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Sechzigste Tagung des Regionalkomitees für Europa: Moskau, 13.–16. September 2010: Angelegenheiten, die sich aus Resolutionen und Beschlüssen der Weltgesundheitsversammlung und des Exekutivrats ergeben

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Angelegenheiten, die sich aus Resolutionen und Beschlüssen der Weltgesund- heitsversammlung und des Exekutivrats ergeben Punkt 5 der vorläufigen Tagesordnung Regionalkomitee für Europa Sechzigste Tagung Moskau, 13.–16. September 2010 EUR/RC60/6 23. Juli 2010 101974 ORIGINAL: ENGLISCH © WHO/P. Virot Covers 1 GER.indd 3 23/08/10 8.59

WELTGESUNDHEITSORGANISATION • REGIONALBÜRO FÜR EUROPA Scherfigsvej 8, DK-2100 Kopenhagen Ø, Dänemark Telefon: +45 39 17 17 17 Fax: +45 39 17 18 18 E-Mail: postmaster@euro.who.int Webadresse: http://www.euro.who.int Regionalkomitee für Europa 60. Tagung Moskau, 13.-16. September 2010 Punkt 5 der vorläufigen Tagesordnung EUR/RC60/6 Freitag, 23. Juli 2010 101976 ORIGINAL: ENGLISCH Angelegenheiten, die sich aus Resolutionen und Beschlüssen der Weltgesundheitsversammlung und des Exekutivrats ergeben Die 63. Weltgesundheitsversammlung verabschiedete 28 Resolutionen und traf 1 Entscheidung. In diesem Papier werden die Resolutionen (sowohl fachlicher als auch verwaltungs- technischer Art) behandelt, welche für die Arbeit der WHO in der Europäischen Region von besonderem Interesse sind. Die genannten Dokumente und Resolutionen sind beim Sekretariat oder online erhältlich (http://www.who.int/gb).

Inhalt Seite Resolutionen der 63. Weltgesundheitsversammlung, die für die Europäische Region der WHO von besonderem Interesse sind ........................................................................................... 1 Grundsatz- und Fachfragen ................................................................................................... 1 Verwaltungs-, Finanz- und Haushaltsfragen ....................................................................... 20 Anhang Liste der von der 63. Weltgesundheitsversammlung verabschiedeten Resolutionen (Genf, 17.-21. Mai 2010) ............................................................................................................ 23

E U R /R C 60/6 Seite 1 Resolutionen der 63. Weltgesundheitsversammlung, die für die Europäische Region der WHO von besonderem Interesse sind Grundsatz- und Fachfragen Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen WHA63.1 Notfallplanung für Grippepandemie: Überlassung von Grippeviren, Zugang zu Impfstoffen und anderer Nutzen Weitere Unterstützung des Stellvertretenden Vorsitzenden für die Europäische Region, wie gefordert. Weitere Beobachtung der Viren-Überlassung durch nationale Grippelabors. Weitere Beobachtung des Zugriffs der Mitgliedstaaten und insbesondere der am wenigsten entwickelten Länder in der Region auf Pandemieimpfstoffe. Weiterführung folgender Aktivitäten: – Beiträge für die offene Arbeitsgruppe der zwischen- staatlichen Tagung über Vorsorge gegen eine Grippe- Pandemie durch Beteiligung an Zusammenkünften und Untersuchungen sowie im Rahmen der globalen Überprüfung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV); – fachliche Unterstützung der Grippeforschung durch nationale Grippelabors in Abstimmung mit den WHO- Kooperationszentren und dem Vereinigten Königreich; – fachliche Beratung der Mitgliedstaaten über Grippe- impfungen (auch gegen eine Pandemie); – Datenerhebung in Mitgliedstaaten zur Beobachtung des Zugangs zu Impfstoffen und Impfung gegen eine Grippepandemie; – gegebenenfalls Ergreifen der notwendigen Maßnahmen zur Sicherung eines chancengleichen Zugangs zu Impfstoffen; – Koordinierung der fachlichen Unterstützung für impfstoffproduzierende Mitgliedstaaten und insbesondere sich noch entwickelnde Länder zum Ausbau der inländischen Herstellungskapazitäten für Grippeimpfstoffe (auch gegen eine Pandemie). Die aus der Pandemie H1N1/2009 gezogenen Lehren sollten hierbei berücksichtigt werden. EU R /R C 60/6 Seite 2 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen WHA63.2 Gesundheits- zustände in dem besetzten palästinensischen Gebiet einschließlich Ost- Jerusalem und auf dem besetzten syrischen Golan Mehrere Mitgliedstaaten der Europäischen Region der WHO unterstützen die Forderung nach einem Ende der Besetzung des palästinensischen Gebietes, insbesondere des Gazastreifens, und einem Abbau des menschlichen Elends in den Bevölkerungsgruppen als Folge der Krise in Gaza. Mitgliedstaaten aus der Europäischen Region und die Europäische Union zählen zu den wichtigsten Geldgebern und unterstützen fortgesetzt die Bemühungen zur Wiederherstellung und zum Wiederaufbau des Gesundheitssektors in Gaza. Das Regionalbüro hat bei mehreren Anlässen die israelischen Behörden dringend zur Erleichterung von Lieferungen mit medizinischen und humanitären Hilfsgütern in den Gazastreifen aufgefordert und dabei eng mit dem Regionalbüro für den östlichen Mittelmeerraum und dem WHO-Büro für das Westjordanland und den Gazastreifen zusammengearbeitet. Das Regionalbüro hat seine Besorgnis über gesundheitliche Folgen für die betroffene Bevölkerung zum Ausdruck gebracht und operative Unterstützung für Wiederherstellungsmaßnahmen angeboten. Das Regionalbüro hat die Geber und insbesondere die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten dringend ersucht, Gelder zu mobilisieren und Bemühungen zur Wiederherstellung des Gesundheitssystems in dem besetzten palästinensischen Gebiet zu unterstützen. Die Auslieferung bilateral gespendeter medizinischer Hilfsgüter und Arzneimittel aus der Türkei (z. B. ein H1N1-Impfstoff und Antiviralia) wurde vom Regionalbüro für den östlichen Mittelmeerraum koordiniert. Das Regionalbüro kooperiert mit den israelischen Gesundheitsbeamten und -wissenschaftlern in fachlichen Aspekten der Gesundheitsvorsorge für den Notfall, etwa durch gemeinsame Übungen, Initiativen für den Aufbau von Kapazitäten und Schulungen zu Gesundheits- und Katastrophenschutz. WHA63.3 Initiativen für Lebensmittel- sicherheit voranbringen Die Generaldirektorin wird hierin gebeten, durch das Angebot fachlicher Hilfe und Unterstützung an die Mitgliedstaaten zum Aufbau relevanter Kapazitäten für eine bessere sektorübergreifende Zusammenarbeit und für internationale, regionale und nationale Maßnahmen entlang der gesamten Lebensmittelproduktionskette weiter global eine Führungsrolle zu übernehmen. Die Generaldirektorin wird ersucht, die Weiterentwicklung und Stärkung von INFOSAN (International Food Safety Authorities Network) einschließlich seiner Notfallfunktionen zu betreiben. Die Generaldirektorin wird ersucht, die globale Last der durch Lebensmittel übertragenen und der zoonotischen Krankheiten aus nationaler, regionaler und internationaler Perspektive zu beobachten und über sie zu berichten. Lebensmittelsicherheit ist auch für den Gesundheitsschutz eine wachsende Herausforderung, die in den neuen unabhängigen Staaten und in den Staaten Südosteuropas am größten ist, weil: a) Kapazitätslücken in der Überwachung mikrobiologischer und chemischer Kontaminationen oder in der Beobachtung, Bewertung und Meldung von lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen bestehen, b) die Lebensmittelsicherheit institutionell und konzeptionell schwach untermauert ist, c) Koordinierung und Integration der Informationssysteme hinsichtlich Überwachung und Qualitätskontrolle durch verschiedene zuständige Gremien und Einrichtungen aus Landwirtschaft, Veterinärmedizin, Gesundheitswesen und Handel nicht vorhanden sind. Die in der Resolution genannten Instrumente wie INFOSAN, FERG (WHO Foodborne Disease Burden Epidemiology Reference Group) und GFN (WHO Global Foodborne Infections Network) sind zwar alle auch für die E U R /R C 60/6 Seite 3 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen Europäische Region relevant, doch sollten sie im Zusammenhang mit wichtigen Kapazitätsaufbauaktivitäten auf Ebene der Region und der Länder gesehen, mit Synergieeffekten verbunden und aufeinander abgestimmt eingesetzt werden. Außerdem müssen die Aktivitäten der WHO in der Region mit denen der Europäischen Kommission und der ihr angeschlossenen Agenturen koordiniert werden, hier sind insbesondere das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu nennen, die beide in Bezug auf Risikoabschätzung, Überwachung und Vermittlung an nationale Behörden und an Verbraucher sehr einflussreich sind. Konzertierte Maßnahmen aller Mitgliedstaaten sind erforderlich, um die Bedrohung der Lebensmittelsicherheit abwenden zu können. In den Ländern der Europäischen Union sind die Systeme für Lebensmittelsicherheit und -überwachung allgemein gut etabliert. In den Balkanländern und den neuen unabhängigen Staaten herrscht dagegen noch ein großer Nachholbedarf. Lebensmittelsicherheit muss mehr in die zweijährigen Kooperationsvereinbarungen mit den Ländern einbezogen werden. Und derartige Vereinbarungen müssen ausgebaut werden. Der Austausch von Daten und Informationen zwischen INFOSAN, den europäischen Institutionen ECDC und dem Rapid Alert System for Food and Feed (RASFF) sowie den Mitgliedstaaten der Europäischen Union unterliegt einem Klärungsprozess. All diese Systeme müssen kooperieren damit zusätzliche Belastungen der Mitgliedstaaten vermieden und Synergieeffekte geschaffen werden. Das Regionalbüro sollte eng mit dem Hauptbüro zusammenarbeiten und 1) die Kommunikationskanäle mit INFOSAN - sowohl intern und als auch zum Nutzen der Mitgliedstaaten - zur Beherrschung von Ereignissen von Bedeutung für die öffentliche Gesundheit im Bereich der Lebensmittelsicherheit klären und 2) mit INFOSAN und dem Hauptbüro eine Vereinbarung über das Auftreten der EU R /R C 60/6 Seite 4 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen WHO im Verhältnis zu den Institutionen der EU erzielen. Zwar wird FERG vom Hauptbüro unter Einbeziehung des Regionalbüros koordiniert, doch besteht in den Balkanländern und in den neuen unabhängigen Staaten im Bereich der Überwachung von durch Lebensmittel übertragenen Krankheiten und der Beobachtung von Kontamination in der Nahrungskette ein Bedarf an Kapazitätsausbau. WHA63.10 Partnerschaften Partnerschaftsgrundsätze auf regionaler Ebene anwenden: – sicherstellen, dass formalisierte Partnerschaften mit Grundsätzen übereinstimmen; – regionale Verfahren für künftige Vorschläge formalisierter Partnerschaften schaffen, etwa durch den Exekutivrat oder das Regionalkomitee; – die Grundsatzkriterien für eine Beteiligung an Partnerschaften an die einschlägige Strategie des Regionalbüros anpassen und in diese einbinden In der Europäischen Region gibt es keine formalisierten Partnerschaften. Das Europäische Observatorium für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik ist samt seiner Leitung und Struktur als integraler Bestandteil der WHO bestätigt worden. Administrativ und finanziell wird es als Partner innerhalb der WHO gesehen, für den alle Regeln und Vorschriften der WHO vollkommen gelten, auch in Bezug auf das Urheberrecht. Die Arbeitsgruppe für Partnerschaften und Reform der Vereinten Nationen (PUN) wird sich mit den Regionen in Bezug auf eine Aktualisierung der Bestandsliste für Partnerschaften, Netzwerke und Bündnisse in Verbindung setzen. Schon das Dokument für das Regionalkomitee „Partnerschaften für Gesundheit in der Europäischen Region“ bezieht sich auf Grundsätze und ihre Bedeutung für die Entwicklung einer Partnerschaftsstrategie, die dem Regionalkomitee 2011 vorgelegt werden soll. WHA63.11 Vereinbarungen mit zwischenstaatlichen Organisationen Keine. Die Resolution bezieht sich auf die Änderung einer bestehenden Vereinbarung zwischen der WHO und dem Office International des Epizooties WHA63.12 Verfügbarkeit, Sicherheit und Qualität von Blutprodukten – Betonung der Modernisierung des nationalen Blutspende- und Transfusionswesens und seine Einbindung in verschiedene Versorgungsebenen, einschließlich Gesundheitsförderung; – differenzierte Maßnahmen entsprechend der Bedürfnisse der Mitgliedstaaten mit Fokus auf die Integration des Gesundheitssystems, eine stärkere regulatorische Aufsicht und nachhaltige Finanzierungsmechanismen; E U R /R C 60/6 Seite 5 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen – erhöhte Aufmerksamkeit für die Güte, Sicherheit und Verfügbarkeit von Blut und Blutprodukten, insbesondere im Hinblick auf eine alternde Bevölkerung, epidemiologische Charakteristika der durch das Blut übertragenen Krankheitserreger, signifikante Schwankungen in der Versorgungsqualität und eine starke Plasmafraktionierungsbranche; – Nutzung von Systemen zur Rückverfolgung und Qualitätsverbesserung; – aktives Risikomanagement in Verbindung mit Netzwerken für eine schnelle Reaktion im Notfall. – Betonung von Kommunikation und Kapazitätsaufbau, wozu eine Beteiligung der Öffentlichkeit, der Fachwelt und der Politik erforderlich ist; – Entwicklung integrierter Melde- und Lernsysteme zur Unterstützung der Wachsamkeit; bessere Abstimmung mit Pharmaindustrie und Gesundheitsexperten; – Koordination und Kooperation mit mehreren Akteuren vor Ort und in der Europäischen Region. WHA63.13 Globale Strategie gegen schädlichen Alkoholkonsum Das jüngste Papier des Regionalbüros zur Alkoholpolitik stammt aus dem Jahr 2005: Handlungsrahmen für eine Alkoholpolitik in der Europäischen Region der WHO. Angesichts der Bedeutung der angenommenen globalen Alkoholstrategie wurden ihre Folgen für die Region von den nationalen Ansprechpersonen für Alkoholpolitik auf einer vom spanischen Ministerium für Gesundheit und Soziales im Juni 2010 durchgeführten Tagung erörtert. Die nationalen Ansprechpersonen forderten das Regionalbüro mit Nachdruck dazu auf, einen Plan zur Umsetzung der regionalen und globalen Alkoholstrategien zu erarbeiten. Das Regionalbüro ist derzeit im Begriff, einen Plan zur Umsetzung der regionalen und der globalen Alkoholstrategie zu entwerfen, der voraussichtlich Ende 2010 zur Erörterung vorliegen wird. Die nationalen Ansprechpersonen werden im Mai 2011 erneut in Zürich (Schweiz) zusammentreten und den Entwurf erörtern. Der Entwurf könnte somit Gegenstand einer Resolution werden, die das Regionalkomitee auf seiner 61. Tagung im September 2011 verabschieden könnte. WHA63.14 Vermarktung von Lebensmitteln und nichtalkoholischen Getränken an Kinder Der Hauptzweck der zwölf Empfehlungen im Anhang von Dokument A63/12 ist die Orientierungshilfe für Mitgliedstaaten, die eine Politik für die Vermarktung von Lebensmitteln an Kinder entwerfen oder verstärken und damit den Auswirkungen der Werbung für Lebensmittel entgegenwirken wollen, die reich an gesättigten Fettsäuren, Transfettsäuren, freiem Zucker oder Salz sind. Die Resolution ersucht die Mitgliedstaaten um die Umsetzung von Empfehlungen und die Bestimmung des am besten geeigneten konzeptionellen Ansatzes, um die Beobachtung und Auswertung der Auswirkungen der Empfehlungen, um die Förderung zwischenstaatlicher Zusammenarbeit und um die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und dem privaten und Mehrere Mitgliedstaaten haben Konsultationen zur Entwicklung der Empfehlungen unterstützt oder aktiv daran teilgenommen. In Weiterverfolgung der Billigung des zweiten Europäischen Aktionsplans Nahrung und Ernährung hat das Regionalbüro die Errichtung eines Aktionsnetzwerks gefördert, durch das der Einfluss der Werbung auf Kinder verringert werden soll. Diesem von Norwegen geleiteten Netzwerk gehören derzeit 17 Länder an. Bislang hat es fünf Tagungen für den Erfahrungsaustausch auf diesem Gebiet durchgeführt. EU R /R C 60/6 Seite 6 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen öffentlichen Sektor. Die Resolution ersucht die Generaldirektorin um die Bereitstellung fachlicher Hilfe an die Mitgliedstaaten für das Erreichen dieser Ziele, um die Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit in diesem Bereich und um die Sicherstellung, dass der Aktionsplan für die globale Strategie zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten mit der Begleitung der Umsetzung der Empfehlungen verknüpft wird. Die Mitglieder des Aktionsnetzwerks haben einen Kodex für die Vermarktung von Lebensmitteln und nichtalkoholischen Getränken an Kinder erarbeitet, der als Grundlage für die Entwicklung von Regulierungen dienen könnte. Das Regionalbüro wird das Netzwerk weiter unterstützen müssen. Das Regionalbüro muss sich auch mit wichtigen Partnern wie der Europäischen Union über Ansätze zur Regulierung der Vermarktung von Nahrungsmitteln an Kinder in den Medien austauschen. Einige Mitgliedstaaten werden wahrscheinlich den Entwurf eines internationalen Kodex für die Vermarktung von Nahrungsmitteln an Kinder unter Federführung der WHO befürworten. Die Mitgliedstaaten könnten an einer Erörterung der Möglichkeiten von Regulierung oder Selbstregulierung im Bereich der Vermarktung von Lebensmitteln an Kinder interessiert sein. WHA63.15 Beobachtung der Fortschritte hinsichtlich der gesundheits- bezogenen Millenniums- Entwicklungsziele (MZ) Die Resolution und der Bericht an die Weltgesundheitsversammlung zeigen, dass: – die internationale Unterstützung für die MZ anhält, eine erneute Bekräftigung des Ziels einer staatlichen Entwicklungshilfe in Höhe von 0,7% des Bruttoinlandsprodukts der Industrienationen aber notwendig ist – stärkere und nachhaltige Gesundheitssysteme wegen des Abbaus von Benachteiligungen durch ihre allgemeine Zugänglichkeit und Ausrichtung auf die Bevölkerung der Schlüssel zur Erbringung der gesundheitsbezogenen Zielvorgaben sind – die Konzepte für die personellen Ressourcen im Gesundheitsbereich aus der Perspektive der Empfänger- wie der Geberländer überprüft werden müssen Angesichts der Belastungen für die Gesundheitssysteme muss die Arbeit mit den gesundheitsbezogenen MZ deutlicher in Programmen in Erscheinung treten, die zur neuen Abteilung für öffentliche Gesundheit und Gesundheitssysteme und zur Abteilung für Informationen, Erkenntnisse und Forschung gehören und mit den Daten über und der Unterstützung für die Gesundheitsinformations- systeme befasst sind. Die neue Europäische Gesundheitspolitik muss für eine büroübergreifende Koordinierung im Sinne der Ziele sorgen, für welche die Programme bisher weitgehend individuell gearbeitet haben; bislang hat das Regionalbüro keinen koordinierten Beitrag zum Erreichen der Ziele geleistet. Dazu sind angemessene personelle und finanzielle Ressourcen erforderlich. Das Gleiche gilt für die Arbeit im Bereich der nationalen Gesundheitsplanung. E U R /R C 60/6 Seite 7 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen – größere Anstrengungen erforderlich sind, um die Prävention und Eliminierung von Gesundheitsproblemen insbesondere von Schwangeren, Müttern, Neugeborenen und Kindern zu unterstützen, um die HIV-relatierten MZ zu erreichen (allgemeiner Zugang zu Prävention, Therapie und Unterstützung bis 2010) und um innovative Strategien zur Prävention, Aufdeckung und Behandlung von Tuberkulose zu entwickeln und hierunter auch Themen wie die HIV- Koinfektion sowie die mehrfach oder extensiv resistente Tuberkulose zu bewältigen. Hier sollte angemerkt werden, dass eine gesonderte Resolution zur HIV/Aids-Strategie unter dem Tagesordnungspunkt zu den MZ verabschiedet wurde. Da die Generaldirektorin gehalten ist, im Rahmen des Mittelfristigen Strategieplans 2008-2013 die Zusammenarbeit mit den anderen Organisationen der Vereinten Nationen und internationalen Organisationen zum Erreichen der Ziele fortzuführen, fällt den Regionalbüros hier eine wichtige Rolle zu, die sie aktiv ausfüllen sollten. In der Resolution wird die Generaldirektorin dazu aufgefordert sicherzustellen, dass Gesundheit eines der Hauptthemen während der Plenartagung der Generalversammlung auf hoher Ebene zu den Millenniums- Entwicklungszielen sein wird (20.-22. September 2010). Es kann darauf hingewiesen werden, dass auf regionaler Ebene die Vorbereitung (koordiniert durch die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa) für die Plenartagung mit Beiträgen des Regionalbüros, das ein Kapitel zu den gesundheitsbezogen Zielvorgaben in einem interinstitutionellen Bericht koordiniert und mitverfasst hat, direkt oder durch die Teilnahme an thematisch verwandten regionalen Untersuchungen unterstützt wurde. Ein erhebliches Gewicht wird beim Erreichen der MZ auf die primäre Gesundheitsversorgung gelegt und diese muss mit der nationalen Gesundheitsplanung verknüpft werden. Es besteht die Notwendigkeit der regelmäßigen Beobachtung und Berichterstattung und der Stärkung der institutionellen Kapazitäten in den nationalen Gesundheitsinformationssystemen. Solche Da die WHO um Unterstützung der Mitgliedstaaten in ihrer Arbeit für das Erreichen der Ziele, die Bewältigung der sozialen Determinanten von Gesundheit und die Stärkung der Politik für einen vollen Zugang zu Gesundheits- und Sozialschutz gebeten wurde, ist es gut, dass der bevorstehende Prüfbericht für die Marmot-Konsultation einen Schwerpunkt auf die sozialen Determinanten der Gesundheit und ihre Rolle für das Erreichen der Ziele legt. Es sollte ein büroübergreifender Arbeitsplan zur Analyse und Beobachtung aufgestellt werden, der auch ein Verfahren für eine bessere Abstimmung mit anderen Organisationen der Vereinten Nationen (UNICEF, das Ernährungsprogramm der Vereinten Nationen und UNAIDS) in Bezug auf die Arbeit mit den gesundheitsbezogenen Zielen in der Region enthalten sollte. EU R /R C 60/6 Seite 8 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen Berichterstattung muss über die Analyse von Trends hinausgehen und auch konzeptionelle und programmatische Antworten sowie die Frage umfassen, wie wichtige Themen etwa der Chancengleichheit und der Stärkung von Gesundheitssystemen in Angriff genommen werden können. WHA63.16 Verhaltenskodex für die grenzüber- schreitende Anwerbung von Gesundheits- fachkräften Mit dieser Resolution wird der Globale Verhaltenskodex für die grenzüberschreitende Anwerbung von Gesundheitsfachkräften der WHO angenommen; dies ist erst der zweite freiwillige Kodex, den die Weltgesundheitsversammlung in ihrer Geschichte angenommen hat; er stellt ethische Prinzipien für die grenzüberschreitende Anwerbung von Gesundheitsfachkräften auf und soll den Mitgliedstaaten als Leitfaden zur Schaffung oder Verbesserung des gesetzlichen und institutionellen Rahmens für eine derartige Anwerbung dienen. Der Kodex kann nur dann eine nachhaltige Wirkung zeigen, wenn seine Prinzipien und sein Zweck weithin bekannt gemacht werden, wenn seine wirksame Begleitung vollkommen unterstützt wird und wenn die Unterzeichner die breiteren und tiefer sitzenden Ursachen der Personalknappheit im Gesundheitswesen angehen. Daher ist es entscheidend, dass die WHO eine Förderstrategie zur wirksamen Umsetzung des Kodex durch alle Akteure und auf allen Ebenen (global, regional und national) entwickelt. Die WHO besitzt eine Schlüsselrolle und trägt die Verantwortung dafür, die Mitgliedstaaten in der Umsetzung des Kodex nach Möglichkeit zu unterstützen, wie sie in der Resolution dazu beauftragt wurde. Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert den Kodex umzusetzen, in die relevanten Gesetze und Konzepte einzubeziehen und sich mit allen Akteuren im Entscheidungsprozess zur grenzüberschreitenden Anwerbung von Gesundheitsfachkräften zu beraten. Die Mitgliedstaaten sollten dem WHO-Sekretariat regelmäßig im Abstand von drei Jahren in einem zusammenfassenden Bericht Rückmeldung geben über die ergriffenen Maßnahmen, die erzielten Ergebnisse, die erfahrenen Schwierigkeiten und die Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die WHO eine Förderstrategie zur wirksamen Umsetzung des Kodex durch alle Akteure und auf allen Ebenen (global, regional und national) entwickelt. Derzeit erarbeitet die Abteilung Humanressourcen für Gesundheit am Hauptbüro in Konsultation mit den Regionalbüros eine Strategie für die Umsetzung des Kodex auf globaler Ebene. Diese Strategie enthält Zielsetzungen, Zielvorgaben und Indikatoren zur Messung der Umsetzung. Das Regionalbüro hat den Entwicklungsprozess für eine eigene Umsetzungsstrategie eingeleitet. Weitere Zusammenarbeit und Konsultation mit den Mitgliedstaaten und allen relevanten Akteuren, etwa der Europäischen Union, der Global Health Workforce Alliance, Realizing Rights, Berufsverbänden und Zivilgesellschaft werden erforderlich sein, um den Kodex und seine Umsetzung voranzubringen. Die Führungsrolle der Europäischen Region wird auf globaler Ebene der WHO erhalten bleiben. Auf regionaler Ebene wird das Regionalbüro weiter mit allen relevanten Partnern wie etwa WHO-Kooperationszentren, Expertennetzen und nationalen Ansprechpersonen zusammenarbeiten, damit die Fähigkeit der Mitgliedstaaten zur Umsetzung der Zielsetzungen des Kodex gestärkt wird. Die Ressourcenmobilisierung wird angesichts der derzeit deutlich unzureichenden Mittel für die Umsetzung des Kodex auf regionaler und nationaler Ebene von entscheidender Bedeutung sein. Dem Regionalkomitee sollten, wie von der 59. Weltgesundheitsversammlung beschlossen, 2012 Berichte vorgelegt werden, die einen regionalen Beitrag zur ersten E U R /R C 60/6 Seite 9 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen daraus gezogenen Lehren, wobei der Ausgangsbericht zwei Jahre nach Annahme des Kodex durch die 63. Weltgesundheitsversammlung vorliegen sollte. Auf regionaler Ebene wird hierfür Koordinierung erforderlich sein. Prüfung der Relevanz und Effektivität des globalen Verhaltenskodex während der 68. Weltgesundheitsversammlung bilden. WHA63.17 Geburtsschäden Ein vielen Mitgliedstaaten der Europäischen Region nicht ungewöhnliches fortgeschrittenes Alter von Gebärenden geht direkt mit einem erhöhten Risiko angeborener Missbildungen einher. In über einem Drittel der Mitgliedstaaten sind die Mütter bei 15-27% der Lebendgeburten 35 Jahre oder älter. Ein hoher Alkoholkonsum ist in vielen Ländern der Region ein weiterer wichtiger Risikofaktor für Geburtsschäden. Früherkennung und Registrierung angeborener Missbildungen werden in den 53 Mitgliedstaaten unterschiedlich gehandhabt, so dass die Daten hier divergieren. Viele Länder besitzen keine verlässlichen Statistiken über die Geburtsschäden sowie Zusammenhänge mit übertragbaren Krankheiten (wie Masern und Toxoplasmose) oder über ihre Prävention (Impfgrad). Eine sorgfältige Erörterung ist bei der Problematik der Geburtsschäden in Ländern der Region angebracht, die eine sehr hohe Kindersterblichkeit während bzw. kurz nach der Schwangerschaft aufweisen (hauptsächlich aufgrund von Infektionen, Asphyxie und Frühgeburt), in denen die Prioritäten oft falsch gesetzt sind und wo hochtechnologische Maßnahmen ohne ein klares und umfassendes Programm und ohne Verständnis für den Sinn dieser Maßnahmen oder ihre Kosten für das Gesundheitssystem vorgenommen werden. Oft verfügen die Gesundheitsfachleute nur über begrenzte Möglichkeiten zur Interpretation der Befunde. In manchen Ländern wird vor der Geburt das Geschlecht des Fötus bestimmt und in der Folge selektiv abgetrieben. Die Lage in den Ländern sollte analysiert werden, bevor die WHO Mitgliedstaaten in der Umsetzung von Empfehlungen unterstützt. Der Einsatz von Ressourcen hier kann in Ländern wirksam sein, wo grundlegende Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit der Neugeborenen bereits funktionieren, etwa in Ländern, die über besser entwickelte Gesundheitssysteme und mehr Ressourcen verfügen. In diesen Ländern sollten Maßnahmen zur Prävention und zur Beherrschung der Geburtsschäden in das bestehende Gesundheitssystem integriert werden. Das Regionalbüro unterstützt den Gesundheitsschutz, die Prävention vermeidbarer Krankheiten und die Förderung gesunder Lebensweisen als wichtige Elemente der Vorsorge gegen Geburtsschäden. Der Unterstützung der Länder für eine bessere Versorgung der Mütter und Neugeborenen sollte eine umfassende Analyse der bestehenden nationalen Empfehlungen zu Früherkennung und Beherrschung von Geburtsschäden vorausgehen, damit ein Überverbrauch an Medizintechnik vermieden wird und Prävention und Früherkennung von Geburtsschäden in die Gesundheitserziehung und Gesundheitsversorgung auf Grundlage der besten verfügbaren Erkenntnisse einfließen. Die Diagnose angeborener Missbildungen wird in das Instrument zur Bewertung der Versorgung von Müttern auf Ebene der primären Gesundheitsversorgung aufgenommen (Entwicklung durch das Regionalbüro für 2011 geplant). In Zusammenarbeit mit dem Sonderprogramm für Forschung, Entwicklung und Wissenschaftlerausbildung im Bereich der menschlichen Reproduktion (HRP) in Genf wird das Regionalbüro mit den WHO-Kooperationszentren Programm- forschung zu den Auswirkungen vorgeburtlicher Maßnahmen bei der Früherkennung von Geburtsschäden betreiben. EU R /R C 60/6 Seite 10 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen WHA63.18 Virale Hepatitis Gezielte Prävention: – Prävention von Hepatitis B durch Impfung der am stärksten gefährdeten Personenkreise (MARP) – Schadensminderungsprogramme, hierunter Opioidsubstitutionstherapie für IV-Drogenkonsumenten und Prävention unter Haftinsassen, Sexarbeiter und Männer mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten. Überwachung: – verbesserte epidemiologische Überwachungssysteme mit Schwerpunkt auf chronischen Infektionen. Zugang zu Diagnose und Therapie: – besserer Zugang zu Labordiagnosen und zu Behandlungs- angeboten für chronische virale Hepatitis. Sicherheit von Blutprodukten: – nachhaltige nationale Programme für sichere Blutspenden – sichere Injektions- und Transfusionspraktiken mit entsprechenden Laborkapazitäten und Entsorgung von Kanülen und Einwegspritzen – nationale Programme für die Prävention von nosokomialen Infektionen im Rahmen der Agenda für Sicherheit von Patienten und Gesundheitspersonal. Gezielte Prävention: – Überzeugungsarbeit und Schulung (wo erforderlich) zur Eröffnung und Ausweitung des Impfzugangs für MARP – Einbeziehung von Hepatitis B und C in jede Präventionsmaßnahme gegen HIV für MARP Überwachung: – verlässlichere Inzidenz- und Prävalenzdaten für chronische Hepatitis B und C durch Sentinel- Erhebungen und Fallregistrierung Zugang zu Diagnose und Therapie: – Förderung und Überzeugungsarbeit für einen besseren Zugang zu Labordiagnosen und zu Behandlungsangeboten für chronische virale Hepatitis. Sicherheit von Blutprodukten: – umfassende Maßnahmen zur Prävention der Übertragung von Krankheitserregern über das Blut durch unsichere Injektions- und Transfusionspraktiken – Stärkung des Blutspende- und Transfusionswesens und Verbesserung der Laborkapazitäten zur Virusbestimmung – Stärkung der Rolle und der Kapazität der primären Gesundheitsversorgung in der Prävention durch Patientenaufklärung und frühzeitige Diagnose. WHA63.19 Die HIV/Aids- Strategie der WHO für den Zeitraum 2011- 2015 Die HIV-Epidemie in der Europäischen Region der WHO ist auf Bevölkerungsgruppen konzentriert, die häufig marginalisiert und schwach sind und kriminalisiert werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass für das Erreichen des allgemeinen Zugangs zu HIV-Vorsorge, Behandlung und Versorgung von Gruppen wie IV-Drogenkonsumenten, Männern mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten, Sexarbeitern, Migranten und Haftinsassen Ansätze erforderlich wären, die manchmal den etablierten Konzepten und Strategien unserer Mitgliedstaaten zuwiderlaufen. Das ist für die WHO eine Das Regionalbüro wird einen umfangreichen und repräsenta- tiven Beitrag aus der Europäischen Region leisten, eng mit dem WHO-Hauptbüro zusammenarbeiten und dabei verschie- dene Mechanismen nutzen (etwa das Regionalkomitee und Konsultationen mit Mitgliedstaaten und anderen Partnern wie den Institutionen der Europäischen Union und Fora der Zivil- gesellschaft). Der breit angelegte Konsultationsprozess wird auch online und gezielt auf nationaler Ebene erfolgen. Eine Skizze dieses Prozesses wird per Rundschreiben verbreitet werden. Das Regionalbüro wird hochrangige institutionelle E U R /R C 60/6 Seite 11 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen Herausforderung, da mehr zur Mobilisierung des politischen Willens getan werden muss, damit Ressourcen investiert und evidenzgeleitete, die Menschenrechte wahrende Konzepte für zentrale Bevölkerungsgruppen angenommen werden (etwa Schadenminderungsmaßnahmen wie Opioidsubstitution für IV- Drogenkonsumenten, die in einer Reihe von Ländern noch stark umstritten ist). Unter diesen Umständen bedeutet das Aufhalten der Ausbreitung von HIV bis 2015 wie in MZ 6 gefordert eine große Herausforderung. Die neue HIV/Aids-Strategie der WHO für den Zeitraum 2011- 2015 wird für die Unterstützung der Mitgliedstaaten durch das Regionalbüro zusammen mit breiter angelegten strategischen Rahmen wie den MZ, der primären Gesundheitsversorgung und dem UNAIDS-Ergebnisrahmen eine Richtschnur sein. Unterstützung sowie Ressourcen für diesen Prozess bereitstellen. WHA63.20 Chagas-Krankheit: Bekämpfung und Eliminierung Bei der Chagas-Krankheit handelt es sich um eine in Südamerika endemische durch Vektoren übertragene Krankheit, die allerdings durch Migration auch in der Europäischen Region an Bedeutung gewonnen hat; dabei gibt es hier allerdings noch wenig Kenntnisse über und Erfahrungen mit Prävention, Bekämpfung, Diagnose, Management und Behandlung der Krankheit; insbesondere gilt dies für die Bereiche Bluttransfusion und Organtransplantation, Geburtshilfe und Schwangerschaftsbetreuung und Kleinkinderversorgung. Die Zahl der Infektionen in Europa wird mit über 80 000 veranschlagt, wobei im Labor in den vergangenen zehn Jahren über 3900 Fälle nachgewiesen wurden. Diese Fälle bedeuten ein anhaltendes Risiko der Übertragung des Parasiten durch Bluttransfusion, Schwangerschaft und Organtransplantation. Da sowohl die Mittel als auch die Fachkenntnisse in diesem Arbeitsbereich auf Ebene des Regionalbüros begrenzt sind, bleibt die enge Zusammenarbeit mit dem Hauptbüro und den Fachleuten der Organisation für Blutsicherheit weiter eine wesentliche Voraussetzung für die Erfüllung der Bedürfnisse der Mitgliedstaaten. Auch die Einbeziehung der Programme für die Gesundheit von Mutter und Kind sollte erwogen werden. WHA63.21 Rolle und Verantwortung der WHO in der Gesundheits- forschung Die Resolution und der Bericht an die Weltgesundheits- versammlung zeigen, dass: – die globale Strategie voraussichtlich bald auf Initiative der Regionen selbst und an ihren jeweiligen Kontext angepasst in die Regionen hineingetragen wird; die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) bereits eine eigene Strategie für Gesundheitsforschung besitzt, die nach mehrfacher Beratung durch einen dem Beratenden Eine Forschungsfunktion im Regionalbüro wird weiterhin deutlich benötigt, insbesondere da die Arbeit des Hauptbüros - und der übrigen Regionalbüros - mit der globalen Strategie voranschreitet. Mehr und engere Zusammenarbeit mit dem Referat für Forschungspolitik und -kooperation beim Hauptbüro wird erforderlich sein. Der Europäische Beratungsausschuss für Gesundheits- forschung muss wieder eingesetzt werden zur Beratung und EU R /R C 60/6 Seite 12 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen Ausschuss für Gesundheitsforschung entsprechenden Ausschuss von einem dem Regionalkomitee entsprechenden Gremium gebilligt wurde; – alle von der WHO betriebene Forschung (auch in den Regionalbüros) dem Ansatz und den gemeinsamen Aspekten der globalen Strategie folgen und so die höchsten Normen und Standards guter Forschungspraxis einhalten sollte; daher ist die neuerdings in Personalplan und Organigramm vorgesehene Schaffung einer entsprechenden P5-Stelle jetzt dringend geboten; – größerer Nachdruck auf die Heranziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Gestaltung der Konzepte gelegt wird (was auch die Notwendigkeit einer Evidenz-Funktion im Regionalbüro unterstreicht). Verwandte Elemente schließen ethische Überprüfungen, die Durchführung klinischer Versuche und gemeinsame Plattformen sowie die Erkenntnisbasis für das Aufstellen von Leitlinien ein. Konkret werden die Mitgliedstaaten dazu aufgefordert: – Forschungskonzepte anzunehmen und umzusetzen, die an die nationalen Gesundheitspläne angepasst sind; – Führungsmechanismen für die Forschung zu schaffen; – die Erhebung von Gesundheitsinformationen und -daten zu verbessern und soweit angemessen öffentlich verfügbar zu machen. Auf all diesen Gebieten wird erwartet, dass die Regionalbüros die Kapazität und das Fachwissen besitzen, nach Bedarf Orientierungshilfe und Unterstützung anbieten zu können. Unterstützung u. a. für: – die Darstellung der nationalen Systeme für Gesundheitsforschung in der Region und die Unterstützung ihrer Entwicklung; – die Aufstellung der nationalen Forschungsprioritäten; – die Unterstützung der Mobilisierung von Finanzmitteln für die Forschungsarbeit im Gesundheitsbereich in der Region; Außerdem muss dieser Ausschuss direkt der Regional- direktorin und dem Regionalkomitee unterstehen, damit die Unterstützung der Mitgliedstaaten gewährleistet ist. Da die Generaldirektorin dazu aufgefordert wird, in den Programmhaushalten angemessene Mittel zur Unterstützung der Forschungsfunktion bereitzustellen, sollte dies vom Regionalbüro ebenfalls in Betracht gezogen werden. In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, dass das Regionalbüro für den östlichen Mittelmeerraum das einzige Regionalbüro ist, dass einen prozentualen Anteil seines Programmhaushalts für Forschung und das Referat für Forschungspolitik und Kooperation fordert. Personalfortbildung wird hier für das Regionalbüro wahrscheinlich erforderlich sein. Das kann durch die Beteiligung an Workshops im Hauptbüro zu Themen wie Lenken und Leiten von Forschungsprojekten oder ethischen Überprüfungen oder die Schaffung der Fähigkeit zu solchen Workshops im Regionalbüro geschehen. WHA63.22 Organ- und Gewebe- transplantation von Mensch zu Mensch – Der Bereich ist unzureichend und in der Europäischen Region sehr unterschiedlich reguliert und die Schere zwischen Angebot und Nachfrage weitet sich bei menschlichen Organen immer weiter aus und die ethischen Bedenken nehmen zu; – mögliche Verzerrung der Gesundheitsprioritäten des Landes durch Ablenkung des Fokus von der besseren Versorgung chronischer Erkrankungen und als Folge hiervon Zentrale Fragen: – Durchsetzung regulatorischer Aufsicht und Schutz vulnerabler Bevölkerungsgruppen; – Stimmigkeit zwischen Gesundheitsförderung und integrierter Gesundheitsversorgung zum Abbau der Nachfrage nach Organspenden; – Information der Öffentlichkeit und Aufbau spezialisierter E U R /R C 60/6 Seite 13 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen Organversagen; – Maximierung der Organspenden mit Schwerpunkt auf der Entnahme von Organen Verstorbener und Analyse der Ergebnisse. Kapazitäten zur Selbstversorgung mit menschlichem Transplantationsmaterial; – Aufzeichnung der Fortschritte und Koordinierung der Akteure. WHA63.23 Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern In der Resolution wird gefordert: – mehr politische Entschlossenheit zum Abbau von Mangelernährung in all ihren Formen; – bessere Umsetzung der globalen Strategie für die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern, insbesondere des Internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten; – die Entwicklung oder Überprüfung von Rahmenkonzepten gegen Mangelernährung und die Zuweisung ausreichender Ressourcen; – höhere Priorität für Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern, hierunter Schutz und Förderung des Stillens und rechtzeitiges und angemessenes Zufüttern, zusätzliches therapeutisches Füttern bei schwerer Mangelernährnung, Bekämpfung von Vitamin- und Mineralstoffmangel; – die Einbeziehung dieser Strategien in umfassende Gesundheitsangebote für Mütter und Kinder und die Unterstützung des Ziels der allgemeinen Versorgung und der Prinzipien der primären Gesundheitsversorgung, hierunter auch die Stärkung der Gesundheitssysteme; – stärkere Überwachung der Ernährung und verstärkte Anwendung der MZ zur Beobachtung der Fortschritte; – die Umsetzung der WHO-Leitlinien für das Wachstum von Kindern durch ihren Einbezug in die Programme für Kindergesundheit. Außerdem betont die Resolution die dringende Notwendigkeit einer Ausweitung von Maßnahmen für die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern und die Annahme eines globalen Plans für Ernährung. Das Regionalbüro fördert eine stärkere Erkenntnisbasis für wirksame und sichere Ernährungsmaßnahmen gegen die Auswirkungen der Doppelbelastung durch Fehlernährung auf die öffentliche Gesundheit. Es bietet außerdem Modelle bewährter Praktiken an. Diese Aktivitäten bedeuten mehr Unterstützung und Beratung für die Programme. Das Regionalbüro wird Ernährung in allen Gesundheitskonzepten und -strategien systematisch berücksichtigen und wesentliche Maßnahmen für die Ernährung im Zusammenhang mit der Reform der primären Gesundheitsversorgung fördern und so die Bemühungen um eine Stärkung der Gesundheitssysteme intensivieren. Das Regionalbüro wird die Zusammenarbeit innerhalb der Vereinten Nationen sowie mit anderen internationalen Organisationen, die am Prozess für eine verbesserte Ernährung beteiligt sind, fortsetzen und hierbei für klare Führung, Arbeitsteilung und Ergebnisse eintreten. Das Regionalbüro wird die Mitgliedstaaten fachlich bei der Ausweitung ihrer Maßnahmen gegen die Doppelbelastung durch Fehlernährung unterstützen, etwa im Rahmen der Initiative „Ernährungsfreundliche Schule“ oder der Initiativen für Muttermilch und Beikost, durch die Beobachtung und Bewertung der Auswirkungen, durch die Stärkung oder Schaffung von Überwachungssystemen für die Ernährung wie die Initiative zur Überwachung der Adipositas im Kindesalter (COSI) und durch die Umsetzung der WHO-Leitlinien für das Wachstum von Kindern. Fachliche Unterstützung ist für eine höhere Priorisierung von Nahrung und Ernährung in den Mitgliedstaaten entscheidend. Das Regionalbüro wird an der Entwicklung eines umfassenden Plans für die Ernährung von Säuglingen und EU R /R C 60/6 Seite 14 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen Kleinkindern als entscheidender Komponente eines globalen multisektoralen Rahmens für Ernährung teilnehmen. Auch auf regionaler Ebene kann die Schaffung eines Plans erforderlich sein. Das Regionalbüro hat zur Entwicklung von Instrumenten auf Grundlage linearer Programmierung beigetragen, um das Auffinden einer ausgewogenen, preiswerten Beikost zu unterstützen, die je nach Bedarf örtlich vorhandene Lebensmittel und Mikronährstoffzusätze oder angereicherte Lebensmittel enthält. Das Regionalbüro hat zu der aktuellen globalen Überprüfung der Ernährungspolitik durch das Hauptbüro beigetragen, zum Beispiel durch eine Übersicht über Fütterpraktiken für Säuglinge und Kleinkinder und die Umsetzung des Kodex in den Mitgliedstaaten. Das Regionalbüro entwickelt derzeit gemeinsam mit der Europäischen Gemeinschaft eine integrierte Datenbank für Ernährung, Adipositas und körperliche Betätigung, in der Überwachungsdaten sowie Informationen über die konzeptionelle Entwicklung und Umsetzung in diesen drei Bereichen enthalten sind. Diese Datenbank wird auch mit der Datenbank des Hauptbüros über Kinderwachstum und Fehlernährung, Mikronährstoffmangel und Fütterpraktiken für Kleinkinder verknüpft sein. Die neuen Richtwerte der WHO für Kinderwachstum sind von mehreren Mitgliedstaaten der Europäischen Region angenommen worden. Zwei Fortbildungskurse der WHO über die Bewertung des Kinderwachstums wurden 2008 durchgeführt. Das Regionalbüro hat 2008 und 2009 nationale Kurse unterstützt und führt diese Praxis auch im Jahr 2010 fort. Der integrierte Kurs über Fütterung von Säuglingen und Kleinkindern ist in Mitgliedstaaten der Region auf breiter Front durchgeführt worden. Im Zweijahreszeitraum 2010-2011 wird das Regionalbüro Gesundheitsfachkräfte in Ländern mit zweijährigen Kooperationsvereinbarungen wie Lettland, Montenegro, E U R /R C 60/6 Seite 15 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen Tadschikistan und Usbekistan in der Beratung zur Fütterung von Säuglingen und Kleinkindern schulen und andere Mitgliedstaaten mit entsprechendem Bedarf unterstützen. Das Regionalbüro möchte das COSI-Netzwerk auf weitere Länder ausdehnen, die Ergebnisse einer ersten Auswertung vorstellen und weiterverbreiten und den Auftrag des COSI um Vorschulkinder erweitern, wo dies angemessen ist. Das Regionalbüro bemüht sich auch um eine stärkere Rolle für den Gesundheitssektor, insbesondere im Primärsektor, in der Stillförderung für die Region. Einige Länder mit hohen Raten in der Fehlernährung von Müttern und Kindern befinden sich in der Europäischen Region und dieser Sachverhalt könnte Gegenstand einer Diskussion sein. Das Regionalbüro wird Mitgliedstaaten dazu anhalten, ausschließliches Stillen während der ersten sechs Monate im Leben eines Kindes zu fördern, in erster Linie um der Kinder-Adipositas vorzubeugen. Der 2010 fällige erste Zwischenbericht zur Umsetzung der Europäischen Charta zur Bekämpfung der Adipositas und des Europäischen Aktionsplans Nahrung und Ernährung 2007-2012 wird einen Abschnitt über die Initiativen der Mitgliedstaaten in diesem Bereich enthalten. WHA63.24 Beschleunigte Fortschritte in Hinblick auf MZ 4 zum Abbau der Kinder- sterblichkeit durch Prävention und Therapie von Lungen- entzündungen Die Resolution unterstützt die Strategien und Aktivitäten des Regionalbüros in Bezug auf eine beschleunigte Einführung des zu wenig angewendeten Impfstoffs gegen Haemophilus influenzae Typ B und des neuartigen Impfstoffs gegen Streptococcus pneumoniae in Mitgliedstaaten, die unverhältnismäßig schwer durch diese Krankheiten belastet sind. Die Resolution liegt auf einer Linie mit der Strategie des Regionalbüros zur Einführung von Impfstoffen gegen Pneumokokken als Chance zur Unterstützung anderer gesundheitspolitischer Maßnahmen, welche die WHO zur Prävention und Therapie von Lungenentzündung empfiehlt. Die Umsetzung der Resolution wird Synergien zwischen den Die Prioritäten des Regionalbüros zur beschleunigten Einführung der Impfstoffe gegen Haemophilus influenzae Typ B und gegen Pneumokokken sind: – die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Schaffung oder Stärkung nationaler Beratungsgremien zu Impfthemen im Sinne einer stärker evidenzbasierten Entscheidungsfindung; – die Bereitstellung globaler und regionaler Daten und Informationen über Krankheitslast und Impfstoffe für Entscheidungsträger und Politikgestalter; – die Zusammenfassung und Verbreitung der Erfahrungen aus Ländern, die bereits die Impfstoffe eingeführt haben; EU R /R C 60/6 Seite 16 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen relevanten Programmen der WHO auf regionaler und nationaler Ebene erfordern, so dass die Maßnahmen gemeinsam am Zugang zur örtlichen Gesundheitsversorgung erbracht werden können. – die Stärkung der Länderkapazität und die Bereitstellung von Instrumenten zur Erhebung örtlicher Daten zur Erleichterung der Entscheidung über die Einführung eines Impfstoffs auf Grundlage der Krankheitslast und der Kostenwirksamkeit der Impfung und die Überwachung ihrer Konsequenzen; – fachliche Unterstützung für die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung nationaler Strategien für umfassende Vorsorge- und Bekämpfungsmaßnahmen gegen Lungenentzündung wie im globalen Aktionsplan skizziert und Einführung von Impfstoffen gegen Pneumokokken als Chance zur Unterstützung der gesundheitspolitischen Programme zur Bekämpfung der Lungenentzündung bei Kindern, wie:  Fallmanagement unter Verwendung der IMCI- Strategie auf jeder Ebene;  Verbesserung in Bezug auf Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht;  Eindämmung der Luftverschmutzung in Innenräumen;  Prävention und Management von HIV- Infektionen. WHA63.25 Verbesserung der Gesundheit durch sichere und umweltfreundliche Abfallentsorgung In der Resolution werden mehr personelle und fachliche Kapazitäten auf nationaler und regionaler Ebene zur Bewertung und Beherrschung der mit der Müllwirtschaft verbundenen Risiken gefordert. Der Bericht aus dem Jahr 2008 über wissenschaftliche Daten und verfügbare Optionen im Bereich von Bevölkerungsgesundheit und Müllwirtschaft („Population health and waste management: scientific data and available options“) liegt in vielen Punkten auf einer Linie mit der Resolution und bietet eine Grundlage für ihre Umsetzung in der Region. Das Projekt zur Schaffung von Kapazitäten im Bereich Umwelt und Gesundheit in sieben Mitgliedstaaten wird auch eine Bewertung der mit Abfall verbundenen Risiken umfassen. Über Fortschritte sollte auf der 64. Weltgesundheitsversammlung durch den Exekutivrat berichtet werden. Die Ausschreibung der Fachreferentenstelle für Chemikalien sollte eingeleitet werden. Gesundheitliche Ungleichheiten aufgrund von abfallbedingten Belastungen sind in einem Bericht für die Fünfte Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit (in Parma) bewertet und vorgestellt worden. E U R /R C 60/6 Seite 17 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen Die Entsorgung von Abfällen aus der Gesundheitsversorgung ist Teil der zweijährigen Kooperationsvereinbarung mit Lettland. Die Besetzung der Fachreferentenstelle für Chemikalien im Bonner Büro wird die Fähigkeit des Regionalbüros stärken, den Mitgliedstaaten in Sachen Chemieabfälle beizustehen und ihre Beteiligung an dem Strategischen Konzept für ein internationales Chemikalienmanagement zu fördern. WHA63.26 Verbesserung der Gesundheit durch sachgerechte Entsorgung obsoleter Pestizide und anderer obsoleter Chemikalien In der Resolution werden die Mitgliedstaaten zu einer Stärkung ihrer Konzepte für den sicheren Umgang mit obsoleten Pestiziden aufgefordert. Wie auf einer Tagung des Regionalbüros im Jahr 2008 bestätigt wurde, ist dies auch in der Europäischen Region dringend erforderlich. Die WHO wird gebeten die Entwicklung effizienter Strategien zur Minimierung der Gesundheitsrisiken durch obsolete Pestizide zu unterstützen, ihre Kapazität zur Förderung solcher Strategien auszuweiten und die Bemühungen um den Aufbau entsprechender Kapazitäten in den Mitgliedstaaten zu fördern. Nach der Überarbeitung des Organigramms im Juni 2010 sollte die Ausschreibung der Fachreferentenstelle für Chemikalien unverzüglich eingeleitet werden, um die Kapazität des Regionalbüros in diesem Bereich zu erhöhen. Die Resolution ist vollkommen auf Linie der Erklärung von Parma, in der Prävention gegen chemikalienbedingte Erkrankungen gefordert wurde. WHA63.27 Stärkung der Fähigkeit der Regierungen zu einer konstruktiven Einbindung des Privatsektors in die Erbringung unentbehrlicher Gesundheits- leistungen Durch ihre Betonung der Stärkung regulatorischer institutioneller Kapazität und der Sammlung besserer strategischer Erkenntnisse über die Beiträge des Privatsektors ist die Resolution für Mitgliedstaaten der Europäischen Region sicherlich relevant, insbesondere da die Gesundheitsversorgung in vielen Mitgliedstaaten der Region durch eine Mischung aus öffentlichen und privaten Anbietern erbracht wird. Die Herausforderung liegt für das Regionalbüro darin, die Steuerungs- und Führungsfunktion der Ministerien für Gesundheit und anderer Ressorts zu stärken und somit in Übereinstimmung mit der Erklärung von Tallinn den Weg für öffentliche wie private Anbieter zu ebnen. In Resolution EUR/RC58/R4 zur Steuerung/Führung der Gesundheitssysteme in der Europäischen Region der WHO werden die Mitgliedstaaten dringend ersucht, für die Sammlung von Informationen und Erkenntnissen zu sorgen, die Gesundheitsversorgung stärker an den Bedarf und die Wünsche der Menschen anzupassen und alle Akteure im Das Regionalbüro sollte die Mitgliedstaaten weiter bei der Umsetzung der Charta von Tallinn: Gesundheitssystem für Gesundheit und Wohlstand und der Resolution EUR/RC58/R4 unterstützen, in der die einzigartige Rolle betont wird, welche der Staat sowohl für die Steuerung des Gesundheitssystems bzw. konkreter für die Bereitstellung eines Rahmens für die politische Gestaltung und Informationsgewinnung als auch für die Sicherung bzw. Erreichung der allgemeinen Gesundheitsversorgung durch seinen Einfluss auf die Art ihrer Finanzierung spielt. Diese Unterstützung sollte auch die Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems durch das Regionalbüro umfassen, die unabhängig von der Erbringung der Angebote durch öffentliche oder private Anbieter erfolgt. Nachdruck sollte auch auf unser Bekenntnis zu einer gerechten Verteilung der Finanzierungslast gemäß Zahlungsvermögen der Menschen gelegt werden und zwar auch hier unabhängig von der Organisation der Erbringung EU R /R C 60/6 Seite 18 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen Gesundheitssystem einschließlich der privaten Anbieter und ihrer Vertretungsorgane sowie der Verbraucher- und Patientenverbände hieran zu beteiligen. Das Regionalbüro wird darin auch aufgefordert, die Mitgliedstaaten bei der Durchführung dieser Funktionen und Verantwortlichkeiten zu unterstützen. der Leistungen, wenn sie vom Staat einvernehmlich mit allen Akteuren reguliert ist. WHA63.28 Einrichtung einer beratenden Expertengruppe für Fragen von Forschung und Entwicklung sowie ihrer Finanzierung und Koordinierung Nach der Annahme von WHA61.21 zu Strategie und Aktionsplan für öffentliche Gesundheit, Innovation und geistige Eigentumsrechte auf globaler Ebene wurde die Expertengruppe für Forschung und Entwicklung und ihre Finanzierung und Koordinierung gegründet. Der Bericht der Arbeitsgruppe wurde während einer Konsultation vor der 63. Weltgesundheitsversammlung am 13. Mai und während der Versammlung selbst erörtert. Mehrere Mitgliedstaaten - und die Europäische Union - begrüßten den Bericht als einen ersten, aber wichtigen Schritt zum Auffinden neuer Finanzierungsquellen für die Forschung und Entwicklung in prioritären Bereichen der öffentlichen Gesundheit. Allerdings wurden auch Fragen laut zu den von der Arbeitsgruppe geprüften Vorschlägen, die als nicht praktikabel angesehen wurden, zu den für die Auswertung solcher Vorschläge verwendeten Kriterien und Methoden, zu den Konsultationen mit den Akteuren und zu den verwendeten statistischen Quellen. Da es noch Fragen zum Bericht der Arbeitsgruppe aus Experten gab, nahmen die Mitgliedstaaten Resolution WHA63.28 an, in der die Generaldirektorin darum gebeten wurde, eine beratende Arbeitsgruppe aus Experten einzurichten, welche die Arbeit weiterführen, die Finanzierungsvorschläge genauer untersuchen und neue Vorschläge von Mitgliedstaaten, regionalen Konsultationstagungen oder Akteuren in Betracht ziehen solle. Wie Resolution WHA63.28 es forderte, wurden die Hintergrunddokumente und zusätzliche Informationen zur Arbeit der Arbeitsgruppe aus Experten auf der Website der WHO veröffentlicht und die Mitgliedstaaten in einem Rundschreiben vom 30. Juni hierüber informiert, vgl. http://www.who.int/phi/ewg_response_wha63_28/en/index. html In dem Rundschreiben wurden die Mitgliedstaaten dazu eingeladen, Kandidaten für die beratende Arbeitsgruppe aus Experten vorzuschlagen und ihre Vorschläge über die Regionaldirektoren bis zum 31. Juli einzureichen. Die Generaldirektorin wird hiernach Mitglieder für die beratende Arbeitsgruppe aus Experten auf der kommenden Tagung des Exekutivrats im Januar 2011 vorschlagen. Die Mitgliedstaaten wurden auch gebeten, Fragen zu Forschung und Entwicklung sowie ihrer Finanzierung und konkrete regionale Themen und Ansätze auf von der WHO unterstützten Konsultationstagungen in den Regionen zu erörtern. Entscheidung Minderwertige/ nachgeahmte/ falsch etikettierte/ gefälschte/kopierte Arzneimittel Kopierte Arzneimittel stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit der Patienten und für die Wirksamkeit und Glaubwürdigkeit der Gesundheitssysteme und Regulierungsbehörden der Länder dar. Die Länder der Europäischen Region waren wegen der durch kopierte Die Gespräche zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission über neue Gesetze betreffend die Nachahmung von Arzneimitteln werden während der belgischen Ratspräsidentschaft im Jahr 2010 fortgesetzt. E U R /R C 60/6 Seite 19 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen medizinische Produkte entstehenden Gesundheitsrisiken besorgt und haben Maßnahmen ergriffen, um die Versorgungsketten zu sichern und den Eintritt und die Verbreitung von gefälschten Produkten abzuwehren. Die WHO hat seit vielen Jahren mit den Regulierungsbehörden der Mitgliedstaaten und mit den beteiligten Akteuren in der Bekämpfung der gefälschten Arzneimittel zusammengearbeitet. Fälschung ist ein globales Thema, das gleichermaßen auf nationaler und regionaler wie globaler Ebene konzertierte Maßnahmen und Informationsaustausch erfordert. Vor der 63. Weltgesundheitsversammlung bat das Hauptbüro um Informationen und Kommentare zum Gebrauch des Begriffs „Fälschung“ in der nationalen Gesetzgebung und zu Gesetzesentwürfen gegen gefälschte Arzneimittel. Diese Untersuchung hat bereits Unterschiede im Umgang der Länder weltweit mit den gefälschten Arzneiprodukten in rechtlicher sowie gesundheits- und handelspolitischer Hinsicht aufgezeigt. Die 63. Weltgesundheitsversammlung erörterte die Fälschung medizinischer Produkte hinsichtlich der Schwierigkeit „gefälschte medizinische Produkte“ zu definieren, der möglichen Wechselwirkung und Verwechslung mit Fragen des Handelsrechts und des Rechts an geistigem Eigentum, der möglichen Konsequenzen für die breitere Anwendung von Generika und der Rolle und Verantwortung der WHO in Bezug auf die Internationale Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Arzneimittelfälschung (IMPACT). Mehrere Mitgliedstaaten äußerten Bedenken gegen die Beschlagnahme von aus Asien nach Afrika oder Lateinamerika verschickten Arzneimitteln durch nationale Behörden aus der Europäischen Union, weil dies den Zugang zu Arzneimitteln in diesen Ländern beeinträchtigen könnte. Die Beschlagnahme erfolgte aufgrund der aktuellen Gesetzeslage in der Europäischen Union und aufgrund von Bedenken gegen gefälschte Medikamente. Mehrere Resolutionsentwürfe wurden vorgelegt, doch beschloss die Weltgesundheitsversammlung schließlich die Einsetzung einer zeitlich befristeten und ergebnisorientierten Arbeitsgruppe, die allen Mitgliedstaaten offen steht und die die Rolle der Der Europarat führt derzeit Gespräche über die Ratifizierung des Entwurfs seines allen Ländern zum Beitritt offenstehenden Rahmenübereinkommens über die Fälschung medizinischer Produkte und ähnliche Verbrechen, die eine Bedrohung der öffentlichen Gesundheit beinhalten. Die WHO beruft die erste Tagung der Arbeitsgruppe Anfang November (Datum noch nicht bestätigt) ein und die Länder aus der Region sind aufgerufen, sich an dieser wichtigen Debatte zu beteiligen. Die Arbeitsgruppe wird auf der 128. Tagung des Exekutivrats im Januar 2011 und auf der 64. Weltgesundheitsversammlung im Mai 2011 Bericht erstatten. Das Regionalbüro unterstützt im Rahmen der globalen Aktivitäten der WHO auf Wunsch weiterhin die Mitgliedstaaten und ihre Aufsichtsbehörden in der Stärkung ihrer Regulierungsmaßnahmen. Gefälschte Arzneimittel werden auch auf der Tagesordnung der internationalen Konferenz der Arzneimittelaufsichtsbehörden im November stehen. EU R /R C 60/6 Seite 20 Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen Organisation in der Regulierung von Arzneimitteln, ihr Verhältnis zu IMPACT und ihre gesundheitspolitische Aufgabe für die Vorsorge und den Kampf gegen Fälschungen (in der Entscheidung umbenannt als minderwertige/nachgeahmte/falsch etikettierte/gefälschte/kopierte Arzneimittel) sowie in anderen Resolutionen erwähnte Themen beleuchten soll. Verwaltungs-, Finanz- und Haushaltsfragen Resolution Titel/Gegenstand Bedeutung für die Region Maßnahme(n)/Bemerkungen WHA63.4 Finanzbericht und geprüfter Finanzabschluss für den Zeitraum 1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2009. Dies hat keine konkreten Konsequenzen für das Regionalbüro. Keine Maßnahmen erforderlich. WHA63.5 Beitragsschlüssel 2010–2011 Die Beiträge einer Reihe von Mitgliedstaaten sind gestiegen oder gefallen, in einigen Fällen erheblich. Da der neue Beitragsschlüssel förmlich angenommen wurde, sind die Mitgliedstaaten an ihn gebunden. WHA63.6 Sicherheit und Schutz für Personen und Objekte 10 Mio. US-$ werden im Sicherheitsfonds deponiert, damit dringende Maßnahmen zur Gewährleistung von Sicherheit und Schutz für Personen und Objekte finanziert werden können. Dringend notwendige Maßnahmen in anderen Büros, insbesondere im Hauptbüro in Genf, sind als Priorität erkannt worden. Das Regionalbüro wird den Länderbüros das Ergebnis einer Untersuchung über die Einhaltung der Mindestsicherheits- standards in Unterkünften und Betriebsräumen zusenden. Davon erhofft sich das Büro Hinweise auf dringend erforderliche Maßnahmen. Nach der Analyse der Ergebnisse kann das Regionalbüro dann die erforderlichen Mittel beantragen. WHA63.7 Sanierungsgesamtplan Das Hauptbüro muss dringend renoviert werden und 80 Mio. US-$ werden jetzt für ein erstes Renovierungsvorhaben eingesetzt, das ca. 8 bis 10 Jahre dauern wird. Das Regionalbüro hat Vorkehrungen für einen Umzug zum neuen Campus der Vereinten Nationen in Kopenhagen im Jahr 2013 getroffen. Für alle anderen Büros in der Europäischen Region wurden durch ordnungsgemäße Planung angemessene Vorkehrungen getroffen, die sich auch im Sanierungsgesamtplan der kommenden fünf Jahre widerspiegeln. WHA63.8 Bericht des Externen Rechnungsprüfers Der Bericht des Externen Rechnungsprüfers enthielt keine Themen mit konkretem Bezug auf das Regionalbüro. Maßnahmen zu Themen, die im Bericht des Externen Rechnungsprüfers an das Regionalbüro enthalten waren, wurden bereits ergriffen und dem Prüfer mitgeteilt. E U R /R C 60/6 Seite 21 WHA63.9 Gehälter der Bediensteten auf nicht eingestuften Posten und Gehalt der Generaldirektorin Diese Resolution besorgt die Anpassung der Gehaltsstufen für hochrangige WHO-Bedienstete: Generaldirektor, Stellvertretender Generaldirektor und Beigeordnete Generalsekretäre und Regionaldirektoren.

EUR/RC60/6 Seite 23 Anhang Liste der von der 63. Weltgesundheitsversammlung verabschiedeten Resolutionen (Genf, 17.-21. Mai 2010) WHA63.1 Notfallplanung für Grippepandemie: Überlassung von Grippeviren, Zugang zu Impfstoffen und anderer Nutzen WHA63.2 Gesundheitliche Bedingungen in dem besetzten palästinensischen Gebiet einschließlich Ost-Jerusalems und auf dem besetzten syrischen Golan WHA63.3 Initiativen für Lebensmittelsicherheit voranbringen WHA63.4 Finanzbericht und geprüfter Finanzabschluss für den Zeitraum 1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2009. WHA63.5 Beitragsschlüssel 2010–2011 WHA63.6 Sicherheit und Schutz für Personen und Objekte WHA63.7 Sanierungsgesamtplan WHA63.8 Bericht des Externen Rechnungsprüfers WHA63.9 Gehälter der Bediensteten auf nicht eingestuften Posten und Gehalt der Generaldirektorin WHA63.10 Partnerschaften WHA63.11 Vereinbarungen mit zwischenstaatlichen Organisationen WHA63.12 Verfügbarkeit, Sicherheit und Qualität von Blutprodukten WHA63.13 Globale Strategie gegen schädlichen Alkoholkonsum WHA63.14 Vermarktung von Lebensmitteln und nichtalkoholischen Getränken an Kinder WHA63.15 Überwachung der Verwirklichung der gesundheitsbezogenen Millenniums- Entwicklungsziele WHA63.16 Verhaltenskodex für die grenzüberschreitende Anwerbung von Gesundheitsfachkräften WHA63.17 Geburtsschäden WHO63.18 Virale Hepatitis WHO63.19 Die HIV/Aids-Strategie der WHO für den Zeitraum 2011-2015 WHO63.20 Chagas-Krankheit: Bekämpfung und Eliminierung WHO63.21 Rolle und Verantwortung der WHO in der Gesundheitsforschung EUR/RC60/6 Seite 24 WHO63.22 Organ- und Gewebetransplantation von Mensch zu Mensch WHO63.23 Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern WHO63.24 Beschleunigte Fortschritte in Hinblick auf MZ 4 zum Abbau der Kindersterblichkeit: Prävention und Therapie von Lungenentzündungen WHO63.25 Verbesserung der Gesundheit durch sichere und umweltfreundliche Abfallentsorgung WHO63.26 Verbesserung der Gesundheit durch sachgerechte Entsorgung obsoleter Pestizide und anderer obsoleter Chemikalien WHO63.27 Stärkung der Fähigkeit der Regierungen zu einer konstruktiven Einbindung des Privatsektors in die Bereitstellung unentbehrlicher Gesundheitsleistungen WHO63.28 Einrichtung einer beratenden Expertengruppe für Fragen von Forschung und Entwicklung sowie ihrer Finanzierung und Koordinierung Entscheidung Minderwertige/nachgeahmte/falsch etikettierte/gefälschte/kopierte Arzneimittel

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Type de document Governing Bodies documents
Date d'adoption
Source Organisation mondiale de la santé