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Achtundvierzigste Tagung des Regionalkomitee für Europa: Kopenhagen, 14. - 18. September 1998: Ausschuss für ein tabakfreies Europa

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11948 #1998 WELTGESUNDHEITSORGANISATION Regionalbüro für Europa Kopenhagen REGIONALKOMITEE FÜR EUROPA Achtundvierzigste Tagung, Kopenhagen, 14. - 18. September 1998 Punkt 3 e) der vorläufigen Tagesordnung EUR/RC48/11 10. Juli 1998 04808 ORIGINAL: ENGLISCH A u ssc h u ss fü r ein t a b a k f r e ie s E u r o pa M it Resolution EUR/RC47/R8 hat das Regionalkomitee den dritten Aktionsplan für ein tabakfreies Europa als einen Katalog von Leit­ prinzipien für die europäischen Mitgliedstaaten anerkannt und den Regionaldirektor ersucht, dem Regionalkomitee auf dessen 48. Tagung Bericht über die mit anderen zwischenstaatlichen und nichtstaatlichen Partnern geführten Verhandlungen hinsichtlich ih­ rer Beteiligung am Ausschuß für ein tabakfreies Europa, mit De­ tails über die vereinbarten Funktionen zu erstatten. Dementspre­ chend wird dem Regionalkomitee ein Vorschlag betreffend den „Ausschuß für ein tabakfreies Europa“ unterbreitet. EUR/RC48/11 Seite 1 E in l e it u n g 1. Eine Einschränkung des Tabakkonsums ist die wichtigste Maßnahme, die die Länder zum Nutzen der Gesundheit wie auch der Volkswirtschaft ergreifen können. Die Hälfte aller regelmäßigen Raucher wird wegen ihres Zigarettenkonsums sterben - zur Hälfte bereits in einem mittleren Lebensalter, die übri­ gen im fortgeschrittenen Alter. Tabak ist für 1,2 Millionen Todesfälle (14% Gesamtsterblichkeit) Jahr für Jahr in der Europäischen Region der W H O 1 verantwortlich. Es wird vorhergesagt, daß zwei Millionen Tote (20% der gesamten Todesfälle) jedes Jahr bis zum Jahr 2020 auf das Konto des Tabaks gehen wer­ den, wenn nicht konsequent gehandelt wird. Nach Schätzungen der Weltbank verursachen Tabakprodukte weltweit volkswirtschaftliche Verluste in Höhe von mindestens 200 Milliarden U S-$ (Nettowert) pro Jahr. 2. Entschlossene und innovative Handlungsansätze sind erforderlich, um die Gesundheit der Bevölke­ rung gegen die Tabakgefahren zu schützen. Es ist realistisch und wünschenswert, eine signifikante und nachhaltige Verringerung der Prävalenz des Rauchens zu erreichen, angesichts der Tatsache, daß gegen­ wärtig über 30% der Erwachsenen in der Europäischen Region regelmäßig rauchen. Insbesondere muß in der Gesellschaft ein Umdenken stattfinden, um das Passivrauchen einzuschränken und um eine Eskalation des Rauchens unter jungen Menschen und Frauen zu verhindern. Dazu ist eine weitgehende Unterstüt­ zung von seiten der Medien sowie die Einführung einer Kampagne zur Förderung des Nichtrauchens un­ ter Jugendlichen in Europa erforderlich. Solche Aktionen sind nach dem Beschluß der Europäischen Union, jegliche Formen der Tabakwerbung und des Sponsoring von Tabakprodukten in der Gemeinschaft zu ver­ bieten, auf großes Interesse gestoßen. A k t io n s p l a n f ü r e in t a b a k f r e ie s E u r o p a 3. 1997 haben die europäischen Mitgliedstaaten der WHO den dritten Aktionsplan für ein tabakfreies Europa (1 9 9 7 -2 0 0 1 ) als einen Katalog von Leitprinzipien verabschiedet. Dieser Aktionsplan schlägt vor, daß in jedem Mitgliedstaat intersektorale Koordinierungsausschüsse zur Tabakbekämpfung von den zu­ ständigen Behörden noch vor A blauf des Jahres 1998 eingesetzt werden sollten, wobei die jeweiligen G e­ sundheitsministerien als Sekretariat fungieren sollten. Diese länderspezifischen Koordinierungsausschüs­ se sollten für die Erstellung von umfassenden Tabak-Aktionsplänen mit spezifischen Zielvorgaben für Frauen und Männer auf der Grundlage von Konzepten und Programmen, die sich als wirkungsvoll erwie­ sen haben, zuständig sein. 4. Die Aktionspläne sollten einen klaren Zeitplan für die Umsetzung sowie altersgruppen- und ge- schlechtsspezifische Ziele zur Verringerung des Tabakkonsums vorsehen. Wenn diese Zielvorgaben nicht erreicht werden können, sollten weitere Maßnahmen zur Einschränkung des Tabakkonsums in Betracht gezogen werden. Tabaksteuern oder eine Sonderabgabe auf Tabakprodukte könnten zur Finanzierung der Umsetzung des Aktionsplans in Betracht gezogen werden. A u s s c h u s s f ü r e in t a b a k f r e ie s E u r o p a 5. Um mehr zu bewirken als bisher und um die Umsetzung des Aktionsplans zu unterstützen, haben die Mitgliedstaaten beschlossen, daß das WHO-Regionalbüro für Europa die Möglichkeit der Einset­ zung - in Zusammenarbeit mit einer Reihe von integrierenden, zwischenstaatlichen und nichtstaatlichen Organisationen - eines „Ausschusses für ein tabakfreies Europa“ (Committee for a Tobacco-free Europe „C TE“) mit Wirkung vom 1. Januar 1999 für einen anfänglichen Zeitraum von fünf Jahren prüfen sollte. 1 Die Europäische Region der WHO umfaßt 51 Mitgliedstaaten mit rund 870 Millionen Einwohnern. Die Region erstreckt sich von Grönland im Westen bis zu den pazifischen Küsten der Russischen Föderation im Osten und vom Polarkreis im Norden bis zu den Ufern des Mittelmeers im Süden. EUR/RC48/11 Seite 2 A u f g a b e n d e s A u s s c h u s s e s 6. Der CTE sollte ein maßgebendes, inspirierendes, innovatives und freimütiges Gremium sein, das das politische Klim a für Anti-Tabak-Aktionen schafft. Er sollte die Aufmerksamkeit der Medien und breite Unterstützung in der Öffentlichkeit erhalten. Der C TE sollte keine zusätzliche bürokratische Kör­ perschaft sein, noch sollte er die Funktionen bestehender internationaler und nationaler Gremien ersetzen. Der CTE sollte meinungsbildend sein und namhafte Persönlichkeiten zur Unterstützung der Initiativen gewinnen. Der C TE sollte dem Regionalkomitee jährlich Bericht erstatten. 7. Die genauen Aufgaben des CTE sollten mit den beteiligten Partnern auf der Grundlage der im drit­ ten Aktionsplan für ein tabakfreies Europa enthaltenen Vorschläge abgestimmt werden. Im Rahmen sei­ ner Tätigkeit sollte der CTE Faktenberichte und Publikationen zu Fragen der Tabakbekämpfung sponsern, Unterstützung in den Medien und Initiativen zur Bekämpfung des Rauchens mobilisieren und Ressourcen für eine gut organisierte Kampagne zur Förderung des Nichtrauchens unter Jugendlichen in Europa er­ schließen. 8. In Einklang mit der globalen Politik und der stärkeren Akzentlegung auf die Bekämpfung des Ta­ bakkonsums sollte der CTE über internationale Aspekte einer Anti-Tabak-Politik, die die Region betref­ fen, beraten und einschlägige Maßnahmen aktiv unterstützen. Der CTE kann für die Region eine führende Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung der internationalen Rahmenkonvention zur Tabakbekämpfung spielen. Der C TE sollte Orientierungshilfen zur Vorbereitung einer WHO-Ministerkonferenz über Tabak, die für das Jahr 2001 vorgeschlagen wird, bieten. Des weiteren sollte der CTE für die regelmäßige B e­ richterstattung über den Sachstand von länderspezifischen Aktionsplänen zuständig sein. M it g l ie d s c h a f t im A u s sc h u s s 9. Dem C T E sollten bis zu zwei vom W H O-Regionalkom itee für Europa ernannte Vertreter, zunächst für die Dauer von zwei Jahren, angehören und außerdem - vorbehaltlich der Zustimmung der betreffen­ den Institutionen, CTE-M itglied zu werden - hochrangige, vom WHO-Regionalbüro, der Europäischen Kommission, der Weltbank, der International Nongovernmental Coalition Against Tobacco, der Interna­ tionalen Vereinigung zur Krebsbekämpfung (U IIC ), der Association o f European Cancer Leagues sowie dem European Network for Smoking Prevention als Kontaktstelle für europäische NGOs ernannte Ver­ treter. Dem C TE sollten auch bis zu vier vom Regionaldirektor ernannte namhafte Persönlichkeiten aus den Bereichen Unterhaltung, Werbung, Medien, Unternehmen und Rechtsexperten sowie ein oder zwei führende Wissenschaftler angehören. V o r s it z d e s A u s s c h u s s e s 10. Um die Arbeit des CTE zu inspirieren und die Aufmerksamkeit der Medien zu erhalten, wird vor­ geschlagen, eine charismatische Persönlichkeit des öffentlichen Lebens aus dem Gesundheits-, Unterhal- tungs-, Untemehmensbereich oder aus der Politik hinsichtlich der Übernahme des CTE-Vorsitzes zu kontaktieren, wobei der CTE-Vorsitzende zunächst vom Regionaldirektor für den Zeitraum von zwei Jah­ ren bestellt wird. Der/die Stellvertretende Vorsitzende würde vom C TE unter den CTE-M itgliedem aus­ gewählt werden. S e k r e t a r ia t d e s A u s s c h u s s e s 11. Das W HO-Regionalbüro für Europa stellt sich als fachliches Hauptorgan und Sekretariat des CTE zur Verfügung. Das Regionalbüro kann die Arbeit des C TE durch seine internationalen Netzwerke, seine Informationsdateien und seine Forschungs- und W issenschaftsbasis für effiziente Konzepte unterstützen. EUR/RC48/11 Seite 3 F in a n z ie r u n g d e s A u s s c h u s s e s 12. Das WHO-Regionalbüro für Europa übernimmt die Sekretariatskosten für den CTE. Es ist vorge­ sehen, daß die Mitgliedsorganisationen und Gastländer oder Organisationen die Kosten für ihre eigenen Vertreter auf CTE-Tagungen selbst tragen. Zusätzliche Mittel werden zur Finanzierung von spezifischen ggf. vom C TE vorgeschlagenen Maßnahmen, wie z. B . Veröffentlichungen, Medienevents, Kampagnen, aufgenommen. Z e it p l a n d e s A u s s c h u s s e s 13. Es wird vorgeschlagen, daß der CTE mit Wirkung vom 1. Januar 1999 in Kraft tritt, zunächst für eine Dauer von fünf Jahren. Außerdem wird angeregt, daß der CTE ein- oder zweimal im Jahr tagt, wobei die themenorientierten Tagungen jew eils ein bis zwei Tage dauern sollten. Zwischen den Tagungen wür­ de die Arbeit des CTE durch Schriftwechsel und Videokonferenzen erledigt werden.

Informations clés
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Date d'adoption
Source Organisation mondiale de la santé