© WHO © WHO © Marco Altini WHO-REGIONALKOMITEE FÜR EUROPA 64. TAGUNG Kopenhagen (Dänemark), 15.–18. September 2014 Gesundheitssysteme für Gesundheit und Wohlstand im Kontext von Gesundheit 2020: Folgetagung zur Charta von Tallinn (2008) W ELT G ESU N D H EIT SO R G AN I SAT IO N R EG I O N AL BÜ RO F ÜR EU R O PA UN City, Marmorvej 51, DK-2100 Kopenhagen Ø, Dänemark Telefon: +45 45 33 70 00 Fax: +45 45 33 70 01 E-Mail: governance@euro.who.int Web: http://www.euro.who.int/de/about-us/governance Regionalkomitee für Europa EUR/RC64/9 64. Tagung Kopenhagen, 15. - 18. September 2014 23. Juli 2014 140462 Punkt 5 b) der vorläufigen Tagesordnung ORIGINAL: ENGLISCH Gesundheitssysteme für Gesundheit und Wohlstand im Kontext von Gesundheit 2020: Folgetagung zur Charta von Tallinn (2008) Tallinn (Estland), 17.–18. Oktober 2013 1. Aus Anlass des fünften Jahrestages der Unterzeichnung der Charta von Tallinn: Gesundheitssysteme für Gesundheit und Wohlstand berief das WHO-Regionalbüro eine Fachtagung auf hoher Ebene zum Thema „Gesundheitssysteme für Gesundheit und Wohlstand im Kontext von Gesundheit 2020: Folgetagung zur Charta von Tallinn (2008)“ ein, deren Ausrichtung großzügigerweise vom estnischen Ministerium für Soziales übernommen wurde. Die Tagung bot eine Plattform für die Suche nach neuen Wegen zur Verbesserung der Gesundheitssituation der Bevölkerung, zum Austausch über anregende Beispiele für die Stärkung von Gesundheitssystemen und für die Verständigung über zukünftige Ausrichtungen unter Verknüpfung der Verpflichtungen in der Charta von Tallinn und des Rahmenkonzepts „Gesundheit 2020“. 2. Die „Europäische Ministerkonferenz der WHO zum Thema Gesundheitssysteme: Gesundheitssysteme für Gesundheit und Wohlstand“, die im Juni 2008 in Tallinn (Estland) stattfand, unterstrich die Bedeutung, die die Mitgliedstaaten der Verbesserung der Leistungsfähigkeit ihrer Gesundheitssysteme beimaßen. Sie bekräftigten ihr politisches Engagement durch die Unterzeichnung der Charta von Tallinn und billigten sie später in der Resolution EUR/RC58/R4 des Regionalkomitees über Steuerung und Führung der Gesundheitssysteme in der Europäischen Region der WHO. 3. Die Charta von Tallinn behandelt Themen, die für die Stärkung von Gesundheitssystemen relevant sind. Ihre Unterzeichner verpflichteten sich, „anhand der Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen sozioökonomischer Entwicklung und Gesundheit in die Gesundheitssysteme zu investieren und Investitionen in alle anderen für die Gesundheit relevanten Politikbereiche zu fördern“. Die Charta betont nachdrücklich die wertegeleitete Politikgestaltung und bekräftigt die zentralen Werte der Solidarität und der Chancengleichheit. Diese Verpflichtung wird in der in der Charta enthaltenen Aussage über die allgemeine Gesundheitsversorgung zum Ausdruck gebracht, laut der „es heute nicht mehr hingenommen werden darf, dass Menschen infolge von Gesundheitsproblemen verarmen“. 4. Minister, Experten und Vertreter aus 38 Mitgliedstaaten sowie Repräsentanten der wichtigsten Partner einschließlich der Europäischen Kommission, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria sowie der Weltbank nahmen an der Tagung auf hoher Ebene teil EUR/RC64/9 Seite 2 und beschrieben die Maßnahmen, die sie zur Umsetzung der Charta von Tallinn und zur Verwirklichung der allgemeinen Gesundheitsversorgung ergriffen hatten. 5. Während der zweitägigen Tagung wurde in Grundsatzreden, bei Podiumsdiskussionen mit Ministern und in Diskussionen im Plenum Bilanz in Bezug auf die Umsetzung der Verpflichtungen aus der Charta von Tallinn gezogen, und es wurden Wege zur Stärkung von Gesundheitssystemen unter dem Blickwinkel von „Gesundheit 2020“ vorgeschlagen. In den Diskussionen während der einzelnen Sitzungen wurde auf eine Reihe von Themen eingegangen. Ein gesamtstaatlicher und gesamtgesellschaftlicher Ansatz werde Transparenz, Rechenschaftslegung sowie gemeinsames politisches und bürgerschaftliches Engagement sicherstellen. Eine gemeinsame Vision müsse kommuniziert und als eine Grundlage für alle Initiativen bei der Stärkung von Gesundheitssystemen verwendet werden. Der sich verändernde Gesundheitsbedarf in der gesamten Region in Verbindung mit der zunehmenden Belastung durch chronische Krankheiten und der steigenden Zuwachsraten bei Ko- und Multimorbiditäten erfordere eine Ausweitung der kontinuierlichen Versorgung und proaktive Initiativen zur Verbesserung des Gesundheitszustands der Bevölkerung. Die Organisation der Gesundheitsdienste müsse grundlegend geändert werden, damit sie besser koordinierte und integrierte Wege anbieten können, um das vollständige Spektrum der Versorgungsleistungen entsprechend dem Bedarf und den Präferenzen der Patienten bereitzustellen. Zur Gesundheitsförderung und zur Verringerung von Ungleichheiten bedürfe es eines verstärkten Engagements für die öffentliche Gesundheit. Es solle gezeigt werden, dass der in der primären Gesundheitsversorgung verankerte Gesundheitsschutz ein einzigartiges Instrument zur Stärkung von Diensten und zur Sicherung von Zugewinnen in den Bereichen der sozialen Gesundheit, der Bevölkerungsgesundheit, der Familiengesundheit und der Gesundheit des Einzelnen sei. Moderne Technologie solle genutzt werden, um die Kommunikation zu verbessern, die Datenerhebung zu stärken und Patienten zu befähigen, sich eigenständig um ihre Gesundheit zu kümmern. Teilnehmer aus dem Gastland erläuterten die Erfahrungen des estnischen Gesundheitssystems mit der Verwendung von eGesundheit zur Einbeziehung von Patienten. Neue innovative Ansätze zur Gesundheitssystemfinanzierung würden benötigt, die auf an Gesundheitstrends und das wirtschaftliche Klima angepasste Modelle zur Erbringung von Gesundheitsleistungen zugeschnitten seien. 6. Bei der Erörterung dieser Themen ermittelten die Teilnehmer zwei übergreifende Herausforderungen: die Stärkung der Humanressourcen zugunsten von Gesundheit mit der Angleichung von Qualifikationen und Kompetenz zur Gewährleistung besser koordinierter und integrierter Ansätze zur Erbringung von Gesundheitsleistungen; die Modernisierung von Informationssystemen und die Weitergabe von Wissen als Reaktion auf das kontinuierlich größer werdende Datenvolumen, das durch moderne Technologien bereitgestellt wird. 7. Die Mitgliedstaaten berichteten auch über ihre Erfahrungen mit Maßnahmen zur Verbesserung von Rechenschaftslegung und Führung, beispielsweise durch die Beurteilung der Leistung ihrer Gesundheitssysteme. Die Bekämpfung des Tabakgebrauchs und des Alkoholkonsums wurden als Bereiche genannt, in denen es wirksame, evidenzbasierte, sektorübergreifende Handlungskonzepte gebe. Der Austausch von Erfahrungen und Fachwissen EUR/RC64/9 Seite 3 wurde als ein Mittel zur Förderung des Lernens und der langfristigen Zusammenarbeit hervorgehoben. 8. Die Ergebnisse der Tagung auf hoher Ebene werden in einen Abschlussbericht über die Umsetzung der Verpflichtungen aus der Charta von Tallinn aufgenommen werden und ein Resolutionsentwurf zu den wichtigsten strategischen Ausrichtungen in Bezug auf Gesundheitssysteme im Kontext von Gesundheit 2020 für 2015–2020 wird der 65. Tagung des Regionalkomitees für Europa im Jahr 2015 unterbreitet werden. 9. Auf einer Sitzung unter dem Vorsitz des Generaldirektors des Föderalen Öffentlichen Dienstes für Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt in Belgien stellte die Regionaldirektorin einen Plan für Aktivitäten zum Handlungsrahmen für die koordinierte und integrierte Erbringung von Gesundheitsleistungen vor. Das Ziel des Handlungsrahmens sei die Unterstützung von Ländern bei der Ausarbeitung von Politikoptionen und Empfehlungen zur Stärkung der Koordinierung und Integration ihrer Gesundheitsdienste. Diese Arbeit stehe im Geiste von „Gesundheit 2020“ und stimme mit den Werten der allgemeinen Gesundheitsversorgung überein, wonach die Versorgung von hoher Qualität sein und mit dem Menschen im Zentrum erfolgen müsse, damit mehr Gesundheit und Chancengleichheit verwirklicht werden könnten. Während der gesamten Tagung betonten die Teilnehmer, wie wichtig es sei, die Erbringung von Gesundheitsleistungen bürgernäher zu machen, und stimmten überein, dass Koordinierung und Integration der Erbringung von Gesundheitsleistungen ein Schlüsselansatz seien. 10. In einem vom Regionalbüro ausgearbeiteten Fahrplan wurden die Phasen bei der Entwicklung des Handlungsrahmens für die koordinierte und integrierte Erbringung von Gesundheitsleistungen bis 2016 beschrieben. Darin wurde hervorgehoben, wie wichtig es sei, die Beteiligung der Mitgliedstaaten sicherzustellen, unter anderem durch ein Netzwerk aus Kontaktpersonen in den Mitgliedstaaten, externe Fachleute und renommierte Fachverbände wie die International Foundation for Integrated Care. 11. Auf der zweiten Tagung des Einundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa (SCRC) in Malta im Dezember 2013 billigten die Mitglieder des SCRC die folgenden Maßnahmen in Bezug auf die Tagung auf hoher Ebene und die Umsetzung der Verpflichtungen aus der Charta von Tallinn: die Bildung einer Kerngruppe mit Vertretern ausgewählter Mitgliedstaaten und Partner, die die Abteilung Gesundheitssysteme und öffentliche Gesundheit im Regionalbüro bei der Überwachung der Fortschritte der Länder bei der Umsetzung der Verpflichtungen aus der Charta von Tallinn unterstützen soll; die Ausarbeitung eines Vorschlags zur Stärkung der Gesundheitssysteme im Kontext von „Gesundheit 2020“ für den Zeitraum 2015–2020 durch die Abteilung Gesundheitssysteme und öffentliche Gesundheit, die der 65. Tagung des Regionalkomitees für Europa im Jahr 2015 unterbreitet werden soll. = = =
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Vierundsechzigste Tagung des Regionalkomitees für Europa: Kopenhagen, 15.–18. September 2014: Gesundheitssysteme für Gesundheit und Wohlstand im Kontext von Gesundheit 2020: Folgetagung zur Charta von Tallinn (2008)
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