W ELTGESUNDHEITSORGANISATION • REGIONALBÜRO FÜR EUROPA UN City, Marmorvej 51, DK-2100 Kopenhagen Ø, Dänemark Telefon: +45 45 33 70 00 Fax: +45 45 33 70 01 E-Mail: eugovernance@who.int Webadresse: http://www.euro.who.int/de/who-we-are/governance Regionalkomitee für Europa EUR/RC66/6 Add.2 66. Tagung Kopenhagen, 12.–15. September 2016 4. August 2016 160631 Punkt 3 der vorläufigen Tagesordnung ORIGINAL: ENGLISCH Die Rolle des Gesundheitswesens in dem Strategischen Konzept für ein internationales Chemikalienmanagement auf dem Weg zu dem Ziel für 2020 und danach: Konsultation mit den Mitgliedstaaten Nach der Annahme der Resolution WHA69.4 durch die 69. Weltgesundheitsversammlung im Mai 2016 hat das Sekretariat beim WHO- Hauptbüro den Entwurf eines Fahrplans mit konkreten Maßnahmen zur Verstärkung des Engagements des Gesundheitswesens zur Verwirklichung des Ziels für 2020 erstellt, der auch zur Erfüllung der einschlägigen Vorgaben der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beitragen soll. Eine elektronische Konsultation über den Entwurf soll im August 2016 beginnen. 2 Informationsdokument HQ/FWC/PHE 26. Juli 2016 _________________________________________________________________________________ Die Rolle des Gesundheitswesens in dem Strategischen Konzept für ein internationales Chemikalienmanagement auf dem Weg zu dem Ziel für 2020 und danach Konsultation mit den Mitgliedstaaten Zusammenfassung Entsprechend dem Ersuchen in der Resolution 69.4 der Weltgesundheitsversammlung hat das WHO- Sekretariat den Entwurf eines Fahrplans erarbeitet, der konkrete Maßnahmen zur Stärkung des Engagements des Gesundheitswesens im Hinblick darauf vorsieht, das Ziel für 2020 zu verwirklichen und zu den einschlägigen Zielvorgaben der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beizutragen. Eine elektronische Konsultation zum Entwurf des Fahrplans soll im August eingeleitet werden. Hintergrund/Kontext Im Mai 2016 verabschiedete die 69. Weltgesundheitsversammlung die Resolution 69.4 zur Rolle des Gesundheitswesens in dem Strategischen Konzept für ein internationales Chemikalienmanagement auf dem Weg zu dem Ziel für 2020 und danach.1 Das Strategische Konzept für ein internationales Chemikalienmanagement (SAICM) wurde von der Internationalen Konferenz über Chemikalienmanagement (Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, 4.–6. Februar 2006) mit dem übergreifenden Ziel angenommen, „einen gesundheitsverträglichen Umgang mit Chemikalien während ihres gesamten Lebenszyklus zu erreichen, damit im Jahr 2020 Chemikalien nur noch so eingesetzt und hergestellt werden, dass sich dadurch die erheblichen negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt auf ein Mindestmaß beschränken”.2 Um einen umweltverträglichen Umgang mit Chemikalien herbeiführen zu können, ist ein starkes Engagement des Gesundheitswesens unerlässlich. Die Weltgesundheitsorganisation erkennt seit langem an, wie wichtig ein umweltverträglicher Umgang mit Chemikalien für die menschliche Gesundheit ist. Beleg dafür sind die Resolutionen WHA59.15 (2006) über die Beteiligung des Gesundheitswesens am SAICM, WHA63.25 (2010) über die 1 Verfügbar unter: http://apps.who.int/gb/ebwha/pdf_files/WHA69/A69_R4-en.pdf 2 Von der Internationalen Konferenz über Chemikalienmanagement angenommene Dokumente und Resolutionen zum SAICM. Verfügbar unter: http://www.saicm.org/images/saicm_documents/saicm%20texts/New%20SAICM%20Text%20with%20ICCM%20r esolutions_E.pdf (eingesehen am 22. Juli 2016) 3 Verbesserung der Gesundheit durch sichere und umweltfreundliche Abfallentsorgung, WHA63.26 über die Verbesserung der Gesundheit durch sachgerechte Entsorgung obsoleter Pestizide und anderer obsoleter Chemikalien, WHA67.11 (2014) über Bedrohung der öffentlichen Gesundheit durch Quecksilber und Quecksilberverbindungen und WHA68.8 (2015) über die gesundheitlichen Folgen von Luftverschmutzung. Die Resolution 69.4 orientiert sich weitgehend an der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung3. Insbesondere die im Rahmen der Ziele für nachhaltige Entwicklung aufgestellte Zielvorgabe 3.9 sieht vor, bis 2030 die Zahl der Todesfälle und Erkrankungen aufgrund gefährlicher Chemikalien und der Verschmutzung und Verunreinigung von Luft, Wasser und Boden erheblich zu verringern. Zielvorgabe 12.4 lautet, bis 2020 einen umweltverträglichen Umgang mit Chemikalien und allen Abfällen während ihres gesamten Lebenszyklus zu erreichen. Andere Ziele und Vorgaben sind ebenfalls relevant für gesundheitsspezifische Aspekte chemischer Stoffe, etwa Zielvorgabe 6.3, die auf die Verbesserung der Wasserqualität ausgerichtet ist. 2012 standen 1,3 Millionen Todesfälle (2,3% aller Todesfälle) und 43 Millionen behinderungsbereinigte Lebensjahre (1,6% der gesamten Krankheitslast in behinderungsbereinigten Lebensjahren) im Zusammenhang mit einer Exposition durch einige ausgewählte Chemikalien4. Aufgrund der komplexen Natur der Frage liegen Angaben zur Krankheitslast nur für eine sehr geringe Zahl chemischer Schadeinwirkungen vor. Im Alltag sind die Menschen einer deutlichen höheren Zahl von Chemikalien ausgesetzt. Die tatsächliche Krankheitslast und die damit verbundenen Herausforderungen für die Gesundheitssysteme sind nicht bekannt, wahrscheinlich jedoch sehr viel größer als angenommen. Die negativen Auswirkungen, die mit einer akuten, chronischen und kombinierten Chemikalienbelastung einhergehen, können erheblich sein, insbesondere unter anfälligen Bevölkerungsgruppen. Immer mehr Erkenntnisse deuten darauf hin, dass eine Exposition vor der Geburt und selbst in der vorhergehenden Generation zu einer Erkrankung im späteren Lebensverlauf führen kann. Fahrplan zur Stärkung des Engagements des Gesundheitswesens zugunsten des Strategischen Konzepts für ein internationales Chemikalienmanagement auf dem Weg zu dem Ziel für 2020 und danach In der Resolution 69.4 wird das WHO-Sekretariat ersucht, der 70. Weltgesundheitsversammlung einen Fahrplan vorzulegen, der konkrete Maßnahmen zur Stärkung des Engagements des Gesundheitswesens im Hinblick darauf vorsieht, das Ziel für 2020 zu verwirklichen und zu den einschlägigen Zielvorgaben der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beizutragen. Zudem wird in der Resolution darum ersucht, den Fahrplan in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten (und gegebenenfalls den Organisationen der regionalen Wirtschaftsintegration), den Organen des Systems der Vereinten Nationen und anderen maßgeblichen Akteuren zu erarbeiten. Vor diesem Hintergrund ist geplant, im August eine elektronische Konsultation zum Entwurf des Fahrplans einzuleiten. Einladungen dazu ergingen an die Mitgliedstaaten in Form von Verbalnoten. 3 Resolution 70/1 der Generalversammlung der Vereinten Nationen – Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, siehe http://www.un.org/Depts/german/gv-70/band1/ar70001.pdf (eingesehen am 22. Juli 2016] 4 Weltgesundheitsorganisation. The public health impact of chemicals: knowns and unknowns [Internet]. Genf: WHO/Internationales Programm für Chemikaliensicherheit, 2016 [zitiert am 6. Juli 62016 ] S. 13. Verfügbar unter: http://www.who.int/ipcs/publications/chemicals-public-health-impact/en/ 4 Entsprechend den Festlegungen in der Resolution 69.4 hat das WHO-Sekretariat die SAICM-Dokumente Overall orientation and guidance for achieving the 2020 goal5 und „The intersessional process to prepare recommendations regarding the Strategic Approach and the sound management of chemicals and waste beyond 20206“ herangezogen und sich auf die bisherigen einschlägigen Arbeiten der WHO sowie auf die Strategy for strengthening the engagement of the health sector in the implementation of the Strategic Approach7 gestützt, unter besonderer Berücksichtigung der in Absatz 2 Unterabsatz 1 Buchstaben a bis h der Resolution beschriebenen spezifischen Bereiche. Ausgehend davon wird für den Fahrplan folgender Titel vorgeschlagen: „Fahrplan zur Stärkung des Engagements des Gesundheitswesens zugunsten des Strategischen Konzepts für ein internationales Chemikalienmanagement auf dem Weg zu dem Ziel für 2020 und danach“. Die spezifischen Maßnahmen für das Gesundheitswesen lassen sich den folgenden vier „Handlungsfeldern“ zuordnen: • Wissen und Evidenz: Maßnahmen, die gezielt an der Schließung von Wissenslücken und Beseitigung methodischer Defizite bei der Risikoabschätzung, der Ausweitung des Biomonitoring und der Krankheitsüberwachung, der Schätzung der durch Chemikalien bedingten Krankheitslast und der Fortschrittsmessung ansetzen. • Risikominderung: Maßnahmen, die gezielt an dem vom und im Gesundheitswesen betriebenen Risikomanagement ansetzen, unter anderem Präventionsstrategien, Regulierung von Chemikalien, öffentliche Aufklärung sowie Austausch von Informationen und bewährten Verfahren. • Institutionelle Kapazitäten: Maßnahmen zur Stärkung der institutionellen Kapazitäten, etwa Schaffung der in den Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) vorgesehenen Kernkapazitäten für den Umgang mit Chemikalien, Aus- und Weiterbildung von Gesundheitsfachkräften und Stärkung des nationalen Rahmens. • Führungsarbeit und Koordination: Maßnahmen zugunsten der Berücksichtigung von Gesundheitsbelangen in der gesamten Chemikalienpolitik, der Einbeziehung des Gesundheitswesens in das Chemikalienmanagement auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene und der Zusammenarbeit des Gesundheitswesens mit anderen Ressorts. Weiteres Vorgehen: Im Anschluss an die Konsultation wird der Fahrplan überarbeitet, und ein neuer Entwurf soll der der 140. Tagung des WHO-Exekutivrats im Januar 2017 zur Erörterung vorgelegt werden. 5 Overall orientation and guidance for achieving the 2020 goal of sound management of chemicals. Verfügbar unter: http://www.saicm.org/images/saicm_documents/OOG%20document%20English.pdf (eingesehen am 22. Juli 2016) 6 The Strategic Approach and sound management of chemicals and waste beyond 2020 [Internet]. http://www.saicm.org/index.php?option=com_content&view=article&id=569&Itemid=779 (eingesehen am 22. Juli 2016) 7 Strategy for strengthening engagement of the health sector in the implementation of the Strategic Approach http://www.who.int/entity/ipcs/capacity_building/chemicals_management/saicm_iccm3_en.pdf?ua=1 (eingesehen am 22. Juli 2016)
Organisation mondiale de la santé (OMS) · Governing Bodies documents
Sechsundsechzigste Tagung des Regionalkomitees für Europa: Kopenhagen, 12.–15. September 2016: die Rolle des Gesundheitswesens in dem Strategischen Konzept für ein internationales Chemikalienmanagement auf dem Weg zu dem Ziel für 2020 und danach: Konsultation mit den Mitgliedstaaten
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