienst, Gesundheitsministerium Leticia Copano Casanova Leiterin des Kabinetts, Staatliche Behörde für Gesundheit, Gesundheitsministerium Tadschikistan Repräsentant(en) Dr. Abdullozoda Jamoliddin Abdullo Minister für Gesundheit und soziale Sicherheit der Bevölkerung, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit der Bevölkerung Dr. Gafur Muhsin Muhsinzoda Erster Stellvertretender Minister für Gesundheit und soziale Sicherheit der Bevölkerung, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit der Bevölkerung Stellvertreter Dr. Rano Rahimova Leiterin, Referat Internationale Beziehungen und Überwachung der Strategie zur Armutsbekämpfung, Abteilung Primäre Gesundheitsversorgung und internationale Beziehungen, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit der Bevölkerung Prof. Salomoddin Dzhabbor Yusufi Leiter, Abteilung Medizinische und pharmazeutische Ausbildung, Personalwesen und Wissenschaft, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit Tschechien Repräsentant(en) Adam Vojtěch Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium S. E. Radek Pech Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Botschaft der Tschechischen Republik in Kopenhagen Stellvertreter Jitka Brodská Beraterin des Ministers, Stellvertretende Leiterin, Ständige Vertretung der Tschechischen Republik bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Alena Šteflová Leiterin der Abteilung Gesundheitswesen, Beraterin des Gesundheitsministers, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 97 Kateřina Baťhová Leiterin, Abteilung Internationale Beziehungen und Europäische Union, Gesundheitsministerium Marcela Kubicová Leiterin, Referat Bilaterale Zusammenarbeit und internationale Organisationen, Gesundheitsministerium Dana Lupačová Referentin, Referat Bilaterale Zusammenarbeit und internationale Organisationen, Gesundheitsministerium Anna Konopaskova Dritte Sekretärin, Ständige Vertretung der Tschechischen Republik bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Kristyna Sedláková Referentin, Referat Multilaterale Kooperation, Abteilung Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Türkei Repräsentant(en) Dr. Fahrettin Koca Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Prof. Tolga Tolunay Stellvertretender Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Stellvertreter Dr. Selami Kılıç Generaldirektor für EU-Angelegenheiten und auswärtige Beziehungen, Gesundheitsministerium Yusuf Irmak Abteilungsleiter, Generaldirektion für EU-Angelegenheiten und auswärtige Beziehungen, Gesundheitsministerium Berater Gül Mersinlioğlu Serin Sachverständige, Gesundheitsministerium Ömer Faruk Sarı Sachverständiger, Gesundheitsministerium Dr. Peyman Altan Referatsleiter, Gesundheitsministerium Elif Tosun Sachverständige, Gesundheitsministerium Ezgi Koşar Psychologin, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 98 Seray Nacar Ökonomin, Gesundheitsministerium Turkmenistan Repräsentant(en) Dr. Nurmuhammet Amannepesov Minister für Gesundheit und pharmazeutische Industrie, Ministerium für Gesundheitswesen und pharmazeutische Industrie S. E. Atageldi Haljanov Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter und Ständiger Vertreter, Ständige Vertretung Turkmenistans bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Stellvertreter Dr. Chary Agamyradov Stellvertretender Minister, Ministerium für Gesundheitswesen und pharmazeutische Industrie Muhammet Ergeshov Leiter, Abteilung Medizinische und präventive Versorgung, Ministerium für Gesundheitswesen und pharmazeutische Industrie Berater Gurbangul Ovliyagulova Leiter, Abteilung Bekämpfung akuter Infektionskrankheiten, Ministerium für Gesundheitswesen und pharmazeutische Industrie Dr. Sachly Nuryyeva Leiterin, Abteilung Epidemiologische Überwachung, Staatlicher Hygiene- und Epidemiologie-Kontrolldienst, Ministerium für Gesundheitswesen und pharmazeutische Industrie Dr. Maral Gujikova Leitende Sachverständige, Abteilung Bildungseinrichtungen, Wissenschaft und Humanressourcen, Ministerium für Gesundheitswesen und pharmazeutische Industrie Ukraine Repräsentant(en) Dr. Viktor Liashko Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Dr. Ihor Kuzin Stellvertretender Gesundheitsminister und Leitender Staatlicher Hygieneinspektor der Ukraine, Gesundheitsministerium Stellvertreter Dr. Iryna Mykychak Stellvertretende Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 99 Oleksandr Komarida Stellvertretender Gesundheitsminister für europäische Integration, Gesundheitsministerium S. E. Mykhailo Vydoinyk Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Botschaft der Ukraine Andriy Havrilyuk Generaldirektor, Direktion Lebensqualität, Gesundheitsministerium Iryna Rudenko Generaldirektorin, Direktion Öffentliche Gesundheit und Krankheitsprävention, Gesundheitsministerium Berater Kateryna Karpiuk Beraterin des Gesundheitsministers, Gesundheitsministerium Vladyslav Zbanatsky Stellvertretender Generaldirektor, Zentrum für öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium Yurii Romanchuk Botschaftsrat, Botschaft der Ukraine Alina Kozhushko Leiterin, Sachverständigengruppe für internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Lyudmyla Yarko Leiterin, Sachverständigengruppe für Qualität und Verfügbarkeit von Arzneimitteln, Gesundheitsministerium Alisa Hondarieva Staatliche Expertin, Sachverständigengruppe für internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Ungarn Repräsentant(en) Dr. Ildikó Horváth Staatssekretärin für Gesundheit, Ministerium für menschliche Entwicklung Stellvertreter Dr. Krisztina Biró Referatsleiterin, Ministerium für menschliche Entwicklung Dr. Zsófia Elek Stellvertretende Missionsleiterin, Botschaft Ungarns Berater Judit Rézműves Referatsleiterin, Abteilung Multilaterale Beziehungen, Ministerium für menschliche Entwicklung BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 100 Kitti Almer Koordinationsbeauftragte, Ministerium für menschliche Entwicklung Eniko Boglarka Barkaszi Beauftragte für EU-Angelegenheiten und internationale Beziehungen, Ministerium für menschliche Entwicklung Krisztina Tálas Leitende Beraterin, Beauftragte für EU-Angelegenheiten und internationale Beziehungen, Abteilung EU-Angelegenheiten und internationale Organisationen, Ministerium für menschliche Entwicklung Usbekistan Repräsentant(en) Dr. Abdukhakim Khadjibaev Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium S. E. Ulugbek Lapasov Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Ständige Vertretung der Republik Usbekistan bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Stellvertreter Ayubkhon Kayumov Leiter, Abteilung Auswärtige Beziehungen und wirtschaftliche Aktivitäten, Gesundheitsministerium Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland Repräsentant(en) S. E. Sajid Javid Minister für Gesundheit und Soziales, Ministerium für Gesundheit und Soziales Prof. Sir Chris Whitty Oberster Gesundheitsbeamter, Ministerium für Gesundheit und Soziales Stellvertreter Clara Swinson Generaldirektorin, Globale Gesundheitspolitik und öffentliche Gesundheit, Ministerium für Gesundheit und Soziales Anna Wechsberg Leiterin der Abteilung Internationales, Ministerium für Gesundheit und Soziales Natalie Smith Leiterin, Abteilung Multilaterale Beziehungen, EU und internationale Gesundheitspolitik, Ministerium für Gesundheit und Soziales Nicky Shipton-Yates Beauftragte für Beziehungen zur WHO, Abteilung Internationales, Ministerium für Gesundheit und Soziales BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 101 Charles Dabbs Referent für Beziehungen zur WHO, Abteilung Internationales, Ministerium für Gesundheit und Soziales Berater Esther Lawrence Leiterin des Referats Gesundheitsversorgung, Ständige Vertretung des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Roisín Fegan Gesundheitsattaché, Abteilung Globale Finanzierung, Ministerium für internationale Entwicklung, Ständige Vertretung des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf. Lizzie Blenkinsop Beraterin für Gesundheitsschutz und Klimawandel, Ministerium für Gesundheit und Soziales Dr. Tim Chadborn Leiter, Referat Verhaltensbezogene Erkenntnisse und Evaluation, Public Health England, Ministerium für Gesundheit und Soziales Noah Kidron-Style Leiter des Referats Preisgestaltung bei Arzneimitteln, Ministerium für Gesundheit und Soziales Jasmin Shepherd Leiterin des Referats Alkoholpolitik, Ministerium für Gesundheit und Soziales Danielle Zigner Leiterin des Referats Konzepte für Behinderungen, Ministerium für Gesundheit und Soziales Zypern Repräsentant(en) Michael Hadjipantela Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Stellvertreter I. E. Olympia Neocleous Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Republik Zypern bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Berater Dr. Olga Kalakouta Oberste Gesundheitsbeamtin, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 102 Andrea Petranyi Stellvertretende Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Republik Zypern bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Christos Makriyiannis Zweiter Sekretär, Ständige Vertretung der Republik Zypern bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Anastasios Ioannou Beauftragter für das Gesundheitswesen, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 103 II. Assoziierte Mitglieder Färöer-Inseln Repräsentant(en) Kaj Leo Holm Johannesen Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Turid Arge Ständige Staatssekretärin, Gesundheitsministerium Stellvertreter Katrin Gaard Referatsleiterin, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 104 III. Beobachter aus Mitgliedstaaten aus anderen Regionen Kanada Repräsentant(en) Lucero Hernández Leiterin, Abteilung Multilaterale Angelegenheiten, Büro für Internationale Angelegenheiten im Gesundheitsbereich (OIA), Staatliche Gesundheitsbehörde Kanada Vereinigte Staaten von Amerika Repräsentant(en) Mara Burr Leiterin, Referat Multilaterale Beziehungen, Büro für globale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit und Soziales der Vereinigten Staaten Dr. Tracy Carson Gesundheitsattaché, Mission der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen, Ministerium für Gesundheit und Soziales der Vereinigten Staaten Berater Dr. Peter Schmeissner Leiter, Büro für Europa und Eurasien, Büro für globale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit und Soziales der Vereinigten Staaten Charles Vitek Konteradmiral, Öffentlicher Gesundheitsdienst der Vereinigten Staaten Daniel Singer Regionaldirektor für Zentralasien, Centers for Disease Control and Prevention Maya Levine Oberste Beauftragte für globale Gesundheitspolitik, Ministerbüro, Referat Multilaterale Beziehungen, Büro für globale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit und Soziales der Vereinigten Staaten Noila Sorenson Oberste Beauftragte für globale Gesundheitspolitik, Referat Region Europa-Eurasien, Ministerbüro, Büro für globale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit und Soziales der Vereinigten Staaten BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 105 IV. Beobachter aus Nichtmitgliedstaaten Heiliger Stuhl Repräsentant(en) Rev. Fr. Christopher M. Mahar Dikasterium zur Förderung der menschlichen Entwicklung BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 106 V. Repräsentanten von Organisationen der Vereinten Nationen und anderen Organisationen Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen Vladimir Rakhmanin Stellvertretender Generaldirektor, Repräsentant der Region, Regionalbüro für Europa Raschad Al-Khafaji Leiter, Verbindungsbüro der FAO bei der Europäischen Union und in Belgien Nabil Gangi Stellvertretender Repräsentant der Region Europa und Zentralasien Internationale Atomenergie-Organisation Lisa Stevens Leiterin, Unterabteilung Aktionsprogramm für Krebstherapie, Abteilung Fachliche Zusammenarbeit Emina Elic Programmleiterin Jose Alfredo Polo Rubio Nuklearmediziner Internationale Organisation für Migration Ola Henrikson Regionaldirektor, Regionalbüro Europäischer Wirtschaftsraum, Europäische Union und NATO Dr. Jaime Calderon Sachverständiger für Migrationsfragen, Regionalbüro Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Afshan Khan Regionaldirektorin, Mittel- und Osteuropa Büro der Vereinten Nationen für Entwicklungskoordination Gwi Yeop Son Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen Dr. Rosemary Kumwenda Leiterin, Regionalteam HIV, Gesundheit und Entwicklung und nachhaltige Beschaffung beim Gesundheitskoordinator, Regionale Drehscheibe Istanbul Umweltprogramm der Vereinten Nationen Wondwosen K. Asnake Programmreferent, Regionalbüro für Europa BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 107 Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen Alanna Armitage Regionaldirektorin, Regionalbüro für Osteuropa und Zentralasien Tamar Khomasuridze Beraterin für sexuelle und reproduktive Gesundheit, Regionalbüro für Osteuropa und Zentralasien Weltbank Tania Dmytraczenko Praxismanager, HNP Global Practice Weltorganisation für geistiges Eigentum Charles Randolph Leiter, Referat Nichtstaatliche Organisationen Zhao Zhao Referentin für externe Beziehungen, Referat Externe Beziehungen Victor Vazquez Lopez Leiter, Referat Koordination der entwickelten Länder Ana Gobechia Programmleiterin, Referat Koordination der entwickelten Länder BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 108 VI. Repräsentanten anderer zwischenstaatlicher Organisationen Mitteleuropäische Initiative Roberto Antonione Generalsekretär Kooperationsrat der türkischsprachigen Staaten Baghdad Amreyev Generalsekretär Ömer Kocaman Stellvertretender Generalsekretär Mirvokhid Azimov Stellvertretender Generalsekretär Ersin Aydoğan Projektleiter Ceyhun Shahverdiyev Projektleiter Europarat Silvia Ravera Wissenschaftliche Programmleiterin Europäische Union Dr. Canice Nolan Ministerin, Ständige Vertretung der Europäischen Union bei den Vereinten Nationen in Genf Gerton Van den Akker Erster Botschaftsrat, Ständige Vertretung der Europäischen Union bei den Vereinten Nationen in Genf Jerome Cassiers Botschaftsrat, Ständige Vertretung der Europäischen Union bei den Vereinten Nationen in Genf Corinna Hulnhagen Erste Sekretärin, Ständige Vertretung der Europäischen Union bei den Vereinten Nationen in Genf Herta Adam Stellvertretende Referatsleiterin, Generaldirektion Gesundheit, Europäische Kommission Simone Gerikaite Referentin, Generaldirektion Gesundheit, Europäische Kommission Joao De Macedo Monteiro Praktikant, Ständige Vertretung der Europäischen Union bei den Vereinten Nationen in Genf BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 109 Wojciech Kalamarz Leiter, Referat C4, Internationale Beziehungen, Generaldirektion Gesundheit, Europäische Kommission Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Ulrik Knudsen Stellvertretender Generalsekretär Francesca Colombo Leiterin, Abteilung Gesundheit Weltorganisation für Tiergesundheit Dr. Budimir Plavsic Repräsentant der Region BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 110 VII. Repräsentanten von nichtstaatlichen Akteuren, die offizielle Beziehungen zur WHO unterhalten und zur Teilnahme an Tagungen des WHO- Regionalkomitees für Europa akkreditiert sind Alzheimer Europe Owen Miller Alzheimer’s Disease International Paola Barbarino Chris Lynch Lewis Arthurton Association for Medical Education in Europe Janusz Janczukowicz Paulina Sobieranska Center for Health Policy and Studies (PAS Center) Liliana Caraulan Drugs for Neglected Diseases Initiative Rachael Crockett EUROCAM Dr. Ton Nicolai Miranda Ruchtie EuroHealthNet Alison Maassen Dorota Sienkiewicz European Alcohol Policy Alliance Florence Bertelletti European Association for the Study of the Liver Morgane Guex European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients’ Associations Isabel Proaño Gegerly Meszaros European Federation of the Associations of Dietitians Annemieke van Ginkel-Res Wineke Remijnse BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 111 European Federation of Nurses Associations Paul De Raeve European Forum for Primary Care Prof. Maria van den Muijsenbergh Diederik Aarendonk Anke van Dam European Forum of Medical Associations Leah Wapner Michelle Glekin European Forum of National Nursing and Midwifery Associations Valentina Sarkisova Mervi Jokinen Luis Filipe Barreira European Medical Students’ Association Alexandra Archodoulakis Selen Uzun Sakshi Prasad European Public Health Alliance Milka Sokolovic European Public Health Association Dr. Iveta Nagyova Maaike Droogers Marie Guichardon European Respiratory Society Prof. Guy Joos Brian Ward European Society for Medical Oncology Dr. Rosa Giuliani Malvika Vyas Gracemarie Bricalli European Stroke Organization Francesca Roman Pellezza Michèle Schaub Jackson Humatem Catherine Blanc-Gonnet Emilie Durand BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 112 International Alliance of Patients’ Organizations Kawaldip Sehmi Neda Milevska Kostova International Association for Hospice & Palliative Care Dr. Katherine Pettus Gulnara Kunirova Juan Pablo Leiva International Bureau for Epilepsy Mary Secco Francesca Sofia International Confederation of Midwives Dr. Victoria Vivilaki Dr. Franka Cadée International Council of Nurses Dr. Karen Bjoro International Diabetes Federation Elisabeth Dupont Sabine Dupont Alina Chebes International Federation of Gynecology and Obstetrics Prof. Mary Ann Lumsden Dr. Jeanne Conry International Federation of Medical Students’ Association Mariona Borrel Arrasa International Federation of Pharmaceutical Manufacturers & Associations Bettina Butzke Mathieu Uhart International Federation on Ageing Dr. Jane Barratt Supriya Venigalla International Federation of Biomedical Laboratory Science Marie Culliton BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 113 International League Against Epilepsy Matthew Walker Eugen Trinka Julie Hall International Pharmaceutical Students’ Federation Bram Wagner Movendi International Maik Dunnbier Norwegian Cancer Society Carina Alm Public Services International Adam Rogalewski Standing Committee of European Doctors Annabel Seebohm Sarada Das Thalassaemia International Federation Dr. Androulla Eleftheriou Lily Cannon Eleni Antoniou The Task Force for Global Health Anne Dusenbury Courtenay John Ward Heather Buesseler Union for International Cancer Control Rowena Tasker Simon Holmesson Firuza Abdullaeva WaterAid International Andreas Berglof Annie Msosa World Confederation for Physical Therapy Jonathon Kruger Pablo Davó Cabra BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 114 World Federation of Chinese Medicines Societies Prof. Jialang He World Federation of Neurology Prof. William Carroll Dr. Wolfgang Grisold Prof. Ryuji Kaji World Federation of Nuclear Medicine and Biology Prof. John Prior World Federation of Occupational Therapists Samantha Shann World Federation of Societies of Anaesthesiologists Dr. Daniela Filipescu Francis Peel Stuart Halford World Heart Federation Kelcey Armstrong-Walenczak Jeremiah Mwangi World Hepatitis Alliance Cary James Chris Wingrove Rachel Halford World Obesity Federation. Margot Neveux Jacqueline Bowman-Busato Cristina Ribes World Organization of Family Doctors Dr. Mehmet Ungan Eva Hummers World Stroke Organization Prof. Michael Brainin BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 115 VIII. Beobachter European Association for Palliative Care Julie Ling European Disability Forum Marion Steff European Heart Network Birgit Beger Marleen Kestens Marilena Vrana European Network for Smoking and Tobacco Prevention Cornel Radu-Loghin Francisco Rodriguez Lozano Polina Starchenko European Society of Cardiology Paul Dendale Elisabetta Zanon International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies Birgitte Bischoff Ebbesen Davron Mukhamadiev Mental Health Europe Claudia Marinetti Fatima Awil Northern Dimension Partnership in Public Health and Social Well-being Dr. Ülla Karin Nurm Silvija Geistarte South Eastern Europe Health Network Dr. Mira Jovanovski Dašić Stop TB Partnership Dr. Lucica Ditiu BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 116 IX. Gäste und Berater auf Zeit Dr. Vytenis Povilas Andriukaitis Dr. Marc Danzon Ekaterina Gladkikh Anastasia Kluge Dr. Henri Kluge Sofia Kluge Prof. Mario Monti Prof. Reinhard Busse Prof. Rafael Bengoa Prof. Michel Kazatchkine Prof. Martin McKee Dr. José Martín-Moreno Dr. Hans Troedsson Dr. Anne Marie Worning BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 117 Anhang 4: Ansprache Ihrer Königlichen Hoheit der Kronprinzessin von Dänemark Sehr geehrter Herr Generaldirektor, sehr geehrter Herr Regionaldirektor, sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Damen und Herren Minister, sehr geehrte Gäste, meine Damen und Herren! Es ist mir eine Freude, heute zur Eröffnung dieser 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa wieder zu Ihnen sprechen zu können. Das vergangene Jahr war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Und auch wenn bereits viel erreicht wurde im Kampf gegen die Pandemie, gibt es noch viel zu tun. Für viele werden die psychologischen, emotionalen, sozialen und ökonomischen Kosten der Pandemie noch Jahre lang zu spüren sein. Die Pandemie hat gesundheitliche Benachteiligungen und vorhandene Defizite in unserer Region mehr denn je deutlich werden lassen. Am heutigen Tag würde ich gerne drei der vielen möglichen Themen, auf die man in diesem Zusammenhang verweisen könnte, besonders hervorheben: Erstens, die negativen Folgen, die die Pandemie für viele Kinder und Jugendliche gehabt hat – nicht zuletzt im Hinblick auf ihre psychische Gesundheit; zweitens, die Bedeutung von Impfmaßnahmen, um Kinder auf einen gesunden Weg durch ihr Leben zu führen; und drittens, die Auswirkungen auf einige der am stärksten gefährdeten Gruppen in der Gesellschaft infolge der Überlastung des Gesundheitswesens in ihren Bemühungen um die Eindämmung der Pandemie. 20 Monate. So viel Zeit ist vergangen, seit die Pandemie begann, unsere Nachrichten zu dominieren. Zwanzig Monate! Stellen Sie sich das im Leben eines jungen Menschen vor, der sich nach sozialer Interaktion sehnt, ein junger Mensch, dessen tägliche Routine – dessen gesamtes Sozialleben – plötzlich komplett unterbrochen wird. Mit vier Kindern zu Hause und aufgrund meiner Arbeit mit der Mary Foundation weiß ich, wie sich eine derart lang anhaltende soziale Isolation auf die Stimmung und das Verhalten junger Menschen auswirkt. Viele Kinder und Jugendliche sind damit fertig geworden – wenn auch mit Mühe. Viele haben gelitten. Die beeindruckende, ergreifende und aufmunternde Darbietung der Tanzgruppe „House of Swag Kids“ heute Morgen, hat uns einen Eindruck davon vermittelt, wie sich die Pandemie für viele junge Menschen angefühlt hat. Glückwunsch zu dieser bemerkenswerten Leistung. Und vielen Dank für eure Energie und euer Talent und dafür, dass ihr auch über eure psychischen Gesundheitsprobleme und Erfahrungen so offen und auf eine solch kreative und zum Nachdenken anregende Art gesprochen habt. Künstlerisches Streben und künstlerische Leistungen nehmen in unserer Gesellschaft eine zentrale Rolle ein und sind auf ganz besondere Weise in der Lage, unsere Erfahrungen zu erklären und unsere Schmerzen zu lindern. Die Darbietung, die wir heute morgen gesehen haben, erinnert mich an die Worte des französischen literarischen Meisters Victor Hugo: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ Wir können nicht stillschweigen bei Themen wie der psychischen Gesundheit. Unsere instinktive Tendenz, diese heiklen und oftmals sehr persönlichen und schmerzhaften Themen BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 118 zu vermeiden, müssen wir überwinden. Vor dem Hintergrund der tänzerischen Darbietung von heute Morgen sind die ersten Anzeichen für die negativen Auswirkungen, die die Pandemie auf die psychische Gesundheit junger Menschen hat, zutiefst besorgniserregend. Einer Studie mit 17 Mitgliedstaaten der Europäischen Region zufolge ist jung zu sein allein schon ein Risikofaktor für die mit der Pandemie verbundenen psychischen Auswirkungen. Wir haben gerade erst begonnen, die Auswirkungen anzuerkennen, die die eingeschränkte soziale Interaktion, die Unterbrechung von Schulbetrieb und Arbeit sowie eine ungewisse Zukunft auf unsere junge Generation gehabt haben. Die Pandemie hat uns in Erinnerung gerufen, dass wir die psychische Gesundheit nicht als Selbstverständlichkeit ansehen dürfen. Die verhängten Beschränkungen und die Trennung von Freunden haben bei jungen Menschen in einer bedeutenden und verletzlichen Zeit in ihrem Leben Spuren hinterlassen. Viele leiden infolgedessen an psychischen Folgen. Die Pandemie hat auf diese Weise das Ungleichgewicht bei unserem Fokus auf physischer im Vergleich zur psychischen Gesundheit offenbart. Viele Länder und Gesundheitssysteme haben bereits Maßnahmen ergriffen, um den negativen Auswirkungen der Pandemie auf die psychische Gesundheit entgegenzuwirken. In Dänemark haben Regierung und Parlament weitgehendes Einvernehmen erzielt, nichtstaatliche Organisationen, die Menschen helfen und unterstützen, die infolge von Covid-19 an psychischen Gesundheitsproblemen leiden, mit Geldmitteln auszustatten. Die dänische Regierung plant, ihre Bemühungen im Hinblick auf diese und andere psychiatrische Aspekte in einem neuen Zehnjahresplan für die psychische und psychiatrische Gesundheit infolge von COVID-19 zu verstärken. Während Sie mit Ihren umfassenden Beratungen über die nächsten drei Tagen beginnen, ist es beruhigend zu sehen, dass die Förderung der psychischen Gesundheit eine bedeutende Rolle auf der Tagesordnung einnimmt. Als eine der Flaggschiff-Initiativen des Europäischen Arbeitsprogramms wird der bevorstehende Start des Bündnisses für psychische Gesundheit dringend erforderliche Impulse setzen, um die Unterstützung für und die Investition in die psychische Gesundheitsversorgung zu verstärken. Dies ist jetzt dringender erforderlich als je zuvor. Eine weitere Flaggschiff-Initiative, die in diesem Jahr im Fokus steht, ist die Impfagenda 2030. Impfmaßnahmen stehen seit Langem im Mittelpunkt meiner Überzeugungsarbeit für das WHO- Regionalbüro für Europa, doch COVID-19 hat Impfstoffe und Impfungen in den Vordergrund gerückt und sich auf vielerlei Weise auf die Impfprogramme ausgewirkt. Wir alle wissen um den Wert von Impfstoffen – dass sie ein sicheres und wirksames Mittel für die Eliminierung zahlreicher Krankheiten darstellen und so Leid verhindern können, das das Leben der Menschen auf Dauer verändern oder sogar fordern kann. Sie und Ihre Ministerien haben bereits viel dafür getan, um zu gewährleisten, dass Routineimpfungen in allen Teilen der Europäischen Region aufrechterhalten werden. Die Tatsache, dass die Impfraten bei Routineimpfungen im Zeitraum zwischen 2019 und 2020 trotz der verhängten COVID-19-Beschränkungen nur um einen Prozentpunkt gesunken sind, zeugt von Ihren intensiven Bemühungen um die Aufrechterhaltung bzw. Wiederaufnahme der lebensrettenden Impfprogramme für Kinder. Doch werden von diesem leichten Rückgang erhebliche Unterschiede bei den Impfraten zwischen und in Ländern sowie verpasste Impfdosen verdeckt, was nach wie vor eine Herausforderung darstellt. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 119 Auch die Masern sind weiterhin in vielen Ländern der Welt endemisch und werden immer wieder ausbrechen, wenn es anfällige Menschen zu infizieren gibt und die Durchimpfungsraten zu gering ausfallen. Wir können nicht zulassen, dass die Pandemie sich derart auf die Gesundheit von Kindern auswirkt. Die Geschwindigkeit, mit der sichere und wirksame Impfstoffe gegen COVID-19 entwickelt wurden, ist überragend. Und es sind diese Impfstoffe, die uns unserem Ziel näher bringen, die aktuelle Pandemie zu überwinden. Die Herausforderungen, denen wir uns jetzt gegenübersehen, werden künftige Pläne prägen. Welch ein günstiger Zeitpunkt, die Europäische Impfagenda 2030 zu starten, die darauf abzielt, für mehr Impfstoffsolidarität zwischen den Nationen und mehr Engagement unter den Menschen zu sorgen. Ich freue mich darauf, meinen Teil zur Umsetzung dieser neuen Agenda beizutragen. Impfmaßnahmen sind ein Element, um Kinder auf einen gesunden Weg durch ihr Leben zu führen. Frühkindliche Entwicklung, Interventionen im Rahmen von Hausbesuchen, die vorschulische Erziehung, gute Fütterungspraktiken und die Beseitigung von umweltbedingten Gefahren stärken dieses Fundament. Das Regionalbüro verfügt über Instrumente, um die Entwicklung und Überprüfung von Handlungskonzepten und Aktionsplänen zur Verbesserung der Qualität und Kontinuität derartiger Angebote zu steuern. Investitionen in die frühkindliche Entwicklung sind eine der besten Investitionen, die eine Gesellschaft für ihre eigene Zukunft tätigen kann. Ohne sie können sich die psychischen und physischen Folgen für Kinder, die zurückgelassen wurden, bis weit ins Erwachsenenleben oder durch das gesamte Leben hinziehen. Zuletzt sei erwähnt, dass auch der Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit ein weiterer Bereich ist, in dem während der COVID-19-Pandemie Rückschritte zu verzeichnen waren. Es ist wahrlich besorgniserregend, dass 74% der befragten Mitgliedstaaten während der Pandemie eine Unterbrechung dieser Angebote registrierten. Dies könnte für eine Vielzahl von Frauen und Familien traumatische und weitreichende Folgen haben. Der logische Schluss, der sich daraus ziehen lässt, ist dass eine Unterbrechung der Angebote der reproduktiven Gesundheit folgende Konsequenzen haben kann: eine Zunahme der ungewollten Schwangerschaften aufgrund eines fehlenden Zugangs zu entsprechender Prävention und ein Anstieg der Müttersterblichkeit aufgrund einer Zunahme von Hausgeburten und eines fehlenden Zugangs zu einer qualifizierten Geburtenbetreuung. Es muss noch viel getan werden, um eine allgemeine Versorgung im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und entsprechendes Wohlbefinden für alle Menschen in der Europäischen Region zu erreichen. Ich werde mich weiterhin nachdrücklich für sexuelle und reproduktive Gesundheit und damit verbundene Rechte einsetzen und entsprechende Überzeugungsarbeit leisten, denn sie sind unverzichtbar für die Beschleunigung der Fortschritte, den Abbau großer Ungleichheiten und die Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 120 Verehrte Minister, sehr geehrte Gäste, ich wünsche Ihnen produktive Beratungen und hoffe, dass Sie inspirierende Beispiele teilen, wegweisende Lösungen finden und visionäre Vereinbarungen treffen werden, die das Fundament für die Verwirklichung von mehr Gesundheit für alle Menschen jeden Alters bilden werden. Die Pandemie war – und ist nach wie vor – für viele eine traumatische Zeit. Lassen Sie mich erneut mit den Worten von Victor Hugo schließen, der bereits als Jugendlicher zum Dichter wurde und sein Leben lang viele Menschen inspiriert und unterhalten hat: „Sogar die dunkelste Nacht wird enden und die Sonne wird aufgehen.“ Ich wünsche Ihnen allen viel Gesundheit, Glück und alles Gute. Ich danke Ihnen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 121 Anhang 5: Ansprache des Generaldirektors der WHO Eure Königliche Hoheit Kronprinzessin Mary, sehr geehrte Frau Manastirliu, Gesundheitsministerin von Albanien und Präsidentin des Regionalkomitees, verehrte Damen und Herren Minister, sehr geehrte Delegationsleiter, sehr geehrter Herr Dr. Hans Kluge, Regionaldirektor für Europa, Exzellenzen, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde! Guten Morgen! Ich danke Eurer Königlichen Hoheit für Ihre unermüdliche Unterstützung der Arbeit der WHO in Europa. Ich bedaure es zutiefst, dass wir bereits das zweite Jahr in Folge nicht persönlich zusammenkommen können. Doch ich hoffe, dass wir hierzu im nächsten Jahr wieder in der Lage sein werden. Ob das klappt oder nicht, hängt von uns ab. Es liegt in unseren Händen – wir haben alles, was wir brauchen, um die Übertragung zu stoppen und Leben zu retten: wirksame Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und soziale Maßnahmen, schnelle, genaue Tests, lebensrettender Sauerstoff und Impfstoffe. Wir wissen, was funktioniert. Doch die Pandemie ist noch nicht beendet, denn global haben wird das uns zur Verfügung stehende Wissen bisher nicht angewandt. Zunehmende Begegnungen und Mobilität, vorzeitige Aufhebung von gesundheitlichen und sozialen Maßnahmen, das Auftreten leichter übertragbarer Varianten und die ungleiche Verteilung von Impfstoffen treiben allesamt die Übertragungsraten und die Zahl der Todesfälle die Höhe. Es scheint, als hätten einige Länder beschlossen, dass die Pandemie dank der Impfstoffe nun vorüber ist. Doch nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Impfstoffe sind ein wirkungsvolles Instrument, das dazu beitragen kann, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, sobald wir weltweit eine ausreichend hohe Durchimpfung erreicht haben. Doch so weit sind wir noch nicht. Und in der Zwischenzeit muss jedes Land weiterhin einen umfassenden, risikobasierten Ansatz maßgeschneiderter Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und sozialer Maßnahmen verfolgen und diesen mit einer frühzeitigen klinischen Versorgung und chancengleichen Impfmaßnahmen kombinieren. Es darf sich nicht allein um Impfstoffe drehen, sondern wir sollten es sehen als „Impfstoffe und...“. Vor einem Jahr haben wir noch darauf gewartet und gehofft, dass ein sicherer und wirksamer Impfstoff entwickelt wird und dass er in diesem Fall gleichberechtigt allen Ländern zur Verfügung stehen wird. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 122 Der erste Teil dieser Hoffnung hat sich erfüllt – die Entwicklung und Zulassung mehrerer sicherer und wirksamer Impfstoffe in Rekordzeit hat der Welt Grund zu echter Hoffnung gegeben, dass wir diese Pandemie unter Kontrolle bringen können. Doch das schockierende Ungleichgewicht bei der weltweiten Verteilung der Impfstoffe ist ein Schandfleck auf unserem kollektiven Gewissen. Weltweit wurden bislang über 5,5 Mrd. Impfdosen verabreicht, doch fast 80% von ihnen entfielen auf Länder mit hohem oder gehobenem mittlerem Volkseinkommen. Die globalen Zielvorgaben der WHO sehen vor, jedes Land dabei zu unterstützen, mindestens 10% seiner Bevölkerung bis Ende dieses Monats, mindestens 40% bis Ende dieses Jahres und 70% der Weltbevölkerung bis Mitte nächsten Jahres zu impfen. Ich freue mich, dass in Europa fast 90% der Mitgliedstaaten die 10%-Marke und 60% der Länder bereits die 40%-Marke erreicht haben. Diese Region verzeichnet damit die höchsten Impfraten weltweit. Doch andere Regionen brauchen Ihre Unterstützung. Aus diesem Grund habe ich ein globales Moratorium für Auffrischimpfungen mindestens bis zum Ende des Jahres gefordert, um uns zu ermöglichen, unsere globalen Impfziele zu verwirklichen. Eine kleine Anzahl immungeschwächter Menschen wird möglicherweise auf eine dritte Dosis angewiesen sein. Doch wir wollen keine flächendeckende Anwendung von Auffrischimpfungen bei gesunden Menschen sehen, wenn so viele Gesundheitsfachkräfte und gefährdete Menschen weltweit noch immer auf ihre erste Dosis warten. Der schnellste Weg aus dieser Pandemie für uns alle ist, die am stärksten gefährdeten Menschen in allen Ländern zu impfen und uns gleichzeitig um die Minimierung der weiteren Ausbreitung des Virus zu bemühen. Je länger dieses Ungleichgewicht bei Impfstoffen besteht, desto mehr Gelegenheit wird das Virus haben zu zirkulieren und weiter zu mutieren, so dass Varianten entstehen, die potenziell gegen die Impfstoffe immun sein könnten. Auch bin ich angesichts von Berichten besorgt, dass einige europäische Länder Menschen, die mit einem Impfstoff geimpft wurden, für den die WHO eine Notfallzulassung erteilt hat, doch der nicht von ihrer eigenen nationalen Regulierungsbehörde oder der Europäischen Arzneimittelagentur zugelassen wurde, die Einreise verweigern. Dies schafft mehr Chaos und Verwirrung und führt zu Diskriminierung, insbesondere, wenn einige Länder sich sogar weigern, bestimmte Impfstoffe aufgrund entsprechender Bedenken, dass ihren Bürgern die Einreise in andere Länder verweigert werden könnte, zu verwenden. Die Notfallzulassung durch die WHO folgt einem anspruchsvollen Prozess auf der Grundlage international anerkannter Standards. Sämtliche Impfstoffe, die von der WHO eine Notfallzulassung erhalten haben, sind sicher und bieten wirksamen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen und Tod, auch gegen die Delta-Variante. Wir danken jenen Ländern, die alle Impfstoffe anerkennen, für die die WHO eine Notfallzulassung erteilt hat, und fordern alle Länder auf, es ihnen gleich zu tun. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 123 Sehr geehrte Damen und Herren Minister, während wir darum bemüht sind, die Pandemie zu beenden, müssen wir gleichzeitig Lehren aus ihr ziehen, und Ihre Tagesordnung in dieser Woche spiegelt viele dieser Lehren wider. Die Pandemie ist ein Zeugnis dafür, wie wichtig die primäre Gesundheitsversorgung als ein Fundament der globalen Gesundheitssicherheit und der allgemeinen Gesundheitsversorgung ist. Darüber hinaus hat COVID-19 uns den Wert von Impfmaßnahmen in Erinnerung gerufen. Und die Pandemie hat uns vor Augen geführt, dass es keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit gibt. Daher begrüße ich die Tagesordnungspunkte zu jedem dieser Themen, die im Rahmen dieser Tagung Berücksichtigung finden. Ferner begrüße ich den Bericht der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung und insbesondere seinen Schwerpunkt auf der Integration eines wahrhaftigen einheitlichen Gesundheitsansatzes. Ich danke dem früheren Ministerpräsidenten von Italien, Prof. Mario Monti, und den anderen Mitgliedern der Kommission für ihre Arbeit und freue mich darauf, mehr über die Beratungen und die Reaktion des Regionalkomitees zu hören. Grazie mille, Professor. Die Ergebnisse und Empfehlungen in diesem Bericht haben viel gemein mit jenen anderer Berichte und Untersuchungen der globalen Reaktion auf die Pandemie. Es gibt hunderte Empfehlungen und Vorschläge, die es durchzusehen gilt. Unsere gemeinsame Herausforderung besteht nun darin, einen globalen Konsens über das weitere Vorgehen zu erzielen. Tatenlosigkeit ist keine Option. Wenn wir es versäumen, uns jetzt ausreichend auf künftige Epidemien und Pandemie vorzubereiten, bereiten wir unser eigenes Versagen vor. Welche Strukturen und Mechanismen auch immer zutage treten – die WHO ist der Ansicht, dass sie sich auf folgende Grundprinzipien stützen müssen: Sie setzen das Engagement und die Eigenverantwortung aller Länder voraus. Sie müssen ressortübergreifend sein und Partner aus dem gesamten Spektrum des einheitlichen Gesundheitsansatzes einbeziehen. Sie müssen an den satzungsgemäßen Auftrag der WHO anknüpfen und an diesem ausgerichtet sein, statt parallele Strukturen zu schaffen. Sie müssen die Kohärenz mit den Internationalen Gesundheitsvorschriften und anderen internationalen Instrumenten gewährleisten. Und sie müssen nachvollziehbar und transparent sein. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 124 Diese Prinzipien sollten sich auch in folgenden vier zentralen Handlungsbereichen widerspiegeln: Erstens bedarf es einer besseren Politiksteuerung auf der globalen Ebene. Die vorhandene globale Architektur zur Wahrung der Gesundheitssicherheit ist komplex und fragmentiert, und freiwillige Mechanismen haben nicht zu dem erforderlichen Maß an Engagement und Handeln geführt. Die Impfstoffkrise offenbart die grundsätzlichen Schwächen an der Wurzel der Pandemie: ein Mangel an globaler Solidarität und Teilungsbereitschaft – im Hinblick auf den Austausch von Informationen und Daten, biologischen Proben, Ressourcen, Technologien und Werkzeugen. Es bedarf neuer Mechanismen für die Politiksteuerung, unterstützt durch politisches Engagement auf hoher Ebene und rechtsverbindliche Instrumente, die inklusiv, kohärent und nachvollziehbar sind. Aus diesem Grund bin ich der Ansicht, dass ein Vertrag oder ein anderes internationales Rechtsinstrument für die Pandemievorsorge und -bekämpfung einen dringend benötigten übergeordneten Rahmen für die globale Kooperation bieten wird, um die Regeln des Spiels festzulegen und die Solidarität zwischen den Ländern zu erhöhen. Ein Ansatz, bei dem jedes Land für sich selbst kämpft, hat sich bei dieser Pandemie nicht bewährt und er wird auch beim nächsten Mal scheitern. Wir erbitten die Unterstützung aller Mitgliedstaaten der Europäischen Region für diese wichtige Initiative auf der Sondersitzung der Weltgesundheitsversammlung im November. Zweitens bedarf es für die nationale und globale Vorsorge und Reaktion einer umfangreicheren und besseren Finanzierung. Von Panik und Vernachlässigung geprägte Zyklen haben zu einer instabilen internationalen Finanzierung für die globale Gesundheitssicherheit beigetragen, mit katastrophalen Folgen. Das gegenwärtige Ökosystem der Finanzierung von Pandemievorsorge und -bekämpfung ist unzureichend, zu komplex, fragmentiert und ineffizient und sorgt nicht für ausreichende Chancengleichheit. Es bedarf einer erheblichen Erhöhung der inländischen Investitionen, namentlich für die primäre Gesundheitsversorgung, sowie der internationalen Finanzierung zur Stärkung von Kapazitäten in den Ländern mit niedrigem und niedrigerem mittlerem Volkseinkommen und zur Finanzierung globaler Güter wie etwa Impfstoffen. Diese Art der Finanzierung muss wirklich zusätzlich, vorhersehbar und gleichberechtigt erfolgen und mit nationalen, regionsweiten und globalen Prioritäten und Plänen abgestimmt sein. Ein allein aus freiwilliger Entwicklungshilfe finanzierter Mechanismus wird nur den Wettbewerb um ohnehin schon knappe Ressourcen erhöhen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 125 Es ist entscheidend, dass jegliche Finanzfazilitäten auf der Grundlage bereits bestehender Finanzeinrichtungen aufgebaut werden, statt neue zu schaffen, die nur für eine weitere Fragmentierung der globalen Gesundheitsarchitektur sorgen würden. Drittens bedarf es besserer Systeme und Werkzeuge, und zwar im gesamten Spektrum des einheitlichen Gesundheitsansatzes. Die WHO hat bereits Schritte unternommen, um einige dieser Werkzeuge aufzubauen. Im September hatte ich die Ehre, gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel die globale Drehscheibe der WHO für Pandemie- und Epidemieaufklärung in Berlin zu eröffnen, ein neues Zentrum, das darauf abzielt, einen stärkeren Austausch von Daten und Informationen zwischen den Ländern zu fördern und die globale Surveillance für Epidemien und Pandemien durch die Nutzung der Vorteile von künstlicher Intelligenz, Quantencomputing und anderen hochaktuellen Technologien zu verbessern. Andere Initiativen sind in Entwicklung, darunter das BioHub der WHO, eine neue Einrichtung in der Schweiz für die Lagerung und den Austausch von Erregern, sowie die Überprüfung der allgemeinen Gesundheit und entsprechenden Vorsorge (Universal Health and Preparedness Review), ein neuer Mechanismus für die Expertenbegutachtung zur Verbesserung der nationalen Vorsorge nach dem Muster der allgemeinen regelmäßigen Überprüfung (Universal Periodic Review), die vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen genutzt wird. Erst kürzlich verkündete das Sekretariat zudem die Einrichtung eines permanenten internationalen wissenschaftlichen Beirats für die Ursprünge neuer Erreger (SAGO), um eine systematischere Form der Identifizierung von Quellen neuer Ausbrüche zu etablieren. Wie Sie wissen, haben wir den Mitgliedstaaten bereits einen Entwurf des Mandats vorgelegt und einen offenen Aufruf für Experten zur Interessenbekundung bezüglich einer Tätigkeit beim SAGO veröffentlicht. Wir fordern auch Experten aus Europa nachdrücklich dazu auf, sich für eine Tätigkeit beim SAGO zu bewerben. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass der SAGO sich nicht nur mit der nächsten Phase von Untersuchungen über die Ursprünge von SARS-CoV-2 befassen wird. Es handelt sich dabei vielmehr um eine langfristige Initiative zur Unterstützung von Untersuchungen über die Ursprünge aller künftig auftretenden Erreger. Wir wollen dies institutionalisieren. Viertens bedarf es einer gestärkten, bestens gerüsteten und nachhaltig finanzierten WHO im Zentrum der globalen Gesundheitsarchitektur. Mit 194 Mitgliedstaaten und 152 Länderbüros verfügt die WHO über ein einzigartiges globales Mandat, eine einzigartige globale Reichweite und eine einzigartige globale Legitimität. Doch im Laufe mehrerer Jahrzehnte wurde sie nach und nach immer mehr geschwächt durch ein hemmendes Ungleichgewicht zwischen ordentlichen und freiwilligen Beiträgen sowie zweckgebundenen Mitteln, die unseren Etat verzerren und uns in unserer Fähigkeit einschränken, die Erwartungen unserer Mitgliedstaaten zu erfüllen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 126 Dieses Ungleichgewicht zu beseitigen, ist von entscheidender Bedeutung, wenn die WHO die unabhängige und mit Autorität ausgestattete Institution sein soll, die die Welt braucht. Aktuell stammen nur 16% unserer Finanzmittel aus ordentlichen Beiträgen. Nach Anpassung an die Inflationsrate belaufen sich die ordentlichen Beiträge heute auf 340 Mio. US-$ weniger als noch in den 1980er Jahren. Und von den restlichen Mitteln der WHO sind heutzutage rund 80% zweckgebunden. In den 1980er Jahren war die Situation genau umgekehrt: mehr als 80% der Finanzmittel bestanden aus ordentlichen Beiträgen und weniger als 20% aus freiwilligen Beiträgen. Dieses Ungleichgewicht bedeutet, dass wir nicht in der Lage sind, die langfristige Programmarbeit auf Ebene der Länder zu leisten, die es zur Bewältigung der größten gesundheitlichen Herausforderungen bedarf. Es bedeutet auch, dass wir uns zu stark auf freiberufliche Mitarbeiter und Kurzzeitverträge verlassen. Dadurch wird unsere Belegschaft destabilisiert und es wird für uns schwierig, die Experten, die wir brauchen, zu schulen und zu halten. Ich danke jenen Mitgliedstaaten, die sich in der Arbeitsgruppe für nachhaltige Finanzierung engagiert haben, die uns ihre Empfehlungen beim Exekutivrat im Januar vorlegen wird. Mein Dank gilt an dieser Stelle Herrn Björn Kümmel für seine großartige Führungskompetenz. So wie wir die historische Gelegenheit haben, die globale Vorsorge und Reaktion grundlegend umzugestalten, haben wir auch die historische Gelegenheit, das Finanzierungsmodell der WHO grundlegend umzugestalten. Dies ist etwas, das nur Sie, die Mitgliedstaaten, gewährleisten können. Natürlich erwarten Sie zu Recht eine entsprechende Rechenschaftslegung für die uns von Ihnen zur Verfügung gestellten Ressourcen. Wir begrüßen das und haben bereits wichtige Schritte unternommen, um dies zu gewährleisten. Und als Ihr Sekretariat verpflichten wir uns, weitere Verbesserungen vorzunehmen, um die WHO zu der modernen, flexiblen und auf Wirkung ausgerichteten Organisation zu machen, die Sie erwarten und brauchen. Wir haben unsere grundlegende Umgestaltung bereits vor der COVID-19-Pandemie begonnen, doch wir müssen noch mehr tun. Eine nachhaltige und vorhersehbare Finanzierung ist einer von sieben Bereichen, in denen wir seit mehr als vier Jahren im Rahmen der grundlegenden Umgestaltung der WHO tätig geworden sind. Die Umgestaltung ist in 40 zentralen Initiativen verankert, die darauf ausgelegt sind, eine flexiblere, ergebnisorientierte WHO zu schaffen. Unsere Fortschritte können Sie über das Online-Tool zur Überwachung der grundlegenden Umgestaltung verfolgen. Als die Krise begann, wurden unsere umgestalteten Funktionen für Geschäftsprozesse, Partnerschaften und externe Beziehungen umgehend damit beauftragt, im erforderlichen Maßstab zu operieren. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 127 Unsere neue Wissenschaftsabteilung führte einen neuen beschleunigten Überprüfungsmechanismus ein, um die Rechtzeitigkeit, Kohärenz und Qualität aller WHO- Leitlinien zu gewährleisten. Die neuen Abteilungen der WHO für Notfallvorsorge und -bewältigung haben die Anstrengungen im Kampf gegen die Pandemie auf der ganzen Welt unterstützt, u. a. im Rahmen dieses neuen Betriebsmodells, indem sie an der Leitung der Sonderarbeitsgruppe für die Versorgungskette beteiligt waren. Und im Rahmen unseres weiter reichenden Ansatzes für Partnerschaften haben wir den ACT Accelerator eingeführt, über den Impfstoffe, Diagnostika, Therapeutika und persönliche Schutzausrüstung auf der ganzen Welt verteilt wurden. Im Zuge der Pandemie und der externen Beurteilung der Umgestaltung der WHO planen wir, vor Ende des Jahres eine Bestandsaufnahme zu machen, um die nächsten Schritte festzulegen. Die Beurteilung empfahl, dass wir besonderes Augenmerk auf die Umgestaltung auf Ebene der Länder richten sollten. In dieser Hinsicht begrüße ich die funktionelle Überprüfung der Länderbüros in der Europäischen Region. Diese wird wichtige Erkenntnisse für die globale Umgestaltung der WHO auf Länderebene liefern.Sehr geehrte Damen und Herren Minister, mit der Generalversammlung der Vereinten Nationen im September, dem G20-Gipfel im Oktober und der Sondersitzung der Weltgesundheitsversammlung im November stellen die nächsten drei Monate eine wichtige Phase für die Gestaltung der künftigen Pandemievorsorge und -bekämpfung dar. Wir müssen diesen Moment nutzen. In den kommenden Monaten und Jahren werden andere Krisen unsere Aufmerksamkeit erfordern und uns von der Dringlichkeit jetzt zu handeln ablenken. Wenn die Welt den eingeschlagenen Kurs fortsetzt, wird sie auch die gleichen Ergebnisse erhalten – eine Welt, die weniger gesund, unsicherer und ungerechter ist. Die WHO verpflichtet sich, jedes Ihrer Länder bei der Bewältigung der Pandemie zu unterstützen und zu einem Wiederaufbau zum Besseren beizutragen. Abschließend hätte ich noch vier besondere Bitten an Sie: Erstens möchten wir Sie um Ihre Entschlossenheit bitten, weiterhin den eingeschlagenen Kurs zu halten und einen umfassenden, risikobasierten Ansatz zur Verhinderung der weiteren Übertragung und zur Rettung von Menschenleben zu verfolgen. Zweitens möchten wir Sie um Ihre Unterstützung bei der Verwirklichung der Impfziele der WHO in Europa und auf der ganzen Welt bitten, und zwar durch die Bereitstellung zeitnaher Impfstofflieferungen an die COVAX-Fazilität, durch die umgehende Erfüllung Ihrer Zusagen zur Bereitstellung von Impfdosen und durch die Ermöglichung eines Austauschs von Technologien, Fachwissen und geistigem Eigentum zur Unterstützung der regionsweiten Impfstoffherstellung. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 128 Drittens möchten wir Sie um Ihre Unterstützung bei der Umsetzung der Idee eines Vertrags oder eines anderen internationalen Rechtsinstruments zur Pandemievorsorge und -bekämpfung bitten. Und viertens möchten wir Sie um Ihre Unterstützung beim Aufbau einer stärkeren WHO bitten, die bestens gerüstet ist und nachhaltig finanziert wird. Ich möchte Ihnen allen erneut meinen Dank für Ihre harte Arbeit und Ihre Unterstützung der WHO in dieser kritischen Zeit aussprechen. Wir sehen Ihrer anhaltenden Unterstützung freudig entgegen, während wir uns gemeinsam darum bemühen, die Gesundheit zu fördern, die Welt zu schützen und den Schwächsten zu helfen. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und dem Präsidenten von Kirgisistan, dem Ministerpräsidenten von Slowenien und den hochrangigen Beamten aus San Marino und Russland dafür danken, dass Sie heute hier bei uns sind. Vielen Dank. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 129 Anhang 6: Ansprache des WHO-Regionaldirektors für Europa Eure Königliche Hoheit Kronprinzessin Mary von Dänemark, sehr geehrte Frau Manastirliu, Präsidentin des 71. Regionalkomitees, sehr geehrter Dr. Tsoy, scheidender Präsident des 70. Regionalkomitees, sehr geehrter Herr Generaldirektor der WHO, sehr geehrter Prof. Mario Monti, Vorsitzender der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung, meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist mein sehnlichster Wunsch, dass dieses Regionalkomitee uns mit Energie und Überzeugung erfüllt, damit wir gemeinsam die Pandemie schnell wieder unter Kontrolle bringen können und diese Kontrolle nie wieder verlieren. Und dass diese Krise die letzte ist, die uns auf dem falschen Fuß erwischt. Wir bei WHO/Europa haben in den vergangenen zwölf Monaten Ihren wichtigen Botschaften auf der letzten Tagung des Regionalkomitees, auf der Weltgesundheitsversammlung, im Exekutivrat und auf den Tagungen des Ständigen Ausschusses des WHO-Regionalkomitees (SCRC) aufmerksam zugehört. Ihre Botschaften haben unsere Vorschläge in Bezug auf künftige Konzepte und Maßnahmen für Gesundheit und Gesundheitssysteme in der Zeit nach der Pandemie maßgeblich geprägt, und wir haben die Lehren gebührend berücksichtigt. Wir bei WHO/Europa haben Ihnen zugehört, wir haben Ihre Anliegen vernommen und wir haben gehandelt. Ich habe meine heutige Rede über den Stand der Gesundheit in der Europäischen Region in drei Teile gegliedert: Erstens werden wir uns mit der Gegenwart befassen. Wo stehen wir mit COVID-19? Der zweite Teil betrifft die Zukunft. Wie erreichen wir mehr Gesundheit und Wohlbefinden? Der dritte Teil befasst sich mit dem Wie. Beginnen wir also mit der Gegenwart. Meine Damen und Herren, heute stehe ich hier mit meiner Botschaft an Sie, dass diese Pandemie wie alle anderen Pandemien auch einmal vorübergehen wird. Ich kann Ihnen nicht sagen, wann, aber ich kann Ihnen erklären, wie das geschehen wird. Gemeinsam müssen wir zu einer Neuausrichtung und Neubewertung gelangen, und dies ist mit drei Fragen verbunden: Erstens: Wo stehen wir jetzt? Zweitens: Haben wir genug gelernt, um den Gang der Dinge beeinflussen zu können? Drittens: Wie wird das Ende aussehen? Zum ersten Punkt: Das Bild der Pandemie heute unterscheidet sich nicht allzu sehr von dem im vergangenen Jahr. Insgesamt gesehen verzeichnen wir in der Europäischen Region einen stetigen Anstieg der Fallzahlen. Wir haben es mit einer Abfolge von Pandemiewellen zu tun, bei denen im Reaktionsmodus gewisse Maßnahmen ergriffen werden, bis eine ruhigere Periode gewisse Lockerungen erlaubt. Die verschiedenen nach Alter, Schweregrad, Krankenhausaufenthalten und Einweisungen auf die Intensivstation aufgeschlüsselten Indikatoren veränderten sich nicht wesentlich – bis zum Beginn der Impfkampagnen. Mit zunehmender Durchimpfung konnten wir einen drastischen Rückgang der schweren und tödlichen Krankheitsverläufe beobachten. Ebenso sank der Druck auf unsere Gesundheitssysteme, auch wenn erwartungsgemäß die Übertragung unter den Ungeimpften weitergeht. Doch obwohl die Impfstoffe das entscheidende Ereignis des Jahres waren, so folgte doch mit der Entstehung leichter übertragbarer, virulenterer besorgniserregender Varianten die zwangsläufige Antwort der Evolution auf unsere großartigen Anstrengungen. Doch die Balance BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 130 ist immer noch zu unserem Vorteil, denn die Instrumente zur Bekämpfung von SARS-CoV-2 bzw. seiner Varianten bleiben dieselben, einschließlich der Impfungen. Zweite Frage: Gestatten Sie mir, drei Lehren aus der Pandemie herauszugreifen: Die erste lautet, dass die Pandemie eine ungeheure Belastungsprobe für den Multilateralismus und die internationale Solidarität war. Impfstoffe wirken. Impfstoffe retten Menschenleben, viele Menschenleben, und sie haben sogar das Potenzial, die Übertragung zu reduzieren, wenn alle mitmachen. Deshalb ist die enorme Ungleichheit bei der Verteilung von Impfstoffen auch keine gute Nachricht. In der Europäischen Region der WHO sind inzwischen 58% der in Frage kommenden Bevölkerung in den Ländern mit hohem Volkseinkommen vollständig geimpft, in den Ländern mit höherem mittlerem Volkseinkommen sind es nur 29%. In den Ländern mit niedrigerem mittlerem Volkseinkommen sind es sogar nur 9%. Ein Blick auf die globale Ebene zeigt, dass in den Ländern mit niedrigem Volkseinkommen die Quote nur 2% beträgt. Wir in unserer Region haben immer globale Solidarität erfahren. Deshalb habe ich die Regionaldirektoren der WHO für Afrika und den Östlichen Mittelmeerraum gebeten, heute zu Ihnen zu sprechen. Niemand ist sicher, solange nicht alle sicher sind. Die zweite Lehre lautet, dass der Kampf gegen jede Pandemie bei den Menschen beginnt. Letztendlich hat die Pandemie überall auf der Welt lokale Auswirkungen. Deshalb müssen wir die Ermächtigung und Beteiligung unserer Bevölkerung verbessern und uns um die psychische Gesundheit der Menschen kümmern, und zu allererst um die der jungen Menschen und der Beschäftigten im Gesundheitswesen. Das Gesundheitspersonal brauchen wir auch langfristig dringend, sie sind die wahren Helden der Pandemie. Tatsächlich war COVID-19 eine äußerst schmerzliche Erinnerung daran, dass ohne eine leistungsfähige primäre Gesundheitsversorgung kein Gesundheitssystem überleben kann. Und im 21. Jahrhundert kommt ein Gesundheitssystem nicht weit, wenn es nicht voll digitalisiert ist. Die dritte Lehre lautet, dass die Pandemie eine ungeheure Belastungsprobe für öffentlich- private Partnerschaften war. Öffentliche Organisationen wie die WHO brauchen die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft, nicht nur um verstärkt technologische Innovationen nutzen zu können und deren gleichmäßige Verteilung sicherzustellen, sondern auch um ihre Bezahlbarkeit für alle Menschen weltweit zu gewährleisten. Lehren sind eines, aber um diese Lehren umsetzen zu können, muss die WHO selbst als Organisation ihre institutionelle Zwecktauglichkeit überprüfen. Das Schlimmste, was der WHO heute passieren kann, ist, in Selbstrechtfertigung zu verfallen. Für mich als Regionaldirektor ist die Diagnose glasklar. Es kommt auf drei Dinge an: Erstens müssen wir verstärkt auf die Regionen setzen; zweitens benötigen wir mehr politische Beteiligung der Mitgliedstaaten im Rahmen der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV); und drittens brauchen wir eine flexiblere Finanzierung. Zum ersten Punkt: Jede Region ist eine Säule von globaler Tragweite. Der Grund – gestatten Sie mir, näher darauf einzugehen – ist, dass die WHO aufgrund ihrer Satzung den einzigartigen BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 131 Vorteil hat, in sechs miteinander verknüpfte Regionen gegliedert zu sein. Politisch sind wir Bevollmächtigte unserer Mitgliedstaaten. Zweitens ist eine Überarbeitung der IGV dringend notwendig, oder, wenn wir noch ehrgeiziger sein wollen, ein neuer Vertrag, der zusätzliche Bestimmungen über Konsequenzen von Verstößen der Unterzeichner enthält. Wenn die Mitgliedstaaten selbst dieses eigentliche Problem nicht in Angriff nehmen, dann werden weder die IGV noch ein neuer Vertrag die Welt sicherer machen. Drittens brauchen wir eine flexiblere Finanzierung für die WHO. Das bedeutet nicht unbedingt höhere Beiträge für die Mitgliedstaaten. Stattdessen könnte etwa ein Richtwert von 20% bis 30% für Flexibilität bei allen zweckgebundenen freiwilligen Beiträgen eingeführt werden, und unsere Region benötigt auf jeden Fall mehr Autonomie in Bezug auf Mittelbeschaffung und Finanzierung. Damit bin ich bei der dritten Frage angelangt: Wie stellen wir uns das Ende vor? Wir können aus der Pandemie nicht aussteigen, aber wir können eine nachhaltige Bekämpfung der Übertragung des Virus anstreben. Was bedeutet das? Zum einen, dass es zu keinen wesentlichen Beeinträchtigungen für die Gesundheitssysteme durch Erkrankungen und Krankenhauseinweisungen aufgrund von COVID-19 mehr kommt. Und es bedeutet, dass die Wellen der Pandemie künftig saisonal bzw. vorhersehbar ablaufen werden, mit einer endemischen Übertragung auf niedrigerem Niveau und ohne die Kosten von Ausgangsbeschränkungen. Als Reaktion auf wiederholten Wunsch von Ihnen haben wir die normative fachliche Funktion des Regionalbüros gestärkt, und ich habe Prof. Antoine Flahault, Leiter des Zentrums für globale Gesundheitspolitik an der Universität Genf, vor ein paar Monaten gebeten, in einer hochrangigen fachlichen Arbeitsgruppe unter seinem Vorsitz ein zweiseitiges Dokument zu erstellen, das auf unserer Website zu finden ist und Aufschluss darüber gibt, wie die Länder die akute Phase hinter sich lassen können. Und es gibt drei strategische Stoßrichtungen für den Ausbruch aus dem Chaos: Erstens eine chancengerechte Verteilung der Impfstoffe. Zweitens brauchen wir einen ganzheitlichen Ansatz, um die Akzeptanz und die Herstellung zu erhöhen, und mehr Diversität in Bezug auf die Produktionsstätten. Drittens mehr Spenden. Wir dürfen keine Gelegenheit ungenutzt lassen. Dabei spielt keine Rolle, ob es um die multilaterale oder die bilaterale Ebene geht. Und wir müssen die Privatwirtschaft einbeziehen. Schließlich gehört es auch zu unseren vorrangigen Aufgaben, die Impfskepsis zu bekämpfen, indem wir die Bevölkerung einbinden und befähigen: mit soliden Daten, wie sie von unseren Teams, namentlich dem Team für verhaltensbezogene Erkenntnisse, gewonnen werden. Wenn die Minister sich für eine Impfpflicht entscheiden, werden wir sie darin unterstützen und auch einige Vorbehalte zum Ausdruck bringen, etwa dass bereits überlastete Gesundheitssysteme dadurch nicht noch weiter belastet werden dürfen. Dies ist die erste strategische Stoßrichtung. Die zweite Stoßrichtung besteht darin, in der Europäischen Region nuancierte Ansätze einzuführen, einschließlich der Ausweitung von Impfprogrammen auf Kinder bzw. um zusätzliche Dosen. Wir dürfen zusätzliche Dosen nicht mehr als „Luxus-Auffrischungen“ BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 132 abtun. Vielmehr sind sie ein wesentliches Mittel zum Schutz der Schwächsten in unserer Gesellschaft. Wenn wir bedenken, dass das SARS-CoV-2 weiter mutieren und dass es wie die Grippe für immer bei uns bleiben wird, dann sollten wir unsere Impfprogramme auf eine endemische Übertragung anpassen. Wir brauchen dringend Informationen über die Wirkung zusätzlicher Dosen für besonders gefährdete Gruppen. Ich habe diese Frage während meiner Mission in die Vereinigten Staaten im August mit Dr. Anthony Fauci und auch vor Kurzem mit dem israelischen Gesundheitsminister und dem Botschafter Israels in Genf erörtert. Und ich möchte ihnen dafür herzlich danken. Denn wir brauchen diese Pioniere, um uns diese äußerst wichtigen Informationen zu verschaffen. Schließlich brauchen wir unter dem zweiten Ansatz wesentlich mehr Bewegung bei den Therapeutika. Wenn morgen eine Mutation entsteht, die den Immunschutz umgeht, dann besteht unsere Hoffnung zur Veränderung der Prognose in einem guten Therapeutikum und in Zweitrangimpfstoffen. Die dritte strategische Stoßrichtung besteht darin, einen proportionalen Druck auf das Virus aufrechtzuerhalten, sogar während ruhigerer Phasen: also kein Nachlassen beim Maskentragen, Kontrolle der grenzüberschreitenden Mobilität und Intensivierung des Testbetriebs, einschließlich der genomischen Sequenzierung. Denken wir daran: der erste Schritt besteht in einer transparenten Weitergabe von Daten aus den Ländern und zwischen den Ländern. Meine Damen und Herren, wenn wir diese drei strategischen Stoßrichtungen konsequent verfolgen, wissen wir mehr und können auch mehr tun. Wir können das Ende vorhersehen, aber nur wenn Politik, Wissenschaft und Gesellschaft ein für alle Mal an einem Strang ziehen. Alle Krisen gehen einmal zu Ende. So auch diese Krise. Wenden wir uns daher dem zweiten Teil zu: der Zukunft. Wie erreichen wir in unserer Region kollektiv einen Quantensprung hin zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden und hin zu einer Gesundheitskultur, in der jeder Mensch zu gesundheitsförderlichen Entscheidungen in Bezug auf seinen Lebensstil befähigt wird – unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung oder sozioökonomischen Möglichkeiten? Auch hier bin ich wieder sehr optimistisch, da wir über drei sehr starke Hebel verfügen: einen Kompass, ein Instrumentarium und die Innovation. Erstens den Kompass. Den Kompass für den Quantensprung hin zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden bilden die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG). Diese 17 Ziele sind eine Blaupause für eine bessere und nachhaltigere Zukunft. Sechs Jahre nach ihrer Annahme ist es nun an der Zeit für eine Bestandsaufnahme. Im November wird das Regionalbüro den nächsten Europäischen Gesundheitsbericht veröffentlichen. Wir wissen schon jetzt, dass wir bei einigen der Indikatoren für die SDG hinterherhinken. So sind wir mit Blick auf die Beendigung von Aids bis 2030 nicht auf Kurs. Bei Tuberkulose verzeichnen wir einen Rückgang der Fallentdeckungsraten in den Ländern um 20% bis 30%. Wir müssen die unerledigten Aufgaben zu Ende bringen. Deshalb habe ich einen Sondergesandten für die Bekämpfung von Tuberkulose, Aids und Hepatitis ernannt: Prof. Michel Kazatchkine BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 133 Kommen wir zum Bereich Umwelt und Klimawandel: Wir wissen, dass in unserer Region jährlich 480 000 Menschen an chronischen Erkrankungen sterben, die durch die Verschmutzung der Umgebungsluft bedingt sind. Deshalb bin ich sehr stolz, verkünden zu können, dass das Europäische Zentrum der WHO für Umwelt und Gesundheit in Bonn kommende Woche die neuen globalen Leitlinien der WHO für Luftqualität veröffentlichen wird. Mein herzlicher Dank an Deutschland für die großartige Unterstützung. Wir werden beim Regionalbüro das Referat für Datenüberwachung und -analyse stärken, eine unmittelbare Antwort auf Ihren Ruf nach einer stärker normativ und wissenschaftlich ausgerichteten WHO, die es Ihnen ermöglicht, Handlungskonzepte und Maßnahmen auf solide Daten zu stützen. Zweitens das Instrumentarium – das Europäische Arbeitsprogramm (EPW), das Sie alle im vergangenen Jahr angenommen haben und das seine Fähigkeit zur Bewältigung der Herausforderungen aufgrund der Pandemie unter Beweis gestellt hat, und insbesondere seine vier Flaggschiff-Initiativen: psychische Gesundheit, Impfungen, verhaltensbezogene Aspekte und Befähigung durch digitale Gesundheitsangebote. Immer wieder, meine Damen und Herren, haben Sie darauf bestanden, dass wir die primäre Gesundheitsversorgung als den Eckpfeiler von mehr Gesundheit und Wohlbefinden neu gestalten und dabei sowohl die klinischen Bedürfnisse der Menschen als auch ihre sozialen Determinanten von Gesundheit berücksichtigen: durch einen Brückenschlag zwischen der primären Gesundheitsversorgung, den öffentlichen Gesundheitsdiensten und dem Sozialwesen, insbesondere zugunsten der älteren Menschen und der schutzbedürftigsten Gruppen. Die primäre Gesundheitsversorgung verdient einen Platz als Flaggschiff aller Flaggschiffe, denn hier geht es um die Verwirklichung der Grundsätze der Erklärungen von Alma-Ata und Astana, die 2020 in dem Operationellen Rahmen nochmals bekräftigt wurden. Ich bedanke mich herzlich bei Dr. Alexey Tsoy und der Regierung Kasachstans für die tatkräftige Unterstützung für das Europäische Zentrum der WHO für primäre Gesundheitsversorgung in Almaty, durch die wir die Mittel zur Unterstützung der Länder erhalten. Die wichtigste Lehre im Bereich der primären Gesundheitsversorgung aus den letzten 43 Jahren lautet: Es gibt keine Patentlösung. Die Kunst, die Kluft zwischen unserem immensen Anspruch und den konkreten Ergebnissen in der Praxis zu schließen, besteht darin, bewährte Praktiken auf nationale und lokale Rahmenbedingungen zuzuschneiden. Wir müssen das Berufsprestige der Beschäftigten in der primären Gesundheitsversorgung, aber auch das Vertrauen der Menschen in das System erhöhen. Wie erhöhen wir das Vertrauen? Indem wir die Versorgungsqualität und die Patientensicherheit erhöhen. Ich bedanke mich herzlich bei der Regierung Griechenlands, insbesondere beim ehemaligen Gesundheitsminister Dr. Vasileios Kikilias und meinem neuen Freund, dem neuen Gesundheitsminister Dr. Thanos Plevris, dass sie uns die Mittel zur Verfügung gestellt haben, um durch das Unterbüro für Versorgungsqualität und Patientensicherheit in Athen endlich das Thema Versorgungsqualität auf die Tagesordnung der Europäischen Region zu bringen. Die gute Nachricht, meine Damen und Herren, lautet, dass eine hochwertige primäre Gesundheitsversorgung bereits Realität ist. Ich hatte das große Vergnügen, Mitte Juli an einer hochrangigen Konferenz über innovative Gesundheitssysteme teilnehmen zu können, die von der Slowenischen Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union in vorbildlicher Weise organisiert wurde. Und wie immer, wenn ich in BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 134 ein Land reise, gehörte auch diesmal ein Besuch vor Ort dazu, nämlich beim kommunalen Gesundheitszentrum in Ljubljana, einem großartigen Zentrum für primäre Gesundheitsversorgung und für Simulationen, wo ich mich mit den Patienten unterhielt. Diese wollten zuerst zur primären Gesundheitsversorgung gehen. Ich fragte sie nach dem Grund. Die Antwort war: Weil das Zentrum von freundlichen, kompetenten und motivierten Mitarbeitern betrieben wird, die die gesamte Bandbreite des Leistungsangebots abdecken: Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung, Behandlung und Rehabilitation, aber auch soziale Angebote. Und auch alle notwendigen Geräte, einschließlich der digitalen Geräte, waren vorhanden. Vielen Dank, Herr Minister Poklukar, dass Sie die primäre Gesundheitsversorgung in den Mittelpunkt der europäischen Politik gerückt haben. Meinen Glückwunsch auch zu Ihrer Rolle als Vorkämpfer für Gesundheit, indem Sie regelmäßig über ihre sportlichen Aktivitäten berichten. Wenn wir als Europäische Region die gesundheitsbezogenen SDG erreichen wollen, dann müssen wir insbesondere zwei fachliche Bereiche mit der primären Gesundheitsversorgung verknüpfen: Erstens die finanzielle Absicherung im Einklang mit der Charta von Tallinn und dem Büro Barcelona zur Finanzierung der Gesundheitssysteme, für dessen tatkräftige Unterstützung ich Spanien herzlich danken möchte. Die dortigen Mitarbeiter haben inzwischen Daten aus 33 Ländern zu der Frage: Können sich die Menschen ihre Gesundheitsversorgung leisten? Wir wissen, dass in unserer Region der Anteil der Haushalte, die in die Armut abrutschen, weil sie sich innovative Arzneimittel für chronische Krankheiten nicht mehr leisten können, je nach Land zwischen 0,2% und 10,8% liegt – mit einem Mittelwert bei 2,7%. Aber gibt es auch Grund zur Hoffnung? Ja, denn mit zielführenden Konzepten kann dieser Anteil auf Null gesenkt werden. Deshalb haben wir zusammen mit Norwegen die Oslo-Initiative für Arzneimittel geschaffen, um gemeinsam auf einen neuen Sozialpakt zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor hinzuarbeiten, den wir hoffentlich auf einer politischen Konferenz im Juni nächsten Jahres in Oslo besiegeln können. Ich darf mich besonders beim norwegischen Gesundheitsminister Bent Høie und bei Dr. Bjørn- Inge Larsen bedanken, die zusammen mit mir die Beratungen mit den Mitgliedstaaten sowie mit Vertretern der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft geführt haben. Am 22. Juni wurde ich zu einem Runden Tisch mit Vorstandsvorsitzenden aus der biopharmazeutischen Industrie eingeladen, und vergangene Woche haben wir auf einem Besuch des Generaldirektors der International Federation of Pharmaceutical Manufacturers & Associations vereinbart, auf eine neue, auf Werte gestützte soziale Erklärung hinzuarbeiten. Der zweite fachliche Bereich, der mit der primären Gesundheitsversorgung verknüpft werden muss, sind die gesunden Lebensgewohnheiten zur Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten. Vor genau zehn Jahren trafen in Moskau Gesundheitsminister und andere führende Vertreter aus 167 Ländern zusammen, um die Erklärung von Moskau über gesunde Lebensführung und die Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten zu unterzeichnen. Heute, meine Damen und Herren, ist es Zeit, diese Verpflichtung zu erneuern. Deshalb habe ich im Dezember 2020 den Fachlichen Beirat für Innovationen im Bereich der nichtübertragbaren Krankheiten eingesetzt, der schnell mit einer Reihe von zielgerichteten Initiativen eine sichtbare Wirkung auf der Länderebene herbeiführen soll. Zu den dringlichsten BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 135 Problemen zählen dabei Adipositas im Kindesalter, digitale Werbung, Bluthochdruck und Salzkonsum. Das verspricht schnelle Erfolge. Mit Maßnahmen wie grüneren Städten und einer Gesundheitsabgabe auf Alkohol können wir Zehntausende Menschenleben retten. 40% der Krebserkrankungen in unserer Region lassen sich durch Impfungen verhindern, und für die übrigen 60% können wir das Management deutlich verbessern. Aus diesem Grund habe ich am Weltkrebstag die gesamteuropäische Bewegung „Gemeinsam gegen Krebs“ ins Leben gerufen und Aron Anderson, einen ehemaligen Krebspatienten aus Schweden mit ausgezeichneten Rednerqualitäten, zum Botschafter für Krebsbekämpfung ernannt. Mit politischer Unterstützung aus zahlreichen Ländern möchte ich an dieser Stelle dem Gesundheitsminister der Russischen Föderation, Dr. Mikhail Albertovich Murashko, sowie der russischen Regierung besonders herzlich für die äußerst energische Unterstützung durch das Europäische Büro der WHO für die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten danken, dessen Arbeit nicht nur der Europäischen Region, sondern der gesamten Welt zugute kommt. Danke, lieber Mikhail Albertovich! Wir haben also den Kompass, das Instrumentarium und die Innovation. Für mich die größte Innovation des Jahres ist die Paneuropäische Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung, die einberufen wurde, um vor dem Hintergrund von Pandemien die politischen Prioritäten neu zu überdenken. Wie kam es dazu? Der zugrunde liegende Gedanke war, dass die WHO über ihren traditionellen Aktionsradius der Kommunikation mit den ohnehin schon überzeugten Gesundheitspolitikern und -wissenschaftlern hinaus auch Staats- und Regierungschefs und Finanzministerien ansprechen soll, um sie von der Notwendigkeit vorausschauender Investitionen in die Gesundheit und in einen einheitlichen Gesundheitsansatz als ein globales öffentliches Gut zu überzeugen. Dazu brauchten wir unbedingt einen hochkarätigen Vorsitzenden. Ihm bin ich zutiefst zu Dank verpflichtet. Gestatten Sie mir, den Vorsitzenden der Paneuropäischen Kommission, Prof. Mario Monti, ehemaliger Ministerpräsident und Finanzminister Italiens und früheres Mitglied der Europäischen Kommission, Senator auf Lebenszeit und Präsident der Bocconi-Universität, zu seinen herausragenden politischen, wissenschaftlichen und diplomatischen Fähigkeiten zu beglückwünschen, die zusammen mit seinem beeindruckenden Einsatz zum erfolgreichen Abschluss der Arbeit einer einzigartigen Kommission geführt haben. Grazie mille, lieber Mario. Mit der Hilfe von Prof. Monti wurden die vorläufigen Empfehlungen bereits 20 Staatsoberhäuptern, der Präsidentin der Europäischen Kommission, dem Ratspräsidenten der Europäischen Union sowie der Präsidentschaft der G20 präsentiert. Ich danke Ihnen auch dafür, dass Sie mich zu einem sehr aufschlussreichen Gespräch mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi eingeladen haben. Die Empfehlungen wurden auch auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg vorgestellt. Eine weitere Gelegenheit zur Präsentation des Berichts bot sich während meiner jüngsten Mission, meiner ersten in den Vereinigten Staaten, wo ich in Washington ein Treffen beim Nationalen Sicherheitsrat im Weißen Haus hatte. An dieser Stelle möchte ich auch Prof. Martin McKee von der London School of Hygiene and Tropical Medicine, dem Vorsitzenden des Fachlichen Beirats der Kommission, herzlich danken. Dieser Bericht beruht auf einer ursoliden Basis, die unter der Regie von Prof. McKee BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 136 im Wissenschaftlichen Beirat entstanden ist. Mein Dank gilt auch Prof. Elias Mossialos, dem Wissenschaftlichen Koordinator, und Prof. Aleksandra Torbica aus Serbien, die Prof. Monti als Sonderberaterin diente. Meine Damen und Herren, lassen Sie mich nun zum dritten Teil kommen. Wir haben über die Gegenwart mit COVID-19, über Wege aus der Pandemie, über die Zukunft, über unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden gesprochen. Der dritte Teil betrifft nun eine zweckdienliche WHO – das Wie. Die Frage lautet also: Wie können wir Ihnen helfen? Ich hatte versprochen, dass wir anhand der während der Pandemie gezogenen Lehren auch unsere Arbeitsmethoden optimieren würden. Die Pandemie hat zu einer Vertiefung der drei Dimensionen unserer Arbeit geführt, die sich in Zukunft verstärken wird. Die erste Dimension ist der direkte Kontakt mit den Ländern. An jedem einzelnen Tag der Pandemie standen wir in direktem Kontakt mit Ihnen, den Ländern. Ein erstklassiges Beispiel hierfür ist das, was ich als COVAX+ bezeichnen möchte. Die COVAX-Fazilität hat 13 von 26 Mio. Dosen geliefert und wird auch weiterhin sehr wichtig bleiben; vor allem aber war sie beim Start wichtig. Nach aktuellem Stand verfügen wir über 20 Mio. Dosen aus bilateralen Spenden. Deshalb habe ich Dr. Clemens Auer zum Sondergesandten für Impfkampagnen gegen COVID-19 ernannt, um dem Regionalbüro eine Vermittlerfunktion zu ermöglichen. Wir haben eine detaillierte Liste der Länder mit Überschüssen sowie der jeweiligen Impfstoffe und Verfallsdaten, die dem Bedarf in den anderen Ländern gegenübergestellt werden. Ich möchte den wichtigsten Ländern und Organisationen herzlich danken, die hinter diesen bilateralen Spenden stehen – der Europäischen Union, der Russischen Föderation, den Vereinigten Staaten, der Volksrepublik China, Rumänien, Deutschland und vielen anderen. Mein besonderer Dank gilt hier Herrn Kommissar Oliver Varhelyi von der Generaldirektion Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen der Europäischen Kommission, mit dem wir in ständigem Kontakt stehen, Frau Sandra Gallina von der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und dem österreichischen Außenminister Alexander Schallenberg für seine koordinierende Rolle. Dies ist ein Paradebeispiel von „Gemeinsam für mehr Gesundheit“. Während des Sommers klopfte ich an jedem einzelnen Tag bei Staatsoberhäuptern oder Regierungschefs an. Als Regionaldirektor bin ich so stolz darauf, dass dieses Anklopfen bei Ihnen und Ihren Staatsoberhäuptern nicht einmal unbeantwortet blieb. Dieser direkte Kontakt mit den Ländern wurde durch unsere Länderbüros und eine Vielzahl von Besuchen vor Ort erleichtert. Darauf bin ich stolz. Ich habe die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Welt. Ich möchte meine große Wertschätzung für die Bediensteten in den Länderbüros, in den ausgelagerten Fachzentren und beim Regionalbüro in Kopenhagen zum Ausdruck bringen, aber auch für ihre Familien, einschließlich meiner eigenen, die sich große Sorgen gemacht haben, denn es verging nicht ein Tag während der Pandemie, an dem wir nicht in Länder, in Risikogebiete, reisten, wenn Sie uns darum baten. Und das zu einer Zeit, als wir monatelang ungeimpft waren. Wir hätten eine Impfung erhalten können, aber eingedenk des Grundsatzes der Chancengleichheit entschlossen wir uns, uns nicht vorzudrängeln und keine Vorzugsbehandlung zu beanspruchen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 137 Herzlichen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen bei der WHO. Diesen direkten Kontakt mit den Ländern haben wir durch eine neue „Marke“ bei WHO/Europa ergänzt: einen subregionalen Ansatz. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Ausarbeitung eines Fahrplans für Gesundheit in den Ländern des Westbalkans (2021–2025), der als politisches, finanzielles und fachliches Instrument zur Schließung der gesundheitlichen Kluft zwischen den Ländern des Westbalkans und ihren Nachbarländern beitragen soll. Ich bedanke mich herzlich beim Ministerpräsidenten Sloweniens, Dr. Janez Jansa, der diesen Schritt sofort unterstützt hat. Die andere subregionale Initiative, auf die wir großen Wert legen, ist die Initiative kleiner Länder, der wir für ihre Ansprache an das Regionalkomitee danken. Danken möchte ich auch dem Gesundheitsminister von San Marino, Roberto Ciavatta, der weiter als Dekan fungiert, und meinen Glückwunsch zu Ihrer großartigen Führungsrolle als Vizepräsident der Weltgesundheitsversammlung in diesem Jahr. Angesichts unserer Zielsetzung, das gegenseitige Verständnis und Wissen zwischen unseren Mitgliedstaaten und WHO/Europa zu verbessern, freue ich mich, trotz der Pandemie in diesem Monat das erste Pilotprojekt der Europäischen Akademie für Führungskompetenz vermelden zu können. Dies war eines der Versprechen im Rahmen meines Wahlkampfs. Wie Sie sich vielleicht erinnern, schaue ich immer noch in mein kleines Buch, um nach und nach meine Verpflichtungen abzuhaken. Für dieses erste Pilotprojekt sind in einem unabhängigen Verfahren insgesamt 117 Anträge aus den Ländern des Westbalkans, Zentralasiens sowie der Russischen Föderation bei uns eingegangen. Am Ende hatten wir elf angehende Fachkräfte, denn die Idee besteht darin, eine Kerngruppe aus jungen Gesundheitsexperten aufzubauen, vor allem aus solchen Ländern, die bei den Vereinten Nationen unterrepräsentiert sind. Sie kommen für ein Jahr zur WHO, erhalten bei uns eine formelle und informelle Schulung, werden zu Länderbüros und ausgelagerten Fachzentren abgeordnet und kehren schließlich in ihre Länder zurück. Ich hatte ein sehr fruchtbares Gespräch hierüber mit der neuen Leiterin der globalen WHO- Akademie in Lyon, die ich einlud, uns noch in diesem Jahr zu besuchen, und wir haben vereinbart, dass die Europäische Akademie für Führungskompetenz für die WHO-Akademie eine Pionierrolle in Bezug auf direkte Kontakte mit den Ländern mittels eines subregionalen Ansatzes übernehmen soll. Zweitens führt der Weg zur Vervielfältigung dieser Arbeit über Partnerschaften. Ich bin fest von der Kraft positiver Partnerschaften überzeugt. Diese Probleme sind einfach zu groß und die Ressourcen zu begrenzt – deshalb ist partnerschaftliche Zusammenarbeit eine moralische Verpflichtung. Die Unabhängige Kommission für Pandemievorsorge und -bekämpfung (IPPR), der IGV-Prüfungsausschuss, der Unabhängige fachliche Aufsichts- und Beratungsausschuss für das Programm der WHO für gesundheitliche Notlagen – sämtliche Berichte auf der Weltgesundheitsversammlung gingen in diese Richtung und sprachen sich allesamt für die Schaffung einer globalen Politiksteuerung mittels Partnerschaften und mit einer starken WHO im Mittelpunkt aus. Gestatten Sie mir, kurz auf einige von ihnen einzugehen. Zunächst die Mitteleuropäische Initiative (CEI). Ich bin dem Ministerpräsidenten von Montenegro, Zdravko Krivokapić, und dem Generalsekretär der CEI, Roberto Antonione, sehr dankbar. Vielen Dank, Herr Ministerpräsident, dass Sie dem Regionalbüro stets einen bevorzugten Platz auf Tagungen der BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 138 Regierungschefs, Außenminister und Gesundheitsminister eingeräumt haben, mit dem Ziel, in den 17 Staaten Mittel- und Osteuropas – Mitgliedern wie Nichtmitgliedern der EU – ein einheitliches Vorgehen und Solidarität herbeizuführen. Mein Dank gilt auch dem türkischen Gesundheitsminister, Dr. Fahrettin Koca, und dem Generalsekretär des Türkischen Rates, Herrn Baghdad Amreyev, für die gute Zusammenarbeit, insbesondere durch unser ausgelagertes Fachzentrum, das Europäische Zentrum der WHO zur Bereitschaftsplanung für humanitäre und gesundheitliche Notlagen in Istanbul, das für uns unglaublich wichtige Arbeit leistet. Wir haben mit dem Fachzentrum und dem Türkischen Rat sowie sämtlichen Ländern bei weitreichenden Simulationen von Traumaversorgung, einschließlich Bewältigung hoher Opferzahlen, zusammengearbeitet. Herzlichen Dank an Gesundheitsminister Dr. Fahrettin Koca. Ich möchte auch Frau Valentina Ivanovna Matviyenko danken, die heute morgen als Vorsitzende der Interparlamentarischen Versammlung der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten das Wort ergriffen hat. Die Zusammenarbeit mit den Sprechern der Parlamente ist so wichtig, wenn wir starke Handlungskonzepte zur Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten anstreben, und ich freue mich sehr auf die Kontakte mit allen Parlamentspräsidenten der GUS-Staaten Ende November in Sankt Petersburg. Vielen Dank. Ich danke auch Herrn Minister Viktor Vladimirovich Nazarenko, der bei der Eurasischen Wirtschaftskommission für die technische Regulierung zuständig ist. Zusammen mit der Repräsentantin der WHO in der Russischen Föderation, Dr. Melita Vujnovic, konnten wir auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg die erste subregionale Pharmakopöe in russischer Sprache präsentieren. Vielen Dank, Viktor. Und schließlich danke ich auch Ihnen, Dr. Dmitri Pinevich, mit dem wir Mitte Oktober in Minsk eine neue Vereinbarung zwischen dem Rat für gesundheitspolitische Zusammenarbeit der GUS und WHO/Europa unterzeichnen werden. Ich hoffe, dort alle Gesundheitsminister aus den GUS-Staaten anzutreffen. Natürlich arbeiten wir auch weiter daran, unsere traditionelle Partnerschaft mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) zu stärken. Vor Kurzem hatten wir mit meiner großartigen Kollegin, Frau Afshan Khan, eine Pressekonferenz zum Thema sicherer Schulbetrieb während COVID-19, an der auch das Büro der Vereinten Nationen für Entwicklungskoordination (UNDCO) teilnahm, dessen Direktorin heute noch zu uns sprechen wird. Vielen Dank, Frau Gwi-Yeop Son, für die so wichtige, im Rahmen der Reform der Vereinten Nationen durchgeführte Zusammenarbeit mit den 17 Residierenden Koordinatoren der Vereinten Nationen, die uns unserem Ziel nun sehr nahe gebracht hat. Gleiches gilt für die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften. Beim Besuch von Frau Birgitte Bischoff Ebbesen vergangene Woche haben wir die Vereinbarung unterzeichnet. Ohne eine Beteiligung der Zivilgesellschaft werden Menschen zurückgelassen. Mein Dank gebührt auch Organisationen wie dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA), mit dem das Regionalbüro und ich deutlich engere Arbeitsbeziehungen aufgebaut haben, und zwar dank der Arbeit seiner Regionaldirektorin für Osteuropa und Zentralasien, Alanna Armitage, in Bereichen wie der Prävention von Gewalt gegen Frauen, der Dekade der BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 139 Vereinten Nationen für gesundes Altern sowie der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und damit verbundenen Rechten. Schließlich möchte ich noch eine interne Partnerschaft der WHO hervorheben, die meiner Ansicht nach entscheidende Bedeutung für die globale Reform der WHO haben wird: die Partnerschaft zwischen Regionen. Wir haben sechs großartige Regionaldirektorinnen und - direktoren. Jede Region ist ein Pol mit globalem Einfluss und ein Ort des globalen Multilateralismus, da die Regionalbüros in politischer, kultureller und sprachlicher Hinsicht den Ländern nahe sind. Wenn ein Alarm ausgelöst werden muss, etwa für eine Pandemie, dann sind wir da. Jede Regionaldirektorin, jeder Regionaldirektor praktiziert täglich Multilateralismus. Deshalb wurde die Stärkung der Regionalbüros der WHO von der Ko-Vorsitzenden der IPPR, Helen Clark, in ihrem Gespräch mit Prof. Monti hervorgehoben, und viele Minister haben mir persönlich gesagt, eine wesentliche Lehre aus der Pandemie sei die Bedeutung der Rolle von WHO/Europa gewesen. Nicht um die Rolle des Hauptbüros der WHO kleinzureden, sondern im Gegenteil, um seine Arbeit zu ergänzen, zu stärken. Wenn es zeitweise notwendig ist, werden wir natürlich auch die Führungsrolle übernehmen. So möchte ich beispielsweise Dr. Ahmed Al-Mandhari, dem WHO-Regionaldirektor für den östlichen Mittelmeerraum, für eineinhalb Jahre Führungsarbeit auf dem Weg zu einer allgemeinen Gesundheitsversorgung danken; ich stand fast täglich in Kontakt mit ihm, um gemeinsam über die gesundheitlichen Bedürfnisse der Menschen in Afghanistan zu sprechen. Wir arbeiten auch mit Dr. Matshidiso Moeti zusammen, die ebenfalls zu Ihnen sprechen wird. Ich habe sie und Dr. Al-Mandhari eingeladen, gemeinsam an einem neuen Lagebericht zur Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten zu arbeiten, den wir in der ersten Jahreshälfte 2022 auf einer hochrangigen politischen Konferenz der drei Regionen in Istanbul präsentieren werden. Mein Blick schweift über die Regionen hinweg zu den großen Herausforderungen wie dem Klimawandel, und hier möchte ich Dr. Poonam Singh danken. Sie war „meine“ Regionaldirektorin, als ich in Myanmar arbeitete, und zusammen haben wir einen großartigen Grundsatzdialog über nachhaltige Personalpolitik im Gesundheitswesen organisiert. Ein herzliches Danke auch an Dr. Carissa Étienne, die ehemalige Beigeordnete Generaldirektorin für Gesundheitssysteme und Gesundheitsversorgung, von der ich auch heute noch lerne. Zusammen mit dem Ministerium für Gesundheit und Soziales war sie eine vorzügliche Gastgeberin während meiner Mission in die Vereinigten Staaten, und wir haben uns auf eine Dreierkoalition aus Panamerikanischer Gesundheitsorganisation (PAHO), WHO/Europa und dem Ministerium für Gesundheit und Soziales zu dem extrem wichtigen Thema Falschinformationen über Impfungen geeinigt, auf die wohl Dr. Fauci später noch eingehen wird. Und schließlich einen herzlichen Dank an Dr. Takeshi Kasai für die sofortige Unterstützung der Einladung vom Gesundheitsminister der Volksrepublik China, Herrn Ma, nach Peking, um eine Dreierkoalition aus Volksrepublik China, WHO-Regionalbüro für den westlichen Pazifikraum und WHO/Europa zur Flaggschiff-Initiative über digitale Gesundheit in Gang zu bringen. Kommen wir nun zum dritten Modus Operandi: einem zwecktauglichen WHO/Europa. Hier möchte ich die Arbeit des SCRC würdigen. Dies war eine Zeit großer Ungewissheit für die WHO und für mich als neuen Regionaldirektor. Doch jedes Mal, wenn ich Botschafterin Nora BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 140 Kronig Romero oder ein anderes Mitglied des SCRC anrief, rund um die Uhr, waren sie für mich da. Sie schenkten mir immer das Vertrauen und überließen mir die Initiative, aber es war für mich sehr wichtig, mich bei ihnen zu versichern, dass wir uns in diesem Neuland in die richtige Richtung bewegten. Die Umgestaltung bei WHO/Europa ist nun abgeschlossen. Wir schlossen sie im vergangenen Jahr ab, als wir die Organisationsstruktur, die Mittelzuweisung und die Programmplanung am EPW und am Dreizehnten Allgemeinen Arbeitsprogramm der WHO (GPW 13) ausrichteten. Ich hatte Ihnen versprochen: keine endlosen Umgestaltungsprozesse. Die Umgestaltung bei WHO/Europa entwickelt sich nun zu dem, was japanische Unternehmen Kaizen nennen. Kaizen bedeutet kontinuierliche Verbesserung unter Einbeziehung aller Beschäftigten. Unser Kaizen beinhaltet: eine Schwerpunktlegung auf die Länder, die Ihren Bedürfnissen und Erwartungen gerecht wird; eine auf Werte gestützte Kultur der Kooperation und Innovation; Digitalisierung und eine schlankere Verwaltung; und ein gesundes und respektvolles Arbeitsumfeld, in dem es keine Toleranz gegenüber Belästigung, einschließlich sexueller Belästigung, gibt. Im 21. Jahrhundert gibt es keinen Platz für eine Organisation mit einer Kultur der Angst, in der die Menschen nicht offen zu sprechen wagen. Franklin D. Roosevelt hat einmal gesagt: „Das einzige, vor dem wir Angst haben müssen, ist die Angst selbst.“ Wir haben den Ombudsmann, den Ausschuss für Gesundheit und Wohlbefinden und die oberste Leitungsebene, und wir führen gerade in der gesamten Europäischen Region ein Programm für psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz ein, damit alle Bediensteten, Berater, Praktikanten und Freiwilligen gedeihen, lernen und innovativ sein und Ihnen besser dienen können. Meine Damen und Herren, gestatten Sie mir, abschließend die drei übergeordneten Stoßrichtungen zu nennen, die das Regionalbüro im kommenden Zweijahreszeitraum einschlagen wird. Erstens brauchen wir politische Führung und Koordinierung, um diese Krise zu beenden. Zweitens müssen wir die primäre Gesundheitsversorgung stärken, um unsere Gesundheitssysteme widerstandsfähiger zu machen. Und drittens brauchen wir mehr regionsübergreifende Zusammenarbeit, um die WHO weltweit stärker zu machen. Die von der Pandemie verursachten Todesfälle und Leiden werden für lange Zeit in unser kollektives Gedächtnis eingehen. Doch gleichzeitig hat die Pandemie der Gesellschaft auch die überragende Bedeutung der Gesundheit und ihren Stellenwert für andere Politikbereiche wie Wirtschaft und Bildung vor Augen geführt. Und wir dürfen nicht vergessen, dass sie ein Band zwischen allen Menschen auf der Welt geschaffen hat. Egal, ob Solidarität von Herzen oder vom Verstand kommt: sie wird eine wesentliche Dimension künftiger Gesellschaften sein. Kein Land zurücklassen, keinen Menschen zurücklassen, ist nicht nur ein Slogan. Es ist unsere kollektive Pflicht. Ich danke Ihnen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 141 Anhang 7: Geladene Redner Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Mary von Dänemark S. E. Sadyr Japarov, Präsident von Kirgisistan S. E. Janez Janša, Ministerpräsident von Slowenien Giancarlo Venturini, Regierungsrat, San Marino Marco Nicolin, Regierungsrat, San Marino Valentina Matviyenko, Vorsitzende der Interparlamentarischen Versammlung der Mitglieder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (IPV GUS) Dr. Anthony Fauci, Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, Vereinigte Staaten von Amerika Olivér Várhelyi, EU-Kommissar für Nachbarschaft und Erweiterung Paneuropäische Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung Prof. Mario Monti, Vorsitzender Prof. Louise Fresco, Vorstandsvorsitzende der Wageningen University & Research I. E. Tarja Halonen, ehemalige Präsidentin der Republik Finnland I. E. Sylvie Goulard, Stellvertretende Präsidentin der Bank von Frankreich Lord Jim O’Neill, Vorsitzender von Chatham House Podiumsteilnehmer Dr. Anna Stavdal, designierte Präsidentin, WONCA WORLD Prof. Adam Finn, Vorsitzender des Europäischen Beirats für Immunisierungsfragen (ETAGE) und Leiter des Lehrstuhls für Kindergesundheit, Universität Bristol Zoe Rapti, Stellvertretende Ministerin für psychische Gesundheit der Hellenischen Republik Neil Kelders, Coach und Aktivist für seelisches Wohlbefinden Frank Bellivier, Sondergesandter für psychische Gesundheit beim französischen Gesundheitsministerium Weltgesundheitsorganisation Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor, Weltgesundheitsorganisation Dr. Matshidiso Moeti, Regionaldirektorin, Weltgesundheitsorganisation, Regionalbüro für Afrika Dr. Ahmed Al Mandhari, Regionaldirektor, Weltgesundheitsorganisation, Regionalbüro für den östlichen Mittelmeerraum = = = Das WHO- Regionalbüro für Europa Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine 1948 gegründete Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die sich in erster Linie mit internationalen Gesundheitsfragen und der öffentlichen Gesundheit befasst. Das WHO- Regionalbüro für Europa ist eines von sechs Regionalbüros, die überall in der Welt eigene, auf die Gesundheitsbedürfnisse ihrer Mitgliedsländer abgestimmte Programme durchführen. Mitgliedstaaten Albanien Andorra Armenien Aserbaidschan Belarus Belgien Bosnien und Herzegowina Bulgarien Dänemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Georgien Griechenland Irland Island Israel Italien Kasachstan Kirgisistan Kroatien Lettland Litauen Luxemburg Malta Monaco Montenegro Niederlande Nordmazedonien Norwegen Österreich Polen Portugal Republik Moldau Rumänien Russische Föderation San Marino Schweden Schweiz Serbien Slowakei Slowenien Spanien Tadschikistan Tschechien Türkei Turkmenistan Ukraine Ungarn Usbekistan Vereinigtes Königreich Zypern Weltgesundheitsorganisation Regionalbüro für Europa UN City, Marmorvej 51, DK-2100 Kopenhagen Ø, Dänemark Tel.: +45 45 33 70 00 Fax: +45 45 33 70 01 E-Mail: eurocontact@who.int Website: www.euro.who.int
Bericht über die 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa Virtuelle Tagung, 13.–15. September 2021 Schlüsselwörter REGIONAL HEALTH PLANNING HEALTH POLICY HEALTH PRIORITIES RESOLUTIONS AND DECISIONS WORLD HEALTH ORGANIZATION EUROPE EUR/RC71/REP © Weltgesundheitsorganisation 2022 Gewisse Rechte vorbehalten. Diese Arbeit ist unter der Lizenz von Creative Commons Attribution- NonCommercial-ShareAlike 3.0 IGO (CC BY-NC-SA 3.0 IGO; https://creativecommons.org/licenses/by-nc- sa/3.0/igo) erhältlich. Gemäß den Bestimmungen dieser Lizenz können Sie die Arbeit für nicht gewerbliche Zwecke kopieren, weiterverteilen und anpassen, sofern die Arbeit korrekt zitiert wird (siehe nachstehende Erläuterung). Bei jeglicher Nutzung dieser Arbeit ist jede Andeutung zu vermeiden, dass die WHO bestimmte Organisationen, Produkte oder Leistungen unterstützt. Die Verwendung des WHO-Logos ist nicht gestattet. 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Dennoch wird das veröffentlichte Material ohne irgendeine explizite oder implizite Gewähr herausgegeben. Die Verantwortung für die Deutung und den Gebrauch des Materials liegt bei der Leserschaft. Die WHO schließt jegliche Haftung für Schäden aus, die sich aus der Verwendung des Materials ergeben. Inhalt Eröffnung der Tagung ................................................................................................................ 1 Wahl des Präsidiums ......................................................................................................... 1 Annahme der besonderen Regeln und Verfahren ............................................................. 2 Annahme der Tagesordnung, des Programms und des kommentierten Programms ........ 2 Bericht des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa ......................................................................................................................... 2 Ansprachen und eröffnende Erklärungen ................................................................................... 3 Ansprache Ihrer Königlichen Hoheit der Kronprinzessin von Dänemark ........................ 3 Erklärung eines Vertreters des WHO-Forums für junge Menschen und junge Fachkräfte ......................................................................................................................... 3 Video-Botschaften von Staats- und Regierungschefs ....................................................... 3 Ansprache des Generaldirektors der WHO: Die gesundheitliche Situation in der Welt ................................................................................................................................... 5 Ansprache des WHO-Regionaldirektors für Europa: Die gesundheitliche Situation in der Europäischen Region der WHO ............................................................................. 5 Aussprache über die Reden des Generaldirektors der WHO und des Regionaldirektors für Europa ............................................................................................ 5 Lehren aus der COVID-19-Pandemie: Vorsorge für die nächste Pandemie .............................. 9 Ministerpodium ............................................................................................................... 11 Bericht der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung: Empfehlungen und Fazit .......................................................................................................... 15 Das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung in der Zeit nach COVID-19 .................. 18 Europäische Impfagenda 2030: Mehr Gesundheit für die Zukunft .......................................... 23 Das Bündnis für psychische Gesundheit: auf dem Weg zu einer Ökonomie des Wohlergehens ........................................................................................................................... 26 Europäisches Arbeitsprogramm 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“: Überwachung von Fortschritten bei seiner Umsetzung ............................................ 29 Programmhaushalt der WHO und nachhaltige Finanzierung .................................................. 30 Geschlossene Sitzung: Wahlen und Nominierungen ............................................................... 32 Exekutivrat ...................................................................................................................... 32 Ständiger Ausschuss des Regionalkomitees für Europa ................................................. 32 Ausschuss für Grundsatz- und Koordinationsfragen des Sonderprogramms für Forschung, Entwicklung und Wissenschaftlerausbildung im Bereich der menschlichen Reproduktion ............................................................................................. 32 Ein zwecktaugliches WHO/Europa mit mehr Durchschlagskraft in den Ländern ................... 33 Akkreditierung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren im Hinblick auf eine Teilnahme an Tagungen des WHO-Regionalkomitees für Europa ............... 36 Angelegenheiten, die sich aus Resolutionen und Beschlüssen der Weltgesundheitsversammlung und des Exekutivrates ergeben ............................................... 37 Fortschrittsberichte ................................................................................................................... 37 Bestätigung von Ort und Zeitpunkt der ordentlichen Tagungen des Regionalkomitees .......... 37 Abschluss der Tagung .............................................................................................................. 38 Resolutionen ............................................................................................................................. 39 EUR/RC71/R1. Bericht des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa ......................................................................................... 39 EUR/RC71/R2. Bericht des Regionaldirektors über die Arbeit von WHO/Europa im Zeitraum 2020–2021 .................................................................................................. 39 EUR/RC71/R3. Das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung: Lehren aus der COVID-19-Pandemie und Folgen für den künftigen Kurs in der Europäischen Region der WHO ............................................................................................................ 40 EUR/RC71/R4. Die Europäische Impfagenda 2030 ....................................................... 43 EUR/RC71/R5. Handlungsrahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2021–2025) .......................................................... 46 EUR/RC71/R6. Nachhaltige Finanzierung der WHO in der Europäischen Region ....... 49 EUR/RC71/R7. Messrahmen für das Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025 ......... 51 EUR/RC71/R8. Ort und Zeitpunkt der ordentlichen Tagungen des Regionalkomitees für Europa in den Jahren 2022 bis 2023 ........................................... 53 Beschlüsse ................................................................................................................................ 53 EUR/RC71(1). Besondere Regeln und Verfahren für die in virtueller Form stattfindende 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa ............................... 53 EUR/RC71(2). Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren: Akkreditierung und Verlängerung der Akkreditierung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren, die keine offiziellen Beziehungen zur WHO unterhalten, im Hinblick auf deren Teilnahme an Tagungen des WHO- Regionalkomitees für Europa ......................................................................................... 59 Anhang 1: Tagesordnung ......................................................................................................... 61 Anhang 2: Liste der Dokumente .............................................................................................. 63 Anhang 3: Liste der Delegierten und anderen Teilnehmer ...................................................... 69 Anhang 4: Ansprache Ihrer Königlichen Hoheit der Kronprinzessin von Dänemark ........... 117 Anhang 5: Ansprache des Generaldirektors der WHO .......................................................... 121 Anhang 6: Ansprache des WHO-Regionaldirektors für Europa ............................................ 129 Anhang 7: Geladene Redner .................................................................................................. 141 Abkürzungen AMEE Association for Medical Education in Europe AMR Antimikrobielle Resistenz BCA Zweijährige Kooperationsvereinbarung GUS Gemeinschaft Unabhängiger Staaten COVID-19 Coronavirus-Krankheit CPME Standing Committee of European Doctors EFAMH Handlungsrahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO EIA 2030 Europäische Impfagenda 2030 EMSA European Medical Students’ Association EPSU European Federation of Public Service Unions EPW Europäisches Arbeitsprogramm 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“ EU Europäische Union EUPHA European Public Health Association FAO Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FCTC Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs GPW 13 Dreizehntes Allgemeines Arbeitsprogramm 2019–2023 IAEO Internationale Atomenergie-Organisation ICD-11 Internationale Klassifikation der Krankheiten, 11. Revision IFA International Federation on Ageing IFRC Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften IGV (2005) Internationale Gesundheitsvorschriften (2005) IPPR Unabhängige Kommission für Pandemievorsorge und -bekämpfung OECD Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OIE Weltorganisation für Tiergesundheit PCC/HRP Ausschuss für Grundsatz- und Koordinationsfragen des Sonderprogramms für Forschung, Entwicklung und Wissenschaftlerausbildung im Bereich der menschlichen Reproduktion PSI Public Services International RC Regionalkomitee SCRC Ständiger Ausschuss des Regionalkomitees für Europa SDG Ziele für nachhaltige Entwicklung UNEP Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNFPA Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen UNICEF Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen WHO Weltgesundheitsorganisation YPYP Young People and Young Professionals Forum BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 1 Eröffnung der Tagung Die 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa (RC71) fand vom 13. bis 15. September 2021 in Form einer vom WHO-Regionalbüro für Europa (WHO/Europa) organisierten virtuellen Tagung statt. An der Tagung nahmen Vertreter aller 53 Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO sowie eine Delegation der Färöer-Inseln teil, die von der 74. Weltgesundheitsversammlung mit der Resolution WHA74.2 als Assoziiertes Mitglied zugelassen wurde. Außerdem anwesend waren Vertreter von Partnerorganisationen der WHO wie Organisationen des Systems der Vereinten Nationen und anderen zwischenstaatlichen Organisationen und regionalen Netzwerken, aber auch nichtstaatliche Akteure, die offizielle Beziehungen zur WHO unterhalten, und vom Regionalkomitee akkreditierte, in der Europäischen Region tätige nichtstaatliche Akteure (Anhang 3). Die in Verbindung mit dem RC71 geplanten Fachinformationssitzungen und Nebenveranstaltungen fanden an den beiden Tagen im Anschluss an die Plenarsitzung des RC71, am 16. und 17. September 2021, statt. Vor der Eröffnung der Tagung wurde die Videoaufnahme eines Tanzes der irischen Tanzgruppe House of Swag Kids gezeigt. Die Tänzer, die selbst mit psychischen Gesundheitsproblemen zu kämpfen gehabt hatten, sendeten mit ihrer Darbietung eine starke und positive Botschaft an Kinder, Jugendliche und Erwachsene in aller Welt. Zwei Mitglieder der Gruppe schilderten, wie die COVID-19-Pandemie ihre psychische Gesundheit angegriffen und wie das Tanzen ihnen bei der Bewältigung geholfen habe. Die erste Arbeitssitzung wurde von Dr. Alexey Tsoy (Kasachstan), dem scheidenden Präsidenten der 70. Tagung des Regionalkomitees für Europa, eröffnet. Der WHO-Regionaldirektor für Europa begrüßte die Teilnehmer und dankte dem Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschuss des Regionalkomitees für Europa (SCRC) für die Unterstützung des schwierigen Beschlusses, das RC71 vollständig in virtueller Form abzuhalten, um dem Grundsatz, niemanden zurückzulassen, gerecht zu werden, zumal nicht alle Delegationen in der Lage gewesen seien, für eine Präsenztagung nach Kopenhagen zu reisen. Wahl des Präsidiums In Übereinstimmung mit Regel 10 seiner Geschäftsordnung wählte das Regionalkomitee das folgende Präsidium: • Ogerta Manastirliu (Albanien) Präsidentin • Dr. Päivi Sillanaukee (Finnland) Exekutivpräsidentin • Nora Kronig Romero (Schweiz) Stellvertretende Exekutivpräsidentin • Dr. Marat Shoranov (Kasachstan) Berichterstatter BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 2 Annahme der besonderen Regeln und Verfahren (EUR/RC71/CONF./1) Die Präsidentin erinnerte daran, dass der 28. SCRC auf seiner vierten ordentlichen Tagung am 18. Mai 2021 der Ansicht gewesen sei, angesichts der Umstände in Verbindung mit der COVID-19-Pandemie sei eine virtuelle Tagung des Regionalkomitees die sinnvollste Option, die es allen Delegationen ermöglichen werde, unter gleichen und möglichst sicheren Bedingungen an der Tagung teilzunehmen. Auf seiner geschlossenen Sitzung am 11. Juni 2021 habe der 28. SCRC auch einen Vorschlag zu den besonderen Regeln und Verfahren geprüft und angenommen, um einen ordnungsgemäßen Ablauf der virtuellen Tagung zu gewährleisten. Die Mitgliedstaaten seien zu diesem Vorschlag befragt worden; dabei seien jedoch keine Stellungnahmen oder Einwände beim Sekretariat eingegangen. In Übereinstimmung mit den Absätzen 12 und 13 des Vorschlags seien die Beglaubigungsschreiben für die Teilnahme am RC71 in elektronischer Form vorgelegt worden. Sie seien von dem vom 28. SCRC auf seiner fünften Tagung am 8. September 2021 ernannten Vollmachtenprüfungsausschuss geprüft worden. Dieser sei in einer virtuellen Sitzung am 12. September 2021 zu dem Ergebnis gekommen, dass alle vorgelegten Beglaubigungsschreiben die festgelegten Anforderungen erfüllten. Das Regionalkomitee nahm den Beschluss EUR/RC71(1) an. Annahme der Tagesordnung, des Programms und des kommentierten Programms (EUR/RC71/1, EUR/RC71/2, EUR/RC71/2 (annotated)) Das Regionalkomitee nahm die Tagesordnung (Anhang 1), das Programm und das kommentierte Programm der Tagung an. In Anknüpfung an die Debatte auf dem RC70 über eine dauerhaft geltende Einladung für die Europäische Union (EU) vereinbarte das Regionalkomitee, die Delegation der EU zur Teilnahme ohne Stimmrecht an Sitzungen von Ausschüssen und Unterausschüssen der aktuellen Tagung des Regionalkomitees sowie Sitzungen von Redaktionsgruppen und sonstigen Abordnungen einzuladen, die sich mit Themen in ihrem Zuständigkeitsbereich befassen. Bericht des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa (EUR/RC71/3, EUR/RC71/3 Add.1, EUR/RC71/CONF./2) Vor Beginn der Tagung war eine per Video aufgezeichnete Erklärung der Vorsitzenden des 28. SCRC in den vier Arbeitssprachen der Europäischen Region der WHO auf der Website von WHO/Europa eingestellt worden. Die Präsidentin stellte fest, der Bericht spiegele die beeindruckende Arbeit des 28. SCRC wider, und schloss sich dem Regionaldirektor an, indem sie den Mitgliedern des Ständigen Ausschusses und den Vorsitzenden seiner Arbeitsgruppen für ihren energischen Einsatz für die Arbeit von WHO/Europa in ihrer Funktion als leitendes Organ dankte. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 3 Das Regionalkomitee nahm die Resolution EUR/RC71/R1 an. Ansprachen und eröffnende Erklärungen Ansprache Ihrer Königlichen Hoheit der Kronprinzessin von Dänemark Ihre Königliche Hoheit die Kronprinzessin von Dänemark hielt eine Ansprache an das Regionalkomitee (Anhang 4). Erklärung eines Vertreters des WHO-Forums für junge Menschen und junge Fachkräfte Ein Vertreter des WHO-Forums für junge Menschen und junge Fachkräfte dankte WHO/Europa für die Organisation der ersten Tagung des Forums in der Vorwoche. Ein Schwerpunkt der Diskussionen während dieser Tagung sei die Ausarbeitung eines Fahrplans für ein intensiveres Zusammenwirken zwischen WHO/Europa, Mitgliedstaaten und jungen Menschen gewesen. Die Teilnehmer des Forums hätten auch einen Dialog mit dem Vorsitzenden der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung über deren gerade veröffentlichten Abschlussbericht geführt. Zu den Empfehlungen des Forums gehörten die Finanzierung und Durchführung eines Programms zur Beteiligung von Jugenddelegierten an Tagungen des Regionalkomitees sowie die Gewährleistung einer sinnvollen Einbeziehung der Jugend auf allen anderen Ebenen innerhalb von WHO/Europa. Der Fahrplan werde nach vorheriger Vorlage an den WHO- Regionaldirektor für Europa zwecks Prüfung online zur Verfügung gestellt. WHO/Europa und die Mitgliedstaaten würden gebeten, im kommenden Jahr auf den Fahrplan zu reagieren und dem RC72 die Ergebnisse zu präsentieren. Video-Botschaften von Staats- und Regierungschefs Der Staatspräsident von Kirgisistan erklärte, sein Land habe wie viele andere während der ersten Welle der COVID-19-Pandemie vor beträchtlichen Herausforderungen gestanden. Da die Verbesserung der Gesundheitsindikatoren zu den Prioritäten seiner Präsidentschaft gehörten, sei er WHO/Europa für seine Unterstützung dankbar. Das Humankapital sei der größte Aktivposten, und das Gesundheitspersonal sei einer der größten Schätze der Menschheit. Getreu der Verpflichtung, in das Gesundheitspersonal zu investieren, habe Kirgisistan die Grundgehälter von Hausärzten verdoppelt, und die Gehälter von Fachärzten würden um 50% angehoben. Die Pandemie habe verdeutlicht, wie wichtig es sei, für jene zu sorgen, die andere Menschen versorgen; daher sei die Gewährleistung des Wohlbefindens des Gesundheitspersonals von zentraler Bedeutung. Er lobte die Arbeit der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung und insbesondere deren Ruf nach einem einheitlichen Gesundheitsansatz auf allen Versorgungsebenen, aber auch die Schwerpunktlegung auf den Abbau von Ungleichheiten, die Investitionen in leistungsfähige Gesundheitssysteme, den Aufbau eines innovationsfreundlichen Umfelds und die Verbesserung der Politiksteuerung im Gesundheitsbereich in der Europäischen Region und auf der globalen Ebene. Die Politik sei aufgerufen, den Empfehlungen der Kommission zuzustimmen und sie im Rahmen des Europäischen Arbeitsprogramms 2020–2025 (EPW) umzusetzen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 4 Der Ministerpräsident Sloweniens, das die Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union innehatte, erklärte, der Kampf gegen die COVID-19-Pandemie bleibe eine zentrale Priorität für die ganze Welt und habe Gesundheit in den Mittelpunkt der globalen Politik, Sicherheit und Wirtschaft gerückt. Nun werde ein transparenter Prozess benötigt, um die Herkunft des Virus zu bestimmen und um die Daten zu erhalten, die zur Erkennung bzw. Verhinderung künftiger Pandemien erforderlich seien. Auf der Schwelle zu einer vierten Welle der Pandemie sei es auch unverzichtbar, gegen Ungleichheiten beim Zugang zu Impfstoffen sowie gegen Falschinformationen und Impfskepsis anzukämpfen. Slowenien habe hohe Impfraten im eigenen Land erreicht, trage zur COVAX-Fazilität bei und spende Impfstoffe. Er begrüße den von WHO/Europa entworfenen Fahrplan für Gesundheit und Wohlbefinden in den Ländern des Westbalkans für den Zeitraum 2021–2025, der den Weg zu weiteren Investitionen in der Teilregion ebnen werde. In dieser beispiellosen Zeit, in der viele der Folgen der Pandemie und der künftigen Herausforderungen für das Gesundheitswesen noch ungewiss seien und COVID- 19 weiterhin Auswirkungen auf Leben und Wohlbefinden der Menschen habe, gelte es, den Glauben an die Menschheit aufrechtzuerhalten. Wissenschaft und Solidarität spielten eine gleichermaßen wichtige Rolle. Die Zusammenführung wissenschaftlicher und technologischer Kapazitäten habe eine schnelle Reaktion ermöglicht, und um die Schlacht langfristig zu gewinnen, bedürfe es globaler Solidarität. Die Belastung für die Gesundheitssysteme während der Pandemie habe den Investitions- und Innovationsbedarf unterstrichen, und die Politik – und insbesondere die Finanzministerien – müssten nun der Gesundheit einen noch höheren politischen Stellenwert einräumen. Der Bericht der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung müsse der G20 und anderen Foren präsentiert werden, die sich mit globalen Prioritäten im Finanzbereich befassen. Der Regierungsrat der Republik San Marino erinnerte an die Herausforderungen und die dramatischen Todesfallzahlen während der ersten Welle der COVID-19-Pandemie und unterstrich die Bedeutung von Zusammenarbeit bei der Suche nach Lösungen, die eine Wiederholung derart dramatischer Zustände in Zukunft verhindern würden. Auch wenn die Situation in den Krankenhäusern auch nach Beginn der Impfkampagnen in der Europäischen Region noch kritisch geblieben sei, so liege die Impfrate in seinem Land inzwischen bei 75%. Doch trotz Anzeichen für Hoffnung weltweit sei die Pandemie noch nicht überstanden und habe weiterhin Auswirkungen auf andere Bereiche als Gesundheit, u. a. auf Menschenrechte und internationale Mobilität. Die Politiker seien nun in der Pflicht, für eine gerechte Behandlung aller Bürger zu sorgen und vereint auf die gemeinsamen Ziele in Bezug auf Wohlbefinden und Grundrechte hinzuarbeiten. Politische Anschauungen dürften nicht den Vorrang gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen erhalten, und Gesundheit für alle müsse ungeachtet aller Meinungsverschiedenheiten die höchste Priorität bleiben. Angesichts von menschlichem Leiden, sozialen Unruhen und Konjunktureinbrüchen komme es entscheidend auf Multilateralismus und den Austausch von Erfahrungen, Sachverstand und Informationen an. Die Vorsitzende der Interparlamentarischen Versammlung der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) erklärte, die COVID-19-Pandemie habe die Notwendigkeit einer stärkeren internationalen Zusammenarbeit verdeutlicht. Die Interparlamentarische Versammlung habe eine lange Tradition der Zusammenarbeit mit WHO/Europa, und die Verabschiedung einer gemeinsamen Erklärung über die Rolle von Parlamenten bei der Bekämpfung von COVID-19 habe diese Zusammenarbeit auf eine neue Ebene gehoben. Sie habe auch mit dem Regionalbüro und der Internationalen Organisation für Migration an Rechtsvorschriften für Arbeitsmigranten zu Pandemiezeiten gearbeitet. Zusammen mit WHO/Europa werde sie im November 2021 eine Konferenz über allgemeine BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 5 Gesundheitsversorgung und nachhaltige Entwicklung abhalten. Die Pandemie habe in den Mitgliedstaaten der GUS einen hohen Tribut gefordert, und die Russische Föderation habe wesentliche Unterstützung in Form von gesundheitlichem Sachverstand, medizinischen Geräten und Impfstoffen geleistet. Die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV 2005) müssten als Grundlage für die Reaktion auf globale Notlagen herangezogen werden, auch im Bereich der epidemiologischen Kontrollmaßnahmen, und die WHO müsse eine führende Rolle bei ihrer Umsetzung spielen. Die Bemühungen um einen gleichberechtigten Zugang zu Impfstoffen und Therapien müssten aufrechterhalten werden. Ansprache des Generaldirektors der WHO: Die gesundheitliche Situation in der Welt Der Generaldirektor der WHO hielt eine Ansprache an das Regionalkomitee (Anhang 5). Ansprache des WHO-Regionaldirektors für Europa: Die gesundheitliche Situation in der Europäischen Region der WHO (EUR/RC71/4, EUR/RC71/CONF./3, EUR/RC71/INF./1, EUR/RC71/INF./3, EUR/RC71/17(H), EUR/RC71/BG/1, EUR/RC71/BG/2) Der WHO-Regionaldirektor für Europa hielt eine Ansprache an das Regionalkomitee (Anhang 6). Aussprache über die Reden des Generaldirektors der WHO und des Regionaldirektors für Europa In der anschließenden Aussprache dankten zahlreiche Mitglieder des Regionalkomitees dem Generaldirektor und dem Regionaldirektor für ihre anhaltend solide Führung während der langwierigen COVID-19-Krise, die die Bedeutung einer leistungsfähigen und in sich gut abgestimmten WHO als einer globalen Führungsinstanz in der Gesundheitspolitik verdeutliche. Um sicherzustellen, dass die WHO ausreichend vorbereitet und mit Ressourcen ausgestattet sei, um ihrer entscheidenden Führungsrolle gerecht zu werden, sei eine nachhaltige und flexible Finanzierung wichtiger denn je. Der dem Regionalkomitee hierzu vorliegende Resolutionsentwurf werde weltweit als Beispiel dienen. Eine gesunde Volkswirtschaft sei nur mit einer gesunden Bevölkerung möglich. Die Bedeutung des Konzepts „Gesundheit in allen Politikbereichen“ durch einen gesamtstaatlichen und gesamtgesellschaftlichen Ansatz sei heute klarer als je zuvor. Die Bürger müssten Gesundheitsausgaben nicht als Verlust an Ressourcen, sondern als grundlegende Investition für das Wohlergehen der Gesellschaft begreifen. Trotz der beispiellosen und anhaltenden Herausforderung aufgrund der Pandemie sei schon viel erreicht worden. Die Unterstützung der WHO für die Mitgliedstaaten nicht nur durch die COVAX-Fazilität, sondern auch durch die Präsenz der Organisation auf Ebene der Länder, insbesondere durch die Arbeit ihrer Länderbüros, werde wärmstens begrüßt. COVID-19 mache nicht vor Grenzen Halt; deshalb sei die Führungsrolle der WHO von entscheidender Bedeutung. Es müsse eine Zusammenarbeit auf allen Ebenen der Organisation sowie zwischen den verschiedenen Regionen und Ländern, einschließlich subregionaler Organisationen, geben. Niemand sei sicher, solange nicht alle sicher sind. Daher gelte es, Ungleichgewichte in der Impfstoffversorgung und Impflücken zu beseitigen. Es bedürfe verstärkter Anstrengungen zur Verwirklichung eines weltweiten Zugangs zu Impfstoffen. Einige Mitgliedstaaten regten an, dass die Ermöglichung von Impfstoffspenden und Neuzuteilungen aufgrund bilateraler BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 6 Vereinbarungen konkret zur Verwirklichung dieses Ziels beitragen könnten. Für Auffrischungsimpfungen müssten Beschränkungen eingeführt werden, sodass diese nur für die anfälligsten Gruppen verfügbar seien, bis alle die ersten beiden Dosen erhalten hätten. Die Europäische Impfagenda 2030 komme genau zur rechten Zeit und sei besonders zu begrüßen. Mehrere Mitglieder berichteten von ihren Erfahrungen mit den Impfkampagnen. Trotzdem sagten epidemiologische Modelle immer noch eine baldige vierte Welle der COVID-Pandemie mit Masseneinlieferungen in die Krankenhäuser vorher. Neue Partnerschaften und Kooperationsmechanismen wurden in mehreren Wortmeldungen als wichtige mögliche Schritte ins Spiel gebracht, insbesondere in Form öffentlich-privater Partnerschaften für die Impfstoffbeschaffung und -versorgung. Das Thema Impfskepsis müsse als dringendes Problem angegangen werden. Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung seien in dieser Hinsicht eminent wichtig. Eine starke Bürgerbeteiligung sei der Schlüssel zur Gesundheitssicherheit. Die Politisierung von Impfungen, aber auch von Impfstatus oder verwendetem Impfstoff abhängige Reisebeschränkungen säten Zwietracht und seien nicht hinnehmbar. Mit Blick auf die nationale Ebene wiesen zahlreiche Delegationen auf die entscheidende Bedeutung leistungsfähiger Gesundheitseinrichtungen hin. Die Pandemie habe schonungslos die Schwachstellen der Gesundheitssysteme offengelegt, aber auch wichtige Impulse für Innovationen gegeben. Die nationalen Gesundheitssysteme müssten durch eine sichere Finanzierung und ausreichende personelle Ressourcen gestärkt werden. Vor diesem Hintergrund könne das EPW mit seiner Zukunftsvision, wie WHO/Europa die Länder dabei unterstützen kann, den Erwartungen ihrer Bürger in Bezug auf Gesundheit gerecht zu werden, eine wesentliche Rolle spielen. In mehreren Wortmeldungen wurde ein chancengleicher Zugang zu Arzneimitteln gefordert. Eine leistungsfähige primäre Gesundheitsversorgung, die bei den Nutzern nicht zu Verarmung führt, sei der Schlüssel zu soliden nationalen Gesundheitssystemen und werde die körperliche und psychische Gesundheit des Gesundheitspersonals gewährleisten und zur Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung beitragen. Die allgemeine Gesundheitsversorgung wiederum sei die Voraussetzung für die Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG). Eine nachhaltige Entwicklung sei auch auf künftige Pandemievorsorge und Gesundheitssicherheit angewiesen. Die Digitalisierung sei ein wesentlicher Bestandteil der Ausweitung des Leistungsumfangs der Gesundheitsversorgung, da sie eine Straffung der Arbeitsvorgänge des Gesundheitspersonals bewirke und die Sammlung von Daten und ihre Analyse auf Anhaltspunkte für eine künftige Bereitschaftsplanung ermögliche. Die Kernkapazitäten gemäß den IGV (2005) müssten gestärkt und Unzulänglichkeiten in der Berichterstattung behoben werden. Doch ohne internationale Zusammenarbeit sei Pandemievorsorge nicht möglich. Es komme entscheidend auf gemeinsame Anstrengungen an, und es müsse eine Stärkung der globalen Gesundheitsarchitektur angestrebt werden. Initiativen zur Stärkung der Vorsorge- und Reaktionsfunktion von WHO/Europa gemäß dem Grundsatz „Eine WHO“ seien besonders willkommen. Der Resolutionsentwurf über nachhaltige Finanzierung sei besonders zu begrüßen, und seine Annahme werde eine deutliche Botschaft in Bezug auf die Rolle von WHO/Europa in der künftigen Pandemievorsorge senden. Dabei sei jedoch die Schaffung neuer Strukturen zu vermeiden, die eine Fragmentierung des internationalen Systems des Gesundheitsschutzes und eine Schwächung oder Fragmentierung der WHO zur Folge hätte. Bei der Zusammenarbeit komme es entscheidend auf Transparenz und Inklusivität an. Der Informationsaustausch müsse gestärkt werden. Die gerade geschaffene globale Drehscheibe der WHO für Pandemie- und Epidemieaufklärung in Berlin werde hier einen besonders wichtigen Beitrag leisten; Gleiches gelte für die Referenzlabore der WHO. Es wurde starke Unterstützung BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 7 für die Ausarbeitung eines internationalen Vertrages über Pandemievorsorge bekundet, der als Mittel zur Stärkung ressortübergreifender Ansätze, zur Bekämpfung von Ungleichheiten und zur Stärkung der Gesundheitssysteme dienen könne. COVID-19 habe auch die Notwendigkeit der Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten verdeutlicht. Beeinträchtigungen von Routineleistungen müssten behoben werden, da Krebserkrankungen und psychische Gesundheitsprobleme sich in der Europäischen Region zunehmend ausbreiteten. Ferner gelte es, die sexuelle und reproduktive Gesundheit und damit verbundene Rechte um jeden Preis zu schützen. Auch die Adipositas müsse entschlossen bekämpft werden, und Investitionen in diesem Bereich würden sich mit Blick auf COVID-19 auszahlen. Die Pandemie dürfe nicht andere wesentliche Themen, wie etwa Umwelt und Gesundheit, überschatten, und die Chance auf einen umweltverträglichen Wiederaufbau nach der Pandemie dürfe nicht verpasst werden. Die schnelle Ausbreitung antimikrobieller Resistenzen stelle eine enorme Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar, die nur durch einen einheitlichen Gesundheitsansatz gebannt werden könne, der ein abgestimmtes Konzept für die Gesundheit von Menschen und Tieren beinhalte. Der Delegierte der Russischen Föderation machte von seinem Erwiderungsrecht in Bezug auf die Erklärung der ukrainischen Delegation Gebrauch. Die Regionaldirektorin des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) stellte fest, dass der UNFPA mit der WHO bei der Bekämpfung von Gesundheitsproblemen zusammenarbeite, für die junge Menschen besonders anfällig seien – namentlich im Bereich der psychischen sowie der sexuellen und reproduktiven Gesundheit –, aber auch bei der Förderung von Altern in Gesundheit durch Mitwirkung in Partnerschaften zur Bekämpfung altersdiskriminierender Einstellungen, die der körperlichen und psychischen Gesundheit älterer wie jüngerer Menschen schadeten, etwa in Verbindung mit dem vor Kurzem veröffentlichten Bericht über Altersdiskriminierung. Die im Dezember 2021 stattfindende erste Konferenz der Europäischen Region zum Thema demografische Resilienz werde die Gesundheit als ein zentrales Element der Stärkung des Humankapitals hervorheben. Die Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien des Büros der Vereinten Nationen für Entwicklungskoordination wies auf den großen Wert ressort- und organisationsübergreifender Partnerschaften bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie und bei der Verwirklichung der SDG hin. Die WHO sei ein wesentliches Mitglied der Landesteams der Vereinten Nationen und habe sich als entscheidende Partnerin beim Aufbau gesünderer und umweltverträglicherer Volkswirtschaften erwiesen. Die Pandemie habe lange bestehende Defizite in den Gesundheitssystemen und in der sozialen Absicherung sowie strukturelle Ungleichheiten offengelegt und dem Streben nach einer allgemeinen Gesundheitsversorgung eine größere Dringlichkeit verliehen. Nun komme es entscheidend auf Solidarität und kollektives Handeln an, und das Entwicklungssystem der Vereinten Nationen stehe bereit, um die vollständige Umsetzung des EPW zu unterstützen. Die Leiterin des Sekretariats des Rahmenübereinkommens der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (FCTC) erklärte, es habe sich gezeigt, dass Patienten mit Diabetes, Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die ja Rauchen als gemeinsamen Risikofaktor aufwiesen, bei einer Infektion mit COVID-19 schwerere Krankheitsverläufe hätten. Zur Senkung des Tabakkonsums in der Europäischen Region der WHO würden wirksame politische Konzepte und geschlechtersensible Strategien benötigt. Auch wenn viele Länder in der Europäischen Region das Rahmenübereinkommen ratifiziert hätten, so hinke die Umsetzung doch oft BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 8 hinterher. Die Tabakindustrie habe die Pandemie dazu genutzt, den Regierungen Hilfe anzubieten und gleichzeitig weiter die Einführung wirksamer Maßnahmen zur Bekämpfung des Tabakkonsums zu behindern. Nun bedürfe es starker gemeinsamer Gegenmaßnahmen. Sie drängte die Mitgliedstaaten, das Protokoll zur Unterbindung des illegalen Handels mit Tabakerzeugnissen zu ratifizieren und sich an der Arbeit der leitenden Organe des Rahmenübereinkommens zu beteiligen. Die Leiterin des Aktionsprogramms für Krebstherapie bei der Internationalen Atomenergie- Organisation (IAEO) erklärte, die durch Mangelernährung bedingte Krankheitslast, einschließlich Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen, steige in der Europäischen Region weiter. Zusammen mit der WHO und dem Internationalen Krebsforschungszentrum unterstütze die IAEO die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung umfassender Programme zur Krebsbekämpfung, bei denen Strahlung für Diagnose und Behandlung eingesetzt werde und auch hochwertige Strahlentherapieverfahren und medizinische Bildgebungsverfahren zum Einsatz kämen. Die IAEO sei in der Lage, zügig auf gesundheitliche Notlagen zu reagieren. Die 2020 gestartete Initiative für integrierte Maßnahmen zur Bekämpfung von Zoonosen diene dazu, die globale Bereitschaftsplanung für künftige Ausbrüche von Zoonosen zu stärken und ein weltweites Netzwerk nationaler Veterinärlabore einzurichten und die Kapazitäten für Überwachung und Früherkennung auszubauen. Die Regionaldirektorin für Europa der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) berichtete, die nationalen Gesellschaften hätten mit ihren Freiwilligen-Netzwerken, die Teststationen betrieben und bei der Auffindung und Bekämpfung von Falschinformationen mit der Bevölkerung zusammengearbeitet hätten, einen bedeutenden Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet. Während der Pandemie habe die steigende Zahl von Freiwilligen die Entstehung neuer Gemeinschaften von Freiwilligen befördert, auch auf digitalem Wege. Gemeinsame Gestaltung, Aktivitäten und Partnerschaften seien von entscheidender Bedeutung für die Bekämpfung der Pandemie und den anschließenden Wiederaufbau. Die COVID-19-Plattform von WHO, Vereinten Nationen und Rotem Kreuz habe im Hinblick auf Informationsaustausch und Kooperationen als wesentliche Quelle gedient. In der vor Kurzem unterzeichneten Vereinbarung zwischen WHO/Europa und der IFRC würden ihre gemeinsamen Verpflichtungen bekräftigt. Der Stellvertretende Generalsekretär des Kooperationsrates der türkischsprachigen Staaten (Türkischer Rat) gab einen Überblick über die von seiner Organisation geschaffenen Mechanismen für den Austausch von Arzneimitteln und medizinischen Geräten sowie für den Informations- und Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedstaaten vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie. Der Türkische Rat und WHO/Europa hätten 2020 eine Vereinbarung unterzeichnet, mit der die rechtliche Grundlage für die Durchführung gemeinsamer Programme und Projekte gelegt worden sei. Durch eine solide Zusammenarbeit könnten die schwierigen Zeiten infolge der Pandemie bewältigt werden. In einer schriftlichen Erklärung hob die Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen die enge Zusammenarbeit ihrer Organisation mit der WHO und anderen Partnern zur Erleichterung der Impfkampagnen gegen COVID-19 und zur Wiederherstellung des zuvor beeinträchtigten Zugangs zu Routineimpfungen hervor. Sie unterstrich die entscheidende Bedeutung einer sicheren Wiederöffnung von Schulen zur Schaffung eines sicheren Umfelds für Kinder, in dem sie lernen, spielen und mit Gleichaltrigen zusammensein können und Zugang zu einer gesunden Ernährung haben. Die durch psychische Erkrankungen BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 9 bedingte stille Notlage mache eine verstärkte ressortübergreifende Zusammenarbeit zum Ausbau des Leistungsangebots mit aktiver Beteiligung junger Menschen erforderlich. In Erwiderung auf die Wortmeldungen der Delegierten bedankte sich der Regionaldirektor der WHO für ihre Wertschätzung für die unermüdlichen Bemühungen der Mitarbeiter in den Länderbüros, den ausgelagerten Fachzentren und der Zentrale von WHO/Europa in Kopenhagen. Besonders erfreulich sei die Schaffung des ausgelagerten Fachzentrums für Bereitschaftsplanung für gesundheitliche Notlagen in der Türkei. Das Bekenntnis zu transparenten und auf Menschenrechte gestützten gesamtstaatlichen Lösungsansätzen nach dem einheitlichen Gesundheitsansatz zur Ermöglichung von Sofortmaßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie sei zu begrüßen. Es komme entscheidend auf globale Solidarität an. Internationale Solidarität und die Erfüllung nationaler Anforderungen schlössen einander nicht aus. Mit Blick auf die Beschaffung, Spende und Zertifizierung von Impfstoffen hätten die Länder das hoheitliche Recht, die von ihren nationalen Regulierungsbehörden zugelassenen Impfstoffe anzuerkennen. Impfungen dürften nicht zur Vorbedingung für Auslandsreisen gemacht werden, da ein solcher Ansatz bestehende Ungleichheiten erheblich verschärfen würde. Auch wenn die Spenden von Impfstoff gegen COVID-19 im Rahmen bilateraler Vereinbarungen und über die COVAX-Fazilität sehr erfreulich seien, so könnten doch alle Mitgliedstaaten in diesem Bereich noch mehr tun. Angesichts der Prognose, dass es bis Ende 2021 einen Überschuss von 1,2 Mrd. Impfdosen geben werde, seien mehr Engagement und Abstimmung seitens der Politik dringend erforderlich, damit diese Dosen an die Länder, die sie benötigen, verteilt würden, ob innerhalb der Europäischen Region oder auf globaler Ebene. In vielen Fällen erfolgten die Spenden zu nahe am Verfallsdatum der Impfstoffe, und Länder mit niedrigem bis mittlerem Volkseinkommen seien nicht in der Lage, solche Spenden kurzfristig entgegenzunehmen. Deshalb gelte es, die Planung zu optimieren. Gute Gesundheit und eine leistungsfähige Wirtschaft seien eng miteinander verknüpft. Die Pandemie habe, indem sie die anfälligen Bevölkerungsgruppen unverhältnismäßig stark getroffen habe, die Notwendigkeit einer Schließung der bestehenden Kluft veranschaulicht. Nichtübertragbare Krankheiten seien immer noch für neun Zehntel aller Todesfälle in der Europäischen Region der WHO verantwortlich und müssten daher entschlossen in Angriff genommen werden. Die Hervorhebung der Führungsrolle der WHO sei zu begrüßen, ebenso die Rufe nach einer nachhaltigen Finanzierung. Schließlich dankte der Regionaldirektor allen Partnerorganisationen von WHO/Europa für die enge Zusammenarbeit, die durch die COVID- 19-Pandemie noch gestärkt worden sei und deren Wirkung sich auch weit über die Gesundheitspolitik hinaus erstrecke. Das Regionalkomitee nahm die Resolution EUR/RC71/R2 an. Lehren aus der COVID-19-Pandemie: Vorsorge für die nächste Pandemie (EUR/RC71/6 Rev.1, EUR/RC71/CONF./5 (zurückgezogen), EUR/RC71/17(D) Rev.1, EUR/RC71/INF./4, EUR/RC71/7, EUR/RC71/BG/6 EUR/RC71/BG/11, EUR/RC71/BG/14) Vor der Befassung mit den Lehren aus der COVID-19-Pandemie in der Europäischen Region der WHO nahm das Regionalkomitee eine Reihe von Erkenntnissen aus anderen Regionen zur Kenntnis. Der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten und Medizinische Chefberater des Präsidenten der Vereinigten Staaten erklärte, die Pandemie habe den Wert langfristiger Investitionen in globale Krankheitsüberwachung und biomedizinische Grundlagenforschung verdeutlicht. Die bereits geleistete Arbeit zur Entwicklung flexibler BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 10 Impfstoff-Plattformen und zur Anpassung von Tools der Strukturbiologie für die Entwicklung von Immunogenen habe die Schaffung einer Vielzahl von Impfstoffen gegen COVID-19 in Rekordzeit ermöglicht. Nun müssten alle Länder sich dazu verpflichten, ihre Forschungskapazitäten und den Austausch von Daten und Forschungsmaterial auszuweiten und die Ursachen des öffentlichen Misstrauens zu bekämpfen. Die Gesundheitsbehörden in den Vereinigten Staaten seien bemüht, der Impfskepsis entgegenzuwirken, indem sie Gesundheitsbotschaften durch „vertrauenswürdige Boten“ – religiöse Führer und Kommunalpolitiker oder Persönlichkeiten aus Sport und Unterhaltung – platzierten und wissenschaftlich korrekte Informationen in den sozialen Medien veröffentlichten. Öffentlich- private Kooperationen hätten sich bei der Entwicklung und Erprobung von Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika bewährt. Der WHO-Regionaldirektor für den östlichen Mittelmeerraum schilderte die in seiner Region ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Die WHO-Regionen Östlicher Mittelmeerraum und Europa hätten eine bilaterale Plattform eingerichtet, um ihre gemeinsamen Probleme in Angriff zu nehmen, namentlich die starken Migrationsbewegungen und die grenzüberschreitende Übertragung von COVID-19. Die WHO-Regionaldirektorin für Afrika unterstrich die Notwendigkeit, die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen durch Impfungen vor COVID-19 zu schützen, um Menschenleben zu retten und die Gefahr der Entstehung neuer Varianten des SARS-CoV-2 zu verringern. Dies setze einen chancengleichen Zugang zu Impfstoffen durch Impfstoffspenden, Weitergabe von geistigen Eigentumsrechten, Technologien und Fachwissen sowie die Dezentralisierung von Produktionskapazitäten mit dem Ziel der Schaffung widerstandsfähigerer Versorgungsketten und der Förderung von Autarkie voraus. Jedes Land müsse in widerstandsfähige Gesundheitssysteme und eine erweiterte Bereitschaftsplanung investieren. Der Kommissar für Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen bei der Europäischen Kommission erläuterte deren Unterstützung für Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 in den Ländern des Westbalkans und der Östlichen Partnerschaft. Zu den Herausforderungen für die EU gehörten die Impfstoffversorgung, die niedrigen Aufnahmekapazitäten mancher Gesundheitssysteme, die Impfskepsis und die Notwendigkeit einer langfristigen Modernisierung der Gesundheitssysteme. Trotz ihrer verheerenden Auswirkungen habe die Pandemie auch eine Chance eröffnet, Defizite in Bezug auf Infrastruktur, Personalausstattung und Zugänglichkeit des Gesundheitswesens zu beheben. Die Direktorin für gesundheitliche Notlagen in der Europäischen Region erläuterte die Lehren, die WHO/Europa aus Online-Konsultationen mit den Mitgliedstaaten und Partnerorganisationen und mit globalen Prüfungsausschüssen, aber auch aus den Gesprächen des Regionaldirektors mit den Gesundheitsministerien, aus den begleitenden Maßnahmenüberprüfungen der Länder sowie aus dem Halbzeitbilanzbericht über den Aktionsplan zur Verbesserung von Vorsorge- und Bewältigungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2018–2023) gezogen habe. Während der COVID-19-Pandemie hätten sich jene Länder als am widerstandsfähigsten erwiesen, die über eine allgemeine Gesundheitsversorgung und gut vorbereitete Gesundheitssysteme verfügten, die den Anforderungen aus den IGV (2005) genügen. Nun gelte es vorrangig, Kapazitätslücken zu schließen, Reaktionssysteme zu schaffen, die für künftige Notlagen gerüstet seien, verstärkt auf Widerstandsfähigkeit hinzuarbeiten und in Infrastruktur und Beschäftigte im Gesundheitswesen zu investieren. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 11 Die vom WHO-Regionaldirektor für Europa einberufene Hochrangige Expertengruppe zur Ausarbeitung eines Fahrplans zur Stabilisierung der COVID-19-Pandemie in der Europäischen Region habe ihren Bericht im September 2021 veröffentlicht. Darin habe die Gruppe zehn Ziele für die Europäische Region vorgeschlagen, u. a. COVID-19-Impfungen für alle Erwachsenen und für Jugendliche ab 12 Jahren, erweiterte Hygienemaßnahmen für jüngere Kinder zur Verhinderung von Schulschließungen, Maskenpflicht in Innenräumen und eine Ausweitung von Forschungskapazitäten und Datenerfassung. Ministerpodium In einer Reihe von Video-Botschaften berichteten Gesundheitsminister aus der gesamten Europäischen Region von ihren Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Pandemie: • Albanien berichtete, es habe angesichts der Erfahrungen nach dem schweren Erdbeben von 2019 eine effektive Plattform für Weisung, Kontrolle und Koordination eingerichtet. Die Regierung habe in die primäre Gesundheitsversorgung und das Krankenhauswesen investiert, die Gehälter des Gesundheitspersonals um 40% erhöht und Tests, Isolation und Kontaktverfolgung in Verbindung mit COVID-19 wirksam koordiniert. • Georgien berichtete, es habe seine epidemiologischen Überwachungssysteme ausgebaut, die Abstimmung zwischen der primären Gesundheitsversorgung und der Notfallversorgung verbessert und Online-Konsultationen sowie Regelungen für die Quarantäne von COVID-19-Verdachtsfällen in Hotels eingeführt. • Die Republik Moldau berichtete von einer besonders hohen Infektionsrate mit COVID-19 in den Gesundheitsberufen, der im ersten Jahr der Pandemie 134 Ärzte zum Opfer gefallen seien. Dementsprechend seien Gesundheitsfachkräfte bei Impfungen bevorzugt behandelt worden, die durch Spenden aus der COVAX- Fazilität sowie von der rumänischen Regierung ermöglicht worden seien. • Serbien berichtete, es habe seine Labor- und Personalkapazitäten für Polymerase- Kettenreaktionstests ausgeweitet, neue Krankenhäuser gebaut und Beatmungsgeräte und andere medizinische Geräte bereitgestellt. • Spanien berichtete, es habe die primäre Gesundheitsversorgung als entscheidenden Eckpfeiler des Gesundheitssystems erkannt und innerhalb von nur acht Monaten eine Durchimpfung von 70% erreicht. Die Botschaft laute, dass eine solide globale Gesundheitspolitik entscheidend zum Schutz der Bürger in allen Ländern beitrage. • Die Türkei schilderte ihre erfolgreichen Bemühungen zur Bekämpfung der Infodemie von Falschinformationen durch Zusammenstellung und Verbreitung solider wissenschaftlicher Erkenntnisse unter den maßgeblichen Interessengruppen wie auch in der breiten Öffentlichkeit. Weitere zentrale Aktivposten bei den staatlichen Bemühungen zur Bekämpfung der Pandemie seien die Einsatzbereitschaft des Gesundheitspersonals und das dank eines umfassenden Krankenversicherungssystems vorhandene Sicherheitsnetz gewesen. • Das European Forum of Medical Associations erklärte, es bemühe sich um Bewusstseinsbildung für die Notwendigkeit von Investitionen in ein gut ausgebildetes und ausgestattetes Gesundheitspersonal, das in der Lage sei, künftige Pandemien zu bewältigen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 12 In der anschließenden Diskussion schilderten die Delegierten die Lehren ihrer Länder aus der Bekämpfung der Pandemie. Die Vertreterin Sloweniens ergriff im Namen der EU und ihrer Mitgliedstaaten das Wort. Die Kandidatenländer Albanien und Montenegro sowie die Republik Moldau schlossen sich dieser Erklärung an. Die Delegierte bekräftigte die Unterstützung der EU für die derzeitige globale Debatte über die Stärkung der Bereitschaftsplanung für gesundheitliche Notlagen und über eine nachhaltige Finanzierung der WHO. Zur Verhinderung oder Entschärfung künftiger Gesundheitskrisen komme es neben Mechanismen für faire Preisgestaltung, Transparenz und Zugänglichkeit sowie einem verstärkten freiwilligen Austausch von Technologien und Know-how auch entscheidend auf ausreichende globale Produktionskapazitäten für Medikamente an. Die Umsetzung der IGV (2005) müsse verbessert werden, und ein neues internationales Rechtsinstrument für Pandemievorsorge und -bewältigung werde die vorhandene Architektur der Bereitschaftsplanung für gesundheitliche Notlagen ergänzen. Der von der WHO zusammen mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) initiierte einheitliche Gesundheitsansatz habe die Zusammenarbeit an der Schnittstelle Mensch-Tier-Umwelt gestärkt und trage zum Schutz vor neuen zoonotischen Krankheiten und zur Bekämpfung von antimikrobieller Resistenzen sowie zur Bewältigung der Klimakrise bei. Andere Delegierte stellten fest, dass die Bekämpfung von COVID-19 die Aufmerksamkeit nicht gänzlich von anderen drängenden Gesundheitsthemen wie AMR, Krebs, Herz-Kreislauf- Erkrankungen oder den Auswirkungen des Klimawandels ablenken dürfe. Sie hoben die Notwendigkeit hervor, die primäre Gesundheitsversorgung zu optimieren, das Gesundheitspersonal zu unterstützen und für eine Verbesserung der Verfügbarkeit von Arzneimitteln zu sorgen. Einige Delegierte schlugen eine Erhöhung lokaler Produktionskapazitäten durch Gremien wie das World Local Production Forum vor. Zahlreiche Delegierte verwiesen auf die während der Pandemie in Eile herbeigeführten Fortschritte in den Bereichen digitale Gesundheitsangebote, Datenerhebung und Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen, die es beizubehalten und noch auszubauen gelte, doch müssten dabei stets auch die mit ihrer Nutzung verbundenen Vorteile und Risiken gegeneinander abgewogen werden. Standardisierte Methoden für Datenerhebung und -austausch, wie etwa die Internationale Klassifikation der Krankheiten, 11. Revision (ICD-11), dienten einer besseren Vergleichbarkeit von Forschungsergebnissen. Die während der Pandemie in Eile herbeigeführten Fortschritte im Gesundheitswesen in den Bereichen digitale Gesundheitssangebote, Datenerhebung und künstliche Intelligenz müssten beibehalten und noch ausgebaut werden, doch müssten dabei stets auch die mit ihrer Nutzung verbundenen Vorteile und Risiken abgewogen werden. Standardisierte Methoden für Datenerhebung und -austausch, wie etwa die Internationale Klassifikation der Krankheiten, 11. Revision (ICD-11), dienten einer besseren Vergleichbarkeit von Forschungsergebnissen. Die möglichen negativen Auswirkungen von COVID-19- Impfungen und die Situation von Menschen mit Behinderungen und anderen schutzbedürftigen Gruppen müssten aufmerksam im Auge behalten werden. Fehlinformationen, Desinformationskampagnen und Impfskepsis seien wesentliche soziale Probleme, denen es mit akkuraten wissenschaftlichen Informationen und einer transparenten Öffentlichkeitsarbeit entgegenzuwirken gelte. Eine Delegation machte auf die Arbeit des Hochrangigen Expertengremiums für einen einheitlichen Gesundheitsansatz und auf die Initiative zur Prävention der Entstehung zoonotischer Krankheiten aufmerksam. Die Teilnehmer lobten die Unterstützung der Mitgliedstaaten durch WHO/Europa während der gesamten Dauer der Pandemie und hoben die Notwendigkeit einer nachhaltigen Finanzierung BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 13 der WHO hervor. Eine Delegation wünschte sich mehr fachliche Orientierungshilfe von WHO/Europa in Bezug auf Forschung, Leitlinien und Investitionen im Bereich der digitalen Gesundheit sowie die Einführung digitaler Gesundheitslösungen in den Ländern. In diesem Zusammenhang wies eine andere Delegation auf den bevorstehenden Digital-Gipfel der Länder des Westbalkans hin, der vom 11. bis 13. Oktober 2021 in Podgorica (Montenegro) stattfinden werde. Der Stellvertretende Vorsitzende des Exekutivrates der WHO aus der Europäischen Region erläuterte, dass zur Stärkung der Steuerungsfunktionen des Exekutivrates vorgeschlagen werde, diesen mit einem neuen Ständigen Ausschuss auszustatten, der ggf. innerhalb von 24 Stunden nach Eintritt einer künftigen globalen gesundheitlichen Notlage einberufen werden könne. Der Vorschlag der Ausarbeitung eines neuen internationalen Vertrags zur Ergänzung der IGV (2005) fand Unterstützung. Die Delegierten unterstrichen ferner die Bedeutung von Kooperationen und von Erfahrungsaustausch innerhalb der Europäischen Region und auf subregionaler Ebene, aber auch den Wert der Zusammenarbeit mit anderen in der Region tätigen Organisationen wie dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten. Ein Teilnehmer wies auf die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen zur Klärung der Herkunft von COVID-19 hin. Die von der G7 der größten Industrienationen im Juli 2021 angenommene Charta für klinische Studien von Therapeutika und Impfstoffen werde dazu beitragen, unnötige Doppelarbeit bei Studien zu vermeiden und eine stärkere grenzüberschreitende Zusammenarbeit und einen schnelleren Zugang zu zugelassenen Behandlungen und Impfstoffen zu schaffen. Die neue Plattform zur Einstufung von Virusvarianten und das vom Vereinigten Königreich eingeführte Globale System zur Analyse von Krankheitserregern (GPAS) würden weiter zu der Arbeit im Bereich Genomik beitragen, die sich bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen COVID-19 als so wertvoll erwiesen habe. Ein Vertreter der OIE machte auf die von der Dreierpartnerschaft zwischen WHO, FAO und OIE begonnene Arbeit im Bereich Zoonosen aufmerksam. Eine Vertreterin der Partnerschaft „Stopp der Tb“ hob hervor, dass zur Bekämpfung von COVID-19 und Tuberkulose dieselben Präventionsmaßnahmen und Diagnosetechnologien verwendet werden könnten, namentlich gleichzeitige Tests auf beide Krankheiten. In seiner Zusammenfassung der Aussprache wies der Regionaldirektor auf die Parallelen zwischen den in der Diskussion angeschnittenen Themen, insbesondere der primären Gesundheitsversorgung und dem einheitlichen Gesundheitsansatz, und den zentralen Prioritäten und Flaggschiff-Initiativen des EPW hin. Er nahm auch den Ruf nach anhaltender Aufmerksamkeit für schwerwiegende gesundheitliche Probleme in der Europäischen Region, wie etwa HIV und Tuberkulose, zur Kenntnis. An dieser Stelle wurden von folgenden Organisationen schriftliche Erklärungen eingereicht: • Alzheimer’s Disease International; • Association for Medical Education in Europe (AMEE); • EUROCAM, einer Vertretung europäischer Organisationen im Bereich der traditionellen, ergänzenden und integrativen Medizin; • Europäischer Ausschuss der Regionen; • European Medical Students’ Association (EMSA); BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 14 • European Respiratory Society; • European Society for Medical Oncology; • EuroHealthNet (einer gemeinnützigen Partnerschaft von Organisationen, Instituten und Behörden, die in den Bereichen öffentliche Gesundheit, Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung und Abbau von Ungleichheiten tätig sind), European Public Health Association (EUPHA) und zehn Mitunterzeichner (European Association for Palliative Care, European Cancer Organisation, European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients' Associations, European Federation of Public Service Unions (EPSU) [ein Mitglied von Public Services International (PSI)], European Forum for Primary Care, European Public Health Alliance, Humatem (einer auf biomedizinische Kooperation spezialisierten nichtstaatlichen Organisation), International Diabetes Federation, European Region, International Federation on Ageing (IFA), and World Obesity Federation); • International Association for Hospice and Palliative Care (Erklärung mit Unterstützung der European Association for Palliative Care, des European Forum for Primary Care, von Wonca Europe und der Worldwide Hospice Palliative Care Alliance); • International Confederation of Midwives; • International Council of Nurses und European Forum of National Nursing and Midwifery Associations; • International Diabetes Federation; • IFA; • International Federation of Medical Students Associations und EMSA; • PSI (EPSU) und Standing Committee of European Doctors (CPME), zusammen mit EUROCAM, European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients' Associations, European Federation of Nurses Associations, European Forum of Medical Associations, EMSA, Humatem, IFA und World Federation of Occupational Therapists; • PSI; • CPME; • WaterAid; • WEMOS, EUPHA und zehn Mitunterzeichner (AIDS Healthcare Foundation – Europe; Drugs for Neglected Diseases initiative; European Federation of Associations of Dietitians; European Forum for Primary Care; EUROCAM; Health Action International; Humanity & Inclusion; Humatem; IFA; und International Pharmaceutical Students’ Federation European Regional Office); • World Confederation for Physical Therapy; • World Heart Foundation und 17 Mitunterzeichner (EuroCare, European Cancer Organisation, European Heart Network, European Stroke Organisation, Framework Convention Alliance, International Alliance of Patients’ Organizations, International Atherosclerosis Society, International Council of Nurses, International Diabetes Federation, International Society of Hypertension, International Society of Nephrology, Movendi International, WONCA, World BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 15 Federation of Public Health Associations, World Hypertension League, World Obesity Federation und World Stroke Organization); und • World Obesity Federation. Das Regionalkomitee nahm die Berichte über Lehren aus der COVID-19-Pandemie zur Kenntnis und bat das Sekretariat, den SCRC über Fortschritte bei der Ausarbeitung eines Nachfolgekonzepts für den Aktionsplan zur Verbesserung von Vorsorge- und Bewältigungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO nach dessen Auslaufen im Jahr 2023 auf dem Laufenden zu halten. Bericht der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung: Empfehlungen und Fazit (EUR/RC71/8, EUR/RC71/BG/12, EUR/RC71/BG/13) Prof. Mario Monti, der Vorsitzende der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung, einer vom WHO-Regionaldirektor für Europa eingesetzten unabhängigen Kommission, präsentierte den Abschlussbericht der Kommission mit dem Titel Aus der Pandemie Hoffnung schöpfen: Eine neue Strategie für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung (EUR/RC71/BG/12) und die begleitende Bestandsaufnahme der Evidenz (EUR/RC71/BG13), die beide in der Vorwoche veröffentlicht worden seien. Die Welt sei ohne den nötigen Weitblick in die COVID-19-Krise geraten und sei nicht bereit und in der Lage gewesen, sich angesichts dringender Herausforderungen zu einigen. Die Länder seien in eine Sackgasse geraten, weil sie nur vor der eigenen Haustüre gekehrt und grenzüberschreitende Probleme mit veralteten nationalen Konzepten zu lösen versucht hätten. Künftige Generationen würden den gegenwärtigen nicht für ihre Kurzsichtigkeit danken. Die Welt brauche nun eine neue Zukunftsvision. Die Kommission habe eine kühne neue Strategie für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung vor dem Hintergrund von Pandemien entworfen. Innerhalb der Kommission hätten sich führende Experten aus den Bereichen Politik, Lebenswissenschaften, Ökonomie, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Wirtschaft und Finanzen über die Notwendigkeit neuartiger Lösungsansätze für das weitere Vorgehen geeinigt. Die in dem Bericht genannten sieben Ziele und die damit zusammenhängenden Empfehlungen schafften die nötige Klarheit, um wieder Kurs auf eine ausgewogene, nachhaltige Entwicklung zu nehmen. Die Kommission schlage den Ländern vor, Strategien im Sinne des einheitlichen Gesundheitsansatzes einzuführen, sodass die durch die Schnittstelle zwischen Human-, Veterinär- und Umweltmedizin bedingten Verknüpfungen und Risiken auf koordinierte Art und Weise in Angriff genommen werden könnten. Sie appelliere an die Länder, tief verwurzelte Ungleichheiten zu bekämpfen, unter prekären Umständen lebende Gruppen zu bestimmen und Konzepte zu entwickeln, die ihnen mehr Sicherheit geben. Sie bitte darum, die Risiken und Erträge von Innovationen und Entwicklung gleichmäßig zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor zu verteilen. Sie strebe höhere Investitionen in die Gesundheitssysteme, insbesondere in die primäre Gesundheitsversorgung und die psychische Gesundheitsversorgung, sowie in das Gesundheitspersonal an. Die Kommission unterstreiche die Notwendigkeit der Stärkung von Surveillance, Frühwarnsystemen und Maßnahmen zur Krisenbekämpfung. Sie schlage vor, die Politiksteuerung im Gesundheitsbereich auf globaler Ebene zu verbessern, und zwar durch BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 16 Schaffung eines Globalen Gesundheits- und Finanzrates unter dem Dach der G20, einen Pandemievertrag zur Förderung gemeinsamer Entscheidungsprozesse und eine globale Regelung für Pandemieimpfstoffe. Sie befürworte auch die Einrichtung eines Paneuropäischen Rates für Gesundheitsgefahren und eines Netzwerks für Krankheitsbekämpfung, um das politische Engagement aufrechtzuerhalten und wirksame Antworten auf neu auftretende Bedrohungen zu finden. Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der Paneuropäischen Kommission berichtete, die Bestandsaufnahme der Evidenz habe mit dem Versuch einer Bestimmung begonnen, was bei der Entstehung der COVID-19-Pandemie wann schief gelaufen sei, und mit einer Überlegung, wie sich die Welt nach der Pandemie verändern werde. Die Bestandsaufnahme werde einen neuen konzeptionellen Rahmen für die Determinanten von Gesundheit im 21. Jahrhundert einschließen. Der zweite Teil der Bestandsaufnahme beinhalte die Evidenz, die den konkreten Empfehlungen des Berichts zugrunde liege. Die Mitglieder der Kommission stellten kurz die Ziele des Berichts vor, mit denen sie sich näher befasst hätten. Prof. Louise Fresco sprach von dem einheitlichen Gesundheitsansatz, und Tarja Halonen beschrieb die Maßnahmen, die zur Heilung der Brüche notwendig seien, die während der Pandemie die Gesellschaften entzweit hätten. Prof. Martin McKee sprach von der Macht wissenschaftlicher Innovation zur Förderung und zum Schutz von Gesundheit und von der Notwendigkeit, in leistungs- und widerstandsfähige, inklusive nationale Gesundheitssysteme zu investieren. Sylvie Goulard wies auf die Notwendigkeit hin, eine klarere Unterscheidung zwischen getätigten Gesundheitsausgaben einerseits und sog. Investitionen in Krankheitsprävention und Verbesserungen der Effizienz der Leistungserbringung andererseits zu treffen. Lord Jim O’Neill nannte weitere Einzelheiten über die Empfehlungen der Kommission zur Verbesserung der Politiksteuerung im Gesundheitsbereich auf der globalen Ebene, und Prof. McKee sprach von der Notwendigkeit, Gleiches auf der Ebene der Europäischen Region zu tun. In der anschließenden Aussprache ergriff der Vertreter Sloweniens im Namen der EU und ihrer Mitgliedstaaten das Wort. Die Kandidatenländer Albanien, Montenegro und Nordmazedonien sowie Armenien, Georgien und die Republik Moldau schlossen sich dieser Erklärung an. Die Wege aus der aktuellen Pandemie und zur Verhinderung künftiger Pandemien müssten ressortübergreifenden Charakter haben und einen gesamtstaatlichen Ansatz verfolgen; die Empfehlungen der Kommission würden diesen Anforderungen gerecht. Es bedürfe erheblicher Verbesserungen bei der Verhinderung von Seuchenausbrüchen, beginnend mit dem einheitlichen Gesundheitsansatz, der eine frühzeitige Entdeckung neuer Erreger und eine Verhinderung ihrer Ausbreitung zum Ziel habe. Es komme entscheidend darauf an, die Gesundheitssysteme inklusiver, chancengerechter und leichter zugänglich zu gestalten. Die EU sei insbesondere an den Empfehlungen zur Einbeziehung gesundheitsbezogener Überlegungen in ökonomische Prognosen interessiert. Die Delegierten dankten der Kommission für ihren Mut, lange überfällige politische Veränderungen auf globaler Ebene und auf Ebene der Europäischen Region vorzuschlagen. Der SCRC wurde ermutigt, sich Gedanken über die Einleitung eines Prozesses für die Prüfung der Empfehlungen der Kommission durch die Mitgliedstaaten in der Europäischen Region zu machen. Die Mitglieder des Regionalkomitees dankten der Kommission herzlich für ihre Arbeit zur Bestimmung von Ursachen und möglichen Lösungen für die beispiellosen Herausforderungen, vor denen die Gesellschaften seit zwei Jahren stünden. Die Empfehlungen der Kommission seien sehr aktuell. Die Verhinderung bzw. Bekämpfung von Ungleichheiten sei eine dringende Aufgabe, denn die Pandemie habe die am stärksten benachteiligten und schutzbedürftigen Menschen am härtesten getroffen. Maßnahmen zur Verbesserung von Pandemievorsorge, BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 17 Widerstandsfähigkeit und Wiederaufbau müssten auch die Geschlechterperspektive einbeziehen. Die Pandemie habe gezeigt, wie gesundheitliche Überlegungen bei Analysen und Risikomanagement der Wirtschaft und anderen Politikbereichen zugute kommen könnten. Die Zusammenarbeit an der Schnittstelle zwischen Tier, Mensch und Umwelt sei das Leitprinzip für die Prävention aller Gefahren und für die Bereitschaftsplanung. Der Bericht eigne sich als Blaupause für die Operationalisierung von Zielvorgaben und deren Konkretisierung in einzelne Maßnahmen und Aktionen. In mehreren Wortmeldungen wurde die Notwendigkeit von Investitionen in die primäre Gesundheitsversorgung – und insbesondere deren Personal – im Hinblick auf die Neustrukturierung der Kapazitäten im Bereich Gesundheitssicherheit sowie die Einführung eines einheitlichen Gesundheitsansatzes für die Gesundheit von Mensch und Tier hervorgehoben. Es sei unumgänglich, das Gesundheitswesen zu digitalisieren und ein interoperables „Ökosystem“ mit anderen Politikbereichen zu schaffen. Die Notwendigkeit der Herstellung von Chancengleichheit setze ein starkes Netz der primären Gesundheitsversorgung voraus. Die wichtigsten Akteure in der Gesellschaft, wie Schulen und nichtstaatliche Organisationen, würden dazu beitragen, den Bedürfnissen anfälliger Gruppen besser gerecht zu werden. Mit Blick auf die Entwicklung neuer Strukturen für die Pandemievorsorge in der Europäischen Region erhielt die Kommission viel Lob für ihre Vorschläge für mutige Veränderungen in Bezug auf Gesundheitspolitik und Finanzierungsmechanismen in der Europäischen Region und auf der globalen Ebene. Dennoch bestehe die Notwendigkeit, die erforderlichen Funktionalitäten sorgfältig zu analysieren, Überschneidungen mit bestehenden Mechanismen zu vermeiden und vorhandene Strukturen in der Europäischen Region und auf globaler Ebene zu stärken. Die WHO müsse der zentrale Pfeiler der globalen Gesundheitsarchitektur bleiben und als solcher die Verantwortung für die Ausrichtung und Abstimmung der Reaktionen auf gesundheitliche Notlagen tragen und gleichzeitig Normen setzen. In einer Wortmeldung wurde der Sichtweise der Kommission zugestimmt, dass ein globaler Vertrag erforderlich sei, um die Mechanismen, Initiativen und Grundsätze zu kodifizieren und zu straffen, die die Mitgliedstaaten zur Stärkung der Pandemievorsorge und -bewältigung entwickeln. Der Vertreter der FAO erklärte, seine Organisation befinde sich direkt an der Schnittstelle zwischen Mensch, Tier und Umwelt, könne jedoch unilateral nichts ausrichten. Deshalb habe sie im April 2021 zusammen mit WHO/Europa und der OIE einen Koordinationsmechanismus für den einheitlichen Gesundheitsansatz in Europa und Zentralasien eingerichtet. Das UNEP sei dem Mechanismus im Juni 2021 beigetreten. Der einheitliche Gesundheitsansatz müsse fest auf der nationalen Ebene verankert werden, und die Länder müssten dazu ermutigt werden, in vollem Umfang Eigenverantwortung dafür zu übernehmen. Der Vertreter der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wies auf die dringende Notwendigkeit hin, Personalengpässe im Gesundheitswesen zu beheben. Nach Schätzungen der OECD seien zur Schaffung widerstandsfähiger Gesundheitssysteme zusätzliche Investitionen in Höhe von 1,5% des BIP erforderlich; zwei Drittel dieses Bedarfs entfielen auf die Stärkung des Gesundheitspersonals. Gesundheitsdaten und Gesundheitsinformationssysteme müssten überholt werden. Maßnahmen zum Schutz der psychischen Gesundheit seien für eine gesunde Volkswirtschaft und ein resilientes Gesundheitssystem unverzichtbar. Es sei dringend notwendig, die Investitionen in die öffentlichen Gesundheitsdienste und in das Sozialwesen zu erhöhen und Gesundheit als öffentliches Gut zu schützen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 18 An dieser Stelle wurden von folgenden Organisationen schriftliche Erklärungen eingereicht: EuroHealthNet; European Respiratory Society; und International Federation of Pharmaceutical Manufacturers and Associations. Das Regionalkomitee stimmte dem Vorschlag des 28. SCRC zu, den 29. SCRC mit der Prüfung der Empfehlungen der Kommission und ihrer möglichen Umsetzung in der Europäischen Region zu beauftragen. Bei dieser Analyse müssten auch Mitgliedstaaten aus der Europäischen Region einbezogen werden, die nicht Mitglieder des SCRC sind. Das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung in der Zeit nach COVID-19 (EUR/RC71/9, EUR/RC71/CONF./6, EUR/RC71/CONF./6 Add.1, EUR/RC71/17(B), EUR/RC71/BG/3) Eingangs wurde ein kurzes Video gezeigt, in dem geschildert wurde, wie die Beschäftigten in der primären Gesundheitsversorgung trotz ihres Beitrags zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie auch die gesundheitliche Grundversorgung aufrechterhielten. Der Film befasste sich mit dem Wert einer integrierten primären Gesundheitsversorgung, multidisziplinärer Teams und erweiterter digitaler Gesundheitsangebote und hob die Möglichkeiten hervor, die sich aufgrund der COVID-19-Krise für die Beschleunigung lange überfälliger Reformen ergeben. Die Direktorin der Abteilung Gesundheitspolitik und Gesundheitssysteme der Länder erklärte, die primäre Gesundheitsversorgung bilde den Eintrittspunkt zur Gesundheitsversorgung und das Rückgrat eines widerstandsfähigen Gesundheitssystems. Sie habe eine zweigleisige Reaktion auf die COVID-19-Pandemie ermöglicht: durch Surveillance, Testen und Kontaktverfolgung in der Bevölkerung und die Impfung gegen COVID-19 bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung einer gesundheitlichen Grundversorgung. Die Ergänzung von im direkten Kontakt erbrachten mit mobilen, digitalen und im Fernmodus erbrachten Gesundheitsleistungen ermögliche eine bürgernähere Versorgung, den Zugang zu Fachwissen und eine Einbeziehung räumlich entfernter Angebote. Zu den Herausforderungen für die digitale Umgestaltung gehörten die digitale Kompetenz von Leistungsanbietern und -empfängern und die Vertraulichkeit personenbezogener Daten. Ein klarer Überblick über die gesundheitlichen Bedürfnisse der Bevölkerung und bestehende Zugangsbarrieren werde in Verbindung mit einer umfassenden psychosozialen Unterstützung dafür sorgen, dass niemand zurückgelassen werde. Eine leistungsfähige primäre Gesundheitsversorgung setze ein leistungsfähiges Gesundheitspersonal voraus. Ein integriertes Leistungsangebot in der primären Gesundheitsversorgung müsse den psychischen und sozialen Bedürfnissen des Gesundheitspersonals gerecht werden, durch Verlagerung und Neuverteilung von Aufgaben erweiterte Rollen zuweisen und die Verteilung von Ressourcen innerhalb breiterer Netzwerke ermöglichen. Investitionen in das Arbeitskräfteangebot und Schutz des Personals in der primären Gesundheitsversorgung trügen entscheidend zur Gewinnung und Bindung kompetenter Mitarbeiter bei. Es sei erfreulich, dass viele Länder Ressourcen für den Wiederaufbau nach COVID-19 in die Stärkung der primären Gesundheitsversorgung geleitet hätten. Führungskompetenz sei von entscheidender Bedeutung, und das aktuell starke Engagement der Politik müsse durch Partnerschaften auf nationaler, subnationaler und kommunaler Ebene kanalisiert werden. WHO/Europa habe die primäre Gesundheitsversorgung in den Mittelpunkt des EPW gestellt und stehe bereit, um die Mitgliedstaaten bei ihren diesbezüglichen Bemühungen zu unterstützen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 19 Die designierte Präsidentin der World Organization of Family Doctors erklärte, die Pandemie habe die auch zuvor schon bestehenden Lücken im Gesundheits- und Sozialwesen offenbart und noch ausgeweitet. Qualifizierte, gemeindenahe multidisziplinäre Teams, die ein integriertes Leistungsangebot in der primären Gesundheitsversorgung bereitstellen, könnten zur Schließung dieser Lücken beitragen. Die Leistungserbringer in der primären Gesundheitsversorgung hätten das Vertrauen der Menschen und könnten wirksam für Einführung und Umsetzung gesundheitlicher Maßnahmen werben. In der primären Gesundheitsversorgung werde ein umfassender, patientenorientierter Ansatz verfolgt, der sich von dem fragmentierten, krankheitsorientierten Ansatz der fachärztlichen Versorgung unterscheide. Die Kollateralschäden der COVID-19-Pandemie hätten die Notwendigkeit verdeutlicht, Gesundheit und Lebensumstände parallel zueinander in Angriff zu nehmen. An Diabetes erkrankte Arbeitslose könnten mit guten Ratschlägen zur Ernährung und zur Kontrolle ihres Blutzuckerspiegels wenig anfangen, wenn ihnen die Mittel fehlten, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Schließung der Lücke zwischen Gesundheits- und Sozialwesen setze auch die Bereitstellung von psychosozialer und sonstiger Unterstützung für das an vorderster Linie eingesetzte Personal voraus, das überwiegend aus Frauen bestehe. Die Ausbildung für wie auch innerhalb von Einrichtungen der primären Gesundheitsversorgung sei die beste Art von Unterstützung und erfordere eine langfristige Planung und einen entsprechenden Willen. Die anschließende Diskussion über das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung in der Zeit nach COVID-19 wurde von der Leiterin des Europäischen Zentrums der WHO für primäre Gesundheitsversorgung in Almaty moderiert. Der Gesundheitsminister Sloweniens berichtete, zum Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten seien landesweit Gesundheitsförderungszentren eröffnet worden, deren multidisziplinäre Teams jeweils eng mit der Bevölkerung und dem Sozialwesen vor Ort verknüpft seien. Diese gemeindenahen Gesundheitszentren hätten eine zügige Leistungserbringung zu einer Zeit wachsenden Bedarfs ermöglicht und so Kapazitäten in den Krankenhäusern frei werden lassen, die nun schwer erkrankten Patienten zur Verfügung stünden. Darüber hinaus seien als Reaktion auf den infolge der Pandemie wachsenden Bedarf im Bereich der psychischen Gesundheit gemeindenahe Psychiatriezentren eingeführt worden, um eine fachärztliche Versorgung von Kindern und Erwachsenen sicherzustellen. Die Antwort auf die Pandemie sei zweigleisig erfolgt: dabei hätten die öffentlichen Gesundheitsdienste sich mit der örtlichen Epidemiologie, der bevölkerungsbezogenen Gesundheitsförderung und dem Laborwesen befasst, während die Leistungserbringer in der primären Gesundheitsversorgung sich der eigentlichen Epidemiebekämpfung, also Patientenmanagement, Tests und Impfungen, gewidmet hätten. Der Gesundheitsminister Kasachstans berichtete, dass mobile und digitale Technologien, einschließlich eines international anerkannten elektronischen Impfpasses, während der Pandemie in großem Umfang zum Einsatz gekommen seien. Die Bekämpfung von COVID-19 habe zu einer Reihe von Veränderungen in der primären Gesundheitsversorgung geführt, insbesondere zur Bildung multidisziplinärer Teams, die eine Kontinuität der Versorgung während sämtlicher Phasen der Behandlung sicherstellen sollten. Während der Pandemie hätten Tausende von mobilen Teams die Gesundheitsversorgung den Bürgern näher gebracht, namentlich durch COVID-19-Tests und eine kostenlose Lieferung von Arzneimitteln. Risikogruppen würden mit Hilfe von Audio- und Videotechnologien fernüberwacht, und mobile medizinische Komplexe versorgten ältere Menschen und die Bevölkerung ländlicher Gebiete. Allgemeinärzte kümmerten sich um Patienten mit milden COVID-19-Symptomen, und durch Online-Terminvereinbarung sei die Einhaltung sozialer Distanz ermöglicht worden. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 20 Der Gesundheitsminister Griechenlands berichtete, sein Land habe schon lange vor der Pandemie weitreichende Reformen im Gesundheitswesen durchgeführt. Für eine Ausweitung des Leistungsangebots sei die Nutzung digitaler Gesundheitstechnologien unverzichtbar. Die im Jahr 2012 eingeführten E-Rezepte hätten sich in hohem Maße bewährt und eine erhebliche Kostensenkung bewirkt. Die Verwirklichung der Ziele im Bereich der digitalen Gesundheit sei u. a. durch Weitergabe elektronischer Patientenakten durch Hausärzte und andere befugte Gesundheitsfachkräfte sowie durch Einführung von Fernkonsultationen vorangetrieben worden. Die digitale Umgestaltung der primären Gesundheitsversorgung gehöre zu den obersten Prioritäten der Regierung. Der Generaldirektor der dänischen Gesundheitsbehörde erklärte, leistungsfähige Systeme der primären Gesundheitsversorgung hätten sich während der COVID-19-Pandemie bewährt. In Dänemark habe die Pandemie eine radikale Neuausrichtung des Gesundheitssystems erforderlich gemacht, da viele Hausärzte in beengten Räumlichkeiten arbeiteten. Patienten hätten oft zu anderen Stellen umgeleitet werden müssen, und beim persönlichen Zugang zu Gesundheitseinrichtungen sei eine strenge Prioritätensetzung vorgenommen worden. Digitale Lösungen wie Video-Konsultationen mit Hausärzten hätten sich als äußerst nützlich erwiesen. Die Bürger seien an eine elektronische Kommunikation mit den Behörden gewöhnt, und das Vertrauen in Gesundheitsregister sei hoch. Digitale Tools müssten benutzerfreundlich, gut zugänglich, in die Alltagstechnologien integriert und möglichst auch kostenlos sein. In der anschließenden Aussprache dankten mehrere Mitglieder des Regionalkomitees WHO/Europa für die fachliche und sonstige Unterstützung während der Pandemie. Die Teilnehmer unterstrichen, dass die Pandemie die Dringlichkeit von Investitionen in die primäre Gesundheitsversorgung als wesentliche Voraussetzung für widerstandsfähige Gesundheitssysteme erneut verdeutlicht habe. Es herrschte breite Übereinstimmung darüber, dass die Pandemie sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich gebracht habe. So habe sie bestehende Schwachstellen schonungslos offengelegt und sogar verschärft und damit die langfristigen Folgen mangelnder Investitionen in die primäre Gesundheitsversorgung aufgezeigt. Gleichzeitig habe sie der primären Gesundheitsversorgung die Chance eröffnet, ihren Wert als zentraler Akteur in der Bekämpfung von Pandemien unter Beweis zu stellen. Einrichtungen der primären Gesundheitsversorgung hätten Aufgaben der epidemiologischen Überwachung, der Kontaktverfolgung und Testung sowie der Handhabung asymptomatischer, milder und moderater Verläufe von COVID-19 übernommen. Hausärzte spielten auch eine entscheidende Rolle bei den Impfkampagnen, und das Vertrauen der Bürger in sie habe der Ausbreitung von Impfskepsis entgegengewirkt. Insgesamt sei es den Systemen der primären Gesundheitsversorgung gelungen, zur Bekämpfung der Pandemie beizutragen und gleichzeitig eine gesundheitliche Grundversorgung aufrechtzuerhalten. Die Versorgung in Teams habe sich als besonders resilient erwiesen. Doch der Bedarf an speziellen Gesundheitsleistungen im Zuge der Prioritätensetzung zugunsten der medizinischen Grund- und Intensivversorgung von COVID-19-Patienten habe die Belastung für die primäre Gesundheitsversorgung in den Ländern erhöht. Dies sei manchmal auf Kosten von unentbehrlichen Leistungen und vorbeugenden Angeboten, Vorsorgeprogrammen und geplanten Eingriffen geschehen. Längere Wartezeiten und Verzögerungen beim Zugang hätten sich auch negativ auf die gesundheitliche Chancengleichheit ausgewirkt. Eine leistungsfähige primäre Gesundheitsversorgung werde entscheidend zur Bewältigung des während der Pandemie entstandenen Rückstaus bei Behandlungen und zum Aufbau von Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen unerwünschten Ereignissen beitragen. Die hohe Arbeitsbelastung und die Ressourcenknappheit würden sich auch nach der Pandemie fortsetzen und langfristig negative Auswirkungen auf den Zugang haben, wenn nicht entsprechend Abhilfe geschaffen werde. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 21 Doch die Notwendigkeit der grundlegenden Umgestaltung der primären Gesundheitsversorgung in den Ländern zwecks Anpassung an die Gegebenheiten der Pandemie habe auch erhebliche Möglichkeiten eröffnet. So hätten die Länder verstärkt auf E-Rezepte, im Fernmodus erbrachte und mobile Gesundheitsleistungen, Online-Plattformen für die Terminvereinbarung sowie Gesprächsprotokolle für Allgemeinärzte mittels digitaler Gesundheitslösungen gesetzt. In manchen Ländern sei die primäre Gesundheitsversorgung auch auf die häusliche Pflege ausgeweitet worden, wodurch Kapazitäten und Ressourcen im Krankenhauswesen frei geworden seien. Die COVID-19-Pandemie habe die Effizienzdefizite fragmentierter Systeme zutage treten lassen und die Notwendigkeit besser koordinierter, teambasierter Versorgungsmodelle, einer stärkeren Verflechtung von Leistungen und je nach Umständen eines gewissen Grades an Zentralisierung verdeutlicht. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Leistungserbringern in der psychischen Gesundheitsversorgung und eine Verknüpfung mit öffentlichen Gesundheitsdiensten und sozialen Angeboten werde dazu beitragen, die Kluft zwischen Gesundheits- und Sozialwesen zu schließen. Eine integrierte, umfassende primäre Gesundheitsversorgung könne gewissermaßen als „Torhüter“ für die sekundäre Gesundheitsversorgung fungieren. COVID-19 habe die hohe Anfälligkeit von Menschen mit chronischen Erkrankungen verdeutlicht. Leistungsfähige Gesundheitssysteme erforderten ein gut ausgestattetes, ausreichend bezahltes, kompetentes und motiviertes Gesundheitspersonal, das für eine Neuverteilung von Aufgaben offen sei und durch angemessene Technologien unterstützt werde. Es bedürfe erheblicher Investitionen in die Ausbildung und den Aufbau von Kapazitäten für das Management chronischer Erkrankungen, für die Leistungserbringung im Bereich der psychischen Gesundheitsversorgung und für die Digitalkompetenz. Das Gesundheitspersonal müsse mit dem Wissen und den Instrumenten ausgestattet werden, die zur Bewältigung gegenwärtiger und künftiger Herausforderungen erforderlich seien. Die Digitalisierung sei eine entscheidende Voraussetzung für Maßnahmen zur Stärkung der primären Gesundheitsversorgung. Digitale Lösungen trügen zu einer besseren Verfügbarkeit aktualisierter Informationen über Kapazitäten, Leistungsfähigkeit, Leistungsangebot und Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung bei. Die Infrastrukturen für digitale Gesundheit müssten in der Zeit nach der Pandemie aufrechterhalten werden, und Präsenztermine und mobile und digitale Gesundheitsangebote müssten nebeneinander fortbestehen. Der Schutz personenbezogener Daten müsse eine vorrangige Rolle spielen. Es müssten zusätzliche Anstrengungen unternommen werden, um Zugangsbarrieren zu digitalen Gesundheitsangeboten zu beseitigen und in allen Altersgruppen die Gesundheitskompetenz zu verbessern. Dazu seien vor allem Schulungen für Gesundheitsfachkräfte in Kommunikation dringend erforderlich. Es herrschte breite Übereinstimmung darüber, dass die Lehren aus der COVID-19-Pandemie eine weitreichende Umgestaltung der Gesundheitssysteme ermöglichen würden, und zwar unter Anwendung eines einheitlichen Gesundheitsansatzes und Rückgriff auf die IGV (2005) als Orientierungshilfe. Politische Führungskompetenz, die Entwicklung von Strategieplänen und die Bereitstellung fachlicher Beratung und Unterstützung durch WHO/Europa sowie die Verknüpfung von Maßnahmen auf Ebene der Europäischen Region mit der Arbeit des neu geschaffenen Sonderprogramms für primäre Gesundheitsversorgung seien allesamt von wesentlicher Bedeutung. Der Regionaldirektor wurde gebeten, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die die Metrik für die Kontrolle der Kapazitäten, Leistungsfähigkeit und Durchschlagskraft der primären BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 22 Gesundheitsversorgung entwickeln solle, und eine Fallstudie zur Gewinnung relevanter Erkenntnisse für Politik und umsetzende Behörden in Auftrag zu geben. Die Leiterin der Abteilung Gesundheit bei der OECD erläuterte, die Schwerpunktlegung auf Nachschub und Krankenhauskapazitäten während der Bekämpfung von COVID-19 habe in vielen Ländern zu Störungen bei der Bereitstellung grundlegender Gesundheitsleistungen geführt. Auch wenn eine leistungsstarke primäre Gesundheitsversorgung ein großes Potenzial in Bezug auf fast alle gesundheitlichen Bedürfnisse besitze und so den Bedarf an kostspieligeren Interventionen senke, so erhalte sie doch nur einen kleinen Anteil der Gesundheitsetats der Länder. Allgemeinärzte machten weniger als ein Drittel der Ärzteschaft aus – mit rückläufiger Tendenz. Es müsse mehr dafür getan werden, die Leistungsfähigkeit der primären Gesundheitsversorgung und die Resultate der häuslichen Pflege zu messen, auch für Personen mit chronischen Erkrankungen. Um sicherzustellen, dass die Patienten die richtige Versorgung zur rechten Zeit erhielten, seien eine engere Verflechtung der häuslichen Pflege mit anderen Bereichen des Gesundheitssystems, die systemweite Integration von Daten und leistungsfähigere Informationssysteme erforderlich. Jeder in die digitale Umgestaltung des Gesundheitswesens investierte Euro bringe eine dreifache Rendite. Der Regionaldirektor für die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums, der EU und der NATO bei der Internationalen Organisation für Migration erklärte, die COVID-19-Pandemie habe die Situation von Migranten verschärft und bestehende Ungleichheiten und Diskriminierung vertieft. Migranten stünden bei der Bekämpfung der Pandemie an vorderster Linie, und es müsse darauf hingearbeitet werden, ihnen auch weiterhin die Wahrnehmung ihrer wichtigen Aufgaben innerhalb der Gesellschaft zu ermöglichen. Die primäre Gesundheitsversorgung sei die erste Anlaufstelle, und ihre Zugänglichkeit und Inklusivität für Migranten, Flüchtlinge und andere Menschen ohne festen Wohnsitz müssten verbessert werden. Entscheidungen über die Verteilung von Impfstoffen müssten auf Grundsätzen des Gesundheitsschutzes beruhen und sich an den internationalen Empfehlungen zur Prioritätensetzung orientieren. Die Regierungen müssten alle Migranten in ihre Impfkampagnen einbeziehen. Die Maßnahmen zum Wiederaufbau nach COVID-19 müssten eng mit der Regulierung der Migration verknüpft werden, und die Gesundheit von Migranten müsse in der gesamten Europäischen Region zum festen Bestandteil der primären Gesundheitsversorgung werden. Die Direktorin der Partnerschaft der Nördlichen Dimension für Gesundheit und Soziales teilte dem Regionalkomitee mit, dass die von der Partnerschaft eingesetzte Expertengruppe für die primäre Gesundheitsversorgung eine Studie über Hindernisse für die Bereitstellung von Gesundheits- und Sozialleistungen im Fernmodus in die Wege geleitet habe. Die Digitalisierung von Gesundheits- und Sozialleistungen müsse auf inklusive Weise erfolgen und dürfe nicht vorhandene Ungleichheiten verschärfen. Oftmals seien Personen, die am dringendsten Hilfe benötigten, am wenigsten geneigt, diese online zu suchen. Deshalb sei es äußerst wichtig, den Leistungsempfängern zuzuhören und mit ihnen zu kommunizieren und digitale Lösungen gemeinsam zu gestalten. Es werde ein patientenorientierter Ansatz benötigt, der eine systematische und grundlegende Überarbeitung von Denkweisen und die Aufgabe von Silodenken zugunsten einer inklusiven bereichsübergreifenden und gesamtgesellschaftlichen Mitgestaltung erfordere. In seiner Erwiderung auf die eingegangenen Wortmeldungen erklärte der Regionaldirektor, die Umgestaltung der primären Gesundheitsversorgung in der Europäischen Region in den vergangenen 18 Monaten sei wahrhaft atemberaubend gewesen. Defizite bei der Umsetzung könnten durch Anpassung bewährter Praktiken an nationale Gegebenheiten beseitigt werden, BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 23 und das Europäische Zentrum der WHO für primäre Gesundheitsversorgung in Almaty könne hier wertvolle Unterstützung bieten. WHO/Europa stehe bereit, um die digitale Umgestaltung der Gesundheitsversorgung in der Europäischen Region zu unterstützen. Das Regionalbüro arbeite im Rahmen einer Reihe gemeinsamer Programme eng mit dem Sonderprogramm der WHO für primäre Gesundheitsversorgung zusammen. An dieser Stelle wurde eine Erklärung des European Forum for Primary Care (auch im Namen der European Association for Palliative Care, der European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients’ Associations, von EUROCAM, EuroHealthNet, der International Alliance of Patients’ Organizations, der IFA und der World Organization of Family Doctors) abgegeben. Schriftliche Erklärungen wurden von folgenden Organisationen eingereicht: European Medical Students’ Association; European Society for Medical Oncology; International Association for Hospice and Palliative Care (auch im Namen der European Association for Palliative Care, des European Forum for Primary Care, der IFA und der World Organization of Family Doctors); International Council of Nurses (auch im Namen des European Forum of National Nursing and Midwifery Associations); International Federation of Biomedical Laboratory Science; International Federation of Medical Students’ Associations; und International Diabetes Federation. Das Regionalkomitee nahm die Resolution EUR/RC71/R3 an. Europäische Impfagenda 2030: Mehr Gesundheit für die Zukunft (EUR/RC71/10, EUR/RC71/CONF./7, EUR/RC71/CONF./7 Add.1, EUR/RC71/17(A), EUR/RC71/BG/8, EUR/RC71/BG/9) In einem kurzen Video wurden Hintergrund und Zielsetzung der Europäischen Impfagenda 2030 (EIA 2030) beleuchtet und Beispiele von Impfprogrammen in den Ländern präsentiert. Der Regionaldirektor stellte die EIA 2030, eine der Flaggschiff-Initiativen des EPW, vor, die darauf abziele, durch leistungsfähigere Impfprogramme für mehr Gesundheit zu sorgen, indem sie sich auf folgende drei Grundpfeiler stütze: Chancengleichheit, Impfmaßnahmen im gesamten Lebensverlauf und lokale Lösungen für lokale Herausforderungen. Die COVID-19- Pandemie habe in drastischer Weise an die Bedeutung von Impfungen für den Schutz der Bürger im gesamten Lebensverlauf erinnert. Die EIA 2030 sei in einem von unten nach oben verlaufenden, konstruktiven Verfahren in Abstimmung mit einem breiten Spektrum von Interessengruppen ausgearbeitet worden. Die Fortschritte bei der Umsetzung der EIA 2030 müssten kontinuierlich überwacht und die Ergebnisse analysiert werden. Zu diesem Zweck werde Ende 2021 ein hochrangiger Impfrat unter Beteiligung der verschiedenen relevanten Akteure eingesetzt. Politischer Wille sei der Schlüssel zum Erfolg; die Mitgliedstaaten würden dazu ermutigt, Impfungen in ihre nationalen Gesundheitspläne zu integrieren und sich an der von WHO/Europa eingerichteten Online-Plattform „I commit“ zu beteiligen. Der geschäftsführende Direktor der Abteilung Übertragbare Krankheiten berichtete in einer Bestandsaufnahme der seit Annahme des Europäischen Impfaktionsplans im Jahr 2014 erzielten Erfolge von substanziellen Fortschritten, aber auch von einer Reihe nicht erfüllter Ziele. Die COVID-Pandemie habe sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich gebracht: Während es den Ländern mit hohem Volkseinkommen gelungen sei, ihre Routineimpfpläne einzuhalten, hätten die Länder mit mittlerem Volkseinkommen hier Schwierigkeiten gehabt, sodass sich die Kluft im Impfbereich ausgeweitet habe. Gleichzeitig BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 24 hätten die Mitgliedstaaten einen beträchtlichen politischen Willen gezeigt, die Impfstoffe gegen COVID-19 so weit wie möglich zu verteilen. Die Investitionen in die Impfkampagnen böten die Chance zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der Impfsysteme. Die EIA 2030 sei schon vor Beginn der COVID-19-Pandemie auf der Grundlage der von den Ländern genannten Prioritäten ausgearbeitet worden. Die Mitgliedstaaten hätten sich während der gesamten Dauer der Pandemie weiterhin an ihrer Erstellung beteiligt. Ihre zentrale Vision bestehe darin, zur Verfügbarkeit von Impfstoffen für alle und damit insgesamt zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden beizutragen. Bei der Bekämpfung und Eliminierung impfpräventabler Krankheiten müsse darauf geachtet werden, dass niemand zurückgelassen wird, und die Wirkung der Durchführung von Impfmaßnahmen müsse daher über den gesamten Lebensverlauf hinweg gemessen werden. Im Überwachungs- und Evaluationsrahmen der EIA 2030 werde dementsprechend die zusätzliche Dimension der Rechenschaftslegung hinzugefügt. Die Umsetzung der EIA 2030 setze ein Engagement der Politik und die für evidenzgeleitete Entscheidungsprozesse notwendige fachliche Orientierungshilfe voraus. Praktische Barrieren für Impfungen müssten überwunden werden, und die Empfänger müssten sich bei der Impfung sicher fühlen. Der Vorsitzende des Europäischen Beirats für Immunisierungsfragen erklärte, das augenblickliche Klima bringe erhebliche Risiken, aber auch große Chancen für das Impfwesen in der Europäischen Region der WHO mit sich. Die Risiken seien hoch, da COVID-19 ungeheure Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme gehabt habe und die Routineimpfprogramme ins Stocken geraten seien. Gleichzeitig sei das Bewusstsein für die Bedeutung von Impfungen stärker ausgeprägt als je zuvor. Nach der Pandemie gelte es vor allem, neue Ausbrüche der Masern und Röteln zu bekämpfen. Die zur Eindämmung der Pandemie ergriffenen Maßnahmen hätten die Ausbreitung von anderen übertragbaren Krankheiten wie Influenza und Magen-Darm- Erkrankungen signifikant verringert und damit den enormen potenziellen Nutzen von Präventionsmaßnahmen im Hinblick auf die Entlastung der Gesundheitssysteme verdeutlicht. Dennoch könnten Impfprogramme nur erfolgreich sein, wenn sie aufgrund unabhängiger und objektiver fachlicher Empfehlungen das Vertrauen der Öffentlichkeit hätten. Den fachlichen Beiräten der Länder komme in dieser Hinsicht eine Schlüsselrolle zu. Es gebe nach wie vor Impflücken, deren Schließung eine vorrangige Aufgabe sei. Vertreter der drei Mitgliedstaaten, die den Resolutionsentwurf eingebracht hatten, unterstrichen die entscheidende Rolle von Impfungen bei der Verhinderung von übertragbaren Krankheiten, Behinderungen und Todesfällen und hoben das Impfwesen als einen Kernbereich der primären Gesundheitsversorgung und damit einer nachhaltigen Entwicklung hervor. Zur Umsetzung der EIA 2030 würden wissenschaftliche Erkenntnisse und Innovationen, eine gezielte Stärkung der Bewusstseinsbildung und der Akzeptanz von Impfstoffen, aber auch Solidarität zur Gewährleistung einer Bereitstellung für alle benötigt. Die durch die COVID-19-Pandemie entstandenen Chancen müssten optimal genutzt werden, insbesondere mit Blick auf Impfungen im gesamten Lebensverlauf. Das Regionalkomitee sei dringend aufgefordert, nicht nur den Resolutionsentwurf anzunehmen, sondern auch nach Kräften auf eine effektive Umsetzung der EIA 2030 hinzuarbeiten. Mehrere Mitglieder des Regionalkomitees brachten ihre Unterstützung für die EIA 2030 und den eingebrachten Resolutionsentwurf zum Ausdruck und dankten WHO/Europa für seine Führungsrolle im Bereich des Impfwesens, insbesondere vor dem Hintergrund der COVID-19- Pandemie. Diese habe der Welt die Bedeutung der Fortsetzung von Impfmaßnahmen im gesamten Lebensverlauf vor Augen geführt. Impfstoffe und Impfmaßnahmen seien ein BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 25 zentraler Aspekt der primären Gesundheitsversorgung und trügen entscheidend zur Prävention übertragbarer Krankheiten und zur Entlastung der Gesundheitssysteme und ihrer Beschäftigten bei – und damit zur Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung. Deshalb müssten die Impfprogramme ausreichend finanziert und unterstützt werden. Die in der EIA 2030 vorgenommene dreifache Schwerpunktlegung auf Chancengleichheit, Lebensverlauf und lokale Lösungen sei besonders zu begrüßen. Sowohl innerhalb von als auch zwischen Ländern müsse nach Kräften ein Abbau von Ungleichgewichten angestrebt werden. Kooperationen, Partnerschaften, einschließlich öffentlich-privater Partnerschaften, und Informationsaustausch seien hier von besonderer Bedeutung, nicht nur im Hinblick auf die Entwicklung und Verteilung von Impfstoffen, sondern auch für die Bewusstseinsbildung und die Bekämpfung von Impfskepsis. Bei dieser Zusammenarbeit müsse ein einheitlicher Gesundheitsansatz verfolgt werden, bei dem die Lücken zwischen der menschlichen Gesundheit und der Tiergesundheit geschlossen würden. Die Anwendung der EIA 2030 müsse anhand klar definierter Zielvorgaben und Indikatoren überwacht werden. Den digitalen Technologien komme hierbei eine wesentliche Rolle zu, und ihre Nutzung gelte es zu optimieren, nicht nur im Hinblick auf die Verteilung und Inanspruchnahme von Impfstoffen, und namentlich die Versorgung besonders gefährdeter, schutzbedürftiger und schwer zu erreichender Gruppen, sondern auch für die Erhebung und Analyse von Daten zum Aufbau einer Evidenzgrundlage für weitere Entscheidungsprozesse und für die Konzeptentwicklung. Die Impfstoffproduktion in der Europäischen Region der WHO müsse erhöht werden. Die Mitglieder brachten ihr Bekenntnis zu COVID-19-Impfungen sowie zu Kooperationen in Form bilateraler Vereinbarungen für Impfstoffspenden und durch Beiträge zur COVAX-Fazilität zum Ausdruck. Ein starker politischer Wille werde nicht nur zur Maximierung der Impfanstrengungen vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie, sondern auch zur Stärkung der Routineimpfungen benötigt. Öffentlichkeits- und Überzeugungsarbeit müssten jeweils auf örtliche kulturelle Besonderheiten und Sensibilitäten zugeschnitten werden. Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit dürfe nicht auf Gesundheitseinrichtungen beschränkt sein, sondern müsse auch in den Bildungssystemen erfolgen. In seiner Erwiderung lobte der Regionaldirektor die Solidarität und die Abstimmung zwischen den Mitgliedstaaten, die sich durch deren Beiträge zur COVAX-Fazilität und durch bilaterale Vereinbarungen gezeigt habe. Die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft während der Pandemie habe die Bedeutung der Schaffung neuer Partnerschaften unterstrichen, die im Mittelpunkt der Oslo-Initiative für Arzneimittel stehe. Zur Erholung von der Pandemie sei nicht nur ein Wiederaufbau zum Besseren erforderlich, sondern auch eine vorausschauende Stärkung, bei der Verzögerungen und Rückschläge für die Routineimpfungen abgefedert würden. Alle Menschen jeden Alters müssten überall einen gleichberechtigten Zugang zu Impfungen gegen COVID-19 erhalten. WHO/Europa sei fest entschlossen, die Mitgliedstaaten bei der Überwindung von Impfskepsis zu unterstützen. An dieser Stelle gab eine Vertreterin der IFA, die auch im Namen der European Cancer Organisation, der European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients’ Associations, des European Forum for Primary Care, der International Confederation of Midwives und der International Diabetes Federation (European Chapter) das Wort ergriff, eine gemeinsame Erklärung ab. Schriftliche Erklärungen wurden von folgenden Organisationen eingereicht: European Medical Students’ Assocation; European Society for Medical Oncology; International Council of Nurses, auch im Namen des European Forum of National Nursing and Midwifery Associations; International Federation of Medical Students’ Associations, auch im Namen des BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 26 European Forum of National Nursing and Midwifery Associations und der International Pharmaceutical Students’ Federation; und Standing Committee of European Doctors. Das Regionalkomitee nahm die Resolution EUR/RC71/R4 an. Das Bündnis für psychische Gesundheit: auf dem Weg zu einer Ökonomie des Wohlergehens (EUR/RC71/11, EUR/RC71/CONF./8, EUR/RC71/CONF./8 Add.1, EUR/RC71/17(E), EUR/RC71/BG/4, EUR/RC71/BG/5, EUR/RC71/BG/10) Eingangs wurde ein kurzes Video über die psychische Gesundheitsversorgung in Albanien gezeigt. Bei der Einführung in den Tagesordnungspunkt sagte der Regionaldirektor, im zweiten Jahr der COVID-19-Pandemie sei das Leben für viele Menschen kaum wiederzuerkennen. Die kollektive Psyche habe schwer gelitten, und die oftmals extremen Veränderungen im Alltagsleben hätten eine Vielzahl schwerer psychischer Gesundheitsprobleme hervorgerufen. Die Pandemie habe Defizite in Bezug auf Behandlung und Kapazitäten, Evidenz und Fachwissen, Qualität und Sicherheit sowie die Aufrechterhaltung von Menschenrechten offenbart. Der Handlungsrahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2021–2025) (EFAMH) ziele darauf ab, diese Lücken zu schließen. Diesen innovativen Plan gelte es nun durch ein europäisches Bündnis für psychische Gesundheit zu mobilisieren, und die Mitgliedstaaten würden dringend aufgefordert, diesem beizutreten, für es zu werben und es sich zu eigen zu machen. Die psychische Gesundheit spiele eine wesentliche Rolle. Die Direktorin der Abteilung Gesundheitspolitik und Gesundheitssysteme der Länder schilderte ausführlich die weitreichenden Auswirkungen von COVID-19 auf die psychische Gesundheit in der Europäischen Region der WHO. Auch wenn Gesundheit und Wohlbefinden aller Menschen betroffen gewesen seien, so hätten doch vor allem anfällige Bevölkerungsgruppen mehr gelitten als andere, und die psychische Gesundheitsversorgung sei deutlich beeinträchtigt gewesen. Die Pandemie habe einen Kaskadeneffekt auf die bereits zuvor schlecht vorbereitete psychische Gesundheitsversorgung bewirkt. Im EFAMH würden im Einklang mit dem EPW drei zentrale Prioritäten aufgestellt: die grundlegende Umgestaltung der psychischen Gesundheitsversorgung (Selbstpflege, psychische Gesundheitsversorgung in allgemeinen Gesundheitseinrichtungen, und Langzeitpflege und -betreuung); die Einbindung der psychischen Gesundheitsversorgung und der psychosozialen Betreuung in Vorsorge-, Reaktions- und Wiederaufbaumaßnahmen bei Notlagen; und Gesundheitsförderung und Gesundheitsschutz im gesamten Lebensverlauf sowie Suizidprävention und Schutz der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz. Das Bündnis für psychische Gesundheit setze sich aus Ansprechpersonen für psychische Gesundheit, einem fachlichen Beirat und einer vom Sekretariat unterstützten Arbeitsgruppe „Partnerschaften für psychische Gesundheit“ zusammen. Es werde in der Europäischen Region der WHO eine übergeordnete Struktur für den Wissens- und Erfahrungsaustausch bilden. Die Ziele des Bündnisses bestünden darin, die psychische Gesundheitsversorgung und ihr Leistungsangebot von Grund auf zu verändern, die Investitionen umzugestalten, vorhandene Einstellungen gegenüber psychischer Gesundheit und seelischem Wohlbefinden zu verändern und so die psychische Gesundheit aus ihrem Schattendasein zu befreien. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 27 An dieser Stelle wurde ein kurzes Video gezeigt, in dem die Perspektiven einiger der Teilnehmer des Athener Gipfels zum Thema psychische Gesundheit (Juli 2021) festgehalten wurden. Anschließend fand eine Podiumsdiskussion statt, die von der Regionalbeauftragten für psychische Gesundheit moderiert wurde. In deren Verlauf unterstrich Neil Kelders, ein Aktivist für seelisches Wohlbefinden, die Notwendigkeit, in Bedrängnis geratenen Menschen „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu gewähren. Zoe Rapti, Stellvertretende Gesundheitsministerin Griechenlands mit dem Aufgabenbereich psychische Gesundheit, schilderte die zur Verbesserung der psychischen Gesundheitsversorgung von Kindern und Erwachsenen ergriffenen Maßnahmen. Frank Bellivier, Sondergesandter für psychische Gesundheit beim französischen Gesundheitsministerium, sah dem unter dem Motto „Unsere Rechte respektieren!“ am 5. und 6. Oktober 2021 in Paris stattfindenden Weltgipfel für psychische Gesundheit erwartungsvoll entgegen, und Claudia Marinetti, Leiterin von Mental Health Europe, umriss den möglichen Beitrag ihrer Organisation zum Bündnis für psychische Gesundheit. In der anschließenden Aussprache ergriff der Vertreter Sloweniens im Namen der EU und ihrer Mitgliedstaaten das Wort. Die Kandidatenländer Albanien, Montenegro und Nordmazedonien sowie Armenien, Georgien, die Republik Moldau und die Ukraine schlossen sich dieser Erklärung an. Die psychische Gesundheit müsse im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, insbesondere mit Blick auf junge Menschen und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, und daher auch in den Mittelpunkt der Pläne zum Wiederaufbau nach COVID-19 rücken. Um dieses Ziel zu erreichen, würden höhere Investitionen in die psychische Gesundheitsversorgung und in die Schulung des in diesem Bereich tätigen Personals benötigt. Die EU und ihre Mitgliedstaaten unterstützten uneingeschränkt den EFAMH und seine drei zentralen Prioritäten sowie das darin vorgeschlagene Datenlabor für psychische Gesundheit. Doch müsse dabei Zurückhaltung geübt werden, um die Berichterstattungspflichten der Mitgliedstaaten zu begrenzen. Das am 30. September 2021 einzuweihende Bündnis für psychische Gesundheit müsse tatkräftig unterstützt werden. Die Delegierten anderer Mitgliedstaaten erinnerten daran, dass die Annahme des Aktionsplans für psychische Gesundheit (2013–2020) durch die 66. Weltgesundheitsversammlung zur Schaffung einer modernen, gemeindenahen psychischen Gesundheitsversorgung und zum Schutz der Menschenrechte von Personen mit psychischen Gesundheitsproblemen geführt habe. Doch die COVID-19-Pandemie habe zu einer sprunghaften Zunahme psychischer Gesundheits-probleme und zu Problemen für die psychische Gesundheitsversorgung geführt, den Zugang zu Leistungen erschwert und vorhandene Ungleichheiten verschärft. Zu den besonders stark betroffenen Bevölkerungsgruppen zählten Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, Personen mit psychischen Vorerkrankungen und Angehörige der Gesundheitsberufe. Deshalb seien neue Lösungsansätze wie Ferntermine, verbesserte Informationssysteme, Frühinterventionen bei Psychosen, integrierte digitale Ambulanzen, mobile psychiatrische Teams und gemeindenahe Dienste für Demenzpatienten eingeführt worden. Durch rund um die Uhr erreichbare Hotlines und Notfallhilfeangebote, insbesondere für die Bewältigung von emotionalen Burnouts in den Gesundheitsberufen, sei ein verbesserter Zugang zur psychischen Gesundheitsversorgung geschaffen worden. Die Mitgliedstaaten erkannten die Notwendigkeit von Investitionen in den psychischen Wiederaufbau nach COVID-19 an, namentlich durch Ansetzen an den sozialen Determinanten der psychischen Gesundheit, wofür eine gesamtstaatliche Unterstützung erforderlich sei. Eine Reihe von Mitgliedstaaten hätten Reformen im Psychiatriewesen in Angriff genommen und BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 28 dabei als übergeordnete Ziele verfolgt, die Lebensqualität zu verbessern und die Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu fördern – Themen, die einen engen Bezug zu Menschenrechten aufwiesen. Mehrere Delegationen wiesen auf eine verstärkte Nachfrage nach Angeboten im Bereich der psychischen Gesundheit während und nach Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten hin. Die psychische Gesundheit müsse ein integraler Bestandteil der Pläne für Krisenvorsorge und -bewältigung sein. Andere Lehren aus der COVID-19-Pandemie seien die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes im Bereich der psychischen Gesundheit, wie von WHO/Europa gefordert, der Maßnahmen in Bezug auf Bildung, Soziales und Familien, einen Zugang zu Grünflächen, Bewegungsmöglichkeiten und Freizeitangeboten sowie einen Zugang zu Präventionsangeboten und Sozialleistungen beinhalte. Viele Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit könnten nur durch eine leistungsfähige und interdisziplinäre primäre Gesundheitsversorgung bewältigt werden, und beide Aspekte müssten dringend durch Investitionen gefördert werden. Mehrere Delegierte begrüßten die Erklärung, die auf dem Gipfel über die erforderlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit und die Gesundheitsversorgung in der Europäischen Region der WHO angenommen worden war, der am 22. und 23. Juli 2021 in Athen stattgefunden hatte. Die Teilnehmer begrüßten auch die Empfehlungen des fachlichen Beirats zu den Auswirkungen von COVID-19 auf die psychische Gesundheit in der Europäischen Region der WHO. Sie befürworteten uneingeschränkt den EFAMH, da dieser den Umfassenden Aktionsplan der WHO für psychische Gesundheit (2013–2030) auf Ebene der Europäischen Region operationalisiere. Das Bündnis für psychische Gesundheit wurde als ein lange überfälliges Vehikel auf dem Weg zur Verbesserung der psychischen Gesundheit in der gesamten Europäischen Region gesehen. Es müsse für die Reformierung der psychischen Gesundheitsversorgung werben und durch Förderung von psychischer Gesundheitskompetenz gegen Stigmatisierung und Diskriminierung ankämpfen. Ein Delegierter schlug vor, ähnliche Bündnisse auch auf nationaler Ebene einzurichten. Die Vertreterin der Partnerschaft der Nördlichen Dimension für Gesundheit und Soziales erklärte, psychische Gesundheit im gesamten Lebensverlauf gehöre zu den Querschnittsthemen der im Laufe des Jahres zu verabschiedenden neuen Strategie der Partnerschaft. Neben ihrer Flaggschiff-Initiative zur Förderung des seelischen Wohlbefindens älterer Menschen habe die Partnerschaft eine Kooperation mit der Baltic Sea Youth Platform aufgebaut, um der Sichtweise junger Menschen besser gerecht zu werden, und sei entschlossen, die psychische Gesundheit anderer Gruppen, etwa von Häftlingen, zu fördern. Die psychische Gesundheit sei ein Bereich, in dem eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit (auch mit der Bevölkerung und mit nicht- traditionellen Partnern) besonders sinnvoll sei. Die Partnerschaft unterstütze das Bündnis für psychische Gesundheit. An dieser Stelle wurden von folgenden Organisationen schriftliche Erklärungen eingereicht: European Medical Students’ Association; Mental Health Europe, Alzheimer Europe, EuroHealthNet und World Federation of Occupational Therapists; und World Federation of Societies of Anaesthesiologists. Das Regionalkomitee nahm die Resolution EUR/RC71/R5 an. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 29 Europäisches Arbeitsprogramm 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“: Überwachung von Fortschritten bei seiner Umsetzung (EUR/RC71/5, EUR/RC71/CONF./4, EUR/RC71/CONF./4 Add.1, EUR/RC71/INF./2) Der Regionaldirektor stellte den Messrahmen für das EPW vor, eine Liste von 26 Indikatoren für insgesamt 16 Zielvorgaben aus den SDG, die sich auf die zentralen Prioritäten und vier Flaggschiff-Initiativen des EPW bezögen. Zeitnahe, glaubwürdige und umsetzbare Daten trügen entscheidend zu einer evidenzbasierten Planung und entsprechenden politischen Entscheidungen bei. Für eine bessere Überwachung von Gesundheitstrends und zur Projektion künftiger gesundheitlicher Entwicklungen würden aktuelle, zuverlässige Daten benötigt, die die Gesundheitssysteme in die Lage versetzten, auf die sich ständig verändernden Anforderungen in der Europäischen Region zu reagieren. WHO/Europa habe bereits mit einigen der kleinen Länder in der Region eine partnerschaftliche Zusammenarbeit begonnen und freue sich darauf, alle Länder bei der Umsetzung des Messrahmens durchgehend unterstützen zu können. Die Direktorin der Abteilung Gesundheitspolitik und Gesundheitssysteme der Länder stellte den Messrahmen für das EPW vor, der mit inhaltlichen Beiträgen von insgesamt 82 Experten aus 39 Mitgliedstaaten im Zuge von drei virtuellen Konsultationen entstanden sei. Als Bausteine hätten die Zielvorgaben und Indikatoren des Dreizehnten Allgemeinen Arbeitsprogramms (GPW 13) der Organisation sowie der SDG gedient, die jeweils streng nach ihrer Relevanz für die Belange der Europäischen Region ausgewählt worden seien. Doch es sei klar, dass das EPW vorwärtsgewandt sei und dass für die Messung von bestimmten, in diesem Zusammenhang wichtigen Aspekten, wie der primären Gesundheitsversorgung, der psychischen Gesundheit, der digitalen Gesundheit und den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels, nicht immer geeignete Indikatoren vorhanden seien. Anstatt einer Verzögerung der Annahme des Messrahmens sei dieser zusammen mit einer sog. Entwicklungsliste von 20 für die Europäische Region wichtigen Indikatorbereichen veröffentlicht worden, für die noch erhebliche Arbeit zur Erhebung, Kontrolle und Analyse von Daten erforderlich sei. Diese Arbeit werde in den kommenden Jahren durch den Ausbau der digitalen Gesundheitsinformationssysteme erledigt, der der Antizipierung und Prognose künftiger gesundheitlicher Trends diene. In der anschließenden Diskussion begrüßten Vertreter der Mitgliedstaaten die Tatsache, dass der Kontrollrahmen auf den SDG und auf vorhandenen internationalen Indikatoren basiere und dass seine Zielsetzung darin bestehe, auf eine Vereinheitlichung der Datenanforderungen mit denen anderer internationaler Organe hinzuarbeiten. Es wurde dafür plädiert, grundlegende Informationen über den Entwicklungsstand der nationalen Gesundheitssysteme als Grundlage für das Kontrollsystem sowie eine Stichprobe aus den Zielvorgaben und Resultatindikatoren der SDG für einen konkreten Prozessverfolgungsmechanismus heranzuziehen. Die Notwendigkeit der Anpassung der vorgeschlagenen Indikatoren an die konkreten Bedingungen in der Europäischen Region wurde befürwortet. Um Nachhaltigkeit zu gewährleisten, müsse die Arbeit an der Entwicklungsliste des Handlungsrahmens in die regulären Strukturen und Verfahren von WHO/Europa eingebettet werden. Die Delegierten hoben die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit zwischen der WHO, der Europäischen Kommission und der OECD hervor. Bei der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern gelte es, auf Einheitlichkeit und Stimmigkeit der Maßnahmen zu achten, um ein einheitliches, integriertes Informationssystem zu schaffen und eine Erhöhung der Berichtslasten für die Mitgliedstaaten zu vermeiden. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 30 Der Regionaldirektor wies darauf hin, dass bessere Messungen auch eine bessere Steuerung ermöglichten. Versäumnisse beim Ausbau der Daten- und Managementsysteme müssten unbedingt vermieden werden. Eine Verbesserung der Datenlage und des Datenaustauschs gehöre zu den zentralen Empfehlungen der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung. Zur Heilung der Brüche in der Gesellschaft gelte es festzustellen, wer zurückgelassen worden sei. Er sei fest entschlossen, die Berichtslasten für die Mitgliedstaaten zu verringern. An dieser Stelle wurde von einer Vertreterin der Thalassaemia International Federation, die auch im Namen der International Alliance of Patients’ Organizations und der World Federation of Hemophilia das Wort ergriff, eine gemeinsame Erklärung abgegeben. Ferner wurden von folgenden Organisationen schriftliche Erklärungen eingereicht: European Stroke Organisation; International Diabetes Federation; und European Public Health Alliance, European Alcohol Policy Alliance, Movendi International, EHYT (finnischer Verband für die Prävention von Substanzmissbrauch) und Norwegian Cancer Society. Das Regionalkomitee nahm die Resolution EUR/RC71/R7 an. Programmhaushalt der WHO und nachhaltige Finanzierung (EUR/RC71/12, EUR/RC71/INF./5, EUR/RC71/CONF./9 Rev.1, EUR/RC71/INF./6(A), EUR/RC71/INF./9) Der Exekutivdirektor im Büro des Regionaldirektors präsentierte den Umsetzungsplan für die Europäische Region, in dem das Programm von WHO/Europa zur Verwirklichung der im Programmhaushalt 2022–2023 genannten Resultate für die Europäische Region konkretisiert würden. Die der Europäischen Region nach aktuellem Stand für den Zeitraum 2022–2023 zugewiesene Haushaltskapazität belaufe sich auf 320,5 Mio. US-$. Diese Zahl stelle eine Zunahme um 15% gegenüber dem Haushalt 2020–2021 dar, mache aber immer noch nur 7% des globalen Haushalts aus. Zu den aktuell für WHO/Europa verfügbaren Mitteln gehörten auch eine Kernfinanzierung (ordentliche Beiträge der Mitgliedstaaten) in Höhe von 101 Mio. US-$ und 95 Mio. US-$ an freiwilligen Beiträgen. Es verbleibe noch ein nicht finanzierter Anteil in Höhe von 125 Mio. US-$, was etwa 39% des der Europäischen Region zugewiesenen Etats entspreche. Der von der Weltgesundheitsversammlung genehmigte globale Programmhaushalt der WHO sei in den vergangenen 20 Jahren stetig gestiegen, und parallel dazu seien auch die freiwilligen Beiträge gestiegen; dagegen sei die Höhe der ordentlichen Beiträge nahezu unverändert geblieben. Ein Großteil der freiwilligen Beiträge sei für bestimmte Programme, Länder oder Regionen zweckgebunden, was in anderen Programmbereichen zur Entstehung von „Armutsinseln“ geführt habe. Ein anderes Problem, das insbesondere die Europäische Region betreffe, sei die sehr enge Geberbasis, bei der nur fünf Geber für 77% des Gesamtvolumens der freiwilligen Beiträge für die Sektion „Basisprogramme“ im Programmhaushalt 2020–2021 der WHO aufkämen. Das gegenwärtige Finanzierungsmodell gefährde einen Teil der programmbezogenen Arbeit von WHO/Europa und damit möglicherweise die Umsetzung des EPW. In den vorausgegangenen 18 Monaten habe WHO/Europa eine Mittelbeschaffungsstrategie und eine Argumentationshilfe für Investitionen entwickelt, den Länderbüros und Fachabteilungen zusätzliche Unterstützung bei der Mittelbeschaffung gewährt (namentlich durch Einrichtung einer kleinen Schaltzentrale in Istanbul) und dem Thema nachhaltige Finanzierung auf den Tagesordnungen von Regionalkomitee und SCRC weiter einen hohen Stellenwert eingeräumt. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe des Exekutivrates für nachhaltige Finanzierung schilderte deren Tätigkeit und Beratungen seit ihrer Einsetzung durch den Beschluss EB148(12). Er wies BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 31 darauf hin, dass die freiwilligen Beiträge, die zum größten Teil zweckgebunden seien, nach aktuellem Stand 84% des globalen Programmhaushalts der WHO ausmachten, was die Flexibilität der Organisation und ihre Fähigkeit, schnell und wirksam zu reagieren, beeinträchtige und eher die Geber als die Mitgliedstaaten dazu befähige, Ziele festzulegen. Die Unabhängige Kommission für Pandemievorsorge und -bekämpfung habe empfohlen, die ordentlichen Beiträge auf ein Niveau anzuheben, das zwei Drittel des globalen Programmhaushalts abdeckt, was die derzeitigen Beiträge der Mitgliedstaaten verdreifachen, aber sich deutlich auszahlen würde. Bei einer nicht ausreichend finanzierten WHO sei die Verwirklichung der gesundheitsbezogenen SDG gefährdet; ferner bestehe die Gefahr, dass zur Schließung der durch eine Unterfinanzierung der WHO entstandenen Lücken andere – weniger inklusive und transparente – Mechanismen geschaffen würden. Er wies auf die Bewertung sämtlicher unabhängiger Podien hin, die das Finanzierungsmodell der WHO als „durch und durch marode“ bezeichnet hätten, und appellierte an die Mitgliedstaaten, bei der Unterstützung von Lösungen, die den Anteil nachhaltiger Finanzmittel für die WHO erhöhen, ihre guten Vorsätze zu verwirklichen. Die Arbeitsgruppe habe eine Liste von insgesamt fünf Fragen erstellt, die sie an alle Regionalkomitees mit der Bitte um Rückmeldung übermittelt habe. Bisher hätten die Mitgliedstaaten aus den Regionen Afrika und Südostasien ihre Bereitschaft signalisiert, eine Erhöhung der ordentlichen Beiträge zu prüfen, und zwar schrittweise und mittels eines Wiederauffüllungmodells. Die geschäftsführende Vorsitzende des 28. SCRC und Vorsitzende seiner Arbeitsgruppe zur Finanzierung von WHO/Europa präsentierte den Resolutionsentwurf, der von sechs Mitgliedern der Arbeitsgruppe erstellt und danach vom gesamten Ständigen Ausschuss offiziell angenommen worden sei. Dies werde als deutlicher Hinweis darauf verstanden, dass die Mitgliedstaaten die Schlüssel zu historischen Entscheidungen in der Hand hielten und dass es entscheidend auf eine nachhaltige Finanzierung auf allen drei Ebenen der Organisation und damit auf einen koordinierten Ansatz ankomme. In der anschließenden Diskussion bekundeten die Teilnehmer ihre Unterstützung für den Resolutionsentwurf. Die Mitgliedstaaten zeigten sich willig, eine Erhöhung ihrer ordentlichen Beiträge zu prüfen, evtl. mit einer geeigneten Obergrenze, doch komme es entscheidend darauf an, auch die Effektivität, Rechenschaftslegung und Transparenz in der Arbeit der WHO zu verbessern und ihre Durchschlagskraft auf der Ebene der Länder zu erhöhen. Eine Delegation unterstrich die Bedeutung einer Berücksichtigung des Zeitrahmens sowie anderer Faktoren im Hinblick auf die geplante Erhöhung. Problematisch sei auch die Schaffung eines möglichen Automatismus, da bei einer Festlegung der ordentlichen Beiträge als ein gewisser Prozentsatz des Basishaushalts eine Erhöhung im Programmhaushalt alle zwei Jahre (wie bisher regelmäßig geschehen) dann immer eine Erhöhung der ordentlichen Beiträge nach sich ziehe. Freiwillige Beiträge müssten flexibel, vorhersehbar und mindestens mittelfristig angelegt sein. Sämtliche vorgeschlagenen Veränderungen im Finanzierungsmodell müssten in Bezug auf ihre potenziellen Vorteile und Risiken untersucht werden. Der Direktor für Planung, Mittelkoordinierung und Leistungsüberwachung beim WHO-Hauptbüro erklärte, da die meisten Geber flexibler freiwilliger Beiträge aus der Europäischen Region stammten, könne diese als beispielhaft gelten. Er sei der Ansicht, dass sämtliche Voraussetzungen und Begleitfaktoren für eine Erhöhung der ordentlichen Beiträge zwecks Erhöhung der Flexibilität der Mittel und ihres Volumens auf der Länderebene, wie etwa eine verbesserte Politiksteuerung, Transparenz und Prioritätensetzung, von der Arbeitsgruppe für nachhaltige Finanzierung auf ihrer nächsten Tagung Ende September 2021 geprüft werden müssten. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 32 Der Regionaldirektor erklärte, bei einer Fortsetzung der Arbeit der WHO nach dem gegenwärtigen Finanzierungsmodell sei die Umsetzung des EPW und möglicherweise sogar die Zukunft der Organisation selbst in Gefahr. Zwar habe WHO/Europa zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie in beträchtlichem Umfang kurzfristige Mittel erhalten, doch die meisten freiwilligen Beiträge seien immer noch zweckgebunden, schlecht vorhersehbar und kurzfristig angelegt, und einige wesentliche Programmbereiche seien nach wie vor unterfinanziert. Er bedankte sich bei der kleinen Zahl großer Geber aus der Europäischen Region, die bei Weitem den größten Teil der ordentlichen Beiträge beisteuerten und auch nicht-zweckgebundene freiwillige Beiträge zahlten, und appellierte an die anderen Mitgliedstaaten, deren Beispiel zu folgen. Er appellierte auch an die Mitgliedstaaten aus der Region, sich für eine künftige Erhöhung der ordentlichen Beiträge einzusetzen. Das Regionalkomitee nahm die Resolution EUR/RC71/R6 an. Geschlossene Sitzung: Wahlen und Nominierungen (EUR/RC71/13, EUR/RC71/13 Add.1, EUR/RC71/INF./8) Das Regionalkomitee trat in geschlossener Sitzung zusammen, um zwei Mitglieder für den Exekutivrat zu nominieren und vier Mitglieder des SCRC sowie ein Mitglied in Kategorie 2 für den Ausschuss für Grundsatz- und Koordinationsfragen des Sonderprogramms für Forschung, Entwicklung und Wissenschaftlerausbildung im Bereich der menschlichen Reproduktion zu wählen. Exekutivrat Das Regionalkomitee beschloss, dass die Republik Moldau und die Slowakei sich auf der Weltgesundheitsversammlung im Mai 2022 um die Mitgliedschaft im Exekutivrat bewerben und anschließend zur Wahl stellen sollten. Ständiger Ausschuss des Regionalkomitees für Europa Das Regionalkomitee wählte Frankreich, Montenegro, Spanien und Turkmenistan für eine dreijährige Amtszeit von September 2021 bis September 2024 zu Mitgliedern des SCRC. Ausschuss für Grundsatz- und Koordinationsfragen des Sonderprogramms für Forschung, Entwicklung und Wissenschaftlerausbildung im Bereich der menschlichen Reproduktion Das Regionalkomitee wählte Italien zum Mitglied in Kategorie 2 im Ausschuss für Grundsatz- und Koordinationsfragen des Sonderprogramms für Forschung, Entwicklung und Wissenschaftlerausbildung im Bereich der menschlichen Reproduktion für eine dreijährige Amtszeit ab 1. Januar 2022. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 33 Ein zwecktaugliches WHO/Europa mit mehr Durchschlagskraft in den Ländern (EUR/RC71/14, EUR/RC71/17(I), EUR/RC71/INF./7, EUR/RC71/BG/7) Der Regionaldirektor erklärte, der bei seinem Amtsantritt begonnene Umgestaltungsprozess bei WHO/Europa sei nun abgeschlossen, und das Regionalbüro sei am GPW 13 und am EPW ausgerichtet. Außerdem sei eine dynamische oberste Leitungsebene installiert und ein Netzwerk zur Unterstützung der Bediensteten geschaffen worden, zu dem auch der neue Ombudsmann gehöre. Der Prozess der Überprüfung der Präsenz und Arbeit von WHO/Europa in den Ländern sei in die Wege geleitet worden, und seine Ergebnisse würden zu gegebener Zeit umgesetzt. Die Unterstützung für die Gesundheitspolitik in den Ländern sei durch die Eröffnung der Europäischen Akademie für Führungskompetenz gefördert worden. Der Bericht über die Schaffung eines zwecktauglichen WHO/Europa mit mehr Durchschlagskraft in den Ländern diene der Rechenschaftslegung; in Zukunft werde er in Form eines integrierten Managementberichts präsentiert. WHO/Europa werde auch weiterhin zur Umgestaltung der WHO auf der globalen Ebene beitragen und dafür Sorge tragen, dass die Empfehlungen von der globalen Ebene auch bei den Anstrengungen in der Europäischen Region, die WHO zu einer zwecktauglichen Organisation zu machen, gebührend berücksichtigt würden. Die Sonderberaterin für Umgestaltung und Organisationsentwicklung erklärte, WHO/Europa habe eine Reihe integrierter Veränderungsziele umgesetzt: Abstimmung von organisatorischen Strukturen, Mittelzuweisung und Programmgestaltung auf die Umsetzung des EPW; Verbesserung der Ausrichtung auf die Länder; Unterstützung einer auf Werte gestützten Kultur der Kooperation; Einführung strafferer administrativer Verfahren und Prozesse; Vorantreiben der digitalen Umgestaltung; und Gewährleistung eines gesunden, respektvollen und motivierenden Arbeitsumfeldes. So seien die Strukturen gestrafft und sei die Zahl höherer Führungspositionen reduziert worden, um die Zusammenarbeit zwischen den Fachabteilungen und -programmen des Regionalbüros zu stärken und neue Ansätze in der Planung für die Umsetzung des nächsten Programmhaushalts sowie in der Ausgestaltung der befähigenden Funktionen von WHO/Europa zu erleichtern. Der Direktor der Abteilung Länderunterstützung, Vorsorge- und Sofortmaßnahmen für Notlagen erklärte, der Regionaldirektor habe in täglichem Austausch mit führenden Gesundheitspolitikern in den Ländern gestanden und während seiner Länderbesuche auch mit Vertretern der Gesundheitsberufe und mit Patienten gesprochen. Die Zusammenarbeit mit den Ländern sei dadurch mehr zukunftsorientiert gestaltet worden, dass für Länder, in denen WHO/Europa über eine Länderpräsenz verfügt, im Einklang mit dem EPW zu den bisherigen zweijährigen Kooperationsvereinbarungen (BCA) noch strategische Ausblicke für einen Fünf- Jahres Zeitraum hinzugekommen seien. Auch die Zusammenarbeit auf subregionaler Ebene werde gefördert. So sei die Entwicklung des Fahrplans für Gesundheit und Wohlbefinden in den Ländern des Westbalkans zu begrüßen, und zur Förderung von Kooperationsvereinbarungen mit den Ländern Osteuropas und Zentralasiens sei eigens ein Fachreferat geschaffen worden. Im Einklang mit dem EPW würden Fahrpläne auf subregionaler Ebene ausgearbeitet. Ferner werde angestrebt, die Rolle der Repräsentanten der WHO und der Leiter der Länderbüros zu stärken. Der Exekutivdirektor im Büro des Regionaldirektors berichtete, die Mittelbeschaffung sei forciert worden, und es seien Bemühungen zur Stärkung von Partnerschaften und Bündnissen und zu ihrer Ausrichtung am EPW unternommen worden. Die Kapazitäten der Länderbüros BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 34 müssten erhöht und weitere Ressourcen mobilisiert und außerdem die Beziehungen von WHO/Europa mit nichtstaatlichen Akteuren gestärkt werden. Ein besonderes Augenmerk gelte der Stärkung des Profils der Kooperationszentren der WHO. Die Kommunikationsfähigkeit von WHO/Europa sei in einer schwierigen Phase erfolgreich gestärkt worden, um Falschinformationen und Desinformationskampagnen entgegenzuwirken. Die organisationseigenen Strategien für die Krisen- und Risikokommunikation seien ausgebaut worden, wodurch die Unterstützung für die Mitgliedstaaten erheblich gestärkt worden sei. Der Verkehr auf der Website von WHO/Europa habe exponentiell zugenommen und zeuge von der Nachfrage nach soliden und zuverlässigen Informationen. Eine aktualisierte, stärker benutzerorientierte Website werde im Januar 2022 an den Start gehen. Auch die Beziehungen mit den Medien seien gestärkt worden. In sieben Mitgliedstaaten hätten Freiwillige der Vereinten Nationen gezielt auf eine Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit hingearbeitet. Mit Blick auf die leitenden Organe leiste der SCRC mit seinen Arbeitsgruppen weiter ausgezeichnete Arbeit, und es würden Maßnahmen ergriffen, um die Verfahren für Wahlen und Nominierungen zu stärken und Transparenz und Rechenschaftslegung zu verbessern. Der Direktor der Abteilung Geschäftsabläufe erläuterte, die Steuerung der Arbeitsabläufe werde gestrafft und automatisiert, was zu Zugewinnen an Geschwindigkeit, Effizienz und Transparenz führen werde. Es werde angestrebt, für eine sichere und gesunde Arbeitsumgebung zu sorgen, und WHO/Europa beabsichtige, bei der Schaffung einer globalen Organisation mit Null-Toleranz gegenüber Belästigung, insbesondere sexueller Belästigung, eine Führungsrolle zu übernehmen. Das Konzept zur Prävention und Bekämpfung missbräuchlichen Verhaltens werde in Schulungen für die Bediensteten integriert, und alle Mitarbeiter würden kollektiv zur Schaffung einer respektvollen Arbeitsumgebung beitragen. Die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sei für die Bediensteten besonders wichtig; deshalb sei eine neue flexible Regelung für Telearbeit eingeführt worden. Möglichkeiten für kontinuierliches Lernen und zur Schulung der Mitarbeiter, etwa zur Verbesserung der Führungskompetenz von Führungskräften, seien vorhanden. Mit dem Zustrom von Ressourcen seien die Zahl der Beschäftigten und der Aktivitäten von WHO/Europa gewachsen. Themenbezogene Finanzmittel hätten WHO/Europa in die Lage versetzt, seine Aufgaben zu erfüllen. Zur Umsetzung des EPW würden mehr flexible Mittel benötigt. Die Mitglieder des Regionalkomitees dankten WHO/Europa für seine kontinuierliche und strategische Orientierungshilfe. Um die WHO zwecktauglich zu machen, müssten die Kommunikationskanäle mit dem WHO-Hauptbüro effizienter gestaltet werden, und es müsse angestrebt werden, die Berichtslast für die Mitgliedstaaten zu verringern; für den Informationsaustausch müsse eine formelle Plattform eingerichtet werden. Die Schwerpunktlegung auf die subregionale Zusammenarbeit sei von besonderer Bedeutung, und die Ausarbeitung des Fahrplans für Gesundheit in den Ländern des Westbalkans besonders zu begrüßen. Der Fahrplan diene der Schließung der gesundheitlichen Kluft zwischen den Ländern des Westbalkans und den EU-Staaten durch Festlegung vorrangiger Bereiche und Initiativen und sei ein wesentliches Instrument für mehr Politikkohärenz und ein Weg zu mehr Investitionen in die Gesundheit in der Teilregion Westbalkan. Eine Delegierte Belgiens, die im Namen des Vorsitzenden der Arbeitsgruppe des 28. SCRC zur Arbeit von WHO/Europa auf der Länderebene das Wort ergriff, stellte die Arbeit der Gruppe zur Steuerung der Bestandsaufnahme der Länderpräsenz vor, mit der bewertet werden solle, was WHO/Europa in den Ländern, für die Länder und mit den Ländern tun könne, um seine Zweckdienlichkeit und seine Durchschlagskraft zu erhöhen. Hierzu hätten Beratungen mit Mitarbeitern der WHO, mit Mitgliedstaaten (mit und ohne Länderbüro) und mit anderen BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 35 maßgeblichen Akteuren stattgefunden. Dabei seien konstruktive Beiträge eingegangen, und alle Mitgliedstaaten würden ermutigt, sich an der nächsten Phase des Prozesses zu beteiligen. Die Arbeitsgruppe empfehle eine Fortsetzung der Bestandsaufnahme der Länderpräsenz und ermutige WHO/Europa, neue Wege der Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten zu erproben. Sie empfehle ferner, dem RC72 ein Strategiepapier vorzulegen, in dem skizziert wird, wie WHO/Europa die Mitgliedstaaten mit oder ohne direkte Präsenz der WHO vor Ort wirksamer unterstützen kann. Der Direktor der Abteilung Länderunterstützung, Vorsorge- und Sofortmaßnahmen für Notlagen erklärte, der Prozess der Bestandsaufnahme werde von den Mitgliedstaaten geprägt und finde unter Beteiligung von Mitarbeitern der WHO von allen drei Ebenen der Organisation statt; bisher seien 2021 mehr als 20 Konsultationen durchgeführt worden. Die Rückmeldungen ergäben ein klares Bild: Die Erwartungen der Mitgliedstaaten und die Aufgaben von WHO/Europa veränderten sich. Die COVID-19-Pandemie habe gezeigt, dass alle Mitgliedstaaten von wichtigen Lehren berichten und voneinander lernen könnten. WHO/Europa könne den horizontalen Erfahrungsaustausch fördern. WHO/Europa habe auch eine Schlüsselrolle bei der Förderung von Gesundheit in allen Politikbereichen; aufgrund der Pandemie sei der Wunsch bzw. die Chance, der Gesundheit einen hohen Stellenwert auf der Tagesordnung der Politik zu verschaffen, größer denn je. Führungsarbeit für mehr Gesundheit sei eng mit Kommunikation verknüpft, und WHO/Europa müsse zusammen mit den Gesundheitsministerien darauf hinarbeiten, die Kommunikation zu fördern, Falschinformationen zu bekämpfen und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen. Viele der während der Pandemie eingeführten neuen Arbeitsmethoden hätten WHO/Europa effizienter werden lassen und in die Lage versetzt, ein breiteres Spektrum von Partnern und Interessengruppen zu erreichen. Diese Methoden würden gezielt eingesetzt, vor allem um einen zügigen Erfahrungsaustausch zu erleichtern. Die Mitgliedstaaten hätten die Bemühungen um Neuausrichtung der Ressourcen, der Strategie und der Organisationskultur in Richtung der Länder begrüßt und legten großen Wert auf die Agilität und schnelle Handlungsfähigkeit von WHO/Europa. Die wichtigsten bisherigen Lehren würden in die Planung für den kommenden Zweijahreszeitraum einfließen. Eine Bestandsaufnahme der Möglichkeiten in den Länderbüros sei im Gange. Dieser Prozess werde weiter unter der Regie der Arbeitsgruppe des SCRC stattfinden, und für das RC72 werde ein Strategiepapier zur Länderpräsenz ausgearbeitet. In der anschließenden Diskussion waren sich die Mitglieder des Regionalkomitees über die lebenswichtige Bedeutung einer soliden, ressortübergreifenden Zusammenarbeit einig, insbesondere unter schwierigen Umständen wie der Migrationskrise und der COVID-19- Pandemie. Ein gestärktes WHO/Europa werde hier zu einer schnellen und agilen Bereitstellung flexibler fachlicher Unterstützung beitragen, was eine Stärkung der Gesundheitssysteme in den Mitgliedstaaten bewirken werde. Die Erwartungen der Mitgliedstaaten stiegen, und das Bekenntnis zur Stärkung der Länderpräsenz im Einklang mit dem EPW sei daher besonders zu begrüßen. Eine auf die speziellen Bedürfnisse der Länder zugeschnittene Unterstützung mit entsprechenden Maßnahmen sei am geeignetsten und trage am wirksamsten dazu bei, Kommunikation zu verbessern, Falschinformationen zu bekämpfen und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen. Der Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten sei unverzichtbar, und das Netzwerk der nationalen Ansprechpersonen spiele hier eine bedeutende Rolle. Die direkte Beteiligung der Mitgliedstaaten an der Bestandsaufnahme sei nach wie vor extrem wichtig, und zahlreiche Delegationen hätten ihr Bekenntnis zu dem Prozess zum Ausdruck gebracht. Sie sähen der Präsentation des Strategiedokuments auf dem RC72 erwartungsvoll entgegen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 36 An dieser Stelle gab eine Vertreterin der International Federation of Medical Students’ Associations, die auch im Namen des European Forum of National Nursing and Midwifery Associations und der International Pharmaceutical Students’ Federation das Wort ergriff, eine gemeinsame Erklärung ab. Der Regionaldirektor begrüßte die Erinnerung daran, dass WHO/Europa als gesamteuropäische Organisation politische Entscheidungsprozesse in allen Ländern der Europäischen Region unterstützen könne, nicht nur jenen mit einer Länderpräsenz der WHO. Alle Länder verfügten über einschlägige Erfahrungen, die sie weitergeben könnten. Die Nutzung von Technologien und Innovationen werde der Schlüssel zu einer zügigen, agilen und inklusiven Unterstützung sein. Bei der Fortsetzung der Bestandsaufnahme der Länderpräsenz werde die Arbeit auf allen drei Ebenen der Organisation berücksichtigt. Die Reaktion auf die Ergebnisse der Bestandsaufnahme werde unverzüglich beginnen. Außergewöhnliche Zeiten erforderten außergewöhnliche Maßnahmen, und WHO/Europa habe sich Bedarfsgerechtigkeit, Agilität und Innovation auf die Fahnen geschrieben: als bahnbrechender Akteur innerhalb des Systems der Vereinten Nationen. Akkreditierung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren im Hinblick auf eine Teilnahme an Tagungen des WHO-Regionalkomitees für Europa (EUR/RC71/15, EUR/RC71/CONF./10) Das Regionalkomitee genehmigte die Liste der sechs in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteure, die eine Akkreditierung zwecks Teilnahme an seinen Tagungen gemäß dem auf der 68. Tagung festgelegten Verfahren beantragt hatten. Es stimmte auch der Aufrechterhaltung des Akkreditierungsstatus der 19 zur dreijährlichen Überprüfung anstehenden nichtstaatlichen Akteure zu. Der Regionaldirektor bedankte sich bei allen beteiligten nichtstaatlichen Akteuren für die während der virtuellen Tagung eingereichten schriftlichen und vorher aufgezeichneten Erklärungen. Nichtstaatliche Akteure spielten eine wesentliche Rolle bei der Förderung der öffentlichen Gesundheit, bei der Bereitstellung gemeindenaher Angebote und bei der Gewinnung und Verbreitung von Wissen; sie verliehen den Patienten eine Stimme und stärkten das Vertrauen und trügen so zur Heilung der Brüche in der Gesellschaft bei. Viele von ihnen arbeiteten täglich mit Fachreferaten und Länderbüros von WHO/Europa zusammen und seien wertvolle Partner bei der Umsetzung des EPW. Sie trügen auch entscheidend dazu bei, das Handeln von Regierungen und staatlichen Institutionen zu kontrollieren. An dieser Stelle gab eine Vertreterin der EUPHA (die auch im Namen der sechs neu akkreditierten nichtstaatlichen Akteure sowie der 19 nichtstaatlichen Akteure, deren Akkreditierung verlängert worden war, das Wort ergriff) eine gemeinsame Erklärung ab. Das Regionalkomitee nahm den Beschluss EUR/RC71(2) an. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 37 Angelegenheiten, die sich aus Resolutionen und Beschlüssen der Weltgesundheitsversammlung und des Exekutivrates ergeben (EUR/RC71/16, EUR/RC71/INF./6(A), EUR/RC71/INF./6(B), EUR/RC71/INF./6(C), EUR/RC71/INF./6(D), EUR/RC71/INF./6(E), EUR/RC71/INF./6(F)) Die Exekutivpräsidentin teilte dem Regionalkomitee mit, dass eine Erklärung des zum Bindeglied zwischen dem Exekutivrat der WHO und dem 28. SCRC ernannten Delegierten aus Deutschland auf der Website von WHO/Europa eingestellt worden sei. Die Exekutivpräsidentin erinnerte daran, dass gemäß Absatz 8 der besonderen Regeln und Verfahren für das RC71 Interventionen zu diesem Tagesordnungspunkt nur in Form schriftlicher Erklärungen möglich seien. Fortschrittsberichte (EUR/RC71/17(A), EUR/RC71/17(B), EUR/RC71/17(C), EUR/RC71/17(D) Rev.1, EUR/RC71/17(E), EUR/RC71/17(F), EUR/RC71/17(G), EUR/RC71/17(H), EUR/RC71/17(I)) Die Exekutivpräsidentin erklärte, dass in Übereinstimmung mit den besonderen Regeln und Verfahren für das RC71 die Mitgliedstaaten, die Partnerorganisationen und die nichtstaatlichen Akteure die Gelegenheit erhielten, zu den dem Regionalkomitee zur Prüfung vorgelegten Fortschrittsberichten durch schriftliche Erklärungen Stellung zu nehmen. Die meisten der Fortschrittsberichte seien, wie vom SCRC angeregt, unter den vorausgegangenen Tagesordnungspunkten in Themenblöcken zusammengefasst worden. Sämtliche Berichte würden den in den jeweiligen Strategien und Aktionsplänen der Europäischen Region festgelegten Berichtspflichten gerecht. Das Regionalkomitee nahm die gemäß den jeweiligen Resolutionen anstehenden Fortschrittsberichte zur Kenntnis. Bestätigung von Ort und Zeitpunkt der ordentlichen Tagungen des Regionalkomitees (EUR/RC71/CONF./11) Das Regionalkomitee verabschiedete die Resolution EUR/RC71/R8, mit der es erneut bestätigte, dass seine 72. Tagung vom 12. bis 14. September 2022 in Tel Aviv stattfindet, und mit der es beschloss, die 73. Tagung vom 11. bis 13. September 2023 an einem noch zu bestimmenden Ort abzuhalten. Falls nach Einschätzung des SCRC eine Präsenztagung des Regionalkomitees nicht möglich sei, werde stattdessen an den gleichen Tagen eine virtuelle Tagung stattfinden. Der Repräsentant Israels erklärte, seine Regierung sehe der Ausrichtung des Regionalkomitees im Jahr 2022 erwartungsvoll entgegen und hoffe, dass es wieder in Form einer Präsenztagung stattfinden könne. Ein Link zu einem Video, in dem die Attraktionen des Landes präsentiert werden, wurde über die Chat-Funktion geteilt. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 38 Abschluss der Tagung Der Regionaldirektor fasste die Ergebnisse der Beratungen der vorausgegangenen drei Tage zusammen und bedankte sich bei den Delegierten für ihre Wertschätzung und für ihre Unterstützung der WHO und zeigte Verständnis für ihre Erwartungen an die Organisation in Bezug auf mehr Flexibilität und Rechenschaftslegung. Die Mitgliedstaaten hätten die Notwendigkeit einer nachhaltigen Kernfinanzierung und nachhaltiger themenbezogener Mittel erkannt, die WHO/Europa in der Zeit nach COVID-19 sowie zur Bewältigung der zweiten „Pandemie“ nichtübertragbarer Krankheiten, psychischer Gesundheitsprobleme und anderer Erkrankungen benötige, die sich während der Krise aufgebaut habe. Widerstandsfähige Gesundheitssysteme und eine solide primäre Gesundheitsversorgung seien entscheidende Voraussetzungen für die Verwirklichung der SDG und des EPW. Er bedankte sich bei der Regierung Israels für ihr Angebot, die Tagung des Regionalkomitees im Jahr 2022 auszurichten, und würdigte die Arbeit der Präsidentin, der Exekutivpräsidentin und des gesamten Präsidiums des Regionalkomitees. Schließlich dankte er auch seinen Mitarbeitern, die wie immer über das zu erwartende Maß hinausgegangen seien, insbesondere während der Vorbereitung einer weiteren erfolgreichen Tagung des Regionalkomitees. Die Exekutivpräsidentin dankte den Mitgliedern des 28. SCRC sowie allen Delegierten der Tagung und lobte die ausgezeichnete Arbeit der Bediensteten von WHO/Europa, und vor allem des IT-Referats, die allen Delegierten eine uneingeschränkte Teilnahme an der Tagung ermöglicht habe. Anschließend erklärte sie die 71. Tagung des Regionalkomitees für Europa für beendet. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 39 Resolutionen EUR/RC71/R1. Bericht des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa Das Regionalkomitee – nach Prüfung des Berichts des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa1 – 1. DANKT der Vorsitzenden und der geschäftsführenden Vorsitzenden sowie den Mitgliedern des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses für ihre im Namen des Regionalkomitees geleistete Arbeit; 2. BITTET den Neunundzwanzigsten Ständigen Ausschuss, seine Arbeit auf der Grundlage der während der 71. Tagung des Regionalkomitees geführten Aussprachen und verabschiedeten Resolutionen und Beschlüsse fortzusetzen; und 3. ERSUCHT den Regionaldirektor, gegebenenfalls zu den im Bericht des Ständigen Ausschusses enthaltenen Schlussfolgerungen und Vorschlägen Maßnahmen zu ergreifen und dabei die vom Regionalkomitee auf seiner 71. Tagung vorgebrachten und im Tagungsbericht festgehaltenen Vorschläge und Anregungen umfassend zu berücksichtigen. ________________________________ 1 Dokumente EUR/RC71/3 und EUR/RC71/3 Add.1. EUR/RC71/R2. Bericht des Regionaldirektors über die Arbeit von WHO/Europa im Zeitraum 2020–2021 Das Regionalkomitee – nach Prüfung des Berichts des Regionaldirektors über die Arbeit von WHO/Europa im Zeitraum 2020–20211 und des Überblicks über die Umsetzung des Programmhaushalts 2020– 20212 – 1. DANKT dem Regionaldirektor für diese Berichte; 2. BRINGT seine Anerkennung für die von WHO/Europa im Haushaltszeitraum 2020–2021 geleistete Arbeit ZUM AUSDRUCK; 3. BEKRÄFTIGT seine Unterstützung für das Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“; 4. ERKENNT die Unterstützung und Beratung der Mitgliedstaaten durch WHO/Europa bei der Reaktion auf die COVID-19-Pandemie AN; und 1 Dokument EUR/RC71/4. 2 Dokument EUR/RC71/INF./1. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 40 5. ERSUCHT den Regionaldirektor, bei der Weiterentwicklung der Programme der Organisation und bei der Durchführung der Arbeit von WHO/Europa die während der Beratungen auf der 71. Tagung des Regionalkomitees gemachten Vorschläge zu berücksichtigen und in die Arbeit einzubeziehen. EUR/RC71/R3. Das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung: Lehren aus der COVID-19-Pandemie und Folgen für den künftigen Kurs in der Europäischen Region der WHO Das Regionalkomitee – unter Hinweis auf die Erklärung von Alma-Ata (1978) und die Erklärung von Astana (2018) über die primäre Gesundheitsversorgung sowie auf die in der Resolution WHA72.2 der Weltgesundheitsversammlung, den Resolutionen EUR/RC66/R5, EUR/RC67/R5, EUR/RC68/R3 und EUR/RC69/R8 des Regionalkomitees und der von der 74. Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommenen Politischen Erklärung der Vereinten Nationen über allgemeine Gesundheitsversorgung eingegangenen Verpflichtungen, in der Erkenntnis, dass die primäre Gesundheitsversorgung großes Potenzial zur Verbesserung der körperlichen und psychischen Gesundheit der Menschen und ihres sozialen Wohlbefindens besitzt und dass sie der Eckpfeiler nachhaltiger Gesundheits- und Sozialsysteme ist, wie sie zur Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung benötigt werden, unter Hinweis auf das Dreizehnte Allgemeine Arbeitsprogramm 2019–2023 und das mit der Resolution EUR/RC70/R3 angenommene Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“, in dem die primäre Gesundheitsversorgung als ein zentrales Vehikel zur Verwirklichung von Gesundheit und Wohlbefinden bezeichnet wird, in Anerkennung der Notwendigkeit eines umfassenden und gut abgestimmten Gesundheitssystemansatzes zur Stärkung der primären Gesundheitsversorgung, wie er in dem Operativen Rahmen für die primäre Gesundheitsversorgung erläutert wurde, der von der 73. Weltgesundheitsversammlung im November 2020 angenommen wurde – 1. ERKENNT die Bedeutung einer umfassenden, effizienten und leicht zugänglichen primären Gesundheitsversorgung bei der Verwirklichung der drei zentralen Prioritäten und vier Flaggschiff-Initiativen des EPW AN; 2. BRINGT seine Entschlossenheit ZUM AUSDRUCK, die Lehren aus der COVID-19- Pandemie anzuwenden, um dauerhafte Maßnahmen zur Gestaltung zwecktauglicher Leistungen in der primären Gesundheitsversorgung in die Wege zu leiten, die gewährleisten, dass bei der Verwirklichung der drei zentralen Prioritäten und vier Flaggschiff-Initiativen des EPW niemand zurückgelassen wird; 2. BITTET die Mitgliedstaaten1 EINDRINGLICH: a) die Steuerungsmechanismen für die primäre Gesundheitsversorgung zu stärken, um eine größere Bedarfsgerechtigkeit hinsichtlich der Anforderungen auf regionaler und 1 Und ggf. Organisationen der regionalen Wirtschaftsintegration. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 41 kommunaler Ebene zu erreichen, namentlich durch Einbindung verschiedener Berufsgruppen und ggf. unter Verknüpfung der nationalen mit der subnationalen Ebene, und sicherzustellen, dass sie klar definiert sind, über einen expliziten Auftrag zur Entwicklung von Handlungsrahmen verfügen, die Umsetzung von Veränderungen erleichtern und die erreichten Fortschritte im Auge behalten, b) die Finanzierung und Mittelausstattung für die primäre Gesundheitsversorgung vorrangig zu behandeln, und zwar auf der Grundlage länderspezifischer Argumente für Investitionen in die primäre Gesundheitsversorgung zwecks Beschleunigung von Verbesserungen in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden, mit dem Ziel: i. die kostenlose Bereitstellung grundlegender bzw. umfassender Leistungen der primären Gesundheitsversorgung sicherzustellen und die Kostenerstattung für Arzneimittel bei im Rahmen der Primärversorgung behandelbaren Erkrankungen auszuweiten, um finanzielle Härten abzubauen und ggf. bestehende Versorgungslücken zu schließen, ii. Anreize einzuführen, um Gesundheits- und Pflegepersonal in den verschiedenen Disziplinen, die für eine hochwertige und zwecktaugliche primäre Gesundheitsversorgung benötigt werden, zu gewinnen, zu schulen und zu binden, auch unter Neuverteilung von Zuständigkeiten, iii. die Anwendung digitaler Lösungen zu forcieren, um multidisziplinäre Teamarbeit und Telemedizin zu fördern, und virtuelle Netzwerke zu schaffen, die eine ebenenübergreifende Leistungserbringung ermöglichen, und iv. in eine geeignete Infrastruktur für die Leistungserbringung zu investieren, c) die Qualität der primären Gesundheitsversorgung zu verbessern, indem die Allgemein- und Familienmedizin in multidisziplinäre Teams der primären Gesundheitsversorgung eingebettet wird und so die breiteren psychosozialen Bedürfnisse berücksichtigt werden und indem eine multimodale Leistungserbringung zur Anwendung kommt, bei der die Menschen durch eine Kombination aus Präsenzleistungen sowie mobilen und digitalen Plattformen bürgernah versorgt werden, d) Strategien einzuführen, die eine wirksamere Zusammenführung eines umfassenden Leistungsspektrums über verschiedene Versorgungsebenen hinweg zwecks Schaffung optimaler gemeinsamer Versorgungspfade im Einklang mit den gesundheitlichen Bedürfnissen der Menschen und unter Wahrung einer effizienten Ressourcennutzung bewirken, e) Partnerschaften innerhalb örtlicher Gemeinschaften aufzubauen, auch mit der Zivilgesellschaft sowie mit Patienten und ihren Betreuern, um die Bedürftigsten zu unterstützen und niemanden zurückzulassen, f) sicherzustellen, dass die primäre Gesundheitsversorgung zum zentralen Bestandteil der Stärkung der Vorsorge- und Bewältigungsmechanismen für künftige Notlagen wird, einschließlich ihrer Rolle in einer zweigleisigen Leistungserbringung, die potenziell langwierige Notfallmaßnahmen unterstützt, die Aufrechterhaltung unentbehrlicher Gesundheitsleistungen ermöglicht, die Bedürftigsten erreicht und schützt und auch das zur Bewältigung von Notlagen eingesetzte Gesundheitspersonal schützt, BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 42 g) die primäre Gesundheitsversorgung wirksamer dazu zu nutzen, Gesundheit und Wohlbefinden sowie ein Ansetzen an den sozialen Determinanten von Gesundheit zu fördern, indem i. Brücken zwischen der primären Gesundheitsversorgung, den öffentlichen Gesundheitsdiensten und dem Sozialwesen gebaut werden, ii. Informationen und digitale Lösungen zur Stärkung der Fähigkeit zur Steuerung der Bevölkerungsgesundheit und zur Stratifizierung von Risiken auf der Ebene der primären Gesundheitsversorgung herangezogen werden, um Menschen mit gesundheitlichen und sozialen Anfälligkeiten in Echtzeit zu ermitteln und zu erreichen und ihre personenbezogenen Daten zu schützen, iii. Anreize für Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention, Früherkennung und Krankheitsmanagement geschaffen werden und iv. in Gesundheitskompetenz, einschließlich digitaler Gesundheitskompetenz, investiert wird, h) die primäre Gesundheitsversorgung als Schaltstelle für die Umsetzung der Flaggschiff-Initiativen des EPW zu positionieren, indem eine grundlegend umgestaltete psychiatrische Versorgung in die primäre Gesundheitsversorgung eingebettet wird, über die primäre Gesundheitsversorgung wirksame Impfangebote wie Impfungen gegen COVID-19 bereitgestellt werden, die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung in der primären Gesundheitsversorgung verankert wird und verhaltensbezogene und kulturelle Erkenntnisse in die Gestaltung, Bereitstellung und Evaluation der primären Gesundheitsversorgung einbezogen werden, und i) in Leistungsüberwachung und Leistungsmanagement im Bereich der primären Gesundheitsversorgung zu investieren und sich an nationalen und länderübergreifenden Forschungsarbeiten und -netzwerken zu beteiligen, um alternative Lösungsansätze für die Stärkung der primären Gesundheitsversorgung während der Pandemie und danach zu dokumentieren; 3. ERSUCHT den Regionaldirektor: a) weiterhin für die primäre Gesundheitsversorgung als ein zentrales strategisches Vehikel für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in der Europäischen Region der WHO zu werben, b) die Mitgliedstaaten zu unterstützen, indem er für Investitionen in die primäre Gesundheitsversorgung wirbt, Handlungsoptionen für die Verwirklichung der vorstehend genannten Ziele aufzeigt und situationsgerecht Anleitung bei der Umsetzung der ausgewählten Strategien gibt, c) in internationale Austauschforen zu investieren, um durch Aktualisierung des internationalen Erkenntnisstandes über die primäre Gesundheitsversorgung mittels Unterstützung einschlägiger Forschungsarbeiten und Veröffentlichung von Grundsatzpapieren und länderbezogenen Fallstudien zur Unterstützung regionsweiter und subregionaler Netzwerke für den Erkenntnisgewinn zu Veränderungen zu ermutigen und die gewonnenen Erkenntnisse an politische Entscheidungsträger und umsetzende Akteure weiterzuleiten, d) ein Netzwerk aus nationalen Ansprechpersonen für die primäre Gesundheitsversorgung einzurichten und regionsweite bzw. subregionale BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 43 Plattformen zu schaffen, die den praktischen Erfahrungsaustausch zwischen den Ländern mit Schwerpunkt auf der Überwindung von Hindernissen bei der Umsetzung vorantreiben, e) auf nationaler und subnationaler Ebene Maßnahmen zur Kompetenzbildung für politische Entscheidungsträger, Führungskräfte und Leistungsanbieter im Bereich der primären Gesundheitsversorgung zu entwickeln und einzuführen und f) die Metrik für die Messung und Beobachtung von Durchschlagskraft, Leistungsfähigkeit und Kapazitäten der primären Gesundheitsversorgung innerhalb von Ländern und ggf. länderübergreifend weiterzuentwickeln, Möglichkeiten für eine Beschleunigung von Verbesserungen aufzuzeigen und bewährte Handlungsoptionen zu bestimmen, die zwischen Ländern ausgetauscht werden können. EUR/RC71/R4. Die Europäische Impfagenda 2030 Das Regionalkomitee – nach Prüfung der Europäischen Impfagenda 2030 (Dokument EUR/RC71/10), in Anerkennung der Bedeutung von Impfmaßnahmen als eine der erfolgreichsten und kosteneffektivsten Interventionen im öffentlichen Gesundheitswesen und damit der hohen Investitionsrenditen aus derartigen Maßnahmen, unter Hinweis auf den maßgeblichen Beitrag, den erfolgreich durchgeführte nationale Impfprogramme zur Verringerung der Mortalität und Morbidität aufgrund von impfpräventablen Krankheiten, zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung, zur Verhinderung antimikrobieller Resistenzen, zur Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit im gesamten Lebensverlauf und zur Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung leisten, in Anerkennung der in der Europäischen Region der WHO durch die Umsetzung des Europäischen Impfaktionsplans (2015–2020) erzielten Fortschritte und in dem gleichzeitigen Bewusstsein, dass Impflücken zwischen und in den Ländern der Region zu Ausbrüchen impfpräventabler Krankheiten führen können, unter Hinweis auf das Dreizehnte Allgemeine Arbeitsprogramm 2019–2023 und das mit der Resolution EUR/RC70/R3 angenommene Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“ (EPW) und in Anerkennung der Europäischen Impfagenda 2030 als eine der Flaggschiff-Initiativen des EPW, unter Hinweis auf seine früheren Resolutionen zur Stärkung der nationalen Immunisierungssysteme durch die Eliminierung von Masern und Röteln und Prävention von kongenitalen Röteln in der Europäischen Region der WHO (Resolution EUR/RC55/R7), zur Erneuerung des Engagements für die Eliminierung von Masern und Röteln und die Prävention der Rötelnembryopathie in der Europäischen Region der WHO bis zum Jahr 2015 und die nachhaltige Unterstützung für den poliofreien Status in der Europäischen Region der WHO (Resolution EUR/RC60/R12) sowie zum Aktionsplan für Maßnahmen des Gesundheitswesens gegen Virushepatitis in der Europäischen Region der WHO (Resolution EUR/RC66/R10), BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 44 in Anerkennung der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der anhaltenden COVID19-Pandemie sowie künftiger Pandemien oder Notlagen und unter Hinweis auf die wichtige Rolle, die Impfmaßnahmen im Hinblick auf die Minderung der von derartigen Ereignissen ausgehenden Risiken spielen können, in Anerkennung der Notwendigkeit politischer Entschlossenheit, der Eigenverantwortung der Länder und gemeinsamer Maßnahmen aller maßgeblichen Akteure für die Verwirklichung einer allgemeinen Immunisierung, die auch die am stärksten marginalisierten und unterversorgten Gemeinschaften umfasst, getreu der Maxime, niemanden zurückzulassen, in dem Bewusstsein einer voraussichtlichen Geltungsdauer dieser Resolution bis 2030 – 1. NIMMT die Europäische Impfagenda 2030 mitsamt ihrer Vision, Zielsetzungen, strategischen Prioritäten, Schwerpunktbereiche und Steuerungsstruktur sowie ihres Rahmens für die Überwachung, Evaluation und Rechenschaftslegung AN; 2. UNTERSTÜTZT die Umsetzung der Europäischen Impfagenda 2030 als Flaggschiff- Initiative des EPW; 3. BITTET die Mitgliedstaaten1 EINDRINGLICH: a) das Engagement für Impfmaßnahmen als gesundheitspolitische Priorität zu verstärken und sich zur Verwirklichung der in der Europäischen Impfagenda 2030 enthaltenen Vision und Zielsetzungen zu verpflichten, b) zu gewährleisten, dass Impfprogramme in Koordination mit anderen Gesundheitsprogrammen arbeiten, um die Bereitstellung von Angeboten der primären Gesundheitsversorgung zu stärken und durch die wirksame Bereitstellung von Impfangeboten für gefährdete und marginalisierte Gemeinschaften zur Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung und einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen, c) datengesteuerte Impfkonzepte und -strategien zu entwickeln, die an den jeweiligen Gegebenheiten im Land ausgerichtet sind, eine angemessene und dauerhafte Finanzierung von Impfprogrammen zu gewährleisten, auf allen Ebenen die Politiksteuerung zu verstärken und Kapazitäten beim Gesundheitspersonal auszubauen und Kooperationen innerhalb und außerhalb des Gesundheitswesens zu untersuchen und zu schaffen, um die Zugänglichkeit und die Bereitstellung von Impfmaßnahmen im gesamten Lebensverlauf zu verbessern, d) ihre Anstrengungen zur Erreichung einer hohen und ausgewogenen Durchimpfung in jedem subnationalen Gebiet und in jeder Gemeinschaft zu intensivieren, und zwar durch die Festlegung angemessener Modalitäten für eine entsprechende Leistungserbringung und die Entwicklung von Lösungen auf kommunaler Ebene auf Grundlage eines evidenzgeleiteten Verständnisses für die vor Ort bestehenden Herausforderungen, e) Impfmaßnahmen in allen Gemeinschaften und im gesamten Lebensverlauf zu fördern und für eine hohe Nachfrage zu sorgen, gestützt auf ein gutes Verständnis der Triebkräfte und Barrieren für Impfmaßnahmen sowie durch eine enge Zusammenarbeit mit kommunalen Gemeinschaften bei der Entwicklung und 1 Und ggf. Organisationen der regionalen Wirtschaftsintegration. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 45 Umsetzung angemessener maßgeschneiderter Interventionen, die einer möglichen Impfstoff- und Impfskepsis entgegenwirken, f) durch die Stärkung der nationalen Regulierungsprozesse, den Ausbau entsprechender Beschaffungskapazitäten und -mechanismen und die Stärkung der Lieferketten für Impfstoffe die rechtzeitige Verfügbarkeit von Impfstoffen von gesicherter Qualität zu gewährleisten, um Engpässe bei Impfstoffen zu verhindern, g) subregionale Kooperationen im Hinblick auf angemessene Mechanismen für die Impfstoffbeschaffung zu prüfen, u. a. zur Unterstützung der vorhandenen Kapazitäten bei der Impfstoffherstellung, und einen Dialog über eine freiwillige Lizenzierung und einen Technologietransfer in Kooperation mit den relevanten Stellen zu fördern, h) die für die Krankheitsüberwachung vorhandenen Systeme zu stärken, um eine rasche Entdeckung von und Reaktion auf Ausbrüche impfpräventabler Krankheiten zu ermöglichen und die entsprechende Vorsorge, die Bereitstellung von Impfstoffen sowie eine wirksame Überwachung der Impfstoffsicherheit zu stärken, und die Widerstandsfähigkeit der Impfprogramme zur Aufrechterhaltung ihrer Leistungsfähigkeit während Notlagen zu gewährleisten, i) die Verfahrensforschung zu fördern und innovative Ansätze zu prüfen, um die Reichweite der Impfprogramme zu erhöhen, ihre Wirksamkeit zu verbessern und Impflücken in Gemeinschaften zu schließen, und j) Bericht zu erstatten über die Überwachungsindikatoren der Europäischen Impfagenda 2030 entsprechend den geltenden Berichtsfristen und bestehenden Berichtspflichten sowie entsprechenden Systemen; 4. ERSUCHT den Regionaldirektor: a) die Mitgliedstaaten mithilfe von Überzeugungsarbeit im Hinblick auf Investitionen in das Impfwesen im Bereich der primären Gesundheitsversorgung zu unterstützen, b) die Mitgliedstaaten bei der Durchführung der COVID-19-Impfungen und der Umsetzung von datengesteuerten maßgeschneiderten Strategien für Routineimpfungen entsprechend den Bedürfnissen von Einzelpersonen und Gemeinschaften sowie bei der Verwirklichung der Zielsetzungen der Europäischen Impfagenda 2030 zu unterstützen, c) einen hochrangigen Impfrat einzusetzen, der sich aus unabhängigen Sachverständigen verschiedener Bereiche zusammensetzt und der sich für mehr politische Entschlossenheit und die Zuweisung angemessener finanzieller Ressourcen für den Ausbau und die Aufrechterhaltung der Impfprogramme und Surveillance-Programme für impfpräventable Krankheiten in den Mitgliedstaaten einsetzen soll, um so die Vision und die Zielsetzungen der Europäischen Impfagenda 2030 zu verwirklichen, d) einen Rahmen für die Überwachung, Evaluation und Rechenschaftslegung zu entwickeln, um die Fortschritte hinsichtlich der Erreichung der Überwachungs- und Evaluationsindikatoren der Europäischen Impfagenda 2030 unter weitestgehendem Rückgriff auf bereits vorhandene Datenquellen zu überwachen, und den Mitgliedstaaten bei der Einrichtung eigener Mechanismen für die Erfolgskontrolle BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 46 und die Rechenschaftslegung auf nationaler und subnationaler Ebene mit Rat und fachlicher Unterstützung zur Seite zu stehen, e) subregionale Umsetzungsmechanismen und entsprechende Plattformen einzurichten und zu stärken, um den Austausch praktischer Erfahrungen zwischen den Ländern zu ermöglichen, unter Schwerpunktlegung auf die Überwindung von Barrieren bei der Umsetzung und mit Blick auf die Verwirklichung der Vision und der Zielsetzungen der Europäischen Impfagenda 2030, f) die Mitgliedstaaten bei der Stärkung der nationalen Beschaffungskapazitäten und -mechanismen sowie bei der Stärkung der Lieferketten für Impfstoffe zwecks Vermeidung von Versorgungsengpässen zu unterstützen, g) die Verfahrensforschung und innovative programmatische Ansätze und Strategien durch evidenzgeleitete Entscheidungsprozesse zu unterstützen, einschließlich der Gewinnung eines besseren Verständnisses für die Nachfrage der Bevölkerung nach Impfmaßnahmen und deren Akzeptanz mit dem Ziel, auf subnationaler Ebene Impflücken zu schließen und die Ausweitung erfolgreicher Strategien zu beschleunigen, um die Widerstandsfähigkeit nationaler Impfsysteme zu gewährleisten, h) eine Abstimmung zwischen regionsweiten und nationalen Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens sowie nationalen und subnationalen Interessengruppen und Partnern zu fördern und sie zur Koordination ihrer Anstrengungen zu ermutigen, und strategische Stoßrichtungen vorzugeben, um die Umsetzung der Europäischen Impfagenda 2030 zu fördern, und i) dem Regionalkomitee alle zwei Jahre über die im Hinblick auf die Umsetzung der Europäischen Impfagenda 2030 erzielten Fortschritte Bericht zu erstatten und dem Regionalkomitee auf dessen 77. Tagung eine Halbzeitbilanz sowie auf dessen 82. Tagung einen Abschlussbericht vorzulegen. EUR/RC71/R5. Handlungsrahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2021–2025) Das Regionalkomitee – in Anerkennung der zentralen Bedeutung der psychischen Gesundheit für das individuelle Wohlbefinden und für eine nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung sowie des ungeheuren Leidens, der gesundheitlichen Einbußen und der verringerten Möglichkeiten aufgrund psychischer Gesundheitsprobleme in der Europäischen Region der WHO, in Anbetracht der sowohl durch den Europäischen Aktionsplan für psychische Gesundheit (2013–2020) als auch den Umfassenden Aktionsplan für psychische Gesundheit (2013–2030) der WHO erreichten Fortschritte, aber auch im Bewusstsein der erheblichen noch verbleibenden Lücken beim Zugang zu Leistungen und bei der Versorgung von Menschen, die mit psychischen Gesundheitsproblemen oder einer psychosozialen, kognitiven oder geistigen Behinderung leben oder davon bedroht sind, in Anerkennung der beträchtlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Individuen, Familien und örtlichen Gemeinschaften in allen Teilen BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 47 der Europäischen Region sowie der unverhältnismäßig starken Folgen für verschiedene gefährdete Gruppen, in Kenntnis des Beschlusses WHA74(14) der Weltgesundheitsversammlung über Vorsorge- und Gegenmaßnahmen im Bereich der psychischen Gesundheit während der COVID-19-Pandemie – 1. NIMMT den Handlungsrahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2021–2025) als Grundlage für verstärkte Bemühungen in der gesamten Region zur Förderung des seelischen Wohlbefindens und zur Bereitstellung besserer Angebote für die Prävention, Behandlung und Rehabilitation psychischer Erkrankungen AN; 2. BRINGT seine Unterstützung für die erklärten Ziele und erforderlichen Maßnahmen dieses Handlungsrahmens ZUM AUSDRUCK; 3. UNTERSTÜTZT die Umsetzung dieses Handlungsrahmens im Rahmen eines paneuropäischen Bündnisses für psychische Gesundheit, einer Flaggschiff-Initiative des Europäischen Arbeitsprogramms 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“ (EPW); 4. BITTET die Mitgliedstaaten EINDRINGLICH: a) ihre politische Entschlossenheit und Führungsrolle zu bekräftigen, um das Thema psychische Gesundheit in den Mittelpunkt der Bemühungen um Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung zu stellen, und den umfassenden Beitrag der psychischen Gesundheitsversorgung zur Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung anzuerkennen, b) ausreichende Finanzmittel für die psychische Gesundheit zur Verfügung zu stellen, die zur Förderung von Chancengleichheit beim Zugang zu einer hochwertigen Versorgung und zur Minimierung finanzieller Härten mobilisiert und zugeteilt werden, und Ressourcen für die psychische Gesundheit effizienter zu nutzen, u. a. durch die Verzahnung mit Programmen für die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Erkrankungen und anderen entsprechenden vorrangigen Programmen, c) Steuerungsstrukturen, Rahmenkonzepte und Vorschriften zugunsten der psychischen Gesundheit zu fördern, die dem Aufbau von Partnerschaften und einer geteilten Rechenschaftslegung innerhalb von Ressorts und über Ressortgrenzen hinweg dienen, um die Führungskompetenz innerhalb örtlicher Gemeinschaften zu fördern und wirtschaftliche und soziale Partner sowie die Zivilgesellschaft einzubinden, d) die psychische Gesundheit zu fördern und sicherzustellen, dass die sozialen Determinanten psychischer Gesundheitsprobleme, einschließlich des Geschlechts, in Angriff genommen werden und dass die Unterstützung von örtlichen Gemeinschaften und Familien sowie das Sozialkapital gestärkt werden, um die Entstehung psychischer Gesundheitsprobleme zu verhindern bzw. ihre Folgen einzudämmen, e) die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen angesichts der unmittelbaren und mittelbaren negativen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und der mit ihr einhergehenden Folgen für ihr Leben BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 48 (einschließlich der Unfähigkeit, wie gewohnt zur Schule zu gehen oder andere Bildungseinrichtungen zu besuchen) als vorrangiges Anliegen zu behandeln und Konzepte einzuführen, die für Bildungs-, Jugend-, Kultur- und Sportorganisationen Anreize schaffen, sich um gefährdete Personen zu kümmern und sie zu unterstützen, f) sicherzustellen, dass hochwertige Angebote zum Schutz der psychischen Gesundheit entwickelt und entsprechend ausgestattet werden, indem: i. die psychische Gesundheitsversorgung und das dazugehörige Personal durch Einbeziehung multidisziplinären Fachwissens für die Prävention und Behandlung psychischer Gesundheitsprobleme ebenso wie die psychosoziale Rehabilitation und berufliche Unterstützung von Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen gestärkt werden, wodurch allmählich eine allgemeine Gesundheitsversorgung verwirklicht wird und bestehende Ungleichheiten, die sich hartnäckig in der gesamten Europäischen Region halten, abgebaut werden, ii. die Verfügbarkeit, Zugänglichkeit, Kapazitäten und Bezahlbarkeit einer sicheren, wirksamen psychischen Gesundheitsversorgung und entsprechenden Behandlung sowie psychosozialen Unterstützung für Menschen mit diskreten oder komorbiden psychischen Gesundheitsproblemen und Behinderungen erhöht wird bzw. werden, ggf. auch über digitale Plattformen und durch (virtuelle) Fernunterstützung und -behandlung, iii. die Anstrengungen zur Deinstitutionalisierung der psychischen Gesundheitsversorgung und zur Bereitstellung von Leistungen, die in örtlichen Gemeinschaften und Familien sowie im Umgang mit diesen erbracht werden und die in enger Abstimmung mit der primären Gesundheitsversorgung, dem Sozialwesen und zivilgesellschaftlichen Organisationen erfolgen, intensiviert werden, um eine integrierte und patientenorientierte Versorgung und Unterstützung von Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen sowie deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu gewährleisten, iv. geeignete Handlungskonzepte eingeführt werden, um eine angemessene Zahl qualifizierter und kompetenter Fachkräfte im Bereich der psychischen Gesundheitsversorgung zu gewinnen, auszubilden und zu binden, die durch effektives Management, eine wirksame Aufsicht und angemessene Vergütung unterstützt werden, v. die Anstrengungen zur Förderung der psychischen Gesundheit in allen Ressorts gestärkt werden, u. a. durch den Aufbau von Umfeldern, die der psychischen Gesundheit und einer entsprechenden Widerstandsfähigkeit zugutekommen, und indem die psychische Gesundheitskompetenz unter Fachkräften auch über das Gesundheitswesen hinaus verbessert wird, und vi. die Einbindung von Leistungsempfängern, Familien und Betreuern in die Planung, Bereitstellung und Evaluation einer patientenorientierten Versorgung sichergestellt wird, g) Forschung und Wissensmanagement zu unterstützen, u. a. durch Erfahrungsaustausch und die Ausweitung der Anwendung evidenzbasierter BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 49 Strategien zur Verbesserung der Qualität der psychischen Gesundheitsversorgung, und h) die Bereitstellung von Informationen über Fragen der psychischen Gesundheit und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit dafür zu fördern, Stigmatisierung und Diskriminierung zu bekämpfen und die Integration und Unterstützung von Menschen, die einem erhöhten Risiko für psychische Gesundheitsprobleme ausgesetzt sind, zu begünstigen; 5. ERSUCHT den Regionaldirektor: a) die Mitgliedstaaten zu unterstützen, indem er für Investitionen in die psychische Gesundheitsversorgung wirbt und Handlungsoptionen aufzeigt, die der Verwirklichung der in dem Handlungsrahmen genannten Ziele dienen und an die Gegebenheiten in den einzelnen Ländern angepasst sind, b) die Sammlung von Erkenntnissen über die Auswirkungen von COVID-19 auf die psychische Gesundheit und die zu deren Abwendung notwendigen Maßnahmen fortzusetzen, etwa durch innovative Lösungsansätze für die Einführung effektiver und chancengerechter Handlungskonzepte für eine integrierte, patientenorientierte psychische Gesundheitsversorgung und die ressortübergreifende Förderung der psychischen Gesundheit, und c) ein paneuropäisches Bündnis für psychische Gesundheit, einschließlich Arbeitsgruppen aus Vertretern der Mitgliedstaaten und anderen maßgeblichen Akteuren, einzurichten, um für Handlungskonzepte und Investitionen zur Förderung der psychischen Gesundheit zu werben, Stigmatisierung und Diskriminierung zu bekämpfen, Forschung zu fördern, die Weiterentwicklung des Leistungsangebots im Bereich der psychischen Gesundheit zu unterstützen und zur Schaffung von auf Zusammenhalt gegründeten Gesellschaften beizutragen, die auf das gemeinsame Ziel hinarbeiten, eine Ökonomie des Wohlergehens zu schaffen. EUR/RC71/R6. Nachhaltige Finanzierung der WHO in der Europäischen Region Das Regionalkomitee – in Anerkennung der Bedeutung von Gesundheit für die Gewährleistung einer nachhaltigen sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung auf globaler Ebene, der Ebene der Region und der Ebene der Länder, in der Erkenntnis, dass das WHO-Regionalbüro für Europa (WHO/Europa) und seine Mitgliedstaaten eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung gesundheitlicher Notlagen und bei der Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung und gesundheitlicher Chancengleichheit haben – beides grundlegende Voraussetzungen für die Widerstandsfähigkeit künftiger Generationen, in Anerkennung der Notwendigkeit eines kohärenten und abgestimmten globalen Ansatzes in Gesundheitsfragen, u. a. bei gesundheitlichen Notlagen, auf allen drei Ebenen der WHO, unter Hinweis darauf, dass die allmähliche Erhöhung des Programmhaushalts der WHO ohne entsprechende Erhöhung der flexiblen organisationseigenen Mittel, einschließlich der BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 50 ordentlichen Beiträge, zu einem Anstieg des Anteils an und zu einer wachsenden Abhängigkeit von freiwilligen Beiträgen geführt hat und das Fortbestehen unterfinanzierter Arbeitsbereiche innerhalb des Programmhaushalts zur Folge hat, auch für zentrale Notfallaufgaben, unter Hinweis darauf, dass eine erhebliche Anzahl von Mitgliedstaaten in der Europäischen Region zwar zu den wichtigsten Beitragszahlern der WHO weltweit gehören, oft aber nur wenige oder keine freiwilligen Beiträge an WHO/Europa zahlen, in Anerkennung der Tatsache, dass WHO/Europa beträchtliche Anstrengungen darauf verwendet hat, freiwillige Beiträge einzuwerben, einschließlich zuletzt durch die Entwicklung einer Mittelbeschaffungsstrategie und einer Argumentationshilfe für Investitionen – 1. BITTET die Mitgliedstaaten EINDRINGLICH: a) auch weiterhin zur Tätigkeit der Arbeitsgruppe der WHO für nachhaltige Finanzierung (EB148/PSR/13) beizutragen, b) sicherzustellen, dass das Thema nachhaltige Finanzierung der WHO alle drei Ebenen der Organisation, einschließlich WHO/Europa, umfasst und dass in den Beratungen auch die Frage der Mittelverteilung zwischen den größeren Büros der WHO behandelt wird, c) Optionen für die Verbesserung der finanziellen Nachhaltigkeit der WHO durch verschiedene Finanzierungsarten, einschließlich einer gerechtfertigten Erhöhung der ordentlichen Beiträge auf Grundlage der jeweiligen Kapazitäten der Länder und mehr Flexibilität bei der Verwendung der freiwilligen Beiträge, zu untersuchen, d) Wege zur Ausweitung der Unterstützung für WHO/Europa zu untersuchen, etwa durch die Erhöhung der freiwilligen Beiträge aus Gesundheitsministerien und anderen Behörden, und e) nach der 150. Tagung des Exekutivrates der WHO (und der Vorlage der Empfehlungen der Arbeitsgruppe der WHO für nachhaltige Finanzierung) eine Bestandsaufnahme durchzuführen und auf der 72. Tagung des Regionalkomitees über das weitere Vorgehen zu entscheiden; 2. ERSUCHT den Regionaldirektor: a) sich weiterhin nach Kräften darum zu bemühen, dass WHO/Europa ausreichend finanziert ist, um seinen Auftrag mit Schwerpunkt auf der Umsetzung des Europäischen Arbeitsprogramms 2020–2025 zu erfüllen, b) die Bemühungen von WHO/Europa um Verbesserung des Finanzmanagements und der Rechenschaftslegung aufrechtzuerhalten, bei der Verwendung der Finanzmittel systematisch einen Kosten-Nutzen-Ansatz anzuwenden und die Ergebnisse transparent an die Mitgliedstaaten zu übermitteln und diesen zu veranschaulichen, c) sicherzustellen, dass die Arbeit von WHO/Europa wirksamer an die Mitgliedstaaten und maßgeblichen Partnerorganisationen, einschließlich potenzieller Ressourcenpartner, kommuniziert und von diesen besser erkannt und verstanden wird, indem Wirkung und Mehrwert dieser Arbeit deutlich hervorgehoben werden, d) dafür zu sorgen, dass die Mittelbeschaffungskonzepte von WHO/Europa und WHO-Hauptbüro aufeinander abgestimmt sind und dass die vereinbarten BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 51 Grundsätze für die Verteilung der Mittel eine zentrale Zielsetzung eines solchen Konzepts bleiben, und e) sicherzustellen, dass die Mitgliedstaaten ordnungsgemäß über den Haushalt, die Kostenkalkulation für die einzelnen Aufgaben, die Ausgabenpraxis und die geplanten Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne informiert werden. EUR/RC71/R7. Messrahmen für das Europäische Arbeitsprogramm 2020– 2025 Das Regionalkomitee – nach Prüfung des Messrahmens für das Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025 (EPW), der im Zuge von Beratungen mit den Mitgliedstaaten sowie zwei Beratungsgremien, der Europäischen Gesundheitsinformations-Initiative (EHII) und dem Informationsnetzwerk der zentralasiatischen Republiken (CARINFONET) erstellt wurde, unter Hinweis auf Resolution EUR/RC70/R3, in der das Regionalkomitee auf seiner 70. Tagung das EPW als strategische Marschroute für die künftige Arbeit des WHO-Regionalbüros für Europa (WHO/Europa) angenommen und die Mitgliedstaaten u. a. eindringlich gebeten hatte, nach Maßgabe der Berichterstattung über das Dreizehnte Allgemeine Arbeitsprogramm 2019–2023 (GPW 13) in regelmäßigen Abständen über Fortschritte und Hindernisse bei der Verwirklichung der drei zentralen Säulen des EPW Bericht zu erstatten, sowie den Regionaldirektor gebeten hatte, über die Umsetzung des EPW, auch durch Verwendung von Maßnahmen zur Erfolgskontrolle in Bezug auf das GPW 13, Bericht zu erstatten, aufbauend auf dem Vermächtnis und den Erfahrungen der Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO aus bzw. mit den Wertvorstellungen, Grundsätzen, Zielvorgaben und Indikatoren von Gesundheit für alle, GESUNDHEIT21, Gesundheit 2020, dem Rahmenkonzept der Europäischen Region für Gesundheit und Wohlbefinden, dem Gemeinsamen Kontrollrahmen, dem Wirkungsrahmen des GPW 13 und den Zielen für nachhaltige Entwicklung, unter Berücksichtigung der Ergebnisse und Empfehlungen des Europäischen Gesundheitsberichts 2018 sowie der Folgen der COVID-19-Pandemie für die Gesundheitssysteme insgesamt, in dem Bewusstsein der maßgeblichen Führungsrolle und Initiatorfunktion des Gesundheitswesens in Bezug auf die Erhebung, Untersuchung und Interpretation von Gesundheitsdaten und damit verbundenen Informationen, in Anerkennung der Tatsache, dass die Gewinnung von Gesundheitsinformationen über das Gesundheitswesen hinausgeht und dass die Verknüpfung von aufgeschlüsselten Daten, nicht-konventionellen Datensätzen (Demografie, Genetik, soziale Geschichte, Familiengeschichte, Lebensstil, sozioökonomische Faktoren, Umweltfaktoren) sowie Big Data-Lösungen dazu beitragen kann, bestehende Muster aufzuzeigen und Beschlüsse und Maßnahmen zielgenau ins Visier zu nehmen, BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 52 in Anerkennung der Bemühungen von WHO/Europa um Schaffung von Kohärenz zwischen verschiedenen Rahmenkonzepten der WHO, um Vermeidung doppelter Meldearbeit und um Abwendung zunehmender Berichtslasten für die Mitgliedstaaten, und insbesondere einer Überlastung kleiner Länder, im Bewusstsein der bestehenden Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zur Schaffung eines einheitlichen integrierten Gesundheitsinformationssystems in der Europäischen Region zum Nutzen der Mitgliedstaaten und aller anderen maßgeblichen Akteure, und ohne dem abschließenden Ergebnis vorzugreifen – 1. NIMMT die für den Messrahmen vorgeschlagenen zentralen Indikatoren als Indikatoren für die Überwachung der Fortschritte in der Europäischen Region bei der Umsetzung der drei zentralen Prioritäten und vier Flaggschiff-Initiativen des EPW durch WHO/Europa AN; 2. STIMMT ZU, dass zusätzliche Arbeit an der Entwicklungsliste von Indikatorbereichen für den Messrahmen erforderlich ist, wie in Dokument EUR/RC71/5 erläutert; 3. STIMMT ZU, dass WHO/Europa den vorgeschlagenen Messrahmen nach Maßgabe des begleitenden Informationsdokuments EUR/RC71/INF./2 umsetzen soll, um die Daten für die Indikatoren zu erheben, zu analysieren und regelmäßig in seinen Publikationen zu veröffentlichen, und ab 2022 im Rahmen der jährlichen Publikation über zentrale Gesundheitsindikatoren jedes Jahr eine aktualisierte Übersicht über alle zentralen Indikatoren sowie im Rahmen des Europäischen Gesundheitsberichts 2024 eine umfassendere aktualisierte Übersicht erstellen soll; 4. BITTET die Mitgliedstaaten EINDRINGLICH: a) unter Berücksichtigung ihrer vorhandenen Beobachtungskapazität und ihrer Verpflichtungen sowie unter Vermeidung jeder unnötigen Erhöhung der Berichtslasten nach Möglichkeit über zusätzliche Indikatoren für den Messrahmen Bericht zu erstatten, wie in dem begleitenden Informationsdokument EUR/RC71/INF./2 vorgeschlagen, und b) zu Gesundheitsinformationssystemen und Datenerhebungen in Ländern der Europäischen Region beizutragen, um Fortschritte hinsichtlich der zentralen Indikatoren zu bewerten, wie in dem begleitenden Informationsdokument EUR/RC71/INF./2 erläutert; 5. ERSUCHT den Regionaldirektor: a) im Rahmen der routinemäßigen Fortschrittsberichte über das EPW über die Verwirklichung seiner Etappenziele Bericht zu erstatten, b) auf eine Vereinheitlichung der Datenanforderungen mit denen anderer internationaler Organe hinzuarbeiten und dabei die von ihnen geleistete Arbeit auf diesem Gebiet zu berücksichtigen, c) bei der weiteren Arbeit zum Ausbau der Gesundheitsinformationssysteme die Führung zu übernehmen und Wege zur Entwicklung neuer Indikatoren und zur Messung und Aufstellung von für das EPW relevanten Zielvorgaben zu erkunden, und zwar unter voller Einbeziehung der Mitgliedstaaten, BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 53 d) die Etappenziele und Indikatoren des EPW in maßgeblichen internationalen Foren zu vermitteln und dessen Ergebnisse sowie geeignetes Informationsmaterial aktiv zu verbreiten, e) die Arbeit der Expertengruppe über den Messrahmen für das EPW fortzusetzen, um Indikatorbereiche für Themen zu formulieren, die als sehr wichtig für die Europäische Region eingestuft werden, und der 72. Tagung des Regionalkomitees über diese Ergebnisse Bericht zu erstatten, f) die Verwendung von digitalen Datenquellen und Big Data zwecks Ergänzung klassischer Methoden der Datenerhebung zu prüfen, g) die Erkenntnisse und Wissensgrundlagen in Bezug auf Gesundheitsinformationen kontinuierlich auf dem neuesten Stand zu halten und dafür alle geeigneten Kommunikationsmittel zu nutzen und h) dem Regionalkomitee laufend über die Indikatoren für das EPW sowie die Fortschritte bei der Vereinheitlichung der Datenanforderungen Bericht zu erstatten. EUR/RC71/R8. Ort und Zeitpunkt der ordentlichen Tagungen des Regionalkomitees für Europa in den Jahren 2022 bis 2023 Das Regionalkomitee – unter Hinweis auf die während seiner 70. Tagung angenommene Resolution EUR/RC70/R4 – 1. BESTÄTIGT, dass die 72. Tagung vom 12. bis 14. September 2022 in Tel Aviv abgehalten wird; 2. BESCHLIESST, dass die 73. Tagung vom 11. bis 13. September 2023 an einem noch zu bestimmenden Ort abgehalten wird; und 3. BESCHLIESST, für den Fall, dass nach Einschätzung des Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa eine Präsenztagung des Regionalkomitees nicht möglich ist, stattdessen an den gleichen Tagen eine virtuelle Tagung abzuhalten. Beschlüsse EUR/RC71(1). Besondere Regeln und Verfahren für die in virtueller Form stattfindende 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa Präambel Auf seiner vierten Tagung am 18. Mai 2021 prüfte der Ständige Ausschuss des Regionalkomitees für Europa (SCRC) den Bericht des WHO-Regionaldirektors für Europa über die Modalitäten für die 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie. Angesichts der ungewissen Entwicklung der epidemiologischen Situation in der Europäischen Region der WHO unterstützte der SCRC den BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 54 Vorschlag des Regionaldirektors, die 71. Tagung in virtueller Form abzuhalten, ähnlich jener der 74. Weltgesundheitsversammlung vom 24. bis 31. Mai 2021. Damit das Regionalkomitee seine Arbeit in Form einer virtuellen Tagung durchführen kann, müssen besondere Regeln und Verfahren vereinbart werden. Dieser Beschlussentwurf soll das Regionalkomitee in die Lage versetzen, zu Beginn der Tagung einen Beschluss zu dieser Frage zu fassen. Die besonderen Verhaltensregeln und Verfahren für die virtuelle Tagung des Regionalkomitees sind dem nachstehenden Anhang des Beschlussentwurfs zu entnehmen. Sowohl der Wortlaut des Beschlussentwurfs als auch die im Anhang aufgeführten besonderen Regeln und Verfahren orientieren sich eng an den für die 70. Tagung des Regionalkomitees vereinbarten Modalitäten. Sie wurden mit dem 28. SCRC erörtert und von diesem auf seiner vierten Tagung angenommen. Angesichts der vorstehenden Erwägungen wird daher folgender Beschlussentwurf vorgelegt: Das Regionalkomitee – in Übereinstimmung mit dem Beschluss des SCRC, die 71. Tagung des Regionalkomitees in virtueller Form abzuhalten – 1. BESCHLIESST, die im Anhang dieses Beschlusses aufgeführten besonderen Verhaltensregeln und Verfahren für die in virtueller Form stattfindende 71. Tagung anzunehmen. Anhang: Besondere Verhaltensregeln und Verfahren für die in virtueller Form stattfindende 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa Geschäftsordnung des Regionalkomitees für Europa1 1. Die Geschäftsordnung des Regionalkomitees für Europa findet weiterhin uneingeschränkt Anwendung, soweit sie nicht im Widerspruch zu den hier aufgeführten besonderen Regeln und Verfahren steht. In diesem Fall ist der Beschluss des Regionalkomitees zur Annahme dieser besonderen Regeln und Verfahren als Beschluss zur Aussetzung der betreffenden Regeln der Geschäftsordnung gemäß Regel 48 der Geschäftsordnung des Regionalkomitees für Europa im erforderlichen Umfang auszulegen. Tagesordnung und Programm 2. Gemäß Regel 8 der Geschäftsordnung des Regionalkomitees für Europa werden die Informationsveranstaltung für die Minister und die Fachinformationssitzungen ebenso wie die Nebenveranstaltungen nicht als förmlicher Bestandteil der Tagesordnung des Regionalkomitees angesehen. Ferner werden sie nicht als förmlicher Bestandteil des Programms angesehen und in den Tagen nach der eigentlichen Tagung abgehalten. 1 Dies betrifft namentlich die einschlägigen Bestimmungen in folgenden Regeln der Geschäftsordnung des Regionalkomitees: - Regeln 8 und 9 (Tagesordnung); und - Regeln 41 und 44 (Abstimmung durch Handzeichen bzw. geheime Abstimmung). BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 55 Teilnahme und Beschlussfähigkeit 3. Die Teilnahme von Mitgliedstaaten, Staaten, die nicht Mitglieder des Regionalkomitees sind, assoziierten Mitgliedern, eingeladenen Vertretern der Vereinten Nationen, ihrer Sonderorganisationen und anderer regionaler internationaler Organisationen sowie nichtstaatlichen Akteuren, die offizielle Beziehungen zur WHO unterhalten oder zur Teilnahme an Tagungen des Regionalkomitees akkreditiert sind, erfolgt über einen sicheren Zugang per Videokonferenz oder über andere elektronische Kommunikationsmittel, die es den Vertretern ermöglichen, andere Teilnehmer zu hören und aus der Ferne das Wort zu ergreifen. 4. Es gilt als vereinbart, dass die virtuelle Teilnahme der Mitglieder bei der Berechnung der Beschlussfähigkeit gemäß Regel 22 der Geschäftsordnung berücksichtigt wird. Wortmeldungen 5. Während der virtuellen Tagung erhalten Mitgliedstaaten, Staaten, die nicht Mitglieder des Regionalkomitees sind, assoziierte Mitglieder, eingeladene Vertreter der Vereinten Nationen, ihrer Sonderorganisationen und anderer regionaler internationaler Organisationen sowie nichtstaatliche Akteure, die offizielle Beziehungen zur WHO unterhalten oder zur Teilnahme an Tagungen des Regionalkomitees akkreditiert sind, Gelegenheit, das Wort zu ergreifen. Einzelne Erklärungen werden zeitlich auf drei Minuten begrenzt. Erklärungen von Gruppen werden auf fünf Minuten begrenzt. Interventionen von nichtstaatlichen Akteuren, die offizielle Beziehungen zur WHO unterhalten oder zur Teilnahme an Tagungen des Regionalkomitees akkreditiert sind, werden auf gemeinsame Erklärungen beschränkt, die zeitlich jeweils auf drei Minuten begrenzt werden. 6. Teilnehmer, die das Wort ergreifen möchten, müssen dies signalisieren. 7. Mitgliedstaaten, Staaten, die nicht Mitglieder des Regionalkomitees sind, assoziierte Mitglieder, eingeladene Vertreter der Vereinten Nationen, ihrer Sonderorganisationen und anderer regionaler internationaler Organisationen sowie nichtstaatliche Akteure, die offizielle Beziehungen zur WHO unterhalten oder zur Teilnahme an Tagungen des Regionalkomitees akkreditiert sind, erhalten auf Wunsch zudem die Gelegenheit, vorher aufgezeichnete Video- Botschaften vor Eröffnung der Tagung einzureichen. Dabei ist jeweils anzugeben, auf welchen Tagesordnungspunkt sie sich beziehen. Diese Video-Botschaften werden auf der virtuellen Tagung anstelle einer Live-Wortmeldung zum entsprechenden Tagesordnungspunkt übertragen. Es gelten die gleichen Bedingungen und zeitlichen Begrenzungen wie für Live-Wortmeldungen. 8. Mitgliedstaaten, Staaten, die nicht Mitglieder des Regionalkomitees sind, assoziierte Mitglieder, eingeladene Vertreter der Vereinten Nationen, ihrer Sonderorganisationen und anderer regionaler internationaler Organisationen sowie nichtstaatliche Akteure, die offizielle Beziehungen zur WHO unterhalten oder zur Teilnahme an Tagungen des Regionalkomitees akkreditiert sind, werden gebeten, schriftliche Erklärungen von maximal 600 Wörtern Länge in einer der Arbeitssprachen des Regionalkomitees zwecks Einstellung auf der Website des WHO- Regionalbüros für Europa (WHO/Europa) unter dem entsprechenden Tagesordnungspunkt abzugeben. Diese schriftlichen Erklärungen sind vor Eröffnung der 71. Tagung des Regionalkomitees (RC71) zu übermitteln. Eine schriftliche Erklärung kann anstelle eines mündlichen Beitrags oder zu dessen Ergänzung eingereicht werden und sollte ausdrücklich auf den entsprechenden Tagesordnungspunkt verweisen. Interventionen zu den Tagesordnungspunkten „Angelegenheiten, die sich aus Resolutionen und Beschlüssen der Weltgesundheitsversammlung BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 56 und des Exekutivrates ergeben“ und „Fortschrittsberichte“ sind nur in Form schriftlicher Erklärungen möglich. 9. Schriftliche Erklärungen bleiben bis zur Annahme des Berichts über das RC71 in der Sprache, in der sie eingereicht wurden, auf der Website von WHO/Europa eingestellt. Der Inhalt der schriftlichen Erklärungen wird gemäß der üblichen Praxis in dem Bericht über das RC71 zusammengefasst bzw. wiedergegeben. 10. Unbeschadet der Regeln 25 und 26 a sollte ein Mitglied, das einen Antrag zur Geschäftsordnung stellen oder sein Recht auf eine Antwort zu einer im Rahmen des Regionalkomitees abgegebenen mündlichen Erklärung ausüben möchte, dies signalisieren. Es gilt als vereinbart, dass gemäß gängiger Praxis das Recht auf eine Antwort zu einer mündlichen Erklärung zum Ende der betreffenden Sitzung ausgeübt wird. 11. Ein Mitglied, das sein Recht auf eine Antwort zu einer schriftlichen Erklärung ausüben möchte, sollte dies in schriftlicher Form so bald wie möglich, in jedem Fall aber binnen 10 Werktagen nach dem Ende der betreffenden virtuellen Sitzung tun. Ein Mitglied, das sein Recht auf eine Antwort zu einer schriftlichen Erklärung ausüben möchte, die in Erwiderung auf seine vorherige schriftliche Erklärung eingereicht wurde, sollte dies in schriftlicher Form so bald wie möglich, in jedem Fall aber binnen 15 Werktagen nach dem Ende der betreffenden virtuellen Sitzung tun. Der Inhalt der derart übermittelten Erklärungen wird gemäß der üblichen Praxis in dem Bericht über das RC71 zusammengefasst bzw. wiedergegeben. Anmeldung und Beglaubigungsschreiben 12. Für die Online-Anmeldung gilt die übliche Praxis. Zusätzliche Informationen hierzu sind dem diesbezüglichen Rundschreiben zu entnehmen. 13. In Übereinstimmung mit Regel 3 der Geschäftsordnung sind die Namen der Vertreter, im Falle der Mitglieder in Form eines Beglaubigungsschreibens, dem WHO-Regionaldirektor für Europa möglichst 15 Tage vor Eröffnung der Tagung des Regionalkomitees auf elektronischem Wege mitzuteilen. Angesichts der Notwendigkeit, einen virtuellen Zugang zu der Tagung zu ermöglichen, sind alle Beglaubigungsschreiben und Listen von Vertretern elektronisch zu übermitteln. 14. In Übereinstimmung mit Regel 14.2.10 h) der Geschäftsordnung prüft eine Untergruppe von drei Mitgliedern des SCRC vor Eröffnung des RC71, ob die Beglaubigungsschreiben der Mitglieder den Anforderungen der Geschäftsordnung entsprechen, und erstattet dem Regionalkomitee während der Eröffnung der Tagung entsprechend Bericht, damit dieses einen entsprechenden Beschluss fassen kann. Die Untergruppe soll zudem beurteilen, ob die nach Eröffnung der Tagung eingehenden Beglaubigungsschreiben den Anforderungen der Geschäftsordnung entsprechen, und umgehend dem Regionalkomitee Bericht erstatten. Öffentlichkeit der Tagungen 15. Die virtuelle Tagung des Regionalkomitees wird gemäß der üblichen Praxis über die Website von WHO/Europa übertragen. Ausgenommen hiervon ist die Sitzung zum Tagesordnungspunkt „Wahlen und Nominierungen“. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 57 Beschlussfassung 16. Für sämtliche im Laufe der virtuellen Tagung gefassten Beschlüsse des Regionalkomitees ist so weit wie möglich ein Konsens zu erreichen. In jedem Fall wird angesichts des virtuellen Formats der Tagung und der technischen Unmöglichkeit, zum jetzigen Zeitpunkt die Geheimhaltung der Stimmabgabe zu gewährleisten, kein Beschluss durch Handzeichen oder in geheimer Abstimmung gefasst. 17. Für den Fall, dass eine Stimmabgabe erforderlich ist, erfolgt diese durch namentliche Abstimmung über das virtuelle System. Während einer namentlichen Abstimmung wird für den Fall, dass ein Delegierter bzw. eine Delegierte aus welchem Grund auch immer keine Stimme abgibt, dieser bzw. diese Delegierte nach Abschluss des ersten Durchgangs ein zweites Mal aufgefordert, seine bzw. ihre Stimme abzugeben. Gibt der bzw. die betreffende Delegierte auch im zweiten Durchgang seine bzw. ihre Stimme nicht ab, wird die betreffende Delegation als abwesend vermerkt. 18. Kurze Erläuterungen zur Stimmabgabe können, sofern sie nicht mündlich erfolgen, schriftlich binnen drei Werktagen nach dem Ende der betreffenden virtuellen Sitzung eingereicht werden. Der Inhalt dieser Erklärungen zur Erläuterung der Stimmabgabe wird gemäß der üblichen Praxis in dem Bericht über das RC71 zusammengefasst bzw. wiedergegeben. 19. Das Regionalkomitee soll sich nach Kräften bemühen, in Übereinstimmung mit Regel 14.2.2 b) der Geschäftsordnung für die Wahlen und Nominierungen einen Konsens zu erreichen. Sollte sich dies bezüglich der freien Sitze in einer bestimmten Untergruppe für ein bestimmtes leitendes Organ als unmöglich erweisen, werden die Wahlen und Nominierungen im Einklang mit den vorliegenden Verfahren in geheimer Briefwahl durchgeführt. Binnen zehn Tagen nach dem Ende der virtuellen 71. Tagung des Regionalkomitees wird der Regionaldirektor jedem Mitgliedstaat, der sich zur Teilnahme am RC71 angemeldet hatte und an der virtuellen Tagung teilgenommen hat, einen Stimmzettel sowie einen handelsüblichen Briefumschlag zusenden und die Modalitäten der Stimmabgabe gemäß Regel 46 der Geschäftsordnung bestätigen. Darüber hinaus wird der Regionaldirektor die Frist zur Abgabe der Stimmzettel bei der Zentrale in Kopenhagen festlegen. Die Mitgliedstaaten werden gebeten, ihre Stimmzettel in den handelsüblichen Briefumschlag zu stecken, diesen zu verschließen und per Kurier oder Einschreiben in einem weiteren verschlossenen, mit dem Wort „Vertraulich“ gekennzeichneten Umschlag an die Zentrale zu übersenden. In Übereinstimmung mit Regel 43 der Geschäftsordnung werden zwei vom Vorsitzenden ausgewählte Stimmzähler in die Zentrale eingeladen, um die Briefumschläge zu öffnen und bei der Auszählung der Stimmen zu helfen. Mitgliedstaaten, die sich zur Teilnahme am RC71 angemeldet hatten und an der virtuellen Tagung teilgenommen haben, werden vorab über den Termin der Auszählung informiert und können das Verfahren aus der Ferne verfolgen. Ist die Zahl der Bewerber, die die erforderliche Mehrheit erhalten haben, geringer als die Zahl der zu besetzenden Ämter, wird ein zusätzlicher Wahlgang durchgeführt, wie in Regel 46 der Geschäftsordnung unter den gleichen Voraussetzungen vorgesehen. Resolutionen und Beschlüsse 20. Unbeschadet der Regel 22 a der Geschäftsordnung sind inhaltliche Änderungsanträge zu Resolutions- und Beschlussentwürfen schriftlich einzubringen und mindestens 24 Stunden vor Eröffnung der virtuellen Tagung des Regionalkomitees an den Regionaldirektor zu übermitteln. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 58 Der Regionaldirektor verteilt Kopien solcher Änderungsanträge spätestens zu Beginn des ersten Tages der Tagung an die Delegationen. 21. In Übereinstimmung mit Regel 22 c sind Änderungsvorschläge vom Präsidium des Regionalkomitees und dem Regionaldirektor im Hinblick auf die Vorlage eines überarbeiteten Resolutions- oder Beschlussentwurfs an das Regionalkomitee zwecks Annahme vor Vertagung der Tagung zu prüfen. Ist eine Annahme des überarbeiteten Resolutions- oder Beschlussentwurfs vor dem Ende der Tagung nicht möglich, kann das Regionalkomitee beschließen, eine offene Arbeitsgruppe einzusetzen, die nach Vertagung der Tagung in virtueller Form zusammenkommen wird. Diese Arbeitsgruppe wird den ursprünglichen formellen Vorschlag und die zugehörigen Änderungen prüfen und sich binnen zwei Wochen nach ihrer ersten Sitzung um die Erreichung eines Konsenses bemühen. Sollte ein Konsens nicht möglich sein, wird der Vorschlag als hinfällig erachtet. Erreicht die Arbeitsgruppe einen Konsens, so übermittelt der Regionaldirektor den Vorschlag an die Mitgliedstaaten zwecks Prüfung im Rahmen eines vereinfachten schriftlichen Verfahrens. Diese Mitteilung enthält den Wortlaut des zu prüfenden Vorschlags sowie eine Frist für den Eingang etwaiger Einwände vonseiten der Mitgliedstaaten. Die Frist endet 14 Tage nach Versendung der Mitteilung. Nur Mitgliedstaaten, die formal Einwände gegen den Vorschlag haben, müssen schriftlich und fristgerecht auf die Mitteilung antworten. Wenn eine Mehrheit der Mitgliedstaaten bis zu der gesetzten Frist formal schriftlich Einwände erhebt, gilt der Vorschlag als vom Regionalkomitee abgelehnt. Anderenfalls gilt der Vorschlag gemäß Regel 39 als vom Regionalkomitee rechtsgültig angenommen. Der Regionaldirektor informiert die Mitgliedstaaten über das Ergebnis des schriftlichen Verfahrens und der finale Bericht über die Tagung des Regionalkomitees wird eine Zusammenfassung des durchgeführten Verfahrens und die angenommene(n) Resolution(en) bzw. den/die angenommenen Beschluss/Beschlüsse enthalten. Sprachgebrauch 22. Um Missverständnisse auszuschließen, wird angemerkt, dass Regel 20 der Geschäftsordnung weiterhin Anwendung findet, wonach in einer der Arbeitssprachen des Regionalkomitees vorgebrachte mündliche Beiträge in die anderen Arbeitssprachen verdolmetscht werden. 23. Die Mitgliedstaaten können, wenn sie möchten, Übersetzungen ihrer eingereichten schriftlichen Erklärungen in eine oder mehrere Arbeitssprachen des Regionalkomitees vorlegen. Diese Übersetzungen sollten jedoch deutlich mit der Aufschrift „inoffizielle Übersetzung“ gekennzeichnet sein. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 59 EUR/RC71(2). Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren: Akkreditierung und Verlängerung der Akkreditierung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren, die keine offiziellen Beziehungen zur WHO unterhalten, im Hinblick auf deren Teilnahme an Tagungen des WHO-Regionalkomitees für Europa Das Regionalkomitee – in der Erkenntnis, dass nichtstaatliche Akteure eine wichtige Rolle bei der Förderung der öffentlichen Gesundheit auf globaler, regionsweiter, nationaler und gemeinschaftlicher Ebene spielen, in Anerkennung der Bedeutung der Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren sowie der aktiven Beteiligung nichtstaatlicher Akteure an den Steuerungsprozessen der WHO in Einklang mit den Regeln und Vorschriften der Organisation, nach Prüfung des Berichts über die Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren: Akkreditierung und dreijährliche Überprüfung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren, die keine offiziellen Beziehungen zur WHO unterhalten, im Hinblick auf deren Teilnahme an Tagungen des WHO-Regionalkomitees für Europa1 – 1. BRINGT seine Dankbarkeit für die kontinuierlichen Bemühungen nichtstaatlicher Akteure um die Vorantreibung der gesundheitspolitischen Ziele sowohl auf Ebene der Europäischen Region als auch weltweit ZUM AUSDRUCK; 2. BESCHLIESST, gemäß dem Rahmen für die Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren2 folgenden nichtstaatlichen Akteuren eine Akkreditierung zu gewähren: a) European Association for Palliative Care, b) European Disability Forum, c) European Heart Network, d) European Network for Smoking and Tobacco Prevention, e) European Society of Cardiology, und f) Mental Health Europe; 3. BESCHLIESST, den Akkreditierungsstatus der folgenden nichtstaatlichen Akteure für weitere drei Jahre zu verlängern: a) Alzheimer Europe, b) Association for Medical Education in Europe, c) Center for Health Policy and Studies, d) Centre for Regional Policy Research and Cooperation (Studiorum), e) Eurocare (European Alcohol Policy Alliance), 1 Dokument EUR/RC71/15. 2 Siehe Anhang der Resolution WHA69.10 (2016). BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 60 f) EuroHealthNet, g) European Association for the Study of the Liver, h) European Cancer Organisation, i) European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients’ Associations, j) European Federation of the Associations of Dietitians, k) European Forum for Primary Care, l) European Forum of Medical Associations, m) European Forum of National Nursing and Midwifery Associations, n) European Medical Students’ Association, o) European Public Health Alliance, p) European Public Health Association, q) Health Care Without Harm, r) Standing Committee of European Doctors, und s) Wemos. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 61 Anhang 1: Tagesordnung 1. Eröffnung der Tagung a) Wahl des Präsidenten, des Exekutivpräsidenten, des Stellvertretenden Exekutivpräsidenten und des Berichterstatters b) Annahme der besonderen Regeln und Verfahren c) Annahme der Tagesordnung, des Programms und des kommentierten Programms d) Bericht des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa 2. Ansprachen a) Ansprache des Generaldirektors der WHO: Die gesundheitliche Situation in der Welt b) Ansprache des WHO-Regionaldirektors für Europa: Die gesundheitliche Situation in der Europäischen Region der WHO c) Ansprache Ihrer Königlichen Hoheit der Kronprinzessin von Dänemark, Schirmherrin von WHO/Europa 3. Lehren aus der COVID-19-Pandemie: Vorsorge für die nächste Pandemie 4. Bericht der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung: Empfehlungen und Fazit 5. Das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung in der Zeit nach COVID-19 6. Europäische Impfagenda 2030: Mehr Gesundheit für die Zukunft 7. Das Bündnis für psychische Gesundheit: auf dem Weg zu einer Ökonomie des Wohlergehens 8. EPW 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“: Überwachung von Fortschritten bei seiner Umsetzung 9. Programmhaushalt der WHO und nachhaltige Finanzierung 10. Geschlossene Sitzung: Wahlen und Nominierungen a) Nominierung von zwei Mitgliedern für den Exekutivrat b) Wahl von vier Mitgliedern des Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa c) Wahl eines Mitglieds in Kategorie 2 des Ausschusses für Grundsatz- und Koordinationsfragen (PCC) des Sonderprogramms zur Forschung, Entwicklung und Wissenschaftlerausbildung im Bereich der menschlichen Reproduktion (HRP) 11. Ein zwecktaugliches WHO/Europa mit mehr Durchschlagskraft in den Ländern BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 62 12. Akkreditierung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren im Hinblick auf eine Teilnahme an Tagungen des WHO-Regionalkomitees für Europa und Überprüfung des Akkreditierungsstatus der im Jahr 2018 akkreditierten nichtstaatlichen Akteure 13. Angelegenheiten, die sich aus Resolutionen und Beschlüssen der Weltgesundheitsversammlung und des Exekutivrates ergeben 14. Fortschrittsberichte 15. Bestätigung von Ort und Zeitpunkt der ordentlichen Tagungen des Regionalkomitees 16. Sonstige Angelegenheiten 17. Abschluss der Tagung BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 63 Anhang 2: Liste der Dokumente Arbeitsdokumente EUR/RC71/1 Vorläufige Tagesordnung EUR/RC71/1 (interactive) Vorläufige interaktive Tagesordnung EUR/RC71/2 Vorläufiges Programm EUR/RC71/2 (annotated) Vorläufiges kommentiertes Programm EUR/RC71/3 Bericht des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa EUR/RC71/3 Add.1 Bericht über die fünfte Tagung EUR/RC71/4 Bericht des Regionaldirektors über die Arbeit von WHO/Europa im Zeitraum 2020–2021 EUR/RC71/5 Entwicklung des Messrahmens für das Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025 EUR/RC71/6 Rev.1 Bekämpfung der COVID-19-Pandemie: Bisherige Lehren aus der Europäischen Region der WHO EUR/RC71/7 Grundlegende Umgestaltung von Gesundheitssystemen im digitalen Zeitalter während der COVID-19- Pandemie EUR/RC71/8 Bericht über die Paneuropäische Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung – Überdenken der politischen Prioritäten vor dem Hintergrund von Pandemien EUR/RC71/9 Das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung: Lehren aus der COVID-19-Pandemie und Folgen für den künftigen Kurs in der Europäischen Region der WHO EUR/RC71/10 Die Europäische Impfagenda 2030 EUR/RC71/11 Der Handlungsrahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2021–2025) und das neue Bündnis für psychische Gesundheit EUR/RC71/12 Plan für die Umsetzung des Programmhaushalts 2022– 2023 in der Europäischen Region der WHO im Kontext des Europäischen Arbeitsprogramms EUR/RC71/13 Mitgliedschaft in Organen und Ausschüssen der WHO EUR/RC71/13 Add.1 Mitgliedschaft in Organen und Ausschüssen der WHO BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 64 EUR/RC71/14 Ein zwecktaugliches WHO/Europa mit mehr Durchschlagskraft in den Ländern EUR/RC71/15 Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren: Akkreditierung und dreijährliche Überprüfung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren, die keine offiziellen Beziehungen zur WHO unterhalten, im Hinblick auf deren Teilnahme an Tagungen des WHO-Regionalkomitees für Europa EUR/RC71/16 Angelegenheiten, die sich aus Resolutionen und Beschlüssen der Weltgesundheitsversammlung und des Exekutivrates der WHO ergeben – Bedeutung für die Europäische Region EUR/RC71/17(A) Abschlussbericht zum Europäischen Impfaktionsplan (2015–2020) EUR/RC71/17(B) Abschlussbericht über die Umsetzung der Prioritäten für die Stärkung der Gesundheitssysteme in der Europäischen Region der WHO im Zeitraum 2015– 2020: Verwirklichung der Vorsätze für mehr Bürgernähe EUR/RC71/17(C) Fortschrittsbericht über die Umsetzung des Handlungsrahmens für die Europäische Region der WHO: Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Arbeitskräfteangebot im Gesundheitswesen EUR/RC71/17(D) Rev.1 Halbzeitbilanz über den Aktionsplan zur Verbesserung von Vorsorge- und Bewältigungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2018–2023) EUR/RC71/17(E) Abschlussberichte über die Umsetzung 1. des Europäischen Aktionsplans für psychische Gesundheit (2013–2020) und 2. der Erklärung und des Aktionsplans der Europäischen Region der WHO zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen mit geistigen Behinderungen und ihren Familien (2011–2020) EUR/RC71/17(F) Fortschrittsbericht zur Umsetzung des Europäischen Aktionsplans Nahrung und Ernährung (2015–2020) EUR/RC71/17(G) Fortschrittsbericht über die Umsetzung des Prozesses Umwelt und Gesundheit in Europa EUR/RC71/17(H) Fortschrittsbericht über den Fahrplan zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung auf der Grundlage von Gesundheit 2020, dem Rahmenkonzept der Europäischen Region für Gesundheit und Wohlbefinden EUR/RC71/17(I) Rechnungsprüfung und Regelkonformität BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 65 Resolutionsentwürfe und Beschlussentwürfe EUR/RC71/CONF./1 Beschluss (Entwurf) – Besondere Regeln und Verfahren für die in virtueller Form stattfindende 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa EUR/RC71/CONF./2 Resolution (Entwurf) – Bericht des Achtundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa EUR/RC71/CONF./3 Resolution (Entwurf) – Bericht des Regionaldirektors über die Arbeit von WHO/Europa im Zeitraum 2020– 2021 EUR/RC71/CONF./4 Resolution (Entwurf) – Messrahmen für das Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025 EUR/RC71/CONF./4 Add.1 Finanzielle und administrative Auswirkungen von dem Regionalkomitee zur Annahme vorgelegten Resolutionsentwürfen auf das Sekretariat EUR/RC71/CONF./5 Zurückgezogen EUR/RC71/CONF./6 Resolution (Entwurf) – Das Potenzial der primären Gesundheitsversorgung: Lehren aus der COVID-19- Pandemie und Folgen für den künftigen Kurs in der Europäischen Region der WHO EUR/RC71/CONF./6 Add.1 Finanzielle und administrative Auswirkungen von dem Regionalkomitee zur Annahme vorgelegten Resolutionsentwürfen auf das Sekretariat EUR/RC71/CONF./7 Resolution (Entwurf) – Die Europäische Impfagenda 2030 EUR/RC71/CONF./7 Add.1 Finanzielle und administrative Auswirkungen von dem Regionalkomitee zur Annahme vorgelegten Resolutionsentwürfen auf das Sekretariat EUR/RC71/CONF./8 Resolution (Entwurf) – Handlungsrahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO (2021–2025) EUR/RC71/CONF./8 Add.1 Finanzielle und administrative Auswirkungen von dem Regionalkomitee zur Annahme vorgelegten Resolutionsentwürfen auf das Sekretariat EUR/RC71/CONF./9 Rev.1 Resolution (Entwurf) – Nachhaltige Finanzierung der WHO in der Europäischen Region BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 66 EUR/RC71/CONF./10 Beschluss (Entwurf) – Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren: Akkreditierung und Verlängerung der Akkreditierung von in der Europäischen Region tätigen nichtstaatlichen Akteuren, die keine offiziellen Beziehungen zur WHO unterhalten, im Hinblick auf deren Teilnahme an Tagungen des WHO-Regionalkomitees für Europa EUR/RC71/CONF./11 Resolution (Entwurf) – Ort und Zeitpunkt der ordentlichen Tagungen des Regionalkomitees für Europa in den Jahren 2022 und 2023 Informationsdokumente EUR/RC71/INF./1 Überblick über die Umsetzung des Programmhaushalts 2020–2021 in der Europäischen Region der WHO EUR/RC71/INF./2 Messrahmen für das Europäische Arbeitsprogramm 2020–2025: Ansatz, Zielvorgaben, Indikatoren und Etappenziele EUR/RC71/INF./3 Europäischer Gesundheitsbericht 2021 EUR/RC71/INF./4 Eine Chronologie der Reaktion der WHO auf die COVID-19-Pandemie in der Europäischen Region der WHO EUR/RC71/INF./5 Nachhaltige Finanzierung der WHO in der Europäischen Region EUR/RC71/INF./6(A) Nachhaltige Finanzierung EUR/RC71/INF./6(B) Größere Anstrengungen im Bereich der Lebensmittelsicherheit EUR/RC71/INF./6(C) Globale Maßnahmen im Bereich der Epilepsie und anderer neurologischer Störungen EUR/RC71/INF./6(D) Verringerung der Krankheitslast aufgrund nichtübertragbarer Krankheiten durch Stärkung der Prävention und Bekämpfung von Diabetes EUR/RC71/INF./6(E) Ein beschleunigtes Vorgehen gegen den schädlichen Alkoholkonsum EUR/RC71/INF./6(F) Mundgesundheit EUR/RC71/INF./7 Präsenz und Tätigkeit von WHO/Europa in den Ländern EUR/RC71/INF./8 Mitgliedschaft in Organen und Ausschüssen der WHO: Leitfaden für das Beurteilungsverfahren und die Kriterien für Nominierungen und Wahlen BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 67 EUR/RC71/INF./9 Zusammenfassung der Antworten von Mitgliedstaaten aus der Europäischen Region der WHO auf Fragen der Arbeitsgruppe für nachhaltige Finanzierung Hintergrunddokumente EUR/RC71/BG/1 Health and well-being in the voluntary national reviews of the 2030 Agenda for Sustainable Development in the WHO European Region 2016–2020 EUR/RC71/BG/2 Health and well-being and the 2030 Agenda for Sustainable Development in the WHO European region: an analysis of policy development and implementation EUR/RC71/BG/3 Primary Health Care Country Vignettes. Transforming primary health care during the pandemic EUR/RC71/BG/4 Action required to address the impacts of the COVID 19 pandemic on mental health and service delivery systems in the WHO European Region. Recommendations from the Technical Advisory Group on the Mental Health Impacts of COVID-19 in the WHO European Region EUR/RC71/BG/5 Athens Mental Health Summit Declaration. Actions required to address the impact of the COVID-19 pandemic on mental health and service delivery systems in the WHO European Region EUR/RC71/BG/6 Digital Health Country Vignettes EUR/RC71/BG/7 Overview of WHO/Europe Resources (as at July 2021) EUR/RC71/BG/8 European Immunization Agenda 2030: draft for the Seventy-first Regional Committee for Europe EUR/RC71/BG/9 European Immunization Agenda 2030 (EIA 2030) EUR/RC71/BG/10 WHO European Framework for Action on Mental Health 2021–2025: draft for the Seventy-first Regional Committee for Europe EUR/RC71/BG/11 Results of the Member States’ web-based consultation on the draft progress report on implementation of the Action Plan to Improve Public Health Preparedness and Response in the WHO European Region, 2018–2023 EUR/RC71/BG/12 Drawing light from the pandemic: a new strategy for health and sustainable development EUR/RC71/BG/13 Evidence Review. Drawing light from the pandemic: a new strategy for health and sustainable development. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 68 EUR/RC71/BG/14 High-Level European Expert Group proposing a roadmap towards stabilization of the COVID-19 pandemic in the European Region Sonstige Dokumente EUR/RC71/DIV./1 Vorläufige Liste der Dokumente BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 69 Anhang 3: Liste der Delegierten und anderen Teilnehmer I. Mitgliedstaaten Albanien Repräsentant(en) Ogerta Manastirliu Ministerin für Gesundheit und soziale Sicherheit, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit I. E. Elida Petoshati Außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin, Botschaft der Republik Albanien Stellvertreter Etiola Kola Beraterin, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit Alida Mici Leiterin, Direktion für Integration, Koordination, Vereinbarungen und Hilfe, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit Berater Aurel Kapllani Medienberater der Ministerin, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit Bevis Fusha Medienberater der Ministerin, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit Andorra Repräsentant(en) Joan Martinez Benazet Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Helena Mas Santuré Staatssekretärin, Gesundheitsministerium Berater Dr. Josep Romagosa Massana Systemtechniker im Gesundheitsinformationssystem, Nationale Anlaufstelle der WHO, Gesundheitsministerium Cristina Pérez Vázquez Dritte Sekretärin, Ständige Vertretung Andorras bei den Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 70 Armenien Repräsentant(en) Anahit Avanesyan Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Dr. Lena Nanushyan Stellvertretende Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Stellvertreter Armen Melkonyan Leiter, Abteilung Internationale Beziehungen, Gesundheitsministerium Armine Petrosyan Zweite Sekretärin, Ständige Vertretung der Republik Armenien bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Emma Harutyunyan Attaché, Ständige Vertretung der Republik Armenien bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Aserbaidschan Repräsentant(en) Dr. Teymur Musayev Kommissarischer Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Dr. Viktor Gasimov Stellvertretender Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Stellvertreter Emin Mammadov Leiter, Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheitsministerium Dr. Gulsum Gurbanova Stellvertretende Leiterin, Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheitsministerium Berater Arzu Ibrahimova Leitende Sachverständige, Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheitsministerium Belarus Repräsentant(en) Dr. Dmitry Pinevich Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Anatoli Hrushkousky Leiter, Abteilung Internationale Beziehungen, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 71 Stellvertreter Dmitry Nikalayenia Botschaftsrat, Ständige Vertretung der Republik Belarus bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Belgien Repräsentant(en) Prof. Frank Vandenbroucke Vizepremierminister und Minister der Sozialen Angelegenheiten und der Volksgesundheit, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Stellvertreter S. E. Marc Pecsteen de Buytswerve Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter und Ständiger Vertreter, Ständige Vertretung Belgiens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Tom Auwers Generalsekretär, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Berater Lieven De Raedt Strategischer Berater, Leiter der Abteilung Internationale Beziehungen, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Isabel Moens Beraterin, Kabinett von Minister Frank Vandenbroucke, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Anna Kubina Beraterin, Kabinett des Ministers, Abteilung Internationale Beziehungen und gesundheitliche Notlagen, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Pieter Vermaerke Botschaftsrat für Umwelt- und Gesundheitsfragen, Ständige Vertretung Belgiens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Anne Swaluë Attaché, Internationale Beziehungen, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Axel Van Weyndendaele Stellvertretender Generaldirektor, Direktion Unterstützung, internationale und externe Beziehungen, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 72 Sander Spanoghe Referent, Flämische Regierung, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Solvejg Wallyn Referentin, Flämische Agentur für Gesundheit und Pflege Dr. Caroline Boulouffe Ärztin, Regionalinspekteurin für Volksgesundheit, Amt für Lebensqualität Nicolas Majewski Attaché, Direktion Unterstützung, internationale und externe Beziehungen, Amt für Lebensqualität Bosnien und Herzegowina Repräsentant(en) I. E. Dr. Nermina Kapetanovic Botschafterin, Ständige Vertretung Bosnien und Herzegowinas bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Dr. Alen Seranic Minister für Gesundheit und Soziales, Ministerium für Gesundheit und Soziales, Republika Srpska Stellvertreter Dr. Dušan Kojić Koordinator für das Gesundheitswesen, Ministerium für Zivilverwaltung Dr. Goran Čerkez Stellvertretender Minister, Förderales Gesundheitsministerium Dr. Anđa Nikolić Leiterin, Referat Öffentliche Gesundheit, Abteilung Gesundheit und andere Leistungen, Regierung des Bezirks Brčko Berater Daniela Colic Botschaftsrätin, Ständige Vertretung Bosnien und Herzegowinas bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Igor Babic Botschaftsrat, Ständige Vertretung Bosnien und Herzegowinas bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Bulgarien Repräsentant(en) Dr. Angel Kunchev Leitender Staatlicher Gesundheitsinspektor, Gesundheitsministerium Dr. Hristo Hinkov Leiter, Staatliches Zentrum für öffentliche Gesundheit und Analysen BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 73 Stellvertreter Prof. Plamen Dimitrov Stellvertretender Leiter, Staatliches Zentrum für öffentliche Gesundheit und Analysen Olga Sotirova Staatliche Sachverständige, Direktorat für europäische Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Evgeniya Ivanova Zweite Sekretärin, Direktion für Menschenrechte, Außenministerium Dänemark Repräsentant(en) Magnus Heunicke Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Dr. Søren Brostrøm Generaldirektor, Dänische Gesundheitsbehörde Stellvertreter Svend Særkjær Ständiger Staatssekretär, Gesundheitsministerium Dorte Bech Vizard Stellvertretende Ständige Staatssekretärin für Patientensicherheit und globale Gesundheitspolitik, Gesundheitsministerium Berater Aka Olesen Stellvertretende Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Hanne Charlotte Findsen Leiterin, Abteilung Auswärtige Angelegenheiten, Gesundheitsministerium Dr. Helene Bilsted Probst Stellvertretende Generaldirektorin, Dänische Gesundheitsbehörde Signe Skov Refstrup Beraterin des Ministers, Gesundheitsministerium Nanna Olesen Svejborg Leitende Politische Beraterin, Gesundheitsministerium Kåre Geil Leitender Berater, Gesundheitsministerium Emil Hveisel Kjeldsmark Sonderberater, Gesundheitsministerium Laura Sofie Daugaard Jensen Leiterin, Referat Arzneimittelpolitik und internationale Angelegenheiten, Nationale Anlaufstelle der WHO, Gesundheitsministerium Sofie Ciliane Kofoed Referatsleiterin, Dänische Gesundheitsbehörde BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 74 Antoinette Marie Jørgensen van de Vijver Praktikantin, Gesundheitsministerium Rasmus Jønsson Sonderberater des Gesundheitsministers, Gesundheitsministerium Søs Schack Nielsen Persönliche Referentin des Ministers, Gesundheitsministerium Esther Løffler Persönliche Referentin des Ministers, Gesundheitsministerium Anna Hemmingsen Persönliche Referentin des Ministers, Gesundheitsministerium Michelle Aagaard Persönliche Referentin des Ministers, Gesundheitsministerium Deutschland Repräsentant(en) Jens Spahn Bundesminister für Gesundheit, Bundesministerium für Gesundheit Stellvertreter I. E. Dr. Katharina Stasch Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Ingo Behnel Leiter der Zentralabteilung, Europa und Internationales, Abteilung Z, Bundesministerium für Gesundheit Dagmar Reitenbach Leiterin, Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Björn Kümmel Stellvertretender Leiter, Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Berater Jürgen Dusel Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Bundesministerium für Arbeit und Soziales Dr. Anna-Babette Stier Leiterin, Unterabteilung Gesundheitsschutz und Nachhaltigkeit, Bundesministerium für Gesundheit Ulrich Dietz Leiter, Referat Fachkräfte Ausland, Migration und Integration, Bundesministerium für Gesundheit BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 75 Thomas Ifland Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Dr. Pieter de Coninck Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Helle Fordyce Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Dr. Sinan Akdeniz Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Claudia Wodtke Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Chris Braun Referat Globale Gesundheitspolitik, Bundesministerium für Gesundheit Carolin Charlotte Briem Botschaftsrätin, Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Simon Brombeiss Erster Sekretär, Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Estland Repräsentant(en) Tanel Kiik Minister für Gesundheit und Arbeit, Ministerium für Soziales Heidi Alasepp Stellvertretende Generalsekretärin für Gesundheit, Ministerium für Soziales Stellvertreter I. E. Katrin Saarsalu-Layachi Außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Republik Estland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Triin Uusberg Leiterin, Abteilung Europäische und internationale Koordination, Ministerium für Soziales Berater S. E. William Mart Laanemäe Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Botschaft der Republik Estland Heli Laarmann Leiterin, Abteilung Öffentliche Gesundheit, Ministerium für Soziales Elen Ohov Beraterin, Abteilung Europäische Union und internationale Zusammenarbeit, Ministerium für Soziales BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 76 Kaisa Mitt-Alvarez Dritte Botschaftssekretärin, Ständige Vertretung Estlands bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Finnland Repräsentant(en) Krista Kiuru Ministerin für Familie und Soziales, Ministerium für Soziales und Gesundheit Stellvertreter Eila Mäkipää Staatssekretärin, Ministerium für Soziales und Gesundheit Dr. Päivi Sillanaukee Botschafterin für Gesundheit und Wohlbefinden, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Outi Kuivasniemi Leiterin, Abteilung Internationale Angelegenheiten, Ministerium für Soziales und Gesundheit Taru Koivisto Direktorin, Ministerium für Soziales und Gesundheit Dr. Eero Lahtinen Botschaftsrat, Ständige Vertretung Finnlands bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Berater Mika Salminen Leiterin der Abteilung Gesundheitssicherheit, Finnisches Institut für Gesundheit und Soziales Dr. Anni Riitta Virolainen-Julkunen Medizinische Beraterin, Ministerium für Soziales und Gesundheit Dr. Sari Ekholm Leitende medizinische Referentin, Ministerium für Soziales und Gesundheit Tiina Laatikainen Leiterin der Abteilung Öffentliche Gesundheit und Soziales, Finnisches Institut für Gesundheit und Soziales Tuula Kieseppä Leitende medizinische Referentin, Ministerium für Soziales und Gesundheit Sarita Friman Ministerberaterin, Ministerium für Soziales und Gesundheit Kaisa Lähdepuro Leitende Sachverständige, Referat Internationale Angelegenheiten, Ministerium für Soziales und Gesundheit BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 77 Frankreich Repräsentant(en) Dr. Olivier Véran Minister für Solidarität und Gesundheit, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Prof. Jérôme Salomon Generaldirektor für Gesundheit, Generaldirektion für Gesundheit, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Stellvertreter Dimitri Grygowski Berater, Büro des Ministers für Solidarität und Gesundheit, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Antoine Saint-Denis Delegierter, Delegation für europäische und internationale Angelegenheiten, Generalsekretariat der Sozialministerien, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Céline Place Stellvertretende Leiterin, Referat Wirtschafts- und Haushaltsfragen, Direktion Vereinte Nationen, Internationale Organisationen, Menschenrechte und Frankophonie, Ministerium für Europa und Auswärtige Angelegenheiten Joan Valadou Stellvertretender Leiter, Referat Menschliche Entwicklung, Direktion Nachhaltige Entwicklung, Ministerium für Europa und Auswärtige Angelegenheiten Virginie Delattre Escudié Leiterin, Referat Internationale Gesundheitspolitik und internationale Beziehungen, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Christine Berling Leiterin, Referat Internationale und europäische Angelegenheiten, Generaldirektion Gesundheit, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Serawit Bruck-Landais Leiterin, Referat Menschliche Entwicklung, Direktion Nachhaltige Entwicklung, Ministerium für Europa und Auswärtige Angelegenheiten Sana de Courcelles Botschaftsrätin für Gesundheitsfragen, Ständige Vertretung Frankreichs bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Bernard Derebergue Botschaftsrat für politische Fragen, Ständige Vertretung Frankreichs bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Antoine Schwoerer Berater, Generaldirektion Gesundheit, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Marika Valtier Mitglied, Zentrum für Gesundheitskrisen, Ministerium für Solidarität und Gesundheit BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 78 Nolwenn Leon Redakteurin, Referat Menschliche Entwicklung, Direktion Nachhaltige Entwicklung, Ministerium für Europa und Auswärtige Angelegenheiten Ariane Lathuille Redakteurin, Referat Wirtschafts- und Haushaltsfragen, Direktion Vereinte Nationen, Internationale Organisationen, Menschenrechte und Frankophonie, Ministerium für Europa und Auswärtige Angelegenheiten Roxane Berjaoui Leiterin, Referat Internationale und europäische Angelegenheiten, Generaldirektion Gesundheit, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Camille Elissalde Sachbearbeiterin, Delegation für europäische und internationale Angelegenheiten, Generalsekretariat der Sozialministerien, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Eva Brocard Sachbearbeiterin, Delegation für europäische und internationale Angelegenheiten, Generalsekretariat der Sozialministerien, Ministerium für Solidarität und Gesundheit Marion Briquet-Mosalo Gesundheitsattaché, Ständige Vertretung Frankreichs bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Georgien Repräsentant(en) Ekaterine Tikaradze Ministerin, Ministerium für Binnenvertriebene aus den besetzten Gebieten, Arbeit, Gesundheit und Soziales Tamar Gabunia Erste Stellvertretende Ministerin, Nationale Anlaufstelle, Ministerium für Binnenvertriebene aus den besetzten Gebieten, Arbeit, Gesundheit und Soziales Stellvertreter S. E. Alexander Maisuradze Ständiger Vertreter, Ständige Vertretung Georgiens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Tinatin Khardziani Geschäftsführende Leiterin der Verwaltung, Ministerium für Binnenvertriebene aus den besetzten Gebieten, Arbeit, Gesundheit und Soziales Berater Ekaterine Khositashvili Botschaftsrätin, Ständige Vertretung Georgiens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 79 Griechenland Repräsentant(en) Athanasios Plevris Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Irland Repräsentant(en) Stephen Donnelly Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Jonathan Patchell Leiter der Abteilung Internationales, Gesundheitsministerium Stellvertreter Richard O’Neill Zweiter Sekretär, Ständige Vertretung Irlands bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Fergal Horgan Dritter Sekretär, Ständige Vertretung Irlands bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Adam Monaghan Referent, Gesundheitsministerium Berater Paul Troy Gesundheitsberater, Ständige Vertretung Irlands bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Iverna Higgins Leitende Referentin, Gesundheitsministerium Robert Carrick Referent, Gesundheitsministerium Island Repräsentant(en) Ásta Valdimarsdóttir Ständige Staatssekretärin, Gesundheitsministerium Ásthildur Knútsdóttir Generaldirektorin, Abteilung Qualitätssicherung und Prävention, Gesundheitsministerium Stellvertreter Dr. Dóra Guðrún Guðmundsdóttir Leiterin, Referat Gesundheitsdeterminanten, Gesundheitsdirektion, Institut für öffentliche Gesundheit, Island BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 80 Israel Repräsentant(en) Nitzan Horowitz Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Dr. Asher Salmon Leiter, Abteilung Internationale Beziehungen, Gesundheitsministerium Stellvertreter I. E. Meirav Eilon Shachar Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung Israels bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf S. E. David Akov Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Botschaft Israels Berater Yehudit Galili Metzer Leiterin, Abteilung Organisationen der Vereinten Nationen und internationale Organisationen, Gesundheitsministerium Davy Antebi Stellvertretender Botschafter Israels in Dänemark, Botschaft Israels Nitzan Arny Konsul, Ständige Vertretung Israels bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Adam Cutler Stellvertretender Leiter, Abteilung internationale Beziehungen und Medienbeziehungen, Gesundheitsministerium Tavor Lahat Berater des Gesundheitsministers, Gesundheitsministerium Mor Eliyahu Koordinatorin, Ständige Vertretung Israels bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Ari Zwiren Koordinator für internationale Beziehungen, Gesundheitsministerium Italien Repräsentant(en) Roberto Speranza Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Stellvertreter Dr. Sergio Iavicoli Generaldirektor, Generaldirektion Europäische und internationale Beziehungen, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 81 Dr. Giovanni Rezza Generaldirektor für Prävention, Generaldirektion Prävention, Gesundheitsministerium Dr. Gianfranco Pasquadibisceglie Leiter, Büro V, Generaldirektion für Öffentlichkeitsarbeit, europäische und internationale Beziehungen, Gesundheitsministerium Kasachstan Repräsentant(en) Dr. Alexey Tsoy Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Dr. Marat Shoranov Erster Stellvertretender Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Stellvertreter Erlan Kiyasov Stellvertretende Ministerin, Oberste Staatliche Hygieneinspektorin, Gesundheitsministerium Azhar Giniyat Stellvertretende Ministerin, Gesundheitsministerium Dr. Zhandos Burkitbayev Stellvertretender Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Berater Aizhan Yesmagambetova Vorsitzende, Komitee für Hygienekontrolle und Epidemiebekämpfung, Gesundheitsministerium Baurzhan Baiserkin Vorsitzender, Komitee für medizinische und pharmazeutische Kontrolle, Gesundheitsministerium Gulnara Mukhanova Leiterin, Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Integration, Gesundheitsministerium Azamat Dyusenov Leiter, Abteilung Organisation der Gesundheitsversorgung, Gesundheitsministerium Daulet Aldyngurov Leiter, Abteilung Wissenschaft und personelle Ressourcen, Gesundheitsministerium Baurzhan Dzhusipov Leiter, Abteilung Arzneimittelpolitik, Gesundheitsministerium Aigul Baisalykova Referatsleiterin, Abteilung Strategie und internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 82 Arman Baissuanov Botschaftsrat, Ständige Vertretung der Republik Kasachstan bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Kanat Askarov Vorsitzender, Staatliches Zentrum für öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium Nikolay Negay Generaldirektor, Staatliches Wissenschaftliches und Praktisches Zentrum für psychische Gesundheit, Gesundheitsministerium Kamalzhan Nadyrov Vorsitzender, Staatliches Forschungszentrum Salidat Kairbekova für gesundheitliche Entwicklung, Gesundheitsministerium Prof. Maksut Kulzhanov Gesundheitsministerium Yuliya Suchshenko Leiterin, Zentrum für globale Gesundheitspolitik, Staatliches Zentrum für gesundheitliche Entwicklung, Gesundheitsministerium Kirgisistan Repräsentant(en) Dr. Alymkadyr Beishenaliev Gesundheitsminister, Ministerium für Gesundheit und soziale Entwicklung Stellvertreter Uluk-Bek Bekturganov Stellvertretender Minister, Ministerium für Gesundheit und soziale Entwicklung Berater Osmonali S. Masaliev Leiter, Abteilung Internationale Zusammenarbeit, Ministerium für Gesundheit und soziale Entwicklung Kroatien Repräsentant(en) Dr. Željko Plazonić Staatssekretärin, Gesundheitsministerium Dr. Krunoslav Capak Leiter, Kroatisches Institut für öffentliche Gesundheit Stellvertreter Sibila Žabica Nationale Anlaufstelle der WHO und Leiterin, Unabhängiger Sektor für europäische Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 83 Nikica Darabos Bevollmächtigter Minister, Ständige Vertretung Kroatiens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Berater Dunja Skoko-Poljak Leiterin, Sektor für öffentliche Gesundheit und Gesundheitsschutz, Gesundheitsministerium Dr. Marija Bubaš Stellvertretende Generaldirektorin, Leiterin der Abteilung Arbeitsmedizin, Kroatisches Institut für öffentliche Gesundheit Lettland Repräsentant(en) Indra Dreika Staatssekretärin, Gesundheitsministerium Elīza Bērziņa Leiterin, Abteilung Europäische Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Stellvertreter Agnese Vaļuliene Stellvertretende Staatssekretärin, Gesundheitsministerium Dace Cildermane Botschaftsrätin, Ständige Vertretung der Republik Lettland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Litauen Repräsentant(en) Aušra Bilotienė Motiejūnienė Stellvertretende Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Radvilė Jakaitienė Beraterin, Referat Strategische Planung und Management, Gesundheitsministerium Stellvertreter Justė Pečeliūnaitė Leitende Sachverständige, Referat Strategische Planung und Management, Gesundheitsministerium Dr. Loreta Ašoklienė Leiterin, Referat Gesundheitsförderung, Abteilung Öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 84 Berater Ignas Rubikas Leiter, Referat Psychische Gesundheit, Abteilung Öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium Ginreta Megelinskienė Beraterin, Referat Gesundheitsförderung, Abteilung Öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium Inga Cechanovičienė Leiterin, Referat Fachärztliche Versorgung, Abteilung Individuelle Gesundheitsversorgung, Gesundheitsministerium Gitana Ratkienė Beraterin, Referat Primäre Gesundheitsversorgung, Abteilung Individuelle Gesundheitsversorgung, Gesundheitsministerium Birutė Kavaliauskienė Beraterin, Referat Primäre Gesundheitsversorgung, Abteilung Individuelle Gesundheitsversorgung, Gesundheitsministerium Ramune Andriušaitienė Leitende Sachverständige, Referat Primäre Gesundheitsversorgung, Abteilung Individuelle Gesundheitsversorgung, Gesundheitsministerium Paulius Algirdas Povilonis Mitglied des Verbands Litauischer Medizinstudenten, Gesundheitsministerium Luxemburg Repräsentant(en) Paulette Lenert Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium S. E. Henri Schumacher Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Botschaft des Großherzogtums Luxemburg in Kopenhagen Stellvertreter Dr. Jean-Claude Schmit Direktor für Gesundheit, Gesundheitsministerium Dr. Robert Goerens Chefarzt, Gesundheitsdirektion, Gesundheitsministerium Berater Anne Weber Gesundheitsattaché, Ständige Vertretung des Großherzogtums Luxemburg bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 85 Malta Repräsentant(en) S. E. Christopher Fearne Stellvertretender Premierminister und Minister für Gesundheit, Gesundheitsministerium Dr. Karen Vincenti Beraterin für öffentliche Gesundheit, Abteilung Gesundheitspolitische Konzepte, Gesundheitsministerium Stellvertreter Dr. Maya Podesta Beraterin für öffentliche Gesundheit, Staatliche Gesundheitsbehörde und Abteilung Gesundheitsregulierung, Gesundheitsministerium Chiara Tanti Leiterin, Abteilung Internationale Angelegenheiten und Konzeptentwicklung, Gesundheitsministerium Monaco Repräsentant(en) I. E. Carole Lanteri Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung des Fürstentums Monaco bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Alexandre Bordero Leiter, Abteilung Gesundheit, Ministerium für Gesundheit und Soziales Stellvertreter Christelle Revel Dritte Sekretärin, Ständige Vertretung des Fürstentums Monaco bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Suzana Gervasi Gesundheitsattaché, Ständige Vertretung des Fürstentums Monaco bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Montenegro Repräsentant(en) Dr. Jelena Borovinić Bojović Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Anka Vukićević Staatssekretärin, Gesundheitsministerium Stellvertreter Dr. Ivana Zivković Geschäftsführende Generaldirektorin, Direktion Öffentliche Gesundheit, Prävention des Konsums von Drogen und anderen psychotropen Substanzen, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 86 Dr. Sladjana Corić Geschäftsführende Direktorin, Direktion Gesundheitsschutz, Pharmakologie und Berufsreglementierung, Gesundheitsministerium Berater Mirjana Đjuranović Leiterin, Abteilung Internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Dušanka Plaščević Unabhängige Beraterin, Abteilung Internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Zeljka Vulanovć Dolmetscherin, Gesundheitsministerium Niederlande Repräsentant(en) Roland Driece Leiter, Abteilung Internationales, Ministerium für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport Mark van Passel Referent, Abteilung Internationale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport Stellvertreter Seriana van den Berg Referentin, Abteilung Internationale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport Astrid Dunselman Gesundheitsattaché, Politische Angelegenheiten und Fragen der öffentlichen Gesundheit, Ständige Vertretung des Königreichs der Niederlande bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Nordmazedonien Repräsentant(en) Dr. Venko Filipche Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium I. E. Teuta Agai-Demjaha Außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Republik Nordmazedonien bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Stellvertreter Dr. Bojan Boshkovski Nationale Anlaufstelle der WHO, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 87 Sejhan Zejnel Dritte Sekretärin, Geschäftsträgerin ad interim, Ständige Vertretung der Republik Nordmazedonien bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Norwegen Repräsentant(en) Dr. Bjørn-Inge Larsen Sonderbeauftragter für internationale Gesundheitspolitik, Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste Tone Wroldsen Stellvertretende Generaldirektorin, Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste Stellvertreter Eivind Berg Weibust Leitender Berater, Referat Internationale Zusammenarbeit und Vorsorge, Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste Benedikte Louise Alveberg Leitende Beraterin, Referat Internationale Zusammenarbeit und Vorsorge, Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste Synnove Ravnestad Eikefet Beraterin, Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste Øystein Lyngroth Leitender Berater, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Cathrine Dammen Botschaftsrätin, Ständige Vertretung Norwegens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Erlend Tuseth Aasheim Stellvertretender Generaldirektor, Norwegische Gesundheitsdirektion, Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste Priya Miriam Lerberg Leitender Berater, Norwegische Gesundheitsdirektion, Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste Bjørn Iversen Leitender medizinischer Referent, Norwegisches Institut für öffentliche Gesundheit Elina Dale Leitende Beraterin, Norwegisches Institut für öffentliche Gesundheit Österreich Repräsentant(en) Dr. Clemens-Martin Auer Sondergesandter für Gesundheit, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 88 Dr. Verena Gregorich-Schega Leiterin, Abteilung Internationale Koordination der Gesundheitspolitik und WHO, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Stellvertreter Aziza Haas Leitende Beraterin, Abteilung Internationale Koordination der Gesundheitspolitik und WHO, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Barbara Baldauf Abteilung Internationale Koordination der Gesundheitspolitik und WHO, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Berater Nadine Ratay Abteilung Internationale Koordination der Gesundheitspolitik und WHO, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Dr. Bernhard Fattinger Gesundheitsattaché, Ständige Vertretung Österreichs bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Polen Repräsentant(en) Katarzyna Rutkowska Leiterin, Büro für Internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium S. E. Zbigniew Czech Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter und Ständiger Vertreter, Ständige Vertretung der Republik Polen bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Stellvertreter Adam Wojda Referatsleiter, Gesundheitsministerium Rafal Wlodarczyk Leitender Sachverständiger, Referat Bilaterale und multilaterale Zusammenarbeit, Büro für Internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Agnieszka Pałka Leitende Sachverständige, Büro für Internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Karolina Konarzewska Leitende Sachverständige, Büro für Internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Łukasz Kruk Zweiter Sekretär, Ständige Vertretung der Republik Polen bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 89 Portugal Repräsentant(en) Prof. Marta Temido Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Stellvertreter S. E. João Maria Rebelo De Andrade Cabral Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Botschaft Portugals Dr. Rui Portugal Stellvertretender Generaldirektor für Gesundheit, Generaldirektion Gesundheit Berater Eva Falção Kabinettschefin, Gesundheitsministerium Graça Costa Macedo Botschaftsrätin, Botschaft Portugals Carlota Pacheco Vieira Direktorin, Koordination der internationalen Beziehungen, Generaldirektion Gesundheit, Gesundheitsministerium Mafalda Coutinho Leitende Sachverständige, Ministerbüro, Gesundheitsministerium Guilherme Gonçalves Duarte Botschaftsrat für Gesundheitsfragen, Ständige Vertretung Portugals bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Miguel Dejean Guerra Sachverständiger, Direktion Koordination der internationalen Beziehungen, Generaldirektion Gesundheit, Gesundheitsministerium João Paulo Magalhães Attaché, Ministerbüro, Gesundheitsministerium Republik Moldau Repräsentant(en) Dr. Zinaida Bezverhni Staatssekretärin, Gesundheitsministerium I. E. Tatiana Molcean Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Republik Moldau bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Stellvertreter Svetlana Nicolaescu Staatssekretärin, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 90 Ilinca Paladi Erste Sekretärin, Ständige Vertretung der Republik Moldau bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Rumänien Repräsentant(en) Dr. Diana-Loreta Păun Beraterin des Präsidenten, Regierung Rumäniens Andrei Romică Baciu Staatssekretär, Gesundheitsministerium Stellvertreter Roxana Hainagiu Persönliche Beraterin der Beraterin des Präsidenten Russische Föderation Repräsentant(en) Dr. Mikhail Murashko Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Aleksandra Dronova Staatssekretärin und Stellvertretende Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Stellvertreter Sergey Muraviev Leiter, Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheitsministerium Oleg Sonin Stellvertretender Leiter, Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheitsministerium Berater Elena Kirsanova Beraterin, Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheitsministerium Vera Khutorskaya Leitende Beraterin, Abteilung Internationale Organisationen, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Dr. Eduard Salakhov Botschaftsrat, Ständige Vertretung der Russischen Föderation bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Dr. Olga Kobyakova Leiterin, Föderales Forschungsinstitut für Gesundheitsverwaltung und Gesundheitsinformatik, Gesundheitsministerium der Russischen Föderation BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 91 Dr. Aleksey Novozhilov Leiter, Abteilung Internationale Zusammenarbeit, Föderales Forschungsinstitut für Gesundheitsverwaltung und Gesundheitsinformatik, Gesundheitsministerium der Russischen Föderation Ekaterina Zimina Stellvertretende Leiterin, Abteilung Internationale Zusammenarbeit, Föderales Forschungsinstitut für Gesundheitsverwaltung und Gesundheitsinformatik, Gesundheitsministerium der Russischen Föderation Dr. Oksana Drapkina Leiterin, Föderales Medizinisches Forschungszentrum für Therapeutik und Präventivmedizin, Gesundheitsministerium der Russischen Föderation Dr. Alla Guekht Leiterin, Soloviev-Zentrum für praktische psychoneurologische Forschung, Gesundheitsdezernat der Stadt Moskau Vyacheslav Smolenskiy Stellvertretender Leiter, Föderale Aufsichtsbehörde für Verbraucherschutz und menschliches Wohlbefinden Dr. Albina Melnikova Stellvertretende Leiterin, Abteilung Epidemiologische Überwachung, Föderale Aufsichtsbehörde für Verbraucherschutz und menschliches Wohlbefinden Anna Tsedilina Beraterin, Referat Internationale Zusammenarbeit, Abteilung Wissenschaftliche Unterstützung und internationale Angelegenheiten, Föderale Aufsichtsbehörde für Verbraucherschutz und menschliches Wohlbefinden San Marino Repräsentant(en) Roberto Ciavatta Minister für Gesundheit und Soziales, politische Angelegenheiten, Gleichstellung und technologische Innovation, Ministerium für Gesundheit und Soziales, politische Angelegenheiten, Gleichstellung und technologische Innovation Dr. Claudio Muccioli Leiter der Gesundheitsbehörde, Ministerium für Gesundheit und Soziales, politische Angelegenheiten, Gleichstellung und technologische Innovation Stellvertreter Christian Ferrari Kabinettschef, Ministerium für Gesundheit und Soziales, politische Angelegenheiten, Gleichstellung und technologische Innovation Leopoldo Guardigli Erster Sekretär, Abteilung Auswärtige Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit und Soziales, politische Angelegenheiten, Gleichstellung und technologische Innovation BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 92 Berater Lisa Tomassini Stellvertretende Ministerin, Ministerium für Gesundheit und Soziales, politische Angelegenheiten, Gleichstellung und technologische Innovation Anita Dedic Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Republik San Marino bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Schweden Repräsentant(en) Olivia Wigzell Generaldirektorin, Staatliches Amt für Gesundheit und Soziales Stellvertreter Kerstin Carlsson Nationale Anlaufstelle der WHO und Stellvertretende Leiterin, Abteilung Europäische Union und internationale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit und Soziales Malin Lindström Referentin für internationale Beziehungen, Abteilung Europäische Union und internationale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit und Soziales Dr. Johan Carlson Generaldirektor, Staatliche Gesundheitsbehörde, Schweden Anders Tegnell Stellvertretender Generaldirektor, Staatliche Gesundheitsbehörde, Schweden Dr. Birgitta Lesko Referentin für internationale Beziehungen, Abteilung Internationale Koordination, Staatliche Gesundheitsbehörde, Schweden Malin Ahrne Programmreferentin, Staatliche Gesundheitsbehörde, Schweden Lotta Segerström Sachbearbeiterin, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Sofia Norlin Telde Leitende Programmbeauftragte, Schwedische Agentur für Internationale Entwicklungszusammenarbeit Martin Jeppson Botschaftsrat, Ständige Vertretung Schwedens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Berater Filippa Myrbäck Leitende Beraterin, Schwedischer Kommunal- und Regionalverband BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 93 Erik Svanfeldt Leitender Berater, Referent für internationale Beziehungen, Schwedischer Kommunal- und Regionalverband Schweiz Repräsentant(en) Anne Lévy Direktorin, Bundesamt für Gesundheit Nora Kronig Romero Vize-Direktorin, Botschafterin für globale Gesundheitspolitik, Leiterin der Abteilung Internationales, Bundesamt für Gesundheit Stellvertreter Rhena Forrer Co-Sektionsleiterin Globale Gesundheit, Abteilung Internationales, Bundesamt für Gesundheit Berater Sophie Delessert Programmleiterin, Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten Leonie Aeschimann Gesundheitsattaché, Ständige Vertretung der Schweiz bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Tabea Kappeller Praktikantin, Abteilung Internationales, Bundesamt für Gesundheit Serbien Repräsentant(en) Dr. Zlatibor Lončar Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium I. E. Dr. Jasmina Mitrović Marić Außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin, Botschaft der Republik Serbien im Königreich Dänemark Stellvertreter Prof. Ferenc Vicko Staatssekretär, Gesundheitsministerium Dr. Danijela Urosević Stellvertretende Ministerin, Internationale Zusammenarbeit und europäische Integration, Gesundheitsministerium Berater Marko Pavlovic Sonderberater des Gesundheitsministers, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 94 Slowakei Repräsentant(en) Dr. Vladimír Lengvarský Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium S. E. Miroslav Wlachovsky Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Botschaft der Slowakischen Republik im Königreich Dänemark Stellvertreter Jozef Šuvada Ansprechperson der WHO für Schätzungen zu Indikatoren für allgemeine Gesundheitsversorgung, Gesundheitsministerium Elena Jablonicka Gesundheitsattaché, Ständige Vertretung der Slowakischen Republik bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Berater Gabriela Urbanová Leiterin, Abteilung Internationale Beziehungen und EU-Angelegenheiten, Gesundheitsministerium Dominika Greisigerová Leiterin, Referat Internationale Beziehungen, Abteilung Internationale Beziehungen und EU-Angelegenheiten, Gesundheitsministerium Ján Pauhof Nationale Anlaufstelle der WHO, Abteilung Internationale Beziehungen und EU- Angelegenheiten, Gesundheitsministerium Daniela Bukšárová Referentin, Abteilung Internationale Beziehungen und EU-Angelegenheiten, Gesundheitsministerium Slowenien Repräsentant(en) Dr. Janez Poklukar Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Dr. Vesna-Kerstin Petrič Generaldirektorin, Direktion Öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium Stellvertreter I. E. Anita Pipan Außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Republik Slowenien bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Liza Zorman Untersekretärin, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 95 Berater Klemen Ponikvar Botschaftsrat, Ständige Vertretung der Republik Slowenien bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Andrej Martin Vujkovac Dritter Sekretär, Ständige Vertretung der Republik Slowenien bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Spanien Repräsentant(en) Carolina Darias San Sebastián Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium Stellvertreter Silvia Calzón Fernández Staatssekretärin, Gesundheitsministerium I. E. Aurora Díaz-Rato Revuelta Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung Spaniens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Pilar Aparicio Azcárraga Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Generaldirektion Öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium Pilar Pasarón Polo Stellvertretende Generaldirektorin für internationale Beziehungen und Publikationen, Generaldirektion Internationale Beziehungen und Publikationen, Gesundheitsministerium Marta Pérez González Zweite Stellvertretende Generaldirektorin, Generaldirektion Internationale Beziehungen und Publikationen, Gesundheitsministerium Mercedes Alonso Frayle Stellvertretende Generaldirektorin, Abteilung Internationale Organisationen, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Europäische Union und Kooperation Javier Dago Elorza Zweiter Stellvertretender Generaldirektor, Abteilung Internationale Fachorganisationen, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Europäische Union und Kooperation Ander Ruiz de Gopegui Aramburu Botschaftsrat, Ständige Vertretung Spaniens bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Raquel Granados Martín Fachliche Beraterin für internationale Beziehungen und Publikationen, Generaldirektion Internationale Beziehungen und Publikationen, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 96 Esther Medina Bermejo Leiterin des Referats Unterstützungsangebote, Generaldirektion Öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium Almudena Garrido Gallardo Leiterin des Referats Pharmakoökonomische Evaluation, General-Subdirektion Pharmazeutik, Generaldirektion Nationaler Gesundheitsdienst, Gesundheitsministerium Leticia Copano Casanova Leiterin des Kabinetts, Staatliche Behörde für Gesundheit, Gesundheitsministerium Tadschikistan Repräsentant(en) Dr. Abdullozoda Jamoliddin Abdullo Minister für Gesundheit und soziale Sicherheit der Bevölkerung, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit der Bevölkerung Dr. Gafur Muhsin Muhsinzoda Erster Stellvertretender Minister für Gesundheit und soziale Sicherheit der Bevölkerung, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit der Bevölkerung Stellvertreter Dr. Rano Rahimova Leiterin, Referat Internationale Beziehungen und Überwachung der Strategie zur Armutsbekämpfung, Abteilung Primäre Gesundheitsversorgung und internationale Beziehungen, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit der Bevölkerung Prof. Salomoddin Dzhabbor Yusufi Leiter, Abteilung Medizinische und pharmazeutische Ausbildung, Personalwesen und Wissenschaft, Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit Tschechien Repräsentant(en) Adam Vojtěch Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium S. E. Radek Pech Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Botschaft der Tschechischen Republik in Kopenhagen Stellvertreter Jitka Brodská Beraterin des Ministers, Stellvertretende Leiterin, Ständige Vertretung der Tschechischen Republik bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Alena Šteflová Leiterin der Abteilung Gesundheitswesen, Beraterin des Gesundheitsministers, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 97 Kateřina Baťhová Leiterin, Abteilung Internationale Beziehungen und Europäische Union, Gesundheitsministerium Marcela Kubicová Leiterin, Referat Bilaterale Zusammenarbeit und internationale Organisationen, Gesundheitsministerium Dana Lupačová Referentin, Referat Bilaterale Zusammenarbeit und internationale Organisationen, Gesundheitsministerium Anna Konopaskova Dritte Sekretärin, Ständige Vertretung der Tschechischen Republik bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Kristyna Sedláková Referentin, Referat Multilaterale Kooperation, Abteilung Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Türkei Repräsentant(en) Dr. Fahrettin Koca Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Prof. Tolga Tolunay Stellvertretender Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Stellvertreter Dr. Selami Kılıç Generaldirektor für EU-Angelegenheiten und auswärtige Beziehungen, Gesundheitsministerium Yusuf Irmak Abteilungsleiter, Generaldirektion für EU-Angelegenheiten und auswärtige Beziehungen, Gesundheitsministerium Berater Gül Mersinlioğlu Serin Sachverständige, Gesundheitsministerium Ömer Faruk Sarı Sachverständiger, Gesundheitsministerium Dr. Peyman Altan Referatsleiter, Gesundheitsministerium Elif Tosun Sachverständige, Gesundheitsministerium Ezgi Koşar Psychologin, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 98 Seray Nacar Ökonomin, Gesundheitsministerium Turkmenistan Repräsentant(en) Dr. Nurmuhammet Amannepesov Minister für Gesundheit und pharmazeutische Industrie, Ministerium für Gesundheitswesen und pharmazeutische Industrie S. E. Atageldi Haljanov Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter und Ständiger Vertreter, Ständige Vertretung Turkmenistans bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Stellvertreter Dr. Chary Agamyradov Stellvertretender Minister, Ministerium für Gesundheitswesen und pharmazeutische Industrie Muhammet Ergeshov Leiter, Abteilung Medizinische und präventive Versorgung, Ministerium für Gesundheitswesen und pharmazeutische Industrie Berater Gurbangul Ovliyagulova Leiter, Abteilung Bekämpfung akuter Infektionskrankheiten, Ministerium für Gesundheitswesen und pharmazeutische Industrie Dr. Sachly Nuryyeva Leiterin, Abteilung Epidemiologische Überwachung, Staatlicher Hygiene- und Epidemiologie-Kontrolldienst, Ministerium für Gesundheitswesen und pharmazeutische Industrie Dr. Maral Gujikova Leitende Sachverständige, Abteilung Bildungseinrichtungen, Wissenschaft und Humanressourcen, Ministerium für Gesundheitswesen und pharmazeutische Industrie Ukraine Repräsentant(en) Dr. Viktor Liashko Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Dr. Ihor Kuzin Stellvertretender Gesundheitsminister und Leitender Staatlicher Hygieneinspektor der Ukraine, Gesundheitsministerium Stellvertreter Dr. Iryna Mykychak Stellvertretende Gesundheitsministerin, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 99 Oleksandr Komarida Stellvertretender Gesundheitsminister für europäische Integration, Gesundheitsministerium S. E. Mykhailo Vydoinyk Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Botschaft der Ukraine Andriy Havrilyuk Generaldirektor, Direktion Lebensqualität, Gesundheitsministerium Iryna Rudenko Generaldirektorin, Direktion Öffentliche Gesundheit und Krankheitsprävention, Gesundheitsministerium Berater Kateryna Karpiuk Beraterin des Gesundheitsministers, Gesundheitsministerium Vladyslav Zbanatsky Stellvertretender Generaldirektor, Zentrum für öffentliche Gesundheit, Gesundheitsministerium Yurii Romanchuk Botschaftsrat, Botschaft der Ukraine Alina Kozhushko Leiterin, Sachverständigengruppe für internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Lyudmyla Yarko Leiterin, Sachverständigengruppe für Qualität und Verfügbarkeit von Arzneimitteln, Gesundheitsministerium Alisa Hondarieva Staatliche Expertin, Sachverständigengruppe für internationale Zusammenarbeit, Gesundheitsministerium Ungarn Repräsentant(en) Dr. Ildikó Horváth Staatssekretärin für Gesundheit, Ministerium für menschliche Entwicklung Stellvertreter Dr. Krisztina Biró Referatsleiterin, Ministerium für menschliche Entwicklung Dr. Zsófia Elek Stellvertretende Missionsleiterin, Botschaft Ungarns Berater Judit Rézműves Referatsleiterin, Abteilung Multilaterale Beziehungen, Ministerium für menschliche Entwicklung BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 100 Kitti Almer Koordinationsbeauftragte, Ministerium für menschliche Entwicklung Eniko Boglarka Barkaszi Beauftragte für EU-Angelegenheiten und internationale Beziehungen, Ministerium für menschliche Entwicklung Krisztina Tálas Leitende Beraterin, Beauftragte für EU-Angelegenheiten und internationale Beziehungen, Abteilung EU-Angelegenheiten und internationale Organisationen, Ministerium für menschliche Entwicklung Usbekistan Repräsentant(en) Dr. Abdukhakim Khadjibaev Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium S. E. Ulugbek Lapasov Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Ständige Vertretung der Republik Usbekistan bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Stellvertreter Ayubkhon Kayumov Leiter, Abteilung Auswärtige Beziehungen und wirtschaftliche Aktivitäten, Gesundheitsministerium Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland Repräsentant(en) S. E. Sajid Javid Minister für Gesundheit und Soziales, Ministerium für Gesundheit und Soziales Prof. Sir Chris Whitty Oberster Gesundheitsbeamter, Ministerium für Gesundheit und Soziales Stellvertreter Clara Swinson Generaldirektorin, Globale Gesundheitspolitik und öffentliche Gesundheit, Ministerium für Gesundheit und Soziales Anna Wechsberg Leiterin der Abteilung Internationales, Ministerium für Gesundheit und Soziales Natalie Smith Leiterin, Abteilung Multilaterale Beziehungen, EU und internationale Gesundheitspolitik, Ministerium für Gesundheit und Soziales Nicky Shipton-Yates Beauftragte für Beziehungen zur WHO, Abteilung Internationales, Ministerium für Gesundheit und Soziales BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 101 Charles Dabbs Referent für Beziehungen zur WHO, Abteilung Internationales, Ministerium für Gesundheit und Soziales Berater Esther Lawrence Leiterin des Referats Gesundheitsversorgung, Ständige Vertretung des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Roisín Fegan Gesundheitsattaché, Abteilung Globale Finanzierung, Ministerium für internationale Entwicklung, Ständige Vertretung des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf. Lizzie Blenkinsop Beraterin für Gesundheitsschutz und Klimawandel, Ministerium für Gesundheit und Soziales Dr. Tim Chadborn Leiter, Referat Verhaltensbezogene Erkenntnisse und Evaluation, Public Health England, Ministerium für Gesundheit und Soziales Noah Kidron-Style Leiter des Referats Preisgestaltung bei Arzneimitteln, Ministerium für Gesundheit und Soziales Jasmin Shepherd Leiterin des Referats Alkoholpolitik, Ministerium für Gesundheit und Soziales Danielle Zigner Leiterin des Referats Konzepte für Behinderungen, Ministerium für Gesundheit und Soziales Zypern Repräsentant(en) Michael Hadjipantela Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Stellvertreter I. E. Olympia Neocleous Botschafterin und Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Republik Zypern bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Berater Dr. Olga Kalakouta Oberste Gesundheitsbeamtin, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 102 Andrea Petranyi Stellvertretende Ständige Vertreterin, Ständige Vertretung der Republik Zypern bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Christos Makriyiannis Zweiter Sekretär, Ständige Vertretung der Republik Zypern bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf Anastasios Ioannou Beauftragter für das Gesundheitswesen, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 103 II. Assoziierte Mitglieder Färöer-Inseln Repräsentant(en) Kaj Leo Holm Johannesen Gesundheitsminister, Gesundheitsministerium Turid Arge Ständige Staatssekretärin, Gesundheitsministerium Stellvertreter Katrin Gaard Referatsleiterin, Gesundheitsministerium BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 104 III. Beobachter aus Mitgliedstaaten aus anderen Regionen Kanada Repräsentant(en) Lucero Hernández Leiterin, Abteilung Multilaterale Angelegenheiten, Büro für Internationale Angelegenheiten im Gesundheitsbereich (OIA), Staatliche Gesundheitsbehörde Kanada Vereinigte Staaten von Amerika Repräsentant(en) Mara Burr Leiterin, Referat Multilaterale Beziehungen, Büro für globale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit und Soziales der Vereinigten Staaten Dr. Tracy Carson Gesundheitsattaché, Mission der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen, Ministerium für Gesundheit und Soziales der Vereinigten Staaten Berater Dr. Peter Schmeissner Leiter, Büro für Europa und Eurasien, Büro für globale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit und Soziales der Vereinigten Staaten Charles Vitek Konteradmiral, Öffentlicher Gesundheitsdienst der Vereinigten Staaten Daniel Singer Regionaldirektor für Zentralasien, Centers for Disease Control and Prevention Maya Levine Oberste Beauftragte für globale Gesundheitspolitik, Ministerbüro, Referat Multilaterale Beziehungen, Büro für globale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit und Soziales der Vereinigten Staaten Noila Sorenson Oberste Beauftragte für globale Gesundheitspolitik, Referat Region Europa-Eurasien, Ministerbüro, Büro für globale Angelegenheiten, Ministerium für Gesundheit und Soziales der Vereinigten Staaten BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 105 IV. Beobachter aus Nichtmitgliedstaaten Heiliger Stuhl Repräsentant(en) Rev. Fr. Christopher M. Mahar Dikasterium zur Förderung der menschlichen Entwicklung BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 106 V. Repräsentanten von Organisationen der Vereinten Nationen und anderen Organisationen Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen Vladimir Rakhmanin Stellvertretender Generaldirektor, Repräsentant der Region, Regionalbüro für Europa Raschad Al-Khafaji Leiter, Verbindungsbüro der FAO bei der Europäischen Union und in Belgien Nabil Gangi Stellvertretender Repräsentant der Region Europa und Zentralasien Internationale Atomenergie-Organisation Lisa Stevens Leiterin, Unterabteilung Aktionsprogramm für Krebstherapie, Abteilung Fachliche Zusammenarbeit Emina Elic Programmleiterin Jose Alfredo Polo Rubio Nuklearmediziner Internationale Organisation für Migration Ola Henrikson Regionaldirektor, Regionalbüro Europäischer Wirtschaftsraum, Europäische Union und NATO Dr. Jaime Calderon Sachverständiger für Migrationsfragen, Regionalbüro Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Afshan Khan Regionaldirektorin, Mittel- und Osteuropa Büro der Vereinten Nationen für Entwicklungskoordination Gwi Yeop Son Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen Dr. Rosemary Kumwenda Leiterin, Regionalteam HIV, Gesundheit und Entwicklung und nachhaltige Beschaffung beim Gesundheitskoordinator, Regionale Drehscheibe Istanbul Umweltprogramm der Vereinten Nationen Wondwosen K. Asnake Programmreferent, Regionalbüro für Europa BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 107 Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen Alanna Armitage Regionaldirektorin, Regionalbüro für Osteuropa und Zentralasien Tamar Khomasuridze Beraterin für sexuelle und reproduktive Gesundheit, Regionalbüro für Osteuropa und Zentralasien Weltbank Tania Dmytraczenko Praxismanager, HNP Global Practice Weltorganisation für geistiges Eigentum Charles Randolph Leiter, Referat Nichtstaatliche Organisationen Zhao Zhao Referentin für externe Beziehungen, Referat Externe Beziehungen Victor Vazquez Lopez Leiter, Referat Koordination der entwickelten Länder Ana Gobechia Programmleiterin, Referat Koordination der entwickelten Länder BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 108 VI. Repräsentanten anderer zwischenstaatlicher Organisationen Mitteleuropäische Initiative Roberto Antonione Generalsekretär Kooperationsrat der türkischsprachigen Staaten Baghdad Amreyev Generalsekretär Ömer Kocaman Stellvertretender Generalsekretär Mirvokhid Azimov Stellvertretender Generalsekretär Ersin Aydoğan Projektleiter Ceyhun Shahverdiyev Projektleiter Europarat Silvia Ravera Wissenschaftliche Programmleiterin Europäische Union Dr. Canice Nolan Ministerin, Ständige Vertretung der Europäischen Union bei den Vereinten Nationen in Genf Gerton Van den Akker Erster Botschaftsrat, Ständige Vertretung der Europäischen Union bei den Vereinten Nationen in Genf Jerome Cassiers Botschaftsrat, Ständige Vertretung der Europäischen Union bei den Vereinten Nationen in Genf Corinna Hulnhagen Erste Sekretärin, Ständige Vertretung der Europäischen Union bei den Vereinten Nationen in Genf Herta Adam Stellvertretende Referatsleiterin, Generaldirektion Gesundheit, Europäische Kommission Simone Gerikaite Referentin, Generaldirektion Gesundheit, Europäische Kommission Joao De Macedo Monteiro Praktikant, Ständige Vertretung der Europäischen Union bei den Vereinten Nationen in Genf BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 109 Wojciech Kalamarz Leiter, Referat C4, Internationale Beziehungen, Generaldirektion Gesundheit, Europäische Kommission Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Ulrik Knudsen Stellvertretender Generalsekretär Francesca Colombo Leiterin, Abteilung Gesundheit Weltorganisation für Tiergesundheit Dr. Budimir Plavsic Repräsentant der Region BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 110 VII. Repräsentanten von nichtstaatlichen Akteuren, die offizielle Beziehungen zur WHO unterhalten und zur Teilnahme an Tagungen des WHO- Regionalkomitees für Europa akkreditiert sind Alzheimer Europe Owen Miller Alzheimer’s Disease International Paola Barbarino Chris Lynch Lewis Arthurton Association for Medical Education in Europe Janusz Janczukowicz Paulina Sobieranska Center for Health Policy and Studies (PAS Center) Liliana Caraulan Drugs for Neglected Diseases Initiative Rachael Crockett EUROCAM Dr. Ton Nicolai Miranda Ruchtie EuroHealthNet Alison Maassen Dorota Sienkiewicz European Alcohol Policy Alliance Florence Bertelletti European Association for the Study of the Liver Morgane Guex European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients’ Associations Isabel Proaño Gegerly Meszaros European Federation of the Associations of Dietitians Annemieke van Ginkel-Res Wineke Remijnse BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 111 European Federation of Nurses Associations Paul De Raeve European Forum for Primary Care Prof. Maria van den Muijsenbergh Diederik Aarendonk Anke van Dam European Forum of Medical Associations Leah Wapner Michelle Glekin European Forum of National Nursing and Midwifery Associations Valentina Sarkisova Mervi Jokinen Luis Filipe Barreira European Medical Students’ Association Alexandra Archodoulakis Selen Uzun Sakshi Prasad European Public Health Alliance Milka Sokolovic European Public Health Association Dr. Iveta Nagyova Maaike Droogers Marie Guichardon European Respiratory Society Prof. Guy Joos Brian Ward European Society for Medical Oncology Dr. Rosa Giuliani Malvika Vyas Gracemarie Bricalli European Stroke Organization Francesca Roman Pellezza Michèle Schaub Jackson Humatem Catherine Blanc-Gonnet Emilie Durand BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 112 International Alliance of Patients’ Organizations Kawaldip Sehmi Neda Milevska Kostova International Association for Hospice & Palliative Care Dr. Katherine Pettus Gulnara Kunirova Juan Pablo Leiva International Bureau for Epilepsy Mary Secco Francesca Sofia International Confederation of Midwives Dr. Victoria Vivilaki Dr. Franka Cadée International Council of Nurses Dr. Karen Bjoro International Diabetes Federation Elisabeth Dupont Sabine Dupont Alina Chebes International Federation of Gynecology and Obstetrics Prof. Mary Ann Lumsden Dr. Jeanne Conry International Federation of Medical Students’ Association Mariona Borrel Arrasa International Federation of Pharmaceutical Manufacturers & Associations Bettina Butzke Mathieu Uhart International Federation on Ageing Dr. Jane Barratt Supriya Venigalla International Federation of Biomedical Laboratory Science Marie Culliton BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 113 International League Against Epilepsy Matthew Walker Eugen Trinka Julie Hall International Pharmaceutical Students’ Federation Bram Wagner Movendi International Maik Dunnbier Norwegian Cancer Society Carina Alm Public Services International Adam Rogalewski Standing Committee of European Doctors Annabel Seebohm Sarada Das Thalassaemia International Federation Dr. Androulla Eleftheriou Lily Cannon Eleni Antoniou The Task Force for Global Health Anne Dusenbury Courtenay John Ward Heather Buesseler Union for International Cancer Control Rowena Tasker Simon Holmesson Firuza Abdullaeva WaterAid International Andreas Berglof Annie Msosa World Confederation for Physical Therapy Jonathon Kruger Pablo Davó Cabra BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 114 World Federation of Chinese Medicines Societies Prof. Jialang He World Federation of Neurology Prof. William Carroll Dr. Wolfgang Grisold Prof. Ryuji Kaji World Federation of Nuclear Medicine and Biology Prof. John Prior World Federation of Occupational Therapists Samantha Shann World Federation of Societies of Anaesthesiologists Dr. Daniela Filipescu Francis Peel Stuart Halford World Heart Federation Kelcey Armstrong-Walenczak Jeremiah Mwangi World Hepatitis Alliance Cary James Chris Wingrove Rachel Halford World Obesity Federation. Margot Neveux Jacqueline Bowman-Busato Cristina Ribes World Organization of Family Doctors Dr. Mehmet Ungan Eva Hummers World Stroke Organization Prof. Michael Brainin BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 115 VIII. Beobachter European Association for Palliative Care Julie Ling European Disability Forum Marion Steff European Heart Network Birgit Beger Marleen Kestens Marilena Vrana European Network for Smoking and Tobacco Prevention Cornel Radu-Loghin Francisco Rodriguez Lozano Polina Starchenko European Society of Cardiology Paul Dendale Elisabetta Zanon International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies Birgitte Bischoff Ebbesen Davron Mukhamadiev Mental Health Europe Claudia Marinetti Fatima Awil Northern Dimension Partnership in Public Health and Social Well-being Dr. Ülla Karin Nurm Silvija Geistarte South Eastern Europe Health Network Dr. Mira Jovanovski Dašić Stop TB Partnership Dr. Lucica Ditiu BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 116 IX. Gäste und Berater auf Zeit Dr. Vytenis Povilas Andriukaitis Dr. Marc Danzon Ekaterina Gladkikh Anastasia Kluge Dr. Henri Kluge Sofia Kluge Prof. Mario Monti Prof. Reinhard Busse Prof. Rafael Bengoa Prof. Michel Kazatchkine Prof. Martin McKee Dr. José Martín-Moreno Dr. Hans Troedsson Dr. Anne Marie Worning BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 117 Anhang 4: Ansprache Ihrer Königlichen Hoheit der Kronprinzessin von Dänemark Sehr geehrter Herr Generaldirektor, sehr geehrter Herr Regionaldirektor, sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Damen und Herren Minister, sehr geehrte Gäste, meine Damen und Herren! Es ist mir eine Freude, heute zur Eröffnung dieser 71. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa wieder zu Ihnen sprechen zu können. Das vergangene Jahr war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Und auch wenn bereits viel erreicht wurde im Kampf gegen die Pandemie, gibt es noch viel zu tun. Für viele werden die psychologischen, emotionalen, sozialen und ökonomischen Kosten der Pandemie noch Jahre lang zu spüren sein. Die Pandemie hat gesundheitliche Benachteiligungen und vorhandene Defizite in unserer Region mehr denn je deutlich werden lassen. Am heutigen Tag würde ich gerne drei der vielen möglichen Themen, auf die man in diesem Zusammenhang verweisen könnte, besonders hervorheben: Erstens, die negativen Folgen, die die Pandemie für viele Kinder und Jugendliche gehabt hat – nicht zuletzt im Hinblick auf ihre psychische Gesundheit; zweitens, die Bedeutung von Impfmaßnahmen, um Kinder auf einen gesunden Weg durch ihr Leben zu führen; und drittens, die Auswirkungen auf einige der am stärksten gefährdeten Gruppen in der Gesellschaft infolge der Überlastung des Gesundheitswesens in ihren Bemühungen um die Eindämmung der Pandemie. 20 Monate. So viel Zeit ist vergangen, seit die Pandemie begann, unsere Nachrichten zu dominieren. Zwanzig Monate! Stellen Sie sich das im Leben eines jungen Menschen vor, der sich nach sozialer Interaktion sehnt, ein junger Mensch, dessen tägliche Routine – dessen gesamtes Sozialleben – plötzlich komplett unterbrochen wird. Mit vier Kindern zu Hause und aufgrund meiner Arbeit mit der Mary Foundation weiß ich, wie sich eine derart lang anhaltende soziale Isolation auf die Stimmung und das Verhalten junger Menschen auswirkt. Viele Kinder und Jugendliche sind damit fertig geworden – wenn auch mit Mühe. Viele haben gelitten. Die beeindruckende, ergreifende und aufmunternde Darbietung der Tanzgruppe „House of Swag Kids“ heute Morgen, hat uns einen Eindruck davon vermittelt, wie sich die Pandemie für viele junge Menschen angefühlt hat. Glückwunsch zu dieser bemerkenswerten Leistung. Und vielen Dank für eure Energie und euer Talent und dafür, dass ihr auch über eure psychischen Gesundheitsprobleme und Erfahrungen so offen und auf eine solch kreative und zum Nachdenken anregende Art gesprochen habt. Künstlerisches Streben und künstlerische Leistungen nehmen in unserer Gesellschaft eine zentrale Rolle ein und sind auf ganz besondere Weise in der Lage, unsere Erfahrungen zu erklären und unsere Schmerzen zu lindern. Die Darbietung, die wir heute morgen gesehen haben, erinnert mich an die Worte des französischen literarischen Meisters Victor Hugo: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ Wir können nicht stillschweigen bei Themen wie der psychischen Gesundheit. Unsere instinktive Tendenz, diese heiklen und oftmals sehr persönlichen und schmerzhaften Themen BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 118 zu vermeiden, müssen wir überwinden. Vor dem Hintergrund der tänzerischen Darbietung von heute Morgen sind die ersten Anzeichen für die negativen Auswirkungen, die die Pandemie auf die psychische Gesundheit junger Menschen hat, zutiefst besorgniserregend. Einer Studie mit 17 Mitgliedstaaten der Europäischen Region zufolge ist jung zu sein allein schon ein Risikofaktor für die mit der Pandemie verbundenen psychischen Auswirkungen. Wir haben gerade erst begonnen, die Auswirkungen anzuerkennen, die die eingeschränkte soziale Interaktion, die Unterbrechung von Schulbetrieb und Arbeit sowie eine ungewisse Zukunft auf unsere junge Generation gehabt haben. Die Pandemie hat uns in Erinnerung gerufen, dass wir die psychische Gesundheit nicht als Selbstverständlichkeit ansehen dürfen. Die verhängten Beschränkungen und die Trennung von Freunden haben bei jungen Menschen in einer bedeutenden und verletzlichen Zeit in ihrem Leben Spuren hinterlassen. Viele leiden infolgedessen an psychischen Folgen. Die Pandemie hat auf diese Weise das Ungleichgewicht bei unserem Fokus auf physischer im Vergleich zur psychischen Gesundheit offenbart. Viele Länder und Gesundheitssysteme haben bereits Maßnahmen ergriffen, um den negativen Auswirkungen der Pandemie auf die psychische Gesundheit entgegenzuwirken. In Dänemark haben Regierung und Parlament weitgehendes Einvernehmen erzielt, nichtstaatliche Organisationen, die Menschen helfen und unterstützen, die infolge von Covid-19 an psychischen Gesundheitsproblemen leiden, mit Geldmitteln auszustatten. Die dänische Regierung plant, ihre Bemühungen im Hinblick auf diese und andere psychiatrische Aspekte in einem neuen Zehnjahresplan für die psychische und psychiatrische Gesundheit infolge von COVID-19 zu verstärken. Während Sie mit Ihren umfassenden Beratungen über die nächsten drei Tagen beginnen, ist es beruhigend zu sehen, dass die Förderung der psychischen Gesundheit eine bedeutende Rolle auf der Tagesordnung einnimmt. Als eine der Flaggschiff-Initiativen des Europäischen Arbeitsprogramms wird der bevorstehende Start des Bündnisses für psychische Gesundheit dringend erforderliche Impulse setzen, um die Unterstützung für und die Investition in die psychische Gesundheitsversorgung zu verstärken. Dies ist jetzt dringender erforderlich als je zuvor. Eine weitere Flaggschiff-Initiative, die in diesem Jahr im Fokus steht, ist die Impfagenda 2030. Impfmaßnahmen stehen seit Langem im Mittelpunkt meiner Überzeugungsarbeit für das WHO- Regionalbüro für Europa, doch COVID-19 hat Impfstoffe und Impfungen in den Vordergrund gerückt und sich auf vielerlei Weise auf die Impfprogramme ausgewirkt. Wir alle wissen um den Wert von Impfstoffen – dass sie ein sicheres und wirksames Mittel für die Eliminierung zahlreicher Krankheiten darstellen und so Leid verhindern können, das das Leben der Menschen auf Dauer verändern oder sogar fordern kann. Sie und Ihre Ministerien haben bereits viel dafür getan, um zu gewährleisten, dass Routineimpfungen in allen Teilen der Europäischen Region aufrechterhalten werden. Die Tatsache, dass die Impfraten bei Routineimpfungen im Zeitraum zwischen 2019 und 2020 trotz der verhängten COVID-19-Beschränkungen nur um einen Prozentpunkt gesunken sind, zeugt von Ihren intensiven Bemühungen um die Aufrechterhaltung bzw. Wiederaufnahme der lebensrettenden Impfprogramme für Kinder. Doch werden von diesem leichten Rückgang erhebliche Unterschiede bei den Impfraten zwischen und in Ländern sowie verpasste Impfdosen verdeckt, was nach wie vor eine Herausforderung darstellt. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 119 Auch die Masern sind weiterhin in vielen Ländern der Welt endemisch und werden immer wieder ausbrechen, wenn es anfällige Menschen zu infizieren gibt und die Durchimpfungsraten zu gering ausfallen. Wir können nicht zulassen, dass die Pandemie sich derart auf die Gesundheit von Kindern auswirkt. Die Geschwindigkeit, mit der sichere und wirksame Impfstoffe gegen COVID-19 entwickelt wurden, ist überragend. Und es sind diese Impfstoffe, die uns unserem Ziel näher bringen, die aktuelle Pandemie zu überwinden. Die Herausforderungen, denen wir uns jetzt gegenübersehen, werden künftige Pläne prägen. Welch ein günstiger Zeitpunkt, die Europäische Impfagenda 2030 zu starten, die darauf abzielt, für mehr Impfstoffsolidarität zwischen den Nationen und mehr Engagement unter den Menschen zu sorgen. Ich freue mich darauf, meinen Teil zur Umsetzung dieser neuen Agenda beizutragen. Impfmaßnahmen sind ein Element, um Kinder auf einen gesunden Weg durch ihr Leben zu führen. Frühkindliche Entwicklung, Interventionen im Rahmen von Hausbesuchen, die vorschulische Erziehung, gute Fütterungspraktiken und die Beseitigung von umweltbedingten Gefahren stärken dieses Fundament. Das Regionalbüro verfügt über Instrumente, um die Entwicklung und Überprüfung von Handlungskonzepten und Aktionsplänen zur Verbesserung der Qualität und Kontinuität derartiger Angebote zu steuern. Investitionen in die frühkindliche Entwicklung sind eine der besten Investitionen, die eine Gesellschaft für ihre eigene Zukunft tätigen kann. Ohne sie können sich die psychischen und physischen Folgen für Kinder, die zurückgelassen wurden, bis weit ins Erwachsenenleben oder durch das gesamte Leben hinziehen. Zuletzt sei erwähnt, dass auch der Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit ein weiterer Bereich ist, in dem während der COVID-19-Pandemie Rückschritte zu verzeichnen waren. Es ist wahrlich besorgniserregend, dass 74% der befragten Mitgliedstaaten während der Pandemie eine Unterbrechung dieser Angebote registrierten. Dies könnte für eine Vielzahl von Frauen und Familien traumatische und weitreichende Folgen haben. Der logische Schluss, der sich daraus ziehen lässt, ist dass eine Unterbrechung der Angebote der reproduktiven Gesundheit folgende Konsequenzen haben kann: eine Zunahme der ungewollten Schwangerschaften aufgrund eines fehlenden Zugangs zu entsprechender Prävention und ein Anstieg der Müttersterblichkeit aufgrund einer Zunahme von Hausgeburten und eines fehlenden Zugangs zu einer qualifizierten Geburtenbetreuung. Es muss noch viel getan werden, um eine allgemeine Versorgung im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und entsprechendes Wohlbefinden für alle Menschen in der Europäischen Region zu erreichen. Ich werde mich weiterhin nachdrücklich für sexuelle und reproduktive Gesundheit und damit verbundene Rechte einsetzen und entsprechende Überzeugungsarbeit leisten, denn sie sind unverzichtbar für die Beschleunigung der Fortschritte, den Abbau großer Ungleichheiten und die Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 120 Verehrte Minister, sehr geehrte Gäste, ich wünsche Ihnen produktive Beratungen und hoffe, dass Sie inspirierende Beispiele teilen, wegweisende Lösungen finden und visionäre Vereinbarungen treffen werden, die das Fundament für die Verwirklichung von mehr Gesundheit für alle Menschen jeden Alters bilden werden. Die Pandemie war – und ist nach wie vor – für viele eine traumatische Zeit. Lassen Sie mich erneut mit den Worten von Victor Hugo schließen, der bereits als Jugendlicher zum Dichter wurde und sein Leben lang viele Menschen inspiriert und unterhalten hat: „Sogar die dunkelste Nacht wird enden und die Sonne wird aufgehen.“ Ich wünsche Ihnen allen viel Gesundheit, Glück und alles Gute. Ich danke Ihnen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 121 Anhang 5: Ansprache des Generaldirektors der WHO Eure Königliche Hoheit Kronprinzessin Mary, sehr geehrte Frau Manastirliu, Gesundheitsministerin von Albanien und Präsidentin des Regionalkomitees, verehrte Damen und Herren Minister, sehr geehrte Delegationsleiter, sehr geehrter Herr Dr. Hans Kluge, Regionaldirektor für Europa, Exzellenzen, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde! Guten Morgen! Ich danke Eurer Königlichen Hoheit für Ihre unermüdliche Unterstützung der Arbeit der WHO in Europa. Ich bedaure es zutiefst, dass wir bereits das zweite Jahr in Folge nicht persönlich zusammenkommen können. Doch ich hoffe, dass wir hierzu im nächsten Jahr wieder in der Lage sein werden. Ob das klappt oder nicht, hängt von uns ab. Es liegt in unseren Händen – wir haben alles, was wir brauchen, um die Übertragung zu stoppen und Leben zu retten: wirksame Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und soziale Maßnahmen, schnelle, genaue Tests, lebensrettender Sauerstoff und Impfstoffe. Wir wissen, was funktioniert. Doch die Pandemie ist noch nicht beendet, denn global haben wird das uns zur Verfügung stehende Wissen bisher nicht angewandt. Zunehmende Begegnungen und Mobilität, vorzeitige Aufhebung von gesundheitlichen und sozialen Maßnahmen, das Auftreten leichter übertragbarer Varianten und die ungleiche Verteilung von Impfstoffen treiben allesamt die Übertragungsraten und die Zahl der Todesfälle die Höhe. Es scheint, als hätten einige Länder beschlossen, dass die Pandemie dank der Impfstoffe nun vorüber ist. Doch nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Impfstoffe sind ein wirkungsvolles Instrument, das dazu beitragen kann, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, sobald wir weltweit eine ausreichend hohe Durchimpfung erreicht haben. Doch so weit sind wir noch nicht. Und in der Zwischenzeit muss jedes Land weiterhin einen umfassenden, risikobasierten Ansatz maßgeschneiderter Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und sozialer Maßnahmen verfolgen und diesen mit einer frühzeitigen klinischen Versorgung und chancengleichen Impfmaßnahmen kombinieren. Es darf sich nicht allein um Impfstoffe drehen, sondern wir sollten es sehen als „Impfstoffe und...“. Vor einem Jahr haben wir noch darauf gewartet und gehofft, dass ein sicherer und wirksamer Impfstoff entwickelt wird und dass er in diesem Fall gleichberechtigt allen Ländern zur Verfügung stehen wird. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 122 Der erste Teil dieser Hoffnung hat sich erfüllt – die Entwicklung und Zulassung mehrerer sicherer und wirksamer Impfstoffe in Rekordzeit hat der Welt Grund zu echter Hoffnung gegeben, dass wir diese Pandemie unter Kontrolle bringen können. Doch das schockierende Ungleichgewicht bei der weltweiten Verteilung der Impfstoffe ist ein Schandfleck auf unserem kollektiven Gewissen. Weltweit wurden bislang über 5,5 Mrd. Impfdosen verabreicht, doch fast 80% von ihnen entfielen auf Länder mit hohem oder gehobenem mittlerem Volkseinkommen. Die globalen Zielvorgaben der WHO sehen vor, jedes Land dabei zu unterstützen, mindestens 10% seiner Bevölkerung bis Ende dieses Monats, mindestens 40% bis Ende dieses Jahres und 70% der Weltbevölkerung bis Mitte nächsten Jahres zu impfen. Ich freue mich, dass in Europa fast 90% der Mitgliedstaaten die 10%-Marke und 60% der Länder bereits die 40%-Marke erreicht haben. Diese Region verzeichnet damit die höchsten Impfraten weltweit. Doch andere Regionen brauchen Ihre Unterstützung. Aus diesem Grund habe ich ein globales Moratorium für Auffrischimpfungen mindestens bis zum Ende des Jahres gefordert, um uns zu ermöglichen, unsere globalen Impfziele zu verwirklichen. Eine kleine Anzahl immungeschwächter Menschen wird möglicherweise auf eine dritte Dosis angewiesen sein. Doch wir wollen keine flächendeckende Anwendung von Auffrischimpfungen bei gesunden Menschen sehen, wenn so viele Gesundheitsfachkräfte und gefährdete Menschen weltweit noch immer auf ihre erste Dosis warten. Der schnellste Weg aus dieser Pandemie für uns alle ist, die am stärksten gefährdeten Menschen in allen Ländern zu impfen und uns gleichzeitig um die Minimierung der weiteren Ausbreitung des Virus zu bemühen. Je länger dieses Ungleichgewicht bei Impfstoffen besteht, desto mehr Gelegenheit wird das Virus haben zu zirkulieren und weiter zu mutieren, so dass Varianten entstehen, die potenziell gegen die Impfstoffe immun sein könnten. Auch bin ich angesichts von Berichten besorgt, dass einige europäische Länder Menschen, die mit einem Impfstoff geimpft wurden, für den die WHO eine Notfallzulassung erteilt hat, doch der nicht von ihrer eigenen nationalen Regulierungsbehörde oder der Europäischen Arzneimittelagentur zugelassen wurde, die Einreise verweigern. Dies schafft mehr Chaos und Verwirrung und führt zu Diskriminierung, insbesondere, wenn einige Länder sich sogar weigern, bestimmte Impfstoffe aufgrund entsprechender Bedenken, dass ihren Bürgern die Einreise in andere Länder verweigert werden könnte, zu verwenden. Die Notfallzulassung durch die WHO folgt einem anspruchsvollen Prozess auf der Grundlage international anerkannter Standards. Sämtliche Impfstoffe, die von der WHO eine Notfallzulassung erhalten haben, sind sicher und bieten wirksamen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen und Tod, auch gegen die Delta-Variante. Wir danken jenen Ländern, die alle Impfstoffe anerkennen, für die die WHO eine Notfallzulassung erteilt hat, und fordern alle Länder auf, es ihnen gleich zu tun. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 123 Sehr geehrte Damen und Herren Minister, während wir darum bemüht sind, die Pandemie zu beenden, müssen wir gleichzeitig Lehren aus ihr ziehen, und Ihre Tagesordnung in dieser Woche spiegelt viele dieser Lehren wider. Die Pandemie ist ein Zeugnis dafür, wie wichtig die primäre Gesundheitsversorgung als ein Fundament der globalen Gesundheitssicherheit und der allgemeinen Gesundheitsversorgung ist. Darüber hinaus hat COVID-19 uns den Wert von Impfmaßnahmen in Erinnerung gerufen. Und die Pandemie hat uns vor Augen geführt, dass es keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit gibt. Daher begrüße ich die Tagesordnungspunkte zu jedem dieser Themen, die im Rahmen dieser Tagung Berücksichtigung finden. Ferner begrüße ich den Bericht der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung und insbesondere seinen Schwerpunkt auf der Integration eines wahrhaftigen einheitlichen Gesundheitsansatzes. Ich danke dem früheren Ministerpräsidenten von Italien, Prof. Mario Monti, und den anderen Mitgliedern der Kommission für ihre Arbeit und freue mich darauf, mehr über die Beratungen und die Reaktion des Regionalkomitees zu hören. Grazie mille, Professor. Die Ergebnisse und Empfehlungen in diesem Bericht haben viel gemein mit jenen anderer Berichte und Untersuchungen der globalen Reaktion auf die Pandemie. Es gibt hunderte Empfehlungen und Vorschläge, die es durchzusehen gilt. Unsere gemeinsame Herausforderung besteht nun darin, einen globalen Konsens über das weitere Vorgehen zu erzielen. Tatenlosigkeit ist keine Option. Wenn wir es versäumen, uns jetzt ausreichend auf künftige Epidemien und Pandemie vorzubereiten, bereiten wir unser eigenes Versagen vor. Welche Strukturen und Mechanismen auch immer zutage treten – die WHO ist der Ansicht, dass sie sich auf folgende Grundprinzipien stützen müssen: Sie setzen das Engagement und die Eigenverantwortung aller Länder voraus. Sie müssen ressortübergreifend sein und Partner aus dem gesamten Spektrum des einheitlichen Gesundheitsansatzes einbeziehen. Sie müssen an den satzungsgemäßen Auftrag der WHO anknüpfen und an diesem ausgerichtet sein, statt parallele Strukturen zu schaffen. Sie müssen die Kohärenz mit den Internationalen Gesundheitsvorschriften und anderen internationalen Instrumenten gewährleisten. Und sie müssen nachvollziehbar und transparent sein. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 124 Diese Prinzipien sollten sich auch in folgenden vier zentralen Handlungsbereichen widerspiegeln: Erstens bedarf es einer besseren Politiksteuerung auf der globalen Ebene. Die vorhandene globale Architektur zur Wahrung der Gesundheitssicherheit ist komplex und fragmentiert, und freiwillige Mechanismen haben nicht zu dem erforderlichen Maß an Engagement und Handeln geführt. Die Impfstoffkrise offenbart die grundsätzlichen Schwächen an der Wurzel der Pandemie: ein Mangel an globaler Solidarität und Teilungsbereitschaft – im Hinblick auf den Austausch von Informationen und Daten, biologischen Proben, Ressourcen, Technologien und Werkzeugen. Es bedarf neuer Mechanismen für die Politiksteuerung, unterstützt durch politisches Engagement auf hoher Ebene und rechtsverbindliche Instrumente, die inklusiv, kohärent und nachvollziehbar sind. Aus diesem Grund bin ich der Ansicht, dass ein Vertrag oder ein anderes internationales Rechtsinstrument für die Pandemievorsorge und -bekämpfung einen dringend benötigten übergeordneten Rahmen für die globale Kooperation bieten wird, um die Regeln des Spiels festzulegen und die Solidarität zwischen den Ländern zu erhöhen. Ein Ansatz, bei dem jedes Land für sich selbst kämpft, hat sich bei dieser Pandemie nicht bewährt und er wird auch beim nächsten Mal scheitern. Wir erbitten die Unterstützung aller Mitgliedstaaten der Europäischen Region für diese wichtige Initiative auf der Sondersitzung der Weltgesundheitsversammlung im November. Zweitens bedarf es für die nationale und globale Vorsorge und Reaktion einer umfangreicheren und besseren Finanzierung. Von Panik und Vernachlässigung geprägte Zyklen haben zu einer instabilen internationalen Finanzierung für die globale Gesundheitssicherheit beigetragen, mit katastrophalen Folgen. Das gegenwärtige Ökosystem der Finanzierung von Pandemievorsorge und -bekämpfung ist unzureichend, zu komplex, fragmentiert und ineffizient und sorgt nicht für ausreichende Chancengleichheit. Es bedarf einer erheblichen Erhöhung der inländischen Investitionen, namentlich für die primäre Gesundheitsversorgung, sowie der internationalen Finanzierung zur Stärkung von Kapazitäten in den Ländern mit niedrigem und niedrigerem mittlerem Volkseinkommen und zur Finanzierung globaler Güter wie etwa Impfstoffen. Diese Art der Finanzierung muss wirklich zusätzlich, vorhersehbar und gleichberechtigt erfolgen und mit nationalen, regionsweiten und globalen Prioritäten und Plänen abgestimmt sein. Ein allein aus freiwilliger Entwicklungshilfe finanzierter Mechanismus wird nur den Wettbewerb um ohnehin schon knappe Ressourcen erhöhen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 125 Es ist entscheidend, dass jegliche Finanzfazilitäten auf der Grundlage bereits bestehender Finanzeinrichtungen aufgebaut werden, statt neue zu schaffen, die nur für eine weitere Fragmentierung der globalen Gesundheitsarchitektur sorgen würden. Drittens bedarf es besserer Systeme und Werkzeuge, und zwar im gesamten Spektrum des einheitlichen Gesundheitsansatzes. Die WHO hat bereits Schritte unternommen, um einige dieser Werkzeuge aufzubauen. Im September hatte ich die Ehre, gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel die globale Drehscheibe der WHO für Pandemie- und Epidemieaufklärung in Berlin zu eröffnen, ein neues Zentrum, das darauf abzielt, einen stärkeren Austausch von Daten und Informationen zwischen den Ländern zu fördern und die globale Surveillance für Epidemien und Pandemien durch die Nutzung der Vorteile von künstlicher Intelligenz, Quantencomputing und anderen hochaktuellen Technologien zu verbessern. Andere Initiativen sind in Entwicklung, darunter das BioHub der WHO, eine neue Einrichtung in der Schweiz für die Lagerung und den Austausch von Erregern, sowie die Überprüfung der allgemeinen Gesundheit und entsprechenden Vorsorge (Universal Health and Preparedness Review), ein neuer Mechanismus für die Expertenbegutachtung zur Verbesserung der nationalen Vorsorge nach dem Muster der allgemeinen regelmäßigen Überprüfung (Universal Periodic Review), die vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen genutzt wird. Erst kürzlich verkündete das Sekretariat zudem die Einrichtung eines permanenten internationalen wissenschaftlichen Beirats für die Ursprünge neuer Erreger (SAGO), um eine systematischere Form der Identifizierung von Quellen neuer Ausbrüche zu etablieren. Wie Sie wissen, haben wir den Mitgliedstaaten bereits einen Entwurf des Mandats vorgelegt und einen offenen Aufruf für Experten zur Interessenbekundung bezüglich einer Tätigkeit beim SAGO veröffentlicht. Wir fordern auch Experten aus Europa nachdrücklich dazu auf, sich für eine Tätigkeit beim SAGO zu bewerben. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass der SAGO sich nicht nur mit der nächsten Phase von Untersuchungen über die Ursprünge von SARS-CoV-2 befassen wird. Es handelt sich dabei vielmehr um eine langfristige Initiative zur Unterstützung von Untersuchungen über die Ursprünge aller künftig auftretenden Erreger. Wir wollen dies institutionalisieren. Viertens bedarf es einer gestärkten, bestens gerüsteten und nachhaltig finanzierten WHO im Zentrum der globalen Gesundheitsarchitektur. Mit 194 Mitgliedstaaten und 152 Länderbüros verfügt die WHO über ein einzigartiges globales Mandat, eine einzigartige globale Reichweite und eine einzigartige globale Legitimität. Doch im Laufe mehrerer Jahrzehnte wurde sie nach und nach immer mehr geschwächt durch ein hemmendes Ungleichgewicht zwischen ordentlichen und freiwilligen Beiträgen sowie zweckgebundenen Mitteln, die unseren Etat verzerren und uns in unserer Fähigkeit einschränken, die Erwartungen unserer Mitgliedstaaten zu erfüllen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 126 Dieses Ungleichgewicht zu beseitigen, ist von entscheidender Bedeutung, wenn die WHO die unabhängige und mit Autorität ausgestattete Institution sein soll, die die Welt braucht. Aktuell stammen nur 16% unserer Finanzmittel aus ordentlichen Beiträgen. Nach Anpassung an die Inflationsrate belaufen sich die ordentlichen Beiträge heute auf 340 Mio. US-$ weniger als noch in den 1980er Jahren. Und von den restlichen Mitteln der WHO sind heutzutage rund 80% zweckgebunden. In den 1980er Jahren war die Situation genau umgekehrt: mehr als 80% der Finanzmittel bestanden aus ordentlichen Beiträgen und weniger als 20% aus freiwilligen Beiträgen. Dieses Ungleichgewicht bedeutet, dass wir nicht in der Lage sind, die langfristige Programmarbeit auf Ebene der Länder zu leisten, die es zur Bewältigung der größten gesundheitlichen Herausforderungen bedarf. Es bedeutet auch, dass wir uns zu stark auf freiberufliche Mitarbeiter und Kurzzeitverträge verlassen. Dadurch wird unsere Belegschaft destabilisiert und es wird für uns schwierig, die Experten, die wir brauchen, zu schulen und zu halten. Ich danke jenen Mitgliedstaaten, die sich in der Arbeitsgruppe für nachhaltige Finanzierung engagiert haben, die uns ihre Empfehlungen beim Exekutivrat im Januar vorlegen wird. Mein Dank gilt an dieser Stelle Herrn Björn Kümmel für seine großartige Führungskompetenz. So wie wir die historische Gelegenheit haben, die globale Vorsorge und Reaktion grundlegend umzugestalten, haben wir auch die historische Gelegenheit, das Finanzierungsmodell der WHO grundlegend umzugestalten. Dies ist etwas, das nur Sie, die Mitgliedstaaten, gewährleisten können. Natürlich erwarten Sie zu Recht eine entsprechende Rechenschaftslegung für die uns von Ihnen zur Verfügung gestellten Ressourcen. Wir begrüßen das und haben bereits wichtige Schritte unternommen, um dies zu gewährleisten. Und als Ihr Sekretariat verpflichten wir uns, weitere Verbesserungen vorzunehmen, um die WHO zu der modernen, flexiblen und auf Wirkung ausgerichteten Organisation zu machen, die Sie erwarten und brauchen. Wir haben unsere grundlegende Umgestaltung bereits vor der COVID-19-Pandemie begonnen, doch wir müssen noch mehr tun. Eine nachhaltige und vorhersehbare Finanzierung ist einer von sieben Bereichen, in denen wir seit mehr als vier Jahren im Rahmen der grundlegenden Umgestaltung der WHO tätig geworden sind. Die Umgestaltung ist in 40 zentralen Initiativen verankert, die darauf ausgelegt sind, eine flexiblere, ergebnisorientierte WHO zu schaffen. Unsere Fortschritte können Sie über das Online-Tool zur Überwachung der grundlegenden Umgestaltung verfolgen. Als die Krise begann, wurden unsere umgestalteten Funktionen für Geschäftsprozesse, Partnerschaften und externe Beziehungen umgehend damit beauftragt, im erforderlichen Maßstab zu operieren. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 127 Unsere neue Wissenschaftsabteilung führte einen neuen beschleunigten Überprüfungsmechanismus ein, um die Rechtzeitigkeit, Kohärenz und Qualität aller WHO- Leitlinien zu gewährleisten. Die neuen Abteilungen der WHO für Notfallvorsorge und -bewältigung haben die Anstrengungen im Kampf gegen die Pandemie auf der ganzen Welt unterstützt, u. a. im Rahmen dieses neuen Betriebsmodells, indem sie an der Leitung der Sonderarbeitsgruppe für die Versorgungskette beteiligt waren. Und im Rahmen unseres weiter reichenden Ansatzes für Partnerschaften haben wir den ACT Accelerator eingeführt, über den Impfstoffe, Diagnostika, Therapeutika und persönliche Schutzausrüstung auf der ganzen Welt verteilt wurden. Im Zuge der Pandemie und der externen Beurteilung der Umgestaltung der WHO planen wir, vor Ende des Jahres eine Bestandsaufnahme zu machen, um die nächsten Schritte festzulegen. Die Beurteilung empfahl, dass wir besonderes Augenmerk auf die Umgestaltung auf Ebene der Länder richten sollten. In dieser Hinsicht begrüße ich die funktionelle Überprüfung der Länderbüros in der Europäischen Region. Diese wird wichtige Erkenntnisse für die globale Umgestaltung der WHO auf Länderebene liefern.Sehr geehrte Damen und Herren Minister, mit der Generalversammlung der Vereinten Nationen im September, dem G20-Gipfel im Oktober und der Sondersitzung der Weltgesundheitsversammlung im November stellen die nächsten drei Monate eine wichtige Phase für die Gestaltung der künftigen Pandemievorsorge und -bekämpfung dar. Wir müssen diesen Moment nutzen. In den kommenden Monaten und Jahren werden andere Krisen unsere Aufmerksamkeit erfordern und uns von der Dringlichkeit jetzt zu handeln ablenken. Wenn die Welt den eingeschlagenen Kurs fortsetzt, wird sie auch die gleichen Ergebnisse erhalten – eine Welt, die weniger gesund, unsicherer und ungerechter ist. Die WHO verpflichtet sich, jedes Ihrer Länder bei der Bewältigung der Pandemie zu unterstützen und zu einem Wiederaufbau zum Besseren beizutragen. Abschließend hätte ich noch vier besondere Bitten an Sie: Erstens möchten wir Sie um Ihre Entschlossenheit bitten, weiterhin den eingeschlagenen Kurs zu halten und einen umfassenden, risikobasierten Ansatz zur Verhinderung der weiteren Übertragung und zur Rettung von Menschenleben zu verfolgen. Zweitens möchten wir Sie um Ihre Unterstützung bei der Verwirklichung der Impfziele der WHO in Europa und auf der ganzen Welt bitten, und zwar durch die Bereitstellung zeitnaher Impfstofflieferungen an die COVAX-Fazilität, durch die umgehende Erfüllung Ihrer Zusagen zur Bereitstellung von Impfdosen und durch die Ermöglichung eines Austauschs von Technologien, Fachwissen und geistigem Eigentum zur Unterstützung der regionsweiten Impfstoffherstellung. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 128 Drittens möchten wir Sie um Ihre Unterstützung bei der Umsetzung der Idee eines Vertrags oder eines anderen internationalen Rechtsinstruments zur Pandemievorsorge und -bekämpfung bitten. Und viertens möchten wir Sie um Ihre Unterstützung beim Aufbau einer stärkeren WHO bitten, die bestens gerüstet ist und nachhaltig finanziert wird. Ich möchte Ihnen allen erneut meinen Dank für Ihre harte Arbeit und Ihre Unterstützung der WHO in dieser kritischen Zeit aussprechen. Wir sehen Ihrer anhaltenden Unterstützung freudig entgegen, während wir uns gemeinsam darum bemühen, die Gesundheit zu fördern, die Welt zu schützen und den Schwächsten zu helfen. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und dem Präsidenten von Kirgisistan, dem Ministerpräsidenten von Slowenien und den hochrangigen Beamten aus San Marino und Russland dafür danken, dass Sie heute hier bei uns sind. Vielen Dank. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 129 Anhang 6: Ansprache des WHO-Regionaldirektors für Europa Eure Königliche Hoheit Kronprinzessin Mary von Dänemark, sehr geehrte Frau Manastirliu, Präsidentin des 71. Regionalkomitees, sehr geehrter Dr. Tsoy, scheidender Präsident des 70. Regionalkomitees, sehr geehrter Herr Generaldirektor der WHO, sehr geehrter Prof. Mario Monti, Vorsitzender der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung, meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist mein sehnlichster Wunsch, dass dieses Regionalkomitee uns mit Energie und Überzeugung erfüllt, damit wir gemeinsam die Pandemie schnell wieder unter Kontrolle bringen können und diese Kontrolle nie wieder verlieren. Und dass diese Krise die letzte ist, die uns auf dem falschen Fuß erwischt. Wir bei WHO/Europa haben in den vergangenen zwölf Monaten Ihren wichtigen Botschaften auf der letzten Tagung des Regionalkomitees, auf der Weltgesundheitsversammlung, im Exekutivrat und auf den Tagungen des Ständigen Ausschusses des WHO-Regionalkomitees (SCRC) aufmerksam zugehört. Ihre Botschaften haben unsere Vorschläge in Bezug auf künftige Konzepte und Maßnahmen für Gesundheit und Gesundheitssysteme in der Zeit nach der Pandemie maßgeblich geprägt, und wir haben die Lehren gebührend berücksichtigt. Wir bei WHO/Europa haben Ihnen zugehört, wir haben Ihre Anliegen vernommen und wir haben gehandelt. Ich habe meine heutige Rede über den Stand der Gesundheit in der Europäischen Region in drei Teile gegliedert: Erstens werden wir uns mit der Gegenwart befassen. Wo stehen wir mit COVID-19? Der zweite Teil betrifft die Zukunft. Wie erreichen wir mehr Gesundheit und Wohlbefinden? Der dritte Teil befasst sich mit dem Wie. Beginnen wir also mit der Gegenwart. Meine Damen und Herren, heute stehe ich hier mit meiner Botschaft an Sie, dass diese Pandemie wie alle anderen Pandemien auch einmal vorübergehen wird. Ich kann Ihnen nicht sagen, wann, aber ich kann Ihnen erklären, wie das geschehen wird. Gemeinsam müssen wir zu einer Neuausrichtung und Neubewertung gelangen, und dies ist mit drei Fragen verbunden: Erstens: Wo stehen wir jetzt? Zweitens: Haben wir genug gelernt, um den Gang der Dinge beeinflussen zu können? Drittens: Wie wird das Ende aussehen? Zum ersten Punkt: Das Bild der Pandemie heute unterscheidet sich nicht allzu sehr von dem im vergangenen Jahr. Insgesamt gesehen verzeichnen wir in der Europäischen Region einen stetigen Anstieg der Fallzahlen. Wir haben es mit einer Abfolge von Pandemiewellen zu tun, bei denen im Reaktionsmodus gewisse Maßnahmen ergriffen werden, bis eine ruhigere Periode gewisse Lockerungen erlaubt. Die verschiedenen nach Alter, Schweregrad, Krankenhausaufenthalten und Einweisungen auf die Intensivstation aufgeschlüsselten Indikatoren veränderten sich nicht wesentlich – bis zum Beginn der Impfkampagnen. Mit zunehmender Durchimpfung konnten wir einen drastischen Rückgang der schweren und tödlichen Krankheitsverläufe beobachten. Ebenso sank der Druck auf unsere Gesundheitssysteme, auch wenn erwartungsgemäß die Übertragung unter den Ungeimpften weitergeht. Doch obwohl die Impfstoffe das entscheidende Ereignis des Jahres waren, so folgte doch mit der Entstehung leichter übertragbarer, virulenterer besorgniserregender Varianten die zwangsläufige Antwort der Evolution auf unsere großartigen Anstrengungen. Doch die Balance BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 130 ist immer noch zu unserem Vorteil, denn die Instrumente zur Bekämpfung von SARS-CoV-2 bzw. seiner Varianten bleiben dieselben, einschließlich der Impfungen. Zweite Frage: Gestatten Sie mir, drei Lehren aus der Pandemie herauszugreifen: Die erste lautet, dass die Pandemie eine ungeheure Belastungsprobe für den Multilateralismus und die internationale Solidarität war. Impfstoffe wirken. Impfstoffe retten Menschenleben, viele Menschenleben, und sie haben sogar das Potenzial, die Übertragung zu reduzieren, wenn alle mitmachen. Deshalb ist die enorme Ungleichheit bei der Verteilung von Impfstoffen auch keine gute Nachricht. In der Europäischen Region der WHO sind inzwischen 58% der in Frage kommenden Bevölkerung in den Ländern mit hohem Volkseinkommen vollständig geimpft, in den Ländern mit höherem mittlerem Volkseinkommen sind es nur 29%. In den Ländern mit niedrigerem mittlerem Volkseinkommen sind es sogar nur 9%. Ein Blick auf die globale Ebene zeigt, dass in den Ländern mit niedrigem Volkseinkommen die Quote nur 2% beträgt. Wir in unserer Region haben immer globale Solidarität erfahren. Deshalb habe ich die Regionaldirektoren der WHO für Afrika und den Östlichen Mittelmeerraum gebeten, heute zu Ihnen zu sprechen. Niemand ist sicher, solange nicht alle sicher sind. Die zweite Lehre lautet, dass der Kampf gegen jede Pandemie bei den Menschen beginnt. Letztendlich hat die Pandemie überall auf der Welt lokale Auswirkungen. Deshalb müssen wir die Ermächtigung und Beteiligung unserer Bevölkerung verbessern und uns um die psychische Gesundheit der Menschen kümmern, und zu allererst um die der jungen Menschen und der Beschäftigten im Gesundheitswesen. Das Gesundheitspersonal brauchen wir auch langfristig dringend, sie sind die wahren Helden der Pandemie. Tatsächlich war COVID-19 eine äußerst schmerzliche Erinnerung daran, dass ohne eine leistungsfähige primäre Gesundheitsversorgung kein Gesundheitssystem überleben kann. Und im 21. Jahrhundert kommt ein Gesundheitssystem nicht weit, wenn es nicht voll digitalisiert ist. Die dritte Lehre lautet, dass die Pandemie eine ungeheure Belastungsprobe für öffentlich- private Partnerschaften war. Öffentliche Organisationen wie die WHO brauchen die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft, nicht nur um verstärkt technologische Innovationen nutzen zu können und deren gleichmäßige Verteilung sicherzustellen, sondern auch um ihre Bezahlbarkeit für alle Menschen weltweit zu gewährleisten. Lehren sind eines, aber um diese Lehren umsetzen zu können, muss die WHO selbst als Organisation ihre institutionelle Zwecktauglichkeit überprüfen. Das Schlimmste, was der WHO heute passieren kann, ist, in Selbstrechtfertigung zu verfallen. Für mich als Regionaldirektor ist die Diagnose glasklar. Es kommt auf drei Dinge an: Erstens müssen wir verstärkt auf die Regionen setzen; zweitens benötigen wir mehr politische Beteiligung der Mitgliedstaaten im Rahmen der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV); und drittens brauchen wir eine flexiblere Finanzierung. Zum ersten Punkt: Jede Region ist eine Säule von globaler Tragweite. Der Grund – gestatten Sie mir, näher darauf einzugehen – ist, dass die WHO aufgrund ihrer Satzung den einzigartigen BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 131 Vorteil hat, in sechs miteinander verknüpfte Regionen gegliedert zu sein. Politisch sind wir Bevollmächtigte unserer Mitgliedstaaten. Zweitens ist eine Überarbeitung der IGV dringend notwendig, oder, wenn wir noch ehrgeiziger sein wollen, ein neuer Vertrag, der zusätzliche Bestimmungen über Konsequenzen von Verstößen der Unterzeichner enthält. Wenn die Mitgliedstaaten selbst dieses eigentliche Problem nicht in Angriff nehmen, dann werden weder die IGV noch ein neuer Vertrag die Welt sicherer machen. Drittens brauchen wir eine flexiblere Finanzierung für die WHO. Das bedeutet nicht unbedingt höhere Beiträge für die Mitgliedstaaten. Stattdessen könnte etwa ein Richtwert von 20% bis 30% für Flexibilität bei allen zweckgebundenen freiwilligen Beiträgen eingeführt werden, und unsere Region benötigt auf jeden Fall mehr Autonomie in Bezug auf Mittelbeschaffung und Finanzierung. Damit bin ich bei der dritten Frage angelangt: Wie stellen wir uns das Ende vor? Wir können aus der Pandemie nicht aussteigen, aber wir können eine nachhaltige Bekämpfung der Übertragung des Virus anstreben. Was bedeutet das? Zum einen, dass es zu keinen wesentlichen Beeinträchtigungen für die Gesundheitssysteme durch Erkrankungen und Krankenhauseinweisungen aufgrund von COVID-19 mehr kommt. Und es bedeutet, dass die Wellen der Pandemie künftig saisonal bzw. vorhersehbar ablaufen werden, mit einer endemischen Übertragung auf niedrigerem Niveau und ohne die Kosten von Ausgangsbeschränkungen. Als Reaktion auf wiederholten Wunsch von Ihnen haben wir die normative fachliche Funktion des Regionalbüros gestärkt, und ich habe Prof. Antoine Flahault, Leiter des Zentrums für globale Gesundheitspolitik an der Universität Genf, vor ein paar Monaten gebeten, in einer hochrangigen fachlichen Arbeitsgruppe unter seinem Vorsitz ein zweiseitiges Dokument zu erstellen, das auf unserer Website zu finden ist und Aufschluss darüber gibt, wie die Länder die akute Phase hinter sich lassen können. Und es gibt drei strategische Stoßrichtungen für den Ausbruch aus dem Chaos: Erstens eine chancengerechte Verteilung der Impfstoffe. Zweitens brauchen wir einen ganzheitlichen Ansatz, um die Akzeptanz und die Herstellung zu erhöhen, und mehr Diversität in Bezug auf die Produktionsstätten. Drittens mehr Spenden. Wir dürfen keine Gelegenheit ungenutzt lassen. Dabei spielt keine Rolle, ob es um die multilaterale oder die bilaterale Ebene geht. Und wir müssen die Privatwirtschaft einbeziehen. Schließlich gehört es auch zu unseren vorrangigen Aufgaben, die Impfskepsis zu bekämpfen, indem wir die Bevölkerung einbinden und befähigen: mit soliden Daten, wie sie von unseren Teams, namentlich dem Team für verhaltensbezogene Erkenntnisse, gewonnen werden. Wenn die Minister sich für eine Impfpflicht entscheiden, werden wir sie darin unterstützen und auch einige Vorbehalte zum Ausdruck bringen, etwa dass bereits überlastete Gesundheitssysteme dadurch nicht noch weiter belastet werden dürfen. Dies ist die erste strategische Stoßrichtung. Die zweite Stoßrichtung besteht darin, in der Europäischen Region nuancierte Ansätze einzuführen, einschließlich der Ausweitung von Impfprogrammen auf Kinder bzw. um zusätzliche Dosen. Wir dürfen zusätzliche Dosen nicht mehr als „Luxus-Auffrischungen“ BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 132 abtun. Vielmehr sind sie ein wesentliches Mittel zum Schutz der Schwächsten in unserer Gesellschaft. Wenn wir bedenken, dass das SARS-CoV-2 weiter mutieren und dass es wie die Grippe für immer bei uns bleiben wird, dann sollten wir unsere Impfprogramme auf eine endemische Übertragung anpassen. Wir brauchen dringend Informationen über die Wirkung zusätzlicher Dosen für besonders gefährdete Gruppen. Ich habe diese Frage während meiner Mission in die Vereinigten Staaten im August mit Dr. Anthony Fauci und auch vor Kurzem mit dem israelischen Gesundheitsminister und dem Botschafter Israels in Genf erörtert. Und ich möchte ihnen dafür herzlich danken. Denn wir brauchen diese Pioniere, um uns diese äußerst wichtigen Informationen zu verschaffen. Schließlich brauchen wir unter dem zweiten Ansatz wesentlich mehr Bewegung bei den Therapeutika. Wenn morgen eine Mutation entsteht, die den Immunschutz umgeht, dann besteht unsere Hoffnung zur Veränderung der Prognose in einem guten Therapeutikum und in Zweitrangimpfstoffen. Die dritte strategische Stoßrichtung besteht darin, einen proportionalen Druck auf das Virus aufrechtzuerhalten, sogar während ruhigerer Phasen: also kein Nachlassen beim Maskentragen, Kontrolle der grenzüberschreitenden Mobilität und Intensivierung des Testbetriebs, einschließlich der genomischen Sequenzierung. Denken wir daran: der erste Schritt besteht in einer transparenten Weitergabe von Daten aus den Ländern und zwischen den Ländern. Meine Damen und Herren, wenn wir diese drei strategischen Stoßrichtungen konsequent verfolgen, wissen wir mehr und können auch mehr tun. Wir können das Ende vorhersehen, aber nur wenn Politik, Wissenschaft und Gesellschaft ein für alle Mal an einem Strang ziehen. Alle Krisen gehen einmal zu Ende. So auch diese Krise. Wenden wir uns daher dem zweiten Teil zu: der Zukunft. Wie erreichen wir in unserer Region kollektiv einen Quantensprung hin zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden und hin zu einer Gesundheitskultur, in der jeder Mensch zu gesundheitsförderlichen Entscheidungen in Bezug auf seinen Lebensstil befähigt wird – unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung oder sozioökonomischen Möglichkeiten? Auch hier bin ich wieder sehr optimistisch, da wir über drei sehr starke Hebel verfügen: einen Kompass, ein Instrumentarium und die Innovation. Erstens den Kompass. Den Kompass für den Quantensprung hin zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden bilden die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG). Diese 17 Ziele sind eine Blaupause für eine bessere und nachhaltigere Zukunft. Sechs Jahre nach ihrer Annahme ist es nun an der Zeit für eine Bestandsaufnahme. Im November wird das Regionalbüro den nächsten Europäischen Gesundheitsbericht veröffentlichen. Wir wissen schon jetzt, dass wir bei einigen der Indikatoren für die SDG hinterherhinken. So sind wir mit Blick auf die Beendigung von Aids bis 2030 nicht auf Kurs. Bei Tuberkulose verzeichnen wir einen Rückgang der Fallentdeckungsraten in den Ländern um 20% bis 30%. Wir müssen die unerledigten Aufgaben zu Ende bringen. Deshalb habe ich einen Sondergesandten für die Bekämpfung von Tuberkulose, Aids und Hepatitis ernannt: Prof. Michel Kazatchkine BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 133 Kommen wir zum Bereich Umwelt und Klimawandel: Wir wissen, dass in unserer Region jährlich 480 000 Menschen an chronischen Erkrankungen sterben, die durch die Verschmutzung der Umgebungsluft bedingt sind. Deshalb bin ich sehr stolz, verkünden zu können, dass das Europäische Zentrum der WHO für Umwelt und Gesundheit in Bonn kommende Woche die neuen globalen Leitlinien der WHO für Luftqualität veröffentlichen wird. Mein herzlicher Dank an Deutschland für die großartige Unterstützung. Wir werden beim Regionalbüro das Referat für Datenüberwachung und -analyse stärken, eine unmittelbare Antwort auf Ihren Ruf nach einer stärker normativ und wissenschaftlich ausgerichteten WHO, die es Ihnen ermöglicht, Handlungskonzepte und Maßnahmen auf solide Daten zu stützen. Zweitens das Instrumentarium – das Europäische Arbeitsprogramm (EPW), das Sie alle im vergangenen Jahr angenommen haben und das seine Fähigkeit zur Bewältigung der Herausforderungen aufgrund der Pandemie unter Beweis gestellt hat, und insbesondere seine vier Flaggschiff-Initiativen: psychische Gesundheit, Impfungen, verhaltensbezogene Aspekte und Befähigung durch digitale Gesundheitsangebote. Immer wieder, meine Damen und Herren, haben Sie darauf bestanden, dass wir die primäre Gesundheitsversorgung als den Eckpfeiler von mehr Gesundheit und Wohlbefinden neu gestalten und dabei sowohl die klinischen Bedürfnisse der Menschen als auch ihre sozialen Determinanten von Gesundheit berücksichtigen: durch einen Brückenschlag zwischen der primären Gesundheitsversorgung, den öffentlichen Gesundheitsdiensten und dem Sozialwesen, insbesondere zugunsten der älteren Menschen und der schutzbedürftigsten Gruppen. Die primäre Gesundheitsversorgung verdient einen Platz als Flaggschiff aller Flaggschiffe, denn hier geht es um die Verwirklichung der Grundsätze der Erklärungen von Alma-Ata und Astana, die 2020 in dem Operationellen Rahmen nochmals bekräftigt wurden. Ich bedanke mich herzlich bei Dr. Alexey Tsoy und der Regierung Kasachstans für die tatkräftige Unterstützung für das Europäische Zentrum der WHO für primäre Gesundheitsversorgung in Almaty, durch die wir die Mittel zur Unterstützung der Länder erhalten. Die wichtigste Lehre im Bereich der primären Gesundheitsversorgung aus den letzten 43 Jahren lautet: Es gibt keine Patentlösung. Die Kunst, die Kluft zwischen unserem immensen Anspruch und den konkreten Ergebnissen in der Praxis zu schließen, besteht darin, bewährte Praktiken auf nationale und lokale Rahmenbedingungen zuzuschneiden. Wir müssen das Berufsprestige der Beschäftigten in der primären Gesundheitsversorgung, aber auch das Vertrauen der Menschen in das System erhöhen. Wie erhöhen wir das Vertrauen? Indem wir die Versorgungsqualität und die Patientensicherheit erhöhen. Ich bedanke mich herzlich bei der Regierung Griechenlands, insbesondere beim ehemaligen Gesundheitsminister Dr. Vasileios Kikilias und meinem neuen Freund, dem neuen Gesundheitsminister Dr. Thanos Plevris, dass sie uns die Mittel zur Verfügung gestellt haben, um durch das Unterbüro für Versorgungsqualität und Patientensicherheit in Athen endlich das Thema Versorgungsqualität auf die Tagesordnung der Europäischen Region zu bringen. Die gute Nachricht, meine Damen und Herren, lautet, dass eine hochwertige primäre Gesundheitsversorgung bereits Realität ist. Ich hatte das große Vergnügen, Mitte Juli an einer hochrangigen Konferenz über innovative Gesundheitssysteme teilnehmen zu können, die von der Slowenischen Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union in vorbildlicher Weise organisiert wurde. Und wie immer, wenn ich in BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 134 ein Land reise, gehörte auch diesmal ein Besuch vor Ort dazu, nämlich beim kommunalen Gesundheitszentrum in Ljubljana, einem großartigen Zentrum für primäre Gesundheitsversorgung und für Simulationen, wo ich mich mit den Patienten unterhielt. Diese wollten zuerst zur primären Gesundheitsversorgung gehen. Ich fragte sie nach dem Grund. Die Antwort war: Weil das Zentrum von freundlichen, kompetenten und motivierten Mitarbeitern betrieben wird, die die gesamte Bandbreite des Leistungsangebots abdecken: Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung, Behandlung und Rehabilitation, aber auch soziale Angebote. Und auch alle notwendigen Geräte, einschließlich der digitalen Geräte, waren vorhanden. Vielen Dank, Herr Minister Poklukar, dass Sie die primäre Gesundheitsversorgung in den Mittelpunkt der europäischen Politik gerückt haben. Meinen Glückwunsch auch zu Ihrer Rolle als Vorkämpfer für Gesundheit, indem Sie regelmäßig über ihre sportlichen Aktivitäten berichten. Wenn wir als Europäische Region die gesundheitsbezogenen SDG erreichen wollen, dann müssen wir insbesondere zwei fachliche Bereiche mit der primären Gesundheitsversorgung verknüpfen: Erstens die finanzielle Absicherung im Einklang mit der Charta von Tallinn und dem Büro Barcelona zur Finanzierung der Gesundheitssysteme, für dessen tatkräftige Unterstützung ich Spanien herzlich danken möchte. Die dortigen Mitarbeiter haben inzwischen Daten aus 33 Ländern zu der Frage: Können sich die Menschen ihre Gesundheitsversorgung leisten? Wir wissen, dass in unserer Region der Anteil der Haushalte, die in die Armut abrutschen, weil sie sich innovative Arzneimittel für chronische Krankheiten nicht mehr leisten können, je nach Land zwischen 0,2% und 10,8% liegt – mit einem Mittelwert bei 2,7%. Aber gibt es auch Grund zur Hoffnung? Ja, denn mit zielführenden Konzepten kann dieser Anteil auf Null gesenkt werden. Deshalb haben wir zusammen mit Norwegen die Oslo-Initiative für Arzneimittel geschaffen, um gemeinsam auf einen neuen Sozialpakt zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor hinzuarbeiten, den wir hoffentlich auf einer politischen Konferenz im Juni nächsten Jahres in Oslo besiegeln können. Ich darf mich besonders beim norwegischen Gesundheitsminister Bent Høie und bei Dr. Bjørn- Inge Larsen bedanken, die zusammen mit mir die Beratungen mit den Mitgliedstaaten sowie mit Vertretern der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft geführt haben. Am 22. Juni wurde ich zu einem Runden Tisch mit Vorstandsvorsitzenden aus der biopharmazeutischen Industrie eingeladen, und vergangene Woche haben wir auf einem Besuch des Generaldirektors der International Federation of Pharmaceutical Manufacturers & Associations vereinbart, auf eine neue, auf Werte gestützte soziale Erklärung hinzuarbeiten. Der zweite fachliche Bereich, der mit der primären Gesundheitsversorgung verknüpft werden muss, sind die gesunden Lebensgewohnheiten zur Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten. Vor genau zehn Jahren trafen in Moskau Gesundheitsminister und andere führende Vertreter aus 167 Ländern zusammen, um die Erklärung von Moskau über gesunde Lebensführung und die Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten zu unterzeichnen. Heute, meine Damen und Herren, ist es Zeit, diese Verpflichtung zu erneuern. Deshalb habe ich im Dezember 2020 den Fachlichen Beirat für Innovationen im Bereich der nichtübertragbaren Krankheiten eingesetzt, der schnell mit einer Reihe von zielgerichteten Initiativen eine sichtbare Wirkung auf der Länderebene herbeiführen soll. Zu den dringlichsten BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 135 Problemen zählen dabei Adipositas im Kindesalter, digitale Werbung, Bluthochdruck und Salzkonsum. Das verspricht schnelle Erfolge. Mit Maßnahmen wie grüneren Städten und einer Gesundheitsabgabe auf Alkohol können wir Zehntausende Menschenleben retten. 40% der Krebserkrankungen in unserer Region lassen sich durch Impfungen verhindern, und für die übrigen 60% können wir das Management deutlich verbessern. Aus diesem Grund habe ich am Weltkrebstag die gesamteuropäische Bewegung „Gemeinsam gegen Krebs“ ins Leben gerufen und Aron Anderson, einen ehemaligen Krebspatienten aus Schweden mit ausgezeichneten Rednerqualitäten, zum Botschafter für Krebsbekämpfung ernannt. Mit politischer Unterstützung aus zahlreichen Ländern möchte ich an dieser Stelle dem Gesundheitsminister der Russischen Föderation, Dr. Mikhail Albertovich Murashko, sowie der russischen Regierung besonders herzlich für die äußerst energische Unterstützung durch das Europäische Büro der WHO für die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten danken, dessen Arbeit nicht nur der Europäischen Region, sondern der gesamten Welt zugute kommt. Danke, lieber Mikhail Albertovich! Wir haben also den Kompass, das Instrumentarium und die Innovation. Für mich die größte Innovation des Jahres ist die Paneuropäische Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung, die einberufen wurde, um vor dem Hintergrund von Pandemien die politischen Prioritäten neu zu überdenken. Wie kam es dazu? Der zugrunde liegende Gedanke war, dass die WHO über ihren traditionellen Aktionsradius der Kommunikation mit den ohnehin schon überzeugten Gesundheitspolitikern und -wissenschaftlern hinaus auch Staats- und Regierungschefs und Finanzministerien ansprechen soll, um sie von der Notwendigkeit vorausschauender Investitionen in die Gesundheit und in einen einheitlichen Gesundheitsansatz als ein globales öffentliches Gut zu überzeugen. Dazu brauchten wir unbedingt einen hochkarätigen Vorsitzenden. Ihm bin ich zutiefst zu Dank verpflichtet. Gestatten Sie mir, den Vorsitzenden der Paneuropäischen Kommission, Prof. Mario Monti, ehemaliger Ministerpräsident und Finanzminister Italiens und früheres Mitglied der Europäischen Kommission, Senator auf Lebenszeit und Präsident der Bocconi-Universität, zu seinen herausragenden politischen, wissenschaftlichen und diplomatischen Fähigkeiten zu beglückwünschen, die zusammen mit seinem beeindruckenden Einsatz zum erfolgreichen Abschluss der Arbeit einer einzigartigen Kommission geführt haben. Grazie mille, lieber Mario. Mit der Hilfe von Prof. Monti wurden die vorläufigen Empfehlungen bereits 20 Staatsoberhäuptern, der Präsidentin der Europäischen Kommission, dem Ratspräsidenten der Europäischen Union sowie der Präsidentschaft der G20 präsentiert. Ich danke Ihnen auch dafür, dass Sie mich zu einem sehr aufschlussreichen Gespräch mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi eingeladen haben. Die Empfehlungen wurden auch auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg vorgestellt. Eine weitere Gelegenheit zur Präsentation des Berichts bot sich während meiner jüngsten Mission, meiner ersten in den Vereinigten Staaten, wo ich in Washington ein Treffen beim Nationalen Sicherheitsrat im Weißen Haus hatte. An dieser Stelle möchte ich auch Prof. Martin McKee von der London School of Hygiene and Tropical Medicine, dem Vorsitzenden des Fachlichen Beirats der Kommission, herzlich danken. Dieser Bericht beruht auf einer ursoliden Basis, die unter der Regie von Prof. McKee BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 136 im Wissenschaftlichen Beirat entstanden ist. Mein Dank gilt auch Prof. Elias Mossialos, dem Wissenschaftlichen Koordinator, und Prof. Aleksandra Torbica aus Serbien, die Prof. Monti als Sonderberaterin diente. Meine Damen und Herren, lassen Sie mich nun zum dritten Teil kommen. Wir haben über die Gegenwart mit COVID-19, über Wege aus der Pandemie, über die Zukunft, über unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden gesprochen. Der dritte Teil betrifft nun eine zweckdienliche WHO – das Wie. Die Frage lautet also: Wie können wir Ihnen helfen? Ich hatte versprochen, dass wir anhand der während der Pandemie gezogenen Lehren auch unsere Arbeitsmethoden optimieren würden. Die Pandemie hat zu einer Vertiefung der drei Dimensionen unserer Arbeit geführt, die sich in Zukunft verstärken wird. Die erste Dimension ist der direkte Kontakt mit den Ländern. An jedem einzelnen Tag der Pandemie standen wir in direktem Kontakt mit Ihnen, den Ländern. Ein erstklassiges Beispiel hierfür ist das, was ich als COVAX+ bezeichnen möchte. Die COVAX-Fazilität hat 13 von 26 Mio. Dosen geliefert und wird auch weiterhin sehr wichtig bleiben; vor allem aber war sie beim Start wichtig. Nach aktuellem Stand verfügen wir über 20 Mio. Dosen aus bilateralen Spenden. Deshalb habe ich Dr. Clemens Auer zum Sondergesandten für Impfkampagnen gegen COVID-19 ernannt, um dem Regionalbüro eine Vermittlerfunktion zu ermöglichen. Wir haben eine detaillierte Liste der Länder mit Überschüssen sowie der jeweiligen Impfstoffe und Verfallsdaten, die dem Bedarf in den anderen Ländern gegenübergestellt werden. Ich möchte den wichtigsten Ländern und Organisationen herzlich danken, die hinter diesen bilateralen Spenden stehen – der Europäischen Union, der Russischen Föderation, den Vereinigten Staaten, der Volksrepublik China, Rumänien, Deutschland und vielen anderen. Mein besonderer Dank gilt hier Herrn Kommissar Oliver Varhelyi von der Generaldirektion Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen der Europäischen Kommission, mit dem wir in ständigem Kontakt stehen, Frau Sandra Gallina von der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und dem österreichischen Außenminister Alexander Schallenberg für seine koordinierende Rolle. Dies ist ein Paradebeispiel von „Gemeinsam für mehr Gesundheit“. Während des Sommers klopfte ich an jedem einzelnen Tag bei Staatsoberhäuptern oder Regierungschefs an. Als Regionaldirektor bin ich so stolz darauf, dass dieses Anklopfen bei Ihnen und Ihren Staatsoberhäuptern nicht einmal unbeantwortet blieb. Dieser direkte Kontakt mit den Ländern wurde durch unsere Länderbüros und eine Vielzahl von Besuchen vor Ort erleichtert. Darauf bin ich stolz. Ich habe die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Welt. Ich möchte meine große Wertschätzung für die Bediensteten in den Länderbüros, in den ausgelagerten Fachzentren und beim Regionalbüro in Kopenhagen zum Ausdruck bringen, aber auch für ihre Familien, einschließlich meiner eigenen, die sich große Sorgen gemacht haben, denn es verging nicht ein Tag während der Pandemie, an dem wir nicht in Länder, in Risikogebiete, reisten, wenn Sie uns darum baten. Und das zu einer Zeit, als wir monatelang ungeimpft waren. Wir hätten eine Impfung erhalten können, aber eingedenk des Grundsatzes der Chancengleichheit entschlossen wir uns, uns nicht vorzudrängeln und keine Vorzugsbehandlung zu beanspruchen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 137 Herzlichen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen bei der WHO. Diesen direkten Kontakt mit den Ländern haben wir durch eine neue „Marke“ bei WHO/Europa ergänzt: einen subregionalen Ansatz. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Ausarbeitung eines Fahrplans für Gesundheit in den Ländern des Westbalkans (2021–2025), der als politisches, finanzielles und fachliches Instrument zur Schließung der gesundheitlichen Kluft zwischen den Ländern des Westbalkans und ihren Nachbarländern beitragen soll. Ich bedanke mich herzlich beim Ministerpräsidenten Sloweniens, Dr. Janez Jansa, der diesen Schritt sofort unterstützt hat. Die andere subregionale Initiative, auf die wir großen Wert legen, ist die Initiative kleiner Länder, der wir für ihre Ansprache an das Regionalkomitee danken. Danken möchte ich auch dem Gesundheitsminister von San Marino, Roberto Ciavatta, der weiter als Dekan fungiert, und meinen Glückwunsch zu Ihrer großartigen Führungsrolle als Vizepräsident der Weltgesundheitsversammlung in diesem Jahr. Angesichts unserer Zielsetzung, das gegenseitige Verständnis und Wissen zwischen unseren Mitgliedstaaten und WHO/Europa zu verbessern, freue ich mich, trotz der Pandemie in diesem Monat das erste Pilotprojekt der Europäischen Akademie für Führungskompetenz vermelden zu können. Dies war eines der Versprechen im Rahmen meines Wahlkampfs. Wie Sie sich vielleicht erinnern, schaue ich immer noch in mein kleines Buch, um nach und nach meine Verpflichtungen abzuhaken. Für dieses erste Pilotprojekt sind in einem unabhängigen Verfahren insgesamt 117 Anträge aus den Ländern des Westbalkans, Zentralasiens sowie der Russischen Föderation bei uns eingegangen. Am Ende hatten wir elf angehende Fachkräfte, denn die Idee besteht darin, eine Kerngruppe aus jungen Gesundheitsexperten aufzubauen, vor allem aus solchen Ländern, die bei den Vereinten Nationen unterrepräsentiert sind. Sie kommen für ein Jahr zur WHO, erhalten bei uns eine formelle und informelle Schulung, werden zu Länderbüros und ausgelagerten Fachzentren abgeordnet und kehren schließlich in ihre Länder zurück. Ich hatte ein sehr fruchtbares Gespräch hierüber mit der neuen Leiterin der globalen WHO- Akademie in Lyon, die ich einlud, uns noch in diesem Jahr zu besuchen, und wir haben vereinbart, dass die Europäische Akademie für Führungskompetenz für die WHO-Akademie eine Pionierrolle in Bezug auf direkte Kontakte mit den Ländern mittels eines subregionalen Ansatzes übernehmen soll. Zweitens führt der Weg zur Vervielfältigung dieser Arbeit über Partnerschaften. Ich bin fest von der Kraft positiver Partnerschaften überzeugt. Diese Probleme sind einfach zu groß und die Ressourcen zu begrenzt – deshalb ist partnerschaftliche Zusammenarbeit eine moralische Verpflichtung. Die Unabhängige Kommission für Pandemievorsorge und -bekämpfung (IPPR), der IGV-Prüfungsausschuss, der Unabhängige fachliche Aufsichts- und Beratungsausschuss für das Programm der WHO für gesundheitliche Notlagen – sämtliche Berichte auf der Weltgesundheitsversammlung gingen in diese Richtung und sprachen sich allesamt für die Schaffung einer globalen Politiksteuerung mittels Partnerschaften und mit einer starken WHO im Mittelpunkt aus. Gestatten Sie mir, kurz auf einige von ihnen einzugehen. Zunächst die Mitteleuropäische Initiative (CEI). Ich bin dem Ministerpräsidenten von Montenegro, Zdravko Krivokapić, und dem Generalsekretär der CEI, Roberto Antonione, sehr dankbar. Vielen Dank, Herr Ministerpräsident, dass Sie dem Regionalbüro stets einen bevorzugten Platz auf Tagungen der BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 138 Regierungschefs, Außenminister und Gesundheitsminister eingeräumt haben, mit dem Ziel, in den 17 Staaten Mittel- und Osteuropas – Mitgliedern wie Nichtmitgliedern der EU – ein einheitliches Vorgehen und Solidarität herbeizuführen. Mein Dank gilt auch dem türkischen Gesundheitsminister, Dr. Fahrettin Koca, und dem Generalsekretär des Türkischen Rates, Herrn Baghdad Amreyev, für die gute Zusammenarbeit, insbesondere durch unser ausgelagertes Fachzentrum, das Europäische Zentrum der WHO zur Bereitschaftsplanung für humanitäre und gesundheitliche Notlagen in Istanbul, das für uns unglaublich wichtige Arbeit leistet. Wir haben mit dem Fachzentrum und dem Türkischen Rat sowie sämtlichen Ländern bei weitreichenden Simulationen von Traumaversorgung, einschließlich Bewältigung hoher Opferzahlen, zusammengearbeitet. Herzlichen Dank an Gesundheitsminister Dr. Fahrettin Koca. Ich möchte auch Frau Valentina Ivanovna Matviyenko danken, die heute morgen als Vorsitzende der Interparlamentarischen Versammlung der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten das Wort ergriffen hat. Die Zusammenarbeit mit den Sprechern der Parlamente ist so wichtig, wenn wir starke Handlungskonzepte zur Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten anstreben, und ich freue mich sehr auf die Kontakte mit allen Parlamentspräsidenten der GUS-Staaten Ende November in Sankt Petersburg. Vielen Dank. Ich danke auch Herrn Minister Viktor Vladimirovich Nazarenko, der bei der Eurasischen Wirtschaftskommission für die technische Regulierung zuständig ist. Zusammen mit der Repräsentantin der WHO in der Russischen Föderation, Dr. Melita Vujnovic, konnten wir auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg die erste subregionale Pharmakopöe in russischer Sprache präsentieren. Vielen Dank, Viktor. Und schließlich danke ich auch Ihnen, Dr. Dmitri Pinevich, mit dem wir Mitte Oktober in Minsk eine neue Vereinbarung zwischen dem Rat für gesundheitspolitische Zusammenarbeit der GUS und WHO/Europa unterzeichnen werden. Ich hoffe, dort alle Gesundheitsminister aus den GUS-Staaten anzutreffen. Natürlich arbeiten wir auch weiter daran, unsere traditionelle Partnerschaft mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) zu stärken. Vor Kurzem hatten wir mit meiner großartigen Kollegin, Frau Afshan Khan, eine Pressekonferenz zum Thema sicherer Schulbetrieb während COVID-19, an der auch das Büro der Vereinten Nationen für Entwicklungskoordination (UNDCO) teilnahm, dessen Direktorin heute noch zu uns sprechen wird. Vielen Dank, Frau Gwi-Yeop Son, für die so wichtige, im Rahmen der Reform der Vereinten Nationen durchgeführte Zusammenarbeit mit den 17 Residierenden Koordinatoren der Vereinten Nationen, die uns unserem Ziel nun sehr nahe gebracht hat. Gleiches gilt für die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften. Beim Besuch von Frau Birgitte Bischoff Ebbesen vergangene Woche haben wir die Vereinbarung unterzeichnet. Ohne eine Beteiligung der Zivilgesellschaft werden Menschen zurückgelassen. Mein Dank gebührt auch Organisationen wie dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA), mit dem das Regionalbüro und ich deutlich engere Arbeitsbeziehungen aufgebaut haben, und zwar dank der Arbeit seiner Regionaldirektorin für Osteuropa und Zentralasien, Alanna Armitage, in Bereichen wie der Prävention von Gewalt gegen Frauen, der Dekade der BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 139 Vereinten Nationen für gesundes Altern sowie der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und damit verbundenen Rechten. Schließlich möchte ich noch eine interne Partnerschaft der WHO hervorheben, die meiner Ansicht nach entscheidende Bedeutung für die globale Reform der WHO haben wird: die Partnerschaft zwischen Regionen. Wir haben sechs großartige Regionaldirektorinnen und - direktoren. Jede Region ist ein Pol mit globalem Einfluss und ein Ort des globalen Multilateralismus, da die Regionalbüros in politischer, kultureller und sprachlicher Hinsicht den Ländern nahe sind. Wenn ein Alarm ausgelöst werden muss, etwa für eine Pandemie, dann sind wir da. Jede Regionaldirektorin, jeder Regionaldirektor praktiziert täglich Multilateralismus. Deshalb wurde die Stärkung der Regionalbüros der WHO von der Ko-Vorsitzenden der IPPR, Helen Clark, in ihrem Gespräch mit Prof. Monti hervorgehoben, und viele Minister haben mir persönlich gesagt, eine wesentliche Lehre aus der Pandemie sei die Bedeutung der Rolle von WHO/Europa gewesen. Nicht um die Rolle des Hauptbüros der WHO kleinzureden, sondern im Gegenteil, um seine Arbeit zu ergänzen, zu stärken. Wenn es zeitweise notwendig ist, werden wir natürlich auch die Führungsrolle übernehmen. So möchte ich beispielsweise Dr. Ahmed Al-Mandhari, dem WHO-Regionaldirektor für den östlichen Mittelmeerraum, für eineinhalb Jahre Führungsarbeit auf dem Weg zu einer allgemeinen Gesundheitsversorgung danken; ich stand fast täglich in Kontakt mit ihm, um gemeinsam über die gesundheitlichen Bedürfnisse der Menschen in Afghanistan zu sprechen. Wir arbeiten auch mit Dr. Matshidiso Moeti zusammen, die ebenfalls zu Ihnen sprechen wird. Ich habe sie und Dr. Al-Mandhari eingeladen, gemeinsam an einem neuen Lagebericht zur Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten zu arbeiten, den wir in der ersten Jahreshälfte 2022 auf einer hochrangigen politischen Konferenz der drei Regionen in Istanbul präsentieren werden. Mein Blick schweift über die Regionen hinweg zu den großen Herausforderungen wie dem Klimawandel, und hier möchte ich Dr. Poonam Singh danken. Sie war „meine“ Regionaldirektorin, als ich in Myanmar arbeitete, und zusammen haben wir einen großartigen Grundsatzdialog über nachhaltige Personalpolitik im Gesundheitswesen organisiert. Ein herzliches Danke auch an Dr. Carissa Étienne, die ehemalige Beigeordnete Generaldirektorin für Gesundheitssysteme und Gesundheitsversorgung, von der ich auch heute noch lerne. Zusammen mit dem Ministerium für Gesundheit und Soziales war sie eine vorzügliche Gastgeberin während meiner Mission in die Vereinigten Staaten, und wir haben uns auf eine Dreierkoalition aus Panamerikanischer Gesundheitsorganisation (PAHO), WHO/Europa und dem Ministerium für Gesundheit und Soziales zu dem extrem wichtigen Thema Falschinformationen über Impfungen geeinigt, auf die wohl Dr. Fauci später noch eingehen wird. Und schließlich einen herzlichen Dank an Dr. Takeshi Kasai für die sofortige Unterstützung der Einladung vom Gesundheitsminister der Volksrepublik China, Herrn Ma, nach Peking, um eine Dreierkoalition aus Volksrepublik China, WHO-Regionalbüro für den westlichen Pazifikraum und WHO/Europa zur Flaggschiff-Initiative über digitale Gesundheit in Gang zu bringen. Kommen wir nun zum dritten Modus Operandi: einem zwecktauglichen WHO/Europa. Hier möchte ich die Arbeit des SCRC würdigen. Dies war eine Zeit großer Ungewissheit für die WHO und für mich als neuen Regionaldirektor. Doch jedes Mal, wenn ich Botschafterin Nora BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 140 Kronig Romero oder ein anderes Mitglied des SCRC anrief, rund um die Uhr, waren sie für mich da. Sie schenkten mir immer das Vertrauen und überließen mir die Initiative, aber es war für mich sehr wichtig, mich bei ihnen zu versichern, dass wir uns in diesem Neuland in die richtige Richtung bewegten. Die Umgestaltung bei WHO/Europa ist nun abgeschlossen. Wir schlossen sie im vergangenen Jahr ab, als wir die Organisationsstruktur, die Mittelzuweisung und die Programmplanung am EPW und am Dreizehnten Allgemeinen Arbeitsprogramm der WHO (GPW 13) ausrichteten. Ich hatte Ihnen versprochen: keine endlosen Umgestaltungsprozesse. Die Umgestaltung bei WHO/Europa entwickelt sich nun zu dem, was japanische Unternehmen Kaizen nennen. Kaizen bedeutet kontinuierliche Verbesserung unter Einbeziehung aller Beschäftigten. Unser Kaizen beinhaltet: eine Schwerpunktlegung auf die Länder, die Ihren Bedürfnissen und Erwartungen gerecht wird; eine auf Werte gestützte Kultur der Kooperation und Innovation; Digitalisierung und eine schlankere Verwaltung; und ein gesundes und respektvolles Arbeitsumfeld, in dem es keine Toleranz gegenüber Belästigung, einschließlich sexueller Belästigung, gibt. Im 21. Jahrhundert gibt es keinen Platz für eine Organisation mit einer Kultur der Angst, in der die Menschen nicht offen zu sprechen wagen. Franklin D. Roosevelt hat einmal gesagt: „Das einzige, vor dem wir Angst haben müssen, ist die Angst selbst.“ Wir haben den Ombudsmann, den Ausschuss für Gesundheit und Wohlbefinden und die oberste Leitungsebene, und wir führen gerade in der gesamten Europäischen Region ein Programm für psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz ein, damit alle Bediensteten, Berater, Praktikanten und Freiwilligen gedeihen, lernen und innovativ sein und Ihnen besser dienen können. Meine Damen und Herren, gestatten Sie mir, abschließend die drei übergeordneten Stoßrichtungen zu nennen, die das Regionalbüro im kommenden Zweijahreszeitraum einschlagen wird. Erstens brauchen wir politische Führung und Koordinierung, um diese Krise zu beenden. Zweitens müssen wir die primäre Gesundheitsversorgung stärken, um unsere Gesundheitssysteme widerstandsfähiger zu machen. Und drittens brauchen wir mehr regionsübergreifende Zusammenarbeit, um die WHO weltweit stärker zu machen. Die von der Pandemie verursachten Todesfälle und Leiden werden für lange Zeit in unser kollektives Gedächtnis eingehen. Doch gleichzeitig hat die Pandemie der Gesellschaft auch die überragende Bedeutung der Gesundheit und ihren Stellenwert für andere Politikbereiche wie Wirtschaft und Bildung vor Augen geführt. Und wir dürfen nicht vergessen, dass sie ein Band zwischen allen Menschen auf der Welt geschaffen hat. Egal, ob Solidarität von Herzen oder vom Verstand kommt: sie wird eine wesentliche Dimension künftiger Gesellschaften sein. Kein Land zurücklassen, keinen Menschen zurücklassen, ist nicht nur ein Slogan. Es ist unsere kollektive Pflicht. Ich danke Ihnen. BERICHT ÜBER DIE 71. TAGUNG DES WHO-REGIONALKOMITEES FÜR EUROPA 141 Anhang 7: Geladene Redner Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Mary von Dänemark S. E. Sadyr Japarov, Präsident von Kirgisistan S. E. Janez Janša, Ministerpräsident von Slowenien Giancarlo Venturini, Regierungsrat, San Marino Marco Nicolin, Regierungsrat, San Marino Valentina Matviyenko, Vorsitzende der Interparlamentarischen Versammlung der Mitglieder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (IPV GUS) Dr. Anthony Fauci, Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, Vereinigte Staaten von Amerika Olivér Várhelyi, EU-Kommissar für Nachbarschaft und Erweiterung Paneuropäische Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung Prof. Mario Monti, Vorsitzender Prof. Louise Fresco, Vorstandsvorsitzende der Wageningen University & Research I. E. Tarja Halonen, ehemalige Präsidentin der Republik Finnland I. E. Sylvie Goulard, Stellvertretende Präsidentin der Bank von Frankreich Lord Jim O’Neill, Vorsitzender von Chatham House Podiumsteilnehmer Dr. Anna Stavdal, designierte Präsidentin, WONCA WORLD Prof. Adam Finn, Vorsitzender des Europäischen Beirats für Immunisierungsfragen (ETAGE) und Leiter des Lehrstuhls für Kindergesundheit, Universität Bristol Zoe Rapti, Stellvertretende Ministerin für psychische Gesundheit der Hellenischen Republik Neil Kelders, Coach und Aktivist für seelisches Wohlbefinden Frank Bellivier, Sondergesandter für psychische Gesundheit beim französischen Gesundheitsministerium Weltgesundheitsorganisation Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor, Weltgesundheitsorganisation Dr. Matshidiso Moeti, Regionaldirektorin, Weltgesundheitsorganisation, Regionalbüro für Afrika Dr. Ahmed Al Mandhari, Regionaldirektor, Weltgesundheitsorganisation, Regionalbüro für den östlichen Mittelmeerraum = = = Das WHO- Regionalbüro für Europa Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine 1948 gegründete Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die sich in erster Linie mit internationalen Gesundheitsfragen und der öffentlichen Gesundheit befasst. Das WHO- Regionalbüro für Europa ist eines von sechs Regionalbüros, die überall in der Welt eigene, auf die Gesundheitsbedürfnisse ihrer Mitgliedsländer abgestimmte Programme durchführen. Mitgliedstaaten Albanien Andorra Armenien Aserbaidschan Belarus Belgien Bosnien und Herzegowina Bulgarien Dänemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Georgien Griechenland Irland Island Israel Italien Kasachstan Kirgisistan Kroatien Lettland Litauen Luxemburg Malta Monaco Montenegro Niederlande Nordmazedonien Norwegen Österreich Polen Portugal Republik Moldau Rumänien Russische Föderation San Marino Schweden Schweiz Serbien Slowakei Slowenien Spanien Tadschikistan Tschechien Türkei Turkmenistan Ukraine Ungarn Usbekistan Vereinigtes Königreich Zypern Weltgesundheitsorganisation Regionalbüro für Europa UN City, Marmorvej 51, DK-2100 Kopenhagen Ø, Dänemark Tel.: +45 45 33 70 00 Fax: +45 45 33 70 01 E-Mail: eurocontact@who.int Website: www.euro.who.int