W ELTGESUNDHEITSORGANISATION • REGIONALBÜRO FÜR EUROPA UN City, Marmorvej 51, DK-2100 Kopenhagen Ø, Dänemark Telefon: +45 45 33 70 00 Fax: +45 45 33 70 01 E-Mail: governance@euro.who.int Webadresse: http://www.euro.who.int/de/who-we-are/governance Regionalkomitee für Europa EUR/RC64/TD/2 64. Tagung Kopenhagen, 15.–18. September 2014 4. September 2014 ORIGINAL: ENGLISH Fachinformationssitzung Mittwoch, 17. September 2014, 13.00 Uhr – 14:00 Uhr Krankenpflege- und Geburtshilfepersonal: eine wesentliche Gesundheitsressource Das Rahmenkonzept der Europäischen Region für Gesundheit und Wohlbefinden „Gesundheit 2020“ schreibt dem Krankenpflege- und Geburtshilfepersonal eine zentrale und zunehmend wichtige Rolle zu bei den Bemühungen der Gesellschaft, die Herausforderungen unserer Zeit im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu bewältigen und die Versorgungskontinuität zu gewährleisten und den Rechten und sich wandelnden Bedürfnissen der Menschen Rechnung zu tragen. Eine am Regionalbüro für Europa durchgeführte Studie hat eine Vielzahl neuer Versorgungsmodelle und innovativer Praktiken in Krankenpflege und Geburtshilfe dokumentiert, von denen viele in sehr unterschiedlichen Umfeldern der Europäischen Region verwirklicht wurden und deren Spektrum vom Einzelprojekt bis zur Reform auf nationaler Ebene reicht. Die Schlussfolgerung der Studie lautet, dass Krankenpflege und Geburtshilfe wesentliche Ressourcen zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit und Verringerung gesundheitlicher Ungleichheit sind, dass diese Arbeit jedoch nicht immer ausreichend dokumentiert und evaluiert und nur selten im Lande selbst oder in anderen Ländern bekannt gemacht wird. Somit ist das volle Potenzial zur Umsetzung von „Gesundheit 2020“ durch den Krankenpflege- und Geburtshilfebereich in der Region noch nicht ausgeschöpft. Krankenpflege und Geburtshilfe zur Unterstützung von Gesundheit 20201 „Pflegekräfte und Hebammen spielen eine zentrale und zunehmend wichtige Rolle bei den Bemühungen der Gesellschaft, die Herausforderungen unserer Zeit im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu bewältigen und die Versorgungskontinuität zu gewährleisten und den Rechten und sich wandelnden Bedürfnissen der Menschen Rechnung zu tragen. Zusammengenommen bilden Pflegekräfte und 1 Gesundheit 2020: Rahmenkonzept und Strategie der Europäischen Region für das 21. Jahrhundert. Kopenhagen: WHO-Regionalbüro für Europa, 2013 (http://www.euro.who.int/de/health-topics/health-policy/health-2020-the-european-policy-for-health-and- well-being/publications/2013/health-2020-a-european-policy-framework-and-strategy-for-the-21st- century). EUR/RC64/TD/2 Seite 2 Hebammen die größte Gruppe unter den Gesundheitsfachkräften in der Europäischen Region. Weil sie engen Kontakt zu einer Vielzahl von Menschen haben, sollten sie über Theorie und Praxis im Bereich der öffentlichen Gesundheit gründlich Bescheid wissen, damit sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit Einfluss auf die gesundheitlichen Resultate, ihre sozialen Determinanten und die zur Herbeiführung von Veränderungen notwendigen Konzepte nehmen können. Dies gilt in besonderem Maße für Personen, die im gemeindenahen Umfeld, in Schulen, in der Industrie, in Haftanstalten und Einrichtungen für Vertriebene tätig sind. Die Fähigkeit, auf politische Prozesse Einfluss zu nehmen, zu verhandeln und an der Entscheidungsfindung mitzuwirken, bildet in Zukunft zusammen mit einer finanziellen, wirtschaftlichen und kulturellen Kompetenz einen wesentlichen Bestandteil des neuen Repertoires aller Pflegekräfte und Hebammen, der es diesen Berufsgruppen ermöglichen wird, effektiv zu arbeiten und auf allen Ebenen und in allen maßgeblichen Bereichen tätig zu werden.“ [S. 138] Gegenstand Der Zweck dieser Fachinformationssitzung ist die Förderung der Diskussion unter den Mitgliedstaaten und maßgeblichen Akteuren darüber, wie Krankenpflege und Geburtshilfe gestärkt werden können, damit ihr Potenzial vergrößert und gänzlich für die Unterstützung von „Gesundheit 2020“ genutzt wird. Das Gesundheitspersonal sollte kontinuierlich gefördert und gemäß den sich ändernden Anforderungsprofilen in der Gesundheitsversorgung umgestaltet werden. Dies muss durch Forschungsergebnisse und Erkenntnisse untermauert werden und daraus resultierende innovative Praktiken sollten zum Wohle von Patienten und Bevölkerung gefördert, verbreitet und umgesetzt werden. Zwei Texte zur Fortführung einer Entwicklung, die das Krankenpflege- und Geburtshilfepersonal dazu befähigt und darin unterstützt, Versorgung, Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen und Gemeinschaften zu verbessern, werden heute hier erörtert. Als erstes wird der Konsultationsentwurf eines konzeptionellen Rahmens für die Europäische Region zur Stärkung von Krankenpflege und Geburtshilfe mit strategischer Ausrichtung gemäß „Gesundheit 2020“ vorgelegt. Dieser Rahmen soll alle Maßnahmen strategisch bündeln – ein Novum für die Europäische Region. Der Entwurf sieht zwölf Zielsetzungen, vier vorrangige Handlungsfelder und vier befähigende Verfahren vor, durch die Krankenpflege und Geburtshilfe gestärkt und konzeptionell wie praktisch mit Gesundheit 2020 abgestimmt werden sollen. In den kommenden Monaten sollen durch einen Konsultationsprozess in der gesamten Region Mitgliedstaaten und zentrale Akteure dafür gewonnen werden, eigene Vorschläge zu Konzept und Umsetzung vorzulegen. Als zweites wird eine Sammlung guter Praktiken in Krankenpflege und Geburtshilfe vorgestellt, die 55 Fallstudien aus 18 Mitgliedstaaten in der Europäischen Region enthält. Darin werden gute Praktiken aus Krankenpflege und Geburtshilfe aufgezeigt und es wird erläutert, wie diese zur Umsetzung von „Gesundheit 2020“ und zur Qualitätsverbesserung in der Gesundheitsversorgung beitragen. Der Sammelband soll die Politik mit Erkenntnissen über den Beitrag von Krankenpflege und Geburtshilfe sowie unterschiedlicher Versorgungsmodelle zu Fortschritt und Zukunft zentraler gesundheitspolitischer Ziele versehen und zeigen, wie Fachpersonal optimal als Ressource für mehr Gesundheit und Wohlbefinden genutzt werden kann. Die genannten Texte können einzelnen Mitgliedstaaten fachliche Orientierungshilfen geben, indem sie Verbesserungsmöglichkeiten für das Arbeitskräfteangebot, die Berufsausbildung, die Arbeitsbedingungen und die Stärkung der Gesundheitseinrichtungen auf Ebene der Länder und Regionen sowie auf institutioneller Ebene aufzeigen. Die Fachinformationssitzung wird auf Englisch durchgeführt, wobei eine Simultanverdolmetschung ins Russische angeboten wird. EUR/RC64/TD/2 Seite 3 Vorläufige Tagesordnung Zeit Thema / Redner/in 5–7 Min. Begrüßung und Einführung Aktuelles von der WHO zum Entwurf eines konzeptionellen Rahmens für die Europäische Region zur Stärkung von Krankenpflege und Geburtshilfe mit strategischer Ausrichtung gemäß „Gesundheit 2020“ und zur Sammlung guter Praktiken in Krankenpflege und Geburtshilfe. 25 Min. Podiumsdiskussion zu Einsichten über Krankenpflege und Geburtshilfe in den Ländern finnische Erfahrungen englische Erfahrungen (Vereinigtes Königreich) israelische Erfahrungen Weltbund der Krankenschwestern und Krankenpfleger Europäische Kommission 20 Min. Offene Aussprache 3–7 Min. Fazit Erwartete Ergebnisse Die wichtigsten Ziele der Fachinformationssitzung sind: Startschuss für die Konsultation mit Mitgliedstaaten und zentralen Akteuren für Beiträge und Rückmeldungen über den konzeptionellen Rahmen für die Europäische Region zur Stärkung von Krankenpflege und Geburtshilfe mit strategischer Ausrichtung gemäß „Gesundheit 2020“, ein besseres Verständnis der Funktion von Krankenpflege und Geburtshilfe sowie unterschiedlichen Versorgungsmodellen für Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung der Europäischen Region mit Fokus auf die Umsetzung von „Gesundheit 2020“, politische Unterstützung gewinnen, damit das konstruktive Potenzial von Krankenpflege und Geburtshilfe zu Beiträgen für die Umsetzung und Unterstützung von „Gesundheit 2020“ verwirklicht werden kann. Weitere Informationen Dr. Galina Perfilieva Programmleiterin, Humanressourcen für Gesundheit Abteilung für Gesundheitssysteme und öffentliche Gesundheit Tel.: +45 45 33 68 09 E-Mail: gpe@euro.who.int = = =
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Vierundsechzigste Tagung des Regionalkomitees für Europa: Kopenhagen, 15.–18. September 2014: Krankenpflege- und Geburtshilfepersonal: eine wesentliche Gesundheitsressource
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