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Bericht über die neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit. Bonn, 9.–10. Dezember 2019

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TAGUNGSBERICHT BERICHT ÜBER DIE NEUNTE TAGUNG DER EUROPÄISCHEN SONDERARBEITSGRUPPE UMWELT UND GESUNDHEIT BONN, 9.–10. DEZEMBER 2019 euro.who.int Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 2 Zusammenfassung Am 9. und 10. Dezember 2019 fand im Europäischen Zentrum der WHO für Umwelt und Gesundheit (Büro Bonn) die neunte Tagung der Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit (EHTF) statt. Die EHTF beging den 30. Jahrestag des Prozesses Umwelt und Gesundheit in Europa (EHP), nahm ihr Arbeitsprogramm für den Zeitraum 2020–2021, eine Kommunikationsstrategie sowie den Arbeitsbereich und die Zielsetzungen ihrer Arbeitsgruppe über die Zusammenarbeit von kommunalen und subnationalen Behörden (CoLSA) an und wählte einen neuen Ko-Vorsitzenden aus dem Gesundheitsbereich. Ferner erörterte sie in einer Reihe interaktiver Workshops wichtige globale und regionsweite Entwicklungen und neue Fragen im Bereich Umwelt und Gesundheit. Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 3 © Weltgesundheitsorganisation 2020 Gewisse Rechte vorbehalten. Diese Arbeit ist unter der Lizenz von Creative Commons Attribution- NonCommercial-ShareAlike 3.0 IGO (CC BY-NC-SA 3.0 IGO; https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/igo) erhältlich. Gemäß den Bestimmungen dieser Lizenz können Sie die Arbeit für nicht gewerbliche Zwecke kopieren, weiterverteilen und anpassen, sofern die Arbeit korrekt zitiert wird (siehe nachstehende Erläuterung). Bei jeglicher Nutzung dieser Arbeit ist jede Andeutung zu vermeiden, dass die WHO bestimmte Organisationen, Produkte oder Leistungen unterstützt. Die Verwendung des WHO-Logos ist nicht gestattet. Wenn Sie die Arbeit anpassen, müssen Sie Ihre Arbeit unter derselben oder einer gleichwertigen Lizenz von Creative Commons lizenzieren. Wenn Sie eine Übersetzung dieser Arbeit erstellen, sollten Sie der beabsichtigten Zitierung folgende Haftungsausschlusserklärung hinzufügen: „Diese Übersetzung wurde nicht von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellt. Die WHO übernimmt keine Haftung für den Inhalt oder die Genauigkeit dieser Übersetzung. Ausschließlich die englische Originalausgabe ist rechtsverbindlich: Report of the ninth meeting of the European Environment and Health Task Force. Bonn, 9–10 December 2019. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe; 2020.“ Jede Schlichtung von Streitigkeiten, die sich aus der Lizenz ergeben, ist gemäß den Schlichtungsregeln der Weltorganisation für geistiges Eigentum durchzuführen. Vorgeschlagene Zitierung: Bericht über die neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit. Bonn, 9.–10. Dezember 2019. Kopenhagen: WHO-Regionalbüro für Europa; 2020, Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0 IGO. 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Allgemeine Haftungsausschlüsse: Die in dieser Publikation verwendeten Bezeichnungen und die Darstellung des Stoffes beinhalten keine Stellungnahme seitens der WHO bezüglich des rechtlichen Status eines Landes, eines Territoriums, einer Stadt oder eines Gebiets bzw. seiner/ihrer Regierungs- oder Verwaltungsinstanzen oder bezüglich des Verlaufs seiner/ihrer Staats- oder Gebietsgrenzen. Gepunktete und gestrichelte Linien auf Karten bezeichnen einen ungefähren Grenzverlauf, über den möglicherweise noch keine vollständige Einigkeit besteht. Die Erwähnung bestimmter Firmen oder Erzeugnisse bedeutet nicht, dass diese von der WHO unterstützt, empfohlen oder gegenüber ähnlichen, nicht erwähnten bevorzugt werden. Soweit nicht ein Fehler oder Versehen vorliegt, sind die Namen von Markenartikeln als solche kenntlich gemacht. Die WHO hat alle angemessenen Vorkehrungen getroffen, um die in dieser Publikation enthaltenen Informationen zu überprüfen. Dennoch wird das veröffentlichte Material ohne irgendeine explizite oder implizite Gewähr herausgegeben. Die Verantwortung für die Deutung und den Gebrauch des Materials liegt bei der Leserschaft. Die WHO schließt jegliche Haftung für Schäden aus, die sich aus der Verwendung des Materials ergeben. Dokumenten-Nr.: WHO-EURO-2020-1392-41142-55941 Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 4 Inhalt Danksagung............................................................................................................................................. 5 Abkürzungen ........................................................................................................................................... 5 Eröffnung und Annahme der Tagesordnung und des Programms .......................................................... 6 Von Frankfurt nach Ostrava und darüber hinaus: Zum 30-jährigen Bestehen des Prozesses Umwelt und Gesundheit in Europa ....................................................................................................................... 6 Austausch von Erfahrungen bei der Ausarbeitung und Umsetzung nationaler Handlungskataloge für den Bereich Umwelt und Gesundheit ..................................................................................................... 8 Neue Fragen und Zukunftsthemen im Bereich Umwelt und Gesundheit ............................................. 12 Verfolgung der Fortschritte bei der Verwirklichung der SDG und der Zielvorgaben in Bezug auf Umwelt und Gesundheit: vorgeschlagener Rahmen ............................................................................. 15 Instrumente, Mechanismen und Aktivitäten zur Unterstützung der nationalen Handlungskataloge für den Bereich Umwelt und Gesundheit ................................................................................................... 16 Berichte aus den im Rahmen der EHTF gebildeten Arbeitsgruppen .................................................... 19 Arbeitsgruppe über die Zusammenarbeit von kommunalen und subnationalen Behörden – Arbeitsbereich und Zielsetzungen ..................................................................................................... 19 Arbeitsgruppe Klimawandel und Gesundheit ................................................................................... 19 Übersicht über wichtige regionsweite und globale Entwicklungen in Bezug auf Umwelt und Gesundheit ............................................................................................................................................ 20 Arbeitsprogramm für die EHTF für den Zeitraum 2020–2021 ............................................................. 23 Wahl des Ko-Vorsitzenden der EHTF .................................................................................................. 25 Zusammenfassung der Tagung ............................................................................................................. 25 Anhang 1: Zielsetzung der Tagung ....................................................................................................... 26 Anhang 2: Tagungsprogramm .............................................................................................................. 28 Anhang 3. Teilnehmerliste .................................................................................................................... 32 Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 5 Danksagung Die Tagung wurde großzügigerweise vom deutschen Bundesministerium für Gesundheit finanziert. Abkürzungen 5G drahtlose Technologie der fünften Generation AMR antimikrobielle Resistenz CoLSA EHTF-Arbeitsgruppe über die Zusammenarbeit von kommunalen und subnationalen Behörden ECEH Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit EEHYC European Environment and Health Youth Coalition EHP Prozess Umwelt und Gesundheit EHTF Europäische Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit EMF elektromagnetisches Feld EU Europäische Union GPW 13 Dreizehntes Allgemeines Arbeitsprogramm der WHO 2019–2023 HEAL Health and Environment Alliance HIC EHTF-Arbeitsgruppe Klimawandel und Gesundheit IARC Internationales Krebsforschungszentrum IPBES Zwischenstaatliche Plattform Wissenschaft-Politik für Biodiversität und Ökosystemleistungen NEHAP nationaler Aktionsplan für Umwelt und Gesundheit REC Regionales Umweltzentrum, Ungarn SAICM Strategisches Konzept für ein internationales Chemikalienmanagement SDG Ziel für nachhaltige Entwicklung THE PEP Paneuropäisches Programm Verkehr, Gesundheit und Umwelt UNECE Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa UNEP Umweltprogramm der Vereinten Nationen WASH Wasser- und Sanitärversorgung und Hygiene Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 6 Eröffnung und Annahme der Tagesordnung und des Programms 1. Die neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit (EHTF) fand am 9. und 10. Dezember 2019 auf dem Campus der Vereinten Nationen in Bonn statt. Die Tagung wurde großzügigerweise vom deutschen Bundesministerium für Gesundheit finanziert. Anhang 1 enthält die Zielsetzung der Tagung, Anhang 2 das Arbeitsprogramm und Anhang 3 die Teilnehmerliste. Einige Teilnehmer waren der Tagung über eine Videoverbindung zugeschaltet. 2. Die Tagung wurde von Dr. Nune Bakunts, der Vorsitzenden der EHTF, offiziell eröffnet. Sie begrüßte die Vertreter von 33 Mitgliedstaaten und acht institutionellen Akteuren. Die Tagesordnung und das Arbeitsprogramm wurden mit kleineren Änderungen angenommen. 3. Dr. Piroska Östlin, kommissarische WHO-Regionaldirektorin für Europa, wandte sich mit einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft an die Tagung. 2019 jährt sich die Einleitung des Prozesses Umwelt und Gesundheit in Europa (EHP) zum 30. Mal. Die Steuerungsstruktur des EHP hat sich in diesem Zeitraum mehrfach geändert, und das WHO-Regionalbüro für Europa hat dementsprechend Schritte zur Umstrukturierung seiner Arbeit im Bereich Umwelt und Gesundheit unternommen, wobei politische und fachliche Strukturen seit der Sechsten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit (Ostrava (Tschechische Republik), 13.–15. Juni 2017) und der Annahme der Erklärung von Ostrava zunehmend konvergieren. Zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Ausarbeitung ihrer nationalen Handlungskataloge für den Bereich Umwelt und Gesundheit sind eine Reihe von Publikationen und Softwaretools entwickelt worden. Von Frankfurt nach Ostrava und darüber hinaus: Zum 30-jährigen Bestehen des Prozesses Umwelt und Gesundheit in Europa 4. Dr. Zsuzsanna Jakab, Stellvertretende Generaldirektorin der WHO, wandte sich mit einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft an die Tagung. Viele der auf der Ersten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit (Frankfurt am Main, 7.–8. Dezember 1989) angesprochenen Themen wie Klimawandel, Luftverschmutzung und Chemikaliensicherheit haben bis heute nichts an Bedeutung verloren. Die auf jener ersten Konferenz mit der Annahme der Europäischen Charta zu Umwelt und Gesundheit festgelegten Grundsätze gelten nach wie vor: internationale und ressortübergreifende Zusammenarbeit, Partnerschaft mit anderen internationalen Organisationen, insbesondere der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), und Partnerschaften mit der Zivilgesellschaft, wobei jungen Menschen ein besonderer Platz eingeräumt wird. Um das Handeln im Bereich Umwelt und Gesundheit zu erleichtern, sind neue Grundsatzinstrumente erarbeitet worden, insbesondere das Protokoll über Wasser und Gesundheit zu dem Übereinkommen von 1992 zum Schutz und zur Nutzung grenzüberschreitender Wasserläufe und internationaler Seen, der erste für den Gesundheitsbereich anwendbare rechtsverbindliche Vertrag, der 1999 auf der Dritten Ministerkonferenz angenommen wurde. 5. Besonders nach der weltweiten Wirtschaftskrise 2008 war es für den EHP schwierig, die politische Handlungsdynamik im Bereich Umwelt und Gesundheit aufrechtzuerhalten, aber die Annahme der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (SDG) und des Dreizehnten Allgemeinen Arbeitsprogramms der WHO 2019–2023 (GPW 13) hat neue Impulse für Veränderungen gegeben und das politische Engagement wiederbelebt. Auf der Sechsten Ministerkonferenz (Ostrava (Tschechische Republik), 13.–15. Juni 2017) verpflichteten sich die Mitgliedstaaten zur Ausarbeitung nationaler Handlungskataloge, die sich nach ihren nationalen Prioritäten richten sollten. Die Erfahrungen in der Europäischen Region der WHO haben auch außerhalb der Region zum Handeln angeregt, und in der WHO-Region Westlicher Pazifikraum ist nach dem Vorbild des Europäischen Zentrums für Umwelt und Gesundheit (ECEH) ein neues Zentrum mit Sitz in Seoul (Republik Korea) eingerichtet worden.1 6. Dr. Michal Krzyzanowski, Gastprofessor am King‘s College London und ehemaliger Leiter des ECEH, würdigte die Gründer des EHP und ging näher auf die Grundsätze politischen Handelns und die 1 Siehe https://www.who.int/westernpacific/centreforenvironment. Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 7 strategischen Elemente der Europäischen Charta zu Umwelt und Gesundheit ein. Die Prioritäten der Charta sind heute so aktuell wie 1989. 7. Auf einer Reihe von Ministerkonferenzen sind Grundsatzerklärungen abgegeben und neue Instrumente und Mechanismen geschaffen worden:  Erste Ministerkonferenz (Frankfurt am Main, 1989): Europäische Charta zu Umwelt und Gesundheit;  Zweite Ministerkonferenz (Helsinki, 1994): nationale Aktionspläne für Umwelt und Gesundheit (NEHAP);  Dritte Ministerkonferenz (London, 1999): Protokoll über Wasser und Gesundheit und Charta Verkehr, Umwelt und Gesundheit (die 2002 mit dem UNECE-Programm für gemeinsame Maßnahmen im Verkehrs- und Umweltbereich zusammengelegt wurde, was zur Einrichtung des Paneuropäischen Programms Verkehr, Gesundheit und Umwelt (THE PEP) führte);  Vierte Ministerkonferenz (Budapest, 2004): Aktionsplan zur Verbesserung von Umwelt und Gesundheit der Kinder in der Europäischen Region (CEHAPE);  Fünfte Ministerkonferenz (Parma (Italien), 2010): Erklärung von Parma über Umwelt und Gesundheit und Jugenderklärung von Parma;  Sechste Ministerkonferenz (Ostrava (Tschechische Republik), 2017): Erklärung der Sechsten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit, abgestimmt auf die Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung. 8. Eines der greifbaren Ergebnisse der Ersten Ministerkonferenz ist die Gründung des ECEH. Das ECEH arbeitet mit einem breiten Spektrum von Partnern zusammen, darunter neben vielen anderen die Europäische Kommission, die Europäische Umweltagentur, das UNEP und die UNECE. Mit seiner fachlichen Arbeit und seinem Forschungsengagement hat das ECEH eine verlässliche Informationsgrundlage zu vielfältigen Themen im Bereich Umwelt und Gesundheit geschaffen, die weltweit genutzt wird. Mit seiner Arbeit zu den gesundheitlichen Folgen der Luftverschmutzung leistete das Zentrum einen Beitrag zur Annahme der Resolution WHA68.8 der Weltgesundheitsversammlung über die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung im Jahr 2015 und zur Ersten Globalen Konferenz zum Thema Luftverschmutzung und Gesundheit im Jahr 2018. Zudem leitet das ECEH die normative Arbeit der WHO zur Luftqualität; eine Aktualisierung der globalen Luftgüteleitlinien der WHO soll 2021 veröffentlicht werden. 9. Künftige Prioritäten für den EHP sind die Weiterentwicklung der Informationsgrundlage und der Kapazitäten der Mitgliedstaaten für das Vorgehen im Bereich Umwelt und Gesundheit, eine weiterhin führende Rolle bei der Agenda für Umwelt und Gesundheit in Europa und der stärkere Einsatz von Gesundheitsargumenten in der Klimaschutzpolitik und der Agenda für nachhaltige Entwicklung. 10. Anschließend fand eine Podiumsdiskussion unter Beteiligung der Jugend, der Zivilgesellschaft und institutioneller Akteure des EHP statt. Podiumsmitglieder waren Dr. Roberto Bertollini (Berater des Gesundheitsministers von Katar, der sich mit einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft an die Tagung wandte), Alina Bezhenar (Mitbegründerin der European Environment and Health Youth Coalition (EEHYC)), Génon K. Jensen (Exekutivdirektorin der Health and Environment Alliance (HEAL), die sich mit einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft an die Tagung wandte), Marco Keiner (Direktor der Abteilung Umwelt bei der UNECE), Dr. Wilfried Kreisel (ehemaliger Exekutivdirektor im Bereich Gesundheit und Umwelt beim WHO-Hauptbüro), Brigit Staatsen (Ko- Vorsitzende des EHP und Leitende Forscherin im Bereich Umwelt und Gesundheit beim Nationalen Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) der Niederlande). 11. Der EHP hat den Diskurs über Umwelt und Gesundheit verändert und bei Bürgern und politischen Entscheidungsträgern Verständnis dafür geschaffen, dass die Umwelt eine wesentliche Determinante für Gesundheit, Krankheit und Wohlbefinden ist, dass Probleme im Bereich Umwelt und Gesundheit nicht nur lokale, sondern nationale und internationale Tragweite haben und dass auf ihre Lösung ausgerichtetes Handeln auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen muss. Doch während der EHP in früheren Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 8 Jahrzehnten auf internationale Zusammenarbeit zur Lösung lokaler Probleme abzielte, wirken sich globale Probleme heute sehr stark auf das Leben lokaler Gemeinschaften aus, die ihre Situation allein nicht ändern können. Diese neuen Herausforderungen verlangen neue Instrumente, Bündnisse und Erkenntnisse. Gebot der Stunde ist ein neues ressortübergreifendes Bündnis, das die erforderliche Informationsgrundlage zur Herbeiführung politischen Wandels auf nationaler und internationaler Ebene und eine innovative Kommunikationsstrategie zur Unterstützung der neuen Politik entwickelt. 12. Die EEHYC wurde 2012 gegründet und 2014 als internationale nichtstaatliche Organisation mit Sitz in Vilnius (Litauen) registriert. Auf der Sechsten Ministerkonferenz im Jahr 2017 nahm sie die Jugenderklärung von Ostrava und die Handlungsverpflichtung für die Jugend an, womit eine stärkere Einbeziehung junger Menschen gefördert, die strategische Zusammenarbeit mit allen Akteuren im EHP unterstützt und die formelle und informelle Bildung zu Umwelt- und Gesundheitsthemen verbessert werden soll. Die EEHYC koordiniert nationale Foren von Jugendorganisationen in den Mitgliedstaaten der Europäischen Region der WHO und hat sich an den Aktivitäten des Programms THE PEP und des Protokolls über Wasser und Gesundheit beteiligt. Im Dezember 2019 veröffentlichte sie ihre jüngste Publikation, Emerging opportunities and challenges in the European Environment and Health Process.2 13. Aufbauend auf der Europäischen Charta zu Umwelt und Gesundheit von 1989 haben die Akteure des EHP, darunter die WHO, die UNECE und das UNEP, im Rahmen des Protokolls über Wasser und Gesundheit, des Übereinkommens über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung und THE PEP zusätzliche Prozesse geschaffen, aus denen die Interdependenz von Umwelt und Gesundheit deutlich hervorgeht. Besonders wertvoll war die Einbeziehung gesundheitlicher Überlegungen in die Verkehrspolitik und -planung im Rahmen des Programms THE PEP. Umweltfragen werden heute routinemäßig im Kontext menschlicher Gesundheit und Lebensbedingungen berücksichtigt. 14. Die ehrgeizigen Ziele der Ersten Ministerkonferenz waren inspiriert von der Notwendigkeit, auf eine Reihe von Umweltkatastrophen zu reagieren, von politischen Veränderungen hin zu einem geeinteren Europa und von internationalen Grundsatzdokumenten wie dem Bruntland-Bericht „Unsere gemeinsame Zukunft“3. Der EHP hat sich zu einem Modell für ressortübergreifende Zusammenarbeit entwickelt, das nun in der WHO-Region Westlicher Pazifikraum Nachahmung findet. Das 2019 gegründete Asien-Pazifik-Zentrum für Umwelt und Gesundheit wird sich auf drei Fachbereiche konzentrieren: Luftqualität, Energie und Gesundheit, Klimawandel und Gesundheit sowie Wasser und das Lebensumfeld. Über Gremien wie das Regionalforum für Umwelt und Gesundheit in südost- und ostasiatischen Ländern (heute Asien-Pazifik-Regionalforum für Gesundheit und Umwelt) kommt die ressortübergreifende Zusammenarbeit in der Region bereits gut voran. 15. Zu den Prioritäten für die Zukunft des EHP gehört eine verstärkte Zusammenarbeit bei Querschnittsthemen wie Klimawandel und nachhaltige Städte, was auch eine bessere Nutzung knapper Ressourcen ermöglicht. Der EHP wird auch künftig junge Menschen in Politikgestaltung und Kapazitätsaufbaumaßnahmen einbeziehen. Um zu beurteilen, ob die Maßnahmen die gewünschte Wirkung haben, müssen Daten effektiv erfasst und Maßnahmen überwacht werden. Austausch von Erfahrungen bei der Ausarbeitung und Umsetzung nationaler Handlungskataloge für den Bereich Umwelt und Gesundheit Dokument EURO/EHTF9/8 16. Dovilė Adamonytė, Beraterin beim ECEH, war der Tagung per Videoverbindung zugeschaltet. Sie erläuterte die Ergebnisse einer Online-Umfrage zur Bewertung des Stands der Ausarbeitung der nationalen Handlungskataloge der Mitgliedstaaten und zur Ermittlung der Bereiche, in denen fachliche Hilfe benötigt werden könnte, und der erforderlichen Kapazitäten für die Unterstützung nationaler Aktivitäten. 2 Siehe www.eehyc.org. 3 Volker Hauff (Hrsg.), Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, Eggenkamp, Greven, 1987. Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 9 17. Die halbstrukturierte Online-Umfrage fand im April/Mai 2019, eine zweite Runde der Datenerhebung im September/November 2019 statt. Insgesamt wurden 40 Antworten aus 37 Mitgliedstaaten eingeholt. Bei der Umfrage wurden 23 offene und geschlossene Fragen in drei Rubriken gestellt: institutionelle Regelungen für den Bereich Umwelt und Gesundheit, Ausarbeitung nationaler Handlungskataloge und konkrete Handlungsbeispiele in jedem vorrangigen Bereich. 18. Aus den Antworten auf die Fragen zu den institutionellen Regelungen geht hervor, dass Ansprechpersonen für Umwelt und Gesundheit die wichtigsten Kommunikations- und Koordinationsstrukturen für Tagungen von Experten aus den Ressorts Umwelt und Gesundheit und für die Information politischer Entscheidungsträger sind. Auch andere Ministerien, darunter die für Landwirtschaft, wirtschaftliche Entwicklung, Arbeit, Bildung und Notsituationen, sowie subnationale Behörden, die Zivilgesellschaft, junge Menschen und die Privatwirtschaft sind beteiligt. In elf Mitgliedstaaten wird zur Koordinierung von Gesundheits- und Umweltaktivitäten ein bestehender Mechanismus genutzt, während in den anderen antwortenden Ländern ein weiterer Mechanismus geschaffen worden ist. 19. Mitgliedstaaten berichteten über Schwierigkeiten bei der Beschaffung der notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen für die Ausarbeitung ihres nationalen Handlungskatalogs sowie über begrenzte Finanzmittel für seine Umsetzung. Insgesamt 68% der Mitgliedstaaten, die noch keinen nationalen Handlungskatalog erarbeitet hatten, gaben an, dass sie dies beabsichtigten. Der nationale Handlungskatalog ist in neun Mitgliedstaaten ein eigenständiges Dokument und in weiteren neun Teil bestehender nationaler Strategien und Konzepte. Prioritäten der nationalen Handlungskataloge sind Luftqualität, Chemikaliensicherheit sowie gesunde und nachhaltige Städte. Nur wenige Befragte nannten umweltverträgliche Gesundheitssysteme als Priorität. 20. Insgesamt 63% der Mitgliedsstaaten haben keine Ressourcen speziell für die Ausarbeitung des nationalen Handlungskatalogs ausgewiesen. Zehn Mitgliedstaaten haben ein Überwachungs- und Evaluationssystem eingerichtet, aber 16% der übrigen Befragten wussten nicht, ob es in ihrem Land ein solches System gibt oder nicht. Zur Bewertung der Umsetzung der nationalen Handlungskataloge sollen nationale Indikatoren festgelegt und die Erfolgskontrolle und Berichterstattung durch Verwendung des SDG-Rahmens erleichtert werden. Zu den Maßnahmen, über die Mitgliedstaaten berichteten, zählen Grundsatzinstrumente, Workshops, Gesundheitsfolgenabschätzungen, Schulungen und Kooperationsprojekte. Die antwortenden Länder nannten zahlreiche Bereiche, in denen sie anderen Ländern fachliche Hilfe leisten könnten, darunter Luftqualität und Chemikaliensicherheit. Das Regionalbüro könnte eine Publikation zu vorhandenen Ressourcen erarbeiten und darin die inspirierenden Erfahrungen von Mitgliedstaaten bei der Ausarbeitung nationaler Handlungskataloge darstellen, ihre Prioritäten im Bereich Umwelt und Gesundheit präsentieren und auf ihre Erfolge und Probleme eingehen. Eine solche Publikation könnte anlässlich der nächsten Halbzeitbilanz des EHP und als Beitrag zur Kommunikationsstrategie des EHP herausgegeben werden. 21. Anschließend bildeten die Teilnehmer sieben Gruppen, um in jeweils einem der in der Erklärung von Ostrava festgelegten vorrangigen Bereiche zu erörtern, welchen wesentlichen Herausforderungen sich ihre Länder gegenübersehen und wie die WHO und andere Akteure des EHP zu deren Lösung beitragen könnten. Luftqualität Moderation: Georgien und Román Pérez Velasco, Fachreferent, ECEH 22. Die Förderung der ressortübergreifenden Zusammenarbeit und des Dialogs zwischen den Akteuren zählt für die Mitgliedstaaten zu den wesentlichen Herausforderungen. Zu ihrer Bewältigung, so die Mitgliedstaaten, müssen die Rechtsgrundlagen auf den verschiedenen Steuerungsebenen gestärkt werden. Außerdem sollten Maßnahmen ergriffen werden, um die Luftqualität in Innenräumen zu verbessern und die positiven Wechselwirkungen zwischen Klimaschutz und Luftreinhaltung zu nutzen. Bewährte Verfahren sind unter anderem der von der WHO und der Europäischen Union (EU) unterstützte Aufbau von Kapazitäten in Georgien, ein von Griechenland, Israel und Zypern gemeinsam betriebenes Frühwarnsystem für Wüstenstaub und der gesamtstaatliche Ansatz zum Thema Luftverschmutzung in den Niederlanden. Ferner werden Messnetze zur Überwachung der Luftqualität Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 10 und die Erhebung von Gesundheitsdaten für Gesundheitsfolgenabschätzungen gestärkt, und eine nachhaltige städtische Mobilität wird gefördert. Wasser- und Sanitärversorgung und Gesundheit Moderation: Serbien und Dr. Enkhtsetseg Shinee, Fachreferentin, ECEH 23. Zu den Prioritäten der Mitgliedstaaten gehören die Entwicklung von Rechtsvorschriften zur Umsetzung von Planungsansätzen im Bereich Wasser- und Abwassersicherheit in Übereinstimmung mit den WHO-Leitlinien und die Ausarbeitung von Fahrplänen für deren langfristige Umsetzung in die Praxis, die Stärkung der Wassergütenormen, einschließlich Normen für die risikobasierte Überwachung der Wasserqualität, die Verbesserung von Wasser- und Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) in Gesundheitseinrichtungen, Schulen und anderen institutionellen Umfeldern sowie die Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen (AMR). Das Protokoll über Wasser und Gesundheit bietet eine solide Grundlage für die Ausarbeitung der nationalen Handlungskataloge im Bereich WASH, insbesondere durch seinen Zielfestlegungs- und Umsetzungsmechanismus, doch eine effektive Koordination zwischen verschiedenen Ressorts ist erforderlich, um alle Akteure in den Umsetzungsprozess einzubinden. Die Mitgliedstaaten sollten sich über bewährte Verfahren, Erfahrungen und Instrumente austauschen. Eine der neueren Herausforderungen ist die zunehmende chemische Verunreinigung der Wasservorräte durch Substanzen wie perfluorierte Verbindungen und Arzneimittelrückstände. Chemikaliensicherheit Moderation: Litauen und Dr. Irina Zastenskaya, Fachreferentin, ECEH 24. Die Aktivitäten der Mitgliedstaaten stehen im Einklang mit den Prioritäten der Region auf dem Gebiet der Chemikaliensicherheit; die nationalen Prioritäten unterscheiden sich jedoch je nach dem Stand der wirtschaftlichen Entwicklung, den bestehenden institutionellen Regelungen und den vorhandenen Kapazitäten des Landes. Zu den Hauptanliegen zählen traditionelle Fragen der Chemikaliensicherheit, wie die Ausarbeitung und Umsetzung fortgeschrittener Rechtsvorschriften, die Expositions- und Risikobewertung, die Gesundheitsüberwachung, die Stärkung der Giftleitstellen, die Durchführung des Übereinkommens von Minamata über Quecksilber, die Beseitigung von Asbest und anderen gefährlichen Chemikalien und die Förderung sichererer Alternativen sowie die Entsorgung gefährlicher Abfälle, einschließlich medizinischer Abfälle. Die Mitgliedstaaten machen sich auch Gedanken über neu aufkommende Fragen wie die Risikobewertung von Chemikalienmischungen, das Recycling gefährlicher Produkte und die Kreislaufwirtschaft, die Ausweitung des Chemikalienrechts auf die Kontrolle von Emissionen und Freisetzungen gefährlicher Chemikalien auf der Vermarktungsstufe und die Messung der gesundheitlichen Auswirkungen der grenzüberschreitenden Verbringung von Chemikalien. Ein Bereich, der Chancen bietet, ist die Durchführung von Programmen für Human-Biomonitoring, unter anderem durch Zusammenarbeit zwischen EU-Ländern und Nicht- EU-Ländern im Rahmen des Programms Human Biomonitoring for Europe. Die Teilnehmer ersuchten das ECEH um Unterstützung beim Aufbau von Kapazitäten und bei der Schaffung der wissenschaftlichen Grundlage zur Förderung von Maßnahmen auf nationaler Ebene. Abfallwirtschaft und Industriealtlasten Moderation: Italien und Dr. Julia Nowacki, Fachreferentin, ECEH 25. Die industrielle Entwicklung brachte und bringt viele gesellschaftliche Vorteile. Die Hinterlassenschaften aktiver oder stillgelegter Industriestandorte haben jedoch auch zu einer Umweltkontamination geführt, die über unterschiedliche Expositionspfade und vielfältige Wirkungen die menschliche Gesundheit belastet. Diese gesundheitlichen Auswirkungen sind oft ungleich zu Lasten der sozioökonomisch schlechter gestellten Gruppen verteilt, die in der Nähe von Altlastenstandorten leben. Frühere europäische Definitionen von Industriealtlasten konzentrierten sich auf die Bodenkontamination. In einer weiter gefassten Definition sind Boden, Luft, Wasser und die Nahrungskette sowie das Abfallaufkommen und Belastungen am Arbeitsplatz zu berücksichtigen. Industriealtlasten sind in der Regel Problemstandorte, bei denen eine Vielzahl von Umweltbelastungen und Pfaden zur menschlichen Gesundheit in einen multidisziplinären Ansatz integriert werden muss. Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 11 26. Ein proaktiver Ansatz zur Messung und Bekämpfung der gesundheitlichen Auswirkungen industrieller Altlasten ist dringend erforderlich. Dazu sind ressortübergreifende Strategien zur Behandlung von Umwelt-, Sozial-, Arbeits-, Industrie- und Gesundheitsfragen zu entwickeln. An Altlastenstandorten finden sich in den Umweltmedien häufig komplexe Gemische gesundheitlich bedenklicher Chemikalien. Maßnahmen gegen die von Industriealtlasten ausgehende Umweltkontamination sollten daher nicht aufgrund wissenschaftlicher Unsicherheit, etwa wegen unzureichender Qualität der epidemiologischen Studien oder der Expositions-, Bevölkerungs- und Gesundheitsdaten oder wegen unzureichender Stichprobengrößen, aufgeschoben werden. Die Mitgliedstaaten brauchen Unterstützung bei der formellen und informellen Kapazitätsentwicklung und Sensibilisierung, bei Strategien zur Folgenabschätzung und bei der Risikominderung auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft. Klimawandel Moderation: Kroatien, Deutschland und Dr. Vladimir Kendrovski, Fachreferent, ECEH 27. Viele Mitgliedstaaten haben ressortübergreifende Koordinationsmechanismen geschaffen, um die Maßnahmen zu ermitteln, die im Gesundheitsbereich und in anderen Bereichen zur Verringerung der mit dem Klimawandel verbundenen Gesundheitsrisiken erforderlich sind. Die Schwere künftiger Auswirkungen hängt von Klimaänderungen und gleichzeitigen Änderungen nichtklimatischer Faktoren und von den zur Verringerung negativer Auswirkungen durchgeführten Anpassungsmaßnahmen ab. Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Allergien und Klimawandel liegen aus Deutschland, Israel und der Slowakei vor. 28. Die Nachhaltigkeit von Gesundheitssystemen ist gefährdet, wenn die vorgelagerten Determinanten von Krankheit nicht ernsthaft angegangen werden. Angesichts der sehr starken Zusammenhänge zwischen diesen Faktoren könnte eine gut durchdachte Gesundheitspolitik, die sowohl die Minderung der gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels als auch die Anpassung daran unterstützt, erhebliche Chancen für Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention bieten. Nach der internationalen Konferenz über den Klimawandel im Mittelmeerraum und im Nahen Osten 2018 hat Zypern bei den Bemühungen zur Eindämmung der Klimawandelfolgen im östlichen Mittelmeerraum und im Nahen Osten eine koordinierende Rolle übernommen. 29. Allerdings haben mehrere Mitgliedstaaten Probleme bei der Umsetzung ihrer Aktionspläne. Um die gesundheitlichen Risiken des Klimawandels stärker ins Bewusstsein zu rücken, muss mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden. Die Teilnehmer forderten das Regionalbüro und andere Partner auf, bei der Entwicklung entsprechender Lehrmaterialien zu helfen. Städte Moderation: Dr. Miriam Weber, Gesunde-Städte-Netzwerk, Stadt Utrecht, und Matthias Braubach, Fachreferent, ECEH 30. Zu den Herausforderungen gehört es, sicherzustellen, dass die politische Führung auf subnationaler Ebene die Umweltagenda unterstützt und die Fähigkeiten erwirbt, die für eine wirksame Koordination mit regionalen und nationalen Behörden und Ressorts auch über den Gesundheitsbereich hinaus erforderlich sind. Es muss nachgewiesen werden, dass langfristige Maßnahmen im Bereich Gesundheit und Umwelt wirtschaftlich sinnvoll sind; beispielsweise könnten lokale Labore zur Überwachung der Luftqualität vor Ort eingerichtet werden. Auch wenn Städte ein Schwerpunkt der Erklärung von Ostrava sind, dürfen die spezifischen Probleme und Anliegen ländlicher Gebiete (wie Wasser- und Sanitärversorgung) nicht vergessen werden. Das Regionalbüro und andere am EHP Beteiligte könnten die Mitgliedstaaten unterstützen, indem sie die verschiedenen Akteure zum Austausch über bewährte Verfahren zusammenbringen, Instrumente entwickeln und Belege für wirtschaftliche und Kosten- Nutzen-Argumente und gesundheitliche Auswirkungen sammeln, um die Stadtplanung und Entscheidungsfindung zu beeinflussen, und die Mitgliedstaaten ermutigen, subnationale Bedürfnisse und Anliegen in ihre nationalen Handlungskataloge aufzunehmen. Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 12 Umweltverträgliche Gesundheitssysteme Moderation: die Niederlande und Dr. Dorota Jarosińska, Programmleiterin, Lebens- und Arbeitsumfelder, ECEH 31. Dieses Thema ist für den Gesundheitsbereich von besonderer Bedeutung. Die Initiative Green Deal 2.0 in den Niederlanden unter der Federführung des Ministeriums für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport ist ein Bottom-up-Programm, das vom Wissen und Enthusiasmus der Gesundheitsfachkräfte getragen wird und schnelle Erfolge zu relativ geringen Kosten erzielt. Sie befasst sich mit vier zentralen Bereichen, die andere Mitgliedstaaten ebenfalls in Betracht ziehen können: Senkung der CO2- Emissionen aus Gesundheitseinrichtungen, Förderung kreislauforientierter Geschäftsabläufe, Verringerung von Arzneimittelrückständen im Wasser und Pflege gesunder Lebensumfelder in Gesundheitseinrichtungen. Neue Fragen und Zukunftsthemen im Bereich Umwelt und Gesundheit Dokument EURO/EHTF9/9 32. Auf seiner Tagung im Juni 2019 beschloss das Präsidium der EHTF, eine Sitzung der neunten Tagung der EHTF einem Überblick über das aktuellste verfügbare Wissen zu einigen wenigen neuen Fragen im Bereich Umwelt und Gesundheit zu widmen. Im Rahmen einer zweisprachigen Online- Konsultation, an der sich 20 Mitgliedstaaten beteiligten, wurden drei Themen ermittelt, und entsprechende Experten wurden eingeladen, vor der EHTF zu sprechen. Biologische Vielfalt und menschliche Gesundheit Prof. Lora Fleming, Europäisches Zentrum für Umwelt und menschliche Gesundheit, medizinische Fakultät der Universität Exeter (Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland); Hien Ngo, Zwischenstaatliche Plattform Wissenschaft-Politik für Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen (IPBES) 33. Studien zur Gesundheit des Planeten, wie die Millenniums-Bewertung der Ökosysteme, zeigen, dass sich der Zustand von Ökosystemen und die von ihnen erbrachten Leistungen (etwa sauberes Wasser, Nahrung oder Wasserregulierung) stetig verschlechtern. Auch die biologische Vielfalt, die die Widerstandsfähigkeit aller Arten gegenüber Umweltbedrohungen erhöht, nimmt rapide ab. Die WHO hat mit dem Sekretariat des Übereinkommens über die biologische Vielfalt eine Vereinbarung abgeschlossen, und 2015 erschien eine gemeinsame Publikation beider Organisationen, Connecting global priorities: biodiversity and human health: a state of knowledge review. Doch um die Bedeutung der biologischen Vielfalt für die menschliche Gesundheit und die Notwendigkeit einer Reduzierung der Biodiversitätsverluste stärker ins Bewusstsein zu rücken, muss mehr getan werden, und zwar ressortübergreifend. 34. Das an der Universität Exeter (Vereinigtes Königreich) angesiedelte Europäische Zentrum für Umwelt und menschliche Gesundheit wurde im November 2019 als WHO-Kooperationszentrum für natürliche Lebensräume und Gesundheit ausgewiesen. Das Zentrum betreibt unter anderem transdisziplinäre Forschung über die grüne und blaue Infrastruktur (Wälder und Parks sowie Meere, Flüsse und städtische Gewässer) und die menschliche Gesundheit. 35. Bei einer informellen Arbeitsgruppensitzung erörterten Vertreter der Mitgliedstaaten nationale Herausforderungen im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Gesundheit, einschließlich der ressortübergreifenden Zusammenarbeit und der Schwierigkeit, Gesundheitsergebnisse direkt mit Biodiversitätsaspekten zu verknüpfen. Teilnehmer betonten die Rolle der biologischen Vielfalt bei der Stärkung der Widerstandsfähigkeit: So führt die Lebensmittelindustrie in dem Bemühen, die biologische Vielfalt zu erhalten, die Gensequenzierung vieler Pflanzen durch, auch solcher, die derzeit nicht für die Ernährung genutzt werden. Informationen über Methoden zur Messung der biologischen Vielfalt sind über die Zwischenstaatliche Plattform Wissenschaft-Politik für Biodiversität und Ökosystemleistungen (IPBES – www.ipbes.net) zugänglich. Der von der WHO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation und der Weltorganisation für Tiergesundheit geförderte einheitliche Gesundheitsansatz bietet einen nützlichen Rahmen für die Einbeziehung von Biodiversitätsaspekten in Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 13 Aktivitäten wie Klimaschutz, und die Bürgerwissenschaft ist eine wertvolle Möglichkeit, die Öffentlichkeit, insbesondere junge Menschen, in die Datenerhebung und Sensibilisierung einzubinden. Das Regionalbüro kann im Rahmen der Aktivitäten des WHO-Kooperationszentrums für natürliche Lebensräume und Gesundheit in begrenztem Umfang Kapazitäten für Biodiversitätsstudien bereitstellen. Umweltfaktoren bei antimikrobieller Resistenz Dr. Gertjan Medema, Leitender Wissenschaftler, Wasserforschungsinstitut KWR, Nieuwegein (Niederlande) 36. Antimikrobielle Arzneimittel sind ein unverzichtbarer Bestandteil vieler medizinischer Verfahren, doch Resistenzen gegen sie breiten sich weltweit rasch aus. Jedes Jahr sterben 33 000 Menschen in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum an Infektionen, die auf antimikrobiell resistente Bakterien zurückzuführen sind – das sind mehr als die Todesfälle infolge von Grippe, HIV/AIDS und Tuberkulose zusammen. Ursprünglich auf Gesundheitseinrichtungen beschränkt, sind AMR heute in der Bevölkerung weitverbreitet. 2015 nahm die WHO den Globalen Aktionsplan zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen an. 37. Zu den Umweltfaktoren, die AMR beeinflussen, gehört die hohe und zunehmende Resistenz von Bakterien im Abwasser, die neben dem Einsatz antimikrobieller Mittel in der Allgemeinbevölkerung auch ihre breite Verwendung in der Land- und Viehwirtschaft spiegelt. Organismen mit einer natürlichen Resistenz gegen antimikrobielle Mittel können sich über Wassersysteme ausbreiten. Schadstoffe (zum Beispiel Schwermetalle, überschüssiges Chlor oder Herbizide) in Wassersystemen können die Ausbreitung resistenter Gene unter Bakterienarten begünstigen. 38. In Erwartung weiterer Forschungsarbeiten in diesem komplexen Bereich können in allen Mitgliedstaaten bereits heute zwei Hauptansätze zur AMR-Bekämpfung verfolgt oder ausgeweitet werden. Der erste ist eine Verbesserung der Infektionsbekämpfung in Gesundheitseinrichtungen, die nach wie vor die Hauptquelle von AMR sind. Der zweite ist eine Verringerung der Freisetzung antimikrobieller Mittel, resistenter Organismen und resistenten genetischen Materials in die Umwelt. 39. Die Mitgliedstaaten können dafür sorgen, dass in ihren Aktionsplänen gegen AMR Umweltfaktoren in Betracht gezogen und dass AMR bei den Bemühungen um eine Verbesserung der Abwasserbehandlung und der Trinkwasserqualität berücksichtigt werden, was natürlich eine Abwägung zwischen bekannten und potenziellen Risiken, den voraussichtlichen Kosten und dem begrenzten Wissen über die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit potenzieller Lösungen erfordert. 40. Bei einer informellen Arbeitsgruppensitzung wurde die Notwendigkeit hervorgehoben, die Aktivitäten zur AMR-Bekämpfung mit Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt, zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel zu verknüpfen. Auch wenn derzeit alles darauf hindeutet, dass Umweltfaktoren im Vergleich zur Humanmedizin oder zur Viehzucht relativ wenig zur Ausbreitung von AMR beitragen, ist eine regelmäßige, kostengünstige Überwachung, zum Beispiel der Prävalenz resistenter Stämme von Escherichia coli, unverzichtbar. Die Teilnehmer unterstützten die Empfehlungen, die Infektionsbekämpfung in Gesundheitseinrichtungen zu verbessern und die Freisetzung resistenter Organismen und ihres genetischen Materials in die Umwelt zu verringern, und regten an, dass Umweltfaktoren in den einschlägigen Konzepten und Aktionsplänen gegen AMR expliziter benannt werden könnten. Sie stellten fest, dass AMR in dem der Erklärung von Ostrava beigefügten Katalog möglicher Maßnahmen unter den WASH-Verpflichtungen aufgeführt werden, dass aber neben den Ressorts Umwelt und Gesundheit viele verschiedene Stellen zum Thema AMR tätig sind. Drahtlose Technologie der fünften Generation Dr. Emilie van Deventer, Strahlenprogramm, WHO-Hauptbüro 41. Drahtlose Technologie der fünften Generation (5G) wird nach und nach in ganz Europa eingeführt. Neben der Nutzung in der Mobiltelefonie und bei Internetanwendungen dürfte die Technologie bei der Versorgung im Bereich e-Gesundheit und m-Gesundheit, bei Telemedizin und Telechirurgie, im Verkehr und bei der Automatisierung vieler Haushaltsgeräte zum Einsatz kommen. Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 14 42. Die 5G-Technologie arbeitet derzeit in weitgehend den gleichen Frequenzbändern wie frühere Technologien, soll aber in naher Zukunft auf viel höheren Frequenzen als die derzeit genutzte 4G- Technologie betrieben werden. Es gibt eine Vielzahl von Erkenntnissen, Modellen und Vorhersagen zur Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (EMF). Erwärmung ist die Hauptwirkung, die mit einer hohen Belastung durch hochfrequente elektromagnetische Strahlung verbunden wird, und die Grundlage für internationale Expositionsleitlinien. Auf Umweltebene sind keine akuten Auswirkungen festgestellt worden. Die meisten epidemiologischen Studien konzentrieren sich auf das Krebsrisiko, insbesondere auf Krebserkrankungen des Gehirns im Zusammenhang mit der Nutzung von Mobiltelefonen. Die Interphone-Studie, eine vom Internationalen Krebsforschungszentrum (IARC) durchgeführte Fallkontrollstudie, zeigte einen Zusammenhang zwischen Gliomen und Akustikusneurinomen und der Nutzung von Mobiltelefonen, insbesondere bei Personen mit der höchsten kumulativen Nutzung. Störfaktoren und Fehler schränken jedoch die Aussagekraft dieser Ergebnisse ein und lassen eine kausale Interpretation nicht zu. Das IARC hat hochfrequente EMF als möglicherweise krebserregend für den Menschen (Gruppe 2B) eingestuft. 43. Weitere potenzielle Gesundheitsprobleme werden derzeit untersucht, darunter Verzögerungen der kognitiven Entwicklung bei Kindern, Überanstrengung der Augen durch das von elektronischen Geräten ausgestrahlte blaue Licht und Straßenverkehrsunfälle, die durch Mobiltelefone abgelenkte Autofahrer verursachen. Bisher gibt es aber kaum Erkenntnisse. Die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen einer langfristigen Exposition gegenüber drahtlosen Technologien wie 5G müssen über mehrere Jahrzehnte im Rahmen prospektiver Kohortenstudien untersucht werden, bevor zuverlässige Schlüsse gezogen werden können. 44. Die Länder haben vielfältige Risikomanagementmaßnahmen eingeführt, um potenzielle gesundheitliche Auswirkungen zu verhüten und abzumildern. Trotzdem ist die allgemeine Besorgnis wegen der Risiken der 5G-Technologie groß. Deshalb ist es wichtig, die Öffentlichkeit zu informieren und Risiken zu kommunizieren. 45. Die WHO wertet die wissenschaftliche Literatur über die gesundheitlichen Auswirkungen der Hochfrequenz-Exposition aus, hat zehn systematische Übersichtsarbeiten über mögliche negative gesundheitliche Auswirkungen, einschließlich Krebs, in Auftrag gegeben und aktualisiert derzeit ihre Faktenblätter über Mobiltelefone und Basisstationen. Die 2011 veröffentlichte Monografie des IARC über hochfrequente elektromagnetische Felder4 soll aktualisiert werden. 46. Bei einer informellen Arbeitsgruppensitzung wurde die Aufmerksamkeit in einem Redebeitrag aus den Niederlanden auf die Menschen gelenkt, die unter echten und schwerwiegenden Gesundheitsproblemen leiden, die sie der Exposition gegenüber EMF, selbst auf einem Niveau weit unter den international empfohlenen Grenzwerten, zuschreiben – ein Phänomen, das als „Elektrohypersensibilität“ bezeichnet wird. Die Ursache dieser Beschwerden ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen, und sie sind schwer zu untersuchen, da sich die Art, wie sich die Beschwerde äußert, und der Kontext, in dem sie auftritt, stark unterscheiden. Andere Teilnehmer schlugen vor, beim Einsatz von 5G das Vorsorgeprinzip walten zu lassen, bis zuverlässige Erkenntnisse über die damit verbundenen Risiken vorliegen, und bekräftigten die Bedeutung wirksamer Kampagnen zur Information der Öffentlichkeit, um auf die weitverbreiteten aktuellen Bedenken einzugehen. Seitens des Regionalbüros wurde festgestellt, dass die 5G-Technologie nicht unter die Verpflichtungen von Ostrava fällt, das Regionalbüro in Zusammenarbeit mit dem beim WHO-Hauptbüro angesiedelten Strahlenprogramm den Mitgliedstaaten aber dennoch aktuelle Erkenntnisse liefern sowie Unterstützung auf bilateraler Basis anbieten kann. Das Internationale EMF-Projekt der Gruppe Strahlung und Gesundheit beim WHO-Hauptbüro bietet den Mitgliedstaaten eine Plattform für die Zusammenarbeit und Vernetzung zu Themen im Zusammenhang mit EMF und Gesundheit und tagt jährlich. Das EMF- Projekt steht allen relevanten Stellen der WHO-Mitgliedstaaten offen. Das Regionalbüro könnte den 4 IARC Working Group on the Evaluation of Carcinogenic Risks to Humans. Non-ionizing radiation, Part II: radiofrequency electromagnetic fields (IARC Monographs on the Evaluation of Carcinogenic Risks to Humans, vol. 102). Lyon: International Agency for Research on Cancer; 2011 (https://publications.iarc.fr/Book-And- Report-Series/Iarc-Monographs-On-The-Identification-Of-Carcinogenic-Hazards-To-Humans/Non-ionizing- Radiation-Part-2-Radiofrequency-Electromagnetic-Fields-2013, eingesehen am 31. Dezember 2019). Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 15 Mitgliedstaaten auch mit einer Reihe von Webinaren Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung bieten. Verfolgung der Fortschritte bei der Verwirklichung der SDG und der Zielvorgaben in Bezug auf Umwelt und Gesundheit: vorgeschlagener Rahmen Dokument EURO/EHTF9/10 Prof. Michał Krzyżanowski, Gastprofessor, Umweltforschungsgruppe, King´s College London 47. Auf der Sechsten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit kamen die Mitgliedstaaten überein, die Fortschritte bei der Durchführung der im Rahmen der Erklärung von Ostrava vereinbarten Maßnahmen zu messen und darüber Bericht zu erstatten, und zwar anhand derselben Indikatoren, die sie für die Berichterstattung über die Verwirklichung der SDG-Zielvorgaben heranziehen, zu denen die Zusagen von Ostrava beitragen sollen. Die Verwendung von SDG-Indikatoren zur Verfolgung der Fortschritte bei der Verwirklichung der SDG ist auch im Strategischen Ziel 6 der 2019 angenommenen Globalen Strategie der WHO für Gesundheit, Umwelt und Klimawandel verankert. 48. Ausgehend von der Ermittlung der SDG-Indikatoren, die für die Messung der Fortschritte in Bezug auf die Prioritäten der Erklärung von Ostrava am wichtigsten sind, hat das Regionalbüro den Entwurf eines Kontrollrahmens erarbeitet. Dieser umfasst 34 Indikatoren, wovon neun sich nicht speziell auf die Erklärung beziehen, aber dennoch nützliche Informationen liefern könnten. 49. Mehrere oder alle Mitgliedstaaten der Europäischen Region verfügen bereits über vollständige oder sehr gute Daten für 19 der Indikatoren. Was die übrigen Indikatoren betrifft, so sind entweder die verfügbaren Daten von minderer Qualität, oder die Indikatordefinitionen oder Datenerhebungsmethoden sind unvollständig, und an ihrer Weiterentwicklung wird noch gearbeitet. Zehn der Indikatoren stimmen mit den in der Globalen Strategie festgelegten Indikatoren überein, und für neun davon liegen zumindest in einigen Ländern Daten vor. 50. In den Kommentaren der Mitgliedstaaten, die bei der Online-Konsultation zu dem vorgeschlagenen Rahmen eingingen, wurden drei wesentliche Punkte zur Sprache gebracht. Erstens wurde erneut darauf hingewiesen, dass die Erklärung von Ostrava die Berichtslast der Mitgliedstaaten nicht erhöhen sollte. Zweitens wurde in einigen Kommentaren die Relevanz einzelner Indikatoren im europäischen Kontext in Frage gestellt, zum Beispiel der Anteil der in Slums lebenden Stadtbevölkerung, obwohl sich der Indikator auch auf unzureichende Wohnbedingungen bezieht, die in der gesamten Region nach wie vor ein Problem darstellen. Drittens haben insbesondere Mitgliedstaaten der EU häufig sachdienlichere Indikatoren als diejenigen, die für die Berichterstattung über die SDG-Zielvorgaben verwendet werden. 51. Das Regionalbüro empfahl der EHTF, die 34 Indikatoren als grundlegenden Kontrollrahmen für die Verpflichtungen von Ostrava zu billigen und den Mitgliedstaaten die Durchführung der Datenerhebung für die 18 wichtigsten Indikatoren mit dem vollständigsten Datensatz nahezulegen. Außerdem empfahl es den Mitgliedstaaten, ihren nationalen Behörden nahezulegen, für den zügigen Abschluss der Arbeit an den verbleibenden Indikatoren des Kontrollrahmens zu sorgen. Das Regionalbüro wird eine Clearingstelle für Informationen über die neun zusätzlichen, von einer Untergruppe von Mitgliedstaaten verwendeten Indikatoren einrichten und in ein bis zwei Jahren einen Sachstandsbericht erstellen. 52. Einige Teilnehmer äußerten die Befürchtung, Ad-hoc-Bemühungen zur Weiterentwicklung des vollständigen Katalogs von Indikatoren im vorgeschlagenen Kontrollrahmen würden Ressourcen und Kraft in Anspruch nehmen, die sinnvoller für den Aufbau von Kapazitäten, die Schaffung von Netzwerken und die Ermittlung von Erfolgshindernissen – und damit für Aktivitäten des EHP, die nach ihrem Dafürhalten echten Mehrwert schaffen – eingesetzt werden könnten. Ein Mitglied des Präsidiums wies darauf hin, dass viele Teilnehmer der Online-Konsultation zum vorgeschlagenen Kontrollrahmen den großen Wert der Überwachung und Evaluation hervorgehoben hatten: Die Frage sei, wie diese Prozesse effizient gestaltet werden können. Auf der Grundlage der eingegangenen Rückmeldungen, so eine Stimme aus dem Regionalbüro, wird der im entsprechenden Hintergrunddokument dargelegte Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 16 Kontrollrahmen, der das Mandat der Erklärung von Ostrava widerspiegelt, beibehalten, obwohl man sich darüber im Klaren sein muss, dass das derzeitige System einen Mindestdatensatz vorsieht und angesichts des derzeitigen Ausarbeitungsstands der Indikatoren kein vollständiges Bild der Lage bieten wird. Den Mitgliedstaaten, die detailliertere oder für die Verpflichtungen von Ostrava relevantere Daten erheben, steht es daher frei, diese Daten bei ihren Umsetzungsbemühungen zu verwenden und ihre nationalen Indikatoren anderen zu übermitteln, wenn sie dies wünschen. Die Europäische Umweltagentur erhebt ein breites Spektrum an relevanten Daten, allerdings nur aus den Mitgliedstaaten der EU. 53. Das Regionalbüro wird alle bisher von den Mitgliedstaaten bereitgestellten Daten sichten und eine Bewertung des Stands der Umsetzung der Verpflichtungen von Ostrava zur Vorlage bei der nächsten Halbzeitbilanz des EHP oder zu einem anderen von der EHTF zu beschließenden Zeitpunkt erarbeiten. Instrumente, Mechanismen und Aktivitäten zur Unterstützung der nationalen Handlungskataloge für den Bereich Umwelt und Gesundheit 54. Im Rahmen einer Marktaktivität für Umwelt und Gesundheit besuchten die Teilnehmer eine Reihe von mit Vertretern des ECEH und anderer Akteure besetzten „Kiosken“, sammelten Materialien und stellten Fragen zu verschiedenen Instrumenten, Ressourcen, Mechanismen und Aktivitäten, die für die Ausarbeitung und Umsetzung nationaler Handlungskataloge, die Ermittlung vorrangiger Handlungsbereiche und die Stärkung der nationalen Koordination nützlich sein könnten. AirQ+ Version 2.0 55. Die aktualisierte Version der Software AirQ+5, die auf der neunten Tagung der EHTF vorgestellt wurde, ermöglicht die Quantifizierung der gesundheitlichen Auswirkungen einer Exposition gegenüber Luftverschmutzung, einschließlich der geschätzten Verringerung der Lebenserwartung. Die Schnittstelle der neuen Version ist benutzerfreundlicher, und die Handbücher liegen in neuer Fassung vor. Die Nutzer können damit mehrere Datensätze analysieren, das Krebsrisiko analysieren und die Krankheitslast und die gesundheitliche Beeinträchtigung aufgrund von Luftverschmutzung berechnen. Chemikaliensicherheit 56. Das ECEH hat eine Reihe von Dokumenten zum Human-Biomonitoring von Quecksilber veröffentlicht, darunter Standardverfahren und das Erhebungsprotokoll für die Bewertung der pränatalen Quecksilberexposition.6 Die Regierung der Niederlande ermutigt mit neuen politischen Konzepten die chemische Industrie, die Emissionen gefährlicher Chemikalien zu reduzieren, und plant die Einberufung einer Konferenz zu diesem Thema für das Jahr 2021. Kreislaufwirtschaft 57. Das Konzept der Kreislaufwirtschaft bietet einen Weg zu nachhaltigem Wachstum, guter Gesundheit und menschenwürdigen Arbeitsplätzen bei gleichzeitiger Verminderung des Drucks auf die Umwelt und die natürlichen Ressourcen. Die Aktivitäten der WHO in diesem Bereich konzentrieren sich darauf, die Einbeziehung positiver und negativer gesundheitlicher Auswirkungen in Grundsatzdebatten zu erleichtern und zu fördern und eine proaktive Mitwirkung des Gesundheitsressorts an diesen Diskussionen, an denen Gesundheitsexperten bislang nur selten beteiligt 5 AirQ+: ein Softwaretool zur Bewertung der Gesundheitsrisiken aufgrund von Luftverschmutzung. In: Regionalbüro für Europa der Weltgesundheitsorganisation [Website]. Kopenhagen: WHO-Regionalbüro für Europa; 2020 (https://www.euro.who.int/de/health-topics/environment-and-health/air-quality/activities/airq- software-tool-for-health-risk-assessment-of-air-pollution, eingesehen am 6. Juli 2020). 6 Assessment of prenatal exposure to mercury: standard operating procedures. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe; 2018 (http://www.euro.who.int/en/health-topics/environment-and-health/chemical- safety/publications/2018/assessment-of-prenatal-exposure-to-mercury-standard-operating-procedures-2018, eingesehen am 10. Januar 2020). Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 17 waren, zu unterstützen. Dementsprechend befassen sich zwei kürzlich erschienene Publikationen7,8 mit den Gesundheitsfolgen von Maßnahmen zum Aufbau der Kreislaufwirtschaft und mit dem Einsatz vorhandener Instrumente (wie sie zum Beispiel für Gesundheitsfolgenabschätzungen oder obligatorische Umweltverträglichkeitsprüfungen verwendet werden) zur Quantifizierung der gesundheitlichen Auswirkungen der Kreislaufwirtschaft. Klimawandel 58. 2018 veröffentlichte das ECEH ein Handbuch für das Tool CaRBonH zur Berechnung des gesundheitlichen Nutzens von CO2-Reduktionen, mit dem die physischen und ökonomischen Folgen von Verbesserungen der Luftqualität auf Landesebene durch die inländische CO2-Reduktion für die menschliche Gesundheit quantifiziert werden können. Auf der 25. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (Madrid, 2.–13. Dezember 2019) stellte die WHO den neuesten Bericht über die Studie9 und die Länderprofile zum Thema Gesundheit und Klimawandel vor. Umweltbedingte gesundheitliche Ungleichheiten 59. Im Juni 2019 veröffentlichte das ECEH den zweiten Sachstandsbericht über umweltbedingte gesundheitliche Ungleichheiten in der Europäischen Region10 und eine Reihe von Länderprofilen über umweltbedingte gesundheitliche Ungleichheit11. Das Ressourcenpaket zu umweltbedingten gesundheitlichen Ungleichheiten12, das anlässlich der neunten Tagung der EHTF vorgestellt wurde, soll Handeln auf nationaler und subnationaler Ebene unterstützen, indem es einschlägige Methoden und Ansätze zur Überwachung und Bewertung präsentiert, Wege vorschlägt, wie Erkenntnisse für das Handeln genutzt werden können, und Informationen über verschiedene Instrumente und Leitlinien zur Unterstützung nationaler und kommunaler Akteure bereitstellt. Umweltverträgliche Gesundheitssysteme 60. Das Gesundheitssystem in den Niederlanden ist semikollektiv. In diesem System gibt es nur begrenzten Spielraum für direktes staatliches Handeln. Im Rahmen des Green Deal zur nachhaltigen Gesundheitsversorgung für eine gesunde Zukunft arbeitet die Regierung mit Partnern im Gesundheitswesen daran, den Kohlendioxidausstoß zu senken, die Kreislaufwirtschaft und ein nachhaltiges Beschaffungswesen zu fördern, Arzneimittelrückstände in der Wasserversorgung zu verringern und gesunde Lebensumfelder zu pflegen. Das Ministerium für Gesundheit, Wohlfahrt und 7 Circular economy and health: opportunities and risks. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe; 2018 (http://www.euro.who.int/en/publications/abstracts/circular-economy-and-health-opportunities-and-risks-2018, eingesehen am 10. Januar 2020). 8 Assessing the health impacts of a circular economy. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe; 2019 (http://www.euro.who.int/en/health-topics/environment-and-health/health-impact- assessment/publications/2019/assessing-the-health-impacts-of-a-circular-economy-2019, eingesehen am 10. Januar 2020). 9 2018 WHO health and climate change survey report: tracking global progress. Geneva: World Health Organization; 2019 (WHO/CED/PHE/EPE/19.11). Licence: CC BY-NC-SA 3.0IGO (https://www.who.int/globalchange/publications/country-profiles-global-report-2019/en/, eingesehen am 5. Januar 2020). 10 Environmental health inequalities in Europe. Second assessment report. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe; 2019 (http://www.euro.who.int/en/publications/abstracts/environmental-health-inequalities-in- europe.-second-assessment-report-2019, eingesehen am 5. Januar 2020). 11 Country profiles on environmental health inequality. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe; 2019 (http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0018/412128/Country-profiles-on-environmental-health- inequality.pdf?ua=1, eingesehen am 10. Januar 2020). 12 Environmental health inequalities resource package. A tool for understanding and reducing inequalities in environmental risk. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe; 2019. Licence: CC BY-NC-SA 3.0 IGO (http://www.euro.who.int/en/health-topics/environment-and-health/health-impact- assessment/publications/2019/environmental-health-inequalities-resource-package, eingesehen am 5. Januar 2020). Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 18 Sport sensibilisiert, schafft Fachwissen, fördert die Zusammenarbeit innerhalb des Partnernetzwerks und konsolidiert und sichert die ergriffenen Maßnahmen.13 Europäische Umweltagentur: Die Umwelt in Europa – Zustand und Ausblick 2020 61. Im Dezember 2019 veröffentlichte die Europäische Umweltagentur ihren neuesten Sachstandsbericht über die Umwelt in den Mitgliedstaaten der EU.14 Der Bericht beschreibt unter Anwendung eines systemischen Ansatzes, der Energieerzeugungs-, Mobilitäts- und Lebensmittelsysteme erfasst, die Trends der letzten fünf bis zehn Jahre mit Prognosen bis 2030. European Environment and Health Youth Coalition 62. Die EEHYC bemüht sich, die kollektive und repräsentative Stimme junger Menschen einem internationalen Publikum zu Gehör zu bringen, indem sie nationale Daten aus Projekten und Aktivitäten der EEHYC sammelt und darüber berichtet, zu internationalen Veranstaltungen beiträgt und an zwischenstaatlichen Foren teilnimmt. Auf nationaler Ebene kommuniziert die EEHYC mit Akteuren und entwickelt Jugendprojekte im Bereich Umwelt und Gesundheit im Einklang mit der Jugenderklärung von Ostrava und der Handlungsverpflichtung für die Jugend, die auf der Sechsten Ministerkonferenz angenommen wurden. Lärm 63. 2018 veröffentlichte das ECEH Leitlinien für Umgebungslärm für die Europäische Region, die deutlich belegen, dass Lärmbelastung zu den wichtigsten umweltbedingten Gefahren für die physische und psychische Gesundheit und das Wohlbefinden in der Region zählt.15 Regionales Umweltzentrum 64. Das Regionale Umweltzentrum (REC) in Ungarn beteiligt sich an internationalen Projekten über Luftqualität, Klimawandel und die Gesundheit von Kindern und Lehrkräften. In Mittel- und Osteuropa ist die Aktualisierung nationaler Luftgütenormen und Konzepte für Luftgütemanagement schwierig, da es keinen effizienten Mechanismus zur Beeinflussung der Entscheidungsträger (das heißt der Regierung und der Kommunalbehörden) gibt: Die EHTF und das REC könnten hier mit dem Aufbau von Mechanismen und Kooperationen einen nützlichen Beitrag leisten. Die Mitgliedstaaten sollten bei der Politikgestaltung und der Erarbeitung oder Aktualisierung von Normen und Managementkonzepten die Luftgüteleitlinien der WHO befolgen. Wasser- und Sanitärversorgung und Gesundheit 65. Das ECEH hat eine Reihe von Instrumenten zur Unterstützung besserer WASH in Schulen entwickelt: ein Surveillance-Instrument für Gesundheits- und Bildungsbehörden und ein Paket praktischer Informationen für Schulleiter. Weitere Instrumente sind bestimmt für die Einführung risikobasierter Ansätze zur Überwachung der Trinkwasserqualität sowie für die Surveillance wasserbezogener Krankheiten und die Reaktion auf Krankheitsausbrüche. Außerdem hat das ECEH ein Grundsatzinstrument zur Unterstützung der Festlegung von auf die SDG abgestimmten WASH- Zielvorgaben eingeführt.16 Alle genannten Instrumente wurden auf der fünften Tagung der Vertragsparteien des Protokolls über Wasser und Gesundheit im November 2019 vorgestellt. 13 Weitere Informationen finden sich unter https://www.government.nl/topics/sustainable-healthcare. 14 European Environment Agency. The European environment – state and outlook 2020: knowledge for transition to a sustainable Europe. Luxembourg: Publications Office of the European Union; 2019 (https://www.eubusiness.com/topics/environ/eea-2020, eingesehen am 5. Januar 2020). 15 WHO environmental noise guidelines for the European Region. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe; 2018 (http://www.euro.who.int/en/health-topics/environment-and- health/noise/publications/2018/environmental-noise-guidelines-for-the-european-region-2018, eingesehen am 10. Januar 2020). 16 Protocol on water and health and the 2030 agenda: a practical guide for joint implementation. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe; 2019 (https://apps.who.int/iris/handle/10665/329547, eingesehen am 18. Februar 2020). Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 19 Gesunde-Städte-Netzwerk der WHO / Gesunde-Städte-Netzwerk Utrecht / WHO- Netzwerk Regionen für Gesundheit 66. Dem Gesunde-Städte-Netzwerk der WHO17 gehören rund 100 Flaggschiff-Städte und etwa 30 nationale Netzwerke an. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Kommunalverwaltungen für politisches Engagement, institutionellen Wandel, Kapazitätsaufbau, partnerschaftliche Planung und Innovation zu gewinnen. Utrecht ist dem Netzwerk 2016 beigetreten und will auf städtischer Ebene Bemühungen fördern, das Gesundheitsressort mit anderen Ressorts wie Raumplanung, Verkehr und Bildung zusammenzubringen. Das WHO-Netzwerk Regionen für Gesundheit18 will die Zusammenarbeit zwischen regionalen und kommunalen Akteuren und internationalen Gesundheitsinstitutionen stärken, den Beitrag der Gesundheitsbehörden zum internationalen politischen Entscheidungsprozess fördern und das Verständnis für regionale und kommunale Gesundheitssysteme erhöhen. Berichte aus den im Rahmen der EHTF gebildeten Arbeitsgruppen Arbeitsgruppe über die Zusammenarbeit von kommunalen und subnationalen Behörden – Arbeitsbereich und Zielsetzungen Dokument EURO/EHTF9/11 Matthias Braubach, Fachreferent, Gesundheit in Städten und Chancengleichheit, ECEH 67. Die Arbeitsgruppe über die Zusammenarbeit von kommunalen und subnationalen Behörden (CoLSA) wurde von der EHTF auf der Sechsten Ministerkonferenz eingerichtet. Eine Redaktionsgruppe interessierter Parteien unter Vorsitz von Brigit Staatsen aus den Niederlanden hielt 2019 zwei virtuelle Tagungen ab, um einen Entwurf des Arbeitsbereichs und der Zielsetzungen der Gruppe sowie einen Vorschlag für einen Arbeitsplan auszuarbeiten. Die Hauptziele der Gruppe bestehen darin, Dialog, Wissensaustausch und Zusammenarbeit zwischen subnationalen, nationalen und internationalen Akteuren in der Europäischen Region der WHO zu ermöglichen, die Abstimmung und Politikkohärenz zwischen den verschiedenen Ebenen der Politiksteuerung zu fördern und als Katalysator und Unterstützungsnetz für subnationales Handeln und Führen zu dienen. Die Arbeitsgruppe wird durch freiwillige Beiträge finanziert und soll einmal jährlich zusammenkommen, entweder virtuell oder im unmittelbaren Anschluss an andere Tagungen. 68. Die EHTF billigte den Vorschlag zum Arbeitsbereich und zu den Zielsetzungen der CoLSA sowie den vorgeschlagenen Arbeitsplan. Frau Staatsen wird bis zur ersten formellen Tagung der Arbeitsgruppe weiter den Vorsitz führen. Arbeitsgruppe Klimawandel und Gesundheit Dr. Inge Heim und Dr. Jutta Litvinovitch, Ko-Vorsitzende der Arbeitsgruppe Klimawandel und Gesundheit 69. Auf ihrer sechsten Tagung (Bonn, 12.–13. Juni 2018) stellte die Arbeitsgruppe Klimawandel und Gesundheit (HIC) fest, dass die Mehrheit der Mitgliedstaaten der Region Pläne zur Anpassung an den Klimawandel angenommen hat, die Umsetzung jedoch hinter der Planung hinterherhinkt und nicht alle Länder Gesundheitsfolgenabschätzungen durchgeführt haben. Der Gesundheitsbereich sollte mit gutem Beispiel vorangehen, etwa indem Krankenhäuser klimafreundlich und widerstandsfähig gemacht werden. Die Botschaft, dass Klimaschutz wegen seiner gesundheitlichen Nebeneffekte sehr preiswert ist, muss nachdrücklich vermittelt werden. 17 WHO European Healthy Cities Network. In: World Health Organization Regional Office for Europe [website]. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe; 2020 (http://www.euro.who.int/en/health-topics/environment- and-health/urban-health/who-european-healthy-cities-network, eingesehen am 5. Januar 2020). 18 Regions for Health Network (RHN). In: World Health Organization Regional Office for Europe [website]. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe; 2020 (http://www.euro.who.int/en/about-us/networks/regions- for-health-network-rhn, eingesehen am 5. Januar 2020). Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 20 70. Auf ihrer siebten Tagung (Bonn, 11.–12. September 2019) stellte die Arbeitsgruppe HIC fest, dass das Interesse an den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels in den Mitgliedstaaten zunimmt. Ziel dieser Tagung war es, die Mitgliedstaaten bei der Ausarbeitung und Umsetzung ihrer nationalen Handlungskataloge für Klimawandel und Gesundheit weiter zu unterstützen und anzuleiten sowie die globalen und regionsweiten politischen Entwicklungen und Fortschritte im Bereich Klimawandel und Gesundheit weiterzuverfolgen. 71. Der Gesundheitsbereich sollte in der umfassenderen Debatte über den Klimawandel, die gewöhnlich vom Umweltbereich geführt wird, stärker in den Vordergrund treten. Obwohl der Gesundheitsbereich in der Öffentlichkeit breites Vertrauen genießt, erhebt er seine Stimme zum Klimawandel nur zögerlich. Gesundheitsfachkräfte müssen dafür geschult werden, Gesundheitsrisiken zu bewerten und bei der Planung für die Katastrophenvorsorge und die Folgenbegrenzung bei Hitzewellen die Führung zu übernehmen. Außerdem werden Veränderungen bei Surveillance- Systemen und die Einführung von Wassersicherheitsplänen, die dem Klimawandel standhalten, erforderlich sein. Übersicht über wichtige regionsweite und globale Entwicklungen in Bezug auf Umwelt und Gesundheit 72. Seminar zum Thema Umwelt und Gesundheit: Das Pilotseminar der WHO zum Thema Umwelt und Gesundheit fand vom 29. Oktober bis 1. November 2019 in Bonn statt. 61 Personen aus über 30 Mitgliedstaaten nahmen daran teil. Bei dem Seminar wurde ein breites Themenspektrum im Bereich Umwelt und Gesundheit behandelt, von Luftverschmutzung über Klimawandel und umweltverträgliche Gesundheitssysteme bis hin zu Risikokommunikation und Abwasserwiederverwendung. Die Evaluation des Seminars ergab, dass die drei Themen Luftqualität, Zusammenhänge zwischen Umwelt und Gesundheit und Risikokommunikation als besonders nützlich für die Teilnehmer erachtet wurden. 73. Die Teilnehmer schlugen vor, weniger Themen (darunter umweltbedingte Krankheitslast, Altlasten, Risikobewertung sowie Klimawandel und Gesundheit) und diese dafür eingehender zu behandeln, mehr Zeit für die Diskussion in Gruppen mit mehr praktischen Beispielen vorzusehen und darauf zu achten, dass alle Teilnehmer ungefähr den gleichen Erfahrungsstand haben. Das Seminar 2019 wurde großzügigerweise vom deutschen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit finanziert, aber in Zukunft sollen neue/zusätzliche Finanzierungsquellen erkundet werden. 74. Umstrukturierung des WHO-Hauptbüros: Nach der Annahme des GPW 13 hat sich das Sekretariat im Hauptbüro neu strukturiert, um den drei Hauptprioritäten (allgemeine Gesundheitsversorgung, Prävention von Notlagen und Reaktion darauf sowie Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden) und der damit verbundenen ehrgeizigen dreifachen Milliarden- Zielmarke Rechnung zu tragen. Der Themenkomplex Gesundheit und Umwelt fällt überwiegend unter die dritte Priorität. 75. Globale Strategie der WHO für Gesundheit, Umwelt und Klimawandel: Die Globale Strategie19 wurde im Mai 2019 angenommen. Ihre Annahme spiegelt die Realität wider, dass 24% der weltweiten Krankheitslast mit Umweltfaktoren, einschließlich des Klimawandels und neu auftretender Umweltrisiken, verbunden sind. Zu den Herausforderungen gehören die unverhältnismäßig geringen Mittel für die Prävention und die mangelnde Berücksichtigung von Gesundheitsfragen bei Energiewenden auf allen Ebenen. Umwelt- und Gesundheitsministerien müssen mit Blick auf die Erhöhung der Nachhaltigkeit und die Steuerung von Gesundheitsdeterminanten in anderen Ressorts Bewusstsein schaffen und für ein gemeinsames Vorgehen werben. Maßnahmen der WHO sind unter anderem Überzeugungsarbeit, der Aufbau von Kapazitäten für eine führende Rolle des Gesundheitsressorts und die Kontaktpflege zu anderen Ressorts sowie die Entwicklung einer soliden Informationsgrundlage. 19 WHO global strategy on health, environment and climate change. In: Public health, environmental and social determinants of health (PHE) [website]. Geneva: World Health Organization; 2020 (https://www.who.int/phe/publications/global-strategy/en/, eingesehen am 10. Januar 2020). Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 21 76. 2019 veröffentlichte die WHO den WHO-Bericht über die Studie zu Gesundheit und Klimawandel und eine Reihe von Länderprofilen, darunter 20 aus der Europäischen Region.20 Weitere neuere Produkte der WHO sind eine Online-Schulung zu Klimaverhandlungen für Gesundheitsfachkräfte, die im Vorfeld der Klimakonferenz der Vereinten Nationen (Madrid, 2.–13. Dezember 2019) eingeführt wurde, Instrumente zur Messung der Luftverschmutzung, darunter das Clean Household Energy Solutions Toolkit (CHEST), systematische Übersichtsarbeiten über Luftschadstoffe und die Kampagne BreatheLife zu Luftverschmutzung in Städten. Eine neue Publikation21 und eine Reihe von Infografiken befassen sich mit den Risikofaktoren und -umständen in Verbindung mit umweltbedingten Gesundheitsrisiken und enthalten Handlungsempfehlungen für die WHO und die Mitgliedstaaten. 77. Protokoll über Wasser und Gesundheit: Die fünfte Tagung der Vertragsparteien des Protokolls fand vom 19. bis 21. November 2019 in Belgrad unter Beteiligung von mehr als 200 Delegierten aus 40 Ländern, von Partnern der Vereinten Nationen, aus Entwicklungsorganisationen, der Wissenschaft und der Privatwirtschaft statt. Wie der Generalsekretär der Vereinten Nationen in seiner Eröffnungsansprache hervorhob, hilft das Protokoll den Ländern, die Zielvorstellungen der Agenda 2030 zu verwirklichen. Die Parteien besprachen die Erfolge und Fortschritte bei der Umsetzung des Protokolls und strategische Fragen im Zusammenhang mit der gesamteuropäischen WASH-Agenda. Die Gespräche auf hoher Ebene zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung in der paneuropäischen Region beleuchteten die Rolle des Protokolls bei der Erfüllung der mit den SDG und der Erklärung von Ostrava eingegangenen WASH- und anderen gesundheitsbezogenen Verpflichtungen. Bei den Gesprächen wurden auch neue Herausforderungen erörtert, die ein Umdenken und vermehrte Aufmerksamkeit erfordern werden, darunter etwa AMR, die zunehmende Verbreitung von Legionellen und das häufigere Auftreten extremer Wetterereignisse. Für den Zeitraum 2020–2022 wurden folgende Prioritäten festgelegt: Unterstützung einer wirksamen Ordnungspolitik im Bereich WASH, Verwirklichung des Menschenrechts auf Wasser- und Sanitärversorgung unter Gewährleistung eines chancengleichen Zugangs für alle, Prävention und Bekämpfung wasserbedingter Krankheiten durch eine Verbesserung von Überwachung und Ausbruchsmanagement, Gewährleistung guter WASH in sämtlichen Gesundheitseinrichtungen und Schulen, sicheres und effizientes Management der Systeme zur Wasser- und Sanitärversorgung, Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung in ländlichen Gemeinden und Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur für die Wasser- und Sanitärversorgung gegenüber den negativen Auswirkungen des Klimawandels. 78. Strategisches Konzept für ein internationales Chemikalienmanagement (SAICM): Das übergeordnete Ziel des SAICM, die Herstellung und Verwendung von Chemikalien so zu gestalten, dass die spürbaren negativen Auswirkungen auf Umwelt und menschliche Gesundheit auf ein Minimum beschränkt werden, wird 2020 nicht vollständig erreicht werden. Das weitere Vorgehen soll auf der fünften Internationalen Konferenz über Chemikalienmanagement (Bonn, 5.–9. Oktober 2020) erörtert werden, wobei der hochrangige Konferenzteil am 9. Oktober zu einer gemeinsamen Ministererklärung führen soll. Die Ressorts Gesundheit und Umwelt sind eingeladen, zur Entwicklung von Zielvorgaben und Indikatoren für die künftige Verwendung beizutragen. Am 18. Mai 2020 wird während der 73. Weltgesundheitsversammlung eine Veranstaltung auf hoher Ebene stattfinden, bei der die Teilnehmer ihr Bekenntnis zu einem sichereren Chemikalienmanagement erneuern werden. 79. Paneuropäisches Programm Verkehr, Gesundheit und Umwelt: Die fünfte hochrangige Tagung des Programms THE PEP soll am 26. und 27. November 2020 in Wien stattfinden. Auf der Tagung, der eine hochrangige Sondersitzung am 25. November vorausgehen wird, sollen eine Erklärung von Wien und der Paneuropäische Gesamtplan zur Förderung von Radfahren angenommen werden. 80. Ausschuss der UNECE für Umweltpolitik: Der Ausschuss kam im November 2019 zusammen und erörterte Umweltprüfberichte, die auf Ersuchen des betreffenden Staates ein Gesundheitselement 20 WHO health and climate change survey report: tracking global progress. Geneva: World Health Organization; 2019 (https://www.who.int/globalchange/publications/country-profiles-global-report-2019/en/, eingesehen am 10. Januar 2020). 21 Healthy environments for healthier populations: why do they matter, and what can we do? Geneva: World Health Organization; 2019 (WHO/CED/PHE/DO/19.01). Licence: CC BYNC-SA 3.0 IGO (https://www.who.int/phe/publications/healthy-environments/en/, eingesehen am 18. Februar 2020). Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 22 enthalten können. Die Neunte Ministerkonferenz Umwelt für Europa soll vom 3. bis 5. November 2021 in Zypern in Verbindung mit einer hochrangigen Tagung der Bildungs- und Umweltminister stattfinden. Hauptthemen sind 1) Grünere Wirtschaft in der paneuropäischen Region, allmähliche Verwirklichung einer nachhaltigen Infrastruktur und 2) Anwendung der Prinzipien einer Kreislaufwirtschaft auf den nachhaltigen Tourismus. 81. Umweltprogramm der Vereinten Nationen: Auf ihrer vierten Tagung (Nairobi, 11.–15. März 2019) verabschiedete die Umweltversammlung der Vereinten Nationen 23 Resolutionen mit zahlreichen Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden. Das UNEP wird in Fragen von gemeinsamem Interesse eng mit der WHO und anderen Partnern zusammenarbeiten, unter anderem bei dem Bericht über AMR, der 2021 erscheinen soll, bei der Umsetzung des Plans für einen verschmutzungsfreien Planeten gemäß dem von der Umweltversammlung auf ihrer dritten Tagung erteilten Mandat und bei den globalen Wassergütebewertungen. Derzeit werden nur 23% der umweltbezogenen SDG plangemäß umgesetzt, doch sind bei allen elf umweltbezogenen Indikatoren in Bezug auf politische, finanzielle und institutionelle Prozesse Fortschritte erzielt worden. Der Weltbericht über nachhaltige Entwicklung 201922 zeigt die vielen anhaltenden Herausforderungen bei der Umsetzung der umweltbezogenen SDG auf. In Kürze sollen themenbezogene Koalitionen zu Umwelt- und Städtefragen eingerichtet werden, die auch eine gesundheitliche Dimension haben werden. 82. Europäische Union: Der Themenkomplex Umwelt und Gesundheit, insbesondere der Klimawandel, gehört zu den Hauptanliegen der neuen Europäischen Kommission und hat einen hohen Stellenwert in den neuen politischen Leitlinien für den Zeitraum 2019–2024 und im Grünen Deal, mit dem bis 2050 Klimaneutralität in Europa erreicht werden soll. Die steigende Mortalität und Morbidität infolge von Überschwemmungen, Waldbränden, extremen Hitzeereignissen und der Ausbreitung von Krankheitsüberträgern haben inzwischen auch die, die früher skeptisch waren, von den Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit überzeugt. Der Klimawandel betrifft alle, aber nicht in gleichem Ausmaß: Kinder, ältere Menschen und Obdachlose leiden unverhältnismäßig stark. Zu den Prioritäten der neuen Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides zählen die Strategie für nachhaltige Lebensmittel „Vom Erzeuger zum Verbraucher“, die Entwicklung eines europäischen Aktionsplans gegen Krebs, wobei zum Beispiel Luftverschmutzung ein Faktor ist, und AMR, einschließlich der Umweltfaktoren, die Resistenzen beeinflussen. 83. Schwerpunkt der Konferenz „Ein Europa, das schützt: Schutz unseres Planeten, Schutz unserer Gesundheit“ (Helsinki, 3.–4. Dezember 2019), die im Rahmen der finnischen EU-Ratspräsidentschaft stattfand, war die Gesundheit des Planeten. Eine Nebenveranstaltung, an der auch die WHO mitwirkte, war ein Bericht über das Projekt HERA, das Prioritäten für die Forschungsagenda zu Umwelt, Klima und Gesundheit in der EU setzen soll; ein vorläufiges Dokument zur Forschungsagenda soll Anfang 2020 erscheinen. Die Konferenz kam zu dem Schluss, dass genügend Erkenntnisse vorliegen, um sofortiges Handeln zur Erhaltung der Gesundheit des Planeten zu rechtfertigen. Sie endete mit der Annahme der Erklärung von Helsinki zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Planet für die 2020er Jahre. 84. Das Europäische Netzwerk für menschliche Exposomen wird untersuchen, wie sich Faktoren, denen Menschen durch ihre Ernährung, ihre Lebensweise und ihr Lebens- und Arbeitsumfeld ausgesetzt sind, auf ihre Gesundheit auswirken. Dabei geht es zum Beispiel um Belastungen am Arbeitsplatz oder Belastungen aufgrund von Leben in Städten, Luftverschmutzung oder Lärm. Das Netzwerk soll mit einer Veranstaltung am 11. Februar 2020 in Brüssel ins Leben gerufen werden. 85. Bei Stellungnahmen aus dem Plenum wurde hervorgehoben, dass der hohe Stellenwert, den saubere Luft, sauberes Wasser und Chemikaliensicherheit im Grünen Deal genießen, in der Praxis auch auf den Schutz gefährdeter Gruppen ausgedehnt werden muss. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass das anhaltend hohe Niveau des Rauchens in Europa der Hauptfaktor für die hohen Krebsraten in der Region sein dürfte. 22 Independent Group of Scientists appointed by the Secretary-General. Global sustainable development report 2019: the future is now – science for achieving sustainable development. New York: United Nations; 2019 (https://sustainabledevelopment.un.org/gsdr2019, eingesehen am 10. Mai 2020). Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 23 86. Europäische Umweltagentur: Der im Dezember 2019 veröffentlichte Bericht The European environment – state and outlook 202014 beschreibt die Umweltbelastungen in Europa und die diesen Belastungen vorgelagerten Kräfte, darunter Produktionsprozesse, Konsumgewohnheiten und Energiebedarf. Die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen haben seit 1990 stark abgenommen. Alle Mitgliedstaaten der Agentur verfügen nun über nationale Strategien und/oder Aktionspläne zur Anpassung an den Klimawandel. Die Zahl der extremen Klimaereignisse (wie Hitzewellen, Überschwemmungen, Perioden extremer Kälte) steigt jedoch weiter, und die Zahl der Menschen, die übermäßigem Lärm ausgesetzt sind, hat sich trotz der Einführung der europäischen Umgebungslärmrichtlinie im Jahr 2002 nicht verringert. Über die Belastung des Trinkwassers mit neuen und potenziell gefährlichen Chemikalien und Chemikalienmischungen gibt es kaum Erkenntnisse, während die traditionellen chemischen Schadstoffe besser überwacht werden. Vorhersagen bis 2030 zufolge werden sowohl die Luftverschmutzung als auch die Lärmbelastung steigen, was zum großen Teil auf die anhaltend hohe Fahrzeugnutzung in den Städten zurückzuführen ist, und die chemische Verschmutzung und die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken werden weiter zunehmen. 87. Die Auswirkungen von Umweltfaktoren auf die menschliche Gesundheit sind, so der Bericht, ungleichmäßig verteilt, sowohl zwischen dem Norden Europas und dem Süden und Osten als auch innerhalb einzelner Länder und Städte. Die bisher erzielten Fortschritte sind das Ergebnis kleiner, allmählicher Veränderungen. Um einen wirklichen Wandel herbeizuführen, muss das Gesamtsystem so umgestaltet werden, dass die Nutzung von Fahrzeugen und Flugzeugen, die Emissionen aus der Schifffahrt und die Nutzung fossiler Brennstoffe drastisch sinken und die Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit der Lebensmittelsysteme steigt. Finanzielle Unterstützung steht aus dem Kohäsionsfonds der EU zur Verfügung, der die wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten zwischen den Mitgliedstaaten der EU verringern soll. 88. Zwischenstaatliche Plattform Wissenschaft-Politik für Biodiversität und Ökosystemleistungen: Im Mai 2019 veröffentlichte die IPBES eine Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger des globalen Sachstandsberichts zu biologischer Vielfalt und Ökosystemleistungen23, der von 500 Wissenschaftlern über einen Zeitraum von drei Jahren erarbeitet wurde. Darin werden die Schädigung der natürlichen Ressourcen auf der ganzen Welt und die zunehmende Gefahr des Aussterbens vieler Pflanzen- und Tierarten ausführlich behandelt. Bei 14 der 18 Kategorien, über die nach dem von der IPBES eingeführten System Nature's Contributions to People berichtet wird, ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, der unmittelbar auf Veränderungen bei der Land- und Meeresnutzung, die direkte Ausbeutung natürlicher Ressourcen, etwa in der Fischerei, den Klimawandel und die Ausbreitung invasiver Arten zurückzuführen ist. Das IPBES-Sekretariat plant nun eine verknüpfende Bewertung der Zusammenhänge zwischen biologischer Vielfalt, Wasser, Nahrung und Gesundheit und den diesbezüglichen SDG. Dieser Vorschlag soll den Akteuren, einschließlich des EHP, im Juni 2020 zur Prüfung vorgelegt werden. Wird er gebilligt, soll unmittelbar nach der Achten Plenarsitzung der IPBES im Februar 2021 mit der Ausarbeitung der Bewertung begonnen werden. Arbeitsprogramm für die EHTF für den Zeitraum 2020–2021 Dokumente EURO/EHTF9/9 und EURO/EHTF9/12 89. Frau Racioppi stellte das vorgeschlagene Zweijahres-Arbeitsprogramm für die EHTF und ihr Präsidium für den Zeitraum 2020–2021 vor – das erste, das auf das GPW 13 und den Zweijahres- Geschäftszyklus der WHO abgestimmt ist. Die Kosten des Arbeitsprogramms sind teilweise kalkuliert, 23 Report of the Plenary of the Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services on the work of its seventh session. Addendum: Summary for policymakers of the global assessment report on biodiversity and ecosystem services of the Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services. Bonn: United Nations; 2019 (IPBES/7/10/Add.1; https://ipbes.net/global-assessment- report-biodiversity-ecosystem-services, eingesehen am 9. Februar 2020). Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 24 aber viele der Aktivitäten sind abhängig von der Verfügbarkeit freiwillig bereitgestellter Ressourcen, die erst noch mobilisiert werden müssen. Das Programm deckt fünf wesentliche Bereiche ab. 90. Zusammenarbeit zwischen Ressorts, Partnern und Akteuren sowie Beratung zur konzeptionellen Ausrichtung: Die EHTF hat sich verpflichtet, eine Reihe satzungsgemäßer Tagungen der Sonderarbeitsgruppe selbst, ihres Präsidiums und ihrer Arbeitsgruppen abzuhalten, aber wer die Tagungen ausrichtet und wie sie finanziert werden, ist noch offen. Darüber hinaus hat das Regionalbüro in Bereichen wie Kapazitätsaufbau, Luftqualität und Altlasten wertvolle Verbindungen zu subregionalen Netzwerken und Gruppen von Mitgliedstaaten aufgebaut. 91. Berichterstattung über die Fortschritte bei der Umsetzung der Verpflichtungen von Ostrava: Die EHTF hat sich verpflichtet, dem WHO-Regionalkomitee für Europa und dem Ausschuss der UNECE für Umweltpolitik jährlich über Fortschritte und Erfolge im Rahmen des EHP Bericht zu erstatten. Ein nach Maßgabe der Erklärung von Ostrava unter Verwendung der SDG-Indikatoren einzuführender Kontrollrahmen wird sich zunächst auf einen minimalen Kerndatensatz stützen und auf der Grundlage bereits verfügbarer Daten ergänzt werden. Eine Versuchsversion könnte für die nächste Halbzeitbilanztagung erstellt werden. 92. Kooperation und Koordination mit anderen Foren der Vereinten Nationen und multilaterale Umweltübereinkommen: Die EHTF arbeitet eng mit dem UNECE-Prozess Umwelt für Europa und mit dem UNEP zusammen. Sie wird sich an den Verhandlungen für das Ergebnisdokument der bevorstehenden Tagung des Programms THE PEP intensiv beteiligen. 93. Unterstützung der Mitgliedstaaten beim Ausbau von Kapazitäten zur Befassung mit Themen aus dem Bereich Umwelt und Gesundheit – Sachkompetenz und Fachwissen: Das Regionalbüro möchte weitere Seminare zum Thema Umwelt und Gesundheit organisieren, um das derzeitige Programm subregionaler Workshops und Schulungen sowie die zahlreichen bilateralen Aktivitäten mit einzelnen Mitgliedstaaten im Rahmen der entsprechenden zweijährigen Kooperationsvereinbarungen mit der WHO zu ergänzen. 94. Überzeugungs- und Kommunikationsarbeit – Umsetzung einer Kommunikationsstrategie für den EHP für die Zeit nach Ostrava: Dieser Bereich umfasst die Bemühungen des Regionalbüros zur Maximierung der politischen Sichtbarkeit von umwelt- und gesundheitsbezogenen Themen in der internationalen Gemeinschaft sowie die Unterstützung des Regionalbüros von Aktivitäten zur Risikokommunikation in den Mitgliedstaaten. 95. Entwurf der Kommunikationsstrategie des EHP 2020–2021 (Dokument EURO/EHTF9/13): Der Entwurf einer Kommunikationsstrategie, um den die EHTF auf ihrer achten Tagung gebeten hat, soll dem EHP als einem einzigartigen Prozess auf europäischer Ebene mehr Sichtbarkeit und Anerkennung verschaffen. Mit dem Strategieentwurf werden fünf zentrale Ziele verfolgt: Die drei Ziele auf dem Gebiet der externen Kommunikation sind dazu gedacht, ohne formelle Fortschrittskontrolle die von den Mitgliedstaaten bei der Umsetzung ihrer Verpflichtungen aus der Erklärung von Ostrava benötigten fachlichen Informationen und Impulse zu liefern, dem EHP in den Regierungen der Mitgliedstaaten mehr Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen, um die internationale Einbindung und Vertretung im Prozess zu fördern, und die Erfolge und das künftige Potenzial des EHP für mögliche neue Akteure und Geber herauszustellen. Die beiden Ziele auf dem Gebiet der internen Kommunikation sind die Bereitstellung aktueller und korrekter Informationen über bevorstehende Veranstaltungen (wie Tagungen, Konferenzen und Workshops), um eine stärkere Beteiligung und Vertretung von Mitgliedstaaten und Partnern zu fördern, und die Bereitstellung einer Plattform für den Austausch von Erfahrungen und bewährten Verfahren zwischen den Mitgliedern des EHP. Das Regionalbüro kann Erfahrungen und Geschichten aus einzelnen Mitgliedstaaten zur Veröffentlichung auf der EHP-Website und zur Vorlage – möglicherweise in Form einer Publikation – bei der nächsten Halbzeitbilanz des Prozesses sammeln. 96. Das Regionalbüro schlug vor, die EHTF-Arbeitsgruppe für Kommunikation solle ihre Tätigkeit wieder aufnehmen, und zwar unter Beteiligung von Kommunikationsexperten, die von den Mitgliedstaaten auf freiwilliger Basis nominiert werden. Diese Experten würden in Fernarbeit Materialien und bewährte Verfahren aus einzelnen Ländern sammeln und zusammenstellen, die mit Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 25 anderen Ländern ausgetauscht und/oder der Öffentlichkeit und politischen Entscheidungsträgern übermittelt werden könnten.24 97. Auf Wortmeldungen aus dem Saal zum Entwurf des Arbeitsprogramms reagierten Vertreter des Regionalbüros mit der Feststellung, dass ein Mindestmaß an Mitteln für satzungsgemäße Aufgaben wie die Jahrestagungen der EHTF und des Präsidiums aus freiwilligen Spenden aufgebracht werden muss; in der Vergangenheit sind diese Tagungen großzügigerweise von einer sehr kleinen Zahl von Mitgliedstaaten finanziert worden, aber diese Situation wird wohl nicht unbegrenzt andauern. Aktivitäten, die in Zusammenarbeit mit dem Protokoll über Wasser und Gesundheit oder THE PEP durchgeführt werden, sind für den EHP oft kostengünstiger, weil dafür zum Beispiel bereits organisierte Zusammenkünfte genutzt werden können. Für Tagungen der Arbeitsgruppe CoLSA könnten sich Synergien mit Veranstaltungen ergeben, die das WHO-Netzwerk Regionen für Gesundheit oder das Gesunde-Städte-Netzwerk der WHO organisieren. Andere Aktivitäten im Arbeitsprogramm können teilweise aus anderen Haushaltslinien finanziert werden, etwa aus den zweijährigen Kooperationsvereinbarungen oder aus Forschungszuschüssen. 98. In einem Redebeitrag wurden die Neuerungen gelobt, die das Regionalbüro in den letzten Jahren im Bereich Kommunikation eingeführt hat, es wurde aber auch festgestellt, dass die Arbeitsgruppe für Kommunikation in früheren Zusammensetzungen kein Erfolg gewesen sei. Für die Mitgliedstaaten könnte es sich als schwierig erweisen, Kommunikationsexperten zur Nominierung für die Gruppe zu finden, und eine Gruppe, die sich nicht persönlich begegnet, könnte Schwierigkeiten haben, die erforderliche Arbeitsbeziehung aufzubauen. 99. Die EHTF nahm das Arbeitsprogramm für den EHP für den Zeitraum 2019–2020 und die Kommunikationsstrategie einstimmig an, wobei einige von den Teilnehmern vorgeschlagene Elemente hinzugefügt wurden (Hinzufügung von Tagungen der EHTF und des Präsidiums, Zusammenarbeit mit dem Prozess Umwelt für Europa und Klärung des Geltungsbereichs der Kommunikationsstrategie). Die EHTF kam ferner überein, dass das Regionalbüro einen Aufruf zur Einreichung von Nominierungen für die Arbeitsgruppe für Kommunikation veröffentlichen und die von den Mitgliedstaaten bereitgestellten Materialien, Erfahrungen und bewährten Verfahren für die Übermittlung an andere EHP-Partner und möglicherweise für die Erarbeitung einer Publikation zu diesem Thema zur Vorlage bei der nächsten Halbzeitbilanz des EHP zusammenstellen soll. Wahl des Ko-Vorsitzenden der EHTF Dokument EURO/EHTF9/7 100. Die EHTF wählte Tamás Pándics aus Ungarn einstimmig zum neuen Ko-Vorsitzenden aus dem Gesundheitsbereich. Zusammenfassung der Tagung 101. Frau Racioppi fasste die Ergebnisse der Tagung kurz zusammen. Die Teilnehmer dankten Frau Bakunts herzlich für die hervorragende Führung und Unterstützung der EHTF während ihrer gesamten Amtszeit. Frau Bakunts dankte den Teilnehmern für die konstruktiven Diskussionen und dem Sekretariat für die Vorbereitung der Tagung. Sie übergab den Vorsitz der EHTF formell an Brigit Staatsen aus den Niederlanden und Biljana Filipovic aus Serbien und erklärte die Tagung am 10. Dezember 2019 um 15.35 Uhr für beendet. 24 Das vorgeschlagene Mandat der Arbeitsgruppe findet sich in Dokument EURO/EHTF9/13, Anhang 1. Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 26 Anhang 1: Zielsetzung der Tagung Die neunte Tagung der EHTF dient der Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der Verpflichtungen aus der Erklärung der Sechsten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit (Ostrava (Tschechische Republik), 13.–15. Juni 2017). Hintergrund Kernelement der Erklärung von Ostrava25 ist die Verpflichtung aller Mitgliedstaaten, sichtbare, messbare und ausgewogene Fortschritte im Bereich Umwelt und Gesundheit in der Europäischen Region der WHO durch die verstärkte nationale Umsetzung von Maßnahmen auf diesem Gebiet zu erzielen, was von zentraler Bedeutung für eine effektive Weiterentwicklung im Bereich Umwelt und Gesundheit ist. Deshalb haben sich die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, bis Ende 2018 nationale Handlungskataloge für Umwelt und Gesundheit auszuarbeiten. Mit diesen Katalogen, die durch die Auswahl der Ziele und Tätigkeiten die Besonderheiten, Prioritäten, Möglichkeiten und Kapazitäten der Länder widerspiegeln sollten, soll in erster Linie sichergestellt werden, dass die Mitgliedstaaten über gut koordinierte, umfassende und kohärente Ansätze verfügen, mit denen sie die auf umweltbedingte Determinanten zurückzuführende anhaltende Krankheitslast bewältigen können (Anhang 1 der Erklärung von Ostrava)26. Die Ansprechpersonen aus den Ministerien für Gesundheit und Umwelt sind für die Einleitung und Koordination länderspezifischer Maßnahmen zur Ausarbeitung neuer bzw. Verbesserung bereits bestehender nationaler Handlungskataloge für den Bereich Umwelt und Gesundheit zuständig (Anhang 2 der Erklärung von Ostrava)27. Mehr als 25 Mitgliedstaaten haben vor, den Themenkomplex Umwelt und Gesundheit und die Folgemaßnahmen zur Erklärung von Ostrava in ihre zweijährigen Kooperationsvereinbarungen mit der WHO für den Zeitraum 2020–2021 aufzunehmen. Die Tagung dient daher auch der direkten Unterstützung der Arbeit auf Länderebene im bevorstehenden Zweijahreszeitraum. Ziel Diese Tagung der Sonderarbeitsgruppe dient dem Zweck, die Arbeit der Mitgliedstaaten zur Entwicklung und Umsetzung nationaler Handlungskataloge für Umwelt und Gesundheit weiter zu unterstützen und weiterzuverfolgen und ein Forum für den Austausch über die im Rahmen des Prozesses gesammelten Erfahrungen, aufgetretenen Herausforderungen und ermittelten Lösungsansätze zu bieten. Konkrete Ziele und erwartete Ergebnisse Die Tagung soll als Forum für den Austausch von Informationen, Kenntnissen und Erfahrungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Verpflichtungen von Ostrava dienen. Sie wird auch Gelegenheit bieten, den 30. Jahrestag der Einleitung des Prozesses Umwelt und Gesundheit in Europa (EHP) zu begehen, der aus der Ersten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit am 7. und 8. Dezember 1989 25 Erklärung der Sechsten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit. Kopenhagen: WHO-Regionalbüro für Europa; 2017 (https://www.euro.who.int/de/media-centre/events/events/2017/06/sixth-ministerial-conference-on-environment-and- health/documentation/declaration-of-the-sixth-ministerial-conference-on-environment-and-health, eingesehen am 08. Juli 2020). 26 Anhang 1. Katalog möglicher Maßnahmen zur Förderung der Umsetzung der Erklärung von Ostrava. Kopenhagen: WHO- Regionalbüro für Europa; 2017 (https://www.euro.who.int/de/media-centre/events/events/2017/06/sixth-ministerial- conference-on-environment-and-health/documentation/declaration-of-the-sixth-ministerial-conference-on-environment-and- health/annex-1.-compendium-of-possible-actions-to-advance-the-implementation-of-the-ostrava-declaration, eingesehen am 08. Juli 2020). 27 Anhang 2. Institutionelle Regelungen für den Prozess Umwelt und Gesundheit in Europa. Kopenhagen: WHO- Regionalbüro für Europa; 2017 (https://www.euro.who.int/de/media-centre/events/events/2017/06/sixth-ministerial- conference-on-environment-and-health/documentation/declaration-of-the-sixth-ministerial-conference-on-environment-and- health/annex-2.-institutional-arrangements-for-the-european-environment-and-health-process, eingesehen am 08. Juli 2019). Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 27 in Frankfurt hervorgegangen ist. Zudem wird sie sich mit neuen Fragen oder Zukunftsthemen im Bereich Umwelt und Gesundheit befassen, die für die Mitgliedstaaten von Interesse sind. Insbesondere soll die Tagung  über die 30-jährige Erfahrung des EHP reflektieren;  einen Überblick über die Erfahrungen der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der in Ostrava eingegangenen Verpflichtungen geben, indem ein direkter fachlicher Austausch von Erfahrungen und Wissen, vor allem im Rahmen der Ausarbeitung nationaler Handlungskataloge für Umwelt und Gesundheit, gefördert wird;  neue Fragen im Bereich Umwelt und Gesundheit behandeln, indem über den aktuellen Stand informiert und ein Austausch zwischen Vertretern der Mitgliedstaaten, die mit ähnlichen, an politischer Bedeutung gewinnenden Fragen konfrontiert sind, ermöglicht wird;  eine Einigung über die Verfolgung der Fortschritte bei der Verwirklichung der SDG und der Zielvorgaben in Bezug auf Umwelt und Gesundheit herbeiführen;  neue Instrumente und Erkenntnisse zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Ausarbeitung von Handlungskatalogen und der Stärkung der nationalen Koordination im Bereich Umwelt und Gesundheit präsentieren;  einen Überblick über wichtige globale und regionsweite Entwicklungen in Bezug auf Umwelt und Gesundheit, einschließlich der Ergebnisse der fünften Tagung der Vertragsparteien des Protokolls über Wasser und Gesundheit, geben;  über den aktuellen Stand der Arbeit der im Rahmen der EHTF gebildeten Arbeitsgruppen informieren: a) Aktivitäten der Arbeitsgruppe Klimawandel und Gesundheit (HIC) und b) Arbeitsbereich und Zielsetzungen der Arbeitsgruppe über die Zusammenarbeit von kommunalen und subnationalen Behörden (CoLSA);  das Arbeitsprogramm für den EHP für den Zeitraum 2020–2021 vorstellen und billigen. Die erwarteten Ergebnisse der Tagung sind ein besseres Verständnis der Prioritäten, Aktivitäten und Fortschritte der Länder bei der Umsetzung der Verpflichtungen aus der Erklärung von Ostrava und ein erweitertes Wissen über die neuesten verfügbaren Erkenntnisse im Bereich Umwelt und Gesundheit. Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 28 Anhang 2: Tagungsprogramm Montag, 9. Dezember 2019 09:00–09.30 Uhr Registrierung 09.30–10.00 Uhr Sitzung 1 – Eröffnung der Tagung Die Tagung wird von Dr. Nune Bakunts, der Vorsitzenden der EHTF, und Dr. Piroska Östlin, der kommissarischen WHO-Regionaldirektorin für Europa, eröffnet. Die Zielsetzung der Tagung wird durch Francesca Racioppi, die Leiterin des Europäischen Zentrums der WHO für Umwelt und Gesundheit, erläutert. Die EHTF nimmt die Tagesordnung und das Programm der Tagung an. Kurze Vorstellung der Nominierungen für den Ko-Vorsitz der EHTF. Die Beratung über die Nominierungen erfolgt während der letzten Sitzung der Tagung. Vorstellung der Teilnehmer. Relevante Dokumente: EURO/EHTF9/1: Liste der Dokumente EURO/EHTF9/2: Zielsetzung der Tagung EURO/EHTF9/3: Vorläufige Tagesordnung EURO/EHTF9/4: Vorläufiges Programm EURO/EHTF9/7: Nominierungen für den Ko-Vorsitz der EHTF EURO/EHTF9/14: Erklärung von Ostrava EURO/EHTF/20: Bericht über die achte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit (Bonn, 20.–21. März 2018) 10:00–11.00 Uhr Sitzung 2 – Zum 30-jährigen Bestehen des Prozesses Umwelt und Gesundheit in Europa (EHP) Die Tagung bietet Gelegenheit, den 30. Jahrestag des EHP der WHO zu begehen, der auf der ersten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit 1989 in Frankfurt eingeleitet wurde. Grundsatzreden:  Dr. Zsuzsanna Jakab, Stellvertretende Generaldirektorin der WHO  Professor Michał Krzyżanowski, Umweltforschungsgruppe, King´s College London Podiumsdiskussion. Der Prozess Umwelt und Gesundheit in Europa – von Frankfurt nach Ostrava und darüber hinaus: gewonnene Erkenntnisse und der weitere Weg. Moderation: James Creswick, Fachreferent (Kommunikation), Europäisches Zentrum der WHO für Umwelt und Gesundheit. Podiumsteilnehmer:  Brigit Staatsen, Leitende Forscherin, Beraterin für gesundes Lebensumfeld, Nationales Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt  Dr. Wilfried Kreisel, Exekutivdirektor (im Ruhestand), Gesundheit und Umwelt, WHO-Hauptbüro, Genf  Marco Keiner, Direktor der Abteilung Umwelt, Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa  Génon K. Jensen, Exekutivdirektorin, Health and Environment Alliance (Fernteilnahme)  Alina Bezhenar, Mitbegründerin, European Environment and Health Youth Coalition  Dr. Roberto Bertollini, Berater des Gesundheitsministers von Katar (Fernteilnahme) Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 29 Relevantes Dokument: EURO/EHTF9/15: Europäische Charta zu Umwelt und Gesundheit, 1989 11:00–11.30 Uhr Erfrischungen 11.30–13.00 Uhr Sitzung 3 – World Café zu den Erfahrungen der Mitgliedstaaten bei der Ausarbeitung und Umsetzung nationaler Handlungskataloge für den Bereich Umwelt und Gesundheit Die EHTF wird über die Ergebnisse der Umfrage über Fortschritte bei der Ausarbeitung nationaler Handlungskataloge für den Bereich Umwelt und Gesundheit informiert. Bei dieser Sitzung werden verschiedene bereits vorhandene Prozesse und Erfahrungen bei der Ausarbeitung nationaler Handlungskataloge für den Bereich Umwelt und Gesundheit von den Mitgliedstaaten vorgestellt und im Zuge eines direkten fachlichen Austauschs von Erfahrungen und Wissen näher erörtert. Außerdem werden bei dieser Sitzung die vielfältigen Möglichkeiten und Chancen diskutiert, die sich durch verschiedene Projekte, Partnerschaften und Kooperationen auch auf subregionaler Ebene bieten. Weitere Einzelheiten zum World Café entnehmen Sie bitte der Informationsunterlage für Sitzungen (Dokument EURO/EHTF9/6). Relevantes Dokument: EURO/EHTF9/8: Bericht über die Ergebnisse der Umfrage über die Fortschritte bei der Ausarbeitung nationaler Handlungskataloge für den Bereich Umwelt und Gesundheit 13.00–14.30 Uhr Mittagessen 14:30–16.00 Uhr Sitzung 4 – Neue Fragen oder Zukunftsthemen im Bereich Umwelt und Gesundheit Die Mitglieder der EHTF werden über die Ergebnisse einer Meinungsumfrage zu neuen Fragen und Zukunftsthemen im Bereich Umwelt und Gesundheit informiert, an der sich Mitgliedstaaten der Europäischen Region der WHO auf freiwilliger Basis beteiligt haben. Gruppenarbeit. Bei dieser Sitzung werden die relevanten neuen Fragen im Bereich Umwelt und Gesundheit behandelt, indem über den aktuellen Stand informiert und ein Austausch zwischen Vertretern der Mitgliedstaaten, die mit ähnlichen, an politischer Bedeutung gewinnenden Fragen konfrontiert sind, ermöglicht wird. Weitere Einzelheiten zur Gruppenarbeit entnehmen Sie bitte der Informationsunterlage für Sitzungen (Dokument EURO/EHTF9/6). Relevante Dokumente: EURO/EHTF9/9: Überblick über die Ergebnisse der Umfrage über die Ansichten der Mitgliedstaaten der Europäischen Region der WHO zu neuen Fragen und Zukunftsthemen im Bereich Umwelt und Gesundheit EURO/EHTF9/16: Bericht über die vierte Tagung des Präsidiums der EHTF (Webex, 11. Oktober 2019) 16.00–16.30 Uhr Erfrischungen 16:30–17.30 Uhr Sitzung 5 – Verfolgung der Fortschritte bei der Verwirklichung der SDG und der Zielvorgaben in Bezug auf Umwelt und Gesundheit Wie in der Erklärung von Ostrava vereinbart, nutzt der EHP den im Zusammenhang mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung erstellten globalen Rahmen von Indikatoren, einschließlich der freiwilligen nationalen Untersuchungen, als primäre Informationsquelle zur Verfolgung der Fortschritte bei der Umsetzung der Verpflichtungen aus der Erklärung von Ostrava, sowie weitere bereits bestehende internationale Berichterstattungssysteme. Bei dieser Sitzung gibt das Sekretariat einen detaillierten Überblick über die für die Erklärung von Ostrava relevanten SDG-Indikatoren und EU-Berichterstattungsmechanismen und bittet die Mitgliedstaaten, über die Verfolgung der Fortschritte bei der Verwirklichung der SDG und Zielvorgaben in Bezug auf Umwelt und Entwicklung zu diskutieren und zu einer Einigung zu kommen. Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 30 Relevantes Dokument: EURO/EHTF9/10: Kontrollrahmen für die Verpflichtungen von Ostrava unter Verwendung der SDG-Indikatoren 17:30–18.00 Uhr Sitzung 6 – Berichte aus den im Rahmen der EHTF gebildeten Arbeitsgruppen Bei dieser Sitzung wird über den aktuellen Stand der Arbeit der im Rahmen der EHTF gebildeten Arbeitsgruppen informiert: a) Arbeitsbereich und Zielsetzungen der Arbeitsgruppe über die Zusammenarbeit von kommunalen und subnationalen Behörden (CoLSA) und b) Aktivitäten der Arbeitsgruppe Klimawandel und Gesundheit (HIC). Relevantes Dokument: EURO/EHTF9/11: Arbeitsbereich und Zielsetzungen der Arbeitsgruppe CoLSA 19.00–21.00 Uhr Gemeinsames Abendessen im Restaurant Centro Hotel Bristol (Prinz-Albert-Straße 2) Dienstag, 10. Dezember 2019 09:30–11.00 Uhr Sitzung 7 – Instrumente, Mechanismen und Aktivitäten zur Unterstützung der nationalen Handlungskataloge für den Bereich Umwelt und Gesundheit Ziel dieser Sitzung ist es, verschiedene Instrumente, Mechanismen und Aktivitäten vorzustellen, die bei der Ausarbeitung und Umsetzung nationaler Handlungskataloge, bei der Ermittlung vorrangiger Handlungsbereiche und bei der Stärkung der nationalen Koordination im Bereich Umwelt und Entwicklung genutzt werden können. Weitere Einzelheiten zum Markt für Umwelt und Gesundheit entnehmen Sie bitte der Informationsunterlage für Sitzungen (Dokument EURO/EHTF9/6). 11:00–11.30 Uhr Erfrischungen 11:30–12.30 Uhr Sitzung 8 – Übersicht über wichtige globale und regionsweite Entwicklungen in Bezug auf Umwelt und Gesundheit Bei dieser Sitzung präsentieren Sekretariat, Akteure und Partner des EHP die wichtigen globalen und regionsweiten Entwicklungen in Bezug auf Umwelt und Gesundheit, einschließlich der Ergebnisse der fünften Tagung der Vertragsparteien des Protokolls über Wasser und Gesundheit. Relevante Dokumente: EURO/EHTF9/18 WHO/A72/15: Globale Strategie der WHO für Gesundheit, Umwelt und Klimawandel: der Umbruch, der zur nachhaltigen Verbesserung von Leben und Wohlbefinden durch die Schaffung einer gesunden Umwelt erforderlich ist EURO/EHTF9/19: Dreizehntes Allgemeines Arbeitsprogramm der WHO 2019−2023 12:30–14.00 Uhr Mittagessen 14:00–15.00 Uhr Sitzung 9 – Entwurf eines Arbeitsplans für die EHTF für den Zeitraum 2020–2021 und Ressourcenbedarf Die EHTF prüft den Arbeitsplan für den Prozess Umwelt und Gesundheit für den Zeitraum 2020–2021, nimmt diesen an und prüft den damit verbundenen Ressourcenbedarf. Relevante Dokumente: EURO/EHTF9/12: Entwurf eines Arbeitsprogramms für die EHTF für den Zeitraum 2020–2021 EURO/EHTF9/13: Entwurf der Kommunikationsstrategie des Prozesses Umwelt und Gesundheit in Europa 2020–2021 15:00–15.30 Uhr Sitzung 10 – Wahl des bzw. der Ko-Vorsitzenden der EHTF Die EHTF prüft die Liste der nominierten Kandidaten für den Ko-Vorsitz der EHTF und wählt dessen Mitglied. Relevantes Dokument: Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 31 EURO/EHTF9/7: Nominierungen für den Ko-Vorsitz der EHTF 15.30–16.00 Uhr Sitzung 11 – Sonstige Angelegenheiten, Zusammenfassung der Beschlüsse und Abschluss der Tagung 16.00–16.30 Uhr Erfrischungen zum Abschied Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 32 Anhang 3. Teilnehmerliste Mitgliedstaaten Albanien Eralda Mariani Epidemiologiebeauftragte Ministerium für Gesundheit und Soziales Blv. Bajram Curri, No.1 Tirana Alida Mici Direktorin für Europäische Integration Ministerium für Gesundheit und Soziales Blv. Bajram Curri, No.1 Tirana Armenien Anahit Aleksandryan Leiterin des Referats Gefahrstoffe und Abfallpolitik Ministerium für Naturschutz Government Building 3, Republic Square 0010 Eriwan Nune Bakunts Stellvertretende Generaldirektorin Nationales Zentrum für Krankheitsbekämpfung und - prävention Gesundheitsministerium 12, Mkhitar Heraci Str Eriwan Aserbaidschan Ismayil Afandiyev Berater Gesundheitsministerium Mirgasimov 1 Baku Belarus Alena Drazdova Stellvertretende Direktorin für Wissenschaft Wissenschaftlich-praktisches Zentrum für Hygiene der Republik Belarus 8 Academicheskya str. Minsk Belgien Sofie Willems Koordinatorin Arbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Victor Horta-plein, 40/10 Brüssel Bosnien und Herzegowina Jasna Dzemic Leiterin der Abteilung für europäische Integration und internationale Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich Ministerium für Zivilverwaltung, Bosnien und Herzegowina Trg BiH 1 71000 Sarajewo Vanda Medic Leitende Beraterin für Umweltschutz und internationale Zusammenarbeit, Ministerium für Außenhandel und Wirtschaftsbeziehungen, Bosnien und Herzegowina Musala 9 71000 Sarajewo Deutschland Karin Höppner Leitende wissenschaftliche Beraterin Bundesministerium für Gesundheit Rochusstr. 1 Bonn Vassilios Karavezyris Leitender Beamter Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Jutta Litvinovitch Leiterin des Referats IG II 7 Gesundheit und Klimawandel Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Robert-Schuman-Platz 3 Bonn Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 33 Gudrun Petzold Beamtin für umweltbezogenen Gesundheitsschutz Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig- Holstein Adolf-Westphal-Str. 4 Kiel Ute Winkler Referatsleiterin Bundesministerium für Gesundheit Friedrichstr. 108 Berlin Barbara Werschkun Beraterin Wissenschaftsbüro Monumentenstr. 31a Berlin Birgit Wolz Leiterin des Referats IG II 2 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Robert-Schuman-Platz 3 Bonn Finnland Mikko Paunio Medizinischer Berater Ministerium für Soziales und Gesundheit Meritullinkatu 8 00023 Government Helsinki Frankreich Caroline Paul (Webex) Leiterin des Referats Außenumwelt und Chemikaliensicherheit Gesundheitsministerium 14 avenue Duquesne Paris Georgien Nana Gabriadze Leiterin des Referats Umwelt und Gesundheit Abteilung Nichtübertragbare Krankheiten Ministerium für Binnenvertriebene aus den besetzten Gebieten, Arbeit, Gesundheit und Soziales 144, Ak. Tsereteli Ave. Tiflis Nino Giuashvili Beraterin, Nationales Zentrum für Krankheitsbekämpfung und öffentliche Gesundheit, Ministerium für Binnenvertriebene aus den besetzten Gebieten, Arbeit, Gesundheit und Soziales 99 Kakheti Highway Tiflis Israel Isabella Karakis Leiterin Abteilung Umweltepidemiologie Gesundheitsministerium Yermiyahu 39 Jerusalem Italien Aldo Di Benedetto Medizinischer Leiter Gesundheitsministerium Via Giorgio Ribotta 5 Rom Massimo Cozzone Leitender Beamter Ministerium für Umwelt-, Landschafts- und Meeresschutz Via Cristoforo Colombo, 44 Rom Kirgisistan Asylbek Sydykanov Stellvertretender Direktor Abteilung für Krankheitsprävention und staatliche sanitär- epidemiologische Überwachung Gesundheitsministerium 535 Frunze street Bischkek Kroatien Krunoslav Capak Direktor Kroatisches Institut für öffentliche Gesundheit Rockefellerova 7 Zagreb Lettland Dace Bumane Leitende Beamtin des Referats Umwelt und Gesundheit Abteilung Öffentliche Gesundheit Gesundheitsministerium 72 Brivibas Str. LV-1011 Riga Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 34 Litauen Romualdas Sabaliauskas Direktor Zentrum für Gesundheitserziehung und Krankheitsprävention Kalvariju str. 153 Vilnius Malta Roberto Debono Sachverständiger für das öffentliche Gesundheitswesen Staatliche Gesundheitsbehörde Guardamagia Monaco Hervé Raps Stellvertretender Direktor des WHO- Kooperationszentrums für nachhaltige Entwicklung und Gesundheit Centre Scientifique de Monaco 8 Quai Antoine Premier Monaco Montenegro Borko Bajić Leiter der Abteilung für Hygiene Institut für öffentliche Gesundheit Podgorica Niederlande Brigitte Dessing-Peerbooms Politische Beraterin Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft Rijnstraat 8 Den Haag Esther Putman Leitende politische Beraterin Ministerium für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport Parnassusplein 5 Den Haag Brigit Staatsen Leitende Forscherin, Umwelt und Gesundheit RIVM A V Leeuwenhoeklaan 1 Bilthoven Sam van de Snepscheut Referent Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft Rijnstraat 8 Den Haag Österreich Sonja Spiegel Stellvertretende Abteilungsleiterin Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Radetzkystraße 2 Wien Polen Karolina Konarzewska Leitende Sachverständige Abteilung Internationale Zusammenarbeit Gesundheitsministerium Miodowa 15 Warschau Portugal Anabela Santiago Leitende Beamtin Generaldirektion für Gesundheit Alamada D. Afonso Henriques Lissabon Schweden Marie-Louise Heikensten Leitende Beraterin Schwedische Umweltschutzbehörde Virkesvagen 2 Stockholm Karin Ljung Björklund Expertin für Umwelt und Gesundheit Schwedische Gesundheitsbehörde Solna Schweiz Selena Lopreno Wissenschaftliche Referentin für Gesundheit Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten Bundesgasse 28 Bern Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 35 Serbien Ljiljana Jovanovic Leiterin der Abteilung Gesundheitstechnologie Gesundheitsministerium Nemanjina 22-26 Belgrad Slowakei Zuzana Fejdiova Leitende Beraterin Umweltministerium der Slowakischen Republik Namestie L. Stura 1 Bratislava Michal Jajcaj Leiter, Abteilung Umwelt und Gesundheit Gesundheitsbehörde Trnavská 52 Bratislava Tadschikistan Samardin Aliev Direktor Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit Tadschikisches Forschungsinstitut für Präventivmedizin Duschanbe Abdulkadyrkhon Maskaev Leiter der Abteilung Staatliche Kontrolle zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt Ausschuss für Umweltschutz 5/1 Shamsi str Duschanbe Tschechische Republik Marcela Kubiková Leiterin des Referats Bilaterale Kooperation und internationale Organisation Gesundheitsministerium der Tschechischen Republik Palackeho namesti 4 Prag 2 František Mudroňka Ministerberater Abteilung Internationale Angelegenheiten und Europäische Union Gesundheitsministerium der Tschechischen Republik Palackeho namesti 4 Prag 2 Lukáš Pokorný Leiter des Referats Internationale Organisationen Umweltministerium Vršovická 65 Prag Ukraine Mykhailo Slyzhuk Leitender Sachverständiger für das öffentliche Gesundheitswesen, Abteilung Politikumsetzung Gesundheitsministerium der Ukraine 7, M. Hrushevskoho str. Kiew Ungarn Tamás Pándics Abteilungsleiter Nationales Institut für öffentliche Gesundheit Albert F. u. 2-6 Budapest Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland Haydn Cole Wissenschaftler im Bereich Gesundheitsschutz Public Health England Chilton, Didcot Oxfordshire Zypern Charitini Frenaritou Leitende Chemikerin Staatliches Zentrallabor Zypern Gesundheitsministerium 44 Kimonos str. Nikosia Berater auf Zeit Roberto Bertollini (Video) Berater des Gesundheitsministers von Katar Gastprofessor, Universität Lissabon Via Basilio Bricci 39 Rom Italien Lora E. Fleming Professorin, Vorsitzende, Direktorin Europäisches Zentrum für Umwelt und menschliche Gesundheit, medizinische Fakultät der Universität Exeter c/o Knowledge Spa RCHT Truro Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 36 Inge Heim Leiterin, Ausschuss Klimawandel und Gesundheit, Kroatische Akademie der medizinischen Wissenschaften Praška 2 Zagreb Kroatien Ivano Iavarone WHO-Kooperationszentrum für umweltbezogenen Gesundheitsschutz an Altlastenstandorten, Leiter, Istituto Superiore di Sanità (italienisches Gesundheitsinstitut) Viale Regina Elena 299 Rom Italien Wilfried Kreisel Exekutivdirektor (im Ruhestand) Gesundheit und Umwelt WHO-Hauptbüro, Genf Auf dem Esch 9 Bielefeld Deutschland Michał Krzyżanowski Gastprofessor Umweltforschungsgruppe King´s College London Warschau Polen Gertjan Medema Leitender Wissenschaftler Wasserforschungsinstitut KWR Groningenhaven 7 Nieuwegein Niederlande Claudia Traidl-Hoffmann Direktorin Institut für Umweltmedizin Neusässerstr. 47 Augsburg Deutschland Miriam Weber Koordinatorin für das Gesunde-Städte-Netzwerk Stadt Utrecht Utrecht Niederlande Beobachter Kathrin Happe Stellvertretende Abteilungsleiterin Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina Jaegerberg 1 Halle Deutschland Elizabet Paunovic (Webex) Leiterin (im Ruhestand), Europäisches Zentrum der WHO für Umwelt und Gesundheit Belgrad Serbien Luzie Verbeek Koordinatorin Robert Koch-Institut Berlin Deutschland Akteure Europäische Kommission Ove Caspersen Projektleiter Europäische Umweltagentur (EUA) Kablukova Kongens Nytorv 6 Kopenhagen K Dänemark Giulio Gallo Stellvertretender Referatsleiter GD Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Europäische Kommission 11, rue Eugène Ruppert Luxemburg Catherine Ganzleben Leiterin der Gruppe Luftverschmutzung, Umwelt und Gesundheit Europäische Umweltagentur Kongens Nytorv 6 Kopenhagen K Dänemark Tuomo Karjalainen Leitender Sachverständiger, Umwelt und Gesundheit, Europäische Kommission, GD Forschung und Innovation, Direktion Menschen Rue du Champs de Mars 21 Brüssel Belgien Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 37 European Environment and Health Youth Coalition (EEHYC) Alina Bezhenar Mitbegründerin European Environment and Health Youth Coalition (EEHYC) Moskau Russische Föderation Health and Environment Alliance Génon K. Jensen (Video) Exekutivdirektorin Health and Environment Alliance (HEAL) Boulevard Charlemagne 28 Brüssel Belgien Sophie Perroud Politikkoordinatorin der Health and Environment Alliance Health and Environment Alliance (HEAL) Boulevard Charlemagne 28 Brüssel Belgien Regionales Umweltzentrum (REC) Eva Csobod (Webex) Expertin für Umwelt und Gesundheit Regionales Umweltzentrum Ady Endre St 9-11 Szentendre Ungarn Regionales Umweltzentrum für Zentralasien (CAREC) Heinrich Wyes Stellvertretender Exekutivdirektor Regionales Umweltzentrum für Zentralasien (zukünftig) Kablukova 270 Almaty Kasachstan Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) Wondwosen Asnake Kibret (Webex) Geschäftsführender Leiter, Politik- Koordinierungsgruppe NOF2, Level 3, North Wing UN Avenue, Gigiri Nairobi Kenia Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) Marco Keiner Direktor, Abteilung Umwelt Palais des Nations, 8-14 avenue de la Paix Genf Schweiz Weltgesundheitsorganisation Regionalbüro für Europa Dovilė Adamonytė (Webex) Beraterin Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Fahad M. A. M. Alfahad Fachreferent Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Philip Baumann IKT-Spezialist Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Yvonne Bengesi Praktikantin Umwelt- und Gesundheitsfolgenabschätzung Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Matthias Braubach Fachreferent Gesundheit in Städten und Chancengleichheit Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 38 James Creswick Fachreferent Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Dorota Jarosińska Programmleiterin, Lebens- und Arbeitsumfelder Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Vladimir Kendrovski Fachreferent Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Edith Kimotho Programmassistentin Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Bettina Menne Koordinatorin, Nachhaltige Entwicklung und Gesundheit WHO-Regionalbüro für Europa UN City Marmorvej 51 DK-2100 Kopenhagen Ø Dänemark Pierpaolo Mudu Fachreferent Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Julia Nowacki Fachreferentin Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Piroska Östlin (Video) Kommissarische Regionaldirektorin Marmorvej 51 Kopenhagen Dänemark Cristina Palii Sekretärin Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Román Pérez Velasco Fachreferent Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Francesca Racioppi Leiterin Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Oliver Schmoll Programmleiter, Wasser und Klima Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Nino Sharashidze Beraterin Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Enkhtsetseg Shinee Fachreferentin Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Neunte Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, 9.–10. Dezember 2019 Seite 39 Wendy Williams Programmassistentin Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Hanna Yang Fachreferentin Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Irina Zastenskaya Fachreferentin Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 Bonn Deutschland Hauptbüro T. Emilie van Deventer Teamleiterin, Strahlenprogramm Weltgesundheitsorganisation 20 Avenue Appia Genf Schweiz Westlicher Pazifikraum Dr. Rok Ho Kim (Webex) Teamleiter Umwelt und Gesundheit Berichterstatterin Teresa Lander Berichtsverfasserin WHO-Regionalbüro für Europa Kopenhagen Dänemark Dolmetscher Vladimir Ilyukhin Simultandolmetscher Staatliche Universität Moskau Ostozhenka 38 Moskau Russische Föderation Georgy Pignastyy Simultandolmetscher Freiberuflicher Übersetzer/Dolmetscher 152, Leninsky Prosp., Apt. 41 Moskau Russische Föderation DAS WHO-REGIONALBÜRO FÜR EUROPA Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine 1948 gegründete Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die sich in erster Linie mit internationalen Gesundheitsfragen und der öffentlichen Gesundheit befasst. Das WHO-Regionalbüro für Europa ist eines von sechs Regionalbüros, die überall in der Welt eigene, auf die Gesundheitsbedürfnisse ihrer Mitgliedsländer abgestimmte Programme durchführen. MITGLIEDSTAATEN Albanien Andorra Armenien Aserbaidschan Belarus Belgien Bosnien und Herzegowina Bulgarien Dänemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Georgien Griechenland Irland Island Israel Italien Kasachstan Kirgisistan Kroatien Lettland Litauen Luxemburg Malta Monaco Montenegro Niederlande Nordmazedonien Norwegen Österreich Polen Portugal Republik Moldau Rumänien Russische Föderation San Marino Schweden Schweiz Serbien Slowakei Slowenien Spanien Tadschikistan Tschechien Türkei Turkmenistan Ukraine Ungarn Usbekistan Vereinigtes Königreich Zypern Weltgesundheitsorganisation Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit Platz der Vereinten Nationen 1 D-53113 Bonn, Deutschland Tel.: +49 228 815 0400 • Fax: +49 228 815 0440 E-mail: euroeceh@who.int • Website: www.euro.who.int WHO-EURO-2020-1392-41142-55941

Key facts
Document type Technical Documents
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Source World Health Organization