Kernfragen und zentrale Themen für die Mittagsgespräche der Minister 1. Welche Lehren ziehen Sie aus Ihrer Arbeit für die Eliminierung wichtiger übertragbarer Krankheiten, die auf andere Krankheiten/neue Herausforderungen anwendbar wären? 2. Verfügen Sie über wirksame stützende Faktoren (wie politische Entschlossenheit, finanzielle und personelle Ressourcen, institutionelle Hilfestellungen usw.) zur Erreichung ihrer Eliminierungsziele bzw. Verteidigung des krankheitsfreien Status? 3. Was sind die größten Herausforderungen oder Aufgaben in Ihrem nationalen bzw. lokalen Kontext? 4. Welche Art von Unterstützung benötigt Ihr Land vom Regionalbüro, damit das Eliminierungsziel erreicht bzw. der krankheitsfreie Status verteidigt werden kann? Mittagessen der Minister (Montag, 12. September 2016) 12.30–14.30 Uhr, Lounge Area 1 Eliminierung übertragbarer Krankheiten aus der Europäischen Region der WHO: Europäische Region und Welt auf der Zielgeraden Lehren aus der Kampagne für ein poliofreies Europa: Eliminierung von Masern und Röteln, Mutter-Kind-Übertragung von HIV und kongenitaler Syphilis und Erhaltung des malariafreien Status 1 Was bleibt von den Millenniums-Entwicklungszielen? Die Bekämpfung von Infektionskrankheiten ist ein Grundstein der öffentlichen Gesundheit. Die Millenniums-Entwicklungsziele hinterlassen eine ideenreiches Erbe für den globalen Kampf gegen gefährliche Infektionskrankheiten. In der Europäischen Region wurden bereits oder werden bald viele der Ziele für 2015 erreicht. • Die Europäische Region ist weltweit die erste Region, der die Unterbrechung der einheimischen Übertragung von Malaria gelungen ist, nachdem die Zahl der Fälle von über 90 000 im Jahr 1995 im Laufe von zwei Jahrzehnten steil bis auf Null fiel. • 2015 ist auch bereits eine Unterbrechung der Übertragung endemischer Masern und Röteln in 32 Ländern der Europäischen Region gelungen, wie die Verifizierungskommission der Europäischen Region für die Eliminierung der Masern und Röteln (RVC) bestätigt hat. • Eine Mutter-Kind-Übertragung war 2014 in der Europäischen Region nur in 1% der neu gemeldeten Fälle die Ursache einer HIV-Infektion. Von den fünf Ländern weltweit, welche die Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV bzw. kongenitaler Syphilis gemäß den globalen Kriterien der WHO validiert haben, kamen drei aus der Europäischen Region und weitere werden derzeit validiert. Ungelöste Probleme Zwar wurden in der Europäischen Region enorme Fortschritte erzielt, doch harren noch einige schwere Aufgaben ihrer Lösung. • Solange Malaria nicht weltweit eradiziert ist, kann sie durch den Reiseverkehr aus endemischen Ländern wieder in die Europäische Region eingeschleppt werden und sich erneut ausbreiten. • Lücken in epidemiologischer Überwachung und Impfung gefährden zudem die Eliminierung von Masern und Röteln aus den noch endemischen Ländern der Region. • Im Osten der Europäischen Region breitet sich die HIV-Epidemie schneller aus als irgendwo sonst in der Welt und in manchen Ländern haben unzureichende Prävention und Bekämpfung sexuell übertragener Infektionen die Eliminierung der Mutter-Kind- Übertragung von HIV und kongenitaler Syphilis behindert. Gesundheit 2020 und die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung Das Erreichen der Ziele des Rahmenkonzepts Gesundheit 2020 sowie der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 erfordert konzertiertes Handeln der Mitgliedstaaten in der Europäischen Region, um die Herausforderungen anzunehmen und: • durch Verhinderung der Wiedereinführung von Malaria und ihrer erneuten Verbreitung die globale Eliminierung zu unterstützen, • Chancengleichheit im Zugang zu sicheren, wirksamen, hochwertigen und bezahlbaren Impfstoffen als Voraussetzung für eine Eliminierung der endemischen Masern und Röteln zu erreichen, • die Mutter-Kind-Übertragung von HIV und kongenitaler Syphilis zu eliminieren im Rahmen des globalen Kampfs gegen sexuell übertragbare Infektionen und zur Beendigung der Aids-Epidemie. Nächste Schritte Europäische Region malariafrei halten Damit die Europäische Region malariafrei bleibt, müssen gefährdete Länder das Rahmenkonzept der Europäischen Region zur Verhinderung der Wiedereinführung der Malaria und zur Zertifizierung ihrer Eliminierung umsetzen und: • das politische und finanzielle Engagement für die Malariabekämpfung beibehalten, • noch wachsamer sein und die Erfassung und Behandlung aller Malariafälle gewährleisten, • die Umstände kennen, unter denen es wieder zu einer Übertragung der Malaria kommen könnte und welche Risiken damit verbunden wären, • sofort handeln, wenn es erneut zur autochthonen Übertragung von Malaria kommen sollte. Eliminierung von Masern und Röteln aus der Europäischen Region Damit die Eliminierung der Masern und Röteln aus der Europäischen Region erreicht werden kann, müssen die Länder in Übereinstimmung mit dem Europäischen Impfaktionsplan dafür sorgen, dass: • ≥ 95% der Allgemeinbevölkerung mit zwei Dosen Masernimpfstoff und wenigstens einer Dosis Rötelnimpfstoff geimpft sind, • alle gefährdeten und für Masern und Röteln empfänglichen Menschen erreicht werden, • Verdachtsfälle und Ausbrüche durch starke epidemiologische Überwachung früh aufgedeckt werden, • Gesundheitsfachkräfte und Öffentlichkeit fundiert über Nutzen und Risiken von Impfungen gegen Masern und Röteln aufgeklärt werden. Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV und kongenitaler Syphilis aus der Region Damit die Mutter-Kind-Übertragung von HIV und kongenitaler Syphilis (doppelte Eliminierung) gelingt, müssen alle Länder im Rahmen des Aktionsplans für Maßnahmen des Gesundheitswesens gegen HIV in der Europäischen Region der WHO agieren und: • allgemeinen Zugang zu kostenlosen Leistungen vor der Geburt gewähren, • Schwangere und ihre Partner auf HIV und Syphilis testen, • HIV-positive Schwangere behandeln, • Prävention für Kleinkinder anbieten und exponierte bzw. infizierte Kleinkinder früh auffinden und behandeln, • für betroffene Kleinkinder kostenlos Babynahrung zur Verfügung stellen, • die Gemeinschaft einbeziehen. 2 Was bleibt von den Millenniums-Entwicklungszielen? Die Bekämpfung von Infektionskrankheiten ist ein Grundstein der öffentlichen Gesundheit. Die Millenniums-Entwicklungsziele hinterlassen eine ideenreiches Erbe für den globalen Kampf gegen gefährliche Infektionskrankheiten. In der Europäischen Region wurden bereits oder werden bald viele der Ziele für 2015 erreicht. • Die Europäische Region ist weltweit die erste Region, der die Unterbrechung der einheimischen Übertragung von Malaria gelungen ist, nachdem die Zahl der Fälle von über 90 000 im Jahr 1995 im Laufe von zwei Jahrzehnten steil bis auf Null fiel. • 2015 ist auch bereits eine Unterbrechung der Übertragung endemischer Masern und Röteln in 32 Ländern der Europäischen Region gelungen, wie die Verifizierungskommission der Europäischen Region für die Eliminierung der Masern und Röteln (RVC) bestätigt hat. • Eine Mutter-Kind-Übertragung war 2014 in der Europäischen Region nur in 1% der neu gemeldeten Fälle die Ursache einer HIV-Infektion. Von den fünf Ländern weltweit, welche die Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV bzw. kongenitaler Syphilis gemäß den globalen Kriterien der WHO validiert haben, kamen drei aus der Europäischen Region und weitere werden derzeit validiert. Ungelöste Probleme Zwar wurden in der Europäischen Region enorme Fortschritte erzielt, doch harren noch einige schwere Aufgaben ihrer Lösung. • Solange Malaria nicht weltweit eradiziert ist, kann sie durch den Reiseverkehr aus endemischen Ländern wieder in die Europäische Region eingeschleppt werden und sich erneut ausbreiten. • Lücken in epidemiologischer Überwachung und Impfung gefährden zudem die Eliminierung von Masern und Röteln aus den noch endemischen Ländern der Region. • Im Osten der Europäischen Region breitet sich die HIV-Epidemie schneller aus als irgendwo sonst in der Welt und in manchen Ländern haben unzureichende Prävention und Bekämpfung sexuell übertragener Infektionen die Eliminierung der Mutter-Kind- Übertragung von HIV und kongenitaler Syphilis behindert. Gesundheit 2020 und die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung Das Erreichen der Ziele des Rahmenkonzepts Gesundheit 2020 sowie der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 erfordert konzertiertes Handeln der Mitgliedstaaten in der Europäischen Region, um die Herausforderungen anzunehmen und: • durch Verhinderung der Wiedereinführung von Malaria und ihrer erneuten Verbreitung die globale Eliminierung zu unterstützen, • Chancengleichheit im Zugang zu sicheren, wirksamen, hochwertigen und bezahlbaren Impfstoffen als Voraussetzung für eine Eliminierung der endemischen Masern und Röteln zu erreichen, • die Mutter-Kind-Übertragung von HIV und kongenitaler Syphilis zu eliminieren im Rahmen des globalen Kampfs gegen sexuell übertragbare Infektionen und zur Beendigung der Aids-Epidemie. Nächste Schritte Europäische Region malariafrei halten Damit die Europäische Region malariafrei bleibt, müssen gefährdete Länder das Rahmenkonzept der Europäischen Region zur Verhinderung der Wiedereinführung der Malaria und zur Zertifizierung ihrer Eliminierung umsetzen und: • das politische und finanzielle Engagement für die Malariabekämpfung beibehalten, • noch wachsamer sein und die Erfassung und Behandlung aller Malariafälle gewährleisten, • die Umstände kennen, unter denen es wieder zu einer Übertragung der Malaria kommen könnte und welche Risiken damit verbunden wären, • sofort handeln, wenn es erneut zur autochthonen Übertragung von Malaria kommen sollte. Eliminierung von Masern und Röteln aus der Europäischen Region Damit die Eliminierung der Masern und Röteln aus der Europäischen Region erreicht werden kann, müssen die Länder in Übereinstimmung mit dem Europäischen Impfaktionsplan dafür sorgen, dass: • ≥ 95% der Allgemeinbevölkerung mit zwei Dosen Masernimpfstoff und wenigstens einer Dosis Rötelnimpfstoff geimpft sind, • alle gefährdeten und für Masern und Röteln empfänglichen Menschen erreicht werden, • Verdachtsfälle und Ausbrüche durch starke epidemiologische Überwachung früh aufgedeckt werden, • Gesundheitsfachkräfte und Öffentlichkeit fundiert über Nutzen und Risiken von Impfungen gegen Masern und Röteln aufgeklärt werden. Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV und kongenitaler Syphilis aus der Region Damit die Mutter-Kind-Übertragung von HIV und kongenitaler Syphilis (doppelte Eliminierung) gelingt, müssen alle Länder im Rahmen des Aktionsplans für Maßnahmen des Gesundheitswesens gegen HIV in der Europäischen Region der WHO agieren und: • allgemeinen Zugang zu kostenlosen Leistungen vor der Geburt gewähren, • Schwangere und ihre Partner auf HIV und Syphilis testen, • HIV-positive Schwangere behandeln, • Prävention für Kleinkinder anbieten und exponierte bzw. infizierte Kleinkinder früh auffinden und behandeln, • für betroffene Kleinkinder kostenlos Babynahrung zur Verfügung stellen, • die Gemeinschaft einbeziehen. 3 Kernfragen und zentrale Themen für die Mittagsgespräche der Minister 1. Welche Lehren ziehen Sie aus Ihrer Arbeit für die Eliminierung wichtiger übertragbarer Krankheiten, die auf andere Krankheiten/neue Herausforderungen anwendbar wären? 2. Verfügen Sie über wirksame stützende Faktoren (wie politische Entschlossenheit, finanzielle und personelle Ressourcen, institutionelle Hilfestellungen usw.) zur Erreichung ihrer Eliminierungsziele bzw. Verteidigung des krankheitsfreien Status? 3. Was sind die größten Herausforderungen oder Aufgaben in Ihrem nationalen bzw. lokalen Kontext? 4. Welche Art von Unterstützung benötigt Ihr Land vom Regionalbüro, damit das Eliminierungsziel erreicht bzw. der krankheitsfreie Status verteidigt werden kann? Mittagessen der Minister (Montag, 12. September 2016) 12.30–14.30 Uhr, Lounge Area 1 Eliminierung übertragbarer Krankheiten aus der Europäischen Region der WHO: Europäische Region und Welt auf der Zielgeraden Lehren aus der Kampagne für ein poliofreies Europa: Eliminierung von Masern und Röteln, Mutter-Kind-Übertragung von HIV und kongenitaler Syphilis und Erhaltung des malariafreien Status 4
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Sechsundsechzigste Tagung des Regionalkomitees für Europa: Kopenhagen, 12.–15. September 2016: Eliminierung übertragbarer Krankheiten aus der Europäischen Region der WHO: Europäische Region und Welt auf der Zielgeraden: Lehren aus der Kampagne für ein poliofreies Europa: Eliminierung von Masern und Röteln, Mutter-Kind-Übertragung von HIV und kongenitaler Syphilis und Erhaltung des malariafreien Status
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