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Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa: Partnerschaftliches europäisches Handeln auf dem Weg zum Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen: Warschau, 18.–19. Februar 2002: Bericht der Konferenz

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Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Warschau, 18.–19. Februar 2002 Partnerschaftliches europäisches Handeln auf dem Weg zum Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen Bericht der Konferenz EUR/01/5020906 ORIGINAL: ENGLISCH Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Warschau, 18.–19. Februar 2002 Partnerschaftliches europäisches Handeln auf dem Weg zum Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen BERICHT DER KONFERENZ ABSTRACT Die Europäische ministerielle WHO-Konferenz: Für ein tabakfreies Europa fand am 18. und 19. Februar 2002 in Warschau statt. Ziel der Konferenz war es, das politische Klima und die Unterstützung für das anstehende Anti- Tabak-Rahmenübereinkommen in der Europäischen Region der WHO zu verbessern, Leitgrundsätze für den nächsten Aktionsplan für ein tabakfreies Europa zu unterstützen und vorzulegen und die in der Europäischen Region bestehende partnerschaftliche Zusammenarbeit für koordinierte Anti- Tabakmaßnahmen zu bekräftigen. An der Konferenz nahmen hochrangige Delegationen aus 46 Mitgliedstaaten sowie Vertreter der Europäischen Kommission, der Weltbank und von zwölf weiteren zwischenstaatlichen und nicht-staatlichen Organisationen teil. Die Konferenzteilnehmer befassten sich mit der Tabakproblematik in der Region im Hinblick auf die anstehenden großen Aufgaben und im Rückblick auf die drei Aktionspläne für ein tabakfreies Europa, die für den Zeitraum seit der Europäischen WHO-Konferenz zur Tabakpolitik (Madrid, 1988) aufge- stellt worden waren. Man betonte die erhöhte politische Bereitschaft der Mit- gliedstaaten, gegen die Tabakepidemie in der Region und weltweit anzuge- hen, und unterstrich das diesbezüglich verstärkte Engagement der Mitglied- staaten. Die Hauptreferenten waren die Generaldirektorin der WHO, Dr. Gro Harlem Brundtland, der Europäische Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, David Byrne, der WHO-Regionaldirektor für Europa, Dr. Marc Danzon, sowie herausragende Fachexperten. Delegierte aus 26 Mit- gliedstaaten ergriffen das Wort und plädierten auf nationaler und regionaler Ebene für effizientere Maßnahmen zur Bekämpfung der Tabakepidemie und für eine stärker koordinierte Haltung zu einem starken Anti-Tabak- Rahmenübereinkommen. Die Delegierten der ministeriellen Konferenz ver- abschiedeten die Erklärung von Warschau, die politische Leitlinien für Anti- Tabak-Strategien und Anti-Tabak-Maßnahmen in der Europäischen Region der WHO enthält. Schlüsselwörter SMOKING – prevention and control TOBACCO – legislation PUBLIC POLICY REGIONAL HEALTH PLANNING CONGRESSES EUROPE  Weltgesundheitsorganisation – 2002 Alle Rechte an diesem Dokument sind dem WHO-Regionalbüro für Europa vorbehalten. Es ist indessen ohne weiteres gestat- tet, das Dokument unter vollständiger Angabe der Quelle zu rezensieren, auszugsweise wiederzugeben, zu vervielfältigen oder in andere Sprachen zu übersetzen (sofern dies nicht zum Zwecke des Verkaufs oder im Zusammenhang mit anderen kommer- ziellen Zwecken geschieht). Das WHO-Emblem darf nicht ohne Genehmigung des WHO-Regionalbüros benutzt werden. Alle Übersetzungen sollten den Satz: Der Übersetzer dieses Dokuments ist für die Genauigkeit der Übersetzung verantwortlich ent- halten. Das Regionalbüro bittet um Zusendung von drei Kopien jeder Übersetzung. Für namentlich gekennzeichnete Beiträge sind ausschließlich die Autoren verantwortlich. Redaktionelle Bearbeitung, Übersetzung und Textverarbeitung dieses Dokuments: Gesundheitsdokumentationsdienst WHO-Regionalbüro für Europa, Kopenhagen INHALT Seite Einleitung .............................................................................................................................................1 Eröffnungssitzung ....................................................................................................................................1 Die Tabakepidemie: gesundheitlicher und wirtschaftlicher Kontext .......................................................1 Der Aktionsplan für ein tabakfreies Europa – Lehren und Aussichten ......................................................3 Das Forum tabakfreies Europa mit Preisverleihung.................................................................................6 Auf dem Weg zum Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen: eine internationale Reaktion auf das globale Problem ................................................................................................................................6 Ministerielle Debatte am runden Tisch ..................................................................................................10 Partnerschaften für eine koordinierte Anti-Tabak-Politik und zur Überwindung der in Europa bestehenden Kluft .....................................................................................................................13 Annahme der Erklärung von Warschau .................................................................................................14 Abschlussfeier ........................................................................................................................................15 Parallelveranstaltungen ..........................................................................................................................15 Pressekonferenzen ..................................................................................................................................15 Anhang 1 Die Erklärung von Warschau für ein tabakfreies Europa ..................................................16 Anhang 2 Konferenzprogramm..........................................................................................................19 Anhang 3 Abstracts ............................................................................................................................22 Anhang 4 Teilnehmerliste ..................................................................................................................30

Einleitung Die Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa fand am 18. und 19. Februar 2002 in Warschau statt. Zu der Konferenz kamen hochrangige politische De- legationen aus 46 Mitgliedstaaten und unter den insgesamt 270 Teilnehmern waren Vertreter der Europäischen Kommission, der Weltbank und zwölf anderer zwischenstaatlicher und nichtstaatlicher Organisationen. Die Delegationen der Mitgliedstaaten umfassten stellvertre- tende Premierminister, 15 Gesundheitsminister, 20 Staatssekretäre und stellvertretende Minis- ter, Parlamentarier, Botschafter, Leiter von Public Health-Instituten und Experten. Dr. Gro Harlem Brundtland, die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation, Kommissar David Byrne von der Europäischen Kommission und Jolanta Kwasnewska, die polnische First Lady, waren ebenfalls unter den Teilnehmern. Ziel der Konferenz war es, in der Europäischen Region der WHO das politische Klima und die Unterstützung für das kommende Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen zu stärken, Leit- prinzipen für den nächsten Europäischen Anti-Tabak-Aktionsplan aufzustellen und zu billigen und die in Europa bestehenden Partnerschaften für koordinierte Anti-Tabak-Maßnahmen zu festigen. Die Konferenzteilnehmer wählten Professor Mariusz Łapiński (Gesundheitsminister, Polen) zum Vorsitzenden der Konferenz. Außerdem wählten sie acht Ko-Vorsitzende, und zwar Dr. Konstantinas Dobrovolskis (Gesundheitsminister, Litauen), Dr. Louis Deguara (Gesundheits- minister, Malta), Dr. Els Borst-Eilers (Gesundheitsministerin, Niederlande), Professor Dusan Keber (Gesundheitsminister, Slowenien), Professor Thomas Zeltner (Direktor, Bundesamt für Gesundheit, Schweiz), Dr. Alamhon Akhmedov (Gesundheitsminister, Tadschikistan), Dr. Vitaliy Moskalenko (Gesundheitsminister, Ukraine) und Yvette Cooper (Ministerin für Public Health, Vereinigtes Königreich). Isabel Saiz (Spanien) wurde zur Berichterstatterin gewählt. Anhang 1 enthält das Konferenzprogramm und Angaben über die Leiter der einzelnen Sitzun- gen und die Referenten. Eröffnungssitzung In der Eröffnungssitzung sprachen Dr. Brundtland, der WHO-Regionaldirektor für Europa, Dr. Marc Danzon, sowie Professor Mariusz Łapiński. Minister Marek Wagner hielt im Namen des polnischen Premierminister Leszek Miller die Eröffnungsansprache. Im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten sang eine Kindergruppe ein polnisches Lied und verteilte an die Delegierten Buttons, auf denen eine tabakfreie Welt gefordert wurde. Die Tabakepidemie: gesundheitlicher und wirtschaftlicher Kontext Die beiden Ko-Vorsitzenden dieser Sitzung waren Dr. Els Borst-Eilers und Dr. Vitaliy Moskalenko. In ihren einleitenden Bemerkungen unterstrichen sie, dass es wichtig sei, die Tabakepidemie als globales Problem zu betrachten, das eine internationale Reaktion erforde- re. Für die Regierungen sei es zudem ein multisektorales Problem, das auch andere als das Gesundheitsressort angehe. Aufgabe der Plenarsitzung sei es, sich mit den dadurch bewirkten globalen Herausforderungen auseinander zu setzen und sich mit den wichtigsten Elementen Seite 2 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa dieser Epidemie, nämlich den gesundheitlichen Aspekten der Tabakepidemie und der Öko- nomie von Anti-Tabakmaßnahmen zu befassen. Referenten waren Dr. Brundtland, Sir Ri- chard Peto (Professor für medizinische Statistik und Epidemiologie, Clinical Trial Service Unit, Radcliffe Infirmary, Oxford, Vereinigtes Königreich), Dr. Kenneth Warner (Professor für Public Health, Universität Michigan, Vereinigte Staaten) und Dr. Joy de Beyer (Koordina- torin für Anti-Tabakmaßnahmen, Weltbank). Die Delegationen waren eingeladen, nach den Vorträgen mit Diskussionsbeiträgen zu kommen. Dr. Brundtland betonte, dass die Konferenz vor allem aus zwei Gründen wichtig sei. Zum ei- nen solle sie die politische Unterstützung für die Eindämmung der Tabakepidemie stärken, zum anderen solle auch erreicht werden, dass sich die WHO-Mitgliedstaaten und die Europäi- sche Union bereit erklärten, die Umsetzung des Anti-Tabak-Rahmenübereinkommens (FCTC) zu unterstützen. Sie zeigte auf, welche Bedeutung das Tabakproblem für die Europäische Re- gion habe. Diese Region trage den größten Teil der globalen tabakbedingten Krankheitslast, wobei anzumerken sei, dass die Raucherprävalenz in vielen europäischen Ländern immer noch bei über 50% liege. Sie wies darauf hin, dass die Taktik der Tabakindustrie für alle Be- völkerungsgruppen eine schwerwiegende Herausforderung darstelle, zunehmend jedoch vor allem für Frauen und Jugendliche (unter denen mittlerweile mehr Raucher zu finden seien als zuvor). Die Globale WHO-Erhebung zum Tabakgebrauch von Jugendlichen habe aufgedeckt, dass fast 25% der Schüler noch vor ihrem zehnten Lebensjahr ihre erste Zigarette geraucht hätten. Die Untersuchung habe aber auch gezeigt, dass die meisten jugendlichen Raucher das Rauchen gern aufgeben würden, was veranschauliche, dass Raucherentwöhnungsmaßnahmen für Kinder ebenso wichtig seien wie für Erwachsene. Die Tabakindustrie versuche Public Health-Maßnahmen auf die unterschiedlichste Art und Weise zu unterlaufen. Beispielsweise trete sie an die Regierungen heran mit dem Angebot, angebliche Anti-Tabak-Kampagnen unterstützen zu wollen; sie trete als Sponsor von Sport- veranstaltungen und Hochschulprogrammen auf und finanziere die Tabakverkaufswerbung von Einzelpersonen. Das Thema des Weltgesundheitstages 2002 „Sport ohne Rauch“ (zu dem man bereits während der olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City Veranstaltungen durchgeführt habe und im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2002 in Korea weitere plane) biete eine ausgezeichnete Gelegenheit, den Werbebotschaften der Tabakindustrie entgegenzu- treten. Dr. Brundtland unterstrich, dass wirksame Anti-Tabak-Gesetze wichtig seien, und be- glückwünschte die Länder, die auf diesem Weg als Vorreiter tätig seien. In Brasilien und Ka- nada hätten sich gesundheitliche Warnhinweise in Bildern als wirksam erwiesen. Besteue- rung, eine weitere wirksame Grundsatzmaßnahme, werde von der Weltbank als stärkstes In- strument der Nachfragesteuerung befürwortet. Auf der Angebotsseite müsse man das Problem des von der Europäischen Union subventionierten Tabakanbaus angehen. Dr. Brundtland bat die Mitgliedstaaten eindringlich, die Transparenz des FCTC-Prozesses si- cherzustellen. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die Regierungen die Verhandlungen bis zum Jahr 2003 abgeschlossen haben würden, und rief den Konferenzteilnehmern abschließend ins Gedächtnis, dass alle acht Sekunden irgendwo auf der Welt ein Mensch den Folgen des Ta- bakkonsums erliege. Der Europäischen Region der WHO komme in dem zum Rahmenüber- einkommen hinführenden Prozess eine entscheidende Rolle zu. Sir Richard Peto betonte in seiner Ansprache, dass es eine wichtige Public Health-Strategie sei, dem Rauchen Einhalt zu gebieten, während Dr. Warner einige der mit einer Anti-Tabak- Politik verbundenen wirtschaftlichen Fragen hervorhob (Zusammenfassungen in Anhang 3). 18.–19. Februar 2002 Seite 3 Auf die Referate folgten Diskussionsbeiträge der Delegationen der Tschechischen Republik, von Frankreich, Litauen und Tadschikistan. Die Delegationen zeigten sich besorgt über das auf nationaler Ebene zu beobachtende Aus- maß des die Gesundheit der Bevölkerung beeinträchtigenden Tabakproblems. Ein Delegierter wies auch auf die durch den „sublingualen Tabak“ verursachten Probleme hin. Die Delegatio- nen erläuterten kurz einige der Maßnahmen, die sie auf nationaler Ebene bereits ergriffen hät- ten, um den Tabakkonsum zu reduzieren, und hoben künftige Handlungsbereiche hervor, u. a. brauche man Strategien, mit denen man der Taktik der Tabakindustrie begegnen könne. Be- sonders hingewiesen wurde in diesem Zusammenhang auf die von der Industrie angebotene Unterstützung von „Antiraucherkampagnen für Jugendliche“. Viele Delegationen forderten ein aktiveres Vorgehen in den Bereichen Regulierung von Tabakprodukten, Subventionierung des Tabakanbaus, Preisfestsetzung und Besteuerung, Tabakwerbung und Verkauf von Tabak- erzeugnissen (u. a. zur Verhinderung der Markenerweiterung, des so genannten „Brand Stret- ching“), Unterstützung von Raucherentwöhnungsmaßnahmen, Schutz vor Passivrauchen, Fi- nanzierung von Anti-Tabak-Maßnahmen und Schutz der Jugend. Eine Delegation ersuchte die WHO und den WHO-Ausschuss für ein tabakfreies Europa um Unterstützung für die Umset- zung von multisektoralen Anti-Tabak-Strategien auf nationaler Ebene. Die Delegationen er- kannten, dass man auch weiterhin partnerschaftlich mit Gesundheitsfachkräften und nicht- staatlichen Organisationen (NGOs) darauf hinarbeiten müsse, die Zahl der tabakbedingten Sterbefälle und Krankheiten in der gesamten Region zu senken. Sie äußerten ihre Unterstüt- zung für das FCTC und für die Ausarbeitung eines Vierten Europäischen Anti-Tabak- Aktionsplans. Zum Abschluss der Sitzung erinnerten die Sitzungsleiter die Konferenzteilnehmer daran, dass es sich bei der Tabakabhängigkeit um ein Suchtproblem mit schwerwiegenden gesundheitli- chen Folgen handele. Die von der Europäischen Region ausgehende politische Unterstützung konzertierter internationaler Maßnahmen sei unabdingbar, wenn es gelingen solle, den Trend der Epidemie umzukehren und möglichst schnell auf eine rauchfreie Gesellschaft hinzuarbeiten. Der Aktionsplan für ein tabakfreies Europa – Lehren und Aussichten Die Sitzung wurde von Dr. Louis Deguara und Professor Thomas Zeltner geleitet. In ihren einleitenden Bemerkungen wiesen die Sitzungsleiter darauf hin, dass die Europäische Region als erste WHO-Region einen regionalen Tabakaktionsplan gestartet habe. 1988 habe man sich bei der Ersten europäischen Konferenz zur Tabakpolitik (in Madrid) hinter die Charta für ein Leben ohne Tabak gestellt, die von zehn Strategien für ein tabakfreies Europa flankiert gewe- sen sei. Im Zweiten und Dritten Aktionsplan für ein tabakfreies Europa, die für den Zeitraum 1992 bis 2001 gegolten hätten, habe man danach für den Kampf der Region gegen die Tabak- epidemie konkrete Strategien und Ziele aufgestellt. Man werde sich in der Sitzung mit der tabakbedingten Lage und der Politik der letzten Jahre befassen und dabei das Schwergewicht auf die Lehren legen, die man aus der Umsetzung des Dritten Aktionsplans gezogen habe. Der rechtzeitig vor der Konferenz vom Regionalbüro ausgearbeitete Bericht über die Anti-Tabak-Politik in der Europäischen Region der WHO vermittle ein die gesamte Region umfassendes Bild der Situation. Die Referate dieser Sitzung hielten Dr. Marc Danzon und Professor Witold Zatoński (Leiter der Abteilung Epidemiologie und Krebsprävention, Krebszentrum und Institut für Onkologie, Warschau). Im Anschluss daran wurden die Delegationen aufgefordert, ihre Ansichten zu Seite 4 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa nationalen und regionalen Grundsatzmaßnahmen mitzuteilen und die Grundausrichtung des kommenden Aktionsplans abzustecken. Dr. Danzon betonte, dass Anti-Tabak-Maßnahmen in der Entwicklung der Public Health ei- nen grundlegenden Wandel bezeichneten. Mit dem Hinweis auf die durch den Tabak verur- sachte enorme Belastung der Gesundheit der Bevölkerung, stellte er fest, dass die Konferenz von Madrid eine Phase dieses Prozesses gewesen sei. Der für die Konferenz von Warschau ausgearbeitete Bericht über die Anti-Tabak-Politik in der Europäischen Region fasse die Leh- ren zusammen, die man aus den in mehr als dreißig Jahren mit Anti-Tabak-Maßnahmen ge- wonnenen europäischen Erfahrungen gezogen habe. Sie zeigten, dass man eine umfassende und nachhaltige staatliche Politik brauche, wie sie zur Zeit in Finnland und Polen umgesetzt werde. Die Erfahrungen machten aber auch deutlich, vor welchen Herausforderungen man stehe und dass man Partnerschaften und Bündnisse eingehen müsse. Außerdem könne eine wirksame Politikumsetzung nur gelingen, wenn die Maßnahmen ausreichend finanziert wür- den. In diesem Zusammenhang betonte Dr. Danzon, dass es wichtig sei, Steuereinnahmen für Anti-Tabak-Maßnahmen bereitzustellen. Auch die internationale Zusammenarbeit sei ein wichtiges Element der Anti-Tabak-Politik, das gelte vor allem für Strategien zur Bekämpfung des Schmuggels und für das Verbot der Werbung. Außerdem müsse man sicherstellen, dass man bei staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung die globale Perspektive im Au- ge habe. Abschließend verwies er auf die Zusammenhänge zwischen Tabak und sozioökono- mischen Determinanten und auf die schwerwiegenden gesundheitlichen Auswirkungen des Tabakkonsums, vor allem auf die unteren sozioökonomischen Schichten. Der europäische Tabakbericht deute daraufhin, dass der prozentuale Anteil der Raucher in Europa rückläufig sei. Er sei seit den 70er Jahren von 45% der Gesamtbevölkerung im Jahr 2000 auf 30% der Bevölkerung gesunken. Die Lage habe sich stabilisiert, was man als positi- ve Entwicklung auslegen könne. Der Tabakkonsum unter Jugendlichen sei jedoch nirgendwo in der Region zurückgegangen. In Europa rauche jedes dritte Kind. Gleichermaßen sei es kei- nem Land gelungen, den Konsum der unteren sozioökonomischen Bevölkerungsgruppen zu- rückzuschrauben. Andererseits verwies Dr. Danzon jedoch auch auf einige positive politische Trends. Drei Viertel der Mitgliedstaaten habe die Besteuerung von Tabakerzeugnissen ange- hoben und die meisten Länder hätten ihre Anti-Tabak-Gesetze verschärft und ihre Raucher- entwöhnungsprogramme verbessert, obwohl Tabakabhängige noch nicht allen Teilen der Re- gion Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten hätten. Er betonte, dass es wichtig sei, es allen Bevölkerungsgruppen leichter zu machen, das Rauchen aufzugeben. Mit dem Blick auf die Zukunft unterstrich Dr. Danzon, dass die Mitgliedstaaten die in dem Entwurf zur Warschauer Erklärung dargelegten Prinzipien in die Praxis umsetzen müssten. Er befürworte Maßnahmen, die hauptsächlich in drei Richtungen zielen müssten: Die Zusam- menarbeit unter den Ländern müsse gestärkt werden, man müsse eine europäische Regional- strategie aufstellen und auf dieser Grundlage dann länderspezifische Pläne entwickeln. Schlüsselelemente einer wirksamen regionalen Strategie seien eine fiskalische Politik zuguns- ten der Gesundheit der Bevölkerung, ein totales Werbeverbot, für Tabakabhängige Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten, Gesetze zur Förderung einer rauchfreien Umwelt, Public Health- und Aufklärungskampagnen und die Verlaufsbeobachtung der gesundheitlichen Schäden, die der Tabak unter der Bevölkerung verursache. Er betonte, dass eine Anti-Tabak-Politik ange- messen finanziert werden müsse, und forderte dazu auf, die Steuern auf Tabakerzeugnisse an- zuheben und Steuereinnahmen für Anti-Tabak-Maßnahmen zu verwenden, wobei er darauf hinwies, dass höhere Steuern auch von der öffentlichen Meinung unterstützt würden. Ab- schließend unterstricht Dr. Danzon die wichtige Rolle der WHO, wenn es darum gehe, das 18.–19. Februar 2002 Seite 5 Rahmenübereinkommen zu unterstützen und den Mitgliedstaaten bei der Entwicklung ihrer eigenen Anti-Tabak-Politik beizustehen. Außerdem müsse die Organisation für Anti-Tabak- Maßnahmen relevante Informationen und Fakten verbreiten. Professor Zatoński befasste sich mit dem Ausmaß der gesundheitlichen Aufgaben, denen sich Osteuropa gegenübersehe, und wies darauf hin, dass die Frühsterblichkeit vor allem unter jungen Männern und Männern der mittleren Altersgruppe für die mittel- und osteuropäischen Länder (MOE) ein großes Problem darstelle. (Zusammenfassung in Anhang 3). Auf die Referate folgten Diskussionsbeiträge der Delegationen von Deutschland, Island, Kro- atien, Slowenien und der Türkei. Alle Redner lenkten die Aufmerksamkeit auf die tabakbedingte gesundheitliche Belastung der Bevölkerung. Einige Delegationen legten dar, welche Maßnahmen ihr Land bereits getroffen habe, um diese Belastung zu verringern. Dazu zählten Werbeverbote, Preispolitik und steuer- liche Maßnahmen, die Aufstellung konkreter Ziele für die Reduzierung des Tabakkonsums, das Verbot des Verkaufs von Tabakerzeugnissen an Jugendliche, die Erweiterung bestehender gesetzlicher Regelungen zum Rauchen am Arbeitsplatz, Unterstützung von Raucherentwöh- nungsmaßnahmen und tabakfreie Sportveranstaltungen. Die Delegationen erklärten ihre Unterstützung für die Erklärung von Warschau, erkannten jedoch zugleich, dass die Erreichung der darin niedergelegten Ziele eine erhebliche Aufgabe darstelle. Es wurde darauf hingewiesen, dass man noch ein gutes Stück Wegs zurückzulegen habe, bevor die Ziele des ersten Aktionsplans erreicht worden seien. Künftig müsse man sich u. a. mit der Problematik der Produktplatzierung in Filmen befassen, die gesetzliche Grundla- ge für rauchfreie Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und Ausbildungsinstitutionen schaffen, für Tabakabhängige den Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten erleichtern und die Subventionen für den Tabakanbau abschaffen. Man schlug vor, sich verstärkt darum zu be- mühen, dem Rauchen als Verhaltensweise den Anstrich der Normalität zu nehmen, und die unethische Taktik der Tabakindustrie zu kontern. Außerdem erging an die Gesundheitsminis- ter die Aufforderung, entschiedener Stellung für Anti-Tabak-Maßnahmen zu beziehen, und aktiv darauf hinzuarbeiten, dass in anderen Ressorts die erforderliche politische Kehrtwende vollzogen werde. Die Delegationen erkannten die Bedeutung von WHO-Initiativen wie dem Verbund der ge- sundheitsfördernden Schulen und dem Netzwerk der gesunden Städte an, die gute Möglich- keiten böten, sich der durch den Tabak bewirkten Herausforderung zu stellen. Die Delegationen brachten ihre Unterstützung für das Rahmenübereinkommen und die Aus- arbeitung eines Vierten europäischen Anti-Tabak-Aktionsplans zum Ausdruck. Außerdem unterstützten einige Länder die Verhandlungen für ein starkes und sinnvolles Übereinkom- men. Nach den Diskussionsbeiträgen zeigte Dr. Franklin Apfel, der Regionalbeauftragte für Kom- munikation und Öffentlichkeitsarbeit am WHO-Regionalbüro für Europa, einen kurzen Film mit nicht kommerziellen, der Information der Öffentlichkeit dienenden Werbespots aus ver- schiedenen Ländern, mit denen man dort einigen Marketingtaktiken der Tabakindustrie ent- gegenzutreten suche. Diese nicht kommerziellen Werbespots konzentrierten sich auf die ta- bakbedingten Gesundheitsschäden, die ausbeuterischen Praktiken der Industrie und auf die Vorteile des Nichtrauchens. Seite 6 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Abschließend erklärte Professor Zeltner, die Sitzung sei sehr lehrreich gewesen und habe ge- zeigt, wo Europa heute hinsichtlich seiner Anti-Tabak-Politik stehe. Der Vierte europäische Aktionsplan werde wichtig sein, weil darin die nächsten Schritte für die Europäische Region vorgezeichnet und die Bereiche hervorgehoben werden müssten, in denen sich zunehmende Einigkeit abzeichne. Er verwies insbesondere auf den Stellenwert einer starken fiskalischen Politik und eines globalen Verbots der Tabakwerbung in dem Bemühen, die tabakbedingten Sterbefälle zu reduzieren. Das Forum tabakfreies Europa mit Preisverleihung Bei einer gesonderten Feier wurden die Sieger eines im Zusammenhang mit dem Weltnichtrauchertag 2001 abgehaltenen Wettbewerbs ausgezeichnet. Zugleich diente der An- lass dazu, den Vertretern anderer Sektoren, z. B. aus Politik, Wissenschaft und Sport, die An- erkennung der WHO für ihre Unterstützung der von der Organisation ausgehenden Bemühun- gen um Anti-Tabakmaßnahmen auszusprechen. Die fünf Weltnichtraucherpreise gingen an: • die Kommunalbehörde von Bologna (Italien), vertreten durch Dr. Fulvia Signani, den Koordinator des Gesunde-Städte-Projekts von Bologna, • das staatliche Institut für Public Health (Tschechische Republik), vertreten durch den Institutsleiter Dr. Michael Vít und Dr. Hana Sovinova, • das Institut für Arbeitsmedizin (Finnland), vertreten durch dessen Generaldirektor Professor Jorma Rantanen und Dr. Tapani Tuomi, • die Gemeinde Veliko Turnovo (Bulgarien), vertreten durch Dr. Jordanka Philipova, die Leiterin der Abteilung Gesundheitsversorgung, Jugendaktivitäten und Sport im Sekretariat des Bürgermeisters, and • die Stadt Le Havre (Frankreich), vertreten durch Chantal Sayaret, die für Umwelt und Gesundheit zuständige stellvertretende Bürgermeisterin, Dr. Philippe Baraize und Christine Michot. Die Preise wurden von international bekannten Persönlichkeiten und Vertretern verschiedener Organisationen überreicht, und zwar von der polnischen First Lady Jolanta Kwasnewska, den Olympiasieger im Fechten Pavel Kolovkov (Russische Föderation), Professor Richard Doll (Vereinigtes Königreich), die Präsidentin des European Network on Smoking Cessation, Tru- dy Prins, and den polnischen Fußballspieler Wladyslaw Zmuda. Professor Zelko Rainer gratu- lierte den Preisträgern des Weltnichtrauchertag-Wettbewerbs im Namen des Ausschusses für ein tabakfreies Europa. Keith Cooper vom Internationalen Fußballverband Football Associa- tion (FIFA) moderierte die Siegerehrung. Auf dem Weg zum Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen: eine internationale Reaktion auf das globale Problem Die Sitzung wurde von Professor Dusan Keber und Dr. Alamhon Akhmedov geleitet. Einlei- tend wiesen die Sitzungsleiter darauf hin, dass die WHO mit der Arbeit am FCTC erstmals ihr Satzungsmandat, die Annahme eines internationalen Übereinkommens zu erleichtern, genutzt habe. Das für das FCTC zuständige zwischenstaatliche Gremium (Intergovernmental 18.–19. Februar 2002 Seite 7 Negotiating Body = INB) habe bereits dreimal getagt und die vierte Tagung sei für den fol- genden Monat, nämlich vom 18. bis 23. März 2002, angesetzt. Über 45 Mitgliedstaaten der Europäischen Region und die Europäische Kommission beteiligten sich an den Verhandlun- gen. Die ministerielle Konferenz biete eine gute Gelegenheit, ein Jahr vor dem geplanten Da- tum der Verabschiedung des Übereinkommens im Mai 2003 das politische Klima in Europa zugunsten eines starken Rahmenübereinkommens zu beeinflussen. In der Plenarsitzung werde sich die Diskussion auf die europaweite Koordination konzentrieren und sich mit den Heraus- forderungen befassen, denen man sich stellen müsse, wenn der Verhandlungsprozess in seine äußerst wichtige und möglicherweise entscheidende Phase eintrete. Referenten waren Dr. Vera da Costa e Silva (WHO-Hauptbüro) und Professor Rafael G. Oga- nov (Leiter, Staatliches Zentrum für Präventivmedizin, Moskau, Russische Föderation). Die Delegationen wurden gebeten, nach den Vorträgen ihre Diskussionsbeiträge einzubringen. Dr. da Costa e Silva befasste sich mit einigen globalen Trends auf dem Gebiet der Tabakprob- lematik und erörterte die letzten Fortschritte, die in der Entwicklung des Rahmenüberein- kommens erzielt worden waren (Zusammenfassung in Anhang 3). Professor Oganov erläuterte den Konferenzteilnehmern die weitreichenden Auswirkungen des Tabakkonsums in allen Altersgruppen, und zwar unter Rauchern wie Nichtrauchern, und sprach über die Konsequenzen für die Länder mit und ohne Tabakanbau. Er beschrieb die jüngsten Fortschritte in den Verhandlungen zum Rahmenübereinkommen aus Ländersicht und befasste sich insbesondere mit den neuesten Bemühungen, unter den Ländern der Gemein- schaft unabhängiger Staaten (GUS) eine Konsenshaltung zu erzielen. Im September 2001 hät- ten sich in Moskau elf Länder auf einige wichtige, in das Übereinkommen aufzunehmende Bestimmungen geeinigt. Abschließend erklärte Professor Oganov, dass dieser Prozess sehr nützlich gewesen sei, und forderte alle Mitgliedstaaten der Europäischen Region auf, sich hin- ter ein starkes Rahmenübereinkommen zu stellen und dieses zu unterstützen (Zusammenfas- sung in Anhang 3). Eine Reihe von Ländern brachte Diskussionsbeiträge, nämlich die Schweiz, das Vereinigte Königreich, Bulgarien, Belgien, Italien, Finnland, die Republik Moldau, die Niederlande, Norwegen, Irland, Rumänien, Schweden und die Ukraine. Die Diskussionsbeiträge der Delegationen veranschaulichten, dass in Europa auf höchster Ebe- ne eine starke politische Unterstützung und ein starkes politisches Engagement für eine Anti- Tabak-Politik zu finden sind. Betont wurde die durch den Tabakkonsum bewirkte ungeheure gesundheitliche Belastung in allen Ländern, mit oder ohne Tabakanbau. Die Delegationen be- tonten, dass man der Taktik und der Propaganda der Tabakindustrie begegnen müsse, die oft- mals die angenehmen Seiten des Rauchens hervorhebe und Zigaretten mit Spass verbänden und sie als Anti-Stress-Produkte hinstellten. Dabei handele es sich in Wirklichkeit aber um eine tödliche Kombination aus toxischen und krebserregenden Substanzen. Besondere An- strengungen müsse man unternehmen, um die auf Frauen und Jugendliche abzielenden Kam- pagnen zu kontern. Man meinte, die Europäische Region könne von den Vereinigten Staaten lernen, wo man in Produkthaftungsprozessen die Praktiken der Industrie sehr erfolgreich habe bloßstellen können. Zu diesen Praktiken gehöre, dass man sich Einfluss zu erkaufen versuche, und zwar sogar mit Organisationen wie der WHO, was ans Licht gekommen sei, als man auf Ersuchen der WHO-Generaldirektorin untersucht habe, mit welchen Mitteln die Tabakindust- rie versucht habe, ihre „Maulwürfe“ in die Organisation zu schleusen. In den letzten Jahren sei die Industrie dazu übergegangen, sich Ansehen und Einfluss zu erkaufen, indem sie ihre Seite 8 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Zusammenarbeit mit Gesundheitsbehörden ausbaue und als Sponsor von Präventionspro- grammen auftrete. Der von den Mitgliedstaaten der Europäischen Region für die Beratungen über das Rahmen- übereinkommen ernannte Koordinator Anthony Kingham, Vereinigtes Königreich, befasste sich in einem gesonderten Diskussionsbeitrag mit dem FCTC-Prozess. Er wies darauf hin, dass der Prozess jetzt in eine sehr interessante Phase eintrete. Bisher sei es hauptsächlich darum gegangen, Informationen zu sammeln, jetzt habe man jedoch das Stadium erreicht, in dem man Positionen erarbeite und Einigung zu erzielen suche. Er berichtete den Teilnehmern von dem Prozess der Ernennung des neuen INB-Präsidenten und brachte die Besorgnis der Mitgliedstaaten über die auf der dritten INB-Tagung angenommenen Arbeitsmethoden zum Ausdruck. Er schlug vor, das Büro und die Ko-Vorsitzenden sollten künftig nur offizielle Ta- gungen abhalten und Nachtsitzungen vermeiden, damit für die informellen Verhandlungen unter den Delegationen mehr Zeit bleibe. Er meine, die für den 17. März 2002 vor Beginn der vierten Sitzung des INB in Genf einberufene informelle regionale Sitzung biete eine gute Ge- legenheit, die Ansichten der gesamten Region zusammenzubringen und die sich abzeichnen- den teilregionalen Positionen aufeinander abzustimmen. Mehrere Delegationen brachten ihre Unterstützung für das FCTC und die Ausarbeitung des Vierten Aktionsplans für ein tabakfreies Europa zum Ausdruck. Der Leiter der schwedischen Delegation wies darauf hin, dass die WHO-Generaldirektorin eine wichtige Entscheidung ge- troffen habe, als sie die Aufgabe, bei der weltweiten Verringerung der tabakbedingten Sterbe- fälle und Krankheiten „wirklich etwas zu bewirken“ zu einer der Prioritäten der WHO erho- ben habe. Der norwegische Gesundheitsminister erklärte wörtlich: „Meine Regierung hat den Prozess, der zu einem starken und maßgeblichen Übereinkommen mit dazugehörigen Proto- kollen führen soll, von Anfang an unterstützt.“ Die Länder betonten insbesondere, dass es wichtig sei, sich auf ein starkes Übereinkommen zu einigen, das als wirksamer Mechanismus für die Begrenzung des Gebrauchs und der Verbreitung des Tabaks dienen könne. Die Delegationen brachten zudem ihre Unterstützung zum Ausdruck für die von der Europäischen Union ergriffenen Initiativen zur Harmonisierung von Preisen und fiskalischen Maßnahmen, zur Bekämpfung des Schmuggelproblems und zur Regulierung der Herstellung, Darbietung und Etikettierung von Tabakerzeugnissen. Der finni- sche Gesundheitsminister erklärte: „In einem Zeitalter mit freieren und größeren Märkten als je zuvor reichen nationale Maßnahmen nicht mehr aus. Deshalb unterstützen wir internationa- le Initiativen zur Bekämpfung des Rauchens. Das globale Anti-Tabak-Übereinkommen und die Bemühungen von Handelsorganisationen um die Bekämpfung des Tabakschmuggels sind wichtige globale Anstrengungen. Wir begrüßen auch regionale Maßnahmen wie den vierten europäischen Anti-Tabak-Aktionsplan der WHO und die Arbeit in der Europäischen Union.“ Betont wurde, dass man die im wirtschaftlichen Umbruch befindlichen Länder und die Län- der, die sich auf den Beitritt zur Europäischen Union vorbereiten, unterstützen müsse. Außer- dem wurden die Vorteile des Erfahrungsaustauschs und des gemeinsamen Handelns aner- kannt. Angesichts der Tatsache, dass sich mit der Öffnung der Grenzen der Tabakindustrie verbesserte Marketingmöglichkeiten böten, sei die globale Solidarität ein wichtiges Prinzip, das nicht nur der Arbeit in der Europäischen Region zugrunde liegen, sondern auch für die Unterstützung der Entwicklungsländer gelten müsse. Die Delegationen unterstützten die Aufstellung von nationalen Plänen und Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit der Bevölkerung, zu denen ein weltweites Verbot der direkten und 18.–19. Februar 2002 Seite 9 indirekten Werbung, die Begrenzung des Rauchens in allen öffentlichen Räumen und insbe- sondere am Arbeitsplatz, der Aufdruck von gesundheitlichen Warnhinweisen (u. a. von Pikto- grammen) auf der Verpackung von Tabakerzeugnissen, Maßnahmen zur Gewährleistung und zum Nachweis der Herkunft von Erzeugnissen, Strategien für die Unterstützung der Präventi- on des Rauchens (vor allem gezielte Strategien für konkrete Risikogruppen wie Jugendliche, Schwangere und bestimmte sozioökonomische Gruppierungen) sowie der Abbau von EU- Subventionen gehörten. Die irische Gesundheitsministerin erläuterte die umfassenden Maß- nahmen, die in der zur Zeit im irischen Parlament zur Debatte stehenden Gesetzesvorlage zum Schutz der Gesundheit vor den Auswirkungen des Tabaks vorgesehen seien. Vorgesehen sei ein Totalverbot für jegliche Tabakwerbung, für die Werbung in Geschäften und Auslagen und die Beendigung der Sponsortätigkeit von Tabakunternehmen. Sie forderte dazu auf, das Rah- menübereinkommen „stark, einfach, klar, bündig, ehrgeizig und ambitiös“ zu machen. Mit einer an die Delegierten gerichteten, Bitte sagte sie: „Verbieten Sie nicht nur einen Teil der Werbung, verbieten Sie alle. Lassen Sie das Passivrauchen nicht zu. Lassen Sie saubere Luft zu. Schützen Sie nicht Ihre Tabakindustrie, schützen Sie die Gesundheit Ihrer Bevölkerung.“ Eine Delegation hob die Regulierung von Tabakerzeugnissen als wichtigen Handlungsbedarf hervor und verwies auf die vom Wissenschaftlichen Beratungsausschuss der WHO zum The- ma Regulierung von Tabakerzeugnissen geleistete Arbeit. Man schlage vor, dem Rahmen- übereinkommen ein gesondertes Protokoll über die Regulierung von Tabakerzeugnissen bei- zugeben. Außerdem wurde vorgeschlagen, einen globalen Fonds für Anti-Tabak-Maßnahmen in Ländern mit niedrigem Volkseinkommen einzurichten, um dort die Umsetzung des FCTC zu erleichtern. Auch die Entwicklung eines umfassenden Monitoring- und Berichtssystems für Anti-Tabak-Maßnahmen fand Unterstützung, wobei man den WHO-Bericht über die Eu- ropäische Region als eine erste Phase dieses Prozesses bezeichnete. Bulgarien erbot sich, für die südosteuropäischen Länder eine Tagung zu organisieren, bei der man sich auf eine gemeinsame Haltung zum Rahmenübereinkommen einigen könne. Vorge- schlagen wurde auch, das Resultat der Ministeriellen Konferenz bei den später in diesem Mo- nat angesetzten FCTC-Verhandlungen als gemeinsame Plattform einzubringen. Die partner- schaftliche Zusammenarbeit entwickelte sich zu einem wichtigen Thema. Die Delegationen betonten insbesondere, dass unbedingt mehr unternommen werden müsse, um die Zivilgesell- schaft wachzurütteln. Das gelte auch für die Jugend. Zudem wurde vorgeschlagen, die Ge- sundheitsminister sollten im Rahmen des Demokratieprozesses aktiver für gesundheitliche Interessen eintreten und sich die Unterstützung anderer Ministerien sichern. Kommissar David Byrne wies in seiner Ansprache an die Konferenzteilnehmer darauf hin, dass die Europäische Kommission ein wichtiger Akteur auf dem Gebiet der Anti-Tabak- Maßnahmen sei und machte deutlich, dass die Europäische Kommission in ihrer Haltung zur Anti-Tabak-Politik eine Wende vollzogen habe. Er forderte die Mitgliedstaaten auf, „das poli- tische Wetter zu machen“ und sich der Herausforderung Tabak kühn zu stellen. Er zollte der WHO für ihre Rolle als treibende Kraft im Prozess für die Etablierung des Übereinkommens Beifall und brachte zum Ausdruck, dass er sich als Europas erster designierter Kommissar für gesundheitliche Anliegen zur Bekämpfung des Tabaks verpflichtet fühle. Er betonte die Be- deutung eines breiteren Konsens, der auch die EU-Beitrittsländer einbeziehen müsse, und lob- te die nichtstaatlichen Organisationen, die unermüdlich auf Gesetzesänderungen drängten. Er teilte den Konferenzteilnehmern mit, dass die Kommission in ihren Gesprächen mit den Mitgliedstaaten erst kürzlich unterstrichen habe, dass die Gemeinschaft in einer Reihe von Punkten eine flexiblere und ehrgeizigere Haltung einnehmen müsse. Dank der gemeinsamen Seite 10 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Anstrengungen der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten habe man zwar erhebliche Fortschritte erzielt, einige Probleme seien jedoch noch ungelöst, vor allem weil einige Länder der Ansicht seien, dass Anti-Tabak-Gesetze nicht in erster Linie eine Angelegenheit der Europäischen Union seien, sondern unter die einzelstaatliche Zuständigkeit fielen. Trotz der Tatsache, dass es sich bei dem FCTC um ein internationales, über die Zuständigkeit der Gemeinschaft hin- ausreichendes Instrument handeln werde, blockierten diese Mitgliedstaaten weiterhin Vor- schläge zu Problemen wie einem totalen Werbeverbot oder führten sogar auf internationaler Ebene Prozesse gegen die öffentliche Gesundheit. Er betonte die Bedeutung von Maßnahmen zur Begrenzung des Passivrauchens, zur Umset- zung eines Totalverbots der Werbung und zur Einführung von Produktstandards. Er befürwor- tete eine Unterstützung des FCTC und verwies auf die Rechtsinitiativen der Europäischen Kommission, die eine Richtlinie zum Teergehalt, zur Etikettierung, zu gesundheitlichen Warnhinweisen und den Export von Tabakerzeugnissen umfassten. Er wies darauf hin, dass diese Richtlinie vor allem die Konsequenz habe, dass Importeure und Hersteller von Tabaker- zeugnissen, regelmäßig Auskunft über die sonstigen Inhaltsstoffe ihrer Erzeugnisse, z. B. über die darin enthaltenen Zusatzstoffe, geben müssten. Außerdem müssten sie toxikologische Da- ten über diese Inhaltsstoffe vorlegen. Noch vor dem Jahr 2005 werde die Kommission außer- dem einen neuen Richtlinienvorschlag einbringen, in dem die Forderung nach einer gemein- samen Liste der für Tabakerzeugnisse zugelassenen Inhaltsstoffe vorgesehen sei. Er teilte mit, dass dem Europäischen Parlament zur Zeit eine neue Richtlinie zur Tabakwerbung vorliege und man außerdem an einem Vorschlag für eine Empfehlung des Rates arbeite, bei der es um die Reduzierung des Rauchens und Initiativen zur Verbesserung der Anti-Tabak-Maßnahmen gehe. Er wies darauf hin, dass sich die Kommission darum bemühe, einige der neuen Entwicklungs- tendenzen in der Haltung der Öffentlichkeit zu erforschen, um so der Taktik der Tabakindust- rie begegnen zu können. Die Kommission werde bald eine große Kommunikationskampagne starten, um der Raucherprävalenz unter Kindern und Jugendlichen beizukommen und dem Rauchen den Anschein des Normalverhaltens zu nehmen. Abschließend erklärte Kommissar Byrne, die Konferenz und die Erklärung von Warschau hätten bewiesen, dass in den Beitritts- ländern, in der Europäischen Union und weltweit eine Trendwende zu verzeichnen sei. Der gesamte zum Rahmenübereinkommen hinführende Prozess sei ebenfalls ein schlagender Be- weis dafür. Wenn sich der Rauch erst verzogen habe, könnten alle stolz darauf sein, dass sie dazu beigetragen hätten, die Welt gesünder zu machen. Abschließend baten die Sitzungsleiter die Mitgliedstaaten eindringlich, dem FCTC starke po- litische Unterstützung mit auf den Weg zu geben und gemeinsam für die Erhaltung der inter- nationalen Solidarität zu arbeiten. Ministerielle Debatte am runden Tisch Elf Minister (aus Armenien, Finnland, Kroatien, den Niederlanden, Norwegen, der Republik Moldau, Schweiz, Slowenien, Tadschikistan, der Tschechischen Republik und der Ukraine) beteiligten sich zusammen mit Kommissar Byrne und Dr. Danzon an einem Gespräch am runden Tisch. Vor Beginn des Gesprächs überreichte der Vertreter einer Jugendgruppe den Teilnehmern ein Manifest, in dem die Ansichten der Jugendlichen zu der Taktik der Tabakindustrie, Kinder und Jugendliche zu Abhängigen zu machen, dargelegt waren. 18.–19. Februar 2002 Seite 11 Dr. Apfel moderierte die Sitzung und stellte der Ministerrunde vier Fragen: – Welche Maßnahmen hätten Sie ergriffen, um die Jugend vor den schädlichen Aus- wirkungen des Tabaks zu schützen? – Mit welchen Maßnahmen rüsteten sie den Gesundheitssektor für die Aufgabe, den Rauchern mehr Hilfe für die Raucherentwöhnung anzubieten, vor allem durch die Fortbildung von Gesundheitsfachkräften und die Bereitstellung von Entwöhnungs- programmen? – Die Anhebung der Tabaksteuern sei ein wichtiger Mechanismus zur Eindämmung des Tabakkonsums, wie würden sie die Finanzminister von der Notwendigkeit einer Steueranhebung überzeugen? – Und letztlich, welche Empfehlungen hätten sie für den nächsten europäischen Akti- onsplan? Was sei für ihr Land wichtiger, konkrete Ziele oder allgemeinere Empfeh- lungen, und was könne die WHO tun, um den Anti-Tabak-Maßnahmen Nachdruck zu verleihen? Zur Frage nach Maßnahmen zum Schutz der Jugend wies Kommissar Byrne darauf hin, dass man dem Rauchen in den Augen der Jugendlichen den Hauch des Exotischen nehmen und die Taktik der Industrie aufdecken müsse, die Jugendlichen vor allem mit Hilfe von Zusatzstof- fen, die die Zigaretten schmackhafter machen sollten, „zu angeln“. Die Minister betonten, dass man eine starke fiskalische Politik und umfassende, auch die indi- rekte Werbung einbeziehende Werbeverbote brauche, lehnten es jedoch ab, Werbung zu ver- bieten, die sich ausschließlich an Jugendliche unter 18 Jahre richtet, oder Teilverbote einzu- führen. Man erklärte, die Jugendlichen selbst hätten ein großes Interesse an dieser Sache und sollten in den Prozess einbezogen werden, damit es bei den jungen Leuten ankomme, dass Rauchen nicht mehr „cool“ sei. In den Niederlanden sei das Gesundheitsministerium Sponsor einer Gruppe von „rauchfreien Kids“, was bewirken solle, dass sich die Jugendlichen direkter und aktiv für die Tabakproblematik interessieren. Der Sport müsse als einflussreiche Ansatz- möglichkeit zur Vermittlung von Anti-Tabak-Botschafen, vor allem an Jugendliche, gesehen werden. Zu der Frage, inwieweit der Gesundheitssektor den Rauchern mehr helfen könne, das Rau- chen aufzugeben, insbesondere durch die Fortbildung von Gesundheitsfachkräften und das Angebot von Entwöhnungsprogrammen, wiesen die Minister darauf hin, dass man die Ent- wöhnungsprogramme evaluieren und auch die Einbeziehung und Fortbildung von Gesund- heitsfachkräften fördern müsse. Im allgemeinen empfand man Programme, die den illegalen Drogengebrauch unterbinden sollen, erfolgreicher als Raucherentwöhnungsprogramme, hauptsächlich weil letztere in den meisten Ländern nicht evaluiert würden. Die Gesundheits- fachkräfte erhielten oft nicht genügend Informationen und seien nicht ausreichend geschult, um den Rauchern in ihrem Bemühen, das Rauchen aufzugeben, beistehen zu können. Der Moderator verwies auf eine neuere Untersuchung unter europäischen Apothekern, die ver- deutliche, dass im allgemeinen höhere Entwöhnungsraten zu verzeichnen seien, was man dar- auf zurückführe, dass die entwöhnungswilligen Raucher inzwischen leichteren Zugang zu Entwöhnungshilfen hätten. Einige Redner verwiesen auf die Entwöhnungsprogramme ihres eigenen Landes, u. a. auch auf Initiativen, den Rauchern versuchsweise die Behandlungskos- ten rückzuerstatten. Die Minister hielten ein stützendes Umfeld, das die Raucher in ihrem Entwöhnungsentschluss bestätigen könne, für wichtig, und betonten, dass man Programme, Seite 12 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa die den Entwöhnungswilligen helfen könnten, die Zigaretten aufzugeben, als Teil einer um- fassenden Strategie zur Bekämpfung des Tabakkonsums sehen müsse. Zu der Frage welche Argumente zugunsten einer Anhebung der Tabaksteuern man den Fi- nanzministerien vorlegen solle, räumten die Minister ein, dass sie hier große Schwierigkeiten hätten, da sich die Finanzminister normalerweise mehr für das Finanzjahr als für die länger- fristige Entwicklung interessierten. Ein guter Ausgangspunkt sei es jedoch zu zeigen, dass der Tabakgebrauch erhebliche Kosten für die Gesundheitsversorgung nach sich ziehe. Die Zweckbindung von Tabaksteuern sei nicht in vielen europäischen Ländern üblich. Finnland, Slowenien und Kroatien hätten jedoch einschlägige Erfahrungen gesammelt. Man hielt es für wichtig, mit den Finanzministern deren eigene “ökonomische Sprache” zu sprechen, um die Kluft zwischen dem Gesundheits- und dem Steuerressort überbrücken zu können. Ein Teil- nehmer betonte allerdings, dass man den Wert eines Menschenlebens nicht richtig in Waren- wertbegriffe fassen und ihm einen Geldwert beimessen könne, wie man das mit Gütern tue. Auf die Frage nach dem nächsten europäischen Aktionsplan betonte der WHO- Regionaldirektor, dass die politische Stimme der Anti-Tabak-Lobby lauter werde. Es erweise sich für die Regierungen zunehmend als schwierig, den Tabak zu verteidigen. Die von der Tabakindustrie ins Feld geführten wirtschaftlichen Argumente ließen sich nicht sehr lang hal- ten, doch es bestehe die konkrete Gefahr, dass Europa in dieser Frage in Zukunft geteilt sein werde. Die reicheren Länder seien in der Lage, eine entschiedenere Position zu beziehen als weniger industrialisierte Länder, die der Taktik der Tabakindustrie zum Opfer fallen würden. Für die Länder der Europäischen Union unterstrich Kommissar Byrne, dass die überwiegende Mehrheit der Mitgliedstaaten internationale Anti-Tabak-Maßnahmen unterstütze. Einige täten das mit dem Hinweis auf das Subsidiaritätsprinzip allerdings nicht. Das Rahmenübereinkom- men biete diesen Mitgliedstaaten eine echte Chance, in der Tabakproblematik Entschlossen- heit zu beweisen, statt sich hinter legalistischen Argumenten zu verstecken, wie das bei von der Europäischen Kommission erarbeiteten Rechtsinitiativen der Fall gewesen sei. Die Minister wiesen darauf hin, dass für das FCTC die Zusammenarbeit verschiedener Orga- nisationen und ein multisektorales Vorgehen erforderlich sei. Dabei sei es einleuchtend, dass die Gesundheitsminister die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Ressorts anregen müssten. Vorgeschlagen wurde, eine Plattform wie das Weltwirtschaftsforum zu nutzen, um dem Übereinkommen Gehör zu verschaffen. Ziele könnten sich in einigen Fällen als nützlich erweisen. Einige Länder wie beispielsweise die Niederlande hätten sich bereits konkrete Ziele für die Bekämpfung des Tabakkonsums gesetzt. Für die gesamte Region könne man sich z. B. das Ziel setzen, eine rauchfreie Generation heranwachsen zu lassen, mehr Raucher dazu zu bewegen, das Rauchen aufzugeben, und ein stärkeres Engagement der Zivilgesellschaft zu fördern. Die Minister empfahlen für den nächsten Aktionsplan die folgenden Grundsatzmaßnahmen: Verbot aller Formen der Verkaufsförderung, höhere Steuern und Begrenzung des illegalen Zigarettenhandels unter den Ländern. Anti-Tabak-Maßnahmen setzten das gemeinsame Handeln vieler Partner voraus. Die Minister betonten, dass es wichtig sei, mit Gesundheitsberufen und anderen Ministerien zusammenzu- arbeiten, um einen Wandel zu bewirken. Kommissar Byrne schlug der WHO und der Welt- bank vor, sie sollten ihren Einfluss geltend machen, indem sie es beispielsweise den Ländern, die Entwicklungshilfe erhielten, zur Bedingung machten, Anti-Tabak-Maßnahmen zu unter- stützen. 18.–19. Februar 2002 Seite 13 Partnerschaften für eine koordinierte Anti-Tabak-Politik und zur Überwindung der in Europa bestehenden Kluft Die Sitzung wurde von Yvette Cooper und Dr. Konstantinas Dobrovolskis geleitet. Die Sit- zungsleiter unterstrichen einleitend, dass es sich beim Tabak um eine komplexe, multilaterales Handeln erfordernde Problematik handele. In der Europäischen Region der WHO bildeten Organisationen der europäischen Integration und zwischenstaatliche Organisationen die Platt- form für wirksame Partnerschaften. Sehr nützlich für die Anti-Tabak-Politik seien auch die Aktivitäten von NGOs und Netzwerken, denen eine konkrete Rolle zukomme, wenn es darum gehe, die Gesellschaft aufzuklären und zum Handeln gegen die Tabakepidemie zu aktivieren. Partnerschaften seien ein wichtiges Element des koordinierten Vorgehens gegen die Tabak- epidemie – eine Herausforderung, der sich die gesamte Region stellen müsse. Sie seien auch wichtig, wenn man die Kluft in Europa überwinden wolle, vor allem was das Konsumgefälle zwischen unterschiedlichen sozioökonomischen Gruppierungen und das Auseinanderklaffen der Anti-Tabak-Maßnahmen zwischen Ländern und Teilregionen angehe. Ziel der Sitzung sei es, sich mit den aus den bisherigen Erfahrungen gezogenen Lehren und den Herausforderun- gen, denen sich die Partner bei ihrer Zusammenarbeit stellen müssten, auseinander zu setzen. Außerdem müsse man sich überlegen, wie die wichtigsten Akteure ihre Koordination zuguns- ten effizienterer Anti-Tabak-Maßnahmen in Europa verbessern könnten. Referenten waren Professor Joy Townsend (Gastprofessorin, Health Promotion Research U- nit, London School of Hygiene and Tropical Medicine, Vereinigtes Königreich) und Sibylle Fleitmann (Generalsekretärin, European Network for Smoking Prevention). An die Referate schlossen sich Diskussionsbeiträge der Delegierten an. Professor Townsend sprach zu den Konferenzteilnehmern über das Problem der wirtschaftli- chen und sozialen Konsequenzen des Rauchens in Europa, während Frau Fleitmann über die Rolle der NGOs in Forschung, Überzeugungsarbeit und Aufklärung im Rahmen von Anti- Tabak-Maßnahmen referierte. (Zusammenfassungen in Anhang 3). Diskussionsbeiträge kamen von den Delegationen von Aserbaidschan, Malta und Ungarn so- wie vom Vertreter der Weltbank. Die Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit der Bevölkerung wurde als auf nationa- ler und internationaler Ebene besorgniserregendes Anliegen hervorgehoben. Dieses globale Problem erfordere globale Lösungen wie das Verbot der Werbung, das Verbot des Verkaufs von Tabakerzeugnissen an Minderjährige, Rauchverbote in öffentlichen Räumen, die Mobili- sierung der Unterstützung von Seiten der Öffentlichkeit, die Verhängung von Sanktionen zur Durchsetzung bestehender Gesetze und die Besteuerung von Tabakerzeugnissen. Es wurde vorgeschlagen, mit dem Zeithorizont 2010 für die Reduzierung der Zahl neuer Raucher ein Ziel aufzustellen. Die Mitgliedstaaten betonten erneut ihre Unterstüztung für das Rahmen- übereinkommen und den Vierten europäischen Anti-Tabak-Aktionsplan. Man war der An- sicht, dass man das Gefälle zwischen Ost und West durch konkrete Maßnahmen ausgleichen und der Ausbreitung der Tabakepidemie im östlichen Teil der Region Einhalt gebieten müsse. Man erklärte, dass bei diesem Prozess das partnerschaftliche Zusammengehen auf nationaler und internationaler Ebene, vor allem mit NGOs, ganz entscheidend sei. Die Delegationen schlugen den Mitgliedstaaten vor, sich hinter die Erklärung von Warschau zu stellen. Der Vertreter der Weltbank veranschaulichte, wie die WHO auf Länderebene durch die Hilfs- programme der Weltbank auf vielfache Weise partnerschaftlich mit der Weltbank Seite 14 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa zusammenarbeite. Da sich die Parameter der Anti-Tabak-Debatte gewandelt hätten, habe die Weltbank erkannt, dass ihr bei der Untersuchung der für Anti-Tabak-Maßnahmen sprechen- den wirtschaftlichen Fakten eine wichtige Rolle zufalle. Der für Politiker bestimmte Bericht Curbing the tobacco epidemic enthalte einige wichtige Empfehlungen und betone insbesonde- re, dass eine Anhebung der Tabaksteuern nützlich sei, und zwar sowohl als eine der Gesund- heit der Bevölkerung dienliche Maßnahme, aber auch, als ein Instrument zur Aufstockung der fiskalischen Einnahmen des Staates. Abschließend betonten die Sitzungsleiter erneut, dass es wichtig sei, partnerschaftliche mit NGOs und internationalen Organisationen zusammenzuarbeiten, um mit der Herausforderung Tabak fertig zu werden. Sie befürworteten fortgesetzte Bemühungen um einen Abbau der zwischen verschiedenen Ländern und unterschiedlichen sozioökonomischen Gruppierungen bestehenden Ungleichheiten. Dr. Haik Nikogosian, der Regionalbeauftragte für das Programm Tabakfreies Europa am WHO-Regionalbüro für Europa, stellte die neue einschlägige europäische Datenbank der WHO vor, die Angaben über Anti-Tabak-Maßnahmen in 49 Mitgliedstaaten enthalte. Sie er- fasse alle wichtigen Aspekte der Anti-Tabak-Politik, d. h. Höhe der Besteuerung, gegen die Werbung und das Passivrauchen gerichtete Maßnahmen, Angebote zur Raucherentwöhnung, Produktregulierung, Kommunikation und bewusstseinsbildende Maßnahmen sowie Aufklä- rung und Raucherprävalenz. Die Datenbank sei für die Mitgliedstaaten und für internationale Organisationen gedacht und werde regelmäßig aktualisiert. Annahme der Erklärung von Warschau Professor Zeltner, der Leiter der Redaktionsgruppe, erläuterte in kurzen Zügen die Entste- hungsgeschichte der Erklärung von Warschau. Sie sei von einer aus den Vertretern von acht Mitgliedstaaten bestehenden Redaktionsgruppe erarbeitet worden und bei zwei Beratungsta- gungen nationaler Ansprechpartner für Anti-Tabak-Maßnahmen vorgelegt worden. Während der Konferenz habe man ebenfalls gesonderte Sitzungen abgehalten, bei denen alle Mitglied- staaten zu dem Entwurf hätten Stellung nehmen können. Entsprechend hätten sich insgesamt die Vertreter von 25 Ländern an der Arbeit der Redaktionsgruppe beteiligt. Bevor die Erklärung angenommen wurde, meldete sich die Delegation von Deutschland mit der folgenden Erklärung zu Wort: „Wir unterstützen das Grundanliegen dieser politischen Er- klärung, den gemeinsamen Willen der Mitgliedstaaten der Europäischen Region der WHO, zu einer konsequenten europäischen Tabakpolitik. ... Auf Grund strikter Weisung bedauert die deutsche Delegation, dass wir, obwohl wir die Erklärung insgesamt mittragen, zu einem ein- zigen Punkt einen Vorbehalt einlegen müssen. Ein umfassendes Werbeverbot können wir auch aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht akzeptieren.“ Die slowakische Delegation führte an, dass Rauchen eine Sucht sei, die der sachgerechten Behandlung und des Engage- ments von Ärzten, Gesundheitsfachkräften und gesundheitsfördernden Schulen bedürfe. Der Vertreter der Slowakei brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Erklärung von War- schau aktiv als Instrument für die Ausarbeitung einer Anti-Tabak-Politik genutzt werden wür- de. Der polnische Gesundheitsminister drückte seine vorbehaltlose Unterstützung für die Er- klärung von Warschau aus. 18.–19. Februar 2002 Seite 15 Abschlussfeier Abschließende Worte sprachen der polnische Gesundheitsminister Professor Mariusz Łapiński und der WHO-Regionaldirektor für Europa Dr. Marc Danzon. Der norwegische Gesundheitsminister Dagfinn Høybråten dankte dem WHO-Regionaldirektor und dem polni- schen Gesundheitsministerium im Namen der Mitgliedstaaten für die Veranstaltung einer so anregenden Konferenz. Dr. Danzon erklärte, es sei jetzt nicht allein möglich zu hoffen, sondern auch an der Zeit, sich einer großen Verantwortung zu stellen. Er brachte den Wunsch zum Ausdruck, künftig in drei Bereichen eine Weiterentwicklung sehen zu können, nämlich hinsichtlich der Entwicklung einer starken, den Zeitraum 2002–2006 umfassenden Strategie für die Europäische Region, der Aufstellung schlagkräftiger nationaler Anti-Tabak-Pläne und der starken Unterstützung für das Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen. Künftig gehe es nicht nur darum, Jugendliche gar nicht erst zu Rauchern werden zu lassen, sondern auch darum, Rauchern dabei zu helfen, das Rauchen aufzugeben. Er befürworte deshalb Maßnahmen in vier wichtigen Bereichen: Besteuerung, Werbung, Raucherentwöhnung und Aufklärung. Er begrüßte die Teilnahme hochrangiger politischer Vertreter an der Konferenz und wies dar- auf hin, dass sich Europa mit seiner Anti-Tabak-Politik jetzt an einem Wendepunkt befinde. Er bat die Mitgliedstaaten eindringlich, ihr verstärktes politisches Engagement für Anti- Tabak-Maßnahmen aufrecht zu erhalten und gemeinschaftlich auch in den kommenden Jahren auf eine starke gemeinsame Haltung hinzuarbeiten. Parallelveranstaltungen Mehrere wichtige Partner der WHO organisierten während der Warschauer Konferenz für die Delegationen und für interessierte Journalisten Workshops Parallelveranstaltungen. Die Weltbank hielt einen Workshop über die wirtschaftlichen Aspekte von Anti-Tabak- Maßnahmen ab, bei dem es um fiskalische Maßnahmen, die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von Anti-Tabakmaßnahmen (vor allem auf die Armen) und die Kostenwirk- samkeit solcher Maßnahmen ging. Das Europäische Forum der Ärzteverbände und der WHO (EFMA), führte mit der Ressourcenstelle für Anti-Tabak-Maßnahmen (TCRC), einen Work- shop zu der Frage durch, welche Rolle die Berufsverbände der Gesundheitsfachkräfte im Kampf gegen das Rauchen übernehmen könnten. Das Europäische Netzwerk Jugend und Ta- bak (ENYPAT) veranstaltete mit Organisatoren der Kampagne „Quit and Win“ einen Work- shop über erfolgreiche Praxismodelle durch, mit denen verhindert werden soll, dass junge Leute zu Rauchern werden. Außerdem erörterte man Strategien für die Raucherentwöhnung. Pressekonferenzen Freitag, 15. Februar – Dr. Marc Danzon und Dr. Alexander Nauman (Unterstaatssekretär, Gesundheitsministerium, Polen) Montag, 18. Februar – Dr. Gro Harlem Brundtland Montag, 18. Februar – Dr. Marc Danzon Dienstag, 19. Februar – Kommissar David Byrne, begleitet von Dr. Marc Danzon Dienstag, 19. Februar – (nach der offiziellen Abschlussfeier) Dr. Marc Danzon und Professor Mariusz Łapiński Seite 16 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Anhang 1 DIE ERKLÄRUNG VON WARSCHAU FÜR EIN TABAKFREIES EUROPA In der Erkenntnis, dass es sich beim Tabak um eine toxische und suchterzeugende Sub- stanz handelt und die Tabakepidemie in der Europäischen Region der WHO eine der größten Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit darstellt, weshalb die Region gemeinsam darauf reagieren muss, nachdrücklich darauf hinweisend, dass die Anti-Tabak-Maßnahmen unter den Mitgliedstaaten in unterschiedlichen Teilen der Region zunehmend auseinander klaffen, angesichts der Tatsache, dass trotz erfolgreicher Beispiele in der Region eine Reihe von Mit- gliedstaaten erst noch eine umfassende Politik zur Bekämpfung des Tabakkonsums aufbauen muss, in Anerkennung dessen, dass heutige und künftige Generationen rauchfreie Luft und Schutz vor der unfreiwilligen Belastung durch das Passivrauchen sowie vor den negativen gesundheit- lichen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Tabakgebrauchs verdienen, unter Hinweis darauf, dass Raucherentwöhnungsmaßnahmen stark zu einer Senkung der Prä- valenz des Rauchens beitragen, aufbauend auf den Grundlagen der ersten Europäischen Konferenz über Tabakpolitik (Mad- rid, 1988) und den drei fortlaufenden, den Zeitraum 1987–2001 umfassenden Aktionsplänen für ein tabakfreies Europa, in Unterstützung der zentralen Rolle, die den Regierungen hinsichtlich der Vereinbarung, Ü- berprüfung und Stärkung ihrer nationalen Aktionspläne zukommt, in denen die Beiträge der Regierung, von nichtstaatlichen Organisationen und Gesundheitsfachkräften vereint sind, in Hervorhebung der Kompetenz und Führungsposition, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im System der Vereinten Nationen auf dem Gebiet der Anti-Tabak-Maßnahmen inne hat, in Würdigung der Tatsache, dass die Stärkung regionaler Partnerschaften und der regionalen Solidarität für effiziente, sich gegen den Tabakkonsum richtende Maßnahmen erheblichen Wert besitzt – sind wir, die Minister und Vertreter der Staaten, die an der europäischen ministeriellen Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa teilnehmen, ernsthaft besorgt über die vom Rauchen ausgehende, fortgesetzte weltweite Bedrohung der öffentlichen Gesund- heit. Entsprechend 1. verpflichten wir uns, die europäische Strategie zu Anti-Tabak-Maßnahmen (den Vierten Aktionsplan für ein tabakfreies Europa) in Übereinstimmung mit den fol- genden Leitgrundsätzen zu erarbeiten und anzunehmen: 18.–19. Februar 2002 Seite 17 – Anti-Tabak-Maßnahmen stehen an der Spitze unserer Public-Health-Prioritäten, – die Bekämpfung der Tabakepidemie ist von hoher Bedeutung für den Schutz der Gesundheit des einzelnen Menschen, vor allem von Kindern und Jugendlichen, die angemessen über den suchterzeugenden und tödlichen Charakter des Tabak- konsums und die Rekrutierungstaktik der Tabakindustrie aufzuklären sind, – umfassende Konzepte mit messbarem Einfluss auf die Verringerung des Tabakkon- sums sind wirksam in der gesamten Region umzusetzen. Die wichtigsten Elemente solch umfassender Maßnahmen sind: eine hohe Besteuerung, Verbote in der Ta- bakwerbung, der Sponsortätigkeiten für Tabakerzeugnisse und der direkten Ver- kaufsförderung, der Schutz vor unfreiwilliger Belastung durch Passivrauchen in öf- fentlichen Räumen und an Arbeitsplätzen, Zugang zu Entwöhnungsmaßnahmen und strenge, sich gegen den Tabakschmuggel richtende Kontrollmaßnahmen, – in der neuen, sich auf die Ergebnisse bisheriger Aktionspläne stützenden Strategie sollten klare und konkrete Vorgaben festgelegt werden, die in der Region bis zum Jahr 2007 zu erfüllen sind, – die Aufmerksamkeit muss sich vorrangig und gezielt auf die beunruhigenden Trends des Tabakkonsums unter Jugendlichen und Frauen und unter anfälligen so- zioökonomischen Gruppierungen und Minderheiten richten, – der Schutz der öffentlichen Gesundheit hat Vorrang vor der Tabakproduktion, wes- halb tragfähige wirtschaftliche Alternativen zur Tabakproduktion sowie die schritt- weise Umleitung von Subventionen für den Tabakanbau auf andere Aktivitäten ge- fördert werden sollten, – eine Tabakpolitik sollte bei allen Aspekten von Anti-Tabak-Maßnahmen ge- schlechtsspezifische Anliegen und Perspektiven berücksichtigen, 2. erklären wir unsere starke Unterstützung für die Ausarbeitung eines umfassenden WHO-Rahmenübereinkommens zur Bekämpfung des Tabakkonsums (Anti-Tabak- Rahmenkonvention (FCTC)) und fordern alle Mitgliedstaaten der Europäischen Region und die Europäische Kommission eindringlich auf: – zu betonen, dass der Schutz der öffentlichen Gesundheit Vorrang hat, und aktiv zur Ausarbeitung, Verabschiedung und Umsetzung einer starken und wirksamen Anti- Tabak-Rahmenkonvention beizutragen, – auf integrierte Anti-Tabak-Maßnahmen und eine Einigung über internationale Re- aktionen auf die Tabakepidemie hinzuarbeiten, 3. bitten wir die Mitgliedstaaten und zwischenstaatlichen Organisationen eindring- lich, das partnerschaftliche Zusammengehen und die Solidarität bei Anti-Tabak- Maßnahmen in Europa zu stärken, indem sie: – einen geeigneten zwischenstaatlichen Mechanismus für den regelmäßigen Aus- tausch von fachlichen, wissenschaftlichen und rechtlichen Informationen über Anti- Tabak-Maßnahmen schaffen, – die zwischen den unterschiedlichen Teilen von Europa bei Anti-Tabak-Maßnahmen bestehenden Lücken durch die Ausnutzung der in erfolgreichen Programmen ge- wonnenen Erfahrungen schließen, Seite 18 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa – die Hilfe bei der Ausarbeitung einer einzelstaatlichen Anti-Tabak-Politik für Län- der, in denen besondere Verhältnisse herrschen, wie z. B. für die im wirtschaftli- chen Umbruch befindlichen Mitgliedstaaten, erleichtern, – bei der Arbeit an der europäischen Strategie zu Anti-Tabak-Maßnahmen die Rolle von nationalen WHO-Ansprechpartnern, die ein wichtiges Netzwerk für effiziente Anti-Tabak-Maßnahmen in der Region darstellen, stärken, – sich darum bemühen, alle Teile der Gesellschaft in den Kampf gegen den Tabak- konsum einzubeziehen, 4. bitten wir den WHO-Regionaldirektor für Europa: – der Beratung und Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Entwicklung und Um- setzung von umfassenden Anti-Tabak-Maßnahmen einen hohen Stellenwert beizumessen, – die europäische Strategie zu Anti-Tabak-Maßnahmen weiterzuentwickeln und sie dem WHO-Regionalkomitee für Europa im Jahr 2002 zur Beschlussfassung vorzu- legen, – angesichts der Tatsache, dass das Problem im östlichen Teil der Region besonders gravierend ist, diesen Mitgliedstaaten zu helfen, für die Entwicklung und Umset- zung von Anti-Tabak-Maßnahmen die Unterstützung von Entwicklungs- und Spen- derorganisationen zu gewinnen, – zwischen den Mitgliedstaaten und einschlägigen zwischenstaatlichen und nicht- staatlichen Organisationen Partnerschaften, die dem koordinierten Vorgehen gegen die Tabakepidemie in der Europäischen Region dienen, zu erleichtern, – Systeme für die standardisierte Überwachung der Muster, Determinanten und Kon- sequenzen des Tabakgebrauchs auf- und auszubauen und dafür, insbesondere für die im wirtschaftlichen Umbruch befindlichen Länder, die erforderlichen finanziel- len und operativen Ressourcen zu beschaffen. Dr. Marc Danzon Professor Mariusz Łapiński Regionaldirektor für Europa Gesundheitsminister Weltgesundheitsorganisation Republik Polen 18.–19. Februar 2002 Seite 19 Anhang 2 KONFERENZPROGRAMM Montag, 18. Februar 2002 08.00–09.00 Uhr Eintragung der Konferenzteilnehmer 09.00–09.40 Uhr Eröffnung der Konferenz und Wahl der Konferenzleitung Leszek Miller, Ministerpräsident von Polen Dr. Gro Harlem Brundtland, Generaldirektorin der WHO Professor Mariusz Łapiński, Gesundheitsminister von Polen Dr. Marc Danzon, WHO-Regionaldirektor für Europa 10.00–12.15 Uhr Plenarsitzung 1: Die Tabakepidemie: Gesundheit der Bevölkerung und ökonomische Zusammenhänge 10.00–10.05 Uhr Einleitende Bemerkungen 10.05–10.45 Uhr Programmatische Ansprache von Dr. Gro Harlem Brundtland, Generaldirektorin der WHO 11.00–11.20 Uhr Professor Richard Peto, Referent 11.20–11.40 Uhr Professor Kenneth Warner, Referent 11.40–12.10 Uhr Fragen und Antworten, Diskussionsbeiträge aus dem Plenum 12.10–12.15 Uhr Konklusionen 13.30–16.30 Uhr Plenarsitzung 2: Der Aktionsplan für ein tabakfreies Europa: Lehren und Perspektiven 13.30–13.35 Uhr Einleitende Bemerkungen 13.35–14.00 Uhr Dr. Marc Danzon, WHO-Regionaldirektor für Europa 14.00–14.15 Uhr Professor Witold Zatoński, Referent 14.15–14.45 Uhr Fragen und Antworten, Diskussionsbeiträge aus dem Plenum 15.15–16.20 Uhr Diskussionsbeiträge 16.20–16.30 Uhr Konklusionen 17.00–18.00 Uhr Das Forum Tabakfreies Europa, mit einer Preisverleihung 19.30–22.00 Uhr Empfang auf Einladung der polnischen Regierung Kaffeepausen: 09.40–10.00 Uhr; 14.45–15.15 Uhr; 16.30–17.00 Uhr Mittagspause: 12.15–13.30 Uhr Dienstag, 19. Februar 2002 09.00–11.00 Uhr Plenarsitzung 3: Auf dem Weg zur Anti-Tabak-Rahmenkonvention: eine internationale Antwort auf das globale Problem 09.00–09.05 Uhr Einleitende Bemerkungen 09.05–09.25 Uhr Dr. Vera da Costa e Silva, Referent 09.25–09.40 Uhr Professor Rafael Oganov, Referent 09.40–10.50 Uhr Fragen und Antworten, Diskussionsbeiträge aus dem Plenum 10.50–11.00 Uhr Konklusionen Seite 20 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa 11.30–12.30 Uhr Ministerielle Roundtabledebatte 14.00–15.30 Uhr Plenarsitzung 4: Partnerschaften für eine koordinierte Anti-Tabak-Politik und Schließung der in Euro- pa bei der Bekämpfung des Tabakkonsums bestehenden Lücken 14.00–14.05 Uhr Einleitende Bemerkungen 14.05–14.25 Uhr Professor Joy Townsend, Referent 14.25–14.40 Uhr Sibylle Fleitmann, Referent 14.40–15.20 Uhr Fragen und Antworten, Diskussionsbeiträge aus dem Plenum 15.20–15.30 Uhr Konklusionen 16.00–17.00 Uhr Plenarsitzung 5: Annahme der Erklärung von Warschau und Konferenzabschluss 17.15–18.15 Uhr Empfang auf Einladung des WHO-Regionalbüros für Europa Kaffeepausen: 11.00–11.30 Uhr; 15.30–16.00 Uhr Mittagspause: 12.30–14.00 Uhr Parallelveranstaltungen Sonntag, 17. Februar 2002 15.00–16.30 Uhr Treffen von Delegationen der Mitgliedstaaten vor der Konferenz Montag, 18. Februar 2002 12.30–13.30 Uhr Workshop: Über die Medizin hinaus: Die Rolle des Arztes bei Anti-Tabak- Maßnahmen. Veranstaltet von dem Europäischen Forum der Ärzteverbände und der WHO und der Ressourcenstelle für Anti-Tabak-Maßnahmen. Raum Wien, 1. Stock 15.00–15.10 Uhr Eröffnung der europäischen Datenbank für Anti-Tabak-Maßnahmen Foyer im Erdgeschoss 16.45–17.00 Uhr Videonachrichten zu Anti-Tabak-Maßnahmen Foyer im Erdgeschoss Dienstag, 19. Februar 2002 11.00–11.20 Uhr Anti-Tabak-Vorstellung einer Gruppe polnischer Jugendlicher und Jugendlicher anderer Länder Foyer im Erdgeschoss 12.45–13.45 Uhr Parallele Workshops: • Wirtschaftliche Aspekte von Anti-Tabak-Maßnahmen Veranstaltet von der Weltbank Raum London, 1. Stock • Internationale Programme zur Verhütung des Rauchens und zur Raucher- entwöhnung. Veranstaltet vom Europäischen Netzwerk Jugend und Tabak, dem Internationalen Programm „Quit & Win“ und dem Europäischen Wettbewerbs-programm Rauchfreies Klassenzimmer Raum Wien, 1. Stock 18.–19. Februar 2002 Seite 21 Liste der Medienevents Freitag, 15. Februar 2002 11.00–12.00 Uhr Presseinformation (im polnischen Gesundheitsministerium) Professor Mariusz Łapiński, Gesundheitsminister von Polen; Dr. Marc Danzon, WHO-Regionaldirektor für Europa Montag, 18. Februar 2002 11.30–12.30 Uhr Pressekonferenz, Raum London 12.30–13.00 Uhr Pressekonferenz, Raum London Dienstag, 19. Februar 2002 13.30–14.00 Uhr Pressekonferenz, Raum London 17.00–17.30 Uhr Pressekonferenz, Raum London Eintragung der Delegierten und Konferenzteilnehmer (im Sheraton Hotel) Sonntag, 17. Februar 2002 15.00–21.00 Uhr Montag, 18. Februar 2002 08.00–09.00 Uhr Seite 22 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Anhang 3 ABSTRACTS ANTI-TABAK-MASSNAHMEN IN DER EUROPÄISCHEN REGION: STAND, HERAUSFORDERUNGEN UND PERSPEKTIVEN Roberto Bertollini Direktor, Abteilung Fachunterstützung WHO-Regionalbüro für Europa Kopenhagen, Dänemark Mit dem Dritten Aktionsplan für ein tabakfreies Europa im Zeitraum 1997–2001 wurden grundlegende Ziele für die Stärkung der europäischen Bewegung zur Verringerung des Tabakkonsums, für die Förde- rung von Gesundheit und von wirtschaftlichen Zugewinnen sowie für den Schutz der Öffentlichkeit vor den Aktivitäten der Tabakindustrie aufgestellt. Während der Laufzeit des Dritten Aktionsplans wurden in den meisten Mitgliedstaaten Teilerfolge erzielt. Nach den vorliegenden Daten sind annähernd 30% der Erwachsenenbevölkerung in der Region Raucher. In der Region insgesamt lässt sich inzwischen ein klarer Abwärtstrend der Prävalenz des Rauchens unter Erwachsenen beobachten, während sich der Trend bei Jugendlichen stabilisiert hat oder Aufwärtstenden- zen zeigt. Politisch haben sich die wichtigsten Veränderungen im östlichen Teil der Region vollzogen. Die meisten mittel- und osteuropäischen Länder haben Gesetze zur Steuerung des Tabakkonsums erlas- sen oder die bereits bestehenden Gesetze ausgebaut, viele Länder konnten ihre neue Politik, vor allem im Bereich der Besteuerung, der Werbung und des Schutzes der Nichtraucher, auch erfolgreich umsetzen. In letzter Zeit haben sich auch viele GUS-Länder daran gemacht, neue oder besser greifende Gesetze einzu- führen. Zugleich haben sie ihre Haltung zum internationalen Vorgehen bekräftigt und die Koordinierung internationaler Anti-Tabak-Maßnahmen gestärkt, insbesondere im Hinblick auf das Anti-Tabak- Rahmenübereinkommen. Im westlichen Teil der Region, wo die wichtigsten Elemente der Anti-Tabak- Maßnahmen bereits vor Anlaufen des Dritten Aktionsplans eingeführt wurden, waren die entscheidends- ten Veränderungen bei der Umsetzung bestehender Gesetze und Bestimmungen zu beobachten. Außer- dem wurde die EU-Richtlinie über die Regulierung von Tabakerzeugnissen angenommen, die dank ihrer Reichweite in der gesamten Region positive Auswirkungen haben könnte. In vereinzelten westeuropäi- schen Ländern wurden in der letzten Zeit die Gesetze vor allem im Hinblick auf Werbung, Altersbegren- zungen und rauchfreie Zonen gestrafft. Die neueste Untersuchung zeigt, dass kein einziges Ziel des Dritten Aktionsplans von allen Mitgliedstaa- ten erreicht wurde. Die überwiegende Mehrheit der Länder hat die einzelnen Ziele jedoch zumindest in einigen Bereichen erfüllt (z. B. hinsichtlich der Begrenzung des Rauchens in öffentlichen Räumen und am Arbeitsplatz, der Aufstellung von nationalen Aktionsplänen und der Einsetzung von Koordinations- gremien), bei einigen Zielen (Produktregulierung, Steuerpolitik, Werbeverbote, Verlaufsbeobachtung und Evaluation) wurden allerdings nur von vereinzelten Ländern Fortschritte erzielt. Am Ende des Jahres 2001 bietet sich hinsichtlich der Verwirklichung der wichtigsten Ziele einer umfas- senden Anti-Tabak-Politik in der Region folgendes Bild: Annähernd 80% der Migliedstaaten haben das Rauchen in öffentlichen Räumen und am Arbeitsplatz verboten oder begrenzt (wenngleich hinsichtlich der Umsetzung noch erhebliche Unterschiede bestehen) und bieten in den Apotheken die üblichsten Pro- dukte der Nikotinersatztherapie rezeptfrei an (allerdings ist die Zugänglichkeit dieser Produkte im allge- meinen äußerst begrenzt). Drei Viertel der Mitgliedstaaten haben sektorübergreifende Koordinationsaus- schüsse eingerichtet. Doch nur in etwa der Hälfte der Mitgliedstaaten gibt es mittlerweile nationale Akti- onspläne und Teilbegrenzungen oder direkte Verbote der direkten und indirekten Werbung für Tabak- produkte. In nicht ganz einem Drittel der Länder laufen nachhaltige und geschlechtsspezifische Aufklä- rungskampagnen. In weniger als einem Viertel der Länder werden direkte Tabaksteuern erhoben und die 18.–19. Februar 2002 Seite 23 Zugänglichkeit von Tabakerzeugnissen für Jugendliche unter 18 Jahren begrenzt (was auch die Beseiti- gung aller wichtigen nicht persönlichen Verkaufsformen beinhaltet). In fast keinem Land werden die bei der Behandlung von Tabakabhängigkeit anfallenden Kosten rückvergütet oder umfassende Berichte über landesweite Anti-Tabak-Maßnahmen veröffentlicht. Ebenso schlecht steht es mit der Einführung von gesundheitlichen Warnhinweisen oder der Begrenzung des Teer- und Nikotingehalts auf die im Dritten Aktionsplan empfohlenen Werte. Der neueste Bericht enthüllt auch kritische Schwächen bei der Umsetzung einer Anti-Tabak-Politik in der Region. Auf nationaler Ebene fehlt eine umfassende Politik, die Finanzierung ist unzulänglich, der Tabakkonsum bestimmter sozialer und demographischer Bevölkerungsgruppen wird nicht ausreichend verfolgt, die Öffentlichkeit wird nicht genügend aufgeklärt, und es fehlt an politischer Unterstützung, was eine wirksame und nachhaltige Politik immer noch stark behindert. Auf internationaler Ebene sind die wichtigsten Herausforderungen auch weiterhin die Sicherstellung einer standardisierten Überwa- chung, die Durchführung von Maßnahmen, die sich gegen den Schmuggel richten, sowie die Regulie- rung der grenzüberschreitenden Werbung und die Koordinierung von Maßnahmen, um der Taktik der Tabakindustrie zu begegnen. Der nächste Aktionsplan für ein tabakfreies Europa sollte die aus der bisherigen Arbeit gezogenen Leh- ren berücksichtigen und zudem die neueste Entwicklung der internationalen Anti-Tabak-Maßnahmen einbeziehen. Besonders wichtig ist hier vor allem der Prozess, der zur Ausarbeitung des Entwurfs für ein Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen führen soll. Der neue Aktionsplan sollte wissenschaftlich un- termauerte und innovative Problemlösungen vorsehen und sicherstellen, dass im Rahmen einer umfas- senden sektorübergreifenden Strategie ein angemessenes Gleichgewicht zwischen nachfrage- und ange- botsorientierten Maßnahmen gewahrt wird. DIE ROLLE NICHTSTAATLICHER ORGANISATIONEN BEI DER ENTWICKLUNG EI- NER UMFASSENDEN ANTI-TABAK-POLITIK Sibylle Fleitmann Generalsekretärin, European Network for Smoking Prevention Brüssel, Belgien Nichtstaatliche Organisationen (NGOs) spielen auf einzelstaatlicher und europäischer Ebene eine we- sentliche Rolle bei der Entwicklung einer umfassenden Anti-Tabak-Politik. Sie sind das Verbindungs- glied zwischen Zivilgesellschaft und staatlichen Organen, können Einzelpersonen, Organisationen und ganze Netzwerke zum Handeln anregen und damit den Anstoß zum Wandel geben. Im Folgenden sol- len Beispiele zeigen, wie durch multisektorale Partnerschaft die Anti-Tabak-Maßnahmen in Europa verbessert worden sind. Seit 1997 haben NGOs in Europa ihre widersprüchlichen Interessen und Meinungsunterschiede zu- rückgestellt, um gemeinsam gegen die verheerende Tabakepidemie vorgehen zu können. Heute gibt es in den 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU), aber auch in Estland, Island, Norwegen, Po- len, der Tschechischen Republik und Ungarn landesweite Bündnisse. Gemeinsame Arbeitsprinzipien wurden entwickelt, um die zu leistende Überzeugungsarbeit vom Ansatz her zu vereinheitlichen und die Zusammenarbeit unter den Organisationen in den einzelnen Ländern auszubauen. Auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene wurde eine zentrale Struktur geschaffen, die zum Informati- ons- und Erfahrungsaustausch motivieren und ihn erleichtern soll. Durch koordinierte internationale Projekte zur Prävention des Rauchens wurden wissenschaftliche Organisationen und Institutionen in die übergeordnete Überzeugungsarbeit einbezogen. Diese Koalitionsbildung hat wesentlich dazu bei- getragen, die Annahme der EU-Richtlinien über Tabakwerbung und -regulierung sicherzustellen. Die WHO hat von ihren Mitgliedstaaten das einzigartige Mandat erhalten, für die europäischen Bürger einen hohen Gesundheitsschutz zu schaffen. Die Mitgliedstaaten arbeiten aktiv an der Gestaltung einer Seite 24 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Politik, die darauf abzielt, tabakbedingte Sterbefälle und Erkrankungen zu verringern. Die Verhand- lungen über die Rahmenkonvention wurden als noch nie da gewesene Gelegenheit erkannt, der sich ausweitenden Tabakepidemie in unserer Region Einhalt zu gebieten. Allerdings hat sich gezeigt, dass eine mächtige Tabakindustrie immer versuchen wird, die Entwicklung einer wirksamen Politik mit wirtschaftlichen Argumenten zu unterlaufen. Angesichts einer gesundheitlichen Geißel, die täglich Tausenden von Menschen das Leben kostet, verlangen die Bürger, dass den Anliegen der öffentlichen Gesundheit Vorrang eingeräumt wird. Die NGOs haben sich weltweit zusammengetan, um die Welt- gesundheitsversammlung in ihren Bemühungen um eine starke und wirksame Anti-Tabak- Rahmenkonvention zu unterstützen. Nach Auffassung der NGOs wird es uns nur durch ein multisektorales und interdisziplinäres Zusam- mengehen gelingen, ein rauchfreies 21. Jahrhundert zu schaffen. LÄNDERÜBERGREIFENDE VERGLEICHBARKEIT VON SURVEYS ZUM ZWECK DER ÜBERWACHUNG UND EVALUIERUNG: ERFAHRUNGEN AUS DER GLOBALEN ERHEBUNG ÜBER JUGEND UND TABAK Lawrence W. Green Direktor, Office of Extramural Prevention Research, Centers for Disease Control and Prevention Atlanta (GA), Vereinigte Staaten Für internationale und länderspezifische Erhebungen wurde ein Ansatz gefunden, der der Notwendig- keit gerecht wird, über international wie auch auf nationaler, regionaler und sogar lokaler Ebene ent- sprechend vergleichbare bedarfsgerechte Daten zu verfügen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die schul- zentrierte globale Erhebung über Jugend und Tabak (die so genannte ,,Global Youth Tobacco Survey“ GYTS), die – innerhalb von zwei Jahren nach ihrer Initiierung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die United States Centers for Disease Control and Prevention (CDC), mit finanzieller Un- terstützung der United Nations Foundation und des United States National Cancer Institute – von ur- sprünglich sechs Ländern auf inzwischen über 90 Länder erweitert wurde. Dieser Beitrag beschreibt die Partnerschaft zwischen den beiden Hauptorganisationen und den weiteren Partnern bzw. Ländern, die sich angeschlossen haben, sowie den Prozess der Beteiligung der einzelnen Länder und Einzelhei- ten bezüglich der Vorbereitung und Durchführung der Datensammlung, Datenauswertung und an- schließenden Datenanwendung. Die Implikationen für länderübergreifende Surveys über Anti-Tabak- Maßnahmen in Europa werden untersucht, mit speziellem Augenmerk auf zusätzliche Schwierigkeiten hinsichtlich der Durchführung von Surveys über die Erwachsenenbevölkerung. TABAK UND GESUNDHEIT: FRIEDLICHE KOEXISTENZ IST UNMÖGLICH Rafael G. Oganov Direktor, Staatliches Zentrum für Präventionsmedizin Institut Moskau, Russische Föderation In einigen Industrieländern hat sich die Tabakepidemie etwas „beruhigt“, in den Entwicklungsländern und in den Ländern, die sich wirtschaftlich im Umbruch befinden, stellt sie dagegen weiterhin ein gro- ßes Problem dar. Der Konsum aller Formen von Tabak erhöht das Risiko, vorzeitig an einer von zahl- reichen chronischen Krankheiten zu sterben, signifikant. Die häufigsten und gefährlichsten dieser Krankheiten sind Atherosklerose und die dadurch verursachten Erkrankungen (ischämische Herz- krankheit, Schlaganfall, Schädigung der peripheren Arterien), chronische Verschlusskrankheiten der 18.–19. Februar 2002 Seite 25 Lunge und des Atemwegssystems sowie maligne Neoplasmen (in erster Linie Lungenkrebs). Die wis- senschaftlichen Fakten belegen, dass durch den Tabakkonsum über 25 Krankheiten verursacht werden. Zugleich erfasst die Tabakepidemie auch Länder, in denen kein Tabak angebaut wird, wo sie dann nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern auch die Wirtschaft dieser Länder ungeheuer schä- digt. Ein Beispiel ist mein eigenes Land, die Russische Föderation, wo 63% der Männer und 9,7% der Frauen regelmäßig rauchen. Prospektive Langzeitstudien in Moskau und St. Petersburg haben gezeigt, dass bei Männern der Altersgruppe 40–59 Jahre das dem Rauchen zuzuschreibende Sterberisiko auf- grund aller Krankheiten, aufgrund von ischämischen Herzkrankheiten, Schlaganfall und Krebs 36,4%, 41,4%, 21,4% bzw. 44,5% beträgt. Da die Raucherprävalenz unter Frauen der Altersgruppe 30–69 Jahre niedrig liegt, ist die entsprechende Quote für diese Bevölkerungsgruppe ebenfalls signifikant niedriger (7,8%, 6,8%, 9,9% und 2,1%). Unter den Männern dieser Kohorte, die täglich zwanzig oder mehr Zigaretten rauchen, lag die Lebenserwartung 6,7 Jahre unter der Lebenserwartung von Männern, die nie geraucht haben. Bei Frauen, die täglich sechs oder mehr Zigaretten rauchen, verkürzte sich die Lebenserwartung um 5,3 Jahre. Unsere Forschungsarbeiten zeigen, dass sich bei Männern der mittleren Altersgruppe (40–59 Jahre) mit jeweils drei Zigaretten pro Tag die Lebenserwartung um ein Jahr verkürzt. Bei Frauen zeigt sich die gleiche Auswirkung auf die Lebenserwartung bereits bei zwei Zigaretten täglich. Russland verliert aufgrund des Rauchens jährlich schätzungsweise 200 000 Männer und 20 000 Frauen der mittleren Altersgruppe. Besonders besorgniserregend ist es, wenn Frauen rauchen. Bei ihnen erhöht sich das Risiko reproduk- tiver Funktionsstörungen signifikant, und zudem stellt das Rauchen eine Bedrohung für Leben und Gesundheit des Säuglings dar. Die Forschungsresultate zerstreuen in keiner Weise den Verdacht, dass Passivrauchen eine schwer- wiegende gesundheitliche Bedrohung ausmacht. Das Problem ist besonders akut für Kinder und für die arbeitende Bevölkerung (die am Arbeitsplatz dem Passivrauchen ausgesetzt wird). Andererseits kann sich das Krankheitsrisiko signifikant verringern, wenn (vor allem bereits in jungen Jahren) das Rauchen aufgegeben wird, was wiederum die Lebenserwartung erhöht. Die in vielen Län- dern gewonnenen Erfahrungen zeigen, dass man der Tabakepidemie Einhalt gebieten kann und dass die Ärzteschaft alle Formen von Antitabakmaßnahmen anregen und als „Katalysator“ dieser Maßnah- men fungieren muss, da wir beruflich dazu verpflichtet sind, die Gesundheit der Menschen zu erhal- ten. DIE GEFAHREN DES RAUCHENS UND DIE VORTEILE DES AUFHÖRENS Richard Peto Professor für medizinische Statistik und Epidemiologie Clinical Trial Service Unit, Radcliffe Infirmary, Oxford, Vereinigtes Königreich Der Tabak hat im 20. Jahrhundert etwa 100 Millionen Sterbefälle verursacht. Wenn sich die derzeiti- gen Rauchergewohnheiten halten, wird er im 21. Jahrhundert zu etwa 1 Milliarde Sterbefällen führen. Weltweit werden etwa 150 Millionen Erwachsene, die bereits Raucher sind, in den nächsten 25 Jahren dem Tabak erliegen, wenn sie das Rauchen nicht aufgeben. Die Hälfte dieser Menschen wird, wenn sie stirbt, noch im mittleren Alter, d. h. zwischen 35 und 69 Jahre alt sein. Alle, die dem Tabak im mittleren Alter erliegen, verlieren im Durchschnitt etwa 20–25 Jahre der Lebenserwartung eines Nich- trauchers. Seite 26 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Die Resultate sind beachtlich, wenn das Rauchen aufgegeben wird (solange noch keine schwerwie- gende Krankheit aufgetreten ist). Alle, die vor dem Einsetzen schwerer Krankheitszustände das Rau- chen im mittleren Alter aufgeben, entgehen damit dem größten Teil des mit dem Tabak verbundenen Sterblichkeitsrisikos, und noch besser funktioniert das, wenn man das Rauchen aufgibt, bevor man diese Altersgruppe erreicht. Viele erwachsenen Raucher können aufhören: Millionen haben dies bereits getan. Im Vereinigten Kö- nigreich hat sich der Zigarettenumsatz seit 1965 z. B. halbiert, und die durch den Tabak verursachten Sterbefälle in der Altersgruppe der 35–69-Jährigen ist von 80 000 im Jahr 1965 auf 40 000 im Jahr 1995 zurückgegangen.1 Wenn man dafür sorgt, dass weniger junge Menschen zur Zigarette greifen, kann das zwar die Zahl der Tabaksterbefälle in den nächsten 25 Jahren nicht wesentlich beeinflussen, es könnte aber verhin- dern, dass um die Mitte und in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts Hunderte von Millionen tabak- bedingter Sterbefälle zu beklagen sind. WIRTSCHAFTLICHE UND SOZIALE KONSEQUENZEN DES RAUCHENS IN EUROPA Joy Townsend Gastprofessorin, Forschungsabteilung Gesundheitsförderung London School of Hygiene and Tropical Medicine London, Vereinigtes Königreich Im Gegensatz zur vorherrschenden Meinung geht das Rauchen in Europa nicht wesentlich zurück. Die Raten sind konstant oder nur leicht rückläufig, wobei sie in Osteuropa und unter den ärmeren Bevölke- rungsgruppen aller Länder am höchsten liegen. Unter den Ländern sind dabei krasse Unterschiede zu beobachten, die sich trotz der Versuche, eine Steuerharmonisierung zu erreichen, teilweise auf unter- schiedliche Besteuerung und Preispolitik zurückführen lassen. Auch bei steigendem Einkommen wer- den mehr Zigaretten geraucht, wenn die Politik hier nicht für Ausgleich sorgt. Etwa 30% der Erwach- senen in Europa rauchen regelmäßig, was jährlich 1,3 Millionen Sterbefälle zur Folge hat, wobei jede Person durchschnittlich zwanzig Lebensjahre verliert. Mit den derzeitigen Ziffern werden im Jahr 2020 um die 20% aller Sterbefälle durch das Rauchen verursacht sein. Wie die Raucherquote, so schwankt auch die Rate der tabakbedingten Erkrankungen unter den Ländern und den verschiedenen sozialen Gruppierungen. Während der letzten zehn Jahre ist die standardisierte Lungenkrebsmortalität in fast allen Ländern gestiegen, in einigen sogar steil. Ökonomie und Tabak sind unlösbar miteinander verbunden und haben weit reichende gesellschaftli- che Implikationen. Wirtschaftliche, auf den Herstellerprofit abzielende Erwägungen bestimmen die Angebotsseite, während die Nachfrage durch Werbung, Geschmack, Preise und Steuern bestimmt wird. Die externen wirtschaftlichen Kosten umfassen die zusätzlichen Gesundheitsausgaben für Rau- cher, die Frühsterblichkeit und Brände, die u. U. alle von anderen Mitgliedern der Gesellschaft oder anderen Gesellschaften getragen werden müssen. Handelsabkommen, Subventionen und Steuerhar- monisierung beeinflussen das Niveau des Tabakkonsums und wirken überall in der Region positiv o- der negativ auf die damit zusammenhängende Morbidität und Mortalität ein. In meinen Darlegungen geht es um die wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Konsequenzen des Tabakgebrauchs in der gesamten Region und um die schätzungsweisen Auswirkungen unter- schiedlicher politischer Maßnahmen auf die Sterblichkeit, die Volkswirtschaft und die Gesellschaft. 1 PETO, R. ET AL. Smoking, smoking cessation and lung cancer in the UK since 1950: combination of national statistics with two case-control studies. British medical journal, 321: 323–329 (2000). 18.–19. Februar 2002 Seite 27 Erörtert wird, welche Probleme das Rauchen für Armut, gesundheitliche Verteilungsungerechtigkeiten und sozioökonomische Gruppierungen aufwirft. DIE WIRTSCHAFTLICHEN KONSEQUENZEN DER HERSTELLUNG UND DES KONSUMS VON TABAKPRODUKTEN: EINE INTERNATIONALE PERSPEKTIVE Kenneth E. Warner Professor für Public Health, University of Michigan Michigan (MI), Vereinigte Staaten Nachdem die Tabakindustrie ihre alte Behauptung von den unbewiesenen Gefahren des Rauchens weitgehend aufgegeben hat, verlegt sie sich jetzt auf die Argumentation, der Tabak sei, ungeachtet seiner gesundheitlichen Konsequenzen, für die Wirtschaft fast aller Länder der Welt lebenswichtig. Dabei stützt sich die Industrie auf den Umfang der für die Wirtschaft insgesamt, insbesondere aber für den Staat durch den Tabak bewirkten wirtschaftlichen Aktivität. Für die Wirtschaft finde dies seinen Niederschlag in hohen Beschäftigungszahlen und damit starkem Einkommen in Landwirtschaft, ver- arbeitender Industrie und Einzelhandel. Die Vorteile für die Regierungen erklärten sich aus den erheb- lichen Einnahmen aus Tabaksteuern, in einigen Ländern darüber hinaus auch noch aus dem Handels- überschuss, der sich aus dem Export von Rohtabak oder Fertigprodukten ergebe. Die Industrie appel- liert, indem sie gegen Antitabak-Gesetzesvorlagen wie die Begrenzung der Tabakwerbung, die Be- schränkung des Rauchens in öffentlichen Gebäuden, den Abbau von Tabaksubventionen und die An- hebung der Steuern für Tabakprodukte angeht, an die staatliche Besorgnis über den Verlust wirtschaft- licher Vorteile. Auf die Vorhaltung von Seiten der Gesundheitsberufe, dass das Rauchen eine unge- heure Belastung für die Gesundheitssysteme der Länder darstelle, erwidert die Industrie, dass das Rau- chen unter dem Strich die Gesundheitsausgaben sogar verringere, da die Raucher weniger wahrschein- lich ein Alter erreichen würden, in dem teure chronische Krankheiten ihren größten Tribut fordern. Die wirtschaftlichen Argumente der Industrie sind bestenfalls unehrlich. Allgemein (und insgesamt betrachtet) ist der Nettobeitrag, den die Tabakindustrie zu Beschäftigung und Einkommen leistet, gleich Null, da sich vergleichbare Beschäftigungs- und Einkommensniveaus ergeben würden, wenn das Geld für andere Güter und Dienstleistungen ausgegeben würde. Der Staat nimmt zwar Tabaksteu- ern ein, doch diese Steuern machen typischerweise nur einen geringen Teil der gesamten Staatseinkünfte aus. Aufgrund der bei Tabakprodukten fehlenden Nachfrageelastizität steigen mit erhöhter Tabakbesteu- erung die staatlichen Einnahmen sogar. Zu den Vorteilen der durch den Tabakexport erzielten Handels- überschüsse ist zu sagen, dass nur eine Minderheit von Ländern zu den Nettoexporteuren von Tabak und Tabakprodukten zählt. Die überwiegende Mehrheit der Länder würde erleben, dass mehr Geld für einheimische Güter und Dienstleistungen ausgegeben würde, wenn der Tabakkonsum zurückginge. Damit würde sich der wirtschaftliche Wohlstand dieser Länder verbessern. Raucher entgehen zwar bestimmten, mit altersbedingten Krankheiten verbundenen Kosten, doch die besten wissenschaftlichen Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Rauchen unter dem Strich die Gesundheitsausgaben in die Höhe treibt, weil Raucher im Laufe ihres Lebens durch tabakbedingte Erkrankungen das Gesundheits- system sehr viel mehr kosten. Ich gehe in meinem Papier kritisch auf alle Argumente der Industrie ein und rücke die wahre wirt- schaftliche Bedeutung des Tabaks in die richtige Perspektive. Angesprochen werden auch das heikle internationale Problem des Zigarettenschmuggels und die Rolle, welche die Industrie dabei spielt, wo- bei gezeigt wird, dass der Zigarettenschmuggel durch die in den einzelnen Ländern bestehenden Preis- unterschiede bedingt ist. Im Kern lautet die Schlussfolgerung, dass die mit dem Tabak verbundenen finanziellen Interessen grundlegend politischer und absatzorientierter Art sind. Der Tabak hat keinen speziellen gesellschaftlichen Wert. Ganz im Gegenteil, er belastet die gesellschaftlichen Ressourcen und hindert die Verwirklichung sozialer Ziele. Weitaus die wichtigste Konsequenz ist das durch den Tabak bewirkte verheerende menschliche Elend. Eine starke Politik zur Steuerung des Tabakkonsums Seite 28 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa wird sich nicht nachteilig auf die Wirtschaft der Länder auswirken, sondern diese in einigen Fällen sogar stärken, und zugleich wird damit der Hauptbedrohung für Gesundheit und Langlebigkeit im 21. Jahrhundert der Kampf angesagt. ANTI-TABAK-RAHMENÜBEREINKOMMEN INTERNATIONALE REAKTION AUF EIN GLOBALES PROBLEM Derek Yach Exekutivdirektor, Nichtübertragbare Krankheiten und Psychische Gesundheit WHO-Hauptbüro, Genf, Schweiz Im Jahr 2000 sind 4,2 Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums gestorben. Diese Zahl wird sich bis Ende der 2020er Jahre auf 10 Millionen erhöhen. Dabei sind 70% der Todesfälle voraus- sichtlich in den Entwicklungsländern zu erwarten. In der Europäischen Region sind etwa 40% der Männer und 23% der Frauen Raucher, insgesamt also etwa 230 Millionen Menschen. Diese Epidemie wird durch das globale Marketing und die Verkaufsstrategien für Zigaretten geschürt. Unterstützt wird sie durch ausgedehnte Schmuggelaktivitäten und gesteuert durch die gründlich durch- dachte Politik der Tabakunternehmen. Das Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen (FCTC) ist die Reaktion der Welt auf die globale Tabak-Krise. Die folgende Bestandsaufnahme soll zeigen, was in den internationalen Verhandlungen über einen bindenden Vertrag für Anti-Tabak-Maßnahmen bisher erreicht wurde. Zusammengefasst werden die vielfachen und unterschiedlichen nationalen, regionalen und globalen Anstrengungen, die Regierungen, Organisationen der Vereinten Nationen und nichtstaat- liche Organisationen unternehmen, um dieses Ziel zu erreichen, wobei unterstrichen wird, wie we- sentlich Maßnahmen in der Europäischen Region sind. GESUNDHEITLICHE VERBESSERUNGEN DURCH ANTI-TABAK-MASSNAHMEN IN POLEN – FAKTEN, DIE IN EUROPA ZUM HANDELN ZWINGEN Witold A. Zatoński Leiter, Abteilung für Epidemiologie und Krebsprävention Krebszentrum und Institut für Onkologie Warschau, Polen Die mittel- und osteuropäischen Länder (MOE) stehen vor der großen Aufgabe, etwas gegen die vor allem unter Männern der jungen und mittleren Altersgruppen zu beobachtende Frühsterblichkeit un- ternehmen zu müssen. Die Statistik aus dem Jahr 1990 zeigte, dass unter den 15-jährigen Jungen der MOE-Länder weniger das Alter von 60 Jahren erreichen würden als unter den Gleichaltrigen nicht nur in Westeuropa, sondern auch in Lateinamerika, China oder sogar Indien. Die sehr hohe Frühsterblich- keit in dieser Region geht hauptsächlich auf durch den Menschen verursachte Erkrankungen zurück: Fast 50% der Krankheitslast geht auf das Konto des Zigarettenrauchens. Polen und einige andere MOE-Länder führten in den 1990er Jahren Anti-Tabak-Maßnahmen ein. Nach fünf Jahren heftiger öffentlicher Debatte gelang es der (hauptsächlich aus Ärzten bestehenden) Gesundheitslobby in Polen endlich, im Parlament ein von allen Parteien unterstütztes Gesetz durchzu- bringen. Es war 1995 zwar noch nicht möglich, die Tabakwerbung völlig zu verbieten, doch im Okto- ber 1999 stimmte das Parlament für eine Ausweitung der Maßnahmen und verabschiedete ein Gesetz, das ein totales Werbeverbot vorsah (Plakatwerbung ab 2001, Zeitungen ab 2002), auch dieses wieder- um mit großer Stimmenmehrheit. Eine 0,5% der Einnahmen aus der Tabakbesteuerung entsprechende 18.–19. Februar 2002 Seite 29 Summe ist jetzt den Anti-Tabak-Maßnahmen gewidmet. Das Verbot der Unterstützung politischer Par- teien durch Tabakunternehmen ist weltweit die erste gesetzliche Bestimmung dieser Art. Vorgesehen ist weiterhin: − das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden und der Verkauf von Zigaretten an Minderjährige durch Automaten, in kleinen Schachteln oder in Einzelstückzahlen; − Warnungen vor den gesundheitlichen Gefahren auf Zigarettenschachteln (30% der Vorderseite – die deutlichste Warnung in Europa) und in Anzeigen (20% der Gesamtfläche); − allmähliche Reduzierung des Teer- und Nikotingehalts; − jährliche Berichte an das Parlament. Das Gesetz wurde vom Ausland begrüßt und regte offenbar die Europäische Union zu dem Schritt an, dort ebenfalls größere Warnungen auf die Zigarettenpackungen zu drucken. Das neue Gesetz fördert die Gesundheit, da es die Belastung durch Tabakrauch verringert. Die Warnungen vor den gesundheit- lichen Gefahren des Rauchens verdeutlichen, dass es sich bei Zigaretten um ein krebserzeugendes Produkt handelt. Auch Bestimmungen über das Rauchen am Arbeitsplatz werden mittlerweile erfolg- reich durchgesetzt, vor allem in Privatunternehmen. Kürzlich wurde der erste Prozess, bei dem auf Schadensersatz aufgrund des Zwangs zum Passivrauchen am Arbeitsplatz geklagt worden war, ge- wonnen. In den Gemeinden wachsen die gesundheitsorientierten Anti-Tabak-Initiativen. Seit 1991 läuft die um- fassende Gesundheitskampagne „Quit and Win“. Laut Berichten haben aufgrund dieser Kampagne bisher über zwei Millionen Menschen das Rauchen aufgegeben. Das Interesse an medizinischen Maßnahmen zur Steuerung des Tabakkonsums wächst. Der Umsatz von Produkten für die Nikotinersatztherapie steigt jährlich um 20%. Mittlerweile steht Bupropion zur Verfügung, und die polnischen Ärzte sind eher bereit, die (in der von der WHO herausgegebenen In- ternationalen Klassifikation der Krankheiten angeführte) Tabakabhängigkeit zu behandeln. Dennoch bleibt in den kommenden Jahren zweifellos noch viel zu tun. Quellen der Tabakindustrie belegen, dass der Tabakumsatz trotz jährlicher Werbeetats von 100 Milli- arden US-Dollar zwischen 1990 und 1998 um 10% zurückging. Die Raucherprävalenz sank von 65% bei Männern und 30% bei Frauen (1982) auf 40% bzw. 20% (Ende der 1990er Jahre). Die Tatsache, dass weniger Tabakrauch eingeatmet wird, hat in den 90er Jahren ebenfalls dazu beige- tragen, dass sich die Gesundheit der Polen ganz allgemein verbesserte. Zum ersten Mal überhaupt hat sich die Prävalenz von Lungenkrebs (eine Krankheit, von der fast ausschließlich Zigarettenraucher betroffen sind) unter Männern der jungen und mittleren Altersgruppen erheblich verringert. Erstmals seit den 60er Jahren ist die Lebenserwartung wieder gestiegen, unter Männern um fast vier Jahre, unter Frauen um mehr als drei Jahre. Seite 30 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Anhang 4 TEILNEHMERLISTE Repräsentanten der Mitgliedstaaten Albanien Vjollca Meçe Beraterin des Gesundheitsministers Gesundheitsministerium Dr. Roland Shuperka Zentrum für Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung Andorra Montserrat Camps Gallart Directrice Ministère de la santé et du bien-être Dr. Margarida Coll Armangué Chef, Service de surveillance épidémiologique Ministère de la santé et du bien-être Armenien Dr. Ararat Mkrtchyan Gesundheitsminister Dr. Alexander Bazarjan Abteilung Epidemiologie Staatliches Institut für Gesundheit Dr. Artiom Vanian Leiter, Abteilung Public Health und Epidemiologische Überwachung Gesundheitsministerium Aserbaidschan Dr. Hasrat Huseynov Leiter, Städtisches Gesundheitsamt Gyanja Gesundheitsministerium Dr. Leyli Alieva Leiterin des Laboratoriums Forschungsinstitut für Lungenkrankheiten Dr. Sevda Mustafayeva Leiterin, Abteilung Lungenkrankheiten Forschungsinstitut des Gesundheitsministeriums Belgien Sophie Dessalle Collaboratrice, Service juridique Cabinet fédéral de la Protection de la Consommation, de la Santé publique et de l’Environnement 18.–19. Februar 2002 Seite 31 Luk Joossens Département de recherche Centre de Recherche et d’Information des Organisations de Consommateurs (CRIOC) Paul van den Meerssche Inspecteur de la santé Ministère des affaires sociales, de la santé publique et de l’environnement Bosnien-Herzegowina Dr. Vildan Doder Berater Gesundheitsministerium der Föderation Bosnia-Herzegowina Dr. Stevan Jovic Assistent des Gesundheitsministers Gesundheitsministerium der Republik Srpska Professor Ajnija Omanic Medizinische Fakultät Universität Sarajevo Dr. Zivana Gavric Institut für Public Health Republik Srpska Bulgarien Slavcho Bogoev Stellvertretender Gesundheitsminister Tzveta Timcheva Sekretärin der Intersektoralen Kommission für Anti-Tabak-Maßnahmen Gesundheitsministerium Dr. Jana Tzvetanova Andonova Leiterin, Europäische Integration und internationale Zusammenarbeit Ministerium für Land- und Forstwirtschaft Dänemark Karina Andersen Gesundheitsministerium Ulla Skovgaard Danielsen Leitende Beraterin, Zentrum für Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention Staatliche Gesundheitsbehörde Deutschland Gudrun Schaich-Walch Parlamentarische Staatssekretärin Bundesministerium für Gesundheit Helmut Voigtländer Ministerialdirigent Unterabteilung Z2 Internationale Zusammenarbeit/Angelegenheiten der EU Bundesministerium für Gesundheit Michaela Schreiber Referatsleiterin Drogen und Sucht Bundesministerium für Gesundheit Seite 32 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Peter Lang Referatsleiter Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien Angelina Bacanovic Rechtsassistentin Gesundheitsministerium Snezana Cicevalieva Assistentin für Europäische Integration und Internationale Zusammenarbeit Gesundheitsministerium Dr. Mome Spasovski Medizinische Fakultät Universität „Sv. Kiril i Metodij“ Estland Dr. Katrin Saluvere Stellvertretende Generalsekretärin Ministerium für Soziales Ain Aaviksoo Leiter, Gesundheitsschutz Ministerium für Soziales Dr. Andrus Lipand Leiter, Referat Gesundheitsförderung Ministerium für Soziales Finnland Osmo Soininvaara Minister für Gesundheit und Soziales Otto Lehtipuu Sonderberater des Ministers Ministerium für Gesundheit und Soziales Dr. Tapani Melkas Leiter, Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention Ministerium für Gesundheit und Soziales Dr. Olli Simonen Ministerberater Ministerium für Gesundheit und Soziales Beraterin Kristiina Patja Koordinatorin Tabak und Gesundheit Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsförderung Staatliches Institut für Public Health Frankreich Dr. Jean-Baptiste Brunet Chef de la cellule des affaires européennes et internationales à la Direction générale de la santé 18.–19. Februar 2002 Seite 33 Charley Causeret Conseiller diplomatique auprès de la Mission interministérielle de lutte contre la drogue et la toxicomanie Pascal Melihan-Chenin Direction générale de la santé Antoine Ortiz Chargé de mission à la Délégation aux Affaires européennes et internationales Berater Jacques Robert Conseiller pour les affaires sociales Französische Botschaft in Warschau Georgien Dr. Ramaz Urushadze Leiter, Abteilung Public Health Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Griechenland Hektor Nassiokas Stellvertretender Gesundheitsminister Catherine Calioti Abteilung Internationale Beziehungen Ministerium für Gesundheit und Wohlfahrt George Georgakopoulos Ständiger Verteter des Ministeriums für Gesundheit und Wohlfahrt bei der EU Ministerium für Gesundheit und Wohlfahrt Vasiliki-Georgi Sechioti Abteilung Internationale Beziehungen Ministerium für Gesundheit und Wohlfahrt Irland Mary Hanafin Staatsministerin Ministerium für Gesundheit und Kinder Tom Mooney Beigeordneter Sekretär Ministerium für Gesundheit und Kinder Island Dr. Thorsteinn Njalsson Vorsitzender Isländische Task Force für Anti-Tabak-Maßnahmen Israel Elana Mayshar Leitende Abteilungsdirektorin und Koordinatorin für Rechtsfragen im Bereich Tabak und Rauchen, Sekretariat des Rechtsberaters Gesundheitsministerium Seite 34 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Hannah Peleg Koordinatorin, Gesundheitsförderung Gesundheitsministerium Kite Bath-Eden Israelische Botschaft in Polen Italien Antonio Guidi Unterstaatssekretär für Gesundheit Giancarlo Leo Italiens Botschafter in Warschau Dr. Anna Gennari Sekretärin des Unterstaatssekretärs Dr. Francesco Cicogna Leitender Medizinalreferent, Internationale Beziehungen, Gesundheitsministerium Jugoslavien Dr. Ljubomir Georgijevic Stellvertretender Bundesminister Dr. Olga Cosic Beraterin des Bundesministers für Arbeit, Gesundheit und Soziales Dr. Ljiljana Stojanovic Beraterin des Bundesministers für Arbeit, Gesundheit und Soziales Kirgisistan Dr. Gouljigit Aliev Stellvertretender Gesundheitsminister Buribay Dzhuraev Abgeordneter Gesetzgebende Versammlung des Schogorku Kenesch Askarbek Ermatov Abgeordneter Vollversammlung der Volksvertretung des Schogorku Kenesch Kroatien Dr. Andro Vlahusic Gesundheitsminister Dr. Marija Gajski-Kneklin Hygieneinspekteurin Gesundheitsministerium Dr. Vlasta Hrabak-Zerjavic Leiterin, Abteilung Epidemiologie chronischer Krankheiten Kroatisches Institut für Public Health Lettland Ziedonis Maulins Parlamentarischer Sekretär Ministerium für Wohlfahrt 18.–19. Februar 2002 Seite 35 Dr. Janis Caunitis Leiter, Abteilung Statistik, Prävention und Methodik Zentrum für die Prävention und Behandlung von Drogenmissbrauch Maris Juruss Leiter, Abteilung Verbrauchssteuern Finanzministerium Litauen Dr. Konstantinas R. Dobrovolskis Gesundheitsminister Dr. Ona Birute Adomonyte Beraterin des Ministers Gesundheitsministerium Gelena Kriveliene Leitende Spezialistin Abteilung Public Health Gesundheitsministerium Malta Dr. Louis Deguara Gesundheitsminister Dr. Ray Busuttil Generaldirektor (Gesundheit) Gesundheitsministerium Maria Ellul Leiterin, Abteilung Gesundheitsförderung Gesundheitsministerium Saviour Gambin Privatsekretär des Gesundheitsministers Gesundheitsministerium Niederlande Dr. Els Borst-Eilers Ministerin für Gesundheit, Soziales und Sport Dr. Geert M. van Etten Leiter, Abteilung Internationale Angelegenheiten Ministerium für Gesundheit, Soziales und Sport Dr. Lejo van der Heiden Leitender Berater, Internationale Angelegenheiten Ministerium für Gesundheit, Soziales und Sport M. J. van Iwaarden Koordinator, Alkohol- und Tabakpolitik Ministerium für Gesundheit, Soziales und Sport Berater Eddy Engelsemen Gesundheitsberater Ständige Vertretung der Niederlande bei der EU Seite 36 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Dr. Pieter de Coninck Mitarbeiter, Tabakpolitik Ministerium für Gesundheit, Soziales und Sport B. M. Kuik Sprecher der Ministerin für Gesundheit, Soziales und Sport Ministerium für Gesundheit, Soziales und Sport Margret Ploum Leitende Mitarbeiterin, Tabakpolitik Ministerium für Gesundheit, Soziales und Sport Trudy Prins Leiterin Niederländische Stiftung Rauchen und Gesundheit Norwegen Dagfinn Høybråten Gesundheitsminister Tharald Hetland Leitender Berater Gesundheitsministerium Rita Lindbak Beraterin Norwegischer Rat für Tabak und Gesundheit Dag Erlend Reite Leitender Beamter Gesundheitsministerium Beraterinnen Line Heenriette Holten Hjemdal Politische Beraterin Ingrid Vigerust Leiterin des Informationsbüros Österreich Professor Dr. Reinhart Waneck Staatssekretär Bundesministerium für Soziale Sicherheit und Generationen Verena Gregorich-Schega Leiterin, Internationale Angelegenheiten Bundesministerium für Soziale Sicherheit und Generationen Dr. Hubert Hartl Sekretär des Staatssekretärs Professor Dr. Michael Kunze Institut für Sozialmedizin Universität Wien Polen Professor Mariusz Łapiński Gesundheitsminister 18.–19. Februar 2002 Seite 37 Dr. Aleksander Nauman Unterstaatssekretär Gesundheitsministerium Professor Witold Zatoński Krebszentrum Jan Bielawski Botschafter, OECD Berater Dr. Mirosław Manicki Leiter, Abteilung für europäische Integration und internationale Beziehungen Gesundheitsministerium Portugal Professor Manuel Pais Clemente Vertreter des Ministers Präsident, Rat für die Prävention des Rauchens Dr. Luis d’Orey Manuel Berater des Stellvertretenden Staatssekretärs Gesundheitsministerium Dr. Emilia Nunes Leiterin, Abteilung Gesundheitsförderung und Gesundheitserziehung Generaldirektion für Gesundheit Republik Moldau Valerian Cristea Stellvertretender Premierminister Dr. Gheorghe Turcanu Erster Stellvertretender Gesundheitsminister Vladimir Iaremciuc Abgeordneter und Mitglied der Parlamentkommission für Sozialschutz, Gesundheit und Familie Rumänien Luminita Gheorghiu Staatssekretärin Ministerium für Gesundheit und Familie Dr. Canel Heredea Berater, Abteilung internationale Beziehungen Ministerium für Gesundheit und Familie Dr. Luminita Sanda Beraterin, Abteilung Public Health Ministerium für Gesundheit und Familie Russische Föderation Professor Rafael G. Oganov Leiter, Staatliches Zentrum für Präventivmedizin Seite 38 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Anna E. Sherbakova Abteilung für multilaterale Zusammenarbeit im Bereich Umwelt und Gesundheit Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Dr. Galina Tkachenko Leiterin, Koordinationszentrum für Maßnahmen gegen das Rauchen Staatliches Zentrum für Präventivmedizin Dr. Andrej S. Yurjev Stellvertretender Leiter, Abteilung Organisation und Entwicklung der ärztlichen Hilfe Gesundheitsministerium Beraterin Tatjana A. Zolotova Leitende Spezialistin, Medizinische und soziale Probleme Abteilung für Bio- und Geowissenschaften Ministerium für Industrie und Wissenschaft Schweden Ewa Persson Göransson Staatssekretärin Ministerium für Gesundheit und Soziales Susanne Billum Richterin am Obersten Gericht Ulrika Lindblom Unterabteilungsleiterin Ministerium für Gesundheit und Soziales Margaretha Haglund Leiterin, Staatliches Institut für Public Health Beraterin Ann-Christin Filipsson Leiterin, Internationale Beziehungen Ministerium für Gesundheit und Soziales Schweiz Professor Thomas Zeltner Direktor, Bundesamt für Gesundheit Pietro Martinelli Präsident, Eidgenössische Kommission für Tabakprävention Dr. Philippe Vallat Koordination des Eidgenössischen Programms für Tabakprävention Bundesamt für Gesundheit Franz Wyss Zentralsekretär, Schweizerische Sanitätsdirektorenkonferenz Beraterin Verence El Fehri Leiterin, Arbeitsgemeinschaft für Tabakprävention 18.–19. Februar 2002 Seite 39 Slowakien Dr. Michal Ondrejcak Stellvertretender Gesundheitsminister Dr. Robert Ochaba Staatliches Institut für Public Health Dr. Blazej Slaby Nicht-staatliche Organisation „Stop Smoking“ Slowenien Professor Dusan Keber Gesundheitsminister Zvone Dragan Botschafter der Republik Slowenien in Polen Dr. Vesna-Kerstin Petric Gesundheitsministerium Dr. Tomaz Caks Medizinische Fakultät Institut für Hygiene Berater Tomaz Matjasec Dritter Sekretär Botschaft der Republik Slowenien in Polen Spanien Dolores Flores Cerdan Generaldirektorin für Gesundheit und Verbraucherangelegenheiten Antonio Calvete Oliva Abteilungsleiter Ministerium für Gesundheit und Verbraucherangelegenheiten Isabel Saiz Unterabteilungsleiterin Generaldirektion für Gesundheit und Verbraucherangelegenheiten Tadschikistan Dr. Alamhon Akhmedov Gesundheitsminister Dr. Klavdia Olimova Stellvertretende Gesundheitsministerin Dr. Farkhod I. Odinaev Leiter, Tadschikisches Forschungsinstitut für Präventivmedizin Tschechische Republik Professor Bohumil Fišer Gesundheitsminister Dr. Michael Vít Stellvertretender Gesundheitsminister und oberster Amtsarzt Seite 40 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Miroslava Ourednikova Leiterin, Büro des Gesundheitsministers Gesundheitsministerium Dr. Hana Sovinova Staatliches Institut für Public Health Türkei Dr. Osman Durmus Gesundheitsminister Kamuran Ozden Leiter, Abteilung auswärtige Beziehungen Gesundheitsministerium H. Mehment Sönmez Untersekretariat Außenhandel Dr. Mesut Yildirim Unterabteilungsleiter, Direktion Primäre Gesundheitsversorgung Gesundheitsministerium Berater Yavuz Evirgen Berater Türkische Botschaft in Polen Nursal Kasapoglu Sekretär des Gesundheitsministers Gesundheitsministerium Ukraine Dr. Vitaliy F. Moskalenko Gesundheitsminister Dr. Galina Rud Sekretärin, Koordinationsausschuss für Anti-Tabak-Maßnahmen Ministerkabinett Zhanna Tsenilova Leiterin, Abteilung auswärtige Beziehungen Gesundheitsministerium Ungarn Dr. Pál Géher Stellvertretender Staatssekretär Gesundheitsministerium Tibor Demjen Abteilungsleiter Staatliches Institut für Gesundheitsförderung Usbekistan Dr. Miralisher S. Islamov Stellvertretender Gesundheitsminister 18.–19. Februar 2002 Seite 41 Dr. Todjikul B. Buranov Leiter, Gesundheitsbehörde der Region Syrdarya Dr. Saydimurad Ismailov Leiter, Abteilung Gesundheitsdistrikte Gesundheitsministerium Vereinigtes Königreich Yvette Cooper Minister for Public Health Department of Health Mohammad Haroon Head, Cancer Prevention Branch Department of Health Anthony Kingham Section Head, International Branch Department of Health Alexandra Norrish Tobacco Control Team Department of Health Weißrussland Dr. Andrei Sekach Medizinischer Direktor Staatliches Zentrum für Gesundheitsförderung Repräsentanten zwischenstaatlicher Organisationen und von Organisationen der europäischen Region Europäische Kommission David Byrne Europäischer Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz Dr. John Bell Kabinettsmitglied Privatsekretariat des Europäischen Kommissars für Gesundheit und Verbraucherschutz Dr. Matti Rajala Referatsleiter, Krebs, Programm Drogenabhängigkeit und verschmutzungsbedingte Krankheiten Generaldirektion für Gesundheit und Verbraucherschutz Bruno Dethomas Leiter der Delegation der Europäischen Kommission, Warschau Jean Marc Trarieux Unterabteilungsleiter Internationales Arbeitsamt Clara Foucault-Mohammed Sectoral Activities Department Carin Hakansta InFocus Programme on Safety and Health at Work Seite 42 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Weltbank Dr. Joy de Beyer Tobacco Control Coordinator Dr. Ayda A. Yurekli Tobacco Economist Repräsentanten nicht-staatlicher Organisationen British Medical Association (BMA) Dr. Sinead Jones Tobacco Control Resource Centre Europäisches Netzwerk Jugend und Tabak (ENYPAT) Meri Paavola Projektleiter Europäisches Forum der Ärzteverbände und der WHO (EFMA) Dr. Alan J. Rowe Ehemaliger Sekretär, EFMA Internationaler Fußballverband (FIFA) Keith Cooper Leiter, Kommunikationsabteilung Nicola Gut Projektleiterin, Kommunikationsabteilung Internationale Vereinigung der Krebsregister (IACR) Dr. Jerzy Tyczynski Wissenschaftlicher Koordinator, Europäische Vereinigung der Krebsregister Internationaler Rat zur Bekämpfung des Alkoholismus und der Suchtgefahren Dr. Lars Ramstrom Generaldirektor, Schwedisches Institut für Tabakstudien Internationaler Verband der pharmazeutischen Industrie (IFPMA) Finn Ziegler Bielefeld Leiter, Öffentlichkeitspolitik, GlaxoSmithKline Internationales Olympisches Komitee Professor Alexander Roniker Vizepräsident Polnisches Olympisches Komitee Weltbund der Vereinigungen öffentlicher Gesundheitsdienste Dr. Andrei K. Demine Präsident, Russische Vereinigung öffentlicher Gesundheitsdienste 18.–19. Februar 2002 Seite 43 Berater auf Zeit Professor Ayşe Akin Abteilung Public Health, Medizinische Fakultät, Universität Hacettepe Türkei Keith Cooper Leiter, Kommunikationsabteilung FIFA Professeur Gérard J. Dubois2 Chef, Service d’évaluation médicale Amiens Frankreich Dr. Reto Dürler Amtierender Leiter, Internationale Angelegenheiten Bundesamt für Gesundheit Schweiz Andrew Hayes2 ECL EU Liaison Office Internationale Vereinigung zur Krebsbekämpfung Jean King2 Head of Education Cancer Research Campaign Vereinigtes Königreich Professor Željko Reiner3 Leiter, Abteilung Innere Medizin Universitätskrankenhaus Rebro Zagreb Kroatien Dr. Karen Slama2 Koordinatorin Internationale Union gegen Tuberkulose und Lungenkrankheiten Referenten Sir Richard Doll Regius Professor of Medicine University of Oxford Vereinigtes Königreich Sibylle Fleitmann Generalsekretärin European Network for Smoking Prevention Professor Rafael G. Oganov Leiter, Staatliches Zentrum für Präventivmedizin Russische Föderation 2 Mitglied, Ausschuss für ein tabakfreies Europa (CTE) 3 Vorsitzender, CTE Seite 44 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Sir Richard Peto Clinical Trial Service Unit/ICRF Cancer Studies Unit Radcliffe Infirmary University of Oxford Vereinigtes Königreich Dr. Vera Luiza da Costa e Silva Projektmanagerin WHO Tobacco-free Initiative Professor Joy Townsend London School of Hygiene and Tropical Medicine Vereinigtes Königreich Professor Kenneth Warner Department of Health Management and Policy School of Public Health University of Michigan Vereinigte Staaten von Amerika Professor Witold Zatoński Leiter, WHO-Kooperationszentrum für den Aktionsplan für ein tabakfreies Europa Maria Sklodowska-Curie Krebszentrum und Institut für Onkologie Warschau Polen Beobachter Dr. Peter Anderson Berater Niederlande Dr. Philippe Baraize Mairie de la Ville du Havre Le Havre Frankreich Lisa Buck Programme Manager Tobacco Control Resource Centre British Medical Association (BMA) Edinburgh Vereinigtes Königreich Ben Duncan BMA, Scottish Office Vereinigtes Königreich Dr. Reiner Hanewinkel Institut für Therapie und Gesundheitsforschung Kiel Deutschland Kerry Jardine BMA Tobacco Control Resource Centre Edinburgh Vereinigtes Königreich 18.–19. Februar 2002 Seite 45 Dr. Eva Kralikova Karlsuniversität Tschechische Republik A. Kolobkov Russische Föderation Christine Michot Mairie de la Ville du Havre Le Havre Frankreich Dr. Jordanka Georgieva Philipova Leiterin, Gesundheitsversorgung, Jugendaktivitäten und Sport Gemeinde Veliko Turnovi Bulgarien Dr. Martina Pötschke-Langer Abteilung Krebsprävention Krebsforschungszentrum Heidelberg Deutschland Professor Jorma H. Rantanen Generaldirektor Institut für Arbeitsmedizin Helsinki Finnland Sari Savolainen Staatliches Institut für Public Health Finnland Fulvia Signani Gemeinde Bologna Italien Chantal Sayaret Adjoint au Maire Mairie de la Ville du Havre Le Havre Frankreich Dr. Tapani Tuomi Leiter des Laboratoriums Staatliches Institut für Arbeitsmedizin Helsinki Finnland Eeva Riitta Vartiainen Staatliches Institut für Public Health Helsinki Finnland Beobachter (Polen) Marek Balicki Vorsitzender, Senatsausschuss für Sozialpolitik und Gesundheit Barbara Błońska-Fajfrowska Vorsitzende, Gesundheitsausschuss des Sejm Seite 46 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Maria Gajecka-Bożek Abgeordnete Slawomir Dąbrowa Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Marc Destante de Bernis UN-Koordinator in Polen Waldemar Deszczyński Leiter des politischen Kabinetts Gesundheitsministerium Jakub Gierczyński Stiftung Gesundheitsförderung Ewa Florek Hochschule für medizinische Wissenschaften Janusz Jaworski Maria Sklodowska-Curie Krebszentrum Seweryn Jurgielaniec Hygieneinspektion Margarita Kassangana Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Professor Jan K. Ludwicki Leiter, Staatliches Hygieneinstitut Bogusław Majewski Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Ewa Matusiak Stiftung Gesundheitsförderung Ewa Miernik Maria Sklodowska-Curie Krebszentrum Konstanty Radziwiłł Präsident, Polnische Ärzte- und Zahnärztekammer Iwona Raszke Alexander Ronikier Lidia Rudnicka Ministerium für Inneres und Verwaltung Professor Aldona Sito Institut für die Gesundheit von Mutter und Kind Zbigniew Sobotka Ministerium für Inneres und Verwaltung Małgorzata Stryńska Jadwiga Śpiewankiewicz Hauptkammer für Pflegende und Hebammen Professor Jerzy Szczerbań Medizinische Hochschule Warschau Janusz Szymborski Institut für die Gesundheit von Mutter und Kind 18.–19. Februar 2002 Seite 47 Zbigniew Szymański Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten General Andrzej Trybusz Oberster Hygieneinspektor Professor Jerzy Woy-Wojciechowski Präsident, Polnischer Ärzteverband Ryszard Wojtal Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Weltgesundheitsorganisation Hauptbüro Dr. Gro Harlem Brundtland Generaldirektorin Denis Aitken Leitender Politikberater Dr. Douglas Bettcher Tobacco-free Initiative Dr. Vera Luiza da Costa e Silva Projektmanagerin Tobacco-free Initiative Mathilda Kentridge Kommunikationsreferentin Helen Green Kommunikationsreferentin Regionalbüro für Europa Dr. Marc Danzon Regionaldirektor Dr. Roberto Bertollini Direktor, Abteilung Fachunterstützung Dr. Natela Menabde Amtierende Direktorin, Abteilung Länderunterstützung Dr. Haik Nikogosian Amtierender Regionalbeauftragter, Tabakfreies Europa Dr. Andrzej Zbonikowski WHO-Länderkoordinator, Polen Luigi Migliorini WHO-Büro Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz, Belgrad Patricia Harrington Projektmanagerin, WHO-Partnerschaftsprojekt Tabakabhängigkeit Albena Arnaudova Beigeordnete Sachverständige (Kommunikation), Tabakfreies Europa Seite 48 Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Ionela Petrea Beigeordnete Sachverständige (Fachunterstützung), Tabakfreies Europa Claude Vilain Beigeordneter Sachverständiger (Fachunterstützung), Tabakfreies Europa Galina Kærn Programmassistentin, Tabakfreies Europa Gail Denner Sekretärin, Tabakfreies Europa Ivana Skovgaard Sekretärin, Tabakfreies Europa Anne-Majlis Jepsen Programmassistent, Alkohol und Drogen Dr. Franklin Apfel Regionalbeauftragter, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Verwaltungsmitarbeiter (Polen) Barbara Bitner Abteilung für Europäische Integration und internationale Beziehungen Gesundheitsministerium Kinga Janik Maria Sklodowska-Curie Krebszentrum Monika Szostak Abteilung für Europäische Integration und internationale Beziehungen Gesundheitsministerium Europäische ministerielle Konferenz der WHO: Für ein tabakfreies Europa Warschau, 18.–19. Februar 2002 Partnerschaftliches europäisches Handeln auf dem Weg zum Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen Bericht der Konferenz EUR/01/5020906 ORIGINAL: ENGLISCH

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Document type Technical Documents
Adoption date
Source World Health Organization